{"id":112737,"date":"2024-03-21T12:30:19","date_gmt":"2024-03-21T11:30:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112737"},"modified":"2024-03-26T15:18:35","modified_gmt":"2024-03-26T14:18:35","slug":"bundesregierung-zum-25-jahrestag-des-nato-angriffs-auf-jugoslawien-war-alles-voelkerrechtskonform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112737","title":{"rendered":"Bundesregierung zum 25. Jahrestag des NATO-Angriffs auf Jugoslawien: War alles v\u00f6lkerrechtskonform"},"content":{"rendered":"<p>Am 24. M&auml;rz j&auml;hrt sich zum 25. Mal der ohne UN-Mandat und damit v&ouml;lkerrechtswidrig erfolgte Angriffskrieg der NATO auf die Bundesrepublik Jugoslawien. Bei diesem Angriff wurden unz&auml;hlige Zivilsten durch den Einsatz von Urangeschossen und Streumunition get&ouml;tet. 40 Prozent der von NATO-Bomben verst&uuml;mmelten Opfer waren Kinder. Die NATO-Bombenteppiche legten gezielt Hunderte Schulen, mehrere petrochemische Kombinate, zahlreiche Kraftwerke, Krankenh&auml;user und auch das Hauptgeb&auml;ude des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks <em>RTS<\/em> in Schutt und Asche. Die <i>NachDenkSeiten<\/i> wollten vor diesem Hintergrund wissen, was f&uuml;r Ma&szlig;nahmen die aktuelle Bundesregierung ergriffen hat, um zu verhindern, das Deutschland erneut an einem v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriff auf einen souver&auml;nen Staat teilnimmt und ob die Bundesregierung plane, sich angesichts des Jahrestages bei der serbischen Zivilbev&ouml;lkerung zu entschuldigen. Die Antwort geriet zu einem Manifest bundesdeutscher Doppelmoral und zeigte erneut auf: &bdquo;Wertegeleitete Au&szlig;enpolitik&ldquo; made in Germany mag sich vielem verpflichtet f&uuml;hlen, aber nicht dem V&ouml;lkerrecht. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1846\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-112737-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/24032_Bundesregierung_zum_25_Jahrestag_des_NATO_Angriffs_auf_Jugoslawien_War_alles_voelkerrechtskonform_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/24032_Bundesregierung_zum_25_Jahrestag_des_NATO_Angriffs_auf_Jugoslawien_War_alles_voelkerrechtskonform_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/24032_Bundesregierung_zum_25_Jahrestag_des_NATO_Angriffs_auf_Jugoslawien_War_alles_voelkerrechtskonform_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/24032_Bundesregierung_zum_25_Jahrestag_des_NATO_Angriffs_auf_Jugoslawien_War_alles_voelkerrechtskonform_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=112737-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/24032_Bundesregierung_zum_25_Jahrestag_des_NATO_Angriffs_auf_Jugoslawien_War_alles_voelkerrechtskonform_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"24032_Bundesregierung_zum_25_Jahrestag_des_NATO_Angriffs_auf_Jugoslawien_War_alles_voelkerrechtskonform_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/zt8b89_8uGY\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Faktencheck der Aussagen der Bundesregierung: War NATO-Angriff (Operation Allied Force) wirklich vom V&ouml;lkerrecht gedeckt? <\/strong><\/p><p>Der Sprecher des Ausw&auml;rtigen Amtes, Sebastian Fischer, erkl&auml;rte auf der Bundespressekonferenz im Namen der Bundesregierung: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Erst einmal weise ich Ihre Unterstellung zur&uuml;ck, dass das v&ouml;lkerrechtswidrig war. Es gab die Resolution 1199 sowie die ebenfalls gem&auml;&szlig; Kapitel 7 der UN-Charta beschlossene Resolution 1203 vom 24. Oktober 1998, die unmissverst&auml;ndlich klargestellt hat, dass die Lage im Kosovo eine ernsthafte Bedrohung f&uuml;r Frieden und Sicherheit in der Region darstellt. Die NATO-Mission hat geholfen, schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen inklusive T&ouml;tungen von Unschuldigen zu beenden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Mit dieser Sicht und Darstellung der Sachlage isoliert sich das Ausw&auml;rtige Amt allerdings von allen g&auml;ngigen V&ouml;lkerrechtsinterpretationen. Denn nach Artikel 2, Ziffer 4 der <a href=\"https:\/\/unric.org\/de\/charta\/\">UN-Charta<\/a> ist jede (!) Art der Anwendung milit&auml;rischer Waffengewalt verboten. Es gibt im Gegensatz zur Behauptung des AA-Sprechers kein V&ouml;lkergewohnheitsrecht zu einzel- oder multistaatlichen &bdquo;humanit&auml;ren Interventionen&ldquo;, da bis heute keine entsprechende allgemeine Rechts&uuml;berzeugung in der internationalen Staatengemeinschaft dazu existiert. Dieses Recht haben nach wie vor nur Organisationen der Vereinten Nationen. Und der UN-Sicherheitsrat hatte zu keinem Zeitpunkt Zwangsma&szlig;nahmen gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien nach Artikel 42 der UN-Charta beschlossen, geschweige denn einzelne Staaten (Artikel 42, 48) oder die NATO als Regionalorganisation (das w&auml;re dann Artikel 53) dazu erm&auml;chtigt.<\/p><p>Auch der gerne verwiesene Ausnahmefall nach Artikel 51, der Notwehr und Nothilfe zugunsten eines angegriffenen Staates rechtfertigt, lag nicht vor. Denn weder hatte Jugoslawien ein NATO-Mitglied milit&auml;risch angegriffen noch ein angegriffener souver&auml;ner Staat um Nothilfe gebeten. <\/p><p>Deutschland hat zudem nur wenige Jahre nach der sogenannten Wiedervereinigung mit seiner Teilnahme an dem NATO-Angriff massiv gegen den Zwei-plus-Vier-Vertrag und die eigene Verfassung versto&szlig;en. Das deutsche Grundgesetz, das sollte man sich generell nochmal in Erinnerung rufen, erlaubt bis heute den Einsatz von Gewalt ausschlie&szlig;lich zur Verteidigung (Artikel 87a, GG):<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Au&szlig;er zur Verteidigung d&uuml;rfen die Streitkr&auml;fte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdr&uuml;cklich zul&auml;sst.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Einen Angriffskrieg verbietet das Grundgesetz in <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_26.html\">Artikel 26 Absatz 1<\/a> und fordert dar&uuml;ber hinaus in Satz 2 sogar dazu auf, die F&uuml;hrung eines Angriffskrieges unter Strafe zu stellen.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der V&ouml;lker zu st&ouml;ren, insbesondere die F&uuml;hrung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Zwei-plus-Vier-Vertrag erlaubt den Einsatz deutscher Waffen sehr explizit &bdquo;nur in &Uuml;bereinstimmung mit seiner Verfassung und der Charta der Vereinten Nationen&ldquo;. Im Wortlaut hei&szlig;t es dort unter <a href=\"http:\/\/www.documentarchiv.de\/brd\/2p4.html\">Artikel 2<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik erkl&auml;ren, dass das vereinte Deutschland keine seiner Waffen jemals einsetzen wird, es sei denn in &Uuml;bereinstimmung mit seiner Verfassung und der Charta der Vereinten Nationen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Der Bundeswehreinsatz gegen Jugoslawien, bei dem deutsche Luftwaffen-Piloten &uuml;ber 400 Kampfeins&auml;tze flogen und dabei &uuml;ber 200 Raketen des Typs AGM-88 HARM auf jugoslawisches Gebiet abfeuerten, &uuml;berschritt ebenso die Grenzen, die das &bdquo;Out-of-area-Urteil&ldquo; des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 gezogen hatte. Denn das Urteil, auf das gerne von entsprechender Stelle rekurriert wird, erlaubt Eins&auml;tze ausdr&uuml;cklich nur, wenn diese &bdquo;im Rahmen und nach den Regeln&ldquo; eines Systems kollektiver Sicherheit stattfinden. Weder die UN-Charta noch der NATO-Vertrag, der seine Mitglieder ausdr&uuml;cklich auf Beachtung der UN-Charta und das geltende V&ouml;lkerrecht verpflichtet, legitimieren einen v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriff.<\/p><p>Im R&uuml;ckblick erkl&auml;rte selbst Altbundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der, dass der Bundeswehr-Einsatz gegen Jugoslawien v&ouml;lkerrechtswidrig war. Bei einem Gespr&auml;ch im Rahmen des sogenannten &bdquo;ZEIT Matinee&ldquo; hatte er am 9. M&auml;rz 2014 <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=EKQ0ykFQav4\">erkl&auml;rt<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ich habe (&hellip;) gegen das V&ouml;lkerrecht versto&szlig;en. Wir haben unsere Tornados nach Serbien geschickt, und die haben zusammen mit der NATO einen souver&auml;nen Staat gebombt, ohne dass es einen Sicherheitsratsbeschluss gegeben h&auml;tte.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\" data-media-max-width=\"560\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">W&auml;hrend sich die Bundesregierung in zeitgeistkonformer Selbstbel&uuml;gung &uuml;bt, war man 09.03.2014 schon mal weiter. Der Nato Angriff auf war ein V&ouml;lkerrechtsversto&szlig;.<\/p>\n<p>Quelle:<a href=\"https:\/\/t.co\/N2lxoFMYo8\">https:\/\/t.co\/N2lxoFMYo8<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/nWR03epdgT\">https:\/\/t.co\/nWR03epdgT<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/1glWKqUdWT\">pic.twitter.com\/1glWKqUdWT<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Mathias_M (@matze2001) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/matze2001\/status\/1770444063512133651?ref_src=twsrc%5Etfw\">March 20, 2024<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p> <\/p><p>Es bleibt festzuhalten: Die aktuelle Bundesregierung f&auml;llt mit der in der Bundespressekonferenz kommunizierten offiziellen Darstellung einer angeblichen Rechtm&auml;&szlig;igkeit des NATO-Angriffskrieges gegen die Bundesrepublik Jugoslawien nicht nur hinter die Einsch&auml;tzung von Altkanzler Schr&ouml;der zur&uuml;ck, sondern &ndash; und das wiegt weit schwerer &ndash; wischt geradezu nonchalant das Gewaltverbot der UN, festgehalten in Artikel 2 Ziffer 4, als nicht relevant zur Seite. Wohlgemerkt, hierbei handelt es sich um den zentralen Pfeiler der internationalen Friedensordnung: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabh&auml;ngigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Dieses Ignorieren und Umdeuten von zentralen v&ouml;lkerrechtlichen Aspekten durch die Bundesregierung bei gleichzeitiger Postulation einer &bdquo;wertegeleiteten Au&szlig;enpolitik&ldquo; ist wohl als die eigentliche &bdquo;Zeitenwende&ldquo; zu bezeichnen. <\/p><p><strong>Auszug aus dem Wortprotokoll von der Regierungspressekonferenz am 20. M&auml;rz 20223<\/strong><\/p><p><strong>Frage Warweg<\/strong><br>\nIn wenigen Tagen, am 24.&nbsp;M&auml;rz, j&auml;hrt sich der v&ouml;lkerrechtswidrige&nbsp;Angriff der NATO auf die Bundesrepublik Jugoslawien. Mich w&uuml;rde interessieren, was die aktuelle Bundesregierung unternimmt, auch eingedenk des Leitsatzes der wertegeleiteten Au&szlig;enpolitik, damit Deutschland nicht noch einmal in die Situation kommt, dass es v&ouml;lkerrechtswidrig und ohne UN-Mandat einen souver&auml;nen Staat angreift. Was sind sozusagen f&uuml;r Mechanismen entwickelt worden, um so etwas zu verhindern?<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nWenn wir zur&uuml;ckschauen, war das ja ein Einsatz, den niemand wollte, aber es war der letzte Ausweg, um die Menschen im Kosovo vor der Armee des damaligen jugoslawischen Staates zu sch&uuml;tzen. Sie wissen, dass die internationale Gemeinschaft damals intensivst versucht hat, eine friedliche L&ouml;sung f&uuml;r diesen humanit&auml;ren Konflikt im Kosovo zu finden. Erst als das nicht erreicht werden konnte &ndash; auch weil letztlich diplomatische Versuche in Belgrad gescheitert sind&nbsp;&ndash;, hat die NATO Schritte ergriffen, die so begrenzt wie m&ouml;glich waren. Das war notwendig, um die Menschen und die Zivilistinnen und Zivilisten im Kosovo zu sch&uuml;tzen. Gleichzeitig ist es so, dass wir nat&uuml;rlich um jedes zivile Opfer trauern, das in diesem Konflikt get&ouml;tet wurde.<\/p><p>Wir sagen heute auch ganz klar: Wir sind Partner. Wir gestalten gemeinsam die Zukunft Europas. Serbien ist EU-Beitrittskandidat, und wir unterst&uuml;tzen Serbien auf diesem Weg in die Europ&auml;ische Union. Dasselbe gilt zumindest aus Sicht der Bundesregierung auch f&uuml;r den Kosovo, der aus unserer Sicht auch eine Perspektive f&uuml;r den Beitritt zur Europ&auml;ische Union hat.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Warweg<\/strong><br>\nMich erstaunt ein bisschen, mit welcher Leichtigkeit Sie gerade Artikel&nbsp;2 Ziffer&nbsp;4 der UN-Charta zur Seite gewischt haben! Bei dem v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien starben zahlreiche Zivilisten. Hunderte Schulen wurden plattgemacht, ebenso petrochemische Werke, Kraftwerke, Krankenh&auml;user und auch das Hauptgeb&auml;ude des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks <em>RTS<\/em>. Vor diesem Hintergrund w&uuml;rde mich interessieren: Plant die Bundesregierung angesichts dieses Jahrestags und auch eingedenk einer gewissen Pfadabh&auml;ngigkeit deutscher Kriegsverbrechen auf dem Balkan, sich zumindest bei der serbischen Zivilbev&ouml;lkerung f&uuml;r diese damalige Mitt&auml;terschaft zu entschuldigen?<\/p><p><strong>Fischer (AA)<\/strong><br>\nErst einmal weise ich Ihre Unterstellung zur&uuml;ck, dass das v&ouml;lkerrechtswidrig war. Es gab die Resolution 1199 sowie die ebenfalls gem&auml;&szlig; Kapitel&nbsp;7 der UN-Charta beschlossene Resolution 1203 vom 24.&nbsp;Oktober 1998, die unmissverst&auml;ndlich klargestellt hat, dass die Lage im Kosovo eine ernsthafte Bedrohung f&uuml;r Frieden und Sicherheit in der Region darstellt. Die NATO-Mission hat geholfen, schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen inklusive T&ouml;tungen von Unschuldigen zu beenden. Die Bundesrepublik Jugoslawien hat die dringlichen Forderungen der internationalen Gemeinschaft trotz der auf Kapitel&nbsp;7 der UN-Charta gest&uuml;tzten Resolution des UN-Sicherheitsrats nicht erf&uuml;llt. Der &auml;u&szlig;erst eindeutige Bericht des UN-Generalsekret&auml;rs zu den beiden Resolutionen hat unter anderem vor der Gefahr einer humanit&auml;ren Katastrophe im Kosovo gewarnt. Die humanit&auml;re Lage hielt wegen der Weigerung der Bundesrepublik Jugoslawien, Ma&szlig;nahmen zu einer friedlichen L&ouml;sung zu ergreifen, unver&auml;ndert an. Das war der Hintergrund, vor dem die NATO eingegriffen hat, um die Menschen dort zu sch&uuml;tzen. Das war, wie gesagt, ein Einsatz, den niemand wollte und den die Bundesrepublik Jugoslawien durch das Befolgen der UN-Resolutionen h&auml;tte abwenden k&ouml;nnen. Noch einmal: Wir trauern um jedes zivile Opfer, das in diesem Konflikt get&ouml;tet wurde.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112990\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz 20. M&auml;rz 2024<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111879\">24. M&auml;rz 1999: Bombardierung Jugoslawiens<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73174\">Wer arbeitet die Kriegsverbrechen des Westens in der Ex-Bundesrepublik Jugoslawien auf?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111755\">Das erste Opfer der Milit&auml;rs ist die Wahrheit &ndash; L&uuml;gen der NATO<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107072\">Deutschland: Vom Primat der Innenpolitik zum Primat der Au&szlig;enpolitik zum Primat des Milit&auml;rischen?<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/b64df6c9495146ddab595a1b2e509d6b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24. M&auml;rz j&auml;hrt sich zum 25. Mal der ohne UN-Mandat und damit v&ouml;lkerrechtswidrig erfolgte Angriffskrieg der NATO auf die Bundesrepublik Jugoslawien. Bei diesem Angriff wurden unz&auml;hlige Zivilsten durch den Einsatz von Urangeschossen und Streumunition get&ouml;tet. 40 Prozent der von NATO-Bomben verst&uuml;mmelten Opfer waren Kinder. 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