{"id":112121,"date":"2024-03-08T09:05:00","date_gmt":"2024-03-08T08:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112121"},"modified":"2024-03-11T07:07:30","modified_gmt":"2024-03-11T06:07:30","slug":"mehr-als-die-bessere-haelfte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112121","title":{"rendered":"Mehr als die bessere H\u00e4lfte"},"content":{"rendered":"<p>Der heutige 8. M&auml;rz ist der Internationale Frauentag, seit 1921 wird dieser gefeiert. Die UN hat den Tag unter das Motto &bdquo;In Frauen investieren: Fortschritte beschleunigen&ldquo; gestellt und weist damit auf den Mangel an finanziellen Mitteln hin, der mit verhindert, dass die Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen der Gesellschaft voranschreiten kann. Tats&auml;chlich lautet der n&uuml;chterne Befund, wohin man bei allen Ann&auml;herungen weltweit schaut: Kein Land hat eine wirkliche Gleichstellung der Geschlechter erreicht. Der Ehrentag f&uuml;r die Frauen blinkt wie ein mahnendes Signal im gesellschaftlichen Bewusstsein auf und ist Aufforderung, Frauen in unserer Gesellschaft nicht lediglich charmant als &bdquo;bessere H&auml;lfte&ldquo; zu loben, sondern anzuerkennen, dass sie mehr als das sind, im Guten wie auch im weniger Guten, und zu fordern, dass M&auml;nner und Frauen angesichts des erschreckenden, gemachten Zustands unserer Welt einstehen m&uuml;ssen, diese Welt &uuml;ber die richtig und wichtig zu erstreitende Gleichberechtigung hinaus zu einem besseren Ort zu machen. Ein Beitrag von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3612\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-112121-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240309-bessere-Haelfte-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240309-bessere-Haelfte-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240309-bessere-Haelfte-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240309-bessere-Haelfte-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=112121-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240309-bessere-Haelfte-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240309-bessere-Haelfte-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Mama ist die Beste! Sie ist aber auch Teil einer ungerechten Welt<\/strong><\/p><p>Ganz abgesehen davon, dass man den einst in von M&auml;nnern dominierten Gesellschaften von Frauen schwer erk&auml;mpften Ehrentag f&uuml;r die Frauen feiert, sei gesagt: Jeder Tag sollte Frauentag, Muttertag sein, an jedem Tag w&auml;re es angebracht, Frauen Blumen zu schenken, sie in den Arm zu nehmen. Was w&auml;ren die M&auml;nner, die kleinen wie die gro&szlig;en, ohne Frauen? Frauen sind wunderbar, sie sind die bessere H&auml;lfte in der wundervollen Zweisamkeit, der Verbindung von Mann und Frau, hei&szlig;t es romantisch. Mehr noch, sie sind mehr als das, mehr als nur eine H&auml;lfte. Sie sind M&uuml;tter, Gro&szlig;m&uuml;tter, sie sind unsere Partnerinnen, Menschen, die Familien zusammenhalten, die ihre, unsere Kinder, die sie auf die Welt gebracht haben, besch&uuml;tzen, beh&uuml;ten und versorgen, die ihren Partnern zur Seite stehen, ihnen den R&uuml;cken freihalten. Auch das klingt romantisch.<\/p><p>Frauen verschenken selbst Tag f&uuml;r Tag auf ihre Art Blumen, Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit. Sie streicheln, sie tr&ouml;sten, sie lachen und weinen mit uns. Es ist ihre Natur. Danke, dass das so ist. Logisch, dass das Kind sagt: &bdquo;Mama ist die Beste.&ldquo; Und der Mann sagt: &bdquo;Was t&auml;t&lsquo; ich ohne Dich, Liebste!&ldquo; Er wei&szlig;, wir wissen: Diese Familienmenschen, diese unsere Frauen sind weit weit mehr als die K&uuml;mmerer daheim.<\/p><p>Ganz unromantisch sei gesagt, die Frauen sind &uuml;ber all das (Private) hinaus unersetzbar: Frauen sind Gesellschaftsmenschen, vielf&auml;ltig Berufst&auml;tige, politisch, kulturell, k&uuml;nstlerisch, wissenschaftlich Aktive, die Aufz&auml;hlung endet und endet nicht. Frauen bereichern unsere Welt, sie sind die H&auml;lfte, mindestens, der Welt. Die andere H&auml;lfte sind die M&auml;nner, mindestens.<\/p><p>Ganz offen, Frauen regieren diese Welt aber eben auch mit und &auml;hneln dabei mitunter den M&auml;nnern in ihrem Handeln. Dieser Hinweis ist als Kritik zu verstehen. Eine fortw&auml;hrend ausstehende Gleichberechtigung, eine ungerechte Verteilung der Errungenschaften, der Erl&ouml;se, der Reicht&uuml;mer, der Vorteile und Gen&uuml;sse der Gesellschaft, die grassierende Ungerechtigkeit der Welt, ungel&ouml;ste soziale Fragen, Konflikte, Krise, Kriege &ndash; sie tragen auch die weibliche Handschrift. Man schaue sich Regierungen und Parlamente an. In Italien regiert eine Frau, in Frankreich strebt eine Frau an die Macht, beide weiblichen Politiker gelten als extrem. Und im bundesdeutschen Parlament voten Frauen wie ihre m&auml;nnlichen Kollegen schon mal f&uuml;r mehr Waffenlieferungen in Kriegsgebiete.<\/p><p>Nebenbei, eine Frau regierte vor einiger Zeit 16 Jahre lang Deutschland.<\/p><p><strong>Systemrelevant und doch kurzgehalten<\/strong><\/p><p>Ja, Frauen halten trotz allem an der Basis den allt&auml;glichen, &ouml;ffentlichen Betrieb am Laufen. Schauen Sie sich um. Ob im Supermarkt an der Kasse, beim Regale Einsortieren, an der Verkaufstheke, in all den anderen L&auml;den in den Innenst&auml;dten, in den Praxen, Krankenh&auml;usern, Pflegeheimen, Kinderg&auml;rten, Schulen, und, und, und. Frauen arbeiten f&uuml;r das Funktionieren unseres Landes oft in Bereichen, in denen M&auml;nner eher seltener oder gar nicht t&auml;tig sind. Durch die Stra&szlig;en der Stadt d&uuml;sen Kleinwagen von Pflegefirmen. Am Steuer sitzen meist Frauen, die zuverl&auml;ssig von Adresse zu Adresse fahren, um ihre alten Herrschaften zu versorgen, ihren Senioren ein paar Minuten liebe Worte und etwas N&auml;he zu geben, Essen zu bringen, Medikamente, Hauswirtschaft, t&auml;gliche Kosmetik etc. Sie sind Engel, die alten Menschen kurze Zweisamkeit in der Einsamkeit schenken.<\/p><p>Wir Mitmenschen wissen ganz genau. Die Frauen arbeiten in all den aufgez&auml;hlten Bereichen unserer Gesellschaft sehr wohl f&uuml;r unser Gemeinwohl, jedoch f&uuml;r einen eher schmalen Taler. Mehr noch: Sowohl im sozialen Bereich, im Handel, Service und in vielen anderen Teilen der Gesellschaft, in der Wirtschaft, in Institutionen kann von vollendeter Gleichberechtigung und von echter Wertsch&auml;tzung nicht die Rede sein. Beim Blumen Schenken sind wir zur Stelle (Beifall von Balkonen war auch schon mal in), wie sieht unser Einsatz f&uuml;r diese Wertsch&auml;tzung aber beim Lohn und bei guten Arbeitsbedingungen und f&uuml;r eine gesellschaftlich faire Position f&uuml;r die Frau aus?<\/p><p><strong>Einerseits Lob, Liebe und Blumen &ndash; und andererseits?<\/strong><\/p><p>Frauen reichen der Welt die Hand, doch die Welt nimmt gleich die ganze Frau, um sie weiter in der zweiten Reihe verharren zu lassen. Frauen verdienen mehr, auf jeden Fall den gleichen Lohn, doch sie werden schlechter bezahlt als M&auml;nner. Immer noch. Frauen verdienen in Deutschland deutlich weniger als M&auml;nner in gleichen Berufen, wird heute erneut zum Internationalen Frauentag kritisiert, der auf den Equal Pay Day folgt, der Tag der Entgeltgleicheit zwischen Frauen und M&auml;nnern. Man stelle sich vor, der Unterschied bei der Bezahlung betr&auml;gt in Deutschland 19 Prozent, damit ist die Bundesrepublik in Europa in Statistiken <a href=\"https:\/\/www.plan.de\/magazin\/artikel\/gleichberechtigung\/equal-pay-day-2024-gleicher-lohn-fuer-gleiche-arbeit.html?sc=IDQ24100\">oben angesiedelt<\/a>.<\/p><p><strong>Auch sonst keine heile Welt &ndash; schlimmer noch<\/strong><\/p><p>Liebend gern nehmen wir uns das Ideal von &bdquo;Mama ist die Beste&ldquo; und &bdquo;wie wundervoll die Frau ist&ldquo; an, doch leben wir keinesfalls in einer heilen Welt. Tatsache ist: Frauen werden in unserer hoch entwickelten, zivilisierten Welt fortw&auml;hrend schlecht behandelt. Ein drastisches Beispiel aus unserer Gesellschaft:<\/p><blockquote><p>\n<em>Mehr als jeden dritten Tag t&ouml;tet ein Mann in Deutschland seine Partnerin oder Ex-Partnerin. Alle vier Minuten wird ein Mann seiner Partnerin gegen&uuml;ber gewaltt&auml;tig.<\/em><br>\n<em>(Quelle: <a href=\"https:\/\/unwomen.de\/internationaler-frauentag-2024\/\">UN Women<\/a>)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Das romantische Bild der Blumen, der Liebe zu Frauen ist angekratzt. Gewaltvoll ist unsere Zeit, unsere Gesellschaft, verdeckt, dezent, offen.<\/p><p>Das kriegerische Treiben im Kleinen und im Gro&szlig;en nimmt weiter an Fahrt auf, der Internationale Frauentag sollte Tag der Mahnung, der Anklage gegen Gewalt in jedweder Form sein.<\/p><p><strong>Ein weiterer Aspekt: Sprachliche Gleichberechtigung, und doch bleibt die Ungleichheit?<\/strong><\/p><p>Allerorten ist zu h&ouml;ren und zu lesen: Unsere Muttersprache ver&auml;ndert sich, und zwar so, dass sie damit gerechter werde. Gerade am Internationalen Frauentag ist dar&uuml;ber zu sprechen. Eine Motivation daf&uuml;r, die Sprache zu entwickeln, zu ver&auml;ndern, sei Teil der Gleichberechtigung, sagen Bef&uuml;rworter dieses Wandels. Ein Wort sorgt in diesem Prozess f&uuml;r eine intensive, andauernde Debatte, die sich zu einem gesellschaftlichen Dauerkampf ausgepr&auml;gt hat: &bdquo;gender&ldquo;. Bei der Landeszentrale f&uuml;r Politische Bildung wird dazu geschrieben:<\/p><blockquote><p>\n<em>Das Wort &bdquo;gender&ldquo; kommt aus dem Englischen und bedeutet Geschlecht. Damit ist nicht das biologische Geschlecht, sondern das soziale Geschlecht gemeint.<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Ein soziales Geschlecht bezieht sich auf alles, was als typisch f&uuml;r Frauen und M&auml;nner gilt. Es geht um das gelebte und gef&uuml;hlte Geschlecht, nicht um das aufgrund k&ouml;rperlicher Merkmale zugewiesene Geschlecht.<\/em><\/li>\n<li><em>Gendern bedeutet geschlechtergerechte Sprache. Mit dem geschlechterbewussten Sprachgebrauch soll die Gleichbehandlung aller Geschlechter\/Identit&auml;ten zum Ausdruck gebracht werden.<\/em><\/li>\n<li><em>Im Deutschen wird bis heute meist das generische Maskulinum verwendet, also die m&auml;nnliche Variante. Personen und Berufe werden grammatisch m&auml;nnlich bezeichnet, obwohl es in aller Regel auch eine weibliche Wortform gibt.<\/em><\/li>\n<li><em>Seit der rechtlichen Einf&uuml;hrung der dritten Geschlechtsoption &bdquo;divers&ldquo; im Jahr 2018 wird zudem &uuml;ber eine mehrgeschlechtliche Schreibweise diskutiert, die nicht nur das m&auml;nnliche und weibliche Geschlecht einschlie&szlig;t, sondern auch andere Geschlechtsidentit&auml;ten.<\/em><\/li>\n<li><em>Diskussionen &uuml;ber eine geschlechtergerechte deutsche Sprache gibt es seit den 1970er Jahren. Die Positionen sind oft verh&auml;rtet. Die einen sehen Gendern als Ausdruck der Gleichstellung, andere empfinden es als Sprachverhunzung und Bevormundung.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.lpb-bw.de\/gendern\">lpb<\/a>)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Geschlechtergerechte Sprache soll Gleichbehandlung zum Ausdruck bringen. Das Engagement f&uuml;r den viel diskutierten und mehr und mehr im &ouml;ffentlichen Sprachgebrauch praktizierten Sprachstil zielt &ndash; so weit, so gut &ndash; auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau und dar&uuml;ber hinaus (eine mehrgeschlechtliche Schreibweise, die nicht nur das m&auml;nnliche und weibliche Geschlecht einschlie&szlig;t, sondern auch andere Geschlechtsidentit&auml;ten).<\/p><p>Bei allem Eifer und aller Zufriedenheit derer, die den neuen Sprachstil pflegen, damit gerecht zu sein, sei gesagt, dass mit dem Zur&uuml;ckdr&auml;ngen des generischen Maskulinums (und nein, nicht notorisch Frauen diskriminierenden Teils der Muttersprache) keine Lohnerh&ouml;hung, keine Angleichung, keine Gleichberechtigung erzielt wurde und wird.<\/p><p>Mehr noch, eine gerecht gemeinte Sache mit ungerechten Mitteln und Handlungsweisen durchzusetzen, wird damit nicht seri&ouml;ser. Die von der Landeszentrale angesprochene Sprachverhunzung und Bevormundung bis hin zur Benachteiligung in Ausbildung, Beruf und Gesellschaft benachteiligt vielmehr die Betroffenen (ganz gleich welchen Geschlechts). Beinah grotesk sind Lobesreden und Einladungen im Stil des Genderns bei Ordensverleihungen wie beim Bundespr&auml;sidenten, zu dessen freudigen Ereignissen die G&auml;ste nun als G&auml;st*innen bezeichnet werden.<\/p><p><strong>Was w&uuml;rde Clara Zetkin sagen?<\/strong><\/p><p>Der Internationale Frauentag wurde von einer deutschen Politikerin ma&szlig;geblich begr&uuml;ndet: Clara Zetkin. Ihr Verdienst ist neben der W&uuml;rdigung der Frau ihr entschiedenes Engagement f&uuml;r die Verbindung von Frauen und M&auml;nnern im Kampf f&uuml;r eine gesellschaftliche Befreiung und Emanzipation. Im Portr&auml;t des <em>MDR<\/em> hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\n<em>Fr&uuml;h entdeckte die selbstbewusste und mutige Sozialdemokratin ihr Thema, das Grundmotiv ihres Kampfes, das sie bis zum Tod begleitete: Wie ist die Emanzipation der Frau mit der Befreiung des Proletariats aus dem Zwangsverh&auml;ltnis der Kapitalverwertung verbunden? Clara Zetkin, ausgehend von August Bebels Schrift &bdquo;Die Frau und der Sozialismus&ldquo;, hat &uuml;ber die Antwort keinerlei Zweifel: &bdquo;Die Emanzipation der Frau wie die des gesamten Menschengeschlechts wird ausschlie&szlig;lich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein. Nur in der sozialistischen Gesellschaft werden die Frauen wie die Arbeiter in den Vollbesitz ihrer Rechte gelangen.&ldquo;<\/em><br>\n<em>(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/zeitgeschichte-gegenwart\/politik-gesellschaft\/clara-zetkin-116.html\">MDR<\/a>)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Clara Zetkin reichte es demnach nicht, lediglich f&uuml;r gleichen Lohn f&uuml;r gleiche Arbeit zu sein, sondern die Ursache der Ungleichheit, der Abh&auml;ngigkeiten, der Arbeitsverh&auml;ltnisse und der Verteilungsungerechtigkeit zu entlarven und zu verurteilen. Nun, n&uuml;chtern konstatiert: Jetzt und hier im 21. Jahrhundert ist eine wirkliche sozialistische, mindestens eine gerechtere Gesellschaft nach Zetkin weit und breit nicht in Sicht. Das Engagement f&uuml;r die Gleichberechtigung der Frau hat folglich auch andere, ehrgeizige, unternehmerische, machtbezogene Beweggr&uuml;nde: eine angestrebte bessere Beteiligung von Frauen in der kapitalistischen Gesellschaft, im politischen Geschehen, in der Wirtschaft. Beklagt wird unter anderem:<\/p><blockquote>\n<ul>\n<li><em>35,1 Prozent der Bundestagsabgeordneten sind Frauen.<\/em><\/li>\n<li><em>Nur 11 Prozent aller Vorstandsposten der 160 gr&ouml;&szlig;ten deutschen b&ouml;rsennotierten Unternehmen sind mit Frauen besetzt. In Aufsichtsr&auml;ten liegt der Anteil bei 32 Prozent.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>(Quelle: <a href=\"https:\/\/unwomen.de\/internationaler-frauentag-2024\/\">UN Women<\/a>)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Frauen k&ouml;nnten bessere Bosse sein. K&ouml;nnten.<\/strong><\/p><p>Frauen mischen also den Statistiken nach noch nicht auf gleichem Niveau wie M&auml;nner in unserer kapitalistischen Gesellschaft mit. Sich dies zu w&uuml;nschen, liegt der aufrichtigen Hoffnung zugrunde, dass Frauen in wichtigen Positionen bessere Politiker, bessere Wirtschaftsbosse als M&auml;nner sein k&ouml;nnten &ndash; frei nach dem Spruch &bdquo;Mama ist die Beste&ldquo;. Frauen wissen ja, wie wichtig und richtig es ist, Liebe zu verbreiten, wie schlimm es ist, in Unfrieden und Ungerechtigkeit zu leben. Frauen k&ouml;nnten also bessere Bosse sein. K&ouml;nnten.<\/p><p>Der Kampf f&uuml;r Gleichberechtigung, f&uuml;r das Erreichen von Zielen wie gleicher Lohn, faire Teilhabe, ehrliche R&uuml;cksicht auf Frauen, eine Befriedung, eine Entschleunigung, eine Vers&ouml;hnung der Gesellschaft ist und bleibt aktuell und wird lange dauern &ndash; Ausgang ungewiss. Gerade ist schmerzvoll zu erleben, dass fern von einer w&uuml;nschenswerten Geschlechtergerechtigkeit in der Welt verst&auml;rkt Ungerechtigkeiten und schlimmes Unheil auf der Tagesordnung stehen, befeuert von wenigen m&auml;chtigen M&auml;nnern und m&auml;chtigen Frauen gegen viele M&auml;nner und Frauen, gegen viele Menschen. Das UN-Motto des Internationalen Frauentages 2025 sollte daher, an die Adresse der M&auml;chtigen gerichtet, vielleicht hei&szlig;en: In den Frieden investieren statt in Waffen.<\/p><p><small>Titelbild: Agenturfotografin\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der heutige 8. M&auml;rz ist der Internationale Frauentag, seit 1921 wird dieser gefeiert. Die UN hat den Tag unter das Motto &bdquo;In Frauen investieren: Fortschritte beschleunigen&ldquo; gestellt und weist damit auf den Mangel an finanziellen Mitteln hin, der mit verhindert, dass die Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen der Gesellschaft voranschreiten kann. 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