{"id":110978,"date":"2024-02-13T13:00:47","date_gmt":"2024-02-13T12:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110978"},"modified":"2024-02-13T12:00:52","modified_gmt":"2024-02-13T11:00:52","slug":"antwort-von-juergen-huebschen-und-leserbriefe-zum-artikel-wiedereinfuehrung-der-wehrpflicht-wer-die-falschen-fragen-stellt-kriegt-auch-nicht-die-richtigen-antworten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110978","title":{"rendered":"Antwort von J\u00fcrgen H\u00fcbschen und Leserbriefe zum Artikel \u201eWiedereinf\u00fchrung der Wehrpflicht? \u2013 wer die falschen Fragen stellt, kriegt auch nicht die richtigen Antworten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger setzt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110766\">hier<\/a> die Debatte &uuml;ber die Wehrpflicht fort, die mit einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110643\">Gastbeitrag<\/a> von J&uuml;rgen H&uuml;bschen er&ouml;ffnet worden ist. Der habe innerhalb der milit&auml;rischen &bdquo;Logik&ldquo; argumentiert und den Militarismus nicht etwa hinterfragt, sondern als gegeben hingenommen. Nur wer der Erz&auml;hlung Glauben schenke, dass Russland schon bald seine Panzer gen Berlin schickt, werde ernsthaft dar&uuml;ber debattieren wollen, eine Wehrpflicht oder eine Dienstpflicht auch nur anzudenken. Die Politik habe jedoch &bdquo;nicht die Aufgabe, eine schlagkr&auml;ftige Armee zu formen, sondern die gottverdammte Aufgabe, eine Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik zu betreiben, die Kriege verhindert&ldquo;: &bdquo;Entspannung hei&szlig;t das Gebot der Stunde!&ldquo;. Wir danken f&uuml;r die interessanten Leserbriefe. Hier nun die Antwort von J&uuml;rgen H&uuml;bschen und eine Auswahl der Leserbriefe, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Antwort J&uuml;rgen H&uuml;bschen<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>zun&auml;chst einmal finde ich es prima, dass Sie sich so ausf&uuml;hrlich mit der von mir angesto&szlig;enen Thematik auseinandergesetzt haben.<\/p><p>Es stimmt, dass ich seinerzeit die Abschaffung der Wehrpflicht f&uuml;r einen politischen Fehler gehalten habe, und dahingehend hat sich meine Meinung auch nicht ge&auml;ndert, ebenfalls auch nicht, was die damalige Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Aussetzung angeht.<\/p><p>Ich bin aber, wie Sie, der Meinung, dass es- aus welchen Gr&uuml;nden auch immer- nicht realistisch ist zu glauben, man k&ouml;nne\/w&uuml;rde die Wehrpflicht wiedereinf&uuml;hren. Ich stimme Ihnen auch zu, was die Motivation der meisten jungen Menschen angeht, Soldat zu werden.<\/p><p>Vielleicht erstaunt es Sie, dass ich Ihnen auch Recht gebe, dass wir mit dem Zusammenbruch der SU und des Wartschauer Paktes auch die NATO h&auml;tten aufl&ouml;sen sollen, weil sie in ihrem urspr&uuml;nglichen, und von den USA definierten Ansatz, &uuml;berholt war. So, wie Sie, bin ich schon immer der Meinung, dass 1990 die Gelegenheit verpasst wurde, eine neue europ&auml;ische Sicherheitsstruktur zu schaffen, in die auch Russland h&auml;tte eingebunden werden m&uuml;ssen. Russland hatte das damals auch angestrebt, aber die USA hatten daran kein Interesse, weil die NATO ja in erster Linie ein amerikanisches milit&auml;risches Machtinstrument ist, was man allein schon daran sieht, dass der Oberbefehlshaber immer ein US-Offizier ist.<\/p><p>Damit komme ich zu einer weiteren &Uuml;bereinstimmung mit Ihnen, dass ich n&auml;mlich Deutschland durch Russland auch nicht bedroht sehe, was aus meiner Sicht &uuml;brigens auch f&uuml;r alle anderen NATO-Mitgliedsl&auml;nder gilt, nicht zuletzt auch f&uuml;r die drei baltischen Staaten.<\/p><p>Last, but not least stimme ich Ihnen auch zu, dass Diplomatie und Entspannung das Gebot der Stunde sind oder besser gesagt, sein sollten, und da beginnt ganz konkret meine unterschiedliche Sichtweise, die nicht milit&auml;risch und schon gar nicht &bdquo;militaristisch&ldquo; ist, wie sie diese bezeichnen, sondern vielmehr sicherheitspolitisch. Und das ist etwas g&auml;nzlich anderes. <\/p><p>Ich bin n&auml;mlich der Meinung, dass Entspannung und Verteidigungsf&auml;higkeit keine Gegens&auml;tze sind, sondern die zwei Seiten derselben Medaille. Entspannung ist ja immer ein Prozess zwischen mindestens zwei Polen, und da stellt sich die Frage, warum ein milit&auml;risch stark ger&uuml;stetes Gegen&uuml;ber, auf seine Waffen oder ein Teil von diesen verzichten sollte, wenn das ihm von der anderen, unbewaffneten Seite vorgeschlagen w&uuml;rde?<\/p><p>Die von Ihnen angesprochene kluge Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik kann man in einer hochger&uuml;steten Welt auch aus einer Position einer angemessenen milit&auml;rischen St&auml;rke heraus betreiben. Der Ansatz &bdquo;Frieden schaffen ohne Waffen&ldquo; ist zwar prinzipiell erstrebenswert, aber leider nicht realistisch. Die Geschichte hat nun einmal gezeigt, dass ein Land, das sich nicht wehren kann, sehr schnell zum Spielball von Staaten werden kann, die eine offensive Politik betreiben. Daf&uuml;r bedarf es nicht der Definition eines konkreten Gegners. Die angemessene Verteidigungsf&auml;higkeit eines Landes ist f&uuml;r mich ein einigerma&szlig;en zuverl&auml;ssiger Garant f&uuml;r dessen sichere Zukunft. Niemand wei&szlig;, wie die Welt am Endes dieses Jahrhunderts aussehen wird, und eine glaubw&uuml;rdige Verteidigungsf&auml;higkeit kann man- falls notwendig- nicht von jetzt auf gleich herstellen, sondern sie erfordert mindestens 10-15 Jahre und zwar nicht nur materiell, sondern vor allem personell.<\/p><p>Wenn ich das letzte Jahrhundert in Deutschland unter sicherheitspolitischen Aspekten Revue passieren lasse, dann erinnere ich mich vor allem an die politischen Ereignisse, die niemand vorhergesehen hat, n&auml;mlich: Den 1. Weltkrieg, das Scheitern der Weimarer Republik, das Entstehen des &bdquo;Nazi-Deutschlands&ldquo;, den 2. Weltkrieg, die Teilung Deutschlands und Europas, den Zusammenbruch der Sowjetunion und des Warschauer Paktes und last but not least die Wiedervereinigung Deutschlands.<\/p><p>Nur, wer die Vergangenheit kennt und die Gegenwart realistisch einsch&auml;tzt, kann die Zukunft gestalten.<\/p><p>Das gilt im besonderen Ma&szlig;e auch f&uuml;r die Sicherheit der Menschen in Deutschland und Europa.<\/p><p>J&uuml;rgen H&uuml;bschen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren Beitrag von heute:<br>\n&ldquo;Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht? &ndash; wer die falschen Fragen stellt, kriegt auch nicht die richtigen Antworten&rdquo;<\/p><p>Auch ich, Jahrgang 1950, war beim &ldquo;Bund&rdquo;. Seinerzeit sogar Z21, also Zeitsoldat f&uuml;r 21 Monate.<br>\nDas allerdings nicht aus &Uuml;berzeugung, sondern ausschlie&szlig;lich aus finanziellen Gesichtspunkten. Besser gesagt aufgrund einer finanziellen Notlage.<\/p><p>Ihrem Beitrag m&ouml;chte ich voll und ganz zustimmen, danke daf&uuml;r.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<\/p><p>Albrecht K&ouml;rner<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>Danke! Das war n&ouml;tig.<\/p><p>Die Begr&uuml;ndung f&uuml;r eine Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht habe auch ich im Artikel von H&uuml;bschen vermisst. Sie haben es genauer analysiert und sind bei der Erkenntnis gelandet:<\/p><p>&ldquo;Die Politik hat nicht die Aufgabe, eine schlagkr&auml;ftige Armee zu formen, sondern die gottverdammte Aufgabe, eine Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik zu betreiben, die Kriege verhindert.<\/p><p>Diesen Satz sollten sich Politiker und Journalisten eingerahmt &uuml;ber das Sofa h&auml;ngen!<\/p><p>Nebenbei, ich habe den Kriegsdienst verweigert. Vater und Gro&szlig;vater sind gegen Frankreich losgezogen, Weltkrieg 1 und 2. Warum, wozu? Frankreich war meine zweite Heimat. Au&szlig;erdem sind beide schwerbesch&auml;digt nach Hause gekommen. Den endg&uuml;ltigen emotionalen Kick habe ich aber bekommen, als ich mit dem Fahrrad an der Ampel hinter einem Milit&auml;rlaster halten musste, wo Soldaten wie Vieh verladen sa&szlig;en. Das lasse ich nicht aus mir machen.<\/p><p>Eine Verteidigungsarmee nach dem Vorbild der Schweiz, das w&auml;re vielleicht angemessen. Aber das konnte Deutschland noch nie, von 1870 bis heute.<\/p><p>Herzlichen Gru&szlig;,<\/p><p>Rolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Tag,<\/p><p>und vorab: Ich habe nicht &lsquo;gedient&rsquo;, sondern mich in den 1970ern nach meinem Abitur mit 18 &ndash; wegen der &lsquo;Gnade&rsquo; der Kurzschuljahre &ndash; sofort ins Studium gest&uuml;rzt, aus dem ich sp&auml;ter dann nicht mehr &lsquo;gezogen&rsquo; werden konnte. Meine Gesamtstudienzeit (2 Abschl&uuml;sse) war dann genau so lang wie die Jahre, die mein Vater in der Wehrmacht verbracht hatte, einschlie&szlig;lich eines Kopfstreifschusses in Italien, als der Krieg l&auml;ngst entschieden war.<\/p><p>Ich stimme Jens Berger weitumf&auml;nglich zu, einschlie&szlig;lich auch bzgl. des Hinweises auf die Ungleichbehandlung der beiden (!?) Geschlechter hinsichtlich der seinerzeitigen Wehrpflicht, bin aber besonders diesbez&uuml;glich sehr gespannt, wie die Generation Z (!!!) reagieren wird, wenn es bald hei&szlig;t: Zu den Waffen!<\/p><p>PEACE!<\/p><p>Herbert Gerusch<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger,<\/p><p>Sie haben mir den Tag gerettet mit Ihrem Artikel. Als ich n&auml;mlich den Artikel von Herrn H&uuml;bschen las, ergriff mich das kalte Grauen. Ich dachte schon, jetzt sind die NDS auch noch umgedreht worden.&nbsp;<\/p><p>Sie haben vollkommen Recht! Meiner Meinung geh&ouml;rt die NATO aufgel&ouml;st, die Bundeswehr abgeschafft und alle Besatzungstruppen nach Hause geschickt! W&uuml;rde mal kurz eben 60-80 Mrd freimachen, die man in Bildung, Infrastruktur, Energiewende usw. stecken kann! Dazu geh&ouml;rt ein Heer von Diplomaten nach Russland geschickt, um eine Sicherheitsarchitektur f&uuml;r Europa auszuarbeiten ohne Armeen! Die braucht niemand mehr, au&szlig;er die R&uuml;stungsindustrie. Werde ich wohl nicht mehr erleben, auch wenn ich voraussichtlich noch um die 40 Jahre Zeit habe. Leider.<\/p><p>Leider ist an dem Punkt die AfD keine Alternative, macht sie doch hier gemeinsame Sache mit den etablierten Parteien und w&uuml;rde vermutlich sogar noch mehr aufr&uuml;sten als CDU und Gr&uuml;ne. Von daher f&uuml;r mich nur schwerlich w&auml;hlbar, auch wenn es der einzige Weg ist die Ampel loszuwerden&hellip; Naja, kommt Zeit, kommt Rat.<\/p><p>MfG.<\/p><p>H. Dietrich&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger!<\/p><p>Danke f&uuml;r diese klaren Worte.<\/p><p>Es kann wirklich nicht um Kriegst&uuml;chtigkeit gehen, in welcher Form auch immer.<\/p><p>Aber leider wird der Popanz des russischen B&auml;ren, der demn&auml;chst Deutschland verschlingen wird, propagandistisch derart aufgebl&auml;ht, dass das Eigentliche aus dem Blickwinkel zu geraten scheint: Frieden schaffen ohne Waffen! Verhandeln, verhandeln, verhandeln. Schaden vom Volk abwenden, statt es per Angstpropaganda immer tiefer in nahezu unumkehrbare Konflikte zu verwickeln. Auch wenn die Bellizisten derzeit den Ton angeben, bleibt der Ausspruch &ldquo;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein&rdquo; nach wie vor seine G&uuml;ltigkeit.<\/p><p>In diesem Sinne weiterhin gutes Gelingen<\/p><p>J&uuml;rgen Scherer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Jens Berger<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihren j&uuml;ngsten Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110766\">&ldquo;Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht? &ndash; wer die falschen Fragen stellt, kriegt auch nicht die richtigen Antworten&rdquo;<\/a>. Diese Erwiderung auf den Artikel von J&uuml;rgen H&uuml;bschen war wirklich notwendig und hat mir, wie so viele Ihrer Beitr&auml;ge zuvor, aus tiefstem Herzen gesprochen. Ich hatte zwar ein paar Jahre Vorsprung, konnte mich aber voll und ganz in Ihrer Beschreibung der damaligen Zeit wiederfinden. Nach dem Abitur 1988 stand auch ich dem nun anstehenden Wehrdienst recht unbek&uuml;mmert und eher sorglos gegen&uuml;ber. Ganz sicher war ich nicht getrieben von Patriotismus oder dem Wunsch bzw. einer Faszination vom Dienst an der Waffe. Auch meine Tr&auml;ume waren in erster Linie beseelt davon, die Welt zu bereisen, ferne L&auml;nder kennenzulernen und mit Anderen Abenteuer zu erleben. Und wo w&auml;re das einfacher gewesen, als bei der Marine. So wurde ich recht unvermittelt bei der Musterung f&uuml;r tauglich befunden und erhielt, gem&auml;&szlig; meinem ge&auml;u&szlig;erten Wunsch, wenig sp&auml;ter den Einberufungsbescheid; 3. Seemannschaftslehrgruppe, Borkum; in 3 Monaten antreten. Doch es kam alles anders. Innerhalb nur weniger Wochen &auml;nderte sich w&auml;hrend einer l&auml;ngeren Urlaubsreise, einer Art road-trip, und nach vielen vielen Gespr&auml;chen mit interessanten Menschen meine gesamte Einstellung zum Thema Milit&auml;rdienst grundlegend; man kann auch sagen mir wurde bewusst was der Waffendienst eigentlich bedeutet! Wenngleich es zu diesen Zeiten auch noch so hypothetisch war und, wie Sie richtig sagen, damals weit und breit kein Feind oder Kriegseinsatz in Sicht war, niemals wollte ich in eine Situation geraten, in der ich eine Waffe gegen einen anderen Menschen einzusetzen h&auml;tte. Ich setzte daraufhin wirklich viele Hebel in Bewegung und tat alles, um in k&uuml;rzester Zeit meine Einberufung zu stoppen und noch nachtr&auml;glich zu verweigern. Ich hatte tats&auml;chlich Erfolg damit und trat ein halbes Jahr sp&auml;ter meine 18 Monate Zivildienst im Bereich der Pflege an; eine unsch&auml;tzbar wertvolle Lebenserfahrung. Meinen Wunsch, die Welt zu bereisen und fremde L&auml;nder und Kulturen kennenzulernen, erf&uuml;llte ich mir sp&auml;ter auf dem akademischen Weg und lebte gewisserma&szlig;en bis zur Jahrtausendwende die V&ouml;lkerverst&auml;ndigung&hellip; Verfolgt man mit solch einer Biografie die Entwicklungen der letzten Jahre und die gegenw&auml;rtigen Debatten um Kriegst&uuml;chtigkeit, Wehrdienst und Militarismus m&ouml;chte man wirklich nur verzweifeln. Denn da waren wir vor gut 30 Jahren tats&auml;chlich &ldquo;im Denken schon weiter&rdquo;! Und trotz aller internationaler Konflikte und zahlloser Krisenherde in der Welt, gilt heute vielleicht mehr denn je zuvor: &ldquo;Die Politik hat nicht die Aufgabe, eine schlagkr&auml;ftige Armee zu formen, sondern die gottverdammte Aufgabe, eine Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik zu betreiben, die Kriege verhindert.&rdquo;<\/p><p>Mit herzlichen Gr&uuml;&szlig;en und gro&szlig;em Dank f&uuml;r Ihre Arbeit,<\/p><p>V. Mergen<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>ja, auch ich habe &bdquo;gedient&ldquo; &ndash; 1972 \/ 1973. Es war eine verlorene Zeit, die mich Lebenschancen gekostet hat (die ich bis heute auch an meiner Rente monatlich sp&uuml;re). Aber nicht nur deswegen vermag ich dieser Zeit nichts Positives zuzumessen.<\/p><p>Ich habe am Man&ouml;ver Wintex 73 teilgenommen, dessen Planungsunterlagen der damalige Vertreter der UdSSR, Valentin Falin, dem Bundesminister f&uuml;r Ausw&auml;rtige Angelegenheiten &uuml;bergab (damals ein lustiger Skandal der deutschen Politik Aber ich will hier nicht auf die Details der mit diesem Man&ouml;ver verbundenen milit&auml;rpolitischen Konzeptionen eingehen (obwohl dies leider auch heute noch Relevanz besitzt). Ich weise nur darauf hin, weil in dieser Zeit der &bdquo;Kalte Krieg&ldquo; und der angebliche unmittelbar bevorstehende &Uuml;berfall des Warschauer Paktes das &bdquo;verteidigungspolitische Szenario&ldquo; bestimmten.<\/p><p>Wir hatten die Wehrpflicht und ich musste (trotz Antrag auch Kriegsdienstverweigerung) Wehrdienst leisten. Die Ideologie der &bdquo;Verteidigung gegen die sowjetische Bedrohung&ldquo; geh&ouml;rte zur &bdquo;theoretischen&ldquo; Schulung wie die infanteristische Ausbildung im Kampf gegen Panzer &ndash; inklusive Reminiszenzen an den zweiten Weltkrieg. Ziel des Wehrdienstes war zwar nicht mehr die Erziehung eines preu&szlig;ischen Untertanen oder eines nationalsozialistischen K&auml;mpfers, aber die ideologische Indoktrination und die Ein&uuml;bung des milit&auml;rischen Gehorsamsverhaltens &nbsp;(inkl. &Uuml;berwindung der T&ouml;tungshemmung) blieben auch f&uuml;r die &bdquo;B&uuml;rger in Uniform&ldquo; wesentliche Bestandteile dieser &bdquo;Schule der Nation&ldquo;. Die Armee ist (und bleibt) ein Spiegel der milit&auml;rpolitischen Interessen ihrer Zeit.<\/p><p>Wozu also Wehrpflicht? Positiv gesehen k&ouml;nnte sie militaristische Radikalisierung vielleicht d&auml;mpfen. Sie k&ouml;nnte vielleicht such Kritik an der Verfassung des Milit&auml;rs in die Gesellschaft tragen (z. B. Nagold). Im Extremfall k&ouml;nnte sie sogar die Waffen dem Volk gegen seine Unterdr&uuml;cker zur Verf&uuml;gung stellen (ich denke hier an die Pariser Commune oder den November 1918 in Deutschland). Aber wie realistisch ist dieses Bild?.<\/p><p>Aus meiner eigenen Wehrdienstzeit kann ich eine positive Sicht nicht teilen. Von dem Aufbruch de 68er blieb au&szlig;er einem kurzzeitigen &bdquo;Haarerlass&ldquo; (lange Haare waren bei Tragen eines Haarnetzes erlaubt) nicht viel &uuml;brig. Das Grundkonzept einer milit&auml;rischen Struktur der Unterordnung widersprach damals wie heute der Heranbildung m&uuml;ndiger und selbst&auml;ndiger B&uuml;rger.<\/p><p>Eine stehende Armee ist und bleibt ein Machtinstrument der jeweils Herrschenden &ndash; gegen de eigenen B&uuml;rger und zum Zweck der Umsetzungen ihrer Interessen nach innen und au&szlig;en. Unter den Bedingungen einer kapitalistischen Gesellschaft ist sie zuv&ouml;rderst Mittel zum Erhalt der Herrschaftsstruktur. Sie kann und wird nicht sein eine Miliz in der Hand der B&uuml;rger zur Sicherung ihrer Interessen gegen ihre Unterdr&uuml;cker.<\/p><p>Klaus Habel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>sehr geehrte Redaktion der NachDenkSeiten,<\/p><p>als die Bundesregierung ihren Sitz noch in Bonn hatte, war Bescheidenheit oberstes Gebot. Eine bescheidene deutsche Politik mit nachhaltigem Erfolg. Es war die Zeit, da wollten wir Deutsche vor allem eines: gute Nachbarn sein und in Frieden miteinander leben. Das hatten wir uns, unseren Kindern und der &uuml;brigen Welt versprochen!<\/p><p>Die Generation, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurde, hatte den Krieg zwar nicht selbst erleben m&uuml;ssen, doch die Folgen dessen, ber&uuml;hrten uns allgegenw&auml;rtig. In Form von menschlichen Schicksalen, die wir t&auml;glich vor Augen hatten. Wir sahen und h&ouml;rten sie: die vielen ehemals jungen Landser, die nun &auml;lter und k&ouml;rperlich oder geistig verkr&uuml;ppelt waren, die Vertriebenen und Gefl&uuml;chteten, die ihre Heimat f&uuml;r immer verloren hatten, die Ausgebombten, die Get&auml;uschten und f&uuml;r immer Entt&auml;uschten. Blinde, denen Granatsplitter in Millisekunden die Augen irreversibel weggebrannt hatten, gealterte M&auml;nner und Frauen mit versteinerten Gesichtern, ehemalige deutsche Soldaten, die Passanten fragten, ob sie ihnen bitte eine Zigarette anz&uuml;nden oder einen Fahrschein ziehen w&uuml;rden, weil sie selbst keine H&auml;nde mehr hatten. Ihre Gesundheit, ihre Jugend, ihre Chancen auf ein ganz normales Leben war ihnen f&uuml;r immer genommen worden. In jungen Jahren. F&uuml;r eine Politik, die unbedingt den Krieg wollte.<\/p><p>Da Deutschland nur rund zehn Jahre nach dem Ende dieses Krieges eine neue Armee installierte bzw. zu installieren hatte &ndash; die Gr&uuml;nde daf&uuml;r sind bekannt -, mussten auch wir, die nach dem Krieg Geborenen, schlie&szlig;lich zum Milit&auml;r. Ich am 1. Juli 1979. Eine Zeit, die mit den 90er Jahren, auf die Sie, Herr Berger, sich in Ihrem Artikel beziehen, nicht vergleichbar sein d&uuml;rfte, denn wir befanden uns damals im Kalten Krieg und die RAF &uuml;berfiel uns Wehrdienende in den Kasernen, um sich Waffen zu beschaffen.<\/p><p>Das Schie&szlig;en mit Handfeuerwaffen auf relativ weit entfernte Ziele empfanden wir noch als abstrakt. Doch sp&auml;testens das Werfen einer scharfen Handgranate oder die aktive Teilnahme an Man&ouml;vern, in denen wir als Infanteristen relativ ungesch&uuml;tzt zwischen schweren Waffen herumzulaufen hatten, lie&szlig;en uns die m&ouml;glichen Schrecken und die individuellen Chancen innerhalb einer kriegerischen Auseinandersetzung zweifelsfrei erkennen. Wehrdienst als Aufkl&auml;rung. Wehrdienst als Edukation. Wehrdienst, der uns schlie&szlig;lich dazu brachte, im Bonner Hofgarten aktiv f&uuml;r den Frieden zu demonstrieren. Wehrdienst, der viele von uns zu Pazifisten werden lie&szlig;. Wehrdienst, f&uuml;r den Ungediente uns ehemals als &bdquo;M&ouml;rder&ldquo; und heute als &ldquo;Lumpenpazifisten&rdquo; beschimpfen.<\/p><p>Rund 40 Jahre lang diente ich als Reservist der Bundeswehr. Gerade deshalb, weil ich Teil dieses Systems war, d&uuml;rfte ich hinreichend dar&uuml;ber informiert sein, was ein weiterer Weltkrieg zeitigen k&ouml;nnte. Sowohl f&uuml;r den Menschen als auch f&uuml;r die Umwelt. Wir Soldaten d&uuml;rften jedenfalls milit&auml;risch gebildeter und aufgekl&auml;rter sein als so manch Ungedienter, der sich gegenw&auml;rtig anma&szlig;t, als &ldquo;Experte&rdquo; in Medien oder Politik &ouml;ffentlich Stellung zu nehmen zu angeblich milit&auml;risch gebotenem Verhalten.<\/p><p>Gerade weil ich Wehrdienst geleistet habe, wei&szlig; ich, dass Sie, Herr Berger, zweifelsfrei recht haben, wenn Sie schreiben, dass wir stets aufgefordert sind, alles daf&uuml;r zu tun, den Krieg zu verhindern! Kontinuierliches Entspannen mit diplomatischen Mitteln. Frieden schaffen ohne Waffen. So, wie es auch beim gro&szlig;en Zapfenstreich der Bundeswehr hei&szlig;t: Beten f&uuml;r die Macht der Liebe! Die Liebe und der Frieden haben zu obsiegen. Nichts anderes!<\/p><p>Wer das nicht versteht und verinnerlicht, sollte kein Soldat werden, weder innerhalb einer Wehrpflicht noch als Berufssoldat.<\/p><p>Prof. Dr. Dr. Franz W. Peren, Oberstleutnant d.R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr H&uuml;bschen, Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>ich finde, Herr Berger hat Recht, dass man die richtigen Fragen stellen muss, und dass die Antworten andere sind wenn man seinen Nachbarn traut oder misstraut d&uuml;rfte klar sein.<\/p><p>Anstatt Unmengen von Ressourcen darauf zu verschwenden, eine Armee kriegst&uuml;chtig zu machen, sollte man sich lieber friedenst&uuml;chtig machen.<br>\nWarum zum Beispiel gibt es keine Initiative, f&auml;hige und weise Diplomaten auszubilden, die auch eine so unf&auml;hige Regierung wie die derzeitige darin unterst&uuml;tzen k&ouml;nnten, die richtigen Entscheidungen zu treffen?<br>\nFrieden und gute Beziehungen kommen nicht von alleine. Es reicht nicht, darauf zu warten dass die andere Seite etwas tut. Frieden zu schaffen ist ein aktiver Prozess.<\/p><p>Und ich stimme Herrn H&uuml;bschen zu, dass eine allgemeine Dienstpflicht eine gute Idee w&auml;re, denn insbesondere im sozialen Bereich kann die immense Arbeitskraft, die man hierdurch gewinnen w&uuml;rde, dringend ben&ouml;tigt.<br>\nIch habe 1995 Zivildienst in einem Altenwohnheim gemacht, was f&uuml;r mich eine lebenspr&auml;gende Erfahrung war und in mir den Wunsch erweckt hat, den Menschen dienen zu wollen.<br>\nF&uuml;r die junge Generation, deren einzige Loyalit&auml;t oft dem eigenen Mobiltelefon gilt, w&auml;re das eine sehr wertvolle Erfahrung.<\/p><p>Allerdings sollten alle Dienst leisten, nicht nur jene, die sich als m&auml;nnlich identifizieren.<br>\nUnd in der Bundeswehr zu dienen sollte nur eine Wahlm&ouml;glichkeit sein.<br>\nEine andere Wahlm&ouml;glichkeit k&ouml;nnte auch ein &ldquo;Friedensdienst&rdquo; sein, bei dem die Dienstpflichtigen in Organisationen eingesetzt werden, die sich f&uuml;r die V&ouml;lkerverst&auml;ndigung einsetzen.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<\/p><p>Christoph Stahl<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>als &uuml;berzeugte Pazifistin habe auch ich die Abschaffung (bzw. Aussetzung) der Wehrpflicht vorbehaltlos begr&uuml;&szlig;t.<\/p><p>Meine Meinung &auml;nderte sich nach der Lekt&uuml;re des Buches &bdquo;Wiederkehr der Hasardeure&ldquo;, in welchem Willy Wimmer im Kapitel &bdquo;Wer entscheidet &uuml;ber die Eins&auml;tze der Bundeswehr&ldquo; (S. 505 ff.) darlegt, weshalb die Aussetzung der Wehrpflicht keineswegs eine rein pazifistische Angelegenheit ist.<\/p><p>Ich kann leider nicht alles zitieren, jedoch hier zwei Zitate:<\/p><ol>\n<li>Bislang durfte die Parlamentsbeteiligung im Zusammenhang mit Eins&auml;tzen der Bundeswehr als Garant daf&uuml;r gelten, dass die Belange des deutschen Volkes in vorbildlicher Weise in die Entscheidungen des Bundestages mit einbezogen wurden (S. 509) &ndash; (im Falle der Wehrpflicht)<\/li>\n<li>Eine Beseitigung der Parlamentskontrolle &uuml;ber Milit&auml;reins&auml;tze und der gleichzeitig unternommene Versuch, den Funktionswechsel in der Spitze des Verteidigungsministeriums zugunsten des Generalinspekteurs zu vollenden, ist im amerikanischen Interesse, um an der Bundesregierung und dem Bundestag vorbei das deutsche milit&auml;rische Potenzial unter Kontrolle zu bekommen und als Verf&uuml;gungsmasse nutzen zu k&ouml;nnen. Auf diese Weise soll und kann sichergestellt werden, dass die eigentlichen Entscheidungen &uuml;ber Kriegseins&auml;tze im NATO-Hauptquartier in Br&uuml;ssel unter amerikanischer Oberhoheit getroffen werden. (S. 510) &ndash; (im Falle von Berufssoldaten)<\/li>\n<\/ol><p>Vereinfacht bedeutet das f&uuml;r mich: Wenn jede Familie unter ihren Angeh&ouml;rigen Wehrpflichtige hat, ist es nicht so einfach, diese als Soldaten f&uuml;r amerikanische geopolitische Interessen zu verheizen, man muss den Widerstand im eigenen Volk &uuml;berwinden. Bei Berufssoldaten entsteht eher der Eindruck, dass das deren Berufsrisiko ist und dass sie eben jeder Art von NATO-Eins&auml;tzen zu dienen haben, die Empathie im Volk ist daher entsprechend gering. Es gibt also auch pazifistische Gr&uuml;nde F&Uuml;R eine Wehrpflicht &ndash; auch wenn man grunds&auml;tzlich die Sinnhaftigkeit von Kriegen und einer wehrhaften deutschen Armee nicht bef&uuml;rworten m&ouml;chte.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nElke Zetl<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo NDS<\/p><p>zum Artikel<\/p><p>Wiedereinf&uuml;hrung der Wehrpflicht? &ndash; wer die falschen Fragen stellt, kriegt auch nicht die richtigen Antworten<\/p><p>von Jens Berger<\/p><p>Vorab: ich bin Pazifist, durch Erziehung und eigene Erfahrung.<\/p><p>Grunds&auml;tzlich stimme ich hier mit Herrn Berger vollkommen &uuml;berein. Es w&auml;re also gar kein Leserbrief notwendig.<\/p><p>Dieser Satz &ldquo;Wenn der Staat seinen S&ouml;hnen &ndash; nicht T&ouml;chtern &ndash; ein Jahr ihrer Lebenszeit wegnehmen will, ist dies ein massiver Eingriff in die Grundrechte. Dieser Eingriff muss sehr gut begr&uuml;ndet sein.&rdquo; hat einen Gedanken in diesem Zusammenhang reaktiviert, den ich schon lange im Stillen hege, auch wenn er Utopie ist.<\/p><p>Ich habe viele junge M&auml;nner als Ausbilder erlebt, sowohl vor und nach der geleisteten Wehrpflicht.<\/p><p>V&ouml;llig unabh&auml;ngig von ihrer Einstellung dazu, ob patriotisch oder v&ouml;llig ablehnend &ndash; allen die Wehrpflicht absolviert haben, hat diese Zeit eine positive pers&ouml;nliche Entwicklung beschert, nat&uuml;rlich in verschiedenen Qualit&auml;ten.<\/p><p>Der Unterschied zu einem nicht Gedienten war meist deutlich. Ordnung, Zuverl&auml;ssigkeit, Selbstbewu&szlig;tsein sind deutlich weiter entwickelt.<\/p><p>NEIN, das ist kein Pl&auml;doyer f&uuml;r die Wehrpflicht!<\/p><p>Auch heute habe ich noch mit frischgebackenen Erwachsenen zu tun. Es ist dieser Tage leider eine h&auml;ufige Erscheinung, da&szlig; diese Spezies (nach &lsquo;erwachsenen&rsquo; Ma&szlig;st&auml;ben) v&ouml;llig unselbst&auml;ndig durch die Gegend taumelt. Es ist inzwischen ein Gl&uuml;cksfall, mal Einen zu erwischen, der Interesse und Spirit hat (siehe Fachkr&auml;ftemangel).<\/p><p>Die Weiterf&uuml;hrung dieses Gedankens ist mit Vorsicht zu genie&szlig;en, aber ich w&uuml;rde mir ein &Auml;quivalent w&uuml;nschen, das auf die pers&ouml;nliche Entwicklung einen &auml;hnlichen positiven Effekt hat. Ein verpflichtendes Jahr Bootcamp oder so was, nix milit&auml;risches, aber da gehts schon in die Grauzone. Vom oben erw&auml;hnten Eingriff in die Grundrechte ganz zu schweigen.<br>\nJede Medaille hat eben immer 2 Seiten.<\/p><p>W&uuml;nsche sind wie Wahlversprechen, sie gehen selten in Erf&uuml;llung.<\/p><p>Ulli Schott<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>12. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>volle Zustimmung. Nur drei Bemerkungen:<\/p><p>Ein Fehler passiert, wenn man ein bestimmtes Ziel will und einem etwas passiert, was in die falsche Richtung geht.<\/p><p>Nach meinen Informationen gab es einen Vertrag &uuml;ber die Begrenzung der konventionellen R&uuml;stung in Europa. (In dem Zusammenhang gibt es so schwer durchdachte Konzepte wie strukturelle Nichtangriffsf&auml;higkeit.) Ratifiziert wurde er durch die Parlamente der V&ouml;lker Russlands, Wei&szlig;russlands, der Ukraine und Kasachstans. Aber von keinem westeurop&auml;ischen Land.<\/p><p>Es ist somit klar, wer was wollte und wer es torpediert hat. Es war Absicht und kein Fehler.<\/p><p>Was wiederum die Frage aufwirft, wer genau sind diese, von denen Sie in passiver Form schreiben &lsquo;Man hat &hellip;&rsquo;?<\/p><p>Es ist des weiteren die Frage, ob man eine Wehrpflichtigenarmee tats&auml;chlich nach Afghanistan h&auml;tte schicken k&ouml;nnen. Die Umwandlung in eine Berufsarmee l&auml;&szlig;t also eine b&ouml;se Absicht vermuten, die sicherlich von der Verfassung nicht gedeckt ist.<\/p><p>Wenn Sie diese sehr ungl&uuml;ckliche falsche Redewendung &uuml;ber Clausewitz wie viele andere rhetorisch verwenden, sagen Sie damit nichts weiter, als da&szlig; Sie Clausewitz nicht gelesen haben &ndash; so wie die anderen aller, allermeisten auch.<\/p><p>Andernfalls w&uuml;rde z.B. seine klar durchformulierte Kernfrage gestellt. Achtung! Und beantwortet.<\/p><p>Es f&auml;llt den meisten Menschen sehr schwer zu verstehen, da&szlig; Clausewitz vom Vietnam-Krieg spricht und von Afghanistan, Ukraine etc.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nGernot Hedrich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>13. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Nachdenkseiten-Redaktion,<br>\nsehr geehrter Herr Berger,<\/p><p>ich stimme Ihren Worten zu 100 % zu. Im letzten Absatz sagen Sie es nochmals kurz, knapp und deutlich.<\/p><p>Die aktuelle Situation empfinde ich als haarstr&auml;ubend. Angestachelt von den globalistischen Eliten, vor allem aus Washington, handelt die aktuelle Bundesregierung wie eine willf&auml;hrige Marionette, ohne eigenen Willen und ohne Verantwortung &ndash; vor allem den eigenen B&uuml;rgern gegen&uuml;ber.<\/p><p>Ich geh&ouml;re der Nachkriegsgeneration an und meine Familie hat durch den 2. Weltkrieg Angeh&ouml;rige und die Heimat verloren. Ich selbst bin KDVler (Kriegsdienstverweigerer Mitte der 1980er Jahre) aus &Uuml;berzeugung und stelle mich auch klar und eindeutig gegen eine erneute Wehrpflicht. Die Pflicht der nach dem Krieg Geborenen ist, aus den Erlebnissen der Kriegsgenerationen zu lernen und alles zu tun, um Konflikten entgegen zu wirken.<\/p><p>Es ist bitter, dass all die Bem&uuml;hungen Willy Brandts und seinen Leuten von heute unverantwortlich handelnden Politakteuren aus SPD kaputt gemacht wurde. Schande auf all diese Politakteuren.<\/p><p>Daher klar und eindeutig: keine Wehrpflicht, dagegen alles zu tun f&uuml;r den Frieden. Ein Krieg w&auml;re der Untergang Europas und wir m&uuml;ssen uns ENDLICH befreien von Washington und der NATO. Raus mit dem NATO-Milit&auml;r aus Deutschland!!!<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nG. Lange<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>14. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr H&uuml;bschen, lieber Jens Berger,<\/p><p>beide Artikel bed&uuml;rfen der Erkl&auml;rung, mindestens was den Zeitpunkt angeht. Warum jetzt?&nbsp;<\/p><p>Als auch heute noch bekennender Kriegsdienstverweigerer m&ouml;chte ich zus&auml;tzliche Aspekte einbringen und ich gebe zu, dass ich f&uuml;r die scheinbaren Notwendigkeiten innerhalb einer milit&auml;rischen Diskussion wenig Verst&auml;ndnis habe.<\/p><p>Wenn Herr H&uuml;bschen aus demokratietheoretischer Perspektive das F&uuml;r und Wider der Wehrpflicht diskutieren will, so hat das f&uuml;r mich denselben Wert, wie Diskussionen &uuml;ber Wege der Profitmaximierung, die das Argument der Arbeitspl&auml;tze bem&uuml;hen.<\/p><p>W&auml;re in der BRD je eine freiheitlich-demokratische Grundordnung, wie sie das Grundgesetz vorsah, wirksam gewesen, k&ouml;nnte eine derartige Diskussion beginnen.<\/p><p>Sich in diesem Zusammenhang auf Gestalten wie Vonundzu, Pistolius oder de Misere zu berufen, zeigt, dass grunds&auml;tzliche Machtmechanismen nicht akzeptiert wurden.<\/p><p>Aber bleiben wir selbstkritisch: Meine Erleichterung mit 20 Monaten Zivildienst um die oft als Erziehungsschule der Nation bezeichnete Bundeswehr herumzukommen, hatte zur Folge, dass ich mich in das schon damals unmenschliche System einer Altenverwahranstalt eingef&uuml;gt habe, zum Wohle eines profitorientierten Wohlfahrtskonzerns namens A r b e i t e r w o h l f a h r t. Die systematische Ausbeutung der Zivis war willkommene M&ouml;glichkeit zum Ausbau von Strukturen, wie in Hessen.&nbsp;<\/p><p>Im R&uuml;ckblick zeigte sich schon damals sehr deutlich, wie das in den 1000 Jahren zwischen 1933 und 1945 vervollst&auml;ndigte Verhaltensschema der sogenannten abendl&auml;ndisch-christlichen Tradition im Umgang mit den schw&auml;chsten der Gesellschaft in Coronazeiten seinen Feinschliff erhalten sollte.<\/p><p>Machen wir uns also lieber an die gemeinsame Aufgabe: Setzen wir das Grundgesetz um, anstatt uns gegenseitig mit diesen Pseudodiskussionen abzulenken!&nbsp;<\/p><p>Sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAxel Klein&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>15. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>vielen Dank, volle Zustimmung!<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nSascha M.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger setzt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110766\">hier<\/a> die Debatte &uuml;ber die Wehrpflicht fort, die mit einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110643\">Gastbeitrag<\/a> von J&uuml;rgen H&uuml;bschen er&ouml;ffnet worden ist. Der habe innerhalb der milit&auml;rischen &bdquo;Logik&ldquo; argumentiert und den Militarismus nicht etwa hinterfragt, sondern als gegeben hingenommen. Nur wer der Erz&auml;hlung Glauben schenke, dass Russland schon bald seine Panzer gen Berlin schickt, werde<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110978\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-110978","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=110978"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110978\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":110981,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/110978\/revisions\/110981"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=110978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=110978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=110978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}