{"id":11204,"date":"2011-11-07T09:10:36","date_gmt":"2011-11-07T08:10:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11204"},"modified":"2014-12-08T13:49:24","modified_gmt":"2014-12-08T12:49:24","slug":"sprudelnde-steuern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11204","title":{"rendered":"Sprudelnde Steuern?"},"content":{"rendered":"<p>40 Milliarden Euro soll der Fiskus in diesem Jahr mehr einnehmen, so sch&auml;tzen die Steuersch&auml;tzer. Was steckt tats&auml;chlich hinter den Steuermehreinnahmen? Was sind solche Steuersch&auml;tzungen wert? Wer gewinnt  und wer verliert? Sind die im Koalitionsausschuss beschlossenen Steuerentlastungen tats&auml;chlich eine Wohltat und wenn ja, f&uuml;r wen? Von Wolfgang Lieb<br>\n<!--more--><br>\n<a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/steuern\/steuerschaetzung-schaeuble-nimmt-40-milliarden-mehr-ein-20824824.bild.html\">&bdquo;Sch&auml;uble nimmt 40 Milliarden mehr ein&rdquo;.<\/a> So oder so &auml;hnlich lauteten die Jubelmeldungen am letzten Freitag, als der Arbeitskreis &bdquo;Steuersch&auml;tzungen&ldquo; seine <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/nn_54\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/Finanzpolitik\/2011\/11\/20111104___20PMSteuerschaetzung.html?__nnn=true\">&bdquo;Sch&auml;tzungen&ldquo; f&uuml;r das laufende und die folgenden vier Jahre vorlegte<\/a>. 16,2 Milliarden Euro liegt die Prognose f&uuml;r das zu Ende gehende Jahr h&ouml;her als noch im Mai gesch&auml;tzt wurde. (Siehe auch die <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/steuerschaetzung172.html\">Vorhersagen bis 2015<\/a>)<\/p><p>Nach dieser an und f&uuml;r sich erfreulichen Sch&auml;tzung ging nat&uuml;rlich die Meinungsmache in Politik und Medien sofort wieder los. <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/video\/ondemand100_id-video1006480.html\">Die Wirtschaft brumme<\/a>, der Sparkurs sei erfolgreich (so Finanzminister Sch&auml;uble), die Arbeitslosigkeit sinke, die L&ouml;hne stiegen, die Steuern sprudelten, das war der Tenor. Und die Steuersenkungspartei FDP sah einmal mehr ihre Stunde gekommen und forderte vor der Koalitionsrunde am Sonntag im Kanzleramt mal wieder Steuerentlastungen. Die dann auch prompt beschlossen wurden. <\/p><p>In einem Gesamtpaket im Umfang von 6 Milliarden soll der Freibetrag f&uuml;r das Existenzminimum erh&ouml;ht und bei der Einkommensteuer soll es eine Abmilderung der &bdquo;kalten Progression&ldquo; geben. Die Anhebung des Grundfreibetrages mit einer Steuerminderung von 4 Milliarden Euro solle von Bund und L&auml;ndern je zur H&auml;lfte getragen werden, das Minus bei der Einkommensteuer in einem Volumen von 2 Milliarden will der Bund alleine tragen. So viel zur <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,796189,00.html\">allgemein gehaltenen Beschlusslage der schwarz-gelben Koalition<\/a>. <\/p><p><strong>Welche Wirklichkeit steht eigentlich hinter dieser Begeisterung?<\/strong><\/p><p>Von dem Geldsegen von 16,2 Milliarden Euro der seit der Fr&uuml;hjahrssch&auml;tzung &uuml;ber den Finanzminister gekommen ist, entstammen knapp 4 Milliarden ausschlie&szlig;lich rechnerischen Gr&uuml;nden, weil die Bundesregierung ihre (finanzielle) Vorsorge f&uuml;r die drohende Niederlage in einem Steuerrechtsverfahren vor dem Europ&auml;ischen Gerichtshof (<a href=\"http:\/\/www.meilicke-hoffmann.de\/images\/EuGH%20C-262-09%20EU%20KOMM%2027.11.2009.pdf\">EuGH-Verfahren &bdquo;Meilicke&ldquo; [PDF &ndash; 2.3 MB]<\/a>) absenken konnte. Ein Viertel des Geldes, das dem Fiskus zuflie&szlig;en soll, hat nichts mit der Konjunktur oder gar mit Lohnerh&ouml;hungen zu tun.<\/p><p>Selbst wenn aber die gesch&auml;tzten Steuermehreinnahen wirklich eintr&auml;fen, liegt der Schuldenstand in Deutschland immer noch bei rund 80 Prozent des Bruttoinlandproduktes &ndash; also weit &uuml;ber der von der EU gesetzten Marke von 60 Prozent. Man mag diese Marke grunds&auml;tzlich, aber auch angesichts der Verschuldung anderer europ&auml;ischer L&auml;nder wie etwa Gro&szlig;britannien (80%), Frankreich (81,7%), gar nicht zu reden von Griechenland (142,8), Italien (119%) <a href=\"http:\/\/www.staatsverschuldung.de\/ausland.htm\">oder Portugal (93%)<\/a> f&uuml;r nicht so wichtig halten, aber Tatsache bleibt, dass auch die niedrigere Neuverschuldung im laufenden Jahr von nach wie vor etwa 25 Milliarden Euro, doppelt so hoch liegt, wie im Vorkrisenjahr 2008.<br>\nVon einem Spielraum f&uuml;r Steuersenkungen kann also keine Rede sein, sie erfolgen nach wie vor auf Pump. <\/p><p><strong>Was sind die Steuersch&auml;tzungen wert?<\/strong><\/p><p>Die Steuersch&auml;tzer m&uuml;ssen auf der Basis der Konjunkturprognose der Bundesregierung sch&auml;tzen. Dort wird f&uuml;r das Jahr 2012 &ndash; ab dem ja die Steuersenkungen im Volumen von 6 Milliarden Euro eintreten sollen &ndash; ein Einnahmeplus von 7,4 Milliarden Euro prognostiziert, unter der Annahme, dass das Bruttoinlandsprodukt (nominal) immerhin noch um 2,4% (real + 1,0) w&auml;chst. <\/p><p>Keine einzige nicht regierungsamtliche Konjunkturprognose trifft jedoch derart optimistische Annahmen. Nur noch 0,8 Prozent Wachstum erwarten die Forschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten f&uuml;r 2012. Das DIW erwartet f&uuml;r das Schlussquartal 2011 sogar eine <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/de\/diw_02.c.102177.de\/forschung_beratung\/daten\/konjunkturbarometer\/konjunkturbarometer_vom_28_september_2011.html\">Stagnation<\/a>. <\/p><p>Wie rasch solche Prognosen von der Wirklichkeit &uuml;berholt werden und wie sehr sich die Steuersch&auml;tzer versch&auml;tzen k&ouml;nnen, zeigt sich allein in der Tatsache, dass sie ihre Fr&uuml;hjahrssch&auml;tzung um &uuml;ber 16 Milliarden nach oben korrigieren mussten. Genauso deutlich &uuml;ber-sch&auml;tzt haben sich die Experten vor dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise. <\/p><p>&bdquo;Vergesst die Steuersch&auml;tzung&ldquo; warnt Robert von Heusinger in der Frankfurter Rundschau zu Recht. Sie sei &uuml;berholt, <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/kommentar-vergesst-die-steuerschaetzung,1472602,11103968.html\">bevor sie &uuml;berhaupt erstellt wurde<\/a>.<\/p><p>Diese Unsicherheit hindert die Koalitionsrunde allerdings nicht beim abendlichen Imbiss im Kanzleramt den L&ouml;wenanteil, n&auml;mlich 6 von 7 Milliarden eines h&ouml;chst unsicheren Einnahmeplus gleich wieder zu verschlingen, damit der FDP-Vorsitzende endlich seine Steuersenkung &bdquo;liefern&ldquo; kann. <\/p><p><strong>Euphorie ist v&ouml;llig unangebracht<\/strong><\/p><p>571,2 Milliarden Euro errechnet der Sch&auml;tzerkreis f&uuml;r das laufende Jahr an gesamten Steuereinnahmen f&uuml;r Bund, L&auml;nder und Kommunen. Das ist nat&uuml;rlich gegen&uuml;ber den 529,3 Milliarden Euro im Jahre 2010 ein deutliches Plus von &uuml;ber 40 Milliarden. <\/p><p>Wenn man unter Ged&auml;chtnisverlust leidet, kann man das gro&szlig;artig feiern. <\/p><p>Wer denkt auch schon nur drei Jahre zur&uuml;ck: Im Vorkrisenjahr 2008 da hat der Staat im immerhin 561,2 Milliarden eingenommen, also gerade einmal 10 Milliarden oder nicht einmal 2 Prozent weniger als f&uuml;r dieses Jahr gesch&auml;tzt wird. Rechnet man die Inflation mit ein, dann hat der Staat im laufenden Jahr weniger Geld (Kaufkraft) zur Verf&uuml;gung als vor der Krise &ndash; und das obwohl die Haftungsrisiken f&uuml;r den Staat exorbitant gestiegen und das in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation, in der staatlicherseits alles getan werden m&uuml;sste, um eine Rezession zu verhindern. <\/p><p><strong>Der Bund gewinnt, L&auml;nder und vor allem Kommunen verlieren<\/strong><\/p><p>Schaut man sich die pauschalen Betr&auml;ge aber noch etwas genauer an, dann kann der Bund von den Gesamteinnahmen von 571,2 Milliarden Euro allein einen Anteil von 246,7 Milliarden Euro erwarten. Gegen&uuml;ber dem Vorkrisenjahr 2008 mit Einnahmen von 239,2 Milliarden ist das ein Plus von 7,5 Milliarden Euro. An den Bund gehen also drei Viertel der 10 Milliarden  Einnahmeerh&ouml;hung gemessen an den Werten von vor drei Jahren.<br>\n(Siehe zu den Vergleichszahlen <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/nn_4158\/DE\/BMF__Startseite\/Service\/Downloads\/Abt__I\/19621__Gebietsk_C3_B6rperschaften__2007__2010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf\">&bdquo;Kassenm&auml;&szlig;ige Steuereinnahmen nach Gebietsk&ouml;rperschaften 2007 &ndash; 2010&ldquo; [PDF &ndash; 15 KB]<\/a>) <\/p><p>An die L&auml;nder gingen 2008 221,9 Milliarden der Steuereinnahmen. Die L&auml;ndereinnahmen k&ouml;nnten sich nach der j&uuml;ngsten Sch&auml;tzung gerade einmal auf 223,1 Milliarden Euro, also um 1,2 Milliarden Euro oder um ein halbes Prozent erh&ouml;hen. <\/p><p>Da hilft es wenig, wenn die Koalitionsrunde gro&szlig;spurig ank&uuml;ndigt, dass der Bund das Minus bei der Einkommensteuer, das ja <a href=\"http:\/\/www.bundesfinanzministerium.de\/nn_4158\/DE\/BMF__Startseite\/Service\/Downloads\/Abt__I\/0602221a6009__Steuerarten__2006_E2_80_932010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf\">auch die L&auml;nder betrifft [PDF &ndash; 12 KB]<\/a>, alleine tragen soll. Das vermeintlich gro&szlig;z&uuml;gige Angebot einer Halbierung der Mindereinnahmen durch die Erh&ouml;hung des Grundfreibetrags (veranschlagt mit 4 Milliarden) bedeutet f&uuml;r die L&auml;nder 2 Milliarden weniger an Steuern und beschert ihnen  gegen&uuml;ber 2008 ein Minus. <\/p><p>Noch schlimmer sieht es bei den Gemeinden aus. Sie nahmen im Jahr 2008 rd. 77 Milliarden Euro an Steuern ein, nach der Sch&auml;tzung f&uuml;r 2011 aber nur noch 76,3 Milliarden. F&uuml;r die Jahre 2013 bis 2015 sagen selbst die Steuersch&auml;tzer Mindereinnahmen voraus. <\/p><p>Die Kommunen, die schon im letzten Jahr ein Defizit von knapp 10 Milliarden ausweisen, die den weitaus h&ouml;chsten Personalbestand aller Gebietsk&ouml;rperschaften haben, die vor allem aber den weitaus h&ouml;chsten Anteil der gesamten &ouml;ffentlichen Investitionen realisieren, haben also 2011 nach aller Voraussicht weniger Geld zur Verf&uuml;gung als noch vor drei Jahren. St&auml;dte und Gemeinden sorgen aber z.B. f&uuml;r 60% der &ouml;ffentlichen Bauinvestitionen und sie stellen den gr&ouml;&szlig;ten Teil der &ouml;ffentlichen Infrastruktur und der Dienstleistungen bereit. <\/p><p>Die kommunale Investitionsquote, die ohnehin in den letzten Jahren schon dramatisch gesunken ist, wird also weiter sinken m&uuml;ssen. Angesichts der allgemein abflauenden Konjunkturaussichten der privaten Wirtschaft bewirken die zur&uuml;ckgehenden Investitionen der Kommunen einen zus&auml;tzlichen D&auml;mpfer. <\/p><p>Aber nicht nur das: Schon jetzt wollen (oder m&uuml;ssen) <a href=\"http:\/\/www.ey.com\/DE\/de\/Newsroom\/News-releases\/2011_Umfrage_unter_deutschen_Kommunen\">86 Prozent der Kommunen Steuern und Geb&uuml;hren erh&ouml;hen<\/a>. Das hei&szlig;t, die in der Koalitionsrunde beschlossenen minimalen Senkungen bei der Lohn- und Einkommensteuer, werden durch h&ouml;here Geb&uuml;hren f&uuml;r st&auml;dtische Angebote aufgefressen. Also ganz real durch h&ouml;here Beitr&auml;ge f&uuml;r Kinderg&auml;rten, f&uuml;r Ganztagsschulen, durch Parkgeb&uuml;hren oder durch steigende Hundesteuern oder sonstigen Abgaben. <\/p><p>Der Bund, der der Hauptgewinner der Steuermehreinnahmen ist, verteilt Steuergeschenke auf dem R&uuml;cken der L&auml;nder und der gebeutelten Kommunen. Letztere werden gar nicht anders k&ouml;nnen, als ihre Verluste bei den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern durch h&ouml;here Steuern und Geb&uuml;hren wieder hereinzuholen. Was also an kleinen Betr&auml;gen an Steuerentlastung in der linken Tasche der Leute ankommt, wird ihnen aus der rechten Tasche wieder herausgenommen. Und das alles nur, weil die FDP meint, mit solchen Taschenspielertricks wieder die F&uuml;nf-Prozent-Klausel bei Wahlen &uuml;berspringen zu k&ouml;nnen. <\/p><p><strong>F&uuml;r wen ist die Steuersenkung eine Wohltat<\/strong><\/p><p>Die Erh&ouml;hung des Grundfreibetrags, der steuerfrei bleiben soll, ist sicherlich eine kleine Erleichterung f&uuml;r all diejenigen, die am Existenzminimum leben. Derzeit bleibt ein Alleinstehender bis zu einem Jahreseinkommen von 8.004 Euro steuerfrei. Das ist ein Monatseinkommen von 667 Euro und liegt knapp &uuml;ber dem Hartz IV-Regelsatz.<br>\nUm wie viel der Freibetrag angehoben wird, ist noch nicht bekannt. <\/p><p>Nun h&ouml;rt es sich ganz toll an, dass die Steuerentlastung f&uuml;r die Erh&ouml;hung des Grundfreibetrags 4 Milliarden betragen soll. Wer nun aber glaubt davon h&auml;tten vor allem die Niedrigsteinkommensbezieher etwas, der irrt. Vom steuerfreien Existenzminimum profitieren alle Steuerzahler &ndash; aufgrund der Steuerprogression zwar in abschw&auml;chenden Umfang, aber immerhin auch noch die Spitzenverdiener.  <\/p><p><a href=\"upload\/bilder\/110628_einkommensteuertarife.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/110628_einkommensteuertarife_th.jpg\" alt=\"Einkommensteuertarife\" title=\"Einkommensteuertarife\"><\/a><\/p><p>Eine wirkliche Entlastung, f&uuml;r diejenigen, die es am N&ouml;tigsten h&auml;tten, w&auml;re m&ouml;glich, wenn die (oben dargestellte) Progressionszone I mit dem h&ouml;chsten Anstieg bei der Steuerbelastung gesenkt  und\/oder abgeflacht w&uuml;rde. <\/p><p>Aber Schwarz-Gelb geht es ja erwiesenerma&szlig;en nicht um die Geringverdiener, sondern es geht um den vermeintlichen &bdquo;Mittelstandsbauch&ldquo; oder wie das Tarnwort hei&szlig;t, um die &bdquo;kalte Progression&ldquo;. Wie man am Verlauf der Progressionszone II erkennen kann, steigen sowohl der Grenz- als auch der Durchschnittssteuersatz bei jeder Lohnerh&ouml;hung automatisch mit. Das ist in der Tat ein &Auml;rgernis f&uuml;r viele Steuerzahler. <\/p><p>Der eigentliche &bdquo;Bauch&ldquo; im Steuersystem liegt aber &ndash; wie man an der steil ansteigenden Linie in der obigen Grafik leicht sehen kann &ndash; heute eher im Bereich eines Einkommens zwischen 8005 und 13.469 Euro. Da steigt der Grenzsteuersatz steil von 14 auf 24% an und der Grenzsteuersatz je 1.000 Euro  mehr Jahreseinkommen um 1,88 Prozentpunkte. In der zweiten Progressionszone sind dies noch 0,62 Prozentpunkte pro 1.000 Euro mehr zu versteuerndem Brutto im Jahr. Wie man auch erkennen kann, ist der Steuersatz zwischen 52.882 Euro bis 250.730 Euro Jahreseinkommen ohnehin konstant.<br>\n(Siehe dazu ausf&uuml;hrlicher Jens Berger <a href=\"?p=9900\">&bdquo;Steuerb&auml;uche und Steuergeschenke &ndash; wie der W&auml;hler an der Nase herumgef&uuml;hrt wird&ldquo;<\/a>)<\/p><p>Es ist zwar noch v&ouml;llig unklar, wie die Entlastungen bei der Einkommensteuer aussehen sollen, wenn sich allerdings auch hier die Vorstellungen der FDP durchsetzen sollten, dann w&uuml;rden auch dabei die unteren bis mittleren Einkommen nur marginal profitieren, w&auml;hrend die h&ouml;heren Einkommen von &ndash; einmal angenommen &ndash; 6.000 Euro Verdienst im Monat &ndash; wie bei der Partei der Besserverdienenden nicht anders zu erwarten &ndash; in absoluten Zahlen fast hundert Mal mehr entlastet werden als Einkommensbezieher mit einem Bruttolohn von 2.000 Euro. (Siehe dazu genauer <a href=\"?p=9877\">Wolfgang Lieb, Die Bild-Zeitung macht f&uuml;r Steuersenkungen und die FDP mobil<\/a>) <\/p><p>Wollte man tats&auml;chlich die &bdquo;kalte Progression&ldquo; verhindern, dann w&auml;re das schon rein rechnerisch nur denkbar, wenn man bei Lohnsteigerungen sowohl den Grundfreibeitrag als auch alle anderen Eckwerte jeweils um soviel Prozente ansteigen lie&szlig;e, wie die Lohnerh&ouml;hungen jeweils ausmachten. Das w&auml;re jedoch eine Revolution im deutschen Steuertarifsystem und diese ist von dieser Regierung, die die Umverteilung von unten nach oben auf allen Feldern vorantreibt, gewiss nicht zu erwarten.<\/p><p>Einmal v&ouml;llig abgesehen von der Frage, ob Steuermehreinnahmen nicht besser in den Schuldenabbau oder angesichts einer sich abzeichnenden Rezession in die Ankurbelung der Wirtschaft gesteckt werden sollten, die unteren und mittleren Einkommensbezieher, die sich durch die Steuersenkungsbeschl&uuml;sse des Koalitionsausschusses nun Hoffnungen machen sollten, &bdquo;mehr Netto vom Brutto&ldquo; in der Tasche zu haben, werden nach Umsetzung der gestrigen Eckdaten ins Kleingedruckte vermutlich ziemlich ern&uuml;chtert auf ihre Gehalts&uuml;berweisung auf ihr Girokontos schauen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>40 Milliarden Euro soll der Fiskus in diesem Jahr mehr einnehmen, so sch&auml;tzen die Steuersch&auml;tzer. Was steckt tats&auml;chlich hinter den Steuermehreinnahmen? Was sind solche Steuersch&auml;tzungen wert? Wer gewinnt und wer verliert? Sind die im Koalitionsausschuss beschlossenen Steuerentlastungen tats&auml;chlich eine Wohltat und wenn ja, f&uuml;r wen? Von Wolfgang Lieb <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[146,137,11],"tags":[427,308,1147,440],"class_list":["post-11204","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-soziale-gerechtigkeit","category-steuern-und-abgaben","category-strategien-der-meinungsmache","tag-einkommensteuer","tag-existenzminimum","tag-kalte-progression","tag-schaeuble-wolfgang"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11204"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11204\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11206,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11204\/revisions\/11206"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}