{"id":111605,"date":"2024-02-26T09:00:42","date_gmt":"2024-02-26T08:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111605"},"modified":"2024-02-27T08:12:31","modified_gmt":"2024-02-27T07:12:31","slug":"der-plattmacher-wie-karl-lauterbach-die-gesundheitsversorgung-entsorgt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111605","title":{"rendered":"Der Plattmacher. Wie Karl Lauterbach die Gesundheitsversorgung entsorgt"},"content":{"rendered":"<p>Gr&uuml;nes Licht vom Vermittlungsausschuss f&uuml;r das &bdquo;Transparenzgesetz&ldquo;, eine Vorstufe der gro&szlig;en &bdquo;Krankenhausreform&ldquo;. Im Vorfeld hatten die L&auml;nder m&auml;chtig gebr&uuml;llt, um doch nur als Bettvorleger zu enden. Den klammen Kliniken winkt die Politik mit ungedeckten Schecks und leeren Versprechen. Eine kurzfristige Geldspritze gibt es keine, womit das Standortsterben ungebremst weitergehen wird. Auf den kalten folgt dann irgendwann der systematische Strukturwandel, mit noch mehr Schlie&szlig;ungen. Der zust&auml;ndige Minister hat das schon immer gewusst, so wie alle anderen auch. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7113\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-111605-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226_Der_Plattmacher_Wie_Karl_Lauterbach_die_Gesundheitsversorgung_entsorgt_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226_Der_Plattmacher_Wie_Karl_Lauterbach_die_Gesundheitsversorgung_entsorgt_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226_Der_Plattmacher_Wie_Karl_Lauterbach_die_Gesundheitsversorgung_entsorgt_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226_Der_Plattmacher_Wie_Karl_Lauterbach_die_Gesundheitsversorgung_entsorgt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=111605-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240226_Der_Plattmacher_Wie_Karl_Lauterbach_die_Gesundheitsversorgung_entsorgt_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240226_Der_Plattmacher_Wie_Karl_Lauterbach_die_Gesundheitsversorgung_entsorgt_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><blockquote><p>\n<a href=\"https:\/\/twitter.com\/karl_lauterbach\/status\/1135874165599285249?lang=de\">&bdquo;Jeder wei&szlig;, dass wir in Deutschland mindestens jede dritte, eigentlich jede zweite, Klinik schlie&szlig;en sollten.&ldquo;<\/a>\n<\/p><\/blockquote><p>Der Satz von Karl Lauterbach ist bald f&uuml;nf Jahre alt, und doch kann man gewiss sein, dass sich seine Meinung seither nicht ge&auml;ndert hat, nur sein Amt. Damals war er als SPD-Abgeordneter im Bundestag bestenfalls Vordenker in puncto Gesundheitspolitik, heute ist er exekutierender Bundesminister. Noch etwas ist anders: Vor Corona standen Deutschlands Krankenh&auml;user nicht gut da, aber um vieles besser als nach Ausbruch und im Gefolge der Pandemie. Seit mehreren Jahren bleiben die Patienten in Scharen fern, dazu kam noch der Energiepreisschock durch den Ukraine-Krieg, weshalb inzwischen fast die ganze Branche Richtung Ruin taumelt. Wer, wie Lauterbach, Gesundheit in Begriffen wie Effizienz, Rentabilit&auml;t und Rendite denkt, f&uuml;r den ist die Notwendigkeit einer Flurbereinigung ohne Frage dringlicher denn je. Wenn nicht jetzt, wann dann? Allerdings kann er das von Amts wegen nicht mehr herausposaunen.<\/p><p>Aber er kann machen. Bekanntlich ist der Minister drauf und dran, eine &bdquo;gro&szlig;e Gesundheitsreform&ldquo; ins Werk zu setzen, wof&uuml;r es in seinen Worten eine &bdquo;ganze Batterie von Gesetzen&ldquo; braucht. Die dickste Patrone, auch in puncto Wortwucht, ist das geplante &bdquo;Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz&ldquo;, mit dem die Finanzierung der Kliniken auf neue Beine gestellt werden soll. Die Fallpauschalen, die vor allem gro&szlig;en und spezialisierten H&auml;usern Gewinne bescheren und den kleinen die Substanz rauben, werden ein St&uuml;ck weit eingeschr&auml;nkt und durch ein System von Vorhaltepauschalen erg&auml;nzt. Vorsicht Falle: Lauterbach will die Versorgungslandschaft in Leistungsgruppen und sogenannte Level einteilen. Standorte mit den gr&ouml;&szlig;ten Kapazit&auml;ten, einem breiten Behandlungsspektrum und h&ouml;chster technischer Ausstattung (Universit&auml;tskliniken &ndash; Level-3) f&uuml;hren das Ranking an, gefolgt von mittelgro&szlig;en, regionalen Anbietern (Level-2) und kleinen Grundversorgern (Level-1). Die letzte Gruppe soll noch einmal aufgesplittet werden: Level-1n h&auml;tten wenigstens eine Notfallversorgung vorzuhalten, Level-1i nicht einmal das. Sie w&uuml;rden nur mehr als &bdquo;sektoren&uuml;bergreifende Versorgungszentren&ldquo; firmieren, mit &uuml;berwiegend ambulantem Charakter, ohne durchgehende &auml;rztliche Versorgung und unter pflegerischer statt &auml;rztlicher Leitung stehend.<\/p><p><strong>Rote Zahlen &uuml;berall<\/strong><\/p><p>Kritiker wie die vom &bdquo;B&uuml;ndnis Klinikrettung&ldquo; warnen seit Bekanntwerden der Pl&auml;ne, damit werde die wohnortnahe Versorgung auf dem Land plattgemacht und speziell die fraglichen 649 Level-1i-Standorte st&uuml;nden vor einem Tod auf Raten. Das w&uuml;rde auch numerisch passen. Die Zahl stimmt ziemlich genau mit Lauterbachs einstiger Ansage &uuml;berein, &bdquo;mindestens jede dritte&ldquo; Klinik dichtzumachen. Allerdings legten die Bundesl&auml;nder ihr Veto ein, wegen der &Uuml;bergriffigkeit des Bundes in die Krankenhausplanung, die seit jeher ihre Dom&auml;ne ist &ndash; mit schlimmen Folgen: Die eigentlich f&uuml;r Erhalt und Investitionen vorgesehenen Gelder werden seit einer halben Ewigkeit wegen der &uuml;blichen &bdquo;Sparzw&auml;nge&ldquo; zweckentfremdet, weshalb insbesondere die kommunalen Krankenh&auml;user gewaltige Defizite aufget&uuml;rmt haben. Genau hier liegt der Ausgangspunkt der Misere, die sich mit Corona und Rekordinflation weiter versch&auml;rfte, und daf&uuml;r, dass laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) inzwischen <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/kliniksterben-inflationsausgleich-100.html\">&bdquo;fast alle Kliniken rote Zahlen&ldquo;<\/a> schreiben.<\/p><p>Jedenfalls lehnten sich die L&auml;nder gegen das Regierungsvorhaben auf, mit dem Ergebnis, dass die Level im Sommer 2023 praktisch vom Tisch waren. Das gilt auch f&uuml;r den Typ Level-1i mit einer qua Gesetzentwurf nur noch &bdquo;informatorischen&ldquo; Zuweisung, was hei&szlig;t, die Umsetzung ist nicht zwingend. Aber damit ist die Kuh nicht vom Eis. Mit einem anderen Gesetzesvorsto&szlig; &ndash; Stichwort &bdquo;Batterie&ldquo; &ndash; hat Lauterbach das Konzept einfach wieder aufgegriffen. Und der Linke-Politiker im Bundestag Ates G&uuml;rpinar meint sogar, der Minister habe das Gesetz nur zu dem Zweck &bdquo;erfunden&ldquo;, <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/linke-krankenhausreform-karl-lauterbach-spd-klinik-sterben-cdu-csu-92845371.html\">die Level doch noch durchzubringen<\/a>.<\/p><p><strong>Teures Plagiat<\/strong><\/p><p>Ist das sogenannte Krankenhaustransparenzgesetz also ein Trojanisches Pferd? Vordergr&uuml;ndig zielt es darauf ab, Patienten, Angeh&ouml;rigen und einweisenden &Auml;rzten umfassende Informationen &uuml;ber rund 1.700 Versorger zu verschaffen. Ein planm&auml;&szlig;ig zum 1. Mai auf Sendung gehender &bdquo;Klinik-Atlas&ldquo; soll mit wenigen Mausklicks ersichtlich machen, welche Leistungen ein Haus erbringt, welche Erfahrungen und Erfolgsquoten es bei bestimmten Behandlungen gibt und mit welchem Personalschl&uuml;ssel gearbeitet wird. Das klingt gut, gibt es aber schon, etwa das &bdquo;Deutsche Krankenhaus Verzeichnis&ldquo; oder die &bdquo;Wei&szlig;e Liste&ldquo;. Beide Portale leisten genau das, was demn&auml;chst ein teures Pendant auf Steuerzahlerkosten abkupfern wird. Der gr&ouml;&szlig;te deutsche &Auml;rzteverband, der Marburger Bund, findet das befremdlich und monierte schon vor zwei Monaten <a href=\"https:\/\/www.marburger-bund.de\/bundesverband\/pressemitteilung\/chance-zum-buerokratie-abbau-nutzen\">&bdquo;unn&ouml;tige Doppelstrukturen&ldquo;<\/a> und einen &bdquo;hohen B&uuml;rokratieaufwand&ldquo;. Das Problem bestehe allenfalls darin, dass die bestehenden Angebote &bdquo;schlichtweg zu wenig bekannt sind&ldquo;, beklagte Verbandschefin Susanne Johna.<\/p><p>Damit traf sie ins Schwarze. Denn nat&uuml;rlich wird der &bdquo;Klinik-Atlas&ldquo; richtig gepusht werden, damit bald schon ein Jeder wei&szlig;, wie er &bdquo;checken&ldquo; kann, wo welche OP durch wie patente &Auml;rzte am besten und sichersten durchgef&uuml;hrt wird. Hier kommen dann auch die Level ins Spiel, die sowohl in besagtem &bdquo;Transparenzgesetz&ldquo; stehen als auch im neu zu schaffenden Verzeichnis abgebildet sein werden. Zum Hintergrund: Lauterbachs urspr&uuml;ngliches und vorerst geplatztes Vorhaben bestand darin, die staatlichen Mittelzuweisungen nach Level-Zugeh&ouml;rigkeit zu steuern. Wenn eine Level-1-Klinik eine bestimmte Leistung, etwa eine anspruchsvolle Herz-OP, nicht mehr offerieren darf, gehen wichtige, (auch weiterhin) &uuml;ber Fallpauschalen verg&uuml;tete Einnahmen fl&ouml;ten, was sich allein mit Vorhaltepauschalen nicht wird kompensieren lassen. Fr&uuml;her oder sp&auml;ter bricht das dem Betreiber und vielen anderen mehr das Genick.<\/p><p><strong>Bundesl&auml;nder eingeknickt<\/strong><\/p><p>Aber wie gesagt: Die L&auml;nder sperren sich (noch) gegen diese radikale Gangart, oder zumindest tun sie so. Solange die Kernreform nicht in Kraft ist, verspricht der &bdquo;Klinik-Atlas&ldquo; allerdings denselben Effekt: Patientenstr&ouml;me so umzuleiten, dass immer mehr H&auml;user pleite gehen, die gewisse Behandlungen zwar ausf&uuml;hren d&uuml;rfen, aber nicht k&ouml;nnen, weil die Kundschaft ausbleibt. Klaus Emmerich vom &bdquo;B&uuml;ndnis Klinikrettung&ldquo; spricht hier von einem &bdquo;kalten Strukturwandel, der so lange gewollt ist, wie es noch keinen Strukturwandel mit Klinikschlie&szlig;ungen per Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz gibt&ldquo;. Wie er gegen&uuml;ber den NachDenkSeiten befand, wirkten dabei zwei entscheidende Faktoren. &bdquo;Die chronische Unterfinanzierung der Versorgungslandschaft und eben die direkte Abstimmung der Patienten anhand eines Transparenzregisters, das ihnen kleine schlechte Krankenh&auml;user vorgaukelt, die es zu meiden gilt.&ldquo;<\/p><p>Siehe da: Lauterbachs Kalk&uuml;l ist aufgegangen. Am Mittwoch in der Vorwoche hat das &bdquo;Transparenzgesetz&ldquo; den <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/krankenhausreform-vermittlungsausschuss-macht-weg-frei-fuer-transparenzgesetz-bei-kliniken-a-e16ad678-9238-4172-9a61-315c647cdbfb\">Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat passiert<\/a>, womit eine finale Beschlussfassung durch die L&auml;nderkammer am 22. M&auml;rz als gesichert gilt. Obwohl damit die Level durch die Hintert&uuml;r installiert werden und die L&auml;nder bis zuletzt mit einem Scheitern gedroht hatten, hoben sie in der Mehrheit die Hand f&uuml;r die nahezu unver&auml;nderte Regierungsvorlage. Den Ausschlag gab einmal mehr das liebe Geld. Zu seinem 61. Geburtstag versprach der Minister einen &bdquo;Transformationsfonds&ldquo; in H&ouml;he von 50 Milliarden Euro von 2025 an, gestreckt &uuml;ber zehn Jahre. Gespeist werden soll der je zur H&auml;lfte durch den Bund und die L&auml;nder und dazu dienen, den Umbau der Krankenhauslandschaft finanziell zu unterf&uuml;ttern. Das weckt ungute Erinnerungen an den &bdquo;Krankenhausstrukturfonds&ldquo; (KHSF), mit dessen erster Auflage der Bund allein zwischen 2016 und 2018 insgesamt <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/nachrichten\/129920\/34-Krankenhaeuser-werden-mit-Mitteln-aus-Strukturfonds-geschlossen\">34 Klinikschlie&szlig;ungen mit j&auml;hrlich 500 Millionen Euro &bdquo;gef&ouml;rdert&ldquo;<\/a> hatte.<\/p><p><strong>Insolvenzwelle rollt<\/strong><\/p><p>Laura Valentukeviciute, Sprecherin vom &bdquo;B&uuml;ndnis Klinikrettung&ldquo;, h&auml;lt die Einigung f&uuml;r einen &bdquo;besch&auml;menden Kuhhandel&ldquo;. Der Widerstand der L&auml;nder sei blo&szlig; eine &bdquo;politische Show&ldquo; gewesen, sagte sie den NachDenkSeiten. &bdquo;Der Bund will Kliniken schlie&szlig;en, die L&auml;nder haben nichts dagegen. Es geht beiden Seiten nicht um die Bedarfsplanung und nicht um die Menschen, die darunter leiden werden, dass sie vor Ort kein Krankenhaus und keine Notfallversorgung mehr haben werden.&ldquo; Lauterbach behauptet freilich das Gegenteil. Mit der Verst&auml;ndigung gebe &bdquo;es mehr Geld f&uuml;r die Kliniken und eine bessere &Uuml;bersicht &uuml;ber die Qualit&auml;t der H&auml;user&ldquo;. Und: &bdquo;Damit kann eine Insolvenzwelle abgewendet werden.&ldquo;<\/p><p>Allerdings ist die Welle schon l&auml;ngst im Rollen. Laut dem Chef der Krankenhausgesellschaft, Gerald Ga&szlig;, h&auml;tten bundesweit seit Ende 2022 mehr als 40 Standorte Zahlungsunf&auml;higkeit angemeldet, allein im Januar seien sechs dazugekommen. Sollte die Politik nicht schnellstens eingreifen, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/kliniksterben-inflationsausgleich-100.html\">&bdquo;k&ouml;nnten in diesem Jahr 80 Kliniken pleite gehen&ldquo;<\/a>, hatte er vor einer Woche erkl&auml;rt. Das &bdquo;B&uuml;ndnis Klinikrettung&ldquo; f&uuml;hrt seit mehreren Jahren Buch: 2023 verschwanden 22 H&auml;user von der Bildfl&auml;che, 2022 waren es 15, ein Jahr davor zehn, und im ersten Pandemiejahr gingen in 19 Kliniken die Lichter aus. F&uuml;r die n&auml;here Zukunft sei mit <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/465699.gesundheitswesen-masterplan-kliniksterben.html?sstr=kliniken\">mindestens 96 weiteren Abwicklungen<\/a> zu rechnen.<\/p><p><strong>Beitragszahler zahlen Kahlschlag<\/strong><\/p><p>F&uuml;r viele davon wird das f&uuml;rs n&auml;chste Jahr avisierte Milliardenpaket zu sp&auml;t kommen, sofern es &uuml;berhaupt kommt. Der Bund kann die L&auml;nder nicht verpflichten, ihren Beitrag zu leisten, und bisher haben diese ihre Investitionszusagen verl&auml;sslich gebrochen. Genauso ungedeckt ist der Scheck des Bundes, wobei Finanzminister Christian Lindner (FDP) fein raus ist. Die 25 Milliarden Euro will Lauterbach nicht aus Steuern mobilisieren, sondern vom Gesundheitsfonds abzweigen. Im Klartext: F&uuml;r die &bdquo;Rettung&ldquo; der Kliniken &ndash; beziehungsweise den Gro&szlig;kahlschlag &ndash; sollen die Beitragszahler bluten. Beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) m&auml;kelt man deshalb &uuml;ber <a href=\"https:\/\/www.bibliomedmanager.de\/news\/reaktionen-auf-lauterbachs-transparenzgesetz\">&bdquo;Etikettenschwindel&ldquo;<\/a>, und aus Sicht des Verbands der Ersatzkassen (VDEK) stehen &bdquo;zwangsl&auml;ufig&ldquo; Beitragserh&ouml;hungen ins Haus.<\/p><p>Selbst die sechs Milliarden Euro an &bdquo;Liquidit&auml;tshilfen&ldquo;, die auf Basis des &bdquo;Transparenzgesetzes&ldquo; flie&szlig;en sollen, gibt es in Wirklichkeit nicht extra. Dabei handelt es sich um die Auszahlung der Pflegebudgets der vorangegangenen Jahre, &uuml;ber die sich Krankenh&auml;user und Kassen noch nicht verst&auml;ndigt hatten. Damit lassen sich also lediglich Rechnungen begleichen, f&uuml;r die die Kliniken schon in Vorleistung gegangen sind. Au&szlig;erdem deckt die vereinbarte Erh&ouml;hung der sogenannten Landesbasisfallwerte &ndash; die Grundlage der Fallpauschalen &ndash; die erzielten hohen Tarifabschl&uuml;sse nicht ab, wodurch sich die Lage vielerorts absehbar zuspitzen wird.<\/p><p><strong>Kontrollierte Sprengung<\/strong><\/p><p>Auf der DKG-Webseite tickt eine <a href=\"https:\/\/www.dkgev.de\/\">&bdquo;Defizituhr&ldquo;<\/a>, die auf die Marke von 9,3 Milliarden Euro zusteuert. Der Verband hatte vor der Sitzung des Vermittlungsausschusses einen &bdquo;kurzfristig wirksamen Inflationsausgleich&ldquo; gefordert. Den gibt es nicht. <a href=\"https:\/\/www.dkgev.de\/dkg\/presse\/details\/verpasste-chance-insolvenzwelle-wird-nicht-gestoppt\/\">&bdquo;Chance verpasst&ldquo;<\/a>, erkl&auml;rte DKG-Chef Ga&szlig; am Donnerstag. Jeden Monat m&uuml;ssten die Kliniken &bdquo;500 Millionen Euro zuschie&szlig;en, um die Patientenversorgung in Deutschland aufrechtzuerhalten&ldquo;. Mit der Einigung sinke der Fehlbetrag auf 490 Millionen Euro, womit die Ma&szlig;nahmen &bdquo;praktisch wertlos&ldquo; seien, und weiter: &bdquo;Damit kann kein einziges Insolvenzverfahren gestoppt werden.&ldquo;<\/p><p>Auftrag erf&uuml;llt! F&uuml;rs Erste. &Uuml;ber die &bdquo;gro&szlig;e Krankenhausreform&ldquo; wird bestimmt noch lange und heftig gestritten. Je l&auml;nger, desto schlimmer. Und ist die ganze &bdquo;Batterie&ldquo; erst geladen, wird kontrolliert gesprengt, sprich kaputtstrukturiert. Hier der aktuelle Lagebericht der Aktionsgruppe <a href=\"https:\/\/schlusskliniksterbenbayern.jimdofree.com\/\">&bdquo;Schluss mit Kliniksterben in Bayern&ldquo;<\/a> f&uuml;r 2024:<\/p><p>Beschlossene Komplettschlie&szlig;ungen: Schongau, Selb.<\/p><p>Drohende Komplettschlie&szlig;ungen beziehungsweise Insolvenzen: Mainburg, K&ouml;sching, Coburg, Neustadt\/Coburg, Lichtenfels.<\/p><p>Drohende Schlie&szlig;ungen der Notaufnahme: Wertheim, Oberstdorf.<\/p><p>Beschlossene Schlie&szlig;ungen der Notaufnahme: Wegscheid, Tirschenreuth, Kemnath, Alzenau.<\/p><p>Bedrohte Klinikstandorte: Dinkelsb&uuml;hl, Rothenburg ob der Tauber.<\/p><p>Damit, konstatiert die Initiative, drohten &bdquo;258.500 Einwohner mehr von einer bedarfsnotwendigen wohnortnahen klinischen Versorgung beziehungsweise Notfallversorgung abgeschnitten&ldquo; zu werden. Lauterbach wird&lsquo;s verkraften.<\/p><p><small>Titelbild: Juergen Nowak\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/e15b34fecc1341cfa992af02b3e499ff\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gr&uuml;nes Licht vom Vermittlungsausschuss f&uuml;r das &bdquo;Transparenzgesetz&ldquo;, eine Vorstufe der gro&szlig;en &bdquo;Krankenhausreform&ldquo;. Im Vorfeld hatten die L&auml;nder m&auml;chtig gebr&uuml;llt, um doch nur als Bettvorleger zu enden. Den klammen Kliniken winkt die Politik mit ungedeckten Schecks und leeren Versprechen. Eine kurzfristige Geldspritze gibt es keine, womit das Standortsterben ungebremst weitergehen wird. Auf den kalten folgt dann<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111605\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":111606,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,156],"tags":[3191,1058,704,562,667,3009],"class_list":["post-111605","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-schulden-sparen","tag-fallpauschale","tag-gesundheitsfonds","tag-gesundheitsreform","tag-lauterbach-karl","tag-sparpaket","tag-standortschliessungen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Shutterstock_2143579159.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/111605","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=111605"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/111605\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":111653,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/111605\/revisions\/111653"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/111606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=111605"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=111605"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=111605"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}