{"id":113116,"date":"2024-03-28T09:00:03","date_gmt":"2024-03-28T08:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113116"},"modified":"2024-03-29T17:10:01","modified_gmt":"2024-03-29T16:10:01","slug":"das-sterben-im-gazastreifen-geht-ungehindert-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113116","title":{"rendered":"Das Sterben im Gazastreifen geht ungehindert weiter"},"content":{"rendered":"<p>Trotz Auflagen des Internationalen Gerichtshofs und Mahnungen westlicher L&auml;nder steigen die Zahlen ziviler Opfer der Angriffe der israelischen Armee im Gazastreifen weiterhin an. Gleichzeitig droht dort eine Hungerkatastrophe, ausgel&ouml;st durch die Behinderung von Hilfslieferungen durch Israel. Das Ausma&szlig; der Zerst&ouml;rung des Gazastreifens w&auml;re ohne die westlichen Waffen- und Munitionslieferungen weitaus geringer. Deutschland muss sich ab April f&uuml;r den Vorwurf der Beihilfe zum V&ouml;lkermord vor dem Internationalen Gerichtshof verantworten. Von <strong>Karsten Montag<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2619\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-113116-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328_Das_Sterben_im_Gazastreifen_geht_ungehindert_weiter_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328_Das_Sterben_im_Gazastreifen_geht_ungehindert_weiter_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328_Das_Sterben_im_Gazastreifen_geht_ungehindert_weiter_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328_Das_Sterben_im_Gazastreifen_geht_ungehindert_weiter_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=113116-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328_Das_Sterben_im_Gazastreifen_geht_ungehindert_weiter_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240328_Das_Sterben_im_Gazastreifen_geht_ungehindert_weiter_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Nachdem bei dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 circa 1.100 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 5.000 Menschen verletzt worden sind, haben die milit&auml;rischen Angriffe der israelischen Armee auf die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung nach Angaben des pal&auml;stinensischen Gesundheitsministeriums zu knapp 32.000 Todesopfern und weiteren circa 74.000 Verletzten gef&uuml;hrt <a href=\"https:\/\/www.unrwa.org\/resources\/reports\/unrwa-situation-report-92-situation-gaza-strip-and-west-bank-including-east-Jerusalem\">(Stand: 18. M&auml;rz 2024)<\/a>. Unter den Toten befinden sich circa <a href=\"https:\/\/site.moh.ps\/Content\/File\/XzHvLKrvCpe54Qtm28rGlPej_gEOqWHwQWk8G8bT4Pps3e1Zv.pdf\">13.600 Kinder und 8.700 Frauen<\/a>. Mehr als die H&auml;lfte der H&auml;user im Gazastreifen ist unabh&auml;ngigen Untersuchungen zufolge besch&auml;digt oder zerst&ouml;rt <a href=\"https:\/\/www.conflict-damage.org\/\">(Stand: 17. M&auml;rz 2024)<\/a>. <a href=\"https:\/\/reliefweb.int\/map\/occupied-palestinian-territory\/occupied-palestinian-territory-gaza-strip-imagery-analysis-29-february-2024-published-20-march-2024\">Die UN spricht von 35 Prozent<\/a>. Unter den Tr&uuml;mmern werden weitere 8.100 Todesopfer vermutet.<\/p><p>1,9 Millionen Menschen einer Gesamtbev&ouml;lkerung des Gazastreifens von 2,2 Millionen mussten ihre H&auml;user und Wohnungen verlassen und sind in Notunterk&uuml;nften des Hilfswerks der Vereinten Nationen f&uuml;r Pal&auml;stina-Fl&uuml;chtlinge im Nahen Osten (UNRWA) oder in deren N&auml;he untergebracht, vornehmlich im S&uuml;den der pal&auml;stinensischen Enklave. Laut einem <a href=\"https:\/\/www.unrwa.org\/resources\/reports\/unrwa-situation-report-64-situation-gaza-strip-and-west-bank-including-east-Jerusalem\">UNRWA-Bericht<\/a> vom Januar sind die Unterk&uuml;nfte in der Mitte und im S&uuml;den des Gazastreifens um mehr als das Vierfache &uuml;berbelegt. Im Schnitt teilen sich dort 486 Personen eine Toilette. Das pal&auml;stinensische Gesundheitsministerium verzeichnet 200.000 F&auml;lle akuter Durchfallerkrankungen im Gazastreifen, &uuml;ber die H&auml;lfte davon betreffen Kinder unter f&uuml;nf Jahren. Weitere 300.000 F&auml;lle von akuten Atemwegserkrankungen sind derzeit bekannt.<\/p><p>Die anhaltenden israelischen Beschr&auml;nkungen der Lieferung von Hilfsg&uuml;tern in den Gazastreifen, die laut UN-Menschenrechtskommissar Volker T&uuml;rk <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/politik\/israel-gaza-krieg-warnungen-usa-rafah-offensive-102.html\">einem Kriegsverbrechen gleichkommen k&ouml;nnten<\/a>, haben zur Ausweitung von Hunger in der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung gef&uuml;hrt. Einem Bericht des <a href=\"https:\/\/www.rescue.org\/de\/pressemitteilung\/ipc-bericht-irc-hungersnot-gaza\">International Rescue Committees (IRC)<\/a> zufolge steht derzeit die H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung des Gazastreifens kurz vor einer Hungersnot. Da die Entsalzungsanlage in Nordgaza zerst&ouml;rt ist und 83 Prozent der Brunnen nicht funktionsf&auml;hig sind, kommt eine Wasserknappheit hinzu. Mindestens 27 Menschen sind bisher im Norden Gazas, wo derzeit so gut wie keine Hilfslieferungen hingelangen, verhungert oder verdurstet, davon 23 Kinder.<\/p><p><strong>Israelische Regierung zeigt sich unbeeindruckt von westlichen Mahnungen und der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs<\/strong><\/p><p>Ende Januar entschied der <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/192\/192-20240126-pre-01-00-en.pdf\">Internationale Gerichtshof (IGH) in einem Eilverfahren<\/a>, dass Israel mit allen Mitteln einen V&ouml;lkermord im Gazastreifen verhindern muss. Auch westliche Politiker wie US-Au&szlig;enminister Blinken und die deutsche Au&szlig;enministerin Baerbock haben zuvor und danach die israelische Regierung gemahnt, die pal&auml;stinensische Zivilbev&ouml;lkerung mehr zu sch&uuml;tzen. Die nachfolgende Darstellung des Verlaufs der kumulativen Opferzahlen zeigt, dass die politischen Entscheidungstr&auml;ger in Israel die Aufrufe zur M&auml;&szlig;igung und die Entscheidung des IGH offensichtlich ignorieren.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240327-Sterben-im-Gazastreifen-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240327-Sterben-im-Gazastreifen-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 1: Pal&auml;stinensische Opfer der israelischen Angriffe im Gazastreifen, Datenquelle: Pal&auml;stinensisches Gesundheitsministerium<\/small><\/p><p><strong>Plausibilit&auml;t der Opferzahlen<\/strong><\/p><p>Das israelische Milit&auml;r und auch die US-Regierung haben in der Vergangenheit die vom pal&auml;stinensischen Gesundheitsministerium angegebenen Opferzahlen angezweifelt. Eine bereits Anfang Dezember 2023 in der medizinischen Fachzeitschrift <em>The Lancet<\/em> ver&ouml;ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(23)02713-7\/fulltext\">Untersuchung<\/a> kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Zahlen von pal&auml;stinensischer Seite nicht &uuml;bertrieben dargestellt werden.<\/p><p>Die US-Forscher gingen davon aus, dass die Angaben von UNRWA zu den Todesf&auml;llen ihrer eigenen Mitarbeiter verl&auml;sslich sind, haben deren Anzahl mit der Anzahl der 13.000 im Gazastreifen t&auml;tigen UNRWA-Mitarbeiter ins Verh&auml;ltnis gesetzt und dieses mit der Todesrate der Gesamtbev&ouml;lkerung verglichen. Auch mit aktuellen Zahlen zeigt sich, dass die beiden Todesraten hinsichtlich des Verlaufs und der H&ouml;he &uuml;bereinstimmen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240327-Sterben-im-Gazastreifen-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240327-Sterben-im-Gazastreifen-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 2: Todesrate der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung und der UNRWA-Mitarbeiter im Gazastreifen, Datenquelle: Pal&auml;stinensisches Gesundheitsministerium, UNRWA<\/small><\/p><p><strong>Einsatz von ungelenkten Freifallbomben ist Hauptgrund f&uuml;r hohe Opferzahlen<\/strong><\/p><p>Hauptursache f&uuml;r die hohen Verluste in der pal&auml;stinensischen Zivilbev&ouml;lkerung ist einer <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/gaza-diese-bomben-wirft-israel-auf-den-kuestenstreifen-ab-ld.1770998\">Analyse der <em>Neuen Z&uuml;rcher Zeitung (NZZ)<\/em><\/a> zufolge der Einsatz von ungelenkten Freifallbomben durch die israelische Luftwaffe. Diese entspr&auml;chen den klassischen Fliegerbomben, wie sie im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Um taktische Ziele im Gazastreifen zu treffen, m&uuml;ssten deutlich mehr dieser Sprengs&auml;tze abgeworfen werden als bei der Verwendung von Lenkwaffen. Zudem verwende das israelische Milit&auml;r unter anderem auch sogenannte 2.000-Pfund-Bomben, die eine sehr hohe Sprengkraft h&auml;tten. Der Einsatz von ungelenkten und hochexplosiven Bomben im dicht besiedelten Gazastreifen w&auml;re demnach der Grund f&uuml;r die hohen &bdquo;Kollateralsch&auml;den&ldquo;.<\/p><p>Dass die israelische Luftwaffe offenbar auch Lenkwaffen gezielt zum Angriff auf zivile Einrichtungen und Zivilpersonen einsetzt, verdeutlicht ein <a href=\"https:\/\/www.amnesty.de\/gaza-israelische-luftangriffe-us-munition-zivile-opfer\">Bericht von Amnesty International<\/a>. Die Menschenrechtsorganisation habe vor Ort nach einem Angriff auf Wohnh&auml;user voller Zivilpersonen Fragmente sogenannter Joint Direct Attack Munitions (JDAM) gefunden. JDAM sind Freifallbomben, die zu Lenkwaffen umger&uuml;stet wurden. Die Ziele h&auml;tten zudem in einem Gebiet gelegen, in das das israelische Milit&auml;r im Oktober die Bewohner des n&ouml;rdlichen Gazastreifens angewiesen hatte zu fliehen.<\/p><p>Die von der Nachrichtenagentur <em>Associated Press<\/em> ver&ouml;ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Hac0ZWSAlZc\">Satellitenbilder<\/a> zerst&ouml;rter Infrastruktur im Gazastreifen erinnern an die Folgen der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fl%C3%A4chenbombardement\">Fl&auml;chenbombardements<\/a> im Zweiten Weltkrieg. Das Ausma&szlig; der Vernichtung wird anhand einer Auswertung der von zwei US-Forschern betriebenen <a href=\"https:\/\/www.conflict-damage.org\/\">Decentralized Damage Mapping Group<\/a> deutlich.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240327-Sterben-im-Gazastreifen-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240327-Sterben-im-Gazastreifen-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Abbildung 3: Zerst&ouml;rte Infrastruktur im Gazastreifen, Datenquelle: <a href=\"https:\/\/www.conflict-damage.org\/\">Decentralized Damage Mapping Group<\/a><\/small><\/p><p><strong>Die Bomben, die f&uuml;r die hohen Opferzahlen verantwortlich sind, stammen haupts&auml;chlich aus den USA<\/strong><\/p><p>Einem Anfang Dezember 2023 ver&ouml;ffentlichen <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/world\/middle-east\/u-s-sends-israel-2-000-pound-bunker-buster-bombs-for-gaza-war-82898638\">Bericht des <em>Wall Street Journals<\/em><\/a> zufolge haben die USA Israel nach dem 7. Oktober unter anderem mehr als 5.000 ungelenkte Freifallbomben, mehr als 5.400 ungelenkte 2.000-Pfund-Bomben, circa 1.000 250-Pfund-Lenkbomben, ungef&auml;hr 3.000 zu Lenkbomben umger&uuml;stete Freifallbomben (JDAM) und 100 2.000-Pfund-Penetrationsbomben, sogenannte &bdquo;Bunker Buster&ldquo;, geliefert.<\/p><p>Auch Deutschland hat Israel nach dem Terrorangriff der Hamas vermehrt mit Waffen beliefert. Gem&auml;&szlig; einer <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/resource\/blob\/992664\/3b8ffc5891cf570ba0404a444567f0fe\/WD-5-004-24-pdf.pdf\">Dokumentation der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages<\/a> hat die Bundesregierung im Jahr 2023 R&uuml;stungsexporte nach Israel im Wert von etwas mehr als 326 Millionen Euro genehmigt. Davon entfallen 306 Millionen auf sonstige R&uuml;stungsg&uuml;ter und 20 Millionen auf Kriegswaffen. Im Jahr 2022 wurden hingegen nur Exporte im Wert von circa 32 Millionen Euro freigegeben.<\/p><p>Wie der Dokumentation zu entnehmen ist, fallen unter die Kategorie &bdquo;sonstige R&uuml;stungsg&uuml;ter&ldquo; auch Positionen wie Panzer, Kampfjets, Kampfhubschrauber, Kriegsschiffe, gro&szlig;kalibrige Waffen, Bomben, Raketen und Torpedos. Was und wie viel genau von diesen Positionen geliefert wurde, geht aus der Dokumentation nicht eindeutig hervor. Die Liste f&uuml;r die genehmigten Kriegswaffen enth&auml;lt 3.000 tragbare Panzerabwehrwaffen, 500.000 Munitionseinheiten, 44 Treibladungen f&uuml;r Waffen und 239 Z&uuml;nder f&uuml;r Waffen.<\/p><p>Im Jahr 2024 wurden laut <a href=\"https:\/\/dserver.bundestag.de\/btp\/20\/20153.pdf#P.19573\">Auskunft der Regierung<\/a> allein in den ersten eineinhalb Monaten Ausfuhrgenehmigungen f&uuml;r R&uuml;stungsg&uuml;ter nach Israel im Wert von neun Millionen Euro erteilt. Auf die Frage, ob die Bundesregierung vor dem Hintergrund der Entscheidung eines Gerichts in den Niederlanden, das den Export von Teilen f&uuml;r das Kampfflugzeug F-35 nach Israel wegen v&ouml;lkerrechtlicher Bedenken gestoppt hat, einen Ausfuhrstopp plant, antwortete ein Regierungsvertreter: &bdquo;&Uuml;ber die Erteilung von Genehmigungen f&uuml;r R&uuml;stungsexporte entscheidet die Bundesregierung im Einzelfall und im Lichte der jeweiligen Situation nach sorgf&auml;ltiger Pr&uuml;fung unter Einbeziehung au&szlig;en- und sicherheitspolitischer Erw&auml;gungen auf Grundlage der rechtlichen und politischen Vorgaben.&ldquo;<\/p><p><strong>Deutschland muss sich ab April vor dem Internationalen Gerichtshof f&uuml;r den Vorwurf der Beihilfe zum V&ouml;lkermord im Gazastreifen verantworten<\/strong><\/p><p>Nachdem der IGH, wie bereits erw&auml;hnt, in einem Eilverfahren auf Antrag S&uuml;dafrikas entschieden hat, dass Israel einen Genozid im Gazastreifen mit allen Mitteln verhindern muss, wird nun auch ein <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/193\/193-20240301-app-01-00-en.pdf\">Antrag Nicaraguas<\/a>, der Deutschland haupts&auml;chlich aufgrund der Waffenlieferungen nach Israel und des Aussetzens der Zahlungen an UNRWA Beihilfe zum V&ouml;lkermord vorwirft, <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/193\/193-20240315-pre-01-00-en.pdf\">kurzfristig verhandelt<\/a>. Am 8. April wird Nicaragua seine Vorw&uuml;rfe vor dem Gericht vortragen, am 9. April hat Deutschland die Gelegenheit, sich zu rechtfertigen.<\/p><p>Als Grund f&uuml;r die zeitnahe Bearbeitung hat Nicaragua in seinem Antrag vom 1. M&auml;rz unter anderem die j&uuml;ngste Ank&uuml;ndigung einer bevorstehenden gro&szlig; angelegten Milit&auml;rintervention der israelischen Armee in Rafah angegeben. Auch nach deutlicher Kritik unter anderem aus den USA und Deutschland h&auml;lt die Regierung in Israel weiter an den <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2024-03\/israel-benjamin-netanjahu-rafah-bodenoffensive\">Angriffen auf die s&uuml;dlichste Region des Gazastreifens<\/a> fest.<\/p><p>Dort befinden sich laut Medienberichten derzeit bis zu 1,5 Millionen Pal&auml;stinenser auf einer Fl&auml;che, auf der vor Oktober letzten Jahres 250.000 Menschen gewohnt haben. Ein <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yz47J2BEqYI\">Video<\/a> der US-Tageszeitung <em>Wallstreet Journal<\/em> zeigt, wie die Einwohner des Gazastreifens &uuml;ber die letzten Monate aufgrund von Milit&auml;roperationen der israelischen Armee immer weiter an die Grenze zu &Auml;gypten gedr&auml;ngt wurden.<\/p><p>Da der IGH im Verfahren gegen Israel bisher nicht entschieden hat, dass es sich beim israelischen Vorgehen im Gazastreifen um einen Genozid handelt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass das Gericht kurzfristig der Klage Nicaraguas stattgibt, Deutschland w&uuml;rde durch die Unterst&uuml;tzung Israels Beihilfe zum V&ouml;lkermord begehen. Allerdings ist mit einer Entscheidung zu rechnen, die Deutschland, &auml;hnlich wie Israel, verbindlich dazu auffordert, alles in seiner Macht Stehende zu unternehmen, um einen V&ouml;lkermord zu verhindern. Dies k&ouml;nnte auch eine Beendigung der Waffenlieferungen bedeuten.<\/p><p><strong>Humanit&auml;re Lage im Gazastreifen<\/strong><\/p><p>Einem <a href=\"https:\/\/www.unrwa.org\/resources\/reports\/unrwa-situation-report-93-situation-gaza-strip-and-west-bank-including-east-Jerusalem\">Bericht der UNRWA vom 22. M&auml;rz<\/a> zufolge haben in den ersten 20 Tagen im M&auml;rz 159 LKW mit Hilfsg&uuml;tern pro Tag die Grenze in den Gazastreifen &uuml;berschritten. Ben&ouml;tigt w&uuml;rden jedoch t&auml;glich 500. <a href=\"https:\/\/www.amnesty.ch\/de\/laender\/naher-osten-nordafrika\/israel-besetzte-gebiete\/dok\/2024\/israel-missachtet-igh-urteil-humanitaere-hilfe-fuer-gaza-wird-verweigert\">Amnesty International wirft Israel vor<\/a>, seinen Verpflichtungen aus der Entscheidung des IGH, eine ausreichende Menge an Hilfsg&uuml;tern f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung im Gazastreifen bereitzustellen, nicht nachgekommen zu sein. Die Besatzungsmacht h&auml;tte es unter anderem vers&auml;umt, Einfuhrbeschr&auml;nkungen f&uuml;r lebenswichtige G&uuml;ter aufzuheben und zus&auml;tzliche Zugangspunkte sowie Grenz&uuml;berg&auml;nge f&uuml;r Hilfslieferungen zu &ouml;ffnen.<\/p><p>Ein <a href=\"https:\/\/www.wfp.org\/news\/famine-imminent-northern-gaza-new-report-warns\">Bericht des Weltern&auml;hrungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) vom 18. M&auml;rz <\/a>weist darauf hin, dass in den beiden n&ouml;rdlichen Regionen des Gazastreifens, wo sich derzeit noch 300.000 Menschen aufhalten sollen, bis sp&auml;testens Mai eine Hungersnot zu erwarten sei. Die Sterblichkeit ohne Anzeichen einer k&ouml;rperlichen Verwundung, ein ma&szlig;geblicher Indikator f&uuml;r eine Hungersnot, w&uuml;rde sich dort beschleunigen. In Nordgaza sei eins von drei Kindern unter zwei Jahren unterern&auml;hrt. In den drei s&uuml;dlichen Regionen sei eine Hungersnot bis Juli zu erwarten.<\/p><p>Seit Anfang des Jahres sei es dem WFP lediglich gelungen, neun LKW-Konvois mit Hilfsg&uuml;tern in den Norden des Gazastreifens zu bringen. Die Konvois m&uuml;ssten lange an der Grenze auf eine Genehmigung der israelischen Beh&ouml;rden warten, und wenn sie dann einfahren d&uuml;rften, bestehe eine gro&szlig;e Gefahr, dass sie auf der Route Richtung Norden gepl&uuml;ndert werden.<\/p><p>Die Hilfslieferungen, welche die USA und andere Staaten aus der Luft &uuml;ber dem Gazastreifen abwerfen, seien nach <a href=\"https:\/\/www.unrwa.org\/newsroom\/features\/unrwaworks-frontline-heroes-race-against-clock-avert-famine\">Einsch&auml;tzung von UNRWA<\/a> nicht geeignet, die dringenden und enormen humanit&auml;ren Bed&uuml;rfnisse der hungernden Bev&ouml;lkerung zu lindern. Lieferungen &uuml;ber die Luft seien extrem teuer, und es sei unm&ouml;glich zu &uuml;berwachen, wohin die Hilfe geht. Zudem wurden auf dem Luftweg an einem Tag gerade einmal 38.000 Mahlzeiten abgeworfen, wie die <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SzlvQfYU6ls\"><em>Zeit<\/em> berichtet<\/a>. Auch Lieferungen auf dem Seeweg k&ouml;nnen eine Hungersnot im Gazastreifen nicht im Ansatz verhindern. Der bisher <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2024\/03\/15\/middleeast\/gaza-aid-ship-explainer-looming-famine-mime-intl\/index.html\">einzige Hilfstransport dieser Art<\/a> lieferte einmalig lediglich 250.000 Mahlzeiten. Im Gazastreifen stehen jedoch 1,1 Millionen Menschen kurz vor einer Hungersnot.<\/p><p>Auch die Gesundheitsversorgung im Gazastreifen ist laut UNRWA in einem kritischen Zustand. In fast 400 Angriffen der israelischen Armee auf Gesundheitseinrichtungen und deren Mitarbeiter wurden 30 der 36 Krankenh&auml;user im Gazastreifen sowie 126 ambulante Stationen besch&auml;digt. Zeitweise waren 20 Krankenh&auml;user nicht mehr in Betrieb. Ann&auml;hernd 500 &Auml;rzte und Pflegekr&auml;fte sind bei den Angriffen ums Leben gekommen, fast 800 wurden verletzt und weitere knapp 300 verhaftet. UNRWA meldet, dass acht der von der Hilfsorganisation betriebenen 24 Gesundheitszentren nicht mehr in Betrieb sind.<\/p><p><strong>Vorw&uuml;rfe gegen UNRWA<\/strong><\/p><p>Auch das <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/aussenpolitik\/nahermittlererosten\/-\/2627842\">Ausw&auml;rtige Amt<\/a> weist auf die katastrophale humanit&auml;re Lage im Gazastreifen hin. Die Bundesregierung hat allerdings die Zahlungen an UNRWA, wie einige andere Staaten auch, darunter die USA, Kanada, Australien, Gro&szlig;britannien, Frankreich, Finnland und Italien, eingestellt. Die Einstellung erfolgte, nachdem Israel Ende Januar der UNRWA <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/unrwa-faq-100.html\">Informationen &uuml;bermittelte<\/a>, dass zw&ouml;lf ihrer Mitarbeiter am Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen sein sollen. Weitere 190 Mitarbeiter sollen laut <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/israel-krieg\/vorwuerfe-gegen-unrwa-blinken-fordert-schnelle-aufklaerung-19484118.html\">israelischem Geheimdienst<\/a> der Hamas oder dem Islamischen Dschihad angeh&ouml;ren.<\/p><p>Eine Sprecherin der UN-Organisation <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2024\/03\/04\/middleeast\/un-israel-confessions-allegations-intl\/index.html\">teilte der Presse daraufhin mit<\/a>, dass einige UNRWA-Mitarbeiter ausgesagt h&auml;tten, ihre Gest&auml;ndnisse seien unter Folter und Misshandlungen durch israelische Strafverfolger erzwungen worden. Die falschen Gest&auml;ndnisse w&uuml;rden dazu benutzt, &bdquo;Fehlinformationen &uuml;ber die Hilfsorganisation zu verbreiten, um die UNRWA zu demontieren&ldquo;.<\/p><p>Eine Fortsetzung der Zahlungen an UNRWA macht die Bundesregierung abh&auml;ngig von einer schnellen und umfassenden Aufkl&auml;rung der Vorw&uuml;rfe gegen die UN-Hilfsorganisation. Bis dahin will das Ausw&auml;rtige Amt die deutsche humanit&auml;re Hilfe f&uuml;r Gaza &uuml;ber andere internationale Organisationen wie das Rote Kreuz, das Weltern&auml;hrungsprogramm WFP und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) abwickeln.<\/p><p><strong>Die Gewalt im Nahen Osten wird nicht mit dem Sieg Israels &uuml;ber die Hamas enden<\/strong><\/p><p>In einem <a href=\"https:\/\/www.foxnews.com\/media\/benjamin-netanyahu-blasts-schumer-biden-waning-support-israel-focus-should-be-bringing-down-hamas\">Interview mit <em>Fox News<\/em> vom 17. M&auml;rz<\/a> &auml;u&szlig;erte der israelische Ministerpr&auml;sident Netanjahu: &bdquo;Wenn man uns sagt, wir sollen nicht nach Rafah gehen, dann ist das so, als w&uuml;rde man den Alliierten sagen, sie sollen nicht nach Berlin gehen und ein Viertel der Nazi-Armee unversehrt lassen.&ldquo; Dieser Vergleich erscheint bizarr, denn das Hitler-Regime hat andere L&auml;nder besetzt und dort V&ouml;lkermord und Kriegsverbrechen begangen. Derzeit muss sich jedoch nicht ein bisher nicht existierender pal&auml;stinensischer Staat, dessen Gr&uuml;ndung insbesondere von Netanjahu unterbunden wird, sondern Israel, selbst Besatzungsmacht in den pal&auml;stinensischen Gebieten, vor dem Internationalen Gerichtshof f&uuml;r derartige Anschuldigungen verantworten.<\/p><p>Sowohl das Leiden der Bev&ouml;lkerung des Gazastreifens als auch die Gefahr einer Ausweitung des derzeitig noch lokalen Konflikts k&ouml;nnten deutlich steigen, sollte die israelische Regierung tats&auml;chlich die geplante Invasion Rafahs wahr machen und die Lieferung von Hilfsg&uuml;tern in den Gazastreifen weiterhin behindern. In dem gleichen Ma&szlig;e, wie die &Auml;u&szlig;erungen Netanjahus eigenwillig verzerrt klingen, ist das Verhalten der westlichen Staaten, allen voran der USA, widerspr&uuml;chlich. Auf der einen Seite ermahnen sie Israel, die Zivilbev&ouml;lkerung zu sch&uuml;tzen und nicht nach Rafah einzumarschieren, doch gleichzeitig liefern sie dem Land immer weiter Waffen.<\/p><p>Abgesehen davon stellt sich die ernst zu nehmende Frage, ob die Terrorgefahr f&uuml;r Israel durch die Vernichtung der letzten Hamas-Bataillone ein f&uuml;r alle Mal beseitigt w&auml;re, wie Netanjahu dies unterstellt. Aufgrund der hohen Anzahl ziviler Opfer, der Einschr&auml;nkung der Hilfslieferungen, der kategorischen Absage einer Zweistaatenl&ouml;sung und nicht zuletzt der Aussagen israelischer Politiker und Armeeangeh&ouml;riger, wie sie in der <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/192\/192-20231228-app-01-00-en.pdf\">Anklageschrift S&uuml;dafrikas ab Seite 59<\/a> dokumentiert sind und die eine Absicht zum V&ouml;lkermord erkennen lassen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Pal&auml;stinenser in Zukunft von einem gewaltsamen Vorgehen gegen die Besatzungsmacht Israel absehen werden. Auch die Unterst&uuml;tzung aus muslimischen Nachbarstaaten wird sicherlich nicht enden. Es ist viel wahrscheinlicher, dass in nur kurzer Zeit die Gewalt zur&uuml;ckkehrt &ndash; unabh&auml;ngig davon, ob Israel aktuell die Hamas besiegt &ndash;, und dies m&ouml;glicherweise brutaler, mit noch mehr Opfern und grenzenloser als zuvor.<\/p><p><small>Titelbild: Anas-Mohammed\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/303c6a5879304e798e9f60a5d6ce2d3a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz Auflagen des Internationalen Gerichtshofs und Mahnungen westlicher L&auml;nder steigen die Zahlen ziviler Opfer der Angriffe der israelischen Armee im Gazastreifen weiterhin an. Gleichzeitig droht dort eine Hungerkatastrophe, ausgel&ouml;st durch die Behinderung von Hilfslieferungen durch Israel. Das Ausma&szlig; der Zerst&ouml;rung des Gazastreifens w&auml;re ohne die westlichen Waffen- und Munitionslieferungen weitaus geringer. Deutschland muss sich ab<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113116\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":113117,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,171],"tags":[1055,302,1917,822,2222,2392,1557,930,639,2377,2360],"class_list":["post-113116","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-militaereinsaetzekriege","tag-fluechtlinge","tag-gaza","tag-genozid","tag-hamas","tag-humanitaere-hilfe","tag-internationaler-gerichtshof","tag-israel","tag-justiz","tag-uno","tag-waffenlieferungen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Shutterstock_2374216095.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=113116"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113116\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":113236,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113116\/revisions\/113236"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/113117"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=113116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=113116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=113116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}