{"id":112835,"date":"2024-03-23T13:00:56","date_gmt":"2024-03-23T12:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112835"},"modified":"2024-08-09T11:59:59","modified_gmt":"2024-08-09T09:59:59","slug":"112835","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112835","title":{"rendered":"Unterdr\u00fcckung statt Freiheit: Die Welle der Libert\u00e4ren in Lateinamerika"},"content":{"rendered":"<p>Das Wirtschaftsprogramm der Libert&auml;ren ist kein Weg zur Freiheit, sondern zur Entfremdung und Unterdr&uuml;ckung. Es ist, kurz gesagt, eine sehr radikale Version des Neoliberalismus. In den letzten Jahren sind die Regierungen in mehreren lateinamerikanischen L&auml;ndern von einer Welle rechtsgerichteter, liberal-konservativer politischer Akteure &uuml;bernommen worden. Auf der Grundlage klassischer neoliberaler und konservativer Programme gewannen Nayib Bukele in El Salvador, Daniel Noboa in Ecuador, Jair Bolsonaro in Brasilien und Javier Milei in Argentinien die Pr&auml;sidentschaftswahlen in ihren L&auml;ndern. Von&nbsp;<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/autor\/redaktionsausschuss-minga\"><strong>Redaktionsausschuss Minga<\/strong><\/a>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6930\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-112835-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322-Welle-der-Libertaeren-in-Lateinamerika-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322-Welle-der-Libertaeren-in-Lateinamerika-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322-Welle-der-Libertaeren-in-Lateinamerika-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322-Welle-der-Libertaeren-in-Lateinamerika-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=112835-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322-Welle-der-Libertaeren-in-Lateinamerika-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240322-Welle-der-Libertaeren-in-Lateinamerika-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Obwohl es Bolsonaro 2022 nicht gelang, seine Amtszeit als Pr&auml;sident zu verl&auml;ngern, bef&uuml;rworteten rund 50 Prozent der brasilianischen W&auml;hler seine ultrarechte Agenda. Dadurch steht die politische Macht des siegreichen Sozialdemokraten Lula da Silva auf wackeligen F&uuml;&szlig;en. Im Falle Perus wurde der linksgerichtete Pr&auml;sident Pedro Castillo durch seine fr&uuml;here Vizepr&auml;sidentin Dina Boluarte ersetzt &ndash; mit der Zustimmung und der unmittelbaren Allianz der Ultrarechten im Kongress.<\/p><p>Entgegen diesem Trend sollte zwei Jahrzehnte nach dem ersten Aufkommen des lateinamerikanischen progresismo[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]&nbsp;die &Uuml;bernahme der Regierung durch Gustavo Petro in Kolumbien, Nicol&aacute;s Maduro in Venezuela, Andr&eacute;s Manuel L&oacute;pez Obrador in Mexiko, Lu&iacute;s Arce in Bolivien, Gabriel Boric in Chile und Xiomara Castro in Honduras die Verwirklichung einer zweiten &bdquo;rosaroten Flut&rdquo; sein. Diese von Akteuren der lateinamerikanischen Linken vorangetriebenen Projekte des sozialen Wandels zeigen jedoch eine tiefe Krise der Koh&auml;renz zwischen Anspruch und Mitteln.<\/p><p>In dieser Situation scheint es so, dass der Kampf f&uuml;r eine Gesellschaft, in der die Menschen in Harmonie mit anderen Menschen leben und in der die Beziehungen nicht verdinglicht und zur Ware werden, ein Kampf aus der Vergangenheit ist. Und das einzig Angebrachte sei eine rationale Verwaltung des Staates. So scheint der Kampf f&uuml;r eine sozio&ouml;konomische Bildung, in der die volle Entfaltung aller menschlichen Wesen, all ihrer F&auml;higkeiten, Kapazit&auml;ten und W&uuml;nsche, ihrer sozialen Natur angestrebt wird, nicht mehr zur Dynamik des 21. Jahrhunderts zu passen.<\/p><p>Die libert&auml;re Gesellschaft, die Javier Milei in Argentinien aufbauen m&ouml;chte, basiert auf der Idee des schottischen Philosophen Adam Smith. Demnach sind die Menschen rational und berechnend und handeln ausschlie&szlig;lich f&uuml;r pers&ouml;nliche wirtschaftliche Interessen. In diesem Sinne wird das menschliche Verhalten von Egoismus, dem Wunsch, frei zu sein, dem Gef&uuml;hl f&uuml;r Besitz und der Tendenz zum einfachen Austauschen einer Sache gegen eine andere bestimmt.<\/p><p>Die Logik dieses Denkens besagt, dass jeder, der sein eigenes Interesse verfolgt, Gutes f&uuml;r die gesamte Gesellschaft bewirkt. Man soll nicht Gutes tun, weil das Gute als Produkt des Eigeninteresses entsteht. Aus diesem Grund sollte sich der Staat nicht in die Wirtschaft einmischen: laissez faire, laissez passer.<\/p><p>Nach der Auffassung der Libert&auml;ren, die der neoliberalen britischen Ex-Premierministerin Margaret Thatcher folgen &#8210; sie gilt inzwischen als Klassikerin &#8210;, gibt es keine Gesellschaft, sondern nur einzelne M&auml;nner und Frauen und Familien. Keine Regierung kann etwas tun, au&szlig;er durch den Einzelnen, und der Einzelne k&uuml;mmert sich zuerst um sich selbst.<\/p><p>Die Anh&auml;nger der aktuellen neoliberalen Str&ouml;mung in ihrer radikalen Version, wie sie von Javier Milei vertreten wird, folgen der liberalen Wirtschaftstheorie von Adam Smith und Friedrich Hayek nicht vollst&auml;ndig, auch wenn sie dies vorgeben. Smith zum Beispiel hielt den Markt f&uuml;r einen effizienten Mechanismus zur Preisregulierung. Dar&uuml;ber hinaus glaubte der Guru des Marktkapitalismus, dass der Wettbewerb zwischen den Unternehmen die Preise senkt. Smith glaubte auch an den perfekten Wettbewerb und war gegen Monopole, weil sie eine Verschw&ouml;rung gegen die Bev&ouml;lkerung zur Preiserh&ouml;hung darstellten.<\/p><p>Milei jedoch will die M&auml;rkte nicht regulieren, denn die Grundlage seines Denkens ist das Gesetz des Dschungels, bei dem nur die St&auml;rksten gewinnen. Milei wird die Monopole nicht angreifen, weil seiner Ansicht nach der Wettbewerb auch die Gewinne dr&uuml;ckt. Milei ist ein klarer Vertreter des transnationalen und monopolistischen Kapitals.<\/p><p>In seiner Agenda der Sofortma&szlig;nahmen beg&uuml;nstigt beispielsweise das sogenannte &bdquo;Ley Omnibus&rdquo;[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] die Privatisierung der noch zu privatisierenden Unternehmen, die vollst&auml;ndige Deregulierung der Wirtschaft und die Beseitigung von Einfuhrbeschr&auml;nkungen lediglich das Gro&szlig;kapital und nicht die Kleinst- und Kleinunternehmen Argentiniens.<\/p><p>Hayek war nicht gegen eine aktive Rolle des Staates in der Wirtschaft, denn er war der Meinung, dass der Staat dazu beitragen sollte, g&uuml;nstige Bedingungen f&uuml;r die Entwicklung der M&auml;rkte zu schaffen. Der Staat sollte nicht durch Subventionen und Konzessionen f&uuml;r Monopole den Geist des freien Unternehmertums gef&auml;hrden. Milei seinerseits geh&ouml;rt zur Kaste der Gro&szlig;unternehmer.<\/p><p>Die Theorien von Smith und Hayek sind f&uuml;r das eigentliche &bdquo;libert&auml;re Projekt&rdquo; n&uuml;tzlich. Dieses besteht darin, die existierenden Bedingungen f&uuml;r die Kapitalakkumulation zu verbessern, denn der Kapitalismus kann sich ohne Akkumulation nicht aufrechterhalten. Das Kapital akkumuliert, um neuen Mehrwert zu schaffen. Wenn dieser nicht erzeugt wird, kann kein Kapital geschaffen werden und der Kapitalismus ger&auml;t in die Krise. Die Kapitalakkumulation ist der Motor der kapitalistischen Entwicklung. Sie ist die Ursache sowohl f&uuml;r wirtschaftlichen Erfolg als auch f&uuml;r die wirtschaftliche Krise.<\/p><p>W&auml;hrend in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre hinein eine am Keynesianismus orientierte Politik betrieben wurde, die sich in Lateinamerika in der Industrialisierungs- und Importsubstitutionspolitik, dem Strukturalismus und dem &bdquo;Desarrollismus&rdquo; ausdr&uuml;ckte, begann entsprechend dieser Logik in den 1980er-Jahren auf globaler Ebene die neoliberale &Auml;ra. Mit anderen Worten: Die Anpassungen und Ver&auml;nderungen der Wirtschaftsmodelle entsprechen in erster und letzter Instanz den Bed&uuml;rfnissen des vorherrschenden Kapitals.<\/p><p>Sowohl das Programm von Milei als auch die Absichten von Noboa (Privatisierungen, Gesetze zugunsten des Gro&szlig;kapitals in Bezug auf Steuerfragen) sind, kurz gesagt, eine sehr radikale Version des Neoliberalismus. Und sie sind nur vergleichbar mit dem, was Alberto Fujimori in Peru oder Gonzalo S&aacute;nchez de Lozada in Bolivien in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts getan haben.<\/p><p>Wie in den genannten F&auml;llen und in anderen L&auml;ndern des Kontinents h&auml;ngt die Machbarkeit dieser Programme und Absichten von ihrer Umsetzung in einer Situation der tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Krisen ab. Und dies ist kein Zufall, wie Naomi Klein in ihrem Buch &bdquo;Die Schock-Strategie&rdquo; erkl&auml;rt. F&uuml;r die Umsetzung ist brachiale Gewalt erforderlich.<\/p><p>F&uuml;r die Zwecke der Akkumulation reicht es nicht aus, dass die wirtschaftlichen Voraussetzungen verbessert und erweitert werden, es sind zudem auch bestimmte soziale Voraussetzungen erforderlich. Deshalb versuchen der Staat und die Bourgeoisie, die populare und Gewerkschaftsbewegung zu dezimieren und die Arbeitsrechte zu beseitigen. Hier liegt die Wurzel, durch die libert&auml;re Wirtschaftsideen und konservative Ideen verbunden sind. Es ist genau diese Kombination, die Bukele, Bolsonaro, Noboa, Milei und Boluarte zu Maklern der Ultrarechten macht.<\/p><p>Man geht davon aus, dass der Markt die wirtschaftlichen Konflikte l&ouml;st und dass die Sicherheitskr&auml;fte sowie repressive Gesetze die sozialen Konflikte l&ouml;sen. In diesem Sinne braucht die Ultrarechte einen starken Staat, um die sozialen Proteste zu ersticken, aber auch eine starke F&uuml;hrung, die die Identifikation der Bev&ouml;lkerung mit dem Staat und gleichzeitig eine Distanz zur repressiven Realit&auml;t bewirkt.<\/p><p>Die Verbindung zwischen dem globalen neoliberalen Guru Milton Friedman und seinen Sch&uuml;lern, den Chicago Boys, und dem chilenischen Staat unter Augusto Pinochet in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist ein Beweis f&uuml;r den h&ouml;chst antidemokratischen und repressiven Charakter des neoliberalen, heute libert&auml;ren Denkens. Mileis Vorschlag, Probleme der Straff&auml;lligkeit mit Kugeln zu l&ouml;sen, und seine Drohung, all jenen die staatliche Unterst&uuml;tzung zu entziehen, die gegen seine Regierung protestieren, sind die argentinische Version von Pinochets Chile oder die R&uuml;ckkehr des Staatsterrors eben jenes Argentiniens der 1970er- und 1980er-Jahre.<\/p><p>Die kriminelle Gewalt, die Ecuador in den ersten Januarwochen 2023 ersch&uuml;tterte, ist nicht nur das Ergebnis des neoliberalen Wirtschaftsmodells, das die Bev&ouml;lkerung hat verarmen lassen, sondern auch das Produkt der liberalen Ideologisierung der Volksmassen. Dies erkl&auml;rt zum Teil auch den Sieg der volksfeindlichen Pr&auml;sidentschaftskandidaten.<\/p><p>Diese Kandidaten, die im Sinne des Kapitals handeln, werden sowohl von den Unternehmern als auch von den informellen Massen, den Armen und den angestellten Arbeitern unterst&uuml;tzt. Denn die liberale Ideologie des Homo Oeconomicus, des Menschen, der mehr haben will, indem er weniger tut oder mit m&ouml;glichst geringem Aufwand arbeitet, ist bereits in seinem Bewusstsein verankert.<\/p><p>Die menschliche Entfaltung durch Konsum und die individualistische Ideologie sind integraler Bestandteil des Denkens, F&uuml;hlens und Handelns der vom Kapital ausgebeuteten und unterdr&uuml;ckten Klassen und Gesellschaftsschichten. All dies tr&auml;gt zusammen mit der Tatsache, dass der Neoliberalismus das soziale Gef&uuml;ge zerst&ouml;rt, zum Wachstum krimineller Gruppen und zur Brutalit&auml;t ihrer Aktionen bei.<\/p><p>Das Wirtschaftsprogramm der Libert&auml;ren ist kein Weg zur Freiheit, sondern zur Entfremdung und Unterdr&uuml;ckung &ndash; dem Kapital zu dienen, Tag f&uuml;r Tag, Stunde f&uuml;r Stunde, Minute f&uuml;r Minute, um zu &uuml;berleben. Das ist mehr als Knechtschaft, das ist Sklaverei. Ihr politisches und soziales Programm ist der Weg zum Faschismus. Die Libert&auml;ren werden die Freiheit abschaffen.<\/p><p>Angesichts der Welle der Ultrarechten reicht es nicht mehr aus, den dunklen Kr&auml;ften, den mit hellblauen Wirtschaftsflaggen getarnten Schwarzhemden Widerstand zu leisten und sie zu bek&auml;mpfen.<\/p><p>Die fortschrittlichen Kr&auml;fte m&uuml;ssen Selbstkritik &uuml;ben und &uuml;ber Organisation, Taktik und Strategie nachdenken, damit ihre Vorstellung von der Gesellschaft das Bewusstsein der Massen wieder f&uuml;r sich einnehmen und ver&auml;ndern kann. Denn um was es im 21. Jahrhundert auf unserem Kontinent geht, ist die Herausbildung eines neuen Menschen ohne Entfremdung, der seine individuellen und sozialen Potenziale voll entfalten kann.<\/p><p><em>Editorial Minga 10: &bdquo;La ola de ultraderecha en Am&eacute;rica Latina&rdquo;, in Minga. Revista de ciencias, artes y activismo para la transformaci&oacute;n de Am&eacute;rica Latina, Nr. 10, 6. Jahr, II. Halbjahr, 2023, pp. , Cochabamba, Bolivien. ISSN: 2704-5584. CC BY 4.0 Deed, Namensnennung 4.0 International<\/em><\/p><p><em>&Uuml;bersetzung: Susanne Schartz-Laux, <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/268639\/welle-der-ultrarechten-lateinamerika\">Amerika21<\/a><\/em><\/p><p><small>Titelbild: <a href=\"https:\/\/minga-cital.com\/minga10-1\/\">minga-cital.com\/minga10-1\/<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107191\">Analyse zur Wahl in Argentinien: Der Tag, an dem die Demokratie einen Libert&auml;ren gebar<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112154\">Wie wurde Ecuador von einer &bdquo;Insel des Friedens&rdquo; zum &bdquo;failed state&rdquo;?<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111527\">&bdquo;Libert&auml;re&ldquo; Regierung in Argentinien verf&uuml;gt weitere massive K&uuml;rzungen in Bildung und Wissenschaft<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110087\">Peru: Die alte Republik und ihre lebenden Toten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=104537\">El Salvador &ndash; Ein Land mit gro&szlig;en Visionen und sehr einseitiger Berichterstattung in deutschen Medien<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=92268\">Putschversuch in Brasilien: Was bisher bekannt ist<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/89551201720545a999de263b002454ca\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] In Lateinamerika ist &bdquo;der progresismo ein historisches Ph&auml;nomen, das dem kapitalistischen Transformationsprozess der nordamerikanischen Hegemonie und des neoliberalen Regimes entspricht, bei dem die Vorherrschaft des Finanz- und Unternehmenskapitals geschw&auml;cht wird und die Macht der USA und der multilateralen Organisationen &uuml;ber die L&auml;nder Lateinamerikas schwindet. Dies erm&ouml;glicht den Aufstieg b&uuml;ndnisfreier Regierungen, die von den Volksmassen getragen werden und Prozesse der Verstaatlichung der nat&uuml;rlichen Ressourcen sowie eine Umverteilungspolitik der &ouml;ffentlichen Ausgaben mit einer antiimperialistischen Vision bef&ouml;rdern.&rdquo; Siehe Blanca Rubio, <a href=\"https:\/\/www.scielo.br\/j\/ccrh\/a\/k9Q36Q8fpSWz5bvyNVmns8y\/?format=pdf&amp;lang=es.-\">Jaime Pe&ntilde;a in Del populismo al progresismo, reflexiones sobre su capacidad transformadora<\/a>.&nbsp;Nicht zu verwechseln mit dem in Westeuropa etablierten Begriff Progressivismus\/Progressismus.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Mileis Gesetzentwurf &bdquo;Ley Omnibus&rdquo; sollte zahlreiche Gesetze modifizieren oder abschaffen und in praktisch jeden Aspekt des Gemeinwesens einwirken. Er zeigte ultraliberale Ma&szlig;nahmen zur Zerlegung des Staates, aber auch Ans&auml;tze zur Unterdr&uuml;ckung jedes Widerstands dagegen. Der Entwurf scheiterte im Parlament, Milei musste ihn zur&uuml;ckziehen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wirtschaftsprogramm der Libert&auml;ren ist kein Weg zur Freiheit, sondern zur Entfremdung und Unterdr&uuml;ckung. Es ist, kurz gesagt, eine sehr radikale Version des Neoliberalismus. In den letzten Jahren sind die Regierungen in mehreren lateinamerikanischen L&auml;ndern von einer Welle rechtsgerichteter, liberal-konservativer politischer Akteure &uuml;bernommen worden. Auf der Grundlage klassischer neoliberaler und konservativer Programme gewannen Nayib Bukele<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112835\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":112836,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,205,125],"tags":[284,1033,2145,233,3420,309,678,2490,924],"class_list":["post-112835","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-rechte-gefahr","tag-deregulierung","tag-friedman-milton","tag-lateinamerika","tag-marktliberalismus","tag-milei-javier","tag-repressionen","tag-smith-adam","tag-staatsterrorismus","tag-von-hayek-friedrich-august"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Cover_Liberta\u0308re.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=112835"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112835\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":112902,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112835\/revisions\/112902"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/112836"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=112835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=112835"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=112835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}