{"id":111449,"date":"2024-02-22T14:06:10","date_gmt":"2024-02-22T13:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111449"},"modified":"2024-02-28T12:31:09","modified_gmt":"2024-02-28T11:31:09","slug":"pech-fuer-den-toni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111449","title":{"rendered":"Pech f\u00fcr den Toni"},"content":{"rendered":"<p>F&uuml;r den Hofreiter Toni l&auml;uft es zurzeit alles andere als gut. Eigentlich war die Zeit ja reif f&uuml;r ihn. Minister wollte er werden, der Toni. Doch dann wurde er zun&auml;chst ein Opfer der R&auml;nkespiele in seiner Partei und dann auch noch der Frauenquote. Als alter wei&szlig;er bin&auml;r-heterosexueller Mann hat man es nun einmal nicht leicht. Zum Gl&uuml;ck bietet das politische Postenversorgungsnetzwerk aber sogar f&uuml;r M&auml;nner wie den Hofreiter Toni immer noch eine L&ouml;sung. Wie hei&szlig;t es so sch&ouml;n? Hast Du einen Opa, schick ihn nach Europa. Doch auch in Europa gibt es Quoten, die dem gl&uuml;cklosen Toni nun den Weg versperren und schuld daran ist niemand anderes als unsere oberste Europ&auml;erin. Die will weitermachen. Doch solange Ursula von der Leyen Kommissionspr&auml;sidentin bleibt, ist dem Toni der Weg nach Br&uuml;ssel versperrt. Wahrscheinlich bleibt uns der Hofreiter Toni also noch lange als olivgr&uuml;ner Talkshowgeneral erhalten. Pech f&uuml;r den Toni, Pech f&uuml;r uns. Eine Glosse von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_670\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-111449-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240222_Pech_fuer_den_Toni_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240222_Pech_fuer_den_Toni_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240222_Pech_fuer_den_Toni_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240222_Pech_fuer_den_Toni_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=111449-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240222_Pech_fuer_den_Toni_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240222_Pech_fuer_den_Toni_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Eigentlich war des Hofreiter Tonis politische Karriere ja vorgezeichnet. Immerhin sitzt der Bayer mit der forschen Frisur seit 2005 im Bundestag und stand seiner Fraktion sogar fast zehn Jahre als m&auml;nnlicher Part der gr&uuml;nen Doppelspitze vor. Wer der Partei so viel gegeben hat, hat in unserem Parteiensystem eigentlich auch das Anrecht auf einen echten Posten. Wenn ein Gr&uuml;ner vor der Bundestagswahl als ministrabel galt, dann war es der Hofreiter Toni. Verkehrsminister sollte er werden, der Toni. Schlie&szlig;lich <a href=\"https:\/\/taz.de\/Anton-Hofreiter-ueber-Klimaschutz\/!5773378\/\">kann er Fahrrad fahren<\/a>, hatte den Verkehrsausschuss des Bundestages mal geleitet und war sogar mal verkehrspolitischer Sprecher seiner Partei. Doch nach den Wahlen kam es bekanntlich zur Ampel. Die FDP krallte sich das Verkehrsministerium und die Gr&uuml;nen bekamen das Landwirtschaftsministerium. Auch hier w&auml;re der Toni als echter Naturbursche nat&uuml;rlich ministrabel gewesen, doch R&auml;nkespiele sorgten daf&uuml;r, dass nicht der Toni, sondern sein Parteifeind Cem &Ouml;zdemir das Ministeramt zugeschustert bekam. Pech f&uuml;r den Toni. Um den Toni ruhig zu stellen, dachte man sich jedoch gleich mehrere Trostpflaster aus. Irgendwann, so hie&szlig; es, wird der Toni schon ein echtes Amt bekommen.<\/p><p>Nun war der Hofreiter Toni der gr&uuml;ne Nachr&uuml;cker. Sobald ein gr&uuml;nes Ministerium frei w&uuml;rde, sollte der politische Allesk&ouml;nner den Posten bekommen. Schon wenige Wochen nach der Regierungsbildung war es auch schon so weit. Die gr&uuml;ne Familienministerin Anne Spiegel wurde von einem suboptimal getimten Familienurlaub in Zeiten der Flutkatastrophe im Ahrtal eingeholt und musste gehen. Dummerweise ist Spiegel jedoch eine Frau und da die Gr&uuml;nen sich zur Quote bekennen, kam f&uuml;r sie auch nur eine Frau als Nachfolgerin infrage. Pech f&uuml;r den Toni. Gl&uuml;ck f&uuml;r Lisa Paus, die zwar eigentlich eher aus der Finanzecke kommt, aber das richtige Geschlecht f&uuml;r die Spiegel-Nachfolge vorweisen konnte. <\/p><p>So viele m&auml;nnliche Minister haben die Gr&uuml;nen aber nun einmal nicht. Da w&auml;re Robert Habeck, der freilich als sakrosankt gelten darf und dann ist da noch Tonis ewiger Gegenspieler Cem &Ouml;zdemir. Eigentlich war ja geplant, dass &Ouml;zdemir in diesem Jahr nach Stuttgart weggelobt werden sollte. Der dortige Landeschef Winfried Kretschmann ist nun auch schon 75 Jahre alt und sollte eigentlich 2023 zur H&auml;lfte der Legislaturperiode in den Ruhestand und sein Zepter an den Supergr&uuml;nen &Ouml;zdemir weiterreichen. Dessen dann vakante Ministerstelle h&auml;tte der Toni &uuml;bernehmen sollen. Eine Win-Win-Situation, wie man heute so sch&ouml;n sagt. Dazu kam es aber nicht. Kretschmann f&uuml;hlt sich trotz hohen Alters immer noch mopsfidel und denkt gar nicht daran, die Villa Reitzenstein zu r&auml;umen. Und so blieb alles beim Alten. &Ouml;zdemir darf sich weiterhin mit den Bauern herum&auml;rgern und der Toni hatte mal wieder Pech.<\/p><p>Doch selbst f&uuml;r diesen Fall hatten die Gr&uuml;nen sich was ausgedacht. Im Koalitionsvertrag <a href=\"https:\/\/www.spd.de\/fileadmin\/Dokumente\/Koalitionsvertrag\/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf\">hatten sie sich zusichern lassen<\/a>, dass sie in der Ampel das Vorschlagsrecht f&uuml;r den kommenden deutschen Kommissar in Br&uuml;ssel haben. Und es galt als ausgemacht, dass der Hofreiter Toni dieser deutsche Kommissar werden sollte, den man daher auch schon mal vorsorglich in den Europaausschuss abschob. Die Sache hat jedoch einen Haken. Jedes Land darf in der EU-Kommission nur einen Kommissar stellen und die Kommissionspr&auml;sidentin gilt dummerweise laut EU-Postenschacherlogik auch als Kommissarin. Oder um es anders zu sagen: Solange Ursula von der Leyen Pr&auml;sidentin der EU-Kommission ist, haben die Gr&uuml;nen nichts von ihrem Vorschlagsrecht, da es keinen deutschen Kommissar in Br&uuml;ssel geben wird. Zu allem &Uuml;berfluss <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/ursula-von-der-leyen-kandidiert-erneut-sie-soll-es-mit-wladimir-putin-aufnehmen-a-e497ff91-ea97-49e3-bebe-ff36fb291343\">wurde nun bekannt<\/a>, dass von der Leyen tats&auml;chlich eine zweite Amtszeit in Br&uuml;ssel anstrebt und da ihre EVP <a href=\"https:\/\/www.foederalist.eu\/p\/europawahl-umfragen.html\">aller Voraussicht nach<\/a> auch diesmal die st&auml;rkste Fraktion wird und die deutsche Obereurop&auml;erin aus unerkl&auml;rlichen Gr&uuml;nden im europ&auml;ischen Gekungel als einzige Kompromissl&ouml;sung gilt, d&uuml;rfte ihrer zweiten Amtszeit auch nichts mehr im Wege stehen &ndash; Wahlen hin, Wahlen her. Gl&uuml;ck f&uuml;r Uschi, Pech f&uuml;r den Toni.<\/p><p>Was soll nun aus dem Hofreiter Toni werden? Sein neues Hobby ist ja bekanntlich der Krieg. Kein anderer deutscher Politiker kann die technischen Daten aller deutschen Waffensysteme aus dem Stegreif herunterleiern, so als h&auml;tte er die Karten des NATO-Quartetts auswendig gelernt. N&uuml;tzen wird dies dem Ungedienten, der nach eigenen Angaben damals &bdquo;leider&ldquo; ausgemustert wurde, aber nichts. Den Kriegsminister stellt bekanntlich die SPD und im Rennen f&uuml;r die Stoltenberg-Nachfolge als NATO-Generalsekret&auml;r d&uuml;rfte der Hofreiter Toni wohl bestenfalls Au&szlig;enseiter-Chancen haben.<\/p><p>Zumindest in den Talkshows der Republik wird er k&uuml;nftig jedoch noch &ouml;fter brillieren k&ouml;nnen, da die FDP-Haubitze Marie-Agnes Strack-Rheinmetall ja gl&uuml;cklicherweise von ihren Parteioberen ins Europaparlament abgeschoben wird, wo sie nicht nur weniger Schaden anrichten kann, sondern auch medial aus dem Fokus geraten wird. Endlich auch mal Gl&uuml;ck f&uuml;r den Toni? Das wird die Zukunft zeigen. Wenn es hart auf hart kommt, endet der Krieg in der Ukraine, noch bevor der Panzer-Toni sich als Untermieter bei Markus Lanz einen Namen machen kann. Das w&auml;re der schlimmste anzunehmende Unfall in Tonis Karrierepl&auml;nen. Dann bliebe wohl nur noch ein Job bei LibMod oder das Dschungelcamp. Fragt sich, was schlimmer ist.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111732\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Screenshot Phoenix<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/484b60295ba945d9b010e8d91fa83f04\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&uuml;r den Hofreiter Toni l&auml;uft es zurzeit alles andere als gut. Eigentlich war die Zeit ja reif f&uuml;r ihn. Minister wollte er werden, der Toni. Doch dann wurde er zun&auml;chst ein Opfer der R&auml;nkespiele in seiner Partei und dann auch noch der Frauenquote. 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