{"id":112627,"date":"2024-03-19T12:31:10","date_gmt":"2024-03-19T11:31:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112627"},"modified":"2024-03-20T07:16:20","modified_gmt":"2024-03-20T06:16:20","slug":"john-mearsheimer-zum-ukraine-krieg-das-endergebnis-wird-ein-eingefrorener-konflikt-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112627","title":{"rendered":"John Mearsheimer zum Ukraine-Krieg: \u201eDas Endergebnis wird ein eingefrorener Konflikt sein.\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein echtes Friedensabkommen sei nicht zu erwarten, und deshalb sei ein Ende des Konflikts nicht in Sicht, sagt am zweiten Jahrestag des Ukraine-Krieges der US-Politikwissenschaftler. <\/strong>Anl&auml;sslich des zweiten Jahrestages des Einmarsches Russlands in die Ukraine ver&ouml;ffentlichte die chinesische Tageszeitung <em>Global Times <\/em>am 22. Februar 2024 ein <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/page\/202402\/1307492.shtml\">Interview mit <strong>John J. Mearsheimer<\/strong><\/a>, dem R. Wendell Harrison Distinguished Service Professor am Institut f&uuml;r Politikwissenschaft der University of Chicago[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112627#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Darin begr&uuml;ndete Mearsheimer seine lang gehegte &Uuml;berzeugung, dass der Westen an diesem Konflikt die Hauptschuld trage und die US-Politik gescheitert sei. In dem seit zwei Jahren andauernden milit&auml;rischen Konflikt sei ein Ende nicht in Sicht. Warum das so ist und welche Auswirkungen zu erwarten seien, erl&auml;uterte er aus seiner realistischen Perspektive. Dieses Interview sowie weitere wichtige Texte von Mearsheimer habe ich ins Deutsche &uuml;bertragen. Am Schluss folgt ein Kommentar mit zwei aufkl&auml;renden Hashtags. Von <strong>Klaus-Dieter Kolenda<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2411\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-112627-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240319_John_Mearsheimer_zum_Ukraine_Krieg_Das_Endergebnis_wird_ein_eingefrorener_Konflikt_sein_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240319_John_Mearsheimer_zum_Ukraine_Krieg_Das_Endergebnis_wird_ein_eingefrorener_Konflikt_sein_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240319_John_Mearsheimer_zum_Ukraine_Krieg_Das_Endergebnis_wird_ein_eingefrorener_Konflikt_sein_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240319_John_Mearsheimer_zum_Ukraine_Krieg_Das_Endergebnis_wird_ein_eingefrorener_Konflikt_sein_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=112627-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240319_John_Mearsheimer_zum_Ukraine_Krieg_Das_Endergebnis_wird_ein_eingefrorener_Konflikt_sein_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240319_John_Mearsheimer_zum_Ukraine_Krieg_Das_Endergebnis_wird_ein_eingefrorener_Konflikt_sein_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Interview mit John Mearsheimer in <em>Global Times (GT)<\/em> am 22. Februar 2024<\/strong><\/p><p><strong>GT: In einem fr&uuml;heren Interview haben Sie gesagt, dass der Ukraine-Konflikt eine langfristige Gefahr sein wird. Da der Konflikt in sein drittes Jahr geht, stellt sich die Frage, wie lange er noch andauern wird. Und: Unter welchen Umst&auml;nden wird er enden?<\/strong><\/p><p><strong>John Mearsheimer:<\/strong> Ich denke, dass die eigentlichen K&auml;mpfe nicht &uuml;ber das Jahr 2025 hinaus andauern werden. Die Russen werden noch mehr Territorium erobern, als sie jetzt kontrollieren, und es wird einen Waffenstillstand geben.<\/p><p>Das Endergebnis wird ein eingefrorener Konflikt sein, aber es wird zu keinem echten Friedensvertrag kommen, und deshalb wird immer die Gefahr bestehen, dass der Waffenstillstand jederzeit wieder in einen neuen Schie&szlig;krieg umschl&auml;gt.<\/p><p>Der Westen, vor allem die USA, werden ein endg&uuml;ltiges Friedensabkommen, bei dem Russland einen erheblichen Teil des ukrainischen Territoriums beh&auml;lt, nicht akzeptieren. Auch wenn es sich um einen eingefrorenen Konflikt handelt, werden der Westen und die Ukrainer gro&szlig;e Anstrengungen unternehmen, um Russlands Position in den von ihm eroberten Gebieten der Ukraine auf subtile Weise zu untergraben.<\/p><p>Gleichzeitig werden die Russen gro&szlig;e Anstrengungen unternehmen, um sicherzustellen, dass der ukrainische Rumpfstaat ein schwaches und dysfunktionales politisches und wirtschaftliches Gebilde bleibt.<\/p><p>Sie werden eine Situation haben, die kein hei&szlig;er Krieg sein wird, sondern in der voraussehbaren Zukunft durch eine Konkurrenz um mehr Sicherheit zwischen Russland auf der einen Seite und der Ukraine und dem Westen auf der anderen Seite gepr&auml;gt sein wird.<\/p><p>Das ist eine sehr deprimierende Situation, denn ein Ende des Konflikts zwischen den beiden Seiten ist nicht wirklich in Sicht. Eine akute und tiefe Feindschaft wird noch lange bestehen bleiben. Ich glaube nicht, dass Russland in absehbarer Zeit gute Beziehungen zum Westen oder zur Ukraine wiederaufbauen wird.<\/p><p><strong>GT: Ihre Warnungen aus dem Jahr 2014 sind bekannt, dass die NATO Russland in der Ukraine zu einem Krieg provozieren w&uuml;rde.<\/strong><strong> <\/strong><strong>Warum wurden solche Stimmen wie Ihre nicht beachtet?<\/strong><\/p><p>Als die NATO in den 1990er-Jahren beschloss, sich zu erweitern, gab es eine gro&szlig;e Debatte innerhalb der USA. Gegner der NATO-Erweiterung, die im Grunde alle Realisten waren, sagten, wenn man die NATO nach Osten ausdehne, werde man Russland gegen sich aufbringen, was irgendwann zu einem ernsthaften Konflikt f&uuml;hren werde.<\/p><p>Sie wurden von einer einflussreichen Gruppe au&szlig;enpolitischer Liberaler bek&auml;mpft, die glaubten, dass die USA als ein &bdquo;g&uuml;tiger Hegemon&ldquo; angesehen werde und dass die USA die NATO nach Osten in Richtung Russland ausdehnen k&ouml;nnten, ohne dass dies zu Schwierigkeiten f&uuml;hren w&uuml;rde. In den 1990er-Jahren war Russland sehr schwach und konnte nichts tun, um die NATO-Erweiterung zu stoppen.<\/p><p>Die Bef&uuml;rworter der NATO-Erweiterung gewannen also die Debatte. Die erste gro&szlig;e Erweiterung erfolgte dann 1999 und die zweite im Jahr 2004. Ganz wichtig war, dass die NATO im April 2008 auf Dr&auml;ngen der USA erkl&auml;rt hatte, dass die Ukraine in das B&uuml;ndnis aufgenommen werden soll. Die Russen machten damals unmissverst&auml;ndlich klar, dass die Ukraine in der NATO eine existenzielle Bedrohung f&uuml;r Moskau darstellt und sie dies nicht zulassen w&uuml;rden.<\/p><p>Nichtsdestotrotz drangen die USA und ihre europ&auml;ischen Verb&uuml;ndeten weiter nach Osten vor und versuchten weiterhin, die Ukraine in die NATO zu bringen. Im Februar 2014 brach eine schwere Krise aus. Damals schrieb ich meinen ber&uuml;hmten <a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/articles\/russia-fsu\/2014-08-18\/why-ukraine-crisis-west-s-fault\">Artikel in <em>Foreign Affairs<\/em><\/a>[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>], in dem ich sagte, dass der Westen weitgehend f&uuml;r die Krise verantwortlich sei.<\/p><p>Ich sagte, die Hauptursache der Krise sei die NATO-Erweiterung und ganz allgemein die Bem&uuml;hungen des Westens, die Ukraine zu einem westlichen Bollwerk an den Grenzen Russlands zu machen. Ich habe damals argumentiert, dass dies bemerkenswert t&ouml;richt ist, weil die Russen es eindeutig als existenzielle Bedrohung betrachteten. Und wenn wir weiter darauf dr&auml;ngen w&uuml;rden, die Ukraine in die NATO zu bringen, w&uuml;rde das zu noch gr&ouml;&szlig;eren Schwierigkeiten f&uuml;hren.<\/p><p>Wie auch immer, nach dem Ausbruch der Krise im Februar 2014 verdoppelten die USA und ihre Verb&uuml;ndeten ihre Bem&uuml;hungen und dr&auml;ngten weiter darauf, die Ukraine in die Nato aufzunehmen.<\/p><p>Jedes Mal, wenn die Russen versuchten, mit uns ein Abkommen auszuarbeiten, um einen Krieg zu vermeiden, weigerten sich die Amerikaner und ihre Verb&uuml;ndeten, mit den Russen zu verhandeln.<\/p><p>Sie sagten den Russen, sie m&uuml;ssten akzeptieren, dass die Ukraine Teil der NATO werde. Doch die Russen weigerten sich, dieses Ergebnis zu akzeptieren. Und im Februar 2022, acht Jahre nach Ausbruch des Konflikts im Februar 2014, marschierten die Russen in die Ukraine ein, weil sie entschlossen waren, die Ukraine nicht Teil der NATO werden zu lassen.<\/p><p><strong>GT: Sie haben zusammen mit Sebastian Rosato ein neues Buch mit dem Titel &bdquo;How States Think: The Rationality of Foreign Policy&ldquo; (deutsch: Wie Staaten denken: Die Rationalit&auml;t in der Au&szlig;enpolitik) ver&ouml;ffentlicht, in dem Sie argumentieren, dass die NATO-Erweiterung rational war. Sie glauben auch, dass Putins harter Widerstand dagegen ebenfalls rational war. Wie sind diese Beurteilungen zu verstehen, die am Ende zum Krieg f&uuml;hrten?<\/strong><\/p><p>In unserem Buch mussten wir unter anderem die Frage beantworten: Was bedeutet es f&uuml;r einen Staat, rational zu sein? Unser Argument ist, dass ein Staat rational ist, wenn er eine glaubw&uuml;rdige Theorie &uuml;ber die internationale Politik hat, die die relevante Politik, die der Staat verfolgt, untermauert.<\/p><p>Wir sagten auch, dass es wichtig sei, dass der Entscheidungsprozess nicht von einem Einzelnen allein getroffen wird. Au&szlig;enpolitische Entscheidungen sind in der Regel kollektive Entscheidungen, aber Individuen haben oft unterschiedliche Ansichten dar&uuml;ber, was die richtige Politik ist, sodass die Menschen, die am Entscheidungsprozess beteiligt sind, die M&ouml;glichkeit haben m&uuml;ssen, ihre Ansichten zu &auml;u&szlig;ern und sie gegenseitig zu hinterfragen.<\/p><p>Wie ich bereits in Bezug auf die NATO-Erweiterung sagte, gab es zwei Gruppen, die dar&uuml;ber gestritten haben, ob diese strategisch sinnvoll sei.<\/p><p>Eine Gruppe bestand aus den Realisten, die gegen die NATO-Erweiterung waren. Sie st&uuml;tzten ihre Sichtweise auf grundlegende realistische Theorien. Sie hatten eine realpolitische Sicht auf die internationalen Beziehungen. Das ist sicherlich eine glaubw&uuml;rdige Theorie. Daher war es grunds&auml;tzlich rational, sich gegen die NATO-Erweiterung zu stellen.<\/p><p>Die Bef&uuml;rworter der Expansion vertraten eine andere Sichtweise, die auf den drei gro&szlig;en liberalen Theorien der internationalen Politik beruhte &ndash; der Theorie des Demokratischen Friedens, der Theorie der Wirtschaftlichen Unabh&auml;ngigkeit und des Liberalen Institutionalismus.<\/p><p>Dies sind alles glaubw&uuml;rdige Theorien, die in der Literatur zu den internationalen Beziehungen weithin akzeptiert sind. So handelten auch die Politiker, die die NATO-Erweiterung vorangetrieben haben, ebenfalls rational.<\/p><p>Unser Argument war, dass die beiden streitenden Seiten in der Debatte &uuml;ber die Erweiterung der NATO ihre Ansichten auf glaubw&uuml;rdige Theorien st&uuml;tzten. Obwohl die Seite, mit der ich nicht einverstanden war, gewann, war ich der Meinung, dass sie eine rationale Politik betreibt.<\/p><p>Diese Diskussion zeigt, dass es einen Unterschied zwischen &bdquo;falsch liegen&ldquo; und &bdquo;rational sein&ldquo; gibt. Ich bin der Meinung, dass die Bef&uuml;rworter der NATO-Erweiterung sich geirrt haben, aber ich glaube, sie waren rational.<\/p><p>Was Wladimir Putins Politik betrifft, so ist dies eindeutig der Fall eines Landes, das sich einer existenziellen Bedrohung durch die NATO-Erweiterung ausgesetzt f&uuml;hlte.<\/p><p>Um diese Bedrohung zu beseitigen, beschlossen die Verantwortlichen, einen Krieg gegen die Ukraine zu beginnen. Das nennt man einen Pr&auml;ventivkrieg. Ein Pr&auml;ventivkrieg ist, ob man will oder nicht, rational. Daher denke ich, dass Putin sich rational verhalten hat, als er in die Ukraine einmarschierte. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es f&uuml;r einen F&uuml;hrer, der mit einer existenziellen Bedrohung konfrontiert ist, sinnvoll ist, einen Pr&auml;ventivkrieg zu beginnen.<\/p><p>Man kann argumentieren, dass die russische Invasion in der Ukraine ein Fehler war oder gegen das V&ouml;lkerrecht versto&szlig;en hat. Man kann solche Argumente vorbringen, aber ob es falsch oder rational ist, sind zwei verschiedene Dinge. Ich denke, es war rational, weil es sehr gut zur Theorie des Pr&auml;ventivkrieges passte, die eine glaubw&uuml;rdige Theorie der internationalen Politik ist.<\/p><p><strong>GT: Putins j&uuml;ngstes Interview mit Tucker Carlson enth&uuml;llt, wie er sich Verhandlungen und Frieden vorstellt. Wie sehr wird ihm das westliche Publikum zuh&ouml;ren? Wie wird das Interview die &ouml;ffentliche Meinung im Westen &uuml;ber den Krieg beeinflussen?<\/strong><\/p><p>Es ist ganz klar, dass Tucker Carlsons Interview mit Putin im Westen so gut wie keinen Einfluss haben wird. Wirklich erstaunlich ist das Ausma&szlig;, in dem die westlichen Eliten auf der ganzen Linie nur Schlechtes &uuml;ber das Interview und Putin selbst zu sagen hatten. Wenn man sich die Reaktion des Westens ansieht, gab es kein Interesse daran, positiv auf irgendetwas zu reagieren, was Putin gesagt hat. Ich denke, dieses Interview wird keinen Einfluss darauf haben, wie sich der Ukraine-Krieg entwickelt.<\/p><p><strong>GT: Seit Beginn des Krieges glauben Sie, dass der Westen schuld ist und die US-Politik gescheitert ist. Manche meinen, dass man Russland falsch verstanden hat. Wie w&uuml;rden Sie diese Kritik entkr&auml;ften?<\/strong><\/p><p>Die g&auml;ngige Meinung im Westen ist, dass Putin den Krieg begonnen habe, weil er im Grunde ein Imperialist oder Expansionist ist. Konkret soll er daran interessiert sein, ein Gro&szlig;russland zu schaffen, was bedeutet, dass er entschlossen sei, die gesamte Ukraine zu erobern. Und dann wird er andere L&auml;nder in Osteuropa erobern und ein neues Russisches Reich schaffen.<\/p><p>Mein Argument ist, dass diese Sichtweise falsch ist. Was Putin tat, als er die Ukraine angriff, war ein Pr&auml;ventivkrieg. Er hatte keine imperialen Ambitionen. Er war nicht entschlossen, ein Gro&szlig;russland zu schaffen. Seine Entscheidung hatte vor allem damit zu tun, dass er die NATO-Erweiterung in der Ukraine als existenzielle Bedrohung f&uuml;r Russland ansah und entschlossen war, dies zu verhindern.<\/p><p>Ich habe also eine Ansicht, die in direktem Widerspruch zur g&auml;ngigen Meinung im Westen steht. Sie haben mich gefragt, wie ich beweisen kann, dass ich recht habe und die g&auml;ngige Meinung im Westen falsch ist? Die Antwort ist einfach. Es gibt keine Beweise, die die g&auml;ngige Meinung im Westen st&uuml;tzen. Es gibt keine Beweise daf&uuml;r, dass Putin ein Gro&szlig;russland schaffen wollte. Es gibt keine Beweise daf&uuml;r, dass er die gesamte Ukraine erobern wollte. Und es gibt sicherlich keine Beweise daf&uuml;r, dass er neben der Ukraine auch andere L&auml;nder erobern wollte oder will.<\/p><p>Auf der anderen Seite gibt es eine F&uuml;lle von Beweisen, die zeigen, dass er durch die Politik der NATO-Erweiterung zur Invasion in die Ukraine motiviert war, oder allgemeiner gesprochen, er war motiviert durch die Bem&uuml;hungen des Westens, die Ukraine zu einem westlichen Bollwerk an der russischen Grenze zu machen. Er hat bei zahlreichen Gelegenheiten gesagt, dass dies nicht zu akzeptieren ist. Ich denke, alle verf&uuml;gbaren Beweise zeigen, dass meine Position richtig und die g&auml;ngige Meinung im Westen falsch ist.<\/p><p><strong>GT: Russland wurde nicht besiegt, und die westlichen Sanktionen, die gegen Russland verh&auml;ngt wurden, haben sich als wirkungslos erwiesen. Hat sich die Mentalit&auml;t des Westens, &bdquo;Russland zu besiegen&ldquo;, ge&auml;ndert?<\/strong><\/p><p>Es ist ganz klar, dass die Wirtschaftssanktionen gescheitert sind. Das ist schon bemerkenswert. Die Amerikaner dachten, dass die Sanktionen gegen Russland in Verbindung mit den fr&uuml;hen Siegen der ukrainischen Armee auf dem Schlachtfeld es der Ukraine erm&ouml;glichen w&uuml;rden, Russland innerhalb der Ukraine zu besiegen, sobald der Krieg begonnen hatte. Die Sanktionen galten als kriegsentscheidende Waffe gegen Russland.<\/p><p>Aber sie sind fast vollst&auml;ndig gescheitert. Der russischen Wirtschaft geht es sehr gut. Wenn &uuml;berhaupt, dann sind es die europ&auml;ischen Volkswirtschaften, die von den Sanktionen betroffen sind. Die Sanktionen gegen Russland haben nicht funktioniert.<\/p><p>Die Frage ist nun: Wie reagieren die USA auf ihr Versagen, Russland zu besiegen? Stellen sich die USA der Realit&auml;t und dr&auml;ngen die Ukrainer zu Verhandlungen &uuml;ber eine Einigung mit Russland?<\/p><p>Die Antwort ist nein. Ich denke, die USA wollen den Krieg auf absehbare Zeit fortsetzen, in der Hoffnung, dass die Ukraine &ndash; mit Hilfe des Westens &ndash; irgendwie und irgendwann in der Lage sein wird, die Situation auf dem Schlachtfeld umzukehren, um ihr zu helfen, ihre verlorenen Gebiete zur&uuml;ckzugewinnen.<\/p><p>Das wird aber nicht m&ouml;glich sein und ist in der Tat wahnhaftes Denken. Es w&auml;re viel sinnvoller, wenn die Ukrainer jetzt versuchen w&uuml;rden, eine Einigung mit den Russen zu erzielen.<\/p><p>Aber das wird nicht passieren, denn der Westen wird nicht aufgeben, und es scheint, zumindest vorerst, dass auch die Ukrainer nicht aufgeben werden.<\/p><p><strong>GT: Wie kommentieren Sie die aktuelle US-Politik gegen&uuml;ber China?<\/strong><\/p><p>Es ist sehr wichtig zu betonen, dass die Politik einer gewissen Art der Zusammenarbeit, die die USA gegen&uuml;ber China von etwa 1990 bis 2017 betrieben haben, tot ist. Wir werden nicht zu dieser Politik zur&uuml;ckkehren.<\/p><p>Die USA verfolgen seit dieser Zeit eine Politik der Eind&auml;mmung. Die USA sind entschlossen, den Aufstieg Chinas einzud&auml;mmen, und diese Politik wird sich nicht grunds&auml;tzlich &auml;ndern. Dies zeigt, dass die Beziehungen zwischen China und den USA in Zukunft grundlegend von einer Situation der Konkurrenz gepr&auml;gt sein werden.<\/p><p>Es wird mit Sicherheit weiterhin auch eine Zusammenarbeit zwischen unseren beiden L&auml;ndern geben. China und die USA haben gemeinsame Interessen. Sie werden also an einigen Fronten zusammenarbeiten. Ich glaube zum Beispiel, dass es viel Handel zwischen den USA und China geben wird, auch wenn innovative Spitzentechnologien davon ausgeschlossen sein werden.<\/p><p>Die USA werden gro&szlig;e Anstrengungen unternehmen, um die chinesische Entwicklung von Spitzentechnologien zu verlangsamen, aber ansonsten wird es einen gro&szlig;en Handel mit Lebensmitteln, Textilien, Industrieg&uuml;tern usw. zwischen China und den USA geben. Die beiden L&auml;nder werden auch bei Themen wie der Verbreitung von Atomwaffen und hoffentlich auch beim Klimawandel weiter zusammenarbeiten.<\/p><p>Aber es ist sehr wichtig zu verstehen, dass diese Zusammenarbeit im Schatten eines intensiven globalen Wettbewerbs stattfinden wird. Dieser Wettbewerb wird die Beziehungen zwischen China und den USA dominieren, weil sie die beiden m&auml;chtigsten Staaten der Welt sind. Beide L&auml;nder werden um die Macht konkurrieren und sich gro&szlig;e Sorgen um das gegenseitige Kr&auml;fteverh&auml;ltnis machen.<\/p><p>Ich hoffe sehr, dass beide Seiten dabei gro&szlig;e Anstrengungen unternehmen werden, um den Wettbewerb auf vern&uuml;nftige Weise zu f&uuml;hren, damit wir nicht in einer milit&auml;rischen Auseinandersetzung enden. Das w&auml;re eine Katastrophe.<\/p><p>Nichtsdestotrotz wird es schwierig sein, einen Konflikt zwischen den beiden Seiten zu vermeiden, ebenso wie es w&auml;hrend des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion schwierig war, einen hei&szlig;en Krieg zu vermeiden.<\/p><p>Gl&uuml;cklicherweise haben Moskau und Washington ihre intensive Konkurrenzsituation zwischen 1947 und 1989 so gehandhabt, dass es nicht zu einer direkten milit&auml;rischen Auseinandersetzung zwischen den Superm&auml;chten gekommen ist.<\/p><p>Wir leben in unruhigen Zeiten, und die Gefahren, denen wir ausgesetzt sind, werden sich nicht zum Besseren wenden. Wenn sich &uuml;berhaupt etwas &auml;ndert, so wird es in der vor uns liegenden &uuml;berschaubaren Zeit eher schlimmer als besser werden.<\/p><p>Es war Donald Trump, der 2017 die Zusammenarbeit mit China aufgab und eine Eind&auml;mmungspolitik verfolgte. Nach der Wahl 2020, bei der Biden Trump besiegt hatte und Pr&auml;sident wurde, kehrte er nicht zu der fr&uuml;heren Politik zur&uuml;ck. Stattdessen trat er in Trumps Fu&szlig;stapfen und verdoppelte sogar die Anstrengungen bei der Politik der Eind&auml;mmung. Ob Biden oder Trump 2025 im Wei&szlig;en Haus sitzt, wird f&uuml;r die Beziehungen zwischen den USA und China also keine gro&szlig;e Rolle spielen.<\/p><p><strong>Ende der &Uuml;bersetzung des Interviews aus <\/strong><em><strong>Global Times<\/strong><\/em><\/p><p><strong>Ein Kommentar mit zwei aufkl&auml;renden Hashtags<\/strong><\/p><p>Dem oben dargestellten Interview mit Mearsheimer ist vor genau acht Monaten eine <a href=\"https:\/\/mearsheimer.substack.com\/p\/the-darkness-ahead-where-the-ukrainev\">umfassende Analyse des Ukraine-Kriegs<\/a> vorausgegangen, die der Wissenschaftler auf der US-Plattform <em>Substack <\/em>ver&ouml;ffentlicht hat und dessen damalige Einsch&auml;tzungen sich inzwischen weitgehend best&auml;tigt haben[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>].<\/p><p>In einem ausf&uuml;hrlichen <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/John-Mearsheimer-ueber-den-Ukraine-Krieg-Die-Zukunft-sieht-duester-aus-9249351.html\">Artikel in Telepolis<\/a> vom 18. August 2023 habe ich &uuml;ber diese Analyse berichtet und damals geschrieben, Mearsheimer sei zu der Einsch&auml;tzung gekommen, dass der Ukraine-Krieg eine schreckliche Katastrophe sei und die Ukraine einer dunklen Zukunft entgegengehe, wenn der Krieg weitergef&uuml;hrt werde[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p><p><strong>D&uuml;stere Aussichten: keine Friedensverhandlungen in Sicht<\/strong><\/p><p>Trotz dieser d&uuml;steren Aussichten sagte er schon damals, dass ein sinnvolles Friedensabkommen fast unm&ouml;glich zu erreichen sei. Stattdessen komme es bestenfalls zu einem eingefrorenen Konflikt, d. h. einem Waffenstillstand, der jederzeit wieder in einen hei&szlig;en Krieg umschlagen k&ouml;nne.<\/p><p>Weiterhin hat Mearsheimer damals &uuml;berzeugend begr&uuml;ndet, warum letztendlich Russland den Krieg gewinnen wird, was ja in der Zwischenzeit wahrscheinlich de facto auch schon eingetreten ist. Denn Russland sei auf dem Schlachtfeld der Ukraine gegen&uuml;ber bei der Art und Anzahl der verf&uuml;gbaren Waffen und der Zahl der Soldaten auf Dauer in einer weit &uuml;berlegenen Position.<\/p><p>Mearsheimer r&auml;t deshalb zu sofortigen Bem&uuml;hungen um eine <a href=\"https:\/\/mearsheimer.substack.com\/p\/ukraines-only-hope-diplomacy-neutralityd\">diplomatische Beendigung des Krieges auf der Basis der Akzeptanz einer Neutralit&auml;t<\/a> des Landes[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]. Nur so k&ouml;nne die Ukraine weitere bedeutende Gebietsverluste im Osten ihres Landes verhindern.<\/p><p>Trotzdem werden von Seiten der USA und des Westens und des ukrainischen Pr&auml;sidenten Selenskyj Diplomatie und Friedensverhandlungen abgelehnt. Warum ist das so? Warum wird weiter so getan, als ob die Ukraine und der Westen den Krieg noch gewinnen und z. B. die Krim, die seit 2014 russisches Staatsgebiet ist und deren Bev&ouml;lkerung ganz &uuml;berwiegend f&uuml;r Russland gestimmt hat, zur&uuml;ckerobern k&ouml;nnten?<\/p><p>Aus meiner Sicht hat das im Wesentlichen zwei Gr&uuml;nde: Der eine ist geopolitischer Natur und der andere hat mit der allgegenw&auml;rtigen Kriegspropaganda zu tun.<\/p><p><strong>Der geopolitische Hintergrund des Krieges<\/strong><\/p><p>Der Krieg in der Ukraine ist zwar auch ein von au&szlig;en angeheizter B&uuml;rgerkrieg zwischen mit Russland verbundenen Menschen im Osten und ukrainischen Nationalisten und Faschisten im Westen des Landes, aber er ist vor allem auch ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA und dem kollektiven Westen gegen Russland in der Ukraine, wobei die Ukrainer die Bodentruppen liefern.<\/p><p>Die Ausf&uuml;hrungen Mearsheimers machen deutlich: In diesem Krieg geht es den USA und dem Westen vor allem darum, Russland zu schw&auml;chen (&bdquo;zu ruinieren&ldquo;) und auf der Weltb&uuml;hne m&ouml;glichst auszuschalten. Deshalb spielen die berechtigten Sicherheitsinteressen Russlands, z. B. bei der NATO-Erweiterung, keine Rolle.<\/p><p>Aber die Weltordnung hat sich in den letzten Jahren grunds&auml;tzlich ver&auml;ndert. Die vorherige unipolare Welt ist de facto zu einer multipolaren Welt geworden, in denen Gro&szlig;m&auml;chte wie Russland, China und demn&auml;chst auch weitere Staaten wie z. B. Indien ein Wort mitreden wollen.<\/p><p>Die USA, der fr&uuml;her einzige Hegemon, der immer noch die mit Abstand st&auml;rkste Milit&auml;rmacht auf der Welt ist, will aber seinen relativen Machtverlust nicht wahrhaben und k&auml;mpft um die Aufrechterhaltung seiner Vorherrschaft. Er wird dabei von den transatlantischen Eliten in der EU unterst&uuml;tzt, scheinbar ohne R&uuml;cksicht auf deren eigene Interessen. Neben Russland erscheint den USA in den letzten Jahren immer mehr China, ein Land mit einer vergleichbar gro&szlig;en Wirtschaftsmacht, als ernst zu nehmender Konkurrent und zuk&uuml;nftiger Feindstaat.<\/p><p><strong>Die g&auml;ngige Propaganda-Erz&auml;hlung<\/strong><\/p><p>Das ist der geopolitische Hintergrund f&uuml;r die allgegenw&auml;rtige Kriegspropaganda, der wir in allen Hauptmedien von morgens bis abends ausgesetzt sind. Dabei scheint es so zu sein, dass viele der Scharfmacher und Kriegstreiber in der Politik und den Medien <em>Opfer ihrer eigenen Propaganda geworden sind<\/em> und selbst an ihre abstrusen Erz&auml;hlungen glauben, obwohl die Tatsachen eindeutig in eine andere Richtung weisen[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>].<\/p><p>Wie oben sowie seit &uuml;ber einem Jahrzehnt in zahllosen Videos und Artikeln von Mearsheimer dargestellt, geht die g&auml;ngige Propaganda-Erz&auml;hlung im Westen so:<\/p><p>Putin hat am 24. Februar 2022 einen &bdquo;unprovozierten Angriffskrieg&ldquo; in der Ukraine begonnen, weil er ein Imperialist oder Expansionist ist. Er will ein Gro&szlig;russland schaffen und ist entschlossen, die gesamte Ukraine zu erobern. Wenn das erfolgt ist, wird er sich &uuml;ber andere L&auml;nder in Osteuropa hermachen und ein neues gro&szlig;es Russisches Reich schaffen.<\/p><p>Dieser Sichtweise widerspricht der weltbekannte Politikwissenschaftler seit 2014 ganz entschieden und sagt, dass es f&uuml;r diese Erz&auml;hlung keinerlei Beweise gebe. Putins Entscheidung f&uuml;r die Invasion in die Ukraine habe vor allem damit zu tun, dass er die NATO-Erweiterung in der Ukraine als existenzielle Bedrohung f&uuml;r Russland ansieht und entschlossen war, dies zu verhindern.<\/p><p><strong>Jens Stoltenberg: &bdquo;Putins Marionette&ldquo;<\/strong><\/p><p>Aber gelegentlich k&ouml;nnen diese Tatsachen auch von den &auml;rgsten kalten Kriegern nicht mehr verheimlicht werden, wie aus einem kurzen Text hervorgeht, der am 4. M&auml;rz auf <em>John&lsquo;s Substack<\/em> unter dem Titel <a href=\"https:\/\/mearsheimer.substack.com\/p\/jens-stoltenberg-putins-puppet\">&bdquo;Jens Stoltenberg: Putin&lsquo;s Puppet&ldquo;<\/a> (deutsche &Uuml;bersetzung: siehe &Uuml;berschrift) ver&ouml;ffentlicht wurde[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>].<\/p><p>Hier folgt dieser Text von Mearsheimer, der aus zwei Hashtags mit dokumentierten Aussagen von Stoltenberg besteht, in von mir erfolgter deutscher &Uuml;bersetzung:<\/p><p><strong>#1:<\/strong> Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekret&auml;r, machte auf der Sitzung des Gemeinsamen Ausschusses des Europ&auml;ischen Parlaments am 7. September 2023 die folgende Aussage:<\/p><p>&bdquo;Pr&auml;sident Putin hat im Herbst 2021 erkl&auml;rt und schickte auch einen Vertragsentwurf, dass er keine weitere NATO-Erweiterung w&uuml;nschte, den die NATO unterzeichnen sollte. Das war es, was er uns schickte. Und das war eine Vorbedingung, um nicht in die Ukraine einzumarschieren. Das haben wir nat&uuml;rlich nicht unterschrieben.<\/p><p>Das Gegenteil trat ein. Er wollte, dass wir dieses Versprechen unterschreiben und keine weitere die NATO-Erweiterung durchf&uuml;hren. Er wollte, dass wir unsere milit&auml;rische Infrastruktur bei allen B&uuml;ndnispartnern, die seit 1997 der NATO beigetreten sind, das hei&szlig;t, bei der H&auml;lfte der NATO, in ganz Mittel- und Osteuropa, entfernen. Das haben wir abgelehnt. Also zog er in den Krieg, um die NATO zu verhindern, (und erhielt) noch mehr NATO, in der N&auml;he seiner Grenzen.&rdquo;<\/p><p><strong>#2:<\/strong> Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekret&auml;r, sagt am 24. Februar 2024 &ndash; dem zweiten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine in Kiew, den folgenden Satz:<\/p><p>&bdquo;Pr&auml;sident Putin hat diesen Krieg begonnen, weil er die T&uuml;r der NATO schlie&szlig;en und der Ukraine das Recht verweigern wollte, ihren eigenen Weg zu w&auml;hlen.&ldquo;<\/p><p>Dazu merkt John Mearsheimer an: Leute wie Jens Stoltenberg, die argumentieren, dass die NATO-Erweiterung in der Ukraine die Hauptursache f&uuml;r den Ukraine-Krieg ist, werden gemeinhin als &bdquo;Putins Marionetten&rdquo; oder &bdquo;Putins n&uuml;tzliche Idioten&rdquo; bezeichnet. Dennoch ist Stoltenbergs Erkl&auml;rung richtig.<\/p><p><small>Titelbild: &copy; University of Chicago<\/small><\/p><p><em><strong>&Uuml;bersetzer und Autor:<\/strong> Klaus-Dieter Kolenda, Prof. Dr. med., Facharzt f&uuml;r Innere Medizin &ndash; Gastroenterologie, Facharzt f&uuml;r Physikalische und Rehabilitative Medizin\/Sozialmedizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik f&uuml;r Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, der Atemwege, des Stoffwechsels und der Bewegungsorgane. Seit 1978 ist er als medizinischer Sachverst&auml;ndiger bei der Sozialgerichtsbarkeit in Schleswig-Holstein t&auml;tig. Zudem arbeitet er in der Kieler Gruppe der IPPNW e.V. (Internationale &Auml;rztinnen und &Auml;rzte f&uuml;r die Verh&uuml;tung des Atomkriegs und f&uuml;r soziale Verantwortung) mit.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/page\/202402\/1307492.shtml\">The end result of Russia-Ukraine conflict to be a frozen conflict devoid of a genuine peace agreement<\/a>: John Mearsheimer by Global Times Published: Feb 22, 2024<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/articles\/russia-fsu\/2014-08-18\/why-ukraine-crisis-west-s-fault\">foreignaffairs.com\/articles\/russia-fsu\/2014-08-18\/why-ukraine-crisis-west-s-fault<\/a> <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/mearsheimer.substack.com\/p\/the-darkness-ahead-where-the-ukraine\">John J. Mearsheimer: Darkness ahead: Where the Ukraine War is headed<\/a>. John`s Substack 23. Juni 2023<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Klaus-Dieter Kolenda: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/John-Mearsheimer-ueber-den-Ukraine-Krieg-Die-Zukunft-sieht-duester-aus-9249351.html\">John Mearsheimer &uuml;ber den Ukraine-Krieg: Die Zukunft sieht d&uuml;ster aus.<\/a> Telepolis 18. August 2023.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/mearsheimer.substack.com\/p\/ukraines-only-hope-diplomacy-neutrality\">mearsheimer.substack.com\/p\/ukraines-only-hope-diplomacy-neutrality<\/a> <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Geoffrey Roberts: <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Die-10-gaengigsten-Propaganda-Thesen-zum-Ukraine-Krieg-kurz-erklaert-9617603.html\">Die 10 g&auml;ngigsten Propaganda-Thesen zum Ukraine-Krieg-kurz erkl&auml;rt.<\/a> Telepolis 04. Februar 2024<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] John J. Mearsheimer: <a href=\"https:\/\/mearsheimer.substack.com\/p\/jens-stoltenberg-putins-puppet\">Jens Stoltenberg: &bdquo;Putin`s Puppet.&ldquo;<\/a> John&rsquo;s Substack 04. M&auml;rz 2024<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Ein echtes Friedensabkommen sei nicht zu erwarten, und deshalb sei ein Ende des Konflikts nicht in Sicht, sagt am zweiten Jahrestag des Ukraine-Krieges der US-Politikwissenschaftler. <\/strong>Anl&auml;sslich des zweiten Jahrestages des Einmarsches Russlands in die Ukraine ver&ouml;ffentlichte die chinesische Tageszeitung <em>Global Times <\/em>am 22. Februar 2024 ein <a href=\"https:\/\/www.globaltimes.cn\/page\/202402\/1307492.shtml\">Interview mit <strong>John J. Mearsheimer<\/strong><\/a>, dem R. Wendell<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112627\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":112628,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,171],"tags":[379,2102,1426,2301,3220,3276,466,2205,259,2794,1213,260,1556,1019],"class_list":["post-112627","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","tag-china","tag-geostrategie","tag-hegemonie","tag-konfrontationspolitik","tag-mearsheimer-john-j","tag-multipolare-welt","tag-nato","tag-praeventivkrieg","tag-russland","tag-stellvertreterkrieg","tag-stoltenberg-jens","tag-ukraine","tag-usa","tag-wirtschaftssanktionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/mearsheimer-sized.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112627","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=112627"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112627\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":112656,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112627\/revisions\/112656"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/112628"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=112627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=112627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=112627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}