{"id":112946,"date":"2024-03-25T10:00:41","date_gmt":"2024-03-25T09:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112946"},"modified":"2026-01-27T12:04:21","modified_gmt":"2026-01-27T11:04:21","slug":"impfgeschaedigte-haben-da-den-schwarzen-peter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112946","title":{"rendered":"\u201eImpfgesch\u00e4digte haben da den Schwarzen Peter\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Den sozialen Druck h&auml;tte ich vielleicht noch weiter ausgehalten, aber den existenziellen nicht&ldquo; &ndash; das sagt die Kabarettistin <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gsVYyZ4xYZc\">Christine Prayon<\/a> im Interview mit den NachDenkSeiten. Sie bezieht sich dabei auf die Frage, warum sie sich der Corona-Impfung unterzogen hat. Anlass f&uuml;r das Interview ist ihr aktuelles Buch <em><a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/abwesenheitsnotiz.html?listtype=search&amp;searchparam=prayon\">Abwesenheitsnotiz: Long Covid, Short Story<\/a><\/em>. Im NachDenkSeiten-Interview spricht Prayon, die viele Jahre f&uuml;r die <em>ZDF heute show<\/em> gearbeitet hat, &uuml;ber den Journalismus unserer Zeit, das Thema Aufarbeitung der Corona-Politik und ihre eigene Situation als mutma&szlig;lich Impfgesch&auml;digte. Deutlich wird: &Ouml;konomischer Druck f&uuml;hrte bei Prayon dazu, sich impfen zu lassen. &bdquo;Es ging einfach nicht anders, wenn ich meine laufenden Rechnungen bezahlen wollte.&ldquo; Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_466\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-112946-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240325-Impfgeschaedigte-Schwarzer-Peter-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240325-Impfgeschaedigte-Schwarzer-Peter-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240325-Impfgeschaedigte-Schwarzer-Peter-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240325-Impfgeschaedigte-Schwarzer-Peter-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=112946-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240325-Impfgeschaedigte-Schwarzer-Peter-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240325-Impfgeschaedigte-Schwarzer-Peter-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Marcus Kl&ouml;ckner: Frau Prayon, Sie haben bestimmt schon von dem von Spiegel-Gr&uuml;nder Rudolf Augstein gepr&auml;gten Spruch geh&ouml;rt: &bdquo;Sagen, was ist.&ldquo; Das soll eine der Kernaufgaben sein von Journalisten. Sie sind keine Journalistin, daf&uuml;r Kabarettistin. In einem guten St&uuml;ck politischen Kabaretts: H&ouml;rt dort das Publikum, &bdquo;was ist&ldquo;?<\/strong><\/p><p><strong>Christine Prayon<\/strong>: Ja, aber nicht in Form eines Faktenchecks. Auf der B&uuml;hne wird es meiner Meinung nach dann interessant, wenn es um gesellschaftlich relevante Wahrheiten und nicht um blo&szlig;e Tatsachen geht. Oder anders gesagt: Gutes Kabarett ist f&uuml;r mich eher eine Kunstform, als dass es eine Art, sagen wir mal, reiner Volkshochschulvortrag w&auml;re. Seri&ouml;s recherchierte Tatsachen sind dabei von Vorteil, eine Hilfe, aber nicht Sinn oder letzter Zweck. <\/p><p>Nat&uuml;rlich ist es durch das insgesamt gro&szlig;artige Versagen des Journalismus als sogenannter Vierter Gewalt bisweilen auch so, dass das Kabarett diese Aufgabe quasi en passant mit &uuml;bernehmen muss, wenn das notwendig sein sollte f&uuml;r das Verst&auml;ndnis von k&uuml;nstlerischen Inhalten auf der B&uuml;hne. Seine origin&auml;re Aufgabe aber ist es nicht. Es w&auml;re Aufgabe eines kritischen Journalismus, die allen zug&auml;nglichen informationellen Grundlagen zu schaffen. <\/p><p>Das war ja &uuml;brigens in der DDR &auml;hnlich. Auch dort &uuml;bernahmen diese Funktion aufgrund des dysfunktionalen Journalismus teilweise andere Institutionen wie etwa die Theater, die Rockmusikszene oder die evangelische Kirche. Die DDR war diesbez&uuml;glich ein El Dorado der fortschrittlichen k&uuml;nstlerisch-politischen Subversivit&auml;t &ndash; sehr interessant, und man kann eine Menge davon lernen.<\/p><p><strong>Bisweilen l&auml;sst sich &uuml;ber den Journalismus unserer Zeit sagen: Viele Journalisten sagen nicht, &bdquo;was ist&ldquo;, sondern sie &bdquo;sagen, was sein soll.&ldquo; Sprich: Der Journalismus scheitert oft schon an der wenigstens halbwegs sauberen Erfassung der Realit&auml;t. Um mal ein Beispiel anzuf&uuml;hren: Gerade hat der <em>Spiegel<\/em> eine gr&ouml;&szlig;ere Geschichte zum Thema Corona-Aufarbeitung ver&ouml;ffentlicht. &Uuml;berschrift: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/bilanz-der-coronapolitik-von-bund-und-land-das-spaltvirus-a-12416341-5abb-4011-a50b-fa66e1af8aa7\">&bdquo;Der Spaltvirus&ldquo;.<\/a> Was sind Ihre Gedanken, wenn Sie so eine &Uuml;berschrift lesen? Hat tats&auml;chlich das Virus die Gesellschaft &bdquo;gespalten&ldquo;?<\/strong><\/p><p>Mein erster Gedanke ist: Der oder das Virus? Und mein zweiter: Divide et impera. Nicht das Virus hat die Gesellschaft gespalten, sondern es gibt aus machttechnischer Sicht ein gro&szlig;es Interesse daran, mittels Angst und Spaltung einen Status Quo aufrechtzuerhalten. Es soll &ndash; wieder einmal &ndash; vergessen gemacht werden, dass die eigentliche, die grundlegende gesellschaftliche Spaltung zwischen oben und unten verl&auml;uft. <\/p><p>Daran beteiligen sich die gro&szlig;en etablierten Medien &ndash; und leider auch die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen &ndash; als Teile des politisch-medialen Komplexes selbstverst&auml;ndlich, denn diese k&uuml;nstlich erzeugten Spaltungen liegen auch in ihrem Interesse &ndash; es ist sozusagen normal, &bdquo;konstruktionsbedingt&ldquo;. Wir leben im Kapitalismus. Der Kapitalismus ben&ouml;tigt im Zweifelsfall keine Demokratie, um existieren zu k&ouml;nnen. Eine herrschaftsfreie, gerechte, egalit&auml;re, solidarische und friedfertige Gesellschaft dagegen sicherlich schon &hellip;<\/p><p><strong>Eigentlich wollte ich mit Ihnen nicht &uuml;ber Journalismus und die Medien sprechen. Vielmehr w&uuml;rde ich gerne etwas von Ihnen &uuml;ber Ihre Rolle als Kabarettistin h&ouml;ren. Aber es sind eigenartige Zeiten, oder? H&auml;ngt Ihr Buch, das Sie gerade ver&ouml;ffentlicht haben, nicht auch irgendwie damit zusammen, auf welche Weise viele Medien heutzutage berichten?<\/strong><\/p><p>Ja, wobei ich das so explizit nicht sage. Ich zeige auf satirische Weise, was das mit jemandem machen kann, wenn man ein bisschen zu lange ein bisschen zu viel von dem gelesen, geh&ouml;rt und gesehen und dann geglaubt hat, was in den letzten Jahren in den etablierten Medien vor allem zu den Themen Corona und Krieg in der Ukraine zu lesen\/h&ouml;ren\/sehen war. Ich wollte zwei Figuren aufeinandertreffen lassen: Die eine hat seit der Corona-Impfung eine Krankheit, die es offiziell nicht geben soll, die andere glaubt an die Richtigkeit und Wichtigkeit der Impfung. Die eine hat viele Fragen, die andere h&auml;lt an den Antworten fest, die <em>Spiegel<\/em>, <em>S&uuml;ddeutsche<\/em> und die &Ouml;ffentlich-Rechtlichen ihr geben.<\/p><p><strong>Ihr Buch ist auf den ersten Blick etwas ungew&ouml;hnlich &ndash; und ehrlich gesagt auch auf den zweiten Blick immer noch. Meine Wahrnehmung ist: Sie haben den Erwartungshorizont, den viele Leser beim Lesen eines Buches haben d&uuml;rften, &bdquo;aufgebrochen&ldquo;. Das ist nicht einfach mal so ein Buch, in dem man etwas bl&auml;ttern kann, mal ein bisschen vorne, ein bisschen in der Mitte und dann noch etwas hinten lesen kann. Wobei: K&ouml;nnen kann man nat&uuml;rlich schon, aber dann entgeht einem viel. Bitte erz&auml;hlen Sie uns von dem Konzept des Buches. Form und Inhalt, Inhalt und Form. Da sind E-Mails zwischen Ihnen und der Lektorin abgedruckt, da gibt es ein Vorwort, das mit handschriftlichen Vermerken und Unterstreichungen versehen ist, da sind ganze Passagen durchgestrichen und nicht zuletzt: zwei Mal ein Kapitel 1.<\/strong><\/p><p>Ertappt. Wenn Sie zwei Mal ein Kapitel 1 gefunden haben, haben Sie das Buch auch nicht wirklich gelesen. Kapitel 1 gibt es genau zehn Mal in meinem Buch. Eigentlich gibt es NUR Kapitel 1. Weiter kommt die Kabarettistin Christine in meinem Buch nicht, da ihre Lektorin Gabi immer schon so viel an dem neuen Entwurf eines ersten Kapitels auszusetzen hat, dass ihr Vorhaben, ein Buch zu schreiben, zum Scheitern verurteilt ist. <\/p><p>Die Figur Christine versucht, den Vermarktungsw&uuml;nschen des Verlags entgegenzukommen, ohne ihren k&uuml;nstlerischen Anspruch zu verraten, und die Figur Gabi &uuml;bt den Spagat zwischen Autorinnenpflege und Verlagsinteressen. Christine ist die mit dem Impfschaden (oder Long Covid, das wei&szlig; sie nicht so genau zu diesem Zeitpunkt). Gabi ist die am l&auml;ngeren Hebel. Der Rote Faden ist der E-Mail-Verkehr zwischen den beiden. Dann gibt es immer wieder Textentw&uuml;rfe der Autorin, die die Lektorin handschriftlich kommentiert. Naja, und dann gibt es noch tausend andere Dinge, Telefonate, Skizzen, Suchbilder. Was so ein Buch halt ausmachen sollte, wenn es unterhaltsam sein soll.<\/p><p><strong>Ist dieses &bdquo;Nichtvorankommen&ldquo; im Buch ein Abbild Ihrer realen Lebenssituation im Hinblick auf die Situation mit der &bdquo;Impfung&ldquo;? Von Impfgesch&auml;digten h&ouml;rt man immer wieder, wie sie um Anerkennung des Impfschadens k&auml;mpfen m&uuml;ssen, dass ihnen nicht geglaubt wird, dass es b&uuml;rokratische, aber auch mentale H&uuml;rden in ihrem Umfeld gibt.<\/strong><\/p><p>Ja, das kann man gerne so lesen. Meine Erfahrung als Impfgesch&auml;digte ist, dass man nicht nur den gesundheitlichen Schaden hat, sowohl physisch als auch psychisch, sondern auch st&auml;ndig gegen das gesellschaftliche Tabu, das mit dem Thema verbunden ist, ank&auml;mpfen muss. In seltenen F&auml;llen trifft man auf &Auml;rzte, die einem ganz konkret medizinisch weiterhelfen k&ouml;nnen, und in ebenso seltenen F&auml;llen trifft man auf Menschen, die einem glauben und einen ernst nehmen. <\/p><p>Die &bdquo;andere Seite&ldquo; hat es da auch leichter: Sie kann sich auf das berufen, was oft genug von Politik und Medien propagiert wurde, unter anderem zum Beispiel &bdquo;Die Impfung ist nebenwirkungsfrei.&ldquo; Impfgesch&auml;digte haben da den Schwarzen Peter; sie m&uuml;ssen sich sehr genau erkl&auml;ren, sie m&uuml;ssen sehr genau Bescheid wissen &uuml;ber ihre Krankheit &ndash; dabei wissen sie meist mehr als die &Auml;rzte, denen sie gegen&uuml;bersitzen &ndash;, und sie m&uuml;ssen bei all dem immer geduldig und verst&auml;ndnisvoll mit ihrem Gegen&uuml;ber bleiben, damit sie nicht als Hypochonder, Impfgegner, Verschw&ouml;rungstheoretiker oder &bdquo;Covidioten&ldquo; wahrgenommen werden.<\/p><p>Das &bdquo;Nichtvorankommen&ldquo; im Buch k&ouml;nnte aber ebenso in einem anderen Kontext gelesen werden, n&auml;mlich im Zusammenhang mit der sich auch daraus ergebenden, zunehmenden Schwierigkeit, miteinander offen und ehrlich zu reden und gut zu streiten: unterschiedliche Meinungen auszuhalten; nicht in Lager einzuteilen; f&uuml;r m&ouml;glich zu halten, dass man selbst auch falsch liegen k&ouml;nnte; und keine Angst haben zu m&uuml;ssen, f&uuml;r die eigenen Ansichten ausgegrenzt zu werden.<\/p><p><strong>Wenn Sie mir die Frage gestatten: Aus welchen Gr&uuml;nden haben Sie sich der Corona-Impfung unterzogen?<\/strong><\/p><p>Ganz einfach: Ich h&auml;tte sonst kaum weiterarbeiten k&ouml;nnen. Die Veranstalter h&auml;tten vielleicht trotz 2G noch ein Auge zugedr&uuml;ckt, aber die Hotels auf Tour h&auml;tten mich auf keinen Fall mehr reingelassen. Den sozialen Druck h&auml;tte ich vielleicht noch weiter ausgehalten, aber den existenziellen nicht. Die Miete war ja leider nicht im Lockdown. Ich war weder &uuml;berzeugt von der Richtigkeit der Impfung noch vom damit f&uuml;r mein Daf&uuml;rhalten f&auml;lschlich verkn&uuml;pften und somit sogar pervertierten &bdquo;Solidarit&auml;ts&ldquo;-Gedanken. Es ging einfach nicht anders, wenn ich meine laufenden Rechnungen bezahlen wollte.<\/p><p><strong>Was ist dann passiert? (Nach der Impfung &hellip;)<\/strong><\/p><p>Wenige Tage nach der ersten Impfung hatte ich verschiedene kardiologische Probleme. Palpitationen, Herzschmerzen, Dauerunruhe, extreme Schw&auml;chegef&uuml;hle &ndash; das Ganze ziemlich genau f&uuml;nf Wochen lang. Dennoch lie&szlig; ich mich in dieser Zeit auch das zweite Mal impfen. Mir wurde von &auml;rztlicher Seite aus explizit dazu geraten, und ich konnte und wollte die Symptome auch nicht urs&auml;chlich auf die Impfung zur&uuml;ckf&uuml;hren. Abgesehen davon h&auml;tte ich ja auch den f&uuml;r mich so wichtigen, erforderlichen Eintrag im Impfausweis nicht bekommen. Im weiteren Verlauf flackerten die Symptome dann nur hin und wieder auf. <\/p><p>Nachdem ich vier Monate sp&auml;ter an Corona erkrankte, kamen sie wieder &ndash; mit neuer Heftigkeit: ein Perikarderguss wurde diagnostiziert, dazu zahlreiche wechselnde neurologische Beschwerden. Ich habe das Ganze lange f&uuml;r Long Covid gehalten, aber nicht ausgeschlossen, dass es auch mit der Impfung zu tun haben k&ouml;nnte. Nach allem, was ich jetzt wei&szlig;, was ich an Befunden habe und was mir ein Arzt &ndash; einer von diesen oben erw&auml;hnten Seltenen, der mich eingehend darauf untersuchte und testete &ndash; in einem medizinischen Gutachten dazu schrieb, ist aber mit allerh&ouml;chster Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es Post Vac, also ein Impfschaden, ist.<\/p><p><strong>Was sagen Sie denjenigen, die meinen, eine Aufarbeitung der Ma&szlig;nahmenpolitik sei unangebracht?<\/strong><\/p><p>Ich denke, diesen Standpunkt vertreten vor allem die Leute, die ein gro&szlig;es Interesse daran haben, dass nicht mehr dar&uuml;ber geredet wird, was in den Pandemiejahren schiefgelaufen ist. Das sind Politiker, Wissenschaftler, Medien, &Auml;rzte, Pharmakonzerne, die sich jetzt aus ihrer Verantwortung stehlen wollen. Vor allem, was die Berufspolitik, die Regierenden betrifft, ist das insofern nachvollziehbar, als dass jene, die den Mund seinerzeit sehr voll nahmen und heute immer noch in politischer Verantwortung stehen, zu Recht bef&uuml;rchten m&uuml;ssen, dass sie durch eine ehrliche Aufarbeitung vollkommen desavouiert werden k&ouml;nnten. Auch k&ouml;nnte dasselbe Personal dann m&ouml;glicherweise nicht mehr so einfach dieselben Prinzipien einer Propaganda und Taktiken der Diffamierung bei anderen Themen wie z.B. dem Krieg in der Ukraine anwenden. <\/p><p>Davon abgesehen geht es aber meines Erachtens nicht darum, jetzt Schuld zu verteilen oder sich an irgendjemandem zu r&auml;chen. Ich halte es jedoch f&uuml;r sehr wichtig, sich all diese Fehler, Irrt&uuml;mer und auch Vergehen anzuschauen, sie zu benennen und anzuerkennen. Das w&auml;re zum einen wichtig, um daraus zu lernen und dieselben Fehler beim n&auml;chsten Mal nicht zu wiederholen. Zum anderen w&auml;re es wichtig, um den Menschen, die die Leidtragenden dieser Zeit waren &ndash; und dazu z&auml;hle ich nicht nur die Impfgesch&auml;digten, sondern auch die, die diffamiert und ausgegrenzt wurden, nicht geimpfte Menschen zum Beispiel, aber eigentlich fast alle &ndash;, etwas zur&uuml;ckzugeben, etwas wiedergutzumachen. Da muss etwas wiederhergestellt werden, nicht zuletzt um diese k&uuml;nstliche, mutma&szlig;lich gewollte Spaltung, die auch in diesem Bereich stattgefunden hat, wenigstens teilweise zu reparieren. <\/p><p>Und wenn ich mir noch etwas w&uuml;nschen d&uuml;rfte, w&auml;re ich sehr froh, wenn es endlich einmal eine deutlich vernehmbare, konsequent linke, antikapitalistische und antifaschistische Kritik an der Corona-Politik geben w&uuml;rde und die entsprechenden politischen Kr&auml;fte, die ja zum Teil auch in den Parlamenten sitzen, dies nicht immer alles haupts&auml;chlich der AfD und der FDP &uuml;berlie&szlig;en.<\/p><p><small>Titelbild: &copy; Wilhelm Betz<\/small><\/p><p><em>Christine Prayon: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/abwesenheitsnotiz.html\">Abwesenheitsnotiz: Long Covid, Short Story<\/a>. Westend. 12. Februar 2024. 129 Seiten. 18 Euro.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Den sozialen Druck h&auml;tte ich vielleicht noch weiter ausgehalten, aber den existenziellen nicht&ldquo; &ndash; das sagt die Kabarettistin <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gsVYyZ4xYZc\">Christine Prayon<\/a> im Interview mit den NachDenkSeiten. Sie bezieht sich dabei auf die Frage, warum sie sich der Corona-Impfung unterzogen hat. Anlass f&uuml;r das Interview ist ihr aktuelles Buch <em><a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/abwesenheitsnotiz.html?listtype=search&amp;searchparam=prayon\">Abwesenheitsnotiz: Long Covid, Short Story<\/a><\/em>. Im<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112946\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":112947,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,209,183,161],"tags":[3131,3018,2880,369,1678,1163,2892,3486,2507,244,2834,2399],"class_list":["post-112946","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-interviews","category-medienkritik","category-wertedebatte","tag-2g-3g-regel","tag-arzneimittelnebenwirkungen","tag-impfungen","tag-kabarett","tag-kuenstler","tag-meinungspluralismus","tag-pfadabhaengigkeit","tag-prayon-christine","tag-streitkultur","tag-vierte-gewalt","tag-virenerkrankung","tag-wiedergutmachung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Christine-Prayonc-Wilhelm-Betz.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=112946"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112946\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":112969,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/112946\/revisions\/112969"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/112947"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=112946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=112946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=112946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}