{"id":11197,"date":"2011-11-07T08:43:35","date_gmt":"2011-11-07T07:43:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197"},"modified":"2011-11-07T08:43:35","modified_gmt":"2011-11-07T07:43:35","slug":"hinweise-des-tages-1503","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: J&uuml;rgen Habermas &ndash; Rettet die W&uuml;rde der Demokratie; Eurokrise; Reall&ouml;hne der Deutschen Die L&ouml;hne sinken trotz Aufschwung; Robert von Heusinger: Vergesst die Steuersch&auml;tzung; Der Sozialstaat: Zuru&#776;ck zur Versteuerung; Britischer Sparkurs droht zu scheitern; Das Kilo f&uuml;r 1,20 Dollar: Das gro&szlig;e Gesch&auml;ft mit den Kleiderspenden aus Deutschland; Im Winter droht erneut Chaos auf der Schiene; Sensible Patientendaten im Internet einsehbar; Der Wettlauf mit den Maschinen; Protestjahr gegen Kirchensteuern: Mit gutem Gewissen austreten; &lsquo;Iran far from posing existential threat&rsquo;; Immer wieder wegschauen; H&ouml;rfunk-Tipp: Dschungelcamp Hochschule &ndash; Studium als Stresstest; Nochmals: Harald Schumann: Wirtschaftliche Macht und Demokratie; Das Allerletzte: Griechen raus! (KR\/WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h01\">J&uuml;rgen Habermas &ndash; Rettet die W&uuml;rde der Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h02\">Eurokrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h03\">Reall&ouml;hne der Deutschen Die L&ouml;hne sinken trotz Aufschwung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h04\">Robert von Heusinger: Vergesst die Steuersch&auml;tzung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h05\">Der Sozialstaat: Zuru&#776;ck zur Versteuerung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h06\">Britischer Sparkurs droht zu scheitern<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h07\">Das Kilo f&uuml;r 1,20 Dollar: Das gro&szlig;e Gesch&auml;ft mit den Kleiderspenden aus Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h08\">Im Winter droht erneut Chaos auf der Schiene<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h09\">Sensible Patientendaten im Internet einsehbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h10\">Der Wettlauf mit den Maschinen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h11\">Protestjahr gegen Kirchensteuern: Mit gutem Gewissen austreten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h12\">&lsquo;Iran far from posing existential threat&rsquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h13\">Immer wieder wegschauen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h14\">H&ouml;rfunk-Tipp: Dschungelcamp Hochschule &ndash; Studium als Stresstest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h15\">Nochmals: Harald Schumann: Wirtschaftliche Macht und Demokratie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197#h16\">Das Allerletzte: Griechen raus!<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=11197&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>J&uuml;rgen Habermas &ndash; Rettet die W&uuml;rde der Demokratie<\/strong><br>\nDie Hauptdarsteller auf der B&uuml;hne der EU- und Euro-Krise, die seit 2008 an den Dr&auml;hten der Finanzindustrie zappeln, plustern sich emp&ouml;rt gegen einen Mitspieler auf, der es wagt, den Schleier &uuml;ber dem Marionettencharakter ihrer Muskelspiele zu l&uuml;ften. Inzwischen ist der Gema&szlig;regelte eingeknickt. &Uuml;ber dieser Wendung sollten wir nicht vergessen, was aus dem Schauspiel zu lernen ist. Ist es wirklich der gl&uuml;ckliche Sieg des Sachverstandes &uuml;ber den bef&uuml;rchteten Unverstand des Volkes oder eines Spielers, der sich zum Anwalt des Volkes aufwirft? [&hellip;]<br>\nEs fehlt am politischen Willen zur globalen Einigung, weil die Institutionen fehlen, die eine supranationale Willensbildung und die globale Durchsetzung von Beschl&uuml;ssen erst erm&ouml;glichen w&uuml;rden. Auch aus diesem Grunde m&uuml;ssten die Staaten der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsgemeinschaft die Krise als Chance begreifen und mit der Absicht, ihre politische Handlungsf&auml;higkeit auf supranationaler Ebene zu verst&auml;rken, Ernst machen. Das griechische Desaster ist jedoch eine deutliche Warnung vor dem postdemokratischen Weg, den Merkel und Sarkozy eingeschlagen haben. Eine Konzentration der Macht bei einem intergouvernementalen Ausschuss der Regierungschefs, die ihre Vereinbarungen den nationalen Parlamenten aufs Auge dr&uuml;cken, ist der falsche Weg. Ein demokratisches Europa, das keineswegs die Gestalt eines europ&auml;ischen Bundesstaates annehmen muss, muss anders aussehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/euro-krise-rettet-die-wuerde-der-demokratie-11517735.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Eurokrise<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Heribert Prantl &ndash; Europa und das Orakel von Delphi<\/strong><br>\nPapandreous Referendumspl&auml;ne wurden diskutiert, als wolle er Demokratie durch russisches Roulette ersetzen. Doch der griechische Premier hatte das richtige Grundgef&uuml;hl: Zur Durchsetzung der von Merkel und Sarkozy diktierten Sparpl&auml;ne reicht seine Legitimation nicht aus, denn das Land bezahlt die EU-Milliardenhilfen mit der Aufgabe nationaler Souver&auml;nit&auml;t. Das muss das Volk als Souver&auml;n genehmigen. Gleichwohl ist die Volksabstimmung kein Allheilmittel, Demokratie im EU-Rahmen ist etwas komplizierter &ndash; was kein Argument gegen sie sein kann: Die repr&auml;sentative Demokratie in Europa muss mit Plebisziten eingeleitet werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/finanzkrise-und-buergerbeteiligung-europa-sucht-die-superdemokratie-1.1181580\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Das Land retten, nicht die Gl&auml;ubiger<\/strong><br>\nDamit ein Land seine Schulden bezahlen kann, muss es wachsen. Dies ist die Erkenntnis von Roberto Lavagna, der als ehemaliger Wirtschaftsminister Argentiniens eine der gr&ouml;&szlig;ten Staatspleiten der Geschichte managen musste. &Uuml;ber die Lehren f&uuml;r Griechenland spricht er hier.<br>\n&ldquo;Was Griechenland von Argentinien kopieren k&ouml;nnte, w&auml;re, sich den alten Spar-Rezepten zu verweigern, weil die immer gescheitert sind. Sie f&uuml;hren nur dazu, dass der Konsum einbricht. Und wenn das geschieht, sinkt die Produktion, und wenn die Produktion sinkt, dann sinkt die M&ouml;glichkeit, dass die Leute ihre Steuern bezahlen. Das Ende kennen wir.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/magazin\/gut-boese\/artikel\/das-land-retten-nicht-die-glaeubiger.html\">brand eins<\/a><\/li>\n<li><strong>Selbst schuld, Europa<\/strong><br>\nWas fr&uuml;her armen Entwicklungsl&auml;ndern vorbehalten war, das bekommen nun auch gro&szlig;e Industriel&auml;nder zu sp&uuml;ren: Griechenland, Irland und Portugal haben den IWF bereits im Haus, Spanien vielleicht schon bald. Fast ein Drittel der Euro-L&auml;nder st&uuml;nde damit unter Dauerbeobachtung der internationalen Finanzagentur.<br>\nNicht nur das kennzeichnet den Abstieg Europas. Zudem gehen die Staatschefs der W&auml;hrungsunion derzeit bei L&auml;ndern wie China, Russland oder Indien hausieren, um Milliarden zur Rettung ihrer W&auml;hrung einzusammeln. Das ist die Lage: Die gr&ouml;&szlig;te Wirtschaftsmacht der Welt, der gr&ouml;&szlig;te Zusammenschluss von Industriel&auml;ndern bittet Schwellen- und Entwicklungsl&auml;nder um Hilfe. Auch das hat es noch nicht gegeben.<br>\nAuf ihrem Treffen in Cannes haben die G20-Staaten nun vereinbart, dem IWF mehr Macht und wohl auch mehr Geld zu geben &ndash; Geld, das auch die Europ&auml;er nutzen k&ouml;nnen. Daf&uuml;r verlangen die Schwellenl&auml;nder Einfluss und Mitsprache.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/leitartikel-selbst-schuld--europa,1472602,11103976.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Barry Eichengreen &ndash; &bdquo;Frau Merkel sollte aufpassen, was sie sagt&ldquo;<\/strong><br>\n&Ouml;konom Barry Eichengreen h&auml;lt ein Nachdenken &uuml;ber die Drachme f&uuml;r gef&auml;hrlich und fordert im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mehr Opfer von Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/europas-schuldenkrise\/oekonom-eichengreen-im-interview-frau-merkel-sollte-aufpassen-was-sie-sagt-11519484.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Reall&ouml;hne der Deutschen Die L&ouml;hne sinken trotz Aufschwung<\/strong><br>\nDie Reall&ouml;hne der Arbeitnehmer sinken weiter. Trotz Aufschwung und Klagen &uuml;ber Fachkr&auml;ftemangel sind die Lohnsteigerungen deutlich hinter der Inflation zur&uuml;ckgeblieben, berichtet die F.A.S.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftspolitik\/realloehne-der-deutschen-die-loehne-sinken-trotz-aufschwung-11518759.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung des NDS-Lesers J.A:<\/strong> Wird wohl auch dieses Jahr nichts mit dem starken Wirtschaftswachstum durch die boomende Binnenkonjunktur &hellip;<br>\nAuch dieser relativ gute Artikel besch&ouml;nigt die Lage dramatisch:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>es fehlt nicht nur der volle Inflationsausgleich, sondern vor allem die produktivit&auml;tsorientierte Lohnentwicklung<\/em><\/li>\n<li><em>der Niedriglohnsektor ist nicht in der Gr&ouml;&szlig;e wie in anderen Industriel&auml;ndern, sondern bekanntlich der gr&ouml;&szlig;te in Europa<\/em><\/li>\n<li><em>von der hier beschworenen &ldquo;nahezu Vollbesch&auml;ftigung&rdquo; kann bei &uuml;ber 4 Millionen Arbeitslosen und 8 Millionen fehlenden Vollzeitstellen wohl nicht ansatzweise die Rede sein<\/em><\/li>\n<li><em>der angebliche Fachkr&auml;ftemangel bleibt eine Phantasmagorie<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Es ist bemerkenswert, dass die FAZ die sinkenden Reall&ouml;hne endlich als Problem wahrzunehmen beginnt. Mit der Analyse der Ursachen hat sie allerdings noch nicht einmal begonnen. Zitat:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Viele rutschten in den Niedriglohnbereich ab. Dieser Trend hielt bis zum Jahr 2006. Dann war der Niedriglohnsektor auf eine Gr&ouml;&szlig;e gewachsen, die es auch in anderen Industriel&auml;ndern gibt &ndash; dort blieb er.<br>\nDoch der Lohndruck verschwand dann nicht, sondern griff auf h&ouml;here Einkommen &uuml;ber. Auch f&uuml;r Arbeitnehmer mit Berufsausbildung gab es jetzt weniger Gehalt. Der Druck &auml;u&szlig;erte sich in Zeitarbeit, Teilzeit und befristeten Vertr&auml;gen &ndash; sie gewannen an Bedeutung.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Tats&auml;chlich war es genau umgekehrt: Die Ausweitung von Zeitarbeit und befristeten Vertr&auml;gen ohne soziale Absicherung wie z.B. durch einen Mindestlohn war Kernelement eines politischen Programms, Agenda 2010 genannt, und hat den Lohndruck erst erm&ouml;glicht. Die sinkenden Reall&ouml;hne sind politisch gewollt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Robert von Heusinger: Vergesst die Steuersch&auml;tzung<\/strong><br>\nIn Zeiten wie diesen kann man Steuersch&auml;tzungen getrost vergessen. Denn die Steuerexperten m&uuml;ssen auf die offizielle Prognose der Regierung zur&uuml;ckgreifen. Diese aber basiert auf l&auml;ngst veralteten Daten.<br>\nDie Sch&auml;tzer gehen von einem Wachstum von 1,8 und 1,6 Prozent f&uuml;r die n&auml;chsten beiden Jahre aus. Deshalb beschert die Steuersch&auml;tzung Mehreinnahmen gegen&uuml;ber der vergangenen Sch&auml;tzung von 40 Milliarden Euro. Doch diese Milliarden werden nie flie&szlig;en. Denn die aktuellen Daten sind besorgniserregend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/kommentar-vergesst-die-steuerschaetzung,1472602,11103968.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der Sozialstaat: Zuru&#776;ck zur Versteuerung<\/strong><br>\nEin gigantischer Salto vollzog sich am 17. Juni bei der letzten Sitzung des Europarates unter der spansichen Pr&auml;sidentschaft: Mit Kraft auf die Europ&auml;ische Union zu setzen, die ein u&#776;ber alles erhabenes Ziel hat: verhindern, da&szlig; die Krise den h&ouml;chst gesch&auml;tzten Erfolg Europas seit Mitte des 20. Jahrhunderts in den Abgrund rei&szlig;t, den Sozialstaat, soll hei&szlig;en Erziehung und kostenloses Gesundheitswesen, ausreichende Altersversorgung, sozialer Schutz fu&#776;r Hilflose, Infrastrukturen, Sicherheit und &ouml;ffentlicher Dienst.<br>\nJedoch reichen die &Uuml;bereinku&#776;nfte des genannten Europarates nicht aus (Regulierung der Finanzm&auml;rkte, Wirtschaftsregierung Europas, eine das Wachstum und Schaffung qualifizierter Besch&auml;ftigung verbindende Strategie). Sie reichen nicht, weil der wichtigste Teil der Einku&#776;nfte und der &ouml;ffentlichen Ausgaben &ndash; die das Ru&#776;ckgrat des Sozialstaates sind &ndash; der Nationalstaat verwaltet (um die 40% des BIP) und nicht die Uni&oacute;n (die lediglich 1% des europ&auml;ischen BIP in ihrem Haushalt hat).<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/Steuerpolitik-1.pdf\">El Pais [PDF &ndash; 75 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Dieser hochinteressante Artikel wurde uns von unserm Leser U.F. gesandt. Er schieb uns:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Berger,<\/p>\n<p>Ihr Artikel war sehr hilfreich, um die gegenw&auml;rtige Situation am Finanzmarkt zu verstehen. Er innerte mich an einen Beitrag eines spanischen Staatssekret&auml;rs vor 1 Jahr in der spanischen Tageszeitung El Pais. Die &Uuml;bersetzung ist beigef&uuml;gt. Zwar kann ich nicht unbedingt jede seiner politischen Schlu&szlig;folgerungen teilen, jedoch die Zusammenstellung des Zahlenmaterials und seine Analyse sind dennoch auch f&uuml;r heutige Verst&auml;ndnis hoch interessant. Als Normalb&uuml;rger hat man den Eindruck, die Abh&auml;ngigkeit der Staatshaushalte vom Kapitalmarkt und damit vom Verhalten der Spekulanten sei &bdquo;alternativlos&ldquo;.  In dem zitierten Artikel wird jedoch anschaulich dargelegt, da&szlig; es sich um einen Paradigmawechseln in der Steuer- und Finanzpolitk der Regierungen der Industrienationen handelt. Statt wie im Zeitraum 1967 bis 1987 &ndash; die Hochzeit des Sozialstaates &ndash; staatliche Aufgaben bzw. Ausgaben &uuml;berwiegend &uuml;ber Steuereinnahmen zu finanzieren, die selbstredend nicht vom Staat zur&uuml;ckgezahlt werden m&uuml;ssen,   wurden im anschlie&szlig;enden Zeitraum 1988 bis 2007 die Steuereinnahmen reduziert zu Gunsten der Unternehmen und Verm&ouml;genden  und die Einnahmel&uuml;cke zum Teil durch Einsparungen und zum Teil durch Emissionen von Staatsanleigen finanziert. Diese m&uuml;ssen jedoch nebst Zinsen und Risikozuschl&auml;gen zur&uuml;ckgezahlt werden. Und dies f&uuml;hrt zur Verschuldung. Was mich ebenfalls an der derzeitigen Diskussion bzg. Griechenland oder Italien st&ouml;rt, ist die Reduzierung auf die Kapitalbeschaffung am Finanzmarkt. Warum erh&ouml;ht die griechische Regierung nicht die Einkommenssteuer f&uuml;r Reiche? Diese scheint es ja noch zu geben, wenn man sich die Berichterstattung &uuml;ber den anstehenden Erwerb Karstadts ansieht.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Britischer Sparkurs droht zu scheitern<\/strong><br>\nKritiker von Premier David Cameron hatten es schon bef&uuml;rchtet: Die von ihm beschlossenen Einschnitte drohen die Konjunktur im Vereinigten K&ouml;nigreich abzuw&uuml;rgen. Experten fordern eine Kurs&auml;nderung.<br>\nWeil die Konsolidierung das britische Wirtschaftswachstum noch st&auml;rker als von der Regierung bef&uuml;rchtet abw&uuml;rgt, sind die geplanten Defizitziele in Gefahr. Viele offizielle Prognosen sind &Ouml;konomen zufolge kaum mehr haltbar.<br>\n&ldquo;Die Privatwirtschaft kann die K&uuml;rzungen im &ouml;ffentlichen Dienst nicht auffangen&rdquo;, sagte Brian Hilliard, UK-Chef&ouml;konom bei der Soci&eacute;t&eacute; G&eacute;n&eacute;rale in London. Commerzbank-Volkswirt Peter Dixon zufolge wird die &Ouml;konomie in Zukunft weitaus schw&auml;cher wachsen als bislang von der staatlichen Budgetbeh&ouml;rde OBR prognostiziert. &ldquo;Damit sind die gesteckten Defizitziele selbst in Gefahr&rdquo;, sagte er.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:weltwirtschaft-britischer-sparkurs-droht-zu-scheitern\/60125106.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einmal mehr best&auml;tigt sich, dass eine die gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen ausblendende Sparabsicht nicht zu Sparerfolgen f&uuml;hren kann, im Gegenteil.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das Kilo f&uuml;r 1,20 Dollar: Das gro&szlig;e Gesch&auml;ft mit den Kleiderspenden aus Deutschland<\/strong><br>\nDas gro&szlig;e Gesch&auml;ft mit den Kleiderspenden aus Deutschland. &ndash; Es sind nicht die Hilfsbed&uuml;rftigen der Welt, die von den Spenden leben, sondern eine global arbeitende und denkende Branche, die die Kleidung in einem knallharten Gesch&auml;ft verkauft. Und das in so gro&szlig;en Mengen, dass die einheimische Textilindustrie in vielen belieferten L&auml;ndern inzwischen vollkommen marginalisiert ist. Der eigentliche Wille der Spender wird auf diese Weise ad absurdum gef&uuml;hrt: Anstatt den Armen zu helfen, ist jedes gespendete Kleidungsst&uuml;ck ein weiterer Beitrag zur Verarmung ganzer Bev&ouml;lkerungsschichten &ndash; vor allem in Afrika, wohin der L&ouml;wenanteil der Ware exportiert wird.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/45\/NDR-Reportage-Altkleider-Luege\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Im Winter droht erneut Chaos auf der Schiene<\/strong><br>\nZwar wurden die neuen Regionalz&uuml;ge zugelassen, doch die Bahn will sie nicht. Ohne Reserven droht im Winter neues Chaos bei der Bahn.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13696706\/Im-Winter-droht-erneut-Chaos-auf-der-Schiene.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Sensible Patientendaten im Internet einsehbar<\/strong><br>\n2500 streng vertrauliche Patientendaten waren offenbar monatelang frei im Internet zug&auml;nglich. Es handelt sich um Arztbriefe und Befunde von psychisch schwer kranken Menschen aus Schleswig-Holstein &ndash; Grund ist eine Sicherheitsl&uuml;cke bei einem Dienstleister in Rendsburg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/0,1518,druck-795796,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Martin Betzwieser:<\/strong> Und die elektronische Gesundheitskarte, bei der alle medizinischen Daten zentral gespeichert werden sollen, wird sicher sein?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Der Wettlauf mit den Maschinen<\/strong><br>\nInformationstechnik vernichtet Jobs und macht die Reichen immer reicher, behaupten zwei MIT-Forscher in einem neuen Buch. Zum ersten mal in der j&uuml;ngeren Geschichte habe sich im vergangenen Jahrzehnt das Wirtschaftswachstum vom Arbeitsmarkt entkoppelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tr\/artikel\/Der-Wettlauf-mit-den-Maschinen-1370433.html\">Technology Review<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Protestjahr gegen Kirchensteuern: Mit gutem Gewissen austreten<\/strong><br>\nDas &ldquo;Jahr des Kirchenaustritts&rdquo; neigt sich seinem Ende zu. Religionskritische Verb&auml;nde prangerten an, dass Kirchen sozialer tun als sie sind. &hellip;<br>\nEin Normalverdiener mit einem Bruttogehalt von 25.000 Euro k&ouml;nne durch einen Kirchenaustritt etwa 170 Euro im Jahr sparen. Wenn nur die H&auml;lfte des eingesparten Geldes direkt an soziale Organisationen gespendet w&uuml;rden, diene dies dem Allgemeinwohl mehr als eine Kirchenmitgliedschaft.<br>\nTats&auml;chlich geben die beiden gro&szlig;en Kirchen nur rund 10 Prozent ihrer Einnahmen aus Kirchensteuern f&uuml;r &ouml;ffentliche soziale Zwecke aus &ndash; Tendenz fallend. Ihre Krankenh&auml;user und Altenheime werden aus den T&ouml;pfen der Sozialversicherungen finanziert, bei anderen Einrichtungen wie Kinderg&auml;rten ist die kirchliche Kostenbeteiligung gering.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Protestjahr-gegen-Kirchensteuern\/%2181281\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>&lsquo;Iran far from posing existential threat&rsquo;<\/strong><br>\nEx-Mossad Chief Ephraim Halevy warns strike on Iran could have devastating effect for region. &lsquo;Ultra-Orthodox radicalization poses bigger threat than Ahmadinejad,&rsquo; he says .<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ynetnews.com\/articles\/0,7340,L-4143909,00.html\">Ynetnews<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Immer wieder wegschauen<\/strong><br>\nBastian Obermayer und Rainer Stadler haben ein Buch &uuml;ber den Kindesmissbrauch im Kloster Ettal geschrieben. &Uuml;ber 100 Sch&uuml;ler sollen dort misshandelt worden sein.<br>\nDie Vorkommnisse, die Stadler und Obermayer mit Erfahrungsberichten von rund 70 ehemaligen Sch&uuml;lern nachzeichnen, sind bedr&uuml;ckend: M&ouml;nche, die mit F&auml;usten, St&ouml;cken, Peitschen auf Sch&uuml;ler einpr&uuml;geln, bis Trommelfelle rei&szlig;en und Knochen brechen. Sexuelle &Uuml;bergriffe, auch brutale Vergewaltigungen durch Erzieher. Immer wieder &ndash; vierzig Jahre lang. Die F&auml;lle weisen Parallelen auf zu dem, was im Berliner Canisius-Kolleg oder an der hessischen Odenwaldschule passiert ist.<br>\nExemplarisch erschien Ettal den Autoren deshalb, &ldquo;weil die Kluft zwischen Anspruch und Erscheinungsbild des Klosters so gro&szlig; erscheint wie an keinem anderen Tatort&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!81104\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>H&ouml;rfunk-Tipp: Dschungelcamp Hochschule &ndash; Studium als Stresstest<\/strong><br>\nDoppelte Abiturjahrg&auml;nge, abgeschaffte Wehrpflicht: mehr junge Menschen als je zuvor wollen in diesem Wintersemester ein Studium beginnen. In fast allen F&auml;chern und Hochschulen herrscht Numerus Clausus, und das Anmeldeverfahren ist chaotisch und b&uuml;rokratisch wie nie.<br>\nWer das Rennen um Credits und Workloads nicht in den vorgesehenen sechs Semestern zum Bachelor schafft, f&uuml;hlt sich als Versager. Es bleibt kaum Raum f&uuml;r ein von eigenen Interessen geleitetes Studium und selbst&auml;ndiges wissenschaftliches Arbeiten.<br>\nDas Erstaunliche: viele Studenten kommen mit dem straff organisiertem Studium gut zurecht, erleben es als Lebensphase, in der sie sich entfalten und erwachsen werden k&ouml;nnen oder erhoffen sich in einer Zeit der Unsicherheit einen guten Abschluss und bessere Arbeitsperspektiven.<br>\nSendetermine: wdr 5, Sonntag, den 13.11.11. von 11.05 bis 12.00 Uhr und Montag, den 14.11.2011, 20.05 Uhr<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/sendungen\/dok-5\/s\/d\/13.11.2011-11.05.html\">WDR5<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Nochmals: Harald Schumann: Wirtschaftliche Macht und Demokratie<\/strong><br>\nHier der Text der Rede auf dem Demokratiekongress der Gr&uuml;nen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gruene.de\/fileadmin\/user_upload\/Dokumente\/Demokratiekongress\/Harald_Schumann__Wirtschaftliche_Macht_und_Demokratie_Mainz_13_3_2011.pdf\">Die Gr&uuml;nen [PDF &ndash; 65 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Das Allerletzte: Griechen raus!<\/strong><br>\nIn dieser Woche haben sich ja die Ereignisse in der Griechenland-Krise f&ouml;rmlich &uuml;berschlagen. Grund genug f&uuml;r &ldquo;Bild&rdquo; und Bild.de die mit Leidenschaft gef&uuml;hrte Hetzkampagne gegen die &ldquo;Pleite-Griechen&rdquo; (BILDblog berichtete mehrfach) noch weiter auf die Spitze zu treiben.<br>\nAls Anfang der Woche bekannt wird, dass der griechische Ministerpr&auml;sident Giorgos Papandreou eine Volksabstimmung &uuml;ber die empfindlichen Sparma&szlig;nahmen plant, die mit dem zuvor beschlossenen Schuldenschnitt einhergehen, titelt Bild.de wenig diplomatisch: [&hellip;]<br>\nAusgerechnet der windige Krawallnachwuchsjournalist Paul Ronzheimer, der bei seiner uns&auml;glichen Drachmenr&uuml;ckgabeaktion vor einem Jahr bewiesen hat, dass er selbst ein hervorragender &ldquo;Verarscher&rdquo; ist, schreibt S&auml;tze wie:<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bildblog.de\/34704\/griechen-raus\/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+bildblog+%28BILDblog%29\">BILDblog<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: J&uuml;rgen Habermas &ndash; Rettet die W&uuml;rde der Demokratie; Eurokrise; Reall&ouml;hne der Deutschen Die L&ouml;hne sinken trotz Aufschwung; Robert von Heusinger: Vergesst die Steuersch&auml;tzung; Der Sozialstaat: Zuru&#776;ck zur Versteuerung; Britischer Sparkurs droht zu scheitern; Das Kilo f&uuml;r 1,20 Dollar: Das gro&szlig;e Gesch&auml;ft mit den Kleiderspenden aus Deutschland; Im Winter droht<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11197\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-11197","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11197"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11197\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11200,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11197\/revisions\/11200"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11197"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}