{"id":11201,"date":"2011-11-07T08:46:54","date_gmt":"2011-11-07T07:46:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11201"},"modified":"2019-10-28T14:14:37","modified_gmt":"2019-10-28T13:14:37","slug":"stuttgart-21-regierung-oettinger-verheimlichte-die-kostenberechnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11201","title":{"rendered":"Stuttgart 21: Regierung Oettinger verheimlichte die Kostenberechnungen"},"content":{"rendered":"<p>Immer deutlicher wird, dass Stuttgart 21 vor allem auch in finanzieller  Hinsicht auf einem schwankenden Boden steht. Kostenrechnungen werden unterdr&uuml;ckt und Kosteigerungen werden verschwiegen. Von Hermann Zoller<br>\n<!--more--><br>\nAm 6. November 2011 bringt <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,796112,00.html\">Spiegel Online<\/a> ans Tageslicht:<\/p><blockquote><p>Drei Wochen vor der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 gibt es neue Zweifel an der Finanzierung des Milliardenprojekts. Bislang unbekannte Dokumente zeigen nach SPIEGEL-Informationen, dass die damalige Landesregierung schon 2009 mit h&ouml;heren Kosten rechnete &ndash; Parlament und &Ouml;ffentlichkeit aber nicht dar&uuml;ber informierte.<\/p>\n<p>Nach Informationen des SPIEGEL hatten Landesbeamte aus Baden-W&uuml;rttemberg auf Grundlage von Bahn-Unterlagen Gesamtkosten von mindestens 4,9 Milliarden Euro kalkuliert. F&uuml;r wahrscheinlicher hielten sie sogar einen Endbetrag von bis zu 6,5 Milliarden.<\/p>\n<p>Das geht aus der internen Kostenrechnung und einem ausf&uuml;hrlichen Vermerk aus dem damals zust&auml;ndigen Innenministerium von Herbst 2009 hervor, der dem SPIEGEL vorliegt.<\/p>\n<p>Der damalige Ministerpr&auml;sident und heutige EU-Kommissar G&uuml;nther Oettinger (CDU) verbat sich daraufhin weitere Berechnungen: &ldquo;Auf Wunsch des Herrn MP&rdquo;, so hei&szlig;t es in dem Vermerk, solle derzeit von einer &ldquo;neuen Kostenberechnung abgesehen werden&rdquo;. Entsprechende Zahlen seien &ldquo;in der &Ouml;ffentlichkeit schwer kommunizierbar&rdquo;, schrieben Oettingers Beamte.<\/p>\n<p>Die Mitarbeiter &auml;u&szlig;erten zudem Bedenken, die ebenfalls zu den Bahnhofsbef&uuml;rwortern z&auml;hlende SPD &uuml;ber die neuesten Berechnungen zu informieren. Es sei damit zu rechnen, &ldquo;dass die SPD bei Bekanntwerden der Kostenentwicklung von dem Projekt abr&uuml;cken wird&rdquo;.<\/p><\/blockquote><p>Wenn die Spiegel-Informationen sich best&auml;tigen, dann m&uuml;sste doch auch dem Letzten ein Licht aufgehen: Bei diesem Projekt wird so viel vertuscht und getrickst, dass es nicht zu verantworten ist, es zu bauen. Und dann regen sich die Herren und Damen der Bef&uuml;rworter auf, wenn das Volk &bdquo;L&uuml;genpack&ldquo; skandiert. <\/p><p>Gleichg&uuml;ltig ob Bef&uuml;rworter oder Kritiker von S 21: Ein solches Verhalten, wie es die dem Spiegel vorliegende Dokument ausweist, darf eigentlich von niemand, von keinem Landtagsabgeordneten und keinem anderen Politiker akzeptiert werden. Wenn nicht das Parlament und die Medien, dann m&uuml;ssen die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger selbst auf Klarheit dr&auml;ngen. <\/p><p>Gewarnt sei allerdings davor, nur Oettinger die Schuld in die Schuhe zu schieben. Da war (und ist) ein ganzer Kl&uuml;ngel aus Bahnverantwortlichen, Interessengruppen und Regierung am Werk, der nach der Methode Tarnen und T&auml;uschen versucht, ein Projekt durchzudr&uuml;cken, das mit viel Geld, aber nur wenig mit Verkehrspolitik zu tun hat. Leider kann ein solcher politischer Betrug nicht juristisch verfolgt werden und so lange der Kl&uuml;ngel zusammen h&auml;lt, hat er nicht einmal politische Konsequenzen. Den politischen Denkzettel k&ouml;nnen wohl nur die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger verpassen.<\/p><p>Gefragt ist nun nicht zuletzt die baden-w&uuml;rttembergische SPD-F&uuml;hrung, die bisher in blindem Eifer an S 21 festh&auml;lt. Mit ihrer Nibelungentreue macht sie sich an den Vertuschungen und dem Betrug an den Steuerzahlern mitschuldig. Gerade auch der Juniorpartner in der baden-w&uuml;rttembergischen Landesregierung w&auml;re jetzt gefordert, auf Klarheit und Wahrheit zu dr&auml;ngen. Die SPD m&uuml;sste deutlich machen, dass sie sich nicht hinter die Fichte f&uuml;hren l&auml;sst. Und noch etwas m&uuml;sste die SPD &uuml;berdenken: n&auml;mlich wie der Superminister Nils Schmid, der doch den Haushalt sanieren  und eisern sparen will, mit den zu erwartenden steigenden Kosten f&uuml;r das Projekt Stuttgart 21 umgehen will. <\/p><p>Vor diesen neuen Informationen dr&auml;ngt sich die Frage auf, ob die Volksabstimmung nicht nur noch eine Farce ist. Wie sollte das Volk urteilen, wenn es gezielt dumm gehalten wird, ja sogar belogen wird. &ndash; Es g&auml;be eine Antwort: Am 27. November mit JA stimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer deutlicher wird, dass Stuttgart 21 vor allem auch in finanzieller Hinsicht auf einem schwankenden Boden steht. Kostenrechnungen werden unterdr&uuml;ckt und Kosteigerungen werden verschwiegen. 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