{"id":113043,"date":"2024-03-31T12:00:35","date_gmt":"2024-03-31T10:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113043"},"modified":"2024-03-26T16:31:28","modified_gmt":"2024-03-26T15:31:28","slug":"transatlantizismus-im-amoklauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113043","title":{"rendered":"Transatlantizismus im Amoklauf"},"content":{"rendered":"<p>Die &ouml;ffentliche Diskussion &uuml;ber den Ukrainekrieg ist zumal in Deutschland eingesperrt in den Vorstellungsraum transatlantischer Falken. Sie manifestiert sich zu einem ganz erheblichen Teil in einer beispiellosen Hetze, die eine surreale Furcht vor dem &sbquo;B&ouml;sen&lsquo; n&auml;hrt, das sich in der scheinbar omnipotenten Person &sbquo;Putins&rsquo; sowie der von Russland verbreiteten Propaganda verk&ouml;rpert[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113043#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Ein zentraler <em>Plot<\/em> im Diskurs der transatlantischen Falken besagt, dass eine Verhandlungsl&ouml;sung f&uuml;r die Beendigung des Kriegs kategorisch ausscheidet, weil man mit der Regierung Russlands nicht verhandeln k&ouml;nnte. Putin selbst zeigte angeblich keinerlei Bereitschaft, die legitimen Forderungen der Ukraine in Betracht zu ziehen: einen vollst&auml;ndigen R&uuml;ckzug Russlands von der Krim und aus den besetzten Gebieten im Osten des Landes; zudem w&auml;re die russische Regierung nicht vertrauensw&uuml;rdig, daher st&uuml;nde auch nicht zu erwarten, dass etwaige Vereinbarungen mittelfristig tragen w&uuml;rden. Ob <em>Insider<\/em> des Geschehens mit widerspr&uuml;chlichen Informationen zu den fraglichen Sachverhalten aufwarten[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113043#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>], spielt in diesem Zusammenhang &uuml;berhaupt keine Rolle. Und dass in weiten Teilen der deutschen Bev&ouml;lkerung erhebliche Zweifel an der Einfachheit der offiziellen Darstellung bestehen, wird in Politik und Medien v&ouml;llig ignoriert. Von <strong>G&uuml;nther Auth<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEntsprechende Hinweise darauf, dass ein &Uuml;bergangsabkommen zwischen der russischen Regierung und der Ukraine Anfang April 2022 m&ouml;glich gewesen w&auml;re, wenn nicht Vertreter des Westens eine Unterzeichnung &ndash; und damit ein m&ouml;gliches Ende des Krieges &ndash; verhindert h&auml;tten[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>], oder dass die russische Seite in der Folge weitere Verhandlungsangebote zur Beendigung des Krieges gemacht h&auml;tte, gelten als die &uuml;blichen Verschw&ouml;rungstheorien &sbquo;linker Amerikakritiker&rsquo; und &sbquo;deutscher Putinfreunde&rsquo;, die den entscheidenden Aspekt in diesem Zusammenhang einfach ausblenden w&uuml;rden, &bdquo;[&hellip;] n&auml;mlich die Frage, ob Putin sich einer solchen Vereinbarung seiner Unterh&auml;ndler wirklich verpflichtet gef&uuml;hlt h&auml;tte [&hellip;]&rdquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>].<\/p><p>Die Demission von Victoria Nuland vor ein paar Tagen suggeriert ebenso wie eine vielsagende Offenlegung der schon seit l&auml;ngerer Zeit praktizierten &sbquo;verdeckten&rsquo; Teilnahme westlicher Kr&auml;fte am Kriegsgeschehen[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>], dass die Kritik an den Positionen der Falken zumindest in den USA allm&auml;hlich st&auml;rkere Resonanz gewinnt. Nichtsdestotrotz dominieren hierzulande und in Europa weiterhin die Rufe nach der Notwendigkeit einer &sbquo;Verteidigung der Ukraine&rsquo; und dem &sbquo;Schutz der westlichen Werte&rsquo;, neuerdings sogar noch flankiert von Forderungen, &sbquo;dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine nach Russland getragen werden m&uuml;sse'[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>].<\/p><p>Inwiefern der gebetsm&uuml;hlenartige Hinweis vieler Falken auf die B&ouml;sartigkeit der russischen Regierung pers&ouml;nlichen &Uuml;berzeugungen entspricht, aus Gruppen- bzw. Fraktionszwang resultiert oder Ausdruck eines opportunistischen, d.h. von der Energie-, R&uuml;stungs- und Finanzindustrie lancierten &sbquo;Gesinnungsmilitarismus&rsquo; und damit <em>auch<\/em> den Profitinteressen westlicher Industriekonzerne geschuldet ist, l&auml;sst sich nicht endg&uuml;ltig beurteilen. Viel wichtiger scheint jedoch zu sein, dass die uniform verbreitete Rede von den L&uuml;gen Putins &uuml;ber die &sbquo;wahren&rsquo; imperialen Absichten Russlands[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>], abgesehen von emphatischen Behauptungen[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] sowie befremdlichen Ferndiagnosen[<a href=\"#foot_9\" name=\"note_9\">9<\/a>], einem Muster gleicht, das man seit dem Ersten Weltkrieg kennt, als sich in der Kriegsberichterstattung netzwerkartige Beziehungen zwischen staatlichen Funktionstr&auml;gern, Milit&auml;rs und Elitejournalisten entwickelten: &bdquo;Weil der festgefahrene Stellungskrieg bis 1918 milit&auml;risch nicht zu gewinnen und die Stabilit&auml;t der Heimatfronten nicht unbegrenzt war, konzentrierten sich die Milit&auml;rf&uuml;hrungen und Regierungen auf einen verst&auml;rkten Medieneinsatz im Rahmen einer expandierenden Kriegspropaganda.&ldquo;[<a href=\"#foot_10\" name=\"note_10\">10<\/a>]<\/p><p>Wissenschaftlich fundierte Bestandsaufnahmen legen tats&auml;chlich den Schluss nahe, dass in der westlichen Medien&ouml;ffentlichkeit seit der Jahrtausendwende immer neue D&auml;monisierungen eines imagin&auml;ren &sbquo;B&ouml;sen&rsquo; ohne jegliche Faktenbasis lanciert worden sind[<a href=\"#foot_11\" name=\"note_11\">11<\/a>], um die <em>hearts and minds<\/em> der &uuml;berwiegend ahnungslosen Mehrheitsgesellschaft\/en durch ausgefeilte Techniken der Manipulation f&uuml;r eine Unterst&uuml;tzung von immer neuen milit&auml;rischen Ma&szlig;nahmen zu gewinnen, sei es gegen den Irak, Afghanistan, Iran, Libyen, Syrien oder aktuell Russland[<a href=\"#foot_12\" name=\"note_12\">12<\/a>].<\/p><p>Was dabei in aller Regel unterschlagen wird, sind Lageeinsch&auml;tzungen derjenigen, die &uuml;ber valide Informationen &uuml;ber die Kriegssituation verf&uuml;gen. So gingen gut unterrichtete Kreise der deutschen Bundeswehr ein Jahr nach Kriegsbeginn immer noch nicht davon aus, dass eine baldige Ausweitung der Kampfhandlungen auf das Gebiet der NATO drohte[<a href=\"#foot_13\" name=\"note_13\">13<\/a>]. Das wird bis zum heutigen Tag von Experten wie Lawrence Wilkerson (u.a. Stabschef im US-Verteidigungsministerium 2002 bis 2005)[<a href=\"#foot_14\" name=\"note_14\">14<\/a>] oder Jacques Baud (vormals Analyst f&uuml;r den Schweizerischen Strategischen Nachrichtendienst und beteiligt an NATO-Missionen in der Ukraine)[<a href=\"#foot_15\" name=\"note_15\">15<\/a>] best&auml;tigt. Und wissenschaftlich informierte Kenner der Rolle und H&auml;ufigkeit von L&uuml;gen in der internationalen Politik[<a href=\"#foot_16\" name=\"note_16\">16<\/a>] haben mit Blick auf die Situation in der Ukraine immer wieder betont, dass es keine wie auch immer gearteten Beweise f&uuml;r etwaige L&uuml;gen Putins &uuml;ber die &sbquo;wahren&lsquo; imperialen Absichten Russlands in diesem Zusammenhang g&auml;be[<a href=\"#foot_17\" name=\"note_17\">17<\/a>]. Im Gegenteil h&auml;tte die Regierung Russlands sp&auml;testens seit 2008 eindeutig klargestellt, dass ihr Hauptaugenmerk den politischen Beziehungen zwischen der Ukraine und der NATO gegolten h&auml;tte, d.h. dass eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine f&uuml;r Russland akzeptabel, dass es aber aus Sicht der russischen Regierung v&ouml;llig unannehmbar w&auml;re, wenn die Ukraine Mitglied der NATO werden w&uuml;rde[<a href=\"#foot_18\" name=\"note_18\">18<\/a>].<\/p><p>Sollten Bundeswehrangeh&ouml;rige und &sbquo;realistische&lsquo; Kenner der internationalen Beziehungen recht damit haben, dass der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht als Beginn eines gro&szlig; angelegten imperialistischen Eroberungsfeldzugs gedeutet werden sollte, was westlichen Milit&auml;rexperten aufgrund der eklatanten <em>conventional military inferiority<\/em> Russlands im Vergleich zur NATO schon immer abwegig erschien[<a href=\"#foot_19\" name=\"note_19\">19<\/a>], sondern dass dieser Angriff neben der Beendigung des B&uuml;rgerkriegs im Osten der Ukraine und einer Sicherung des russischen Milit&auml;rst&uuml;tzpunkts Sewastopol auf der Krim vor allem der Verhinderung einer Ausdehnung der NATO bis an die russische Grenze gegolten hat, dann m&uuml;sste sich f&uuml;r alle interessierten Beobachter des Kriegsgeschehens eigentlich die dr&auml;ngende Frage stellen, <em>warum<\/em> ein potenzieller NATO-Beitritt der Ukraine f&uuml;r Russland seit 2008 eigentlich so problematisch gewesen ist. Schlie&szlig;lich wird die NATO gerne als ein &sbquo;defensives B&uuml;ndnis&rsquo; beschrieben[<a href=\"#foot_20\" name=\"note_20\">20<\/a>], das die &sbquo;westlichen Werte&rsquo; verk&ouml;rpert und Sicherheit f&uuml;r alle seine Mitgliedstaaten herstellt &ndash; ein B&uuml;ndnis, von dem mutma&szlig;lich keinerlei Gefahren nach au&szlig;en zu erwarten sind.<\/p><p>M&ouml;gliche Ansatzpunkte f&uuml;r die Beantwortung dieser Frage erschlie&szlig;en sich aus einem kritischen Blick in milit&auml;rstrategische Szenarien auf Ebene der transatlantischen Sicherheitspolitik seit der Jahrtausendwende, f&uuml;r die sich in der normativ aufgeladenen und weltanschaulich festgelegten Medienberichterstattung ungl&uuml;cklicherweise niemand interessiert (hat).<\/p><p><strong>Milit&auml;rstrategische Szenarien der transatlantischen Falken<\/strong><\/p><p>Aus Stellungnahmen von Strategieberatern, die sich mittlerweile als <em>fellows<\/em> des einflussreichen <em>Atlantic Council<\/em> mit Fragen der westlichen &sbquo;Vorw&auml;rtsverteidigung&lsquo; (<em>forward defense<\/em>) besch&auml;ftigen[<a href=\"#foot_21\" name=\"note_21\">21<\/a>], ging bereits im Jahr 2006 hervor, dass die US-amerikanischen Nuklearstreitkr&auml;fte darauf ausgerichtet gewesen sind, zu einem gegebenen Zeitpunkt <em>preemptive disarming strikes<\/em> gegen Russland und China durchzuf&uuml;hren[<a href=\"#foot_22\" name=\"note_22\">22<\/a>], um auf diesem Weg das von der US-Regierung ausgerufene Ziel der <em>military primacy<\/em> sicherzustellen. Woher der Impuls f&uuml;r solche Zielsetzungen stammt(e), l&auml;sst sich nicht mit Sicherheit sagen. Unter Ber&uuml;cksichtigung historisch gewachsener Strukturen in der US-amerikanischen Sicherheits- und Verteidigungsb&uuml;rokratie[<a href=\"#foot_23\" name=\"note_23\">23<\/a>] gibt es jedoch gute Gr&uuml;nde f&uuml;r die Annahme, dass neben der religi&ouml;s und\/oder weltanschaulich motivierten Paranoia vieler Falken[<a href=\"#foot_24\" name=\"note_24\">24<\/a>] vor allem die Interessen des Milit&auml;rs, der R&uuml;stungs- und der Finanzindustrie eine wesentliche Rolle gespielt haben[<a href=\"#foot_25\" name=\"note_25\">25<\/a>]. <\/p><p>Das Prozedere eines solchen Erstschlags s&auml;he eine &sbquo;Enthauptung&rsquo; (<em>decapitation<\/em>) der russischen Kommandoebene, eine Sabotage der radargest&uuml;tzten Aufkl&auml;rung und schlie&szlig;lich die gezielte Ausschaltung aller mobilen und landgest&uuml;tzten Abschussvorrichtungen f&uuml;r Nuklearsprengk&ouml;pfe vor[<a href=\"#foot_26\" name=\"note_26\">26<\/a>]. Diese offensive nuklearstrategische Haltung der USA w&auml;re laut den Analysten vom <em>Atlantic Council<\/em> getragen gewesen von der Einsicht, dass die russische Seite nach einem solchen Angriff auf ihre &sbquo;nukleare Triade&lsquo; keine &uuml;berlebensf&auml;hige Zweitschlagsf&auml;higkeit mehr behalten h&auml;tte, weil das russische Nuklearwaffenarsenal selbst bei einer nur 70-prozentigen Zuverl&auml;ssigkeit (!) der st&auml;ndig modernisierten US-amerikanischen Angriffswaffen vollst&auml;ndig zerst&ouml;rt h&auml;tte werden k&ouml;nnen[<a href=\"#foot_27\" name=\"note_27\">27<\/a>].<\/p><p>Die offizielle Zielvorgabe einer <em>military primacy<\/em> der USA ist f&uuml;r akademische Beobachter des Weltgeschehens genauso bemerkenswert gewesen wie sich daran anschlie&szlig;ende &Uuml;berlegungen zu ihrer praktischen Umsetzung durch einen nuklearen Angriff auf Staaten wie Russland und China. Denn im Unterschied zu den Strategiedebatten im 20. Jahrhundert hat sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts ganz offensichtlich nicht nur die verteidigungspolitische Grundhaltung der USA von einer prinzipiell reaktiven hin zu einer proaktiven ver&auml;ndert; die Rolle von Nuklearwaffen wurde in diesem Zusammenhang einer m&ouml;glicherweise folgenreichen Neubewertung unterzogen. &bdquo;Throughout the nuclear age, the decision about using or not using nuclear weapons has thus usually been one of concocting nuclear strategy, planning for contingencies and discussing posturing. And the decision to use nuclear weapons first rather than in retaliation also became immediate in only a limited number of conflicts.&rdquo;[<a href=\"#foot_28\" name=\"note_28\">28<\/a>] Seit den Zeiten der Bush-Jr.-Regierung besitzen Nuklearwaffen jedoch nicht mehr nur den Status einer taktischen Option in einem bereits ausgebrochenen Konflikt. Nuklearwaffen haben offensichtlich eine neue strategische Bedeutung gewonnen, im Zuge einer vorbeugenden (<em>preemptive<\/em>) Ma&szlig;nahme gegen andere Staaten den Erhalt der <em>military primacy<\/em> der USA sicherzustellen.<\/p><p>Im Zusammenhang mit dieser avisierten <em>military primacy<\/em> spielt das Projekt der Raketenabwehr (<em>missile defense<\/em>) f&uuml;r die USA eine wichtige subsidi&auml;re Rolle. Anno 2002 hatte die US-Regierung mit der einseitigen K&uuml;ndigung des sogenannten ABM-Vertrags alle bis dato g&uuml;ltigen Begrenzungen f&uuml;r die Stationierung von Raketenabwehrsystemen obsolet werden lassen, um anschlie&szlig;end in Planungen f&uuml;r einen Raketenabwehrschirm im B&uuml;ndnisgebiet der NATO einzusteigen[<a href=\"#foot_29\" name=\"note_29\">29<\/a>]. Entsprechende Anlagen, deren Aufbau seit 2008 in Polen[<a href=\"#foot_30\" name=\"note_30\">30<\/a>] und seit 2010 auch in Rum&auml;nien[<a href=\"#foot_31\" name=\"note_31\">31<\/a>] vorangetrieben und deren Stationierung seit 2007 auch den wechselnden Regierungen in der Ukraine angeboten worden ist[<a href=\"#foot_32\" name=\"note_32\">32<\/a>], w&uuml;rden letztlich einen nuklearen Angriff gegen Russland unterst&uuml;tzen. <\/p><p>Nach dem Daf&uuml;rhalten besagter Analysten ginge es bei der Forcierung von <em>missile defense<\/em> durch die US-Regierung <em>expressis verbis<\/em> nicht (!) um einen Ausbau von rein defensiven Kapazit&auml;ten. Die fraglichen Raketenabwehrsysteme k&ouml;nnten im Zuge eines etwaigen russischen Erstschlags die &sbquo;scharfen&rsquo; Nuklearraketen nicht von den sie massenhaft begleitenden Attrappen unterscheiden. Die milit&auml;rstrategische Bedeutung von Raketenabwehrsystemen im NATO-Raum l&auml;ge in ihrer unterst&uuml;tzenden Wirkung im Zusammenhang mit einem nuklearen Angriff der USA bzw. der NATO gegen Russland. Ein solcher nuklearer <em>preemptive disarming strike<\/em> w&uuml;rde zwar im Idealfall Russlands nukleare Kapazit&auml;ten vollst&auml;ndig vernichten, aber f&uuml;r den nicht g&auml;nzlich auszuschlie&szlig;enden Fall einer residualen Zweitschlagsf&auml;higkeit Russlands mit wenigen verbleibenden Nuklearsprengk&ouml;pfen k&auml;me der Raketenabwehr in ausgew&auml;hlten Staaten an der unmittelbaren Grenze zu Russland die besagte subsidi&auml;re Rolle zu[<a href=\"#foot_33\" name=\"note_33\">33<\/a>].<\/p><p>Der Umstand, dass in den letzten Jahrzehnten mutma&szlig;lich nur in den USA solche strategischen Diskussionen &uuml;ber Art und Durchf&uuml;hrung nuklearer Erstschl&auml;ge stattgefunden haben, war im Kontext der Debatte bereits Anlass f&uuml;r Kritik[<a href=\"#foot_34\" name=\"note_34\">34<\/a>]. Problematisiert wurde dabei u.a. die fehlende Reflexion der Teilnehmer an solchen Diskussionen, dass es in Abwesenheit einer den USA auch nur ansatzweise ebenb&uuml;rtigen Milit&auml;rmacht n&uuml;chtern betrachtet &uuml;berhaupt keine politische Notwendigkeit f&uuml;r solche Strategiediskussionen gibt[<a href=\"#foot_35\" name=\"note_35\">35<\/a>]. Umso bemerkenswerter muten angesichts dessen die noch konkreteren &Uuml;berlegungen der erw&auml;hnten Strategieberater an, die etwa davon ausgehen, dass die meisten milit&auml;rischen Konflikte, in denen die beteiligten Staaten Anreize f&uuml;r den Einsatz von Nuklearwaffen besitzen, auch die USA betreffen w&uuml;rden; und dass nahezu alle mit den USA &sbquo;konkurrierenden&rsquo; Nuklearm&auml;chte in einem konventionell gef&uuml;hrten Krieg im Fall einer &Uuml;berlegenheit ihrer Gegner eher <em>fr&uuml;her<\/em> als sp&auml;ter auf Nuklearwaffen zur&uuml;ckgreifen w&uuml;rden[<a href=\"#foot_36\" name=\"note_36\">36<\/a>]. Im internationalen System herrscht nach Ansicht der transatlantischen Falken trotz einer massiven milit&auml;rischen &Uuml;berlegenheit der USA eine prek&auml;re Ausnahmesituation, mit der f&uuml;r die US-Regierung auch eine gewisse Dringlichkeit verbunden ist, die von ihr ausgerufene &sbquo;regelbasierte Ordnung&rsquo; mit allen erforderlichen Mitteln zu verteidigen.<\/p><p>Strategieberater aus dem Dunstkreis des <em>Atlantic Council<\/em> haben daher im Hintergrund der offiziellen Regierungsverlautbarungen schon seit vielen Jahren Optionen f&uuml;r den Fall diskutiert, dass &sbquo;Konkurrenten&rsquo; der USA, wie z.B. Russland, in einem konventionell gef&uuml;hrten Krieg, wie etwa dem in der Ukraine, unter bestimmten Umst&auml;nden auf taktische Atomwaffen zur&uuml;ckgreifen, um eine Niederlage abzuwenden[<a href=\"#foot_37\" name=\"note_37\">37<\/a>]. Entsprechend den Verlautbarungen nahezu aller f&uuml;hrenden westlichen Politiker soll Russland offensichtlich eine solche Niederlage durch anhaltende schwere Waffenlieferungen an die Ukraine zugef&uuml;gt werden. Im Zusammenhang mit der schleichenden Eskalation der Ukraine-Krise seit 2014 wirkt es daher konsequent, dass die US-amerikanische Nuklearstrategie ihrerseits den Ersteinsatz (<em>first use<\/em>) nuklearer Waffen weiterhin nicht nur nicht ausgeschlossen[<a href=\"#foot_38\" name=\"note_38\">38<\/a>], sondern immer konkretere &Uuml;berlegungen zu den Einsatzbedingungen angestellt hat, insofern der R&uuml;ckgriff auf Nuklearwaffen an das Vorliegen von <em>extreme circumstances<\/em> gekn&uuml;pft wurde: Angriffen &bdquo;[&hellip;] on the U.S., allied, or partner civilian population or infrastructure, and attacks on U.S. or allied nuclear forces, their command and control, or warning and attack assessment capabilities.&ldquo;[<a href=\"#foot_39\" name=\"note_39\">39<\/a>]<\/p><p>Zwischenzeitlich schien es zwar schon so, als h&auml;tte die nukleare Option in der US-amerikanischen Verteidigungspolitik zugunsten einer st&auml;rkeren Rolle konventioneller bzw. nicht-nuklearer <em>capabilities<\/em> eine weitreichende Abwertung erfahren. Zu Beginn seiner ersten Pr&auml;sidentschaft sprach Barack Obama anno 2009 sogar von einer &sbquo;moralischen Pflicht&rsquo; der Nuklearstaaten, sich dem Ziel einer vollst&auml;ndigen nuklearen Abr&uuml;stung zu verschreiben[<a href=\"#foot_40\" name=\"note_40\">40<\/a>]. Aber obwohl &bdquo;[t]he president&rsquo;s articulated promise to work toward a world free of nuclear weapons was sincere&rdquo;[<a href=\"#foot_41\" name=\"note_41\">41<\/a>], war das US-amerikanische Milit&auml;r zu jedem Zeitpunkt einflussreich genug, um sicherzustellen, dass die nukleare Option in den strategischen Diskussionen &uuml;ber Abschreckung und Verteidigung nicht g&auml;nzlich verschwand, sondern einstweilen nur in den Hintergrund trat. <\/p><p>Die neueste Version der US-amerikanischen Nuklearstrategie, <em>Nuclear Posture Review<\/em> <em>(NPR)<\/em>, aus dem Herbst 2022 kn&uuml;pft nun nicht etwa an die NPR 2010 der Obama-Administration an, sondern best&auml;tigt im Wesentlichen die gerade erw&auml;hnten <em>contingency guidelines <\/em>der Trump-NPR[<a href=\"#foot_42\" name=\"note_42\">42<\/a>]. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang auch Strategieoptionen f&uuml;r den Umgang der USA mit Russland, die anno 2019 von der <em>RAND Corporation<\/em> vorgelegt wurden. So formulierten die Autoren eines entsprechenden Papiers, dass es f&uuml;r die USA in geopolitischer Hinsicht unter Umst&auml;nden &sbquo;gewinnbringend&lsquo; w&auml;re, Russland in einen verlustreichen Konflikt zu verstricken, indem man z.B. die Ukraine mit &sbquo;t&ouml;dlichen Waffen&lsquo; (<em>lethal weapons<\/em>) versorgt[<a href=\"#foot_43\" name=\"note_43\">43<\/a>], obwohl &ndash; oder vielleicht auch gerade weil &ndash; dort seit 2014 ein blutiger B&uuml;rgerkrieg tobte.<\/p><p>Erinnert sei in diesem Zusammenhang daran, dass der ehemalige US-Pr&auml;sident Donald Trump just in diesem Zeitraum offiziell &ndash; und einseitig &ndash; den Ausstieg der USA aus dem <em>Intermediate-Range Nuclear Forces Treaty<\/em> erkl&auml;rte[<a href=\"#foot_44\" name=\"note_44\">44<\/a>]. Als Oberbegriff stand dieser Vertrag seit 1987 f&uuml;r ein B&uuml;ndel bilateraler Vertr&auml;ge und Vereinbarungen zwischen den USA und der damaligen UdSSR bzw. seit 1992 Russland &uuml;ber die Vernichtung aller boden-\/landgest&uuml;tzten Flugk&ouml;rper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern. Die Bedeutung dieses Vertragsb&uuml;ndels lag darin, dass &bdquo;[&hellip;] INF-class missiles are destabilizing because they can reach their targets within ten minutes with little or no warning. They raise the specter of miscalculation in a crisis and increase national insecurity.&rdquo;[<a href=\"#foot_45\" name=\"note_45\">45<\/a>] <\/p><p>Die Begr&uuml;ndung der US-Regierung f&uuml;r ihren Ausstieg bestand zu einem Teil darin, dass Russland schon seit mehreren Jahren vertraglich fixierte Vereinbarungen nicht eingehalten h&auml;tte &bdquo;[&hellip;] by testing, possessing, and fielding an illegal ground-launched cruise missile (GLCM), known as the 9M729&Prime;[<a href=\"#foot_46\" name=\"note_46\">46<\/a>], weswegen die US-Regierung mit Unterst&uuml;tzung aller NATO-Partner Russland die alleinige Verantwortung f&uuml;r diesen Schritt zuwies, der aus Sicht der transatlantischen Falken gleichzeitig nach einer Stationierung neuer boden-\/landgest&uuml;tzter Flugk&ouml;rper mit mittlerer und k&uuml;rzerer Reichweite im NATO-Raum rief.<\/p><p>Die mutma&szlig;lichen Vertragsverletzungen Russlands waren freilich nicht der einzige Grund f&uuml;r diesen Ausstieg. Schlie&szlig;lich argumentierten Regierungsvertreter der USA gegen&uuml;ber ihren russischen Kollegen in Moskau anno 2019 mit neuen geostrategischen Herausforderungen durch Staaten wie China und verwiesen in diesem Zusammenhang auf eine bestehende &bdquo;Notwendigkeit zur Aufr&uuml;stung mit neuen Waffensystemen.&rdquo;[<a href=\"#foot_47\" name=\"note_47\">47<\/a>] &Uuml;berdies zeigten die USA anno 2019 in Gespr&auml;chen mit der russischen Regierung keinerlei Bereitschaft, &bdquo;[&hellip;] in einen auf Gegenseitigkeit beruhenden Prozess zur Kl&auml;rung der im Raum stehenden Vorw&uuml;rfe einzusteigen.&rdquo;[<a href=\"#foot_48\" name=\"note_48\">48<\/a>] Das wiegt deswegen schwer, weil auch die US-Regierung im Verdacht einer Vertragsverletzung stand: erstens, weil sie mutma&szlig;lich verbotene Mittelstreckenraketen verwendet h&auml;tte, um die besagten Raketenabwehrsysteme zu testen; zweitens, weil sie mutma&szlig;lich neue Typen bewaffneter &Uuml;berschallkampfdrohnen entwickelt h&auml;tte, die unter die vertraglich erfasste Kategorie der landgest&uuml;tzten Mittelstreckenraketen fallen w&uuml;rden; und drittens, weil die <em>missile defense<\/em> Systeme des Typs Mark-41 (MK-41) in Rum&auml;nien und Polen nicht lediglich defensiven Charakter h&auml;tten, sondern auch f&uuml;r offensiv einsetzbare Marschflugk&ouml;rper des Typs <em>Tomahawk<\/em> geeignet w&auml;ren, die mit einer Reichweite von ca. 2.500 Kilometern diverse Ziele im europ&auml;ischen Teil Russlands angreifen k&ouml;nnten[<a href=\"#foot_49\" name=\"note_49\">49<\/a>]. Als seegest&uuml;tztes System w&auml;re das MK-41 vom INF-Vertrag nicht erfasst, aber in der geplanten Funktion eines landgest&uuml;tzten Systems in Polen, Rum&auml;nien und evtl. der Ukraine h&auml;tte die US-Regierung gegen ein entsprechendes Verbot f&uuml;r festgelegte Kategorien von Abschussvorrichtungen f&uuml;r <em>intermediate-range cruise missiles<\/em> versto&szlig;en.<\/p><p><strong>Offene Fragen<\/strong><\/p><p>Wenn es nun stimmen sollte, dass der Krieg in der Ukraine von US-amerikanischer Seite sehr wohl &sbquo;provoziert&rsquo; worden ist, wie <em>fellows<\/em> des angesehenen Cato-Instituts konstatieren[<a href=\"#foot_50\" name=\"note_50\">50<\/a>]; wenn es au&szlig;erdem zutreffen sollte, dass eine Beendigung des Krieges in der Ukraine vor allem von westlicher bzw. US-amerikanischer Seite bisher nicht gewollt war, wie informierte Ex-Milit&auml;rs aus Deutschland betonen[<a href=\"#foot_51\" name=\"note_51\">51<\/a>]; wenn es jedoch aus milit&auml;rstrategischen Gr&uuml;nden unn&ouml;tig ist, Russland zu &sbquo;schw&auml;chen&rsquo;, weil Russland dem Westen in konventionell-milit&auml;rischer Hinsicht immer klar unterlegen und obendrein auch nicht an einem Wettrennen um <em>nuclear primacy<\/em> interessiert gewesen ist[<a href=\"#foot_52\" name=\"note_52\">52<\/a>]; und wenn Russland ungeachtet aller Behauptungen transatlantischer Falken bisher keine erkennbaren Absichten gehegt hat, den Angriffskrieg mit einem imperialistischen Anspruch weiter nach Westen auszuweiten, was angesichts besagter <em>conventional military inferiority<\/em> Russlands einem v&ouml;llig irrationalen Akt der Selbstzerst&ouml;rung gleichk&auml;me, dann stellt sich die Frage, worum es im Ukrainekrieg tats&auml;chlich geht: Soll Russland durch westliche Waffenlieferungen an die Ukraine zu einem Einsatz taktischer Nuklearwaffen gedr&auml;ngt werden, um f&uuml;r die NATO einen Anlass zu schaffen, offiziell in den Krieg gegen Russland einzusteigen? Soll diese Form der Eskalation des Krieges den von transatlantischen Falken gew&uuml;nschten Anlass f&uuml;r einen offensichtlich schon seit l&auml;ngerer Zeit geplanten nuklearen <em>disarming strike<\/em> gegen Russland schaffen, der in den westlichen Gesellschaften sonst nicht legitimierbar w&auml;re?<\/p><p>Liegt in dieser unausgesprochenen Absicht der transatlantischen Falken vielleicht auch die Erkl&auml;rung f&uuml;r eine Forderung Selenskyjs im Oktober 2022 nach einem NATO-Pr&auml;ventivschlag gegen Russland?[<a href=\"#foot_53\" name=\"note_53\">53<\/a>] Geht es bei einem solchen NATO-Pr&auml;ventivschlag am Ende auch gar nicht um die Verteidigung der Ukraine, den Schutz der &sbquo;regelbasierten internationalen Ordnung&rsquo; sowie der oft reflexartig ins Feld gef&uuml;hrten &sbquo;westlichen Werte&rsquo;? Geht es bei einem solchen Pr&auml;ventivschlag vielleicht auch nicht einmal um die Sicherung der <em>military primacy<\/em> der USA, die in jedem Fall v&ouml;llig unangefochten bleibt? Geht es bei einem NATO-Pr&auml;ventivschlag vielleicht eher um die Ausschaltung Russlands (und mittelfristig Chinas) als Konkurrent\/en der USA im globalen Wirtschafts- und W&auml;hrungsraum, wie manche Experten betonen[<a href=\"#foot_54\" name=\"note_54\">54<\/a>]? Geht es bei einem solchen Pr&auml;ventivschlag vielleicht auch um ein von westlichen Elitenetzwerken lang gehegtes Ziel der Eliminierung Russlands und seiner legitimen Anspr&uuml;che auf die enormen &Ouml;l- und Gasressourcen im kaspischen Becken[<a href=\"#foot_55\" name=\"note_55\">55<\/a>] sowie in der Arktis?<\/p><p>So abwegig all diese &Uuml;berlegungen auf den ersten Blick auch wirken m&ouml;gen: Ein nuklearer <em>disarming strike<\/em> der USA bzw. der NATO gegen Russland (und evtl. China) scheint manchen einflussreichen Falken offensichtlich nicht nur durchf&uuml;hrbar, sondern auch geboten. Aus einer Perspektive informierter Sachlichkeit besitzen solche &Uuml;berlegungen zu einem nuklearen <em>disarming strike<\/em> jedoch eher den Status einer Paranoia, die das enorme Ausma&szlig; der sie begleitenden milit&auml;rstrategischen Hybris &uuml;berdeckt. Es ist jedoch n&uuml;chtern betrachtet v&ouml;llig unverst&auml;ndlich, dass die immensen Risiken f&uuml;r &sbquo;Kollateralsch&auml;den&rsquo; in Deutschland und Europa, wie auch im Rest der Welt, in der &ouml;ffentlichen Debatte so stark bagatellisiert bzw. oft sogar gleich ganz ignoriert werden k&ouml;nnen. <\/p><p>Die potenziellen Opfer eines Nuklearkriegs in Europa sind zwar im Endeffekt zu einer passiven Zuschauerrolle im <em>great game<\/em> der Nuklearm&auml;chte verdammt, aber sie haben in Deutschland aufgrund ihrer juristischen Eigenschaft als Teilhaber des Souver&auml;ns im Sinne des deutschen Grundgesetzes zumindest das Recht, die dramatischen Risiken einer immer weiter gehenden milit&auml;rischen Eskalation des Krieges in der Ukraine unter Ber&uuml;cksichtigung aller (!) verf&uuml;gbaren Informationen sachlich zu diskutieren. Und aus diesem Grundrecht wird nicht zuletzt deswegen ein Gebot, weil die weltanschaulich &ndash; und willk&uuml;rlich &ndash; motivierte Engf&uuml;hrung der &ouml;ffentlichen Debatte durch unangemessene Diffamierungen kritischer Stimmen als russische Propaganda einerseits und moralisierende Tabuisierungen h&ouml;chst prek&auml;rer Sachverhalte andererseits an die rhetorische Frage von Erich Fromm anno 1965 erinnert: &sbquo;Sind wir geistig noch gesund?&rsquo;<\/p><p><small>Titelbild: Victor Moussa\/shutterstock.com<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Vgl. Nika Aleksejeva, Narrative Warfare: How the Kremlin and Russian News Outlets Justified a War of Aggression against Ukraine, Andy Carvin (Hrsg.) (Washington: Atlantic Council, 2023), 7.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] Vgl. Fiona Hill &amp; Angela Stent, The World Putin Wants: How Distortions About the Past Feed Delusions About the Future, Foreign Affairs, 101:5 (2022), 108-122, 117. Vgl. das Statement by Participants of the Science and Ethics of Happiness Study Group, Reaching a Just and Lasting Peace in Ukraine, Meeting hosted at the Casina Pio IV, Vatican City, June 6-7, 2022 <a href=\"https:\/\/www.jeffsachs.org\/newspaper-articles\/lljyk5p69dhcrm8epskjc7zh9d9n42\">auf der Webseite von Jeffrey D. Sachs<\/a> (zuletzt aufgerufen am 08.03.24). Vgl. auch Medea Benjamin &amp; Nicolas J.S. Davies, War in Ukraine: Making Sense of a Senseless Conflict (La Vergne: OR Books, 2022), 81.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Vgl. Fabian Scheidler, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/naftali-bennett-wollte-den-frieden-zwischen-ukraine-und-russland-wer-hat-blockiert-li.314871\">Naftali Bennett wollte den Frieden zwischen Ukraine und Russland: Wer hat blockiert?<\/a>, <em>Berliner Zeitung<\/em> vom 06.02.23 (zuletzt aufgerufen am 08.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Majid Sattar, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/russland-spezialistinnen-der-usa-in-putins-desinformationskampagne-18646774.html\">Die Verschw&ouml;rungstheorie vom Friedensvertrag f&uuml;r die Ukraine<\/a>, <em>FAZ<\/em> vom 02.02.23, (zuletzt aufgerufen am 09.03.24). <\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Vgl. Adam Entous &amp; Michael Schwirtz, <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2024\/02\/25\/world\/europe\/cia-ukraine-intelligence-russia-war.html\">The Spy War: How the C.I.A. Secretly Helps Ukraine Fight Putin<\/a>, <em>New York Times<\/em>, 25. Februar 2024, (zuletzt aufgerufen am 20.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Vgl. Katja Theise, <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/kiesewetter-den-krieg-nach-russland-tragen\/a-68215200\">Kiesewetter: Den Krieg nach Russland tragen<\/a>, <em>Deutsche Welle<\/em> 09.02.2024, (zuletzt aufgerufen am 01.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Vgl. Peter Dickinson, <a href=\"https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/blogs\/ukrainealert\/putins-new-ukraine-essay-reflects-imperial-ambitions\/\">Putin&rsquo;s new Ukraine essay reveals imperial ambitions<\/a>, UkraineAlert July 15, 2021, (zuletzt aufgerufen am 09.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Vgl. u.a. Miguel Sanches, <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/article234314561\/ukraine-konflikt-russland-krieg-warum.html\">Putins Ziele: Warum hat Russland die Ukraine angegriffen<\/a>, <em>Berliner Morgenpost<\/em> vom 20.04.2022, (zuletzt aufgerufen am 09.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_9\" name=\"foot_9\">&laquo;9<\/a>] Vgl. etwa Helmut K&ouml;nig, L&uuml;ge und T&auml;uschung in den Zeiten von Putin, Trump &amp; Co (Bielefeld: transcript, 2020), 16: &bdquo;Wer ohnm&auml;chtig ist und gedem&uuml;tigt wird, der k&auml;mpft um seine Existenz und sein Leben und der nimmt f&uuml;r sich in Anspruch, auch zu den Mitteln von L&uuml;ge und T&auml;uschung greifen zu d&uuml;rfen. Sie sind die reine Notwehr. Beide Elemente, die darwinistische Wildnis wie der verletzte Stolz, sind f&uuml;r Putin und die Lage in Russland nicht weniger charakteristisch als f&uuml;r Trump und die Lage in den USA. Deswegen erscheinen hier wie dort L&uuml;ge und T&auml;uschung als probate Mittel im &Uuml;berlebenskampf und bei dem Versuch, den verletzten Stolz zu heilen [sic!], und zwar sowohl auf pers&ouml;nlicher wie auf staatlich-politischer Ebene. F&uuml;r die Analyse liegt die besondere Herausforderung darin, dass Kr&auml;nkungserfahrungen und verletzter Stolz in den Bereich der Wahrnehmungen geh&ouml;ren, die ganz und gar subjektiver Natur sind und sich von au&szlig;en vielleicht als ganz harmlos und mehr oder weniger unbegr&uuml;ndet ausnehmen. Ich reagiere darauf in meiner Darstellung mit fortlaufenden Perspektivwechseln und mache z.B. den Versuch, [&hellip;] Putins Lebensgeschichte als Spiegel f&uuml;r das &lsquo;post-imperiale Syndrom&rsquo; Russlands zu verstehen.&rdquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_10\" name=\"foot_10\">&laquo;10<\/a>] J&ouml;rn Leonhard, Die B&uuml;chse der Pandora: Geschichte des Ersten Weltkriegs (M&uuml;nchen: Beck, 2014), 584.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_11\" name=\"foot_11\">&laquo;11<\/a>] Vgl. Oliver Boyd-Barrett, Ukraine, Mainstream Media and Conflict Propaganda, Journalism Studies 18:8 (2017), 1016&ndash;1034, 1017.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_12\" name=\"foot_12\">&laquo;12<\/a>] Vgl. Tanner Mirrlees, US Empire and Cultural Imperialism: A Reconceptualization and Twentieth-Century Retrospective, in: Oliver Boyd-Barrett &amp; derselbe (Hrsg.), Media Imperialism: Continuity and Change (Lanham: Rowman &amp; Littlefield, 2020), 45-59, 50-51.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_13\" name=\"foot_13\">&laquo;13<\/a>] Vgl. General Eberhard Zorn zum Ukraine-Krieg, Beh&ouml;rden Spiegel: Newsletter Verteidigung. Streitkr&auml;fte. Wehrtechnik Nr. 392 vom 6. M&auml;rz 2023, 7: &bdquo;Ich kann definitiv sagen, dass wir zurzeit gar keine Anzeichen haben, dass die russischen Streitkr&auml;fte in irgendeiner Form NATO-Territorium oder NATO-L&auml;nder angreifen wollen. Es gibt dazu keine Vorbereitungen, die wir erkennen.&rdquo;<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_14\" name=\"foot_14\">&laquo;14<\/a>] Vgl. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=32MXP7Gy5IA\">youtube.com\/watch?v=32MXP7Gy5IA<\/a> (zuletzt aufgerufen am 09.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_15\" name=\"foot_15\">&laquo;15<\/a>] Vgl. Jacques Baud, Putin &ndash; Herr des Geschehens? (Frankfurt: Westend, 2023).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_16\" name=\"foot_16\">&laquo;16<\/a>] Vgl. John J. Mearsheimer, Why Leaders Lie: The Truth About Lying in International Politics (London: Duckworth, 2011).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_17\" name=\"foot_17\">&laquo;17<\/a>] Vgl. John J. Mearsheimer, The Causes and Consequences of the Ukraine War, Horizons: Journal of International Relations and Sustainable Development 21 (2022), 12-27, 15-16.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_18\" name=\"foot_18\">&laquo;18<\/a>] Vgl. dazu auch den Redaktionsbeitrag, <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/nato-gipfel-beendet-putin-warnt-vor-osterweiterung-1548908.html\">Putin warnt vor Osterweiterung<\/a>, <em>FAZ<\/em> vom 04.04.2008, (zuletzt aufgerufen am 09.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_19\" name=\"foot_19\">&laquo;19<\/a>] Vgl. Keir A. Lieber &amp; Daryl G. Press, The Myth of the Nuclear Revolution: Power Politics in the Atomic Age (Ithaca: Cornell University Press, 2020), 112.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_20\" name=\"foot_20\">&laquo;20<\/a>] Vgl. Anne Applebaum, <a href=\"https:\/\/www.anneapplebaum.com\/2022\/05\/23\/defeating-putin-is-the-only-route-to-peace-in-ukraine\/\">Defeating Putin Is the Only Route to Peace in Ukraine<\/a>, (zuletzt aufgerufen am 09.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_21\" name=\"foot_21\">&laquo;21<\/a>] Vgl. die Mitarbeiterprofile von <a href=\"https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/expert\/keir-lieber\/\">Keir Lieber<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/expert\/daryl-g-press\/\">Daryl Press<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/programs\/scowcroft-center-for-strategy-and-security\/forward-defense\/\">die Webseite des <em>Atlantic Council<\/em> zum Programm des <em>Forward Defense<\/em><\/a>, (alle drei Seiten zuletzt aufgerufen am 02.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_22\" name=\"foot_22\">&laquo;22<\/a>] Vgl. Keir A. Lieber &amp; Daryl G. Press, The Rise of U.S. Nuclear Primacy, Foreign Affairs 85:2 (2006), 42-54, 51.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_23\" name=\"foot_23\">&laquo;23<\/a>] Vgl. dazu eine der besten Analysen von Paul A.C. Koistinen, State of War: The Political Economy of American Warfare, 1945-2011 (Lawrence: University Press of Kansas, 2012).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_24\" name=\"foot_24\">&laquo;24<\/a>] Vgl. dazu Annika Brockschmidt, Amerikas Gotteskrieger: Wie die Religi&ouml;se Rechte die Demokratie gef&auml;hrdet (Hamburg: Rowohlt Polaris, 2021) und Josef Braml, Die religi&ouml;se Rechte in den USA: Triebfeder der transatlantischen Entfremdung, Internationale Politik 60:4 (2005), 36&ndash;43.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_25\" name=\"foot_25\">&laquo;25<\/a>] Vgl. Josef Braml, Der Preis der Pax Americana, Sicherheit und Frieden 35:3 (2017), 115&ndash;120.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_26\" name=\"foot_26\">&laquo;26<\/a>] Vgl. Lieber &amp; Press, The Rise of U.S. Nuclear Primacy, a.a.O., 48.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_27\" name=\"foot_27\">&laquo;27<\/a>] Vgl. ebd.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_28\" name=\"foot_28\">&laquo;28<\/a>] Frank Sauer, Atomic Anxiety: Deterrence, Taboo and the Non-Use of U.S. Nuclear Weapons (Houndmills: Palgrave, 2015), 74.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_29\" name=\"foot_29\">&laquo;29<\/a>] Vgl. Hakan Akbulut, Am Rande des Kollapses. Stand und Perspektiven nuklearer Abr&uuml;stung, R&uuml;stungskontrolle und Nichtverbreitung &ndash; Eine Einf&uuml;hrung, in: derselbe (Hrsg.), Am Rande des Kollapses. Stand und Perspektiven nuklearer Abr&uuml;stung, R&uuml;stungskontrolle und Nichtverbreitung (Wiesbaden: Springer, 2021), 1-14, 7.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_30\" name=\"foot_30\">&laquo;30<\/a>] Vgl. Jan Puhl, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/ausland\/us-raketenabwehr-polen-riskiert-scharfe-konfrontation-mit-russland-a-573215.html\">Polen riskiert scharfe Konfrontation mit Russland<\/a>, (zuletzt aufgerufen am 02.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_31\" name=\"foot_31\">&laquo;31<\/a>] Vgl. <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/nato-raketenschirm-ein-dorf-zwischen-den-fronten-100.html\">deutschlandfunk.de\/nato-raketenschirm-ein-dorf-zwischen-den-fronten-100.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 02.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_32\" name=\"foot_32\">&laquo;32<\/a>] Vgl. <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/zwiespalt-in-kiew-100.html\">deutschlandfunk.de\/zwiespalt-in-kiew-100.html<\/a> (zuletzt aufgerufen am 05.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_33\" name=\"foot_33\">&laquo;33<\/a>] Vgl. Lieber &amp; Press, The Rise of U.S. Nuclear Primacy, a.a.O., 52.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_34\" name=\"foot_34\">&laquo;34<\/a>] Vgl. Craig Campbell &amp; S.M. Amadae, The Myth of the Nuclear Revolution: Power Politics in the Atomic Age, Journal of Strategic Studies 44 (2021), 1-9, 8.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_35\" name=\"foot_35\">&laquo;35<\/a>] Ebd., 7-8.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_36\" name=\"foot_36\">&laquo;36<\/a>] Keir A. Lieber &amp; Daryl G. Press, Coercive Nuclear Campaigns in the 21st Century: Understanding Adversary Incentives and Options for Nuclear Escalation (Monterey, CA: Center on Contemporary Conflict, 2013), 3. Vgl. in einem &auml;hnlichen Sinn Mark Gallagher &amp; Michael Cevallos, Nuclear Warfare beyond Counterforce, Journal of Military Studies 10:1 (2021), 1-9, 7.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_37\" name=\"foot_37\">&laquo;37<\/a>] Vgl. Keir Lieber: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.atlanticcouncil.org\/insight-impact\/in-the-news\/lieber-in-express-on-possibility-of-nuclear-strike-in-ukraine\/\">Putin is more likely than not to use nuclear weapons in the war in Ukraine if he faces devastating defeat.<\/a>&rdquo; (zuletzt aufgerufen am 30.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_38\" name=\"foot_38\">&laquo;38<\/a>] Vgl. Seyom Brown, The New Nuclear MADness, Survival 62:1 (2020), 63-88, 64: &ldquo;The expanded role of nuclear war-<em>fighting<\/em> capabilities was the principal theme of the Trump administration&rsquo;s 2018 Nuclear Posture Review (NPR).&rdquo; (Hbg. im Original).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_39\" name=\"foot_39\">&laquo;39<\/a>] Department of Defense, Nuclear Posture Review (2018), 21. Vgl. dazu auch Michal Smetana, A Nuclear Posture Review for the Third Nuclear Age, The Washington Quarterly 41:3 (2018), 137-157, 142.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_40\" name=\"foot_40\">&laquo;40<\/a>] Vgl. Sauer, Atomic Anxiety, a.a.O., 162.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_41\" name=\"foot_41\">&laquo;41<\/a>] Vgl. Brown, The New Nuclear MADness, a.a.O., 65.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_42\" name=\"foot_42\">&laquo;42<\/a>] Vgl. Department of Defense, Nuclear Posture Review (2022), 9. Vgl. dazu auch Hans Kristensen &amp; Matt Korda, <a href=\"https:\/\/fas.org\/blogs\/security\/2022\/10\/2022-nuclear-posture-review\/\">The 2022 Nuclear Posture Review: Arms Control Subdued by Military Rivalry<\/a>, (zuletzt aufgerufen am 28.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_43\" name=\"foot_43\">&laquo;43<\/a>] Vgl. James Dobbins et al., Extending Russia: Competing from Advantageous Ground (Santa Monica: RAND, 2019), 96-103.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_44\" name=\"foot_44\">&laquo;44<\/a>] Vgl. <a href=\"https:\/\/2009-2017.state.gov\/t\/avc\/trty\/102360.htm\">die Seite des US-Department of State<\/a>, (zuletzt aufgerufen am 13.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_45\" name=\"foot_45\">&laquo;45<\/a>] Augusto C. Dall&rsquo;Agnol &amp; Marco Cepik, The demise of the INF Treaty: A Path Dependence Analysis, Revista Brasileira de Pol&iacute;tica Internacional 64:2 (2021), 1-19, 3.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_46\" name=\"foot_46\">&laquo;46<\/a>] Shannon Bugos, <a href=\"https:\/\/www.armscontrol.org\/act\/2019-09\/news\/us-completes-inf-treaty-withdrawal\">U.S. Completes INF Treaty Withdrawal, Arms Control Today (September 2019)<\/a>, (zuletzt aufgerufen am 14.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_47\" name=\"foot_47\">&laquo;47<\/a>] Peer Teschendorf, Vorbemerkungen, in: J. Buschinski, J. Edmonds &amp; U. K&uuml;hn, Der INF-Vertrag vor dem Aus &ndash; Bedrohung oder Chance f&uuml;r die internationale R&uuml;stungskontrolle? Perspektiven aus Russland, den USA und Deutschland (Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung, 2018), 1.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_48\" name=\"foot_48\">&laquo;48<\/a>] Oliver Meier, R&uuml;stungskontrolle jenseits des INF-Vertrags: Ans&auml;tze zur Kontrolle von Mittelstreckenraketen nach dem Ende des Abkommens, SWP-Aktuell, Nr. 20 (2019), 2, <a href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/aktuell\/2019A20_mro.pdf\">swp-berlin.org\/publications\/products\/aktuell\/2019A20_mro.pdf<\/a> (zuletzt aufgerufen am 30.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_49\" name=\"foot_49\">&laquo;49<\/a>] Vgl. zu diesen Vorw&uuml;rfen Wolfgang Richter, <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/shop\/zeitschriften\/apuz\/289943\/europa-und-der-inf-vertrag-verdammt-zur-zuschauerrolle\/\">Europa und der INF-Vertrag: Verdammt zur Zuschauerrolle?<\/a>, Aus Politik und Zeitgeschichte 26.04.2019, (zuletzt aufgerufen am 30.03.23).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_50\" name=\"foot_50\">&laquo;50<\/a>] Vgl. Ted Galen Carpenter, <a href=\"https:\/\/www.cato.org\/commentary\/natos-phony-dangerous-nonbelligerent-status-regarding-ukraine-war\">NATO&rsquo;s Phony (and Dangerous) Nonbelligerent Status Regarding the Ukraine War<\/a>, 26. Januar, 2023, (zuletzt aufgerufen am 20.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_51\" name=\"foot_51\">&laquo;51<\/a>] Vgl. <a href=\"https:\/\/zeitgeschehen-im-fokus.ch\/de\/newspaper-ausgabe\/nr-1-vom-18-januar-2023.html\">Harald Kujat im Interview mit der Schweizer Zeitung <em>Zeitgeschehen im Fokus<\/em><\/a>, Nr. 1 vom 18. Januar 2023, (zuletzt aufgerufen am 14.03.24); vgl. auch Jeffrey D. Sachs, <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/wirtschaft-verantwortung\/die-ukraine-ist-die-neueste-katastrophe-amerikanischer-neocons-li.242093\">Die Ukraine ist die neueste Katastrophe amerikanischer Neocons<\/a>, <em>Berliner Zeitung<\/em> vom 30.06.22, (zuletzt aufgerufen am 09.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_52\" name=\"foot_52\">&laquo;52<\/a>] Vgl. Smetana, A Nuclear Posture Review, a.a.O., 145.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_53\" name=\"foot_53\">&laquo;53<\/a>] Vgl. Andreas Maybach. <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/ukraine-krieg-welche-atomwaffen-hat-kremlchef-wladimir-putin-und-was-passiert-wenn-er-sie-benutzt-li.272733\">Selenskyj fordert Nato-Pr&auml;ventivschlag auf Russland &ndash; diese Atomwaffen hat Putin parat<\/a>, <em>Berliner Zeitung<\/em> vom 02.10.2022, (zuletzt aufgerufen am 07.03.24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_54\" name=\"foot_54\">&laquo;54<\/a>] Vgl. Oleg Nesterenko, <a href=\"https:\/\/www.thepostil.com\/conflict-in-ukraine-genesis\/\">Conflict in Ukraine: Genesis<\/a>, <em>The Postil Magazine<\/em>, 01. Januar 2023, (zuletzt aufgerufen am 20.03. 24).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_55\" name=\"foot_55\">&laquo;55<\/a>] Vgl. Louis Fischer, &Ouml;limperialismus: Der internationale Kampf um Petroleum (Berlin: Neuer Deutscher Verlag, 1927), 27: &bdquo;Englands Politik ging stets auf die Zerst&uuml;ckelung Ru&szlig;lands aus. Aus diesem Grund versorgte es solche konterrevolution&auml;ren F&uuml;hrer wie Denikin und Koltschak mit Waffen, Munition. Offizieren, Geld und gutem Rat. Boris Sawinkow, der Denikins Agent in Paris und London war [&hellip;] bekundete bei seinem Proze&szlig; in Moskau im August 1924: &lsquo;Die Engl&auml;nder z.B. haben mir oft und eindringlich gesagt, es w&auml;re w&uuml;nschenswert, eine unabh&auml;ngige s&uuml;d&ouml;stliche Union zu errichten, bestehend aus dem n&ouml;rdlichen Kaukasus und Transkaukasien. Diese Union sollte nur der Anfang sein, sp&auml;ter m&uuml;&szlig;ten Georgien und Aserbaidschan sich anschlie&szlig;en. In alldem sp&uuml;rte ich den Geruch von Petroleum.&rsquo; England wollte aufteilen und dann den Herrn und Besch&uuml;tzer der Teile spielen. Das erkl&auml;rt, warum Denikin, dessen Basis das s&uuml;d&ouml;stliche Ru&szlig;land war, von den Engl&auml;ndern Unterst&uuml;tzung erhielt.&rdquo; Vgl. zu denselben Interessen der USA seit der Jahrtausendwende John Bellamy Foster, Peak Oil and Energy Imperialism, Monthly Review 60:3 (2008), 12-33, 12: &bdquo;Seen in this light, the invasion and occupation of Afghanistan (the geopolitical doorway to Western access to Caspian Sea Basin oil and natural gas) following the 9\/11 attacks, the 2003 invasion of Iraq, the rapid expansion of U.S. military activities in the Gulf of Guinea in Africa (where Washington sees itself as in competition with Beijing), and the increased threats now [2008] directed at Iran and Venezuela &ndash; all signal the rise of a dangerous new era of energy imperialism.&rdquo;\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &ouml;ffentliche Diskussion &uuml;ber den Ukrainekrieg ist zumal in Deutschland eingesperrt in den Vorstellungsraum transatlantischer Falken. Sie manifestiert sich zu einem ganz erheblichen Teil in einer beispiellosen Hetze, die eine surreale Furcht vor dem &sbquo;B&ouml;sen&lsquo; n&auml;hrt, das sich in der scheinbar omnipotenten Person &sbquo;Putins&rsquo; sowie der von Russland verbreiteten Propaganda verk&ouml;rpert[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113043#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]. Ein zentraler<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113043\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":113044,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,172,171],"tags":[2426,1519,3293,2760,379,3260,2301,466,2205,2146,3125,259,1338,1556],"class_list":["post-113043","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-aufruestung","category-militaereinsaetzekriege","tag-atlantic-council","tag-atomwaffen","tag-bellizismus","tag-bodenschaetze","tag-china","tag-feindbild","tag-konfrontationspolitik","tag-nato","tag-praeventivkrieg","tag-raketenabwehrschirm","tag-regelbasierte-ordnung","tag-russland","tag-transatlantiker","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Shutterstock_1345678103.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113043","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=113043"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113043\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":113066,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113043\/revisions\/113066"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/113044"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=113043"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=113043"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=113043"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}