{"id":111459,"date":"2024-02-22T16:50:00","date_gmt":"2024-02-22T15:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111459"},"modified":"2024-03-27T03:00:39","modified_gmt":"2024-03-27T02:00:39","slug":"assange-anhoerung-in-london-endet-ohne-schiedsspruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111459","title":{"rendered":"Assange-Anh\u00f6rung in London endet ohne Schiedsspruch"},"content":{"rendered":"<p>Am Dienstag und Mittwoch gab es am High Court in London eine weitere Anh&ouml;rung im Fall Julian Assange. Es ging dabei um die Frage, ob Julian Assange Berufung einlegen kann, um seine Auslieferung an die USA zu stoppen. Speziell ging es um die Frage, ob Bezirksrichterin Vanessa Baraitser in ihrem Schiedsspruch vom 4. Januar 2021 alle wichtigen Punkte ber&uuml;cksichtigt hat und ob die Genehmigung der Auslieferung im Juni 2022 durch die damalige Innenministerin Priti Patel rechtm&auml;&szlig;ig ist. Auf der Stra&szlig;e vor dem Gericht gab es eine gro&szlig;e Zahl von Assange-Unterst&uuml;tzern und Aktivisten. Unter den Beobachtern im Gericht fanden sich auch langj&auml;hrige Unterst&uuml;tzer aus dem Bundestag und dem Europ&auml;ischen Parlament und die UN-Sonderberichterstatterin f&uuml;r Folter und unmenschliche Behandlung. Diesmal waren auch einige deutsche Medienvertreter im Gerichtssaal und vor dem Gericht teilten sich Fernsehteams den Platz mit den Demonstranten. Es ist, als ob jetzt in letzter Minute die Wichtigkeit des Falles doch noch erkannt wird, oder man will sich in den Redaktionen nicht vorwerfen lassen, dass man zu dem Fall nicht genug berichtet hat. Assange selbst nahm an der Anh&ouml;rung nicht teil. Ein erster &Uuml;berblick aus London von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_867\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-111459-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226-Assange-Anhoerung-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226-Assange-Anhoerung-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226-Assange-Anhoerung-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226-Assange-Anhoerung-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=111459-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226-Assange-Anhoerung-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240226-Assange-Anhoerung-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Am Dienstagmorgen um halb acht war vor dem Gericht schon viel Betrieb, obwohl dessen Tore erst um neun &ouml;ffnen und die Anh&ouml;rung erst um halb elf beginnt. Einmal mehr f&uuml;hrt die Knappheit der Beobachterpl&auml;tze dazu, dass es vor dem Einlass Gedr&auml;nge und Gerangel gibt. Dies hat sich seit der Anh&ouml;rung am Woolwich Crown Court vor exakt 4 Jahren nicht ge&auml;ndert. Schon damals hatte ich &uuml;ber diese angewandte <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=58981\">&bdquo;Teile und herrsche&ldquo;-Methode<\/a> berichtet. Trotzdem ist die Stimmung okay und ich gelange in die kathedralenartige Haupthalle der K&ouml;niglichen Gerichtsh&ouml;fe (Royal Courts of Justice). Es gelingt mir, an einen kleinen gr&uuml;nen Zettel zu kommen, auf dem handschriftlich &bdquo;Court 5&ldquo; vermerkt ist. Irgendwie ist dieses provisorische Vorgehen auch charmant und ein Grund, warum ich gerne in einem angels&auml;chsisch-g&auml;lischen Land lebe, aber dies nur am Rande.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240222-RCJ-Zugang-zugeschnitten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240222-RCJ-Zugang-zugeschnitten.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Am Tag zuvor hatte mir mein Gastgeber in London erkl&auml;rt, dass es keine Person gibt, die der Gesamtheit der Royal Courts of Justice vorsteht. Das liegt daran, dass sich drei verschiedene Abteilungen der englischen und walisischen Justiz dieses Geb&auml;ude teilen. Es gibt auch drei verschiedene Sicherheitskr&auml;fte mit verschiedenen Aufgabenbereichen, deren Dienste von allen drei Justizabteilungen in Anspruch genommen werden.<\/p><p>Diese Unterteilung ist auch der offizielle Grund daf&uuml;r, warum die Anh&ouml;rung im relativ kleinen Saal 5 stattfindet. Es ist anscheinend der gr&ouml;&szlig;te Raum, der der Queen&lsquo;s Bench, der Abteilung, die f&uuml;r die Anh&ouml;rung zust&auml;ndig ist, zur Verf&uuml;gung steht. Vor dem Saal wartet man eine weitere gute Stunde, in der man sich mit interessanten Menschen, die den Fall verfolgen, unterhalten kann. Es gibt auch noch den Saal 3, in den die Anh&ouml;rung &uuml;bertragen wird, aber meine Erfahrung sagt mir, dass man der Technik in Londoner Gerichten lieber nicht vertrauen sollte, denn sie scheint die gleichen Urheber zu haben wie die oben erw&auml;hnten Einlasszettel.<\/p><p>Um kurz vor halb elf werden wir in den Saal gelassen und suchen unsere Pl&auml;tze auf. Die zwei gro&szlig;en roten B&uuml;rosessel der Vorsitzenden Richterin und des Richters auf der Trib&uuml;ne sind noch nicht besetzt. Unterhalb der Richtersessel sitzen drei der freundlichen und zuvorkommenden Gerichtsdiener. Bei manchen von ihnen wird w&auml;hrend der ganzen zwei Tage nicht wirklich ersichtlich, welche Funktion sie haben. Links neben den Richtern gibt es einen riesigen, mittelalterlich anmutenden, schmiedeeisernen K&auml;fig f&uuml;r die Angeklagten. Dieser K&auml;fig ist <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2024\/02\/21\/craig-murray-your-man-on-assanges-final-appeal\/\">Craig Murray zufolge<\/a> erst in Tony Blairs Zeiten zum viktorianischen Interieur hinzugef&uuml;gt worden. Insgesamt macht die gesamte Innenarchitektur einen wuchtigen Eindruck, von der ewig hohen Kassettendecke &uuml;ber die holzget&auml;felten W&auml;nde, wo sie nicht von den Tausenden in Leder gebundenen B&auml;nden mit Pr&auml;zedenzf&auml;llen verdeckt werden, zu den beiden gro&szlig;en Kronleuchtern. Wir Beobachter nehmen auf B&auml;nken Platz, die man auch in einer Kirche finden k&ouml;nnte und auf denen es gem&uuml;tlich eng zugeht.<\/p><p>Die Anw&auml;lte beider Parteien sitzen vor uns und hinter ihnen ihre Helfer und dahinter wiederum die Klienten. Links ist das die Familie von Assange mit Stella Assange und Assanges Vater und Bruder, John und Gabriel Shipton, rechts die Vertreter des US-Regierungsapparats. Es ist bemerkenswert, dass die beiden Parteien auf der gleichen Bank nebeneinandersitzen m&uuml;ssen, wenn man bedenkt, dass es sichere Anzeichen daf&uuml;r gibt, dass die CIA Mord- und Entf&uuml;hrungspl&auml;ne gegen Assange schmiedete. Zum Gl&uuml;ck sitzt Assanges Anwalt in den USA, Barry Pollack, als eine Art Puffer dazwischen.<\/p><p>Als die Vorsitzende Richterin Viktoria Sharpe und der Richter <a href=\"https:\/\/www.declassifieduk.org\/julian-assange-judge-previously-acted-for-mi6\/\">Jeremy Johnson<\/a> eintreten, stehen wir alle noch einmal auf und setzen uns wieder, nachdem die Gehilfen der Richter diesen ihre Sessel unter ihr Sitzfleisch ger&uuml;ckt haben. Jemand, der jahrelang in diesem Geb&auml;ude gearbeitet hat, sagte mir, dass jeder der 120 dort t&auml;tigen Richter einen solchen Gehilfen hat und manche der Richter in diesem eine Art Butler s&auml;hen.<\/p><p>Dann f&auml;ngt die Verhandlung an und nachdem die Richterin uns begr&uuml;&szlig;t hat, erkl&auml;rt sie, dass Julian Assange sich so unwohl f&uuml;hlt, dass er es vorgezogen habe, an der Anh&ouml;rung nicht teilzunehmen. Vielleicht wollte er aber auch weder in dem gruseligen K&auml;fig neben den Richtern sitzen noch die charmante <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=57964\">Videotechnik des Gerichts<\/a> nutzen. Wie schon &ouml;fter in diesen Verhandlungen kommt es mir sehr merkw&uuml;rdig vor, dass die Person, um die es geht, nicht anwesend ist.<\/p><p>Die Richterin ist akustisch schwer zu verstehen, obwohl sie in unsere Richtung spricht, und bei den Vertretern der Verteidigung wird es noch schwerer, weil diese die Richter ansprechen. Die Akustik des Raumes an sich tr&auml;gt auch zur Unverst&auml;ndlichkeit bei. Nach einer Weile kommt dann auch eine Meldung aus Saal 3, dass man dort den per Mikrofon &uuml;bertragenen Ton &uuml;berhaupt nicht verstehen kann. Das Ganze ist sehr erm&uuml;dend und man muss die Richter bewundern, dass sie &uuml;ber die beiden Tage der Anh&ouml;rung sehr konzentriert wirken.<\/p><p>Hier w&auml;re dringend Abhilfe geboten, um die Technik im Namen einer transparenten Justiz auf den neuesten Stand zu bringen. Im Sommer haben die Gerichte monatelang Pause, sodass man hier sicher etwas machen k&ouml;nnte, wenn man wollte. Andererseits dr&auml;ngt sich das Gef&uuml;hl auf, dass diese Pannen fast gewollt sind, um das Geschehen im Fall Assange zu verschleiern. Beobachter, die die Anh&ouml;rung per Videolink verfolgen wollten und nicht in England oder Wales leben, wurden diesmal auch <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111122\">nicht zugelassen<\/a>. Darunter fallen langj&auml;hrige Assange-Verfahrensbeobachter wie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110803\">Mary Kostakidis<\/a> und Kevin Gosztola.<\/p><p>Der Verteidiger Edward Fitzgerald KC (King&lsquo;s Counsel, dt. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kronanwalt\">Kronanwalt<\/a>) er&ouml;ffnete seine Ausf&uuml;hrungen damit, dass die Bezirksrichterin in ihrem Schiedsspruch f&auml;lschlicherweise nicht erkannt habe, dass es sich bei diesem Auslieferungsbegehren um einen politischen Fall handelt. Politische Vergehen sind in Paragraf 4 des Auslieferungsvertrags zwischen den USA und dem Vereinigten K&ouml;nigreich explizit ausgeschlossen. Leider hat es der Paragraf 4 nicht bis in das entsprechende Auslieferungsgesetz des Vereinigten K&ouml;nigreichs geschafft und so umschiffte Bezirksrichterin Baraitser diese Frage in ihrem Schiedsspruch.<\/p><p>Die Verteidigung argumentierte am Dienstag, dass es diese Paragrafen, die eine Auslieferung bei politischen Straftaten verbieten, in den Gesetzen f&uuml;r 153 andere L&auml;nder gibt, und dass man deswegen aus der Nichtexistenz im Auslieferungsgesetz f&uuml;r die USA nicht schlie&szlig;en k&ouml;nne, dass diese Klausel im Allgemeinen nicht existiert. Au&szlig;erdem gibt es diesen Paragrafen ja im Vertrag mit den USA. Dies war auch das Thema einer R&uuml;ckfrage von Richter Johnson an die Anklage am Mittwoch, der sinngem&auml;&szlig; sagte: &bdquo;Wir liefern auch in politischen F&auml;llen an die USA aus, w&auml;hrend die USA sich im umgekehrten Fall auf den Auslieferungsvertrag berufen und nicht ausliefern?&ldquo; Daraufhin hatte die Anklage nichts Sinnvolles zu sagen.<\/p><p>Ein weiterer Punkt der Verteidigung war die Frage, ob Julian Assange als Ausl&auml;nder unter den Schutz des Ersten Verfassungszusatzes der USA fiele, der die freie Rede absolut sch&uuml;tzt. Es gibt n&auml;mlich in der Anklageschrift und aus Kommentaren dazu Indizien, dass dies nicht der Fall ist. Auch zu einer diesbez&uuml;glichen expliziten Nachfrage von Richter Johnson, ob es f&uuml;r die Gleichbehandlung von Nicht-US-B&uuml;rgern Beweise gibt, konnte die Anklage am Mittwoch nichts Aussagekr&auml;ftiges antworten.<\/p><p>Ein weiterer Punkt, den die Verteidigung anf&uuml;hrte, war, dass Julian Assange mit den WikiLeaks-Enth&uuml;llungen im &ouml;ffentlichen Interesse gehandelt hat und dass eine strafrechtliche Verfolgung in den USA beispiellos w&auml;re und noch nie vorgekommen sei. Die Anklage konterte am Mittwoch damit, dass auch die Verbrechen, die Julian Assange vorgeworfen werden, beispiellos seien und deshalb aufs Strengste verfolgt werden m&uuml;ssten.<\/p><p>Auf Edward Fitzgerald KC folgte Mark Summers KC, der auf die Unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit der m&ouml;glichen Strafe mit 175 Jahren Freiheitsentzug einging, was sich mit dem Strafma&szlig; im Vereinigten K&ouml;nigreich in &auml;hnlichen F&auml;llen decke.<\/p><p>Der letzte und vielleicht gravierendste Punkt in seinen Ausf&uuml;hrungen war, dass die USA nirgendwo in ihrem Auslieferungsbegehren wirklich wasserdicht zugesichert haben, dass Julian Assange in den USA nicht die Todesstrafe droht. Als Summers diesen Punkt in einem Satz zusammenfasste, nickte Richter Jeremy Johnson sogar merklich. Auch die Vertreter der USA konnten die Todesstrafe am Mittwoch auf Nachfrage nicht hundertprozentig ausschlie&szlig;en. Sie bemerkten nur mehrmals sehr schwammig, dass dieser Fall nicht relevant sei.<\/p><p>Die Richterin und der Richter machten auf mich einen interessierten Eindruck, w&auml;hrend vorherige Richter und Richterinnen der Verteidigung gegen&uuml;ber desinteressiert, abweisend oder herablassend gewirkt haben.<\/p><p>Besonders Jeremy Johnson wirkte der Verteidigung gegen&uuml;ber aufgeschlossen, w&auml;hrend er am Mittwoch der Anklage gegen&uuml;ber eher skeptisch schien und mehrmals sehr kritische und schwierige Nachfragen intelligent formulierte. Einmal schien er, als die Anklagevertreterin Clair Dobbin KC etwas sagte, sogar mit den Augen zu rollen und den Kopf zu sch&uuml;tteln. Sie selbst wirkte am Mittwoch etwas fahrig. Einmal stie&szlig; sie ein Glas Wasser um, auf den vor ihr sitzenden Chris Hedges, dann fielen ihr Akten herunter oder sie konnte diese nicht finden. Mehrmals wurde sie von Richterin Dame Victoria Sharp gebeten, lauter zu sprechen.<\/p><p>Am Ende des zweiten Verhandlungstages zogen sich die beiden Vorsitzenden zur&uuml;ck und als sie nach kurzer Zeit wieder erschienen, erkl&auml;rten sie, dass sie die Entscheidung vertagt h&auml;tten. Die w&auml;hrend der zwei Tage erw&auml;hnten Dokumente, die nachzureichen seien und verschiedene von Verteidigung und Anklage gemachte Punkte genauer erl&auml;utern, m&uuml;ssten noch studiert werden. Als letztes Datum f&uuml;r die Einreichung wurde der 4. M&auml;rz genannt. Ein Datum f&uuml;r die Verk&uuml;ndung der Entscheidung, ob die Berufung zugelassen wird, wurde nicht bekanntgegeben.<\/p><p>Das Verfahren wird sich zumindest eine Weile noch so schleppend hinziehen, wie es das schon seit Jahren tut. Meine Vermutung ist, dass die Berufung zugelassen wird, weil keiner der potenziellen US-Pr&auml;sidentschaftskandidaten Julian Assange vor den Wahlen im November in den USA haben will. Julian Assange hat vehemente Feinde, aber auch starke F&uuml;rsprecher auf beiden Seiten und es w&auml;re schwer, es allen recht zu machen. Darum, so mein Eindruck, ist es f&uuml;r die USA sowie Gro&szlig;britannien g&uuml;nstiger, wenn Julian Assange weiter willk&uuml;rlich und auf unbestimmte Zeit in seiner grausamen Schwebe gehalten wird. Beide Staaten k&ouml;nnen dann so tun, als seien sie f&uuml;r diese Lage nicht wirklich verantwortlich.<\/p><p>Manchmal frage ich mich, ob jemand sich <a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2021\/11\/09\/whats-next-for-julian-assange\/\">ein Diagramm<\/a> wie dieses angeschaut hat und dann &uuml;berlegt hat, welcher der Wege am l&auml;ngsten dauert &hellip;<\/p><p>Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei der relativen Freundlichkeit der Richter gegen&uuml;ber der Verteidigung und der Skepsis gegen&uuml;ber der Anklage nicht um eine Form des britischen Sports des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Debating\">Debating<\/a> handelt. Hierbei schl&uuml;pfen die Kontrahenten in Rollen und vertreten Positionen, hinter denen sie nicht unbedingt stehen. Das kann sehr lustig sein, aber auch sehr unecht. Ich hoffe, ich t&auml;usche mich und die Richter sind wirklich daran interessiert, die ausstehenden Punkte neutral in einem etwaigen Berufungsverfahren gekl&auml;rt zu sehen. Vor allem Richter Johnson wirkte aufgeschlossen und zeigte Humor.<\/p><p>Leider &auml;ndert dies alles gar nichts an Julian Assanges aktueller Lage, denn er sitzt weiterhin auf unbestimmte Zeit, Tag f&uuml;r Tag alleine in seiner Zelle im Hochsicherheitsgef&auml;ngnis in Belmarsh.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240221-Demo-RCJ-DS.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240221-Demo-RCJ-DS.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Auch der Demonstrationszug, der mehrere Tausend Menschen am Mittwoch vom Gericht zum Sitz des Premierministers in der Downing Street f&uuml;hrte, hat daran bis heute nichts ge&auml;ndert. Es liegt in der Macht US-amerikanischer oder britischer Politiker, diesen Fall abzuschlie&szlig;en und zu den Akten zu legen. Vielleicht sehen sie endlich ein, dass sie von der Welt&ouml;ffentlichkeit beobachtet werden. Dazu tragen <a href=\"https:\/\/www.freeassange.eu\/#veranstaltungen\">Demonstrationen, Mahnwachen<\/a> und Medienberichte vielleicht bei.<\/p><p>In den n&auml;chsten Tagen werde ich noch weitere Links und weiterf&uuml;hrende Gedanken zu diesem Thema zusammenfassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstag und Mittwoch gab es am High Court in London eine weitere Anh&ouml;rung im Fall Julian Assange. Es ging dabei um die Frage, ob Julian Assange Berufung einlegen kann, um seine Auslieferung an die USA zu stoppen. Speziell ging es um die Frage, ob Bezirksrichterin Vanessa Baraitser in ihrem Schiedsspruch vom 4. Januar 2021<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111459\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":111460,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,198,126],"tags":[681,282,2163,469,930,3277,1841,1556],"class_list":["post-111459","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-erosion-der-demokratie","tag-assange-julian","tag-buergerproteste","tag-gefaengnis","tag-grossbritannien","tag-justiz","tag-politische-haft","tag-todesstrafe","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/240220-RKJ-mit-A-Unterstuetzern.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/111459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=111459"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/111459\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":113079,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/111459\/revisions\/113079"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/111460"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=111459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=111459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=111459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}