{"id":112882,"date":"2024-03-22T15:50:41","date_gmt":"2024-03-22T14:50:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112882"},"modified":"2024-03-25T07:30:43","modified_gmt":"2024-03-25T06:30:43","slug":"thema-assange-im-zdf-bei-markus-lanz-recht-sonderbar-behandelt-vielleicht-bald-eine-vereinbarung-zwischen-den-usa-und-assange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112882","title":{"rendered":"Thema Assange im ZDF bei Markus Lanz recht sonderbar behandelt &#8211; Vielleicht bald eine Vereinbarung zwischen den USA und Assange?"},"content":{"rendered":"<p>Gestern wurde ich darauf aufmerksam, dass Markus Lanz sich am 14. M&auml;rz <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/gesellschaft\/markus-lanz\/markus-lanz-vom-14-maerz-2024-102.html\">mit dem Thema Julian Assange befasst hat<\/a>, und dazu kamen Assanges Bruder Gabriel Shipton, der V&ouml;lkerrechtler Kai Ambos, der Journalist Heribert Prantl und kurz der Gr&uuml;nen-Vorsitzende Omid Nouripour zu Wort. Nachdem ich mich erst &uuml;ber die Tatsache gefreut hatte, dass es das Thema Assange in eine Talkshow zur besten Sendezeit geschafft hat, setzte nach kurzem Zuschauen mein Erstaunen dar&uuml;ber ein, wie wenig die Beteiligten informiert schienen. Dies gilt nat&uuml;rlich nicht f&uuml;r Assanges Bruder, denn dieser ist seit Jahren mit dessen Schicksal konfrontiert. Am Ende des Beitrags war ich froh, dass ich seit Jahren keinen Fernseher besitze und dass ich keine Zwangsabgabe an den &Ouml;RR zahlen muss, weil ich nicht in Deutschland lebe. Nachfolgend der Versuch, den in der Sendung erzeugten Nebel ein wenig zu lichten. Von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5078\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-112882-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322_Thema_Assange_im_ZDF_bei_Markus_Lanz_recht_sonderbar_behandelt_Vielleicht_bald_eine_Vereinbarung_zwischen_den_USA_und_Assange_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322_Thema_Assange_im_ZDF_bei_Markus_Lanz_recht_sonderbar_behandelt_Vielleicht_bald_eine_Vereinbarung_zwischen_den_USA_und_Assange_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322_Thema_Assange_im_ZDF_bei_Markus_Lanz_recht_sonderbar_behandelt_Vielleicht_bald_eine_Vereinbarung_zwischen_den_USA_und_Assange_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322_Thema_Assange_im_ZDF_bei_Markus_Lanz_recht_sonderbar_behandelt_Vielleicht_bald_eine_Vereinbarung_zwischen_den_USA_und_Assange_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=112882-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240322_Thema_Assange_im_ZDF_bei_Markus_Lanz_recht_sonderbar_behandelt_Vielleicht_bald_eine_Vereinbarung_zwischen_den_USA_und_Assange_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240322_Thema_Assange_im_ZDF_bei_Markus_Lanz_recht_sonderbar_behandelt_Vielleicht_bald_eine_Vereinbarung_zwischen_den_USA_und_Assange_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Vorbemerkung: Die Leserinnen und Leser m&ouml;gen mir bitte verzeihen, dass dieser Text sehr lang geworden ist und sehr ins Detail geht. W&auml;hrend des Schreibens wurde mir immer klarer, dass die Sendung auch irgendwie dazu beitr&auml;gt, den Ruf von Julian Assange und WikiLeaks zu zerst&ouml;ren. Auch die &bdquo;kleinen&ldquo; Ungenauigkeiten tun in der Summe ihre Wirkung und darum habe ich mir die M&uuml;he gemacht, das im Detail zu kommentieren.<\/p><p>Es fing gut an, als Markus Lanz die Frage stellte, ob &bdquo;jemand wie Assange&ldquo; freigelassen werden sollte. Kai Ambos antwortete mit &bdquo;Ja&ldquo; und Heribert Prantl sagte &bdquo;Zweimal ja&ldquo;.<\/p><p>Dann konfrontierte Markus Lanz Omid Nouripour mit der Wahlkampfforderung von Annalena Baerbock, die im September 2021 <a href=\"https:\/\/www.abgeordnetenwatch.de\/profile\/annalena-baerbock\/fragen-antworten\/wie-stehen-sie-zum-fall-julian-assange\">&bdquo;die sofortige Freilassung von Julian Assange&ldquo;<\/a> gefordert hatte, und dass man seitdem nichts mehr von ihr zum dem Thema geh&ouml;rt habe.<\/p><p>Nouripour entgegnete, dass sie als Au&szlig;enministerin diplomatisch hinter den Kulissen verhandeln m&uuml;sse, und dies auch t&auml;te. &bdquo;Sie spricht das sehr oft an&ldquo;. Lanz kommentierte das als &bdquo;w&auml;ssrig&ldquo;, &bdquo;mau&ldquo; und &bdquo;lasch&ldquo;, wobei unklar blieb, ob er Baerbock oder Nouripour meinte. Au&szlig;erdem hatte dieser gesagt, dass es der &bdquo;Job der Au&szlig;enministerin nicht ist, dies drau&szlig;en zu erz&auml;hlen, sondern in bilateralen Gespr&auml;chen&ldquo;. Wenn das ihre Regel w&auml;re, sollte sie aber nicht davon reden, dass man &bdquo;Russland ruinieren&ldquo; m&uuml;sse oder dass der chinesische Staatschef ein &bdquo;Diktator&ldquo; sei.<\/p><p>Heribert Prantl griff die Bemerkung auf und sagte, dass sie doch sonst auch Menschenrechtsverletzungen anprangere. Dann sprach er davon, dass sie sich dabei nicht auf die Souver&auml;nit&auml;t Gro&szlig;britanniens und der britischen Gerichte zur&uuml;ckz&ouml;ge. Heribert Prantl h&auml;tte hier leicht &uuml;ber die Unterschiede in Baerbocks Umgang mit verschiedenen L&auml;ndern kontern k&ouml;nnen, was dann eher Lanz mit dem Einwurf &bdquo;wertebasierte Au&szlig;enpolitik&ldquo; tat.<\/p><p>Dann zeigte sich Omid Nouripour gut informiert und sagte, dass die &bdquo;Amerikaner auf zigfache Nachfrage&ldquo; die M&ouml;glichkeit der Todesstrafe nicht h&auml;tten ausr&auml;umen k&ouml;nnen. Er sagte, &bdquo;wir wissen alle, dass Assange bei einer Auslieferung die Todesstrafe droht&ldquo;. Es w&auml;re noch pr&auml;ziser gewesen, wenn er ein &bdquo;m&ouml;glicherweise&ldquo; eingeschoben h&auml;tte, aber es ist trotzdem gut, dass ein Vorstandsmitglied der Atlantikbr&uuml;cke e.V. so etwas sagt.<\/p><p>Bei so etwas Existenziellem k&ouml;nnte die Au&szlig;enministerin aber vielleicht doch an die &Ouml;ffentlichkeit treten. Olaf Scholz hat dies ja auch am 4. M&auml;rz getan, als er &uuml;berraschenderweise &ouml;ffentlich sagte, Assange sollte nicht an die USA ausgeliefert werden, weil dort das Strafma&szlig; nicht den britischen Vorgaben angemessen sei. Die meisten Beobachter meinen, dass der Kanzler hier auch die M&ouml;glichkeit der Todesstrafe gemeint hat.<\/p><p>Dann zeigt Lanz das <a href=\"https:\/\/collateralmurder.wikileaks.org\/\">&bdquo;Collateral Murder&ldquo;-Video<\/a>, aufgenommen von einem US-Kampfhubschrauber, dessen Besatzung im Jahr 2007 in Bagdad 12 Zivilisten ermordet hat. Man sieht in dem Video, wie Menschen get&ouml;tet werden. Weiter kommentiert Lanz Bilder, die den Lebenslauf von Julian Assange seit dieser Ver&ouml;ffentlichung im Jahr 2010 kurz anrei&szlig;en und die mit seiner andauernden Inhaftierung in London enden. Auch Assanges Frau Stella kommt mit den eindr&uuml;cklichen Worten, dass es hier um Leben und Tod ihres Mannes gehe, zu Wort.<\/p><p>Daraufhin wird Gabriel Shipton aus Australien zugeschaltet und er antwortet auf die Fragen nach den Haftbedingungen in der sechs Quadratmeter gro&szlig;en Zelle von Assange, dass seine Familie ihn einmal in der Woche besuchen darf und die f&uuml;nf und sechs Jahre alten S&ouml;hne von Assange das Belmarsh-Gef&auml;ngnis als sein Haus bezeichnen. Gabriel Shipton sagt, dass sein Bruder f&uuml;r Journalismus bestraft wird.<\/p><p>Dies bezeichnet Lanz als die sehr menschliche &bdquo;Trag&ouml;die&ldquo; des Falls, bevor er Kai Ambos zu der &bdquo;harten juristischen&ldquo; Bewertung des Falls befragt, und ob dieser Assange als &bdquo;Aufkl&auml;rer, Verr&auml;ter, einen Mann, der in Gef&auml;ngnis geh&ouml;rt, oder der freigelassen werden soll.&ldquo; sieht.<\/p><p>Ambos antwortet, dass Julian Assange aus &bdquo;humanit&auml;ren Gr&uuml;nden&ldquo; nicht ausgeliefert und freigelassen werden soll. Diese Gnade, die man Assange erweisen soll, bestimmt dann den Rest der Sendung, und leider findet sich f&uuml;r viele der Behauptungen von Kai Ambos niemand, der diese faktisch widerlegt. Heribert Prantl scheint zumeist voll auf der Seite von Julian Assange zu stehen und er pr&auml;sentiert das auf eine sehr sympathische Art und Weise.<\/p><p>Kai Ambos sagt, dass Assange &bdquo;eigentlich schon genug bestraft worden ist nach allem, was passiert ist&ldquo;. Man fragt sich, wof&uuml;r er meint, dass Assange bestraft werden sollte. Dann sagt er, der Fall sei viel komplexer, als er oft dargestellt wird, und dem w&uuml;rde ich zustimmen, allerdings aus der entgegengesetzten Richtung als der, aus der Ambos schaut.<\/p><p>Weiter sagt Kai Ambos, es sei &bdquo;heute Abend schon wieder einiges gesagt worden, was nicht stimmt,&ldquo; und wendet sich an Omid Nouripour mit der Behauptung, die Todesstrafe st&uuml;nde &bdquo;nicht zur Debatte&ldquo;. Hier hat der Juraprofessor aus G&ouml;ttingen nicht ganz recht, denn ich habe selbst am 21. Februar im Gerichtssaal 5 der K&ouml;niglichen Gerichtsh&ouml;fe in London geh&ouml;rt, wie der Anklagevertreter Ben Watson die Todesstrafe in diesem Fall nicht ausschlie&szlig;en konnte. Auf die Frage des Richters, ob man etwas tun k&ouml;nne, um die Verh&auml;ngung der Todesstrafe zu verhindern, antwortete er: &bdquo;Es w&auml;re sehr schwierig, Zusicherungen zu geben, um die Verh&auml;ngung der Todesstrafe zu verhindern.&ldquo; In der Anklageschrift der USA ist die Todesstrafe nicht erw&auml;hnt, aber es ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass die USA im Falle einer Auslieferung neue Anklagepunkte hinzuf&uuml;gen w&uuml;rde.<\/p><p>Die Todesstrafe steht &bdquo;nicht zur Debatte&ldquo;, aber sie kann auch nicht ausgeschlossen werden, was bei der Unumkehrbarkeit nach der Vollstreckung wohl nicht riskiert werden sollte.<\/p><p>Dann sagt Ambos, dass Assange nicht Daniel Ellsberg sei, der als Angestellter der Rand Corporation Dokumente &uuml;ber das Bel&uuml;gen der Bev&ouml;lkerung der USA durch ihre Regierung an die <em>New York Times<\/em> und die <em>Washington Post<\/em> gegeben hatte. Ellsberg war ein Whistleblower, w&auml;hrend Assange ein Publizist ist. Daniel Ellsberg, der im letzten Jahr im Alter von 92 Jahren gestorben ist, hat sich stets und vehement f&uuml;r Assange eingesetzt und auch vor Gericht zu seinen Gunsten ausgesagt. Er h&auml;tte sich wahrscheinlich gegen diese Vereinnahmung durch Kai Ambos verwahrt. Ellsberg hatte die Regierung der USA aufgefordert, auch ihn zusammen mit Assange anzuklagen, und immer seine Gemeinsamkeiten mit Julian Assange betont.<\/p><p>Ambos wirft dann auch Heribert Prantl vor, dass er Assange in seinem letzten Editorial in der <em>SZ<\/em> zu einem Ellsberg oder einem Snowden machen w&uuml;rde, was sich Prantl stoisch anh&ouml;rt.<\/p><p>Ambos hebt dann an zu sagen, dass Assange mit WikiLeaks hunderttausende unredigierter Dokumente ver&ouml;ffentlicht habe. Hier h&auml;tte Prantl einschreiten k&ouml;nnen und sagen m&uuml;ssen, dass die Ver&ouml;ffentlichung der Diplomatic Cables eine Verkettung ungl&uuml;cklicher Umst&auml;nde war, an der <em>The Guardian<\/em> und <em>Der Freitag<\/em> mindestens genauso beteiligt waren wie WikiLeaks. WikiLeaks hatte diese diplomatischen Depeschen verschl&uuml;sselt auf einen Internetserver hochgeladen. Die Guardian-Journalisten David Leigh und Luke Harding, die das Passwort zu diesem Server kannten, weil sie bei der Redigierung der Dokumente mithalfen, ver&ouml;ffentlichten das Passwort dann als Kapitel&uuml;berschrift in ihrem Buch &bdquo;WikiLeaks: Inside Julian Assange&rsquo;s War on Secrecy&ldquo;, nachdem sie sich mit Julian Assange zerstritten hatten.<\/p><p><em>Der Freitag<\/em> wies dann nach Monaten darauf hin und es war schlussendlich die Webseite <em>Cryptome<\/em>, die die unredigierten Depeschen dann ver&ouml;ffentlichte, WikiLeaks folgte erst einige Tage sp&auml;ter. Assange hatte sich mit dem State Department der USA in Verbindung gesetzt, damit die USA in den Dokumenten genannte Personen warnen k&ouml;nnten, doch die USA lehnten eine Zusammenarbeit ab.<\/p><p>Kai Ambos &bdquo;m&ouml;chte dann mal&ldquo; ein Beispiel geben, was die Ver&ouml;ffentlichung von unredigierten Dokumenten bedeutet f&uuml;r &bdquo;unbeteiligte Personen&ldquo;. Ob man Informanten als &bdquo;unbeteiligte Personen&ldquo; bezeichnen kann, sei dahingestellt. Man kann wohl davon ausgehen, dass einige dieser Informanten auch Menschen mit Informationen gef&auml;hrdeten, die sie an die T&ouml;tungsmaschinerie der USA weitergaben. Ich will hier die Schandtaten aller Seiten gar nicht aufrechnen, und niemand verdient einen fr&uuml;hzeitigen Tod, aber &bdquo;unbeteiligt&ldquo; waren viele der Informanten wohl nicht. Das ist etwas irref&uuml;hrend von Ambos.<\/p><p>Kai Ambos zitiert einen Artikel aus der <em>New York Times<\/em> vom 30. Juli 2010 mit dem Titel <a href=\"https:\/\/archive.nytimes.com\/thelede.blogs.nytimes.com\/2010\/07\/30\/taliban-study-wikileaks-to-hunt-informants\/\">&bdquo;Taliban study Wikileaks to hunt informants&ldquo;<\/a>, wonach die Taliban die WikiLeaks-Ver&ouml;ffentlichungen zu Afghanistan von einigen Tagen vorher studierten, um Hinweise auf Informanten zu finden. Er sagt dann allerdings selbst, dass man nicht beweisen k&ouml;nne, dass durch Assanges Ver&ouml;ffentlichungen Menschen gestorben sind, sondern dass diese gef&auml;hrdet wurden. Auch dazu w&uuml;rde ich sagen, dass, wenn die Milit&auml;rmacht USA einen Krieg gegen Afghanistan und den Irak f&uuml;hrt, in dem wirklich unbeteiligte Zivilisten beweisbar get&ouml;tet wurden, es doch weit hergeholt ist, von einer potenziellen Gef&auml;hrdung durch Ver&ouml;ffentlichungen zu sprechen. Im Prozess gegen Chelsea Manning, die die besagten Daten an WikiLeaks gegeben hatte, musste der US-Brigadegeneral Robert Carr <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2013\/jul\/31\/bradley-manning-sentencing-hearing-pentagon\">eingestehen<\/a>, dass es keine Beweise gebe, dass durch die Ver&ouml;ffentlichung der Daten Menschen vom Feind get&ouml;tet wurden.<\/p><p>Dann kommt Kai Ambos mit dem Argument, dass &bdquo;er &uuml;brigens auch die E-Mails von Hillary Clinton&ldquo; ver&ouml;ffentlicht hat und dass Trump dies gefallen habe. Erstens sind diese Ver&ouml;ffentlichungen nicht Gegenstand der juristischen Auseinandersetzung und zweitens hat schon im Sommer 2019 der New Yorker Richter John Koeltl eine diesbez&uuml;gliche <a href=\"http:\/\/freiesicht.org\/2019\/usa-richter-weist-klage-der-demokratischen-partei-zurueck-eric-london\/\">Zivilklage der Demokratischen Partei abgewiesen<\/a> und gesagt, dass das &ouml;ffentliche Interesse in diesem Fall Vorrang habe. Dieses Urteil kennt der Rechtsprofessor m&ouml;glicherweise oder auch nicht, aber ihm geht es vielleicht um die moralische Bewertung bzw. darum, dass Clinton besser sei als Trump. Schade, dass hier niemand nachgehakt hat.<\/p><p>Dann sagt Ambos, dass nat&uuml;rlich alle im Raum f&uuml;r das Sichtbarmachen von Kriegsverbrechen seien, aber bitte auch die der Russen und Chinesen. Darum geht es im Fall Assange aber gar nicht und au&szlig;erdem wei&szlig; ich gar nicht, wann China das letzte Mal Krieg mit einem anderen Land gef&uuml;hrt hat. F&uuml;r einen akademischen Professor argumentiert Kai Ambos sehr ungenau, und vieles, was er vorbringt, ist untergr&uuml;ndiges Geraune.<\/p><p>Dann sagt er, Informantenschutz sei verantwortungsvolle redaktionelle Arbeit und deshalb sei WikiLeaks kein &bdquo;seri&ouml;ses journalistisches Medium&ldquo;. Ich wei&szlig; zum Beispiel, dass der WikiLeaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson vor der Ver&ouml;ffentlichung des &bdquo;Collateral Murder&ldquo;-Videos nach Bagdad gefahren ist, um vor Ort zu recherchieren und mit Angeh&ouml;rigen der Opfer des US-Massakers zu sprechen.<\/p><p>Ambos spricht dann davon, dass sich ein Konglomerat der gro&szlig;en Zeitungen von Assange distanziert habe, weil er nicht diesen Standards gen&uuml;gt habe. Genau diese Zeitungen haben bei den WikiLeaks-Ver&ouml;ffentlichungen auf Wunsch von Julian Assange redaktionell mitgearbeitet und den allergr&ouml;&szlig;ten Teil der Ver&ouml;ffentlichungen redigiert. Leider wird Ambos auch in diesem Punkt nicht widersprochen. Und genau diese Medien waren es auch, die im November 2022 <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/medien-assange-aufruf-101.html\">die US-Regierung aufgefordert haben<\/a>, das Verfahren gegen Julian Assange einzustellen, und zwar, weil &bdquo;Journalismus kein Verbrechen&ldquo; sei, und nicht aus humanit&auml;ren Gr&uuml;nden. Auch dies erw&auml;hnt Kai Ambos nicht.<\/p><p>Dann versteigt sich Markus Lanz zu der Behauptung, der Schutz von Quellen sei redaktionelle Arbeit, die im &bdquo;Fall von WikiLeaks nicht stattgefunden hat&ldquo;. Darauf antwortet Heribert Prantl einerseits bewundernswert, indem er die Wichtigkeit der WikiLeaks-Ver&ouml;ffentlichungen betont, andererseits l&auml;sst er ein weiteres Mal die Chance verstreichen, die Dinge richtigzustellen, indem er sagt, dass WikiLeaks sehr wohl immense redaktionelle Arbeit geleistet hat. Dies haben etliche Zeugen der Verteidigung im September 2020 im Auslieferungsverfahren am Old Bailey ausgesagt. Er gibt Ambos sogar noch recht, indem er sagt, WikiLeaks habe &bdquo;gigantische Datenmengen quasi ins Netz geschaufelt&ldquo;.<\/p><p>Es ist gut, dass Prantl dann &bdquo;ganz simpel&ldquo; die Frage stellt, ob der Verbrecher derjenige sei, der &bdquo;auf Kinder und Unbeteiligte schie&szlig;t, die tats&auml;chlich ums Leben gekommen sind, die ermordet worden sind, oder ist der Verbrecher derjenige, der diese Verbrechen ans Tageslicht bringt&ldquo;. Er sagt dann doch, dass WikiLeaks Datenmengen ausgewertet habe, und er sagt, &bdquo;Journalismus beginnt damit, dass die Wahrheit aufgedeckt wird&ldquo;. Er redet auch &uuml;ber die anderen Formen des Journalismus und die Kommentierung, die ihm besonders angelegen ist und die er auch im von Ambos zitierten Editorial angewendet habe, und es scheint, als habe er sich von Ambos auf den Schlips getreten gef&uuml;hlt.<\/p><p>Die Aufdeckung der Wahrheit sei eine gro&szlig;e Leistung. Es ist wirklich gro&szlig;artig, dass Prantl das hier auch mit Pathos sagt, aber leider l&auml;sst Lanz es zu, dass Kai Ambos ihn hier unterbricht und von Datendumping spricht, so wie es der <em>Guardian<\/em> und die <em>New York Times<\/em> genannt h&auml;tten. Dann fragt er Prantl, ob dieser alles ver&ouml;ffentlichen wolle, &bdquo;was wir in unserem Privatleben machen, alles, was im Schlafzimmer passiert bei uns&hellip;&ldquo;.<\/p><p>Prantl kontert zu Recht, indem er von Ver&ouml;ffentlichungen im &ouml;ffentlichen Interesse spricht. Hierauf kommt Ambos wieder mit den Clinton-E-Mails und dass sogar Lanz&lsquo; Podcast-Kollege Richard David Precht meinte, dass WikiLeaks hier zu weit gegangen sei. Ambos zweifelt aber die Antipathie von Precht gegen&uuml;ber Trump als legitimes Kriterium an, um gegen eine Ver&ouml;ffentlichung der Clinton-E-Mails zu sein. Das ist eine der wenigen Aussagen, bei denen ich Ambos zustimme. Auch hier bleibt obiges Urteil von Richter John Koeltl unerw&auml;hnt. Aber auch meine Meinung weicht oft von der von Richtern ab.<\/p><p>Dann geht es ab Minute 52 richtig hei&szlig; her. Kai Ambos redet von Staatsgeheimnissen und fragt, &bdquo;ganz konkret, Herr Prantl&ldquo;, ob die Abh&ouml;rung des Taurus-Gespr&auml;chs der deutschen Gener&auml;le &ouml;ffentlichkeitsrelevant gewesen sei. Dieser bejaht ausdr&uuml;cklich, denn in diesem Gespr&auml;ch ging es ja auch darum, ob Deutschland immer tiefer in den Ukraine-Konflikt hereingezogen wird. Hier beginnt Ambos, sich zu verhaspeln, und redet davon, &bdquo;wie wir operativ die Russen unterst&uuml;tzen, &auml;h, die Ukrainer unterst&uuml;tzen&ldquo;. Er redet von legitimen Staatsgeheimnissen und sagt etwas &bdquo;im Rahmen von (genuschelt) zur Selbstverteidigung berechtigt&ldquo;. Man f&uuml;hlt sich hier an einen aufgebrachten Karl Lauterbach erinnert.<\/p><p>Kai Ambos fragt Heribert Prantl dann, ob er die Anklageschrift gelesen habe, und dieser sagt, nat&uuml;rlich habe er das getan. Daraufhin erw&auml;hnt Ambos 18 Anklagepunkte und zu Recht sagt Prantl, da k&ouml;nne man auch 25 daraus machen, um auf die Absurdit&auml;t der US-Anklage mit der Androhung von 175 Jahren aufmerksam zu machen. Dies erheitert wiederum Markus Lanz.<\/p><p>Nun ger&auml;t Ambos wieder ins Verhaspeln. Er sagt, die Pressefreiheit sei gut gesch&uuml;tzt in den USA, und man wisse gar nicht, &bdquo;ob Trump, &auml;h, Assange dort verurteilt w&uuml;rde&ldquo;. Dies sei ein Auslieferungsverfahren im &bdquo;Rechtsstaat&ldquo; Gro&szlig;britannien und da k&ouml;nne Frau Baerbock auch nichts machen. Dass es in diesem Auslieferungsverfahren schleppend langsam vorangeht, dass die Richter am High Court ungetesteten Zusicherungen der USA stattgegeben haben, dass Richter 9 Monate brauchen, um 100 Seiten zu lesen und darauf einen dreiseitigen Ablehnungsbescheid zu schreiben, l&auml;sst er unerw&auml;hnt oder Ambos kennt dieses Geschehen nicht.<\/p><p>Nun wird es ganz abenteuerlich, denn Kai Ambos spricht von <strong>einem <\/strong>dreizehnj&auml;hrigen Auslieferungsverfahren, davon 9 Jahre in der Botschaft. Der Auslieferungsantrag der USA wurde vor knapp 5 Jahren offiziell gestellt, und das Auslieferungsersuchen der schwedischen Justiz ging vom Dezember 2010 bis Mai 2017, also insgesamt 11&frac12; Jahre in zwei ganz verschieden gelagerten Verfahren. Au&szlig;erdem war Julian Assange knapp 7 Jahre in der ecuadorianischen Botschaft, und nicht 9 Jahre. Hier ist es Kai Ambos, der simplifiziert und verf&auml;lscht, beides Dinge, die er vorher bei anderen bem&auml;ngelt hatte.<\/p><p>Und nun wird es ganz verr&uuml;ckt. Ambos redet nochmals von 9 Jahren in der Botschaft, wo Assange freiwillig hingegangen sei, und auch das &bdquo;freiwillig&ldquo; wird nochmals wiederholt. Diese Aussagen sind menschenverachtender Zynismus. Prantl wirft ein, Freiwilligkeit sei so eine Geschichte, doch da unterbricht ihn diesmal Markus Lanz, um weitere Ausf&uuml;hrungen &uuml;ber professionelle redaktionelle Netzwerke zu machen.<\/p><p>Auch hier weist niemand auf die redaktionelle Arbeit von WikiLeaks hin. Hier verspielt Prantl leider eine weitere Chance zur Richtigstellung, weil er den Eindruck stehenl&auml;sst, WikiLeaks habe &uuml;berhaupt nicht professionell und verantwortlich gearbeitet. Er versteigt sich zu der Aussage, Assange habe am Anfang seiner Arbeit gestanden und er n&auml;hme an, dass Assange es heute nicht mehr so machen w&uuml;rde. Das ist einfach falsch. Ich habe mir gerade mal einige <a href=\"https:\/\/wardiaries.wikileaks.org\/search\/?sort=date&amp;classification=NATO\/ISAF%20SECRET\">Iraq War Logs<\/a> auf der WikiLeaks-Seite angeschaut, und da ist ganz viel geschw&auml;rzt. Zeitangaben, Orte, Personen, die Art der Fahrzeuge. Ich w&uuml;rde davon ausgehen, dass der allergr&ouml;&szlig;te Teil der WikiLeaks-Ver&ouml;ffentlichungen redaktionell bearbeitet wurde.<\/p><p>Interessant ist auch, wenn man sich die Geheimhaltungsgrade im Register anschaut. Der h&ouml;chste ist &bdquo;secret&ldquo; und nicht etwa &bdquo;top secret&ldquo;, weil diese Dokumente laut diesem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/wikileaks-diplomaten-affaere-destruktive-depeschen-1.1029714\">SZ-Artikel<\/a> &uuml;ber einen gesonderten Kanal laufen. Nach diesem Artikel hatten zu der Datenbank, von der Bradley\/Chelsea Manning die Daten heruntergeladen hatte, 2,5 Millionen Menschen Zugang. Das vielleicht noch als weitere Anmerkung zur wiederholten Behauptung von Kai Ambos, Assange habe Menschen gef&auml;hrdet. F&auml;ngt die Gef&auml;hrdung nicht schon an, wenn man die Namen von exponierten Informanten in einer Datenbank aufbewahrt, zu der so ein riesiger Personenkreis Zugang hat? Das sind ja wahrscheinlich 1 Prozent der damaligen erwachsenen Bev&ouml;lkerung der USA.<\/p><p>Kai Ambos kommt ab Minute 56:30 auf den Begriff des Staatsgeheimnisses zu sprechen, redet von Oberst Klein in Kundus: &bdquo;&Uuml;brigens, da hatten wir auch &lsquo;n Informanten, das sind unsere Leute, und die Leute werden von Assange, von WikiLeaks wurden auch aufgedeckt, jetzt nicht die konkret, aber verstehen Sie, es geht ja abstrakt um das Problem&ldquo;. Solche S&auml;tze machen &uuml;berhaupt keinen Sinn, und das so etwas nicht direkt als das benannt wird, was es ist, n&auml;mlich unzusammenh&auml;ngendes, insinuierendes Geraune, ist bedenklich und gef&auml;hrlich. Man fragt sich, was Kai Ambos bei seinen Vorlesungen oder beim Kosovo-Tribunal so alles sagt.<\/p><p>Prantl spricht daraufhin von legalen und illegalen Geheimnissen und Lanz bittet ihn um ein Beispiel, worauf er die Spiegel-Aff&auml;re von 1962 erw&auml;hnt und den Fall Leo (sic) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Werner_P%C3%A4tsch\">P&auml;tsch<\/a> von 1963.<\/p><p>Wieder sagt Ambos, Assange habe Leute gef&auml;hrdet, das sei real, &bdquo;die Taliban killen die&ldquo;. Wie kann er &bdquo;killen&ldquo; sagen, wenn die USA keine konkreten Beweise haben, wo Menschen konkret durch WikiLeaks-Ver&ouml;ffentlichungen zu Schaden gekommen sind? Prantl sagt, Assange habe journalistische Sorgfalt &bdquo;partiell nicht gehabt&ldquo;, und Ambos darf nachlegen, dass er diese Sorgfalt &bdquo;&uuml;berhaupt nicht&ldquo; gehabt habe. Prantl sagt, Assange sei in einem &bdquo;investigativen Rausch&ldquo; gewesen. Auch das wurde selbst im Auslieferungsverfahren am Old Bailey so von den Anklagevertretern nicht gesagt.<\/p><p>Wenigstens sagt Prantl, dass Assange den Schutz der Pressefreiheit verdient.<\/p><p>Dann fragt Lanz nach Julian Assanges Zeit in der ecuadorianischen Botschaft, und dass Ambos behauptet hat, Assange sei freiwillig in diese Botschaft gegangen. Interessanterweise sieht man in dem Bild hinter Prantl und Ambos bei dieser Frage Julian Assange, wie er mit dem Schiedsspruch der UN-Arbeitsgruppe f&uuml;r Willk&uuml;rliche Inhaftierung (UNWGAD) in der Hand auf dem Balkon der Botschaft steht und spricht. Ein kurzer Clip davon ist auch im einleitenden Video am Anfang der Sendung zu sehen.<\/p><p>Diese Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus eminenten Rechtswissenschaftlern, hatte im Jahr 2017 entschieden, dass Assange durch die Einwirkung von Schweden und Gro&szlig;britannien willk&uuml;rlich festgehalten wird. Er sei sofort freizulassen und zu entsch&auml;digen. Weder Schweden noch Gro&szlig;britannien f&uuml;hlten sich an dieses UN-Urteil gebunden. Trotzdem ist es erstaunlich, dass der V&ouml;lkerrechtler Ambos hierauf mit keinem Wort eingeht.<\/p><p>In der 62. Minute fragt Lanz, warum Assange in der Botschaft gewesen sei, und nun darf Ambos die These vom Vergewaltiger Assange wieder aufw&auml;rmen. Er stellt hier unrichtige Behauptungen in den Raum, die zumindest unscharf sind und von denen er selbst sagt, dass es auch anders h&auml;tte sein k&ouml;nnen. Unerw&auml;hnt bleibt auch, dass die erste mit dem Vorgang befasste Staatsanw&auml;ltin Eva Finn&eacute; nach drei Tagen entschied, das Verfahren nicht aufzunehmen, und erst die von dem sozialdemokratischen Politiker Claes Borgstr&ouml;m beauftragte Staatsanw&auml;ltin Marianne Ny das Verfahren wirklich aufnahm.<\/p><p>Dann spricht Ambos von einem europ&auml;ischen Haftbefehl, &bdquo;ein spezielles Instrument innerhalb des EU-Rechts&ldquo;, ohne zu erw&auml;hnen, dass dieser nicht von einem Richter, sondern von dieser Staatsanw&auml;ltin kam. Er singt dann das Hohelied auf die britische Justiz, die Assange erlaubt habe, bis zum Supreme Court zu gehen. &bdquo;Der ber&uuml;hmte englische Supreme Court&ldquo;, der am 1. Oktober 2009 seine Arbeit aufnahm, also ungef&auml;hr ein Jahr, bevor der Haftbefehl aus Schweden erlassen wurde. Wie Ambos hier bombastisch von &bdquo;ber&uuml;hmt&ldquo; reden kann, erschlie&szlig;t sich mir nicht und dient wohl nur dazu zu unterstreichen, wie unfehlbar die dortigen Richter waren und sind.<\/p><p>Die Anwendung des Europ&auml;ischen Haftbefehls wurde, kurz nachdem Assange am Supreme Court abgewiesen wurde, ge&auml;ndert, weil die Richter Zweifel hatten, ob ein von Staatsanw&auml;lten ausgestellter Haftbefehl f&uuml;r eine Auslieferung ausreicht. Nach dieser &Auml;nderung musste der Haftbefehl von einem Richter kommen, um in Gro&szlig;britannien anerkannt zu werden.<\/p><p>Kai Ambos f&uuml;hrt dann weiter zur stringenten englischen Rechtsstaatlichkeit aus, an der ich seit der Beobachtung des Assange-Falls so meine Zweifel habe. Schon in der allerersten Anh&ouml;rung, eine Stunde nachdem Assange am 11. April 2019 aus der Botschaft gezerrt wurde, zeigte sich dies. Assanges Verteidiger stellte einen Antrag auf Befangenheit, weil der Ehemann der beaufsichtigenden Richterin Emma Arbuthnot vierzig Mal in WikiLeaks-Ver&ouml;ffentlichungen erw&auml;hnt wurde. Der Richter wischte dies ungepr&uuml;ft beiseite und bezeichnete stattdessen Assange als Narzissten, nachdem er ihn 15 Minuten im Gericht gesehen hatte.<\/p><p>Jeder Psychologe wird so eine schnelle Einordnung, egal von wem, kategorisch ablehnen. Zudem war diese Bemerkung auch v&ouml;llig unn&ouml;tig und hatte mit dem Fall nichts zu tun. Vielleicht wollte der Richter einfach auch ein bisschen am Rufmord von Assange teilnehmen.<\/p><p>Apropos Rufmord. Bei Lanz f&uuml;hrt Kai Ambos weiter aus, wie &bdquo;ganz toll&ldquo; die Verteidiger von Assange seien: &bdquo;Ich kenn die zum Teil, die werden auch sehr gut bezahlt, k&ouml;nn&lsquo; ma nochmal n&lsquo; anderes Mal dr&uuml;ber sprechen, woher das Geld kommt&ldquo;. Dies scheint das Stichwort f&uuml;r Lanz zu sein: &bdquo;Ja, woher kommt das denn?&ldquo; &bdquo;Keine Ahnung, fragen sie die Leute von Assange &hellip; irgendwo gibt&lsquo;s da Geld.&ldquo;<\/p><p>Hier wird es wirklich perfide. Julian Assange steht der geballten Justizmacht der USA und des Vereinigten K&ouml;nigreichs gegen&uuml;ber, und jemand, der behauptet, aus humanit&auml;ren Gr&uuml;nden f&uuml;r seine Freilassung zu sein, stellt im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk solche unbelegten Vermutungen in den Raum. Soweit ich wei&szlig;, kommt eigentlich das ganze Geld f&uuml;r die Anw&auml;lte und auch f&uuml;r die Kampagne f&uuml;r seine Freilassung aus <a href=\"https:\/\/www.wauland.de\/de\/donate\/moral-courage\/#77\">Spenden<\/a> seiner Unterst&uuml;tzer. Wahrscheinlich arbeiten einige seiner Anw&auml;lte auch unentgeltlich.<\/p><p>Als Heribert Prantl recht hilflos loslegt und von den Preisen spricht, die Julian Assange erhalten hat, redet Ambos ihm s&uuml;ffisant dazwischen: &bdquo;Wissen Sie, was die Leute f&uuml;r ein Honorar haben, Leute wie Ben Emmerson, Kings Counsel?&ldquo;. Zu diesem Zeitpunkt f&auml;ngt Ambos an, &uuml;ber seine eigene Bemerkung zu grinsen, vielleicht weil er an sein eigenes Gehalt als Jurist denken muss. Er sagt dann tats&auml;chlich, dass man eine Sendung dar&uuml;ber machen solle, woher das Geld kommt, und er habe schon mit einem Mitarbeiter von Lanz dar&uuml;ber gesprochen. Da frage ich mich, inwieweit Lanz und Ambos ihr Vorgehen abgesprochen haben. Das ist nat&uuml;rlich auch nur eine Vermutung, die sich mir nach diesen letzten choreographiert erscheinenden Bemerkungen von den Beiden aufdr&auml;ngt. Prantl scheint &uuml;berhaupt nicht mit von der Partie zu sein, und er sagt dann, dass er Assange auch bezahlen w&uuml;rde, weil ihm die Pressefreiheit wichtig ist.<\/p><p>Hier unterbricht Ambos ihn wieder mit der Bemerkung, dass er zu Ende &bdquo;erkl&auml;ren&ldquo; wolle, wie es weiterging zum damaligen Zeitpunkt. &bdquo;Wir m&uuml;ssen sehen, es gibt eine Entscheidung des Supreme Court, Assange, du musst ausgeliefert werden nach Schweden&ldquo; (erhobener Zeigefinger). Wie Kai Ambos darauf kommt, Julian Assange zu duzen, wei&szlig; ich auch nicht.<\/p><p>Dann geht es weiter mit Betrachtungen &uuml;ber die Art des Aufenthalts von Assange in der ecuadorianischen Botschaft. Dies sei kein &bdquo;Asyl&ldquo; gewesen und die Botschaft kein &bdquo;extraterritoriales Gebiet&ldquo;. &Uuml;ber den speziellen Fall von Assange in der ecuadorianischen Botschaft hat Kai Ambos schon 2012 geschrieben und dies damals schon abgelehnt. Er m&uuml;sste sich also auskennen und es ist mir noch schleierhafter, wieso er von neun Jahren in der Botschaft redete.<\/p><p>Es sei Assanges freie Entscheidung gewesen, nicht nach Schweden zu gehen, sondern in die ecuadorianische Botschaft. Schweden h&auml;tte ihn nicht automatisch an die USA weitergeleitet. Mit keinem Wort wird erw&auml;hnt, dass sich Schweden weigerte, ein sogenanntes Non-Refoulemont zu unterzeichnen, welches die Auslieferung an die USA ausgeschlossen h&auml;tte. Laut dem ehemaligen UN-Sonderbeauftragten f&uuml;r Folter, Nils Melzer, ein normales, g&auml;ngiges rechtliches und diplomatisches Instrument.<\/p><p>Dass es f&uuml;r Assange in Schweden, wo er die Landessprache nicht spricht, weitaus schwieriger gewesen w&auml;re, seine Auslieferung an die USA juristisch zu bek&auml;mpfen, ist eine weitere Tatsache, die in dieser Sendung niemand erw&auml;hnt.<\/p><p>Laut Ambos k&ouml;nne man ja ein juristisches Seminar dar&uuml;ber machen, ob der Rechtsschutz in England oder Schweden gr&ouml;&szlig;er sei, als sei dies nur eine theoretische Frage. Julian Assange, der Kriegsverbrechen mit aufgedeckt hat, ist seit &uuml;ber 13 Jahren seiner Freiheit beraubt. Und schon wieder sprach Ambos von neun Jahren in der Botschaft, die man nicht mit der Zeit in Belmarsh vergleichen k&ouml;nne: &bdquo;Warum ist er &uuml;brigens in Belmarsh, Herr Prantl, wissen Sie das?&ldquo;, fragt Professor Ambos nun seinen Gegen&uuml;ber.<\/p><p>Ambos hat f&uuml;r die Sendung mit &bdquo;vielen englischen Kollegen, die Auslieferung machen&ldquo;, gesprochen. Nun kommt zynisch &bdquo;das is&lsquo;n Hochsicherheitsgef&auml;ngnis, nicht angenehm&ldquo;. Julian Assange sitzt, wie sein Bruder eingangs ausgef&uuml;hrt hat, 20 bis 22 Stunden t&auml;glich in seiner 6 Quadratmeter gro&szlig;en Zelle. &bdquo;Er ist da, weil er damals eben geflohen&ldquo; ist, und weiter, &bdquo;er war auf freiem Fu&szlig;, gegen Kaution, ist er in die Botschaft gegangen&ldquo;. Ob man ein Leben mit elektronischer Fu&szlig;fessel und mit t&auml;glicher Meldung auf einer Polizeiwache als &bdquo;auf freiem Fu&szlig;&ldquo; bezeichnen kann, ist eine weitere m&uuml;&szlig;ige Frage.<\/p><p>Dann werden ein weiteres Mal die neun Jahre dauernden schwedischen Vorermittlungen zum Thema der Diskussion. Es wurde in diesen F&auml;llen wegen sexueller Bel&auml;stigung und minderschwerer Vergewaltigung niemals Anklage erhoben. Als die Schweden Assange im Sommer 2019 in Belmarsh in der Gewalt der britischen Beh&ouml;rden sozusagen auf dem Pr&auml;sentierteller hatten, wollte pl&ouml;tzlich kein schwedischer Ermittler mehr mit Assange sprechen. Nach eingehendem Aktenstudium hatte der der schwedischen Sprache m&auml;chtige Nils Melzer den schwedischen Beh&ouml;rden 50 spezifische Fragen zu ihrer Untersuchung gestellt, die nach einigen Monaten mit einem halbseitigen Schreiben, dass es keine weiteren Kommentare gebe, beantwortet wurde. Auch dies blieb bei Markus Lanz unerw&auml;hnt.<\/p><p>Heribert Prantl beendet diese Episode mit der Feststellung, &bdquo;dass wir nicht wissen, ob sie (die Anschuldigungen; Moritz M&uuml;ller) stimmen&ldquo;, aber es gehe um etwas anderes, was man wisse n&auml;mlich, dass Assange das &bdquo;Collateral Murder&ldquo;-Video und andere Dinge ins Netz gestellt habe. In der Gesamtbetrachtung seien Ambos und er f&uuml;r die Freilassung von Assange.<\/p><p>Das folgende Pl&auml;doyer von Prantl f&uuml;r die Pressefreiheit finde ich gro&szlig;artig und &uuml;berzeugend. Der Kernsatz ist, dass eine Auslieferung von Assange an die USA negative Auswirkungen auf die Pressefreiheit haben w&uuml;rde.<\/p><p>Auf Markus Lanz&lsquo; Frage, ob denn die Hubschrauberpiloten auch juristisch verfolgt wurden, entgegnet Kai Ambos, das seien zwei verschiedene Dinge, was f&uuml;r mich unverst&auml;ndlich erscheint. Seine Antwort bleibt nebul&ouml;s. Dann sagt er, dass Assange in den USA vielleicht oder wahrscheinlich freigesprochen w&uuml;rde, weil die Pressefreiheit im Ersten Verfassungszusatz so gut gesch&uuml;tzt sei. Hier l&auml;sst er au&szlig;er Acht, dass die Anklagevertreter der USA bei der letzten Anh&ouml;rung im Februar in London gar nicht garantieren konnten, dass dieser Schutz f&uuml;r den Ausl&auml;nder Assange auch wirklich gilt. Au&szlig;erdem darf die CIA in einem solchen Verfahren hinter den Kulissen mitreden. Die CIA hat seit den Vault-7-Ver&ouml;ffentlichungen, in denen WikiLeaks &uuml;ber die &bdquo;Werkzeuge&ldquo; der CIA berichtete, ein gieriges Auge auf Assange geworfen.<\/p><p>Eine Minute sp&auml;ter sind sich Prantl und Ambos einig, dass Snowden viel konsistenter und verantwortlicher gehandelt habe und au&szlig;erdem sympathischer sei als Assange. Prantl sagt allerdings, dass es nicht um Sympathie geht in diesem Fall. Wieder erw&auml;hnt niemand ein wichtiges Detail, n&auml;mlich dass WikiLeaks die einzige Nachrichtenorganisation war, die Edward Snowden geholfen hat, als dieser in Hongkong in der Falle sa&szlig;. Julian Assange hat aus der Botschaft in London die Ausreise von Snowden aus Hongkong orchestriert und seine Mitstreiterin Sarah Harrison hat pers&ouml;nlich einiges riskiert, als sie Snowden bei dieser Flucht half.<\/p><p>Eine weitere unrichtige Behauptung von Ambos ist, dass Snowden und Manning &bdquo;begnadigt wurden&ldquo;. Snowden wurde nie verurteilt und die 33-j&auml;hrige Haftstrafe f&uuml;r Chelsea Manning wurde vom scheidenden Pr&auml;sidenten Barack Obama im Januar 2017 nur ausgesetzt.<\/p><p>Als letzte W&uuml;rze kommt von Ambos dann die Frage oder eher Feststellung, dass Assange anti-amerikanisch eingestellt sei, und warum es keine Enth&uuml;llungen &uuml;ber Russland oder China gegeben habe. Eine Erkl&auml;rung aus der Szene sei, dass Assange halt kein Russisch k&ouml;nne. Da k&ouml;nnte man erg&auml;nzen, dass die meisten im westlichen Publikum das auch nicht k&ouml;nnen.<\/p><p>Eine wahrscheinlichere Erkl&auml;rung ist, dass Russen und Chinesen vielleicht besser auf ihre Daten aufpassen und nicht 2,5 Millionen Personen Zugang zu vertraulichen Daten geben. Selbst wenn die These von Ambos stimmen w&uuml;rde, dass WikiLeaks es ablehnt, Dokumente &uuml;ber China und Russland zu ver&ouml;ffentlichen, dann w&auml;ren diese Dokumente doch sicherlich anderswo aufgetaucht. Das w&auml;re doch ein gefundenes Fressen f&uuml;r die russophoben und sinophoben westlichen Medien. Der milit&auml;rische Expansionsdrang der USA, der EU und der NATO schien mir in den letzten drei&szlig;ig Jahren jedenfalls gr&ouml;&szlig;er gewesen zu sein als der von China oder Russland.<\/p><p>Ganz am Ende zitiert Lanz den unbekannten Journalisten, der Assange einen Hasardeur genannt hat, und l&auml;sst von dem Wenigen, was es in der Sendung an Differenziertheit gab, kaum noch etwas &uuml;brig. Die Politiker, die Kriege im Nahen Osten angezettelt haben, die &uuml;ber einen Waffeneinsatz auf russischem Territorium reden und die der israelischen Regierung beim Massenmord in Gaza zuschauen und auch noch milit&auml;risch unterst&uuml;tzen, sind die wirklichen Hasardeure genauso wie die deutschen Minister, die dieses Land in die wirtschaftliche Katastrophe treiben lassen.<\/p><p>Zum Gl&uuml;ck gibt es gerade Neuigkeiten im Fall Assange, n&auml;mlich dass hinter den Kulissen &uuml;ber eine Verst&auml;ndigungsvereinbarung verhandelt wird. Das <em>Wall Street Journal<\/em> schreibt, dass die USA m&ouml;glicherweise die 18 Anklagepunkte gegen Assange fallenlassen w&uuml;rden, falls dieser ein Schuldeingest&auml;ndnis macht f&uuml;r z.B. das viel weniger ernste Delikt des Missbrauchs von Dokumenten. Angeblich soll der Deal auch zu machen sein, ohne dass Assange US-Territorium betreten muss. Die in Belmarsh abgesessene Zeit k&ouml;nnte dann angerechnet werden und Julian Assange w&auml;re bald ein freier Mann.<\/p><p>Bei einem Schuldeingest&auml;ndnis bliebe die Frage der Prozesskosten, die zumindest teilweise Assange aufgebrummt w&uuml;rden. Aber das ist nat&uuml;rlich in Anbetracht der ernsten Lage, in der sich Assange befindet, zweitrangig.<\/p><p>Eine Freilassung von Assange ist wichtig f&uuml;r ihn und seine Familie, f&uuml;r die Pressefreiheit, und es g&auml;be ein Thema weniger f&uuml;r beschwerliche Nebelkerzensendungen, wie die hier beschriebene.<\/p><p>Etwas <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=111048#h01\">Satire<\/a> hilft auch oft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern wurde ich darauf aufmerksam, dass Markus Lanz sich am 14. M&auml;rz <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/gesellschaft\/markus-lanz\/markus-lanz-vom-14-maerz-2024-102.html\">mit dem Thema Julian Assange befasst hat<\/a>, und dazu kamen Assanges Bruder Gabriel Shipton, der V&ouml;lkerrechtler Kai Ambos, der Journalist Heribert Prantl und kurz der Gr&uuml;nen-Vorsitzende Omid Nouripour zu Wort. 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