{"id":113182,"date":"2024-03-28T14:00:51","date_gmt":"2024-03-28T13:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113182"},"modified":"2026-01-27T12:04:15","modified_gmt":"2026-01-27T11:04:15","slug":"ulrike-guerot-dass-auch-deutschland-endlich-umfassend-mit-einer-aufarbeitung-der-corona-massnahmen-beginnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113182","title":{"rendered":"Ulrike Gu\u00e9rot: \u201eDass auch Deutschland endlich umfassend mit einer Aufarbeitung der Corona-Ma\u00dfnahmen beginnt.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wer sollte in einer Enquetekommission zur Aufarbeitung der Corona-Ma&szlig;nahmenpolitik sitzen? Im zweiten Teil des NachDenkSeiten-Interviews mit <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong> geht es um das Thema Corona-Aufarbeitung. &bdquo;Klar ist inzwischen, dass die meisten Corona-Ma&szlig;nahmen &uuml;bergriffig, unn&uuml;tz und im Zweifelsfall rechtwidrig waren&ldquo;, so Gu&eacute;rot. Die NachDenkSeiten haben die Politikwissenschaftlerin gefragt, wie sie &uuml;ber die Aufarbeitung der Corona-Politik denkt. Sie findet klare Worte und fordert eine Amnestie f&uuml;r Strafen, die f&uuml;r Ma&szlig;nahmenverst&ouml;&szlig;e verh&auml;ngt wurden. Zum Umgang mit den Ungeimpften w&auml;hrend der Corona-Krise sagt sie: Wie eine derart &bdquo;rigorose, gruppenspezifische Ausgrenzung (&hellip;) politisch durchgewunken werden konnte&ldquo;, m&uuml;sse aufgekl&auml;rt werden. Gu&eacute;rot pl&auml;diert f&uuml;r eine Enquetekommission und einen Runden Tisch. Den ersten Teil des Interviews k&ouml;nnen Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112996\">hier nachlesen<\/a>. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3699\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-113182-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328-Guerot-Tauziehen-Teil-2-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328-Guerot-Tauziehen-Teil-2-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328-Guerot-Tauziehen-Teil-2-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328-Guerot-Tauziehen-Teil-2-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=113182-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240328-Guerot-Tauziehen-Teil-2-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240328-Guerot-Tauziehen-Teil-2-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Was sagen Sie zum Stand der Dinge in Sachen Aufarbeitung der Corona-Politik?<\/strong><\/p><p>Seit vielen Monaten arbeiten Juristen in vielen L&auml;ndern weltweit an internationalen Klagen, z.B. gegen die Impfstoffhersteller Pfizer &amp; BioNTech oder gegen Kommissionspr&auml;sidentin Ursula von der Leyen als Verantwortliche f&uuml;r die Impfstoffbeschaffung durch m&ouml;glicherweise unlautere Vertr&auml;ge, und es gibt eine internationale Vernetzung, um den sogenannten Pandemie-Vertrag der WHO zu stoppen. Der Schweizer Rechtsanwalt Philipp Kruse ist hier zum Beispiel f&uuml;hrend und engagiert t&auml;tig. Es wird auch von Einzelpersonen auf jeder Ebene geklagt. Einige L&auml;nder sind hier schon weiter als Deutschland. So hat der Oberste Gerichtshof der USA etwa geurteilt, dass die mRNA-Impfstoffe keine Impfstoffe sind. Darauf lassen sich ggf. weitere Klagen aufbauen, denn die Kampagnen haben ja eine notwendige <em>Impfung<\/em> beworben, die auch noch verpflichtend werden sollte. <\/p><p>Es laufen mehrere Klagen von Impfstoffgesch&auml;digten, bislang leider nicht mit viel Erfolg. Ein staatlicher Fond f&uuml;r Impfgesch&auml;digte w&auml;re eine wichtige politische Forderung im Rahmen einer Aufarbeitung. Eine Gruppe Wissenschaftler namens <a href=\"http:\/\/www.7Argumente.de\">&bdquo;7Argumente&ldquo;<\/a>, darunter Chemiker und Statistiker, befragt immer noch die Aufsichtsbeh&ouml;rden wie etwa das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Deutschland zu den bekannten Verunreinigungen der Impfstoffe und den einhergehenden Verletzungen der beh&ouml;rdlichen Kontrollpflichten u.v.a.m. Das Magazin <em>Multipolar<\/em> hat erst k&uuml;rzlich &uuml;ber 2.000 Seiten Protokolle des RKI freigeklagt und &ndash; allerdings mit Schw&auml;rzungen &ndash; ver&ouml;ffentlicht, die eine gro&szlig;e &ouml;ffentliche Debatte ausgel&ouml;st haben. Aus diesen Dokumenten geht eindeutig hervor, dass es zum Zeitpunkt des ersten Lockdowns keine wissenschaftlich erh&auml;rteten Hinweise auf eine besondere Gef&auml;hrlichkeit von Corona gab, sondern im Gegenteil, dass die Gef&auml;hrlichkeit absichtlich aus politischen Gr&uuml;nden &bdquo;hochskaliert&ldquo; werden sollte. Dem muss nat&uuml;rlich nachgegangen werden, vor allem mit Blick darauf, wer dies politisch veranlasst hat. <\/p><p><strong><a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/stephan-kohn-kandidierte-fuer-spd-vorsitz-das-ist-der-autor-des-brisanten-corona-papiers_id_11990936.html\">Erinnert sei hier an den Oberregierungsrat Stephan Kohn<\/a>, der fr&uuml;h <a href=\"https:\/\/www.gefahrgutshop.de\/fileadmin\/user_upload\/Corona-Auswertungsbericht.pdf\">in einem umfassenden Bericht<\/a> die Gefahr durch die Virussituation eingesch&auml;tzt hat. Er sprach von einem &bdquo;Fehlalarm&ldquo; &ndash; und wurde suspendiert.<\/strong><\/p><p>Wenn ich richtig informiert bin, steht Stephan Kohn immer noch in einem schwebenden Disziplinarverfahren, kann aber hoffentlich in das Innenministerium zur&uuml;ckkehren. Er war der einzige (sic!) Beamte, der sich gegen das sogenannte &bdquo;Panikpapier&ldquo; des BMI zu Beginn der Corona-Krise wandte, in dem Beamte expressis verbis zur Panikmache in der Bev&ouml;lkerung aufriefen &ndash; etwa, dass man den Menschen Angst vor dem Erstickungstod machen m&uuml;sse. Wenn man sich vor Augen f&uuml;hrt, wie wenige Beamte in einer gro&szlig;en Beh&ouml;rde damals richtige oder bed&auml;chtige Reflexe oder Mut zum Widerspruch hatten, dann werden einem die Dimensionen des Konformit&auml;tsdrucks, dem das Land in der Corona-Zeit erlegen war, erst so richtig klar.<\/p><p>Als ich das Panik-Papier im M&auml;rz 2020 gelesen habe, gegen das Kohn Einspruch erhob, war mein erster Gedanke: &bdquo;Ruhe ist die erste B&uuml;rgerplicht&ldquo; &ndash; ein Spruch, der Friedrich-Wilhelm Graf von der Schulenburg zugesprochen wird, als er 1806 die Niederlagen der preu&szlig;ischen Armee von Jena und Auerstedt kundtun musste. Diese Mahnung zu bed&auml;chtigem Handeln &ndash; vor allem angesichts eines Schreckens &ndash; ist doch eigentlich ein bekannter Grundsatz im Beamtentum. Jeder wei&szlig;, dass unter Panik nichts Gutes entsteht; warum man also ein ganzes Land bewusst unter Panik setzen wollte, ist mir schleierhaft. Es war mindestens fahrl&auml;ssig.<\/p><p><strong>In anderen L&auml;ndern gehen Regierungen im Hinblick auf ihre Ma&szlig;nahmenpolitik auf die B&uuml;rger zu, suchen eine Befriedung der Konflikte.<\/strong><\/p><p>Slowenien hat bereits eine Amnestie erlassen f&uuml;r alle, die w&auml;hrend der Corona-Ma&szlig;nahmen zu Unrecht verurteilt wurden, z.B. &Auml;rzte, die Maskenatteste erteilt haben etc. Eine solche Amnestie w&auml;re &ndash; zum Beispiel nach einem Regierungswechsel 2025 &ndash; auch f&uuml;r Deutschland eine gute Idee, auch um die Gerichte zu entlasten, die heute immer noch kleinteilige Strafen oder Verst&ouml;&szlig;e gegen die Corona-Regeln aburteilen, obgleich heute klar ist, dass die meisten Corona-Ma&szlig;nahmen unn&uuml;tz, &uuml;bergriffig, sch&auml;dlich und im Zweifelsfall rechtwidrig waren &ndash; und man das zum Zeitpunkt ihrer Einf&uuml;hrung auch gewusst hat, wie man in dem Buch von Thomas Maul (&bdquo;Was man wann wissen konnte&ldquo;) nachlesen kann. Personen, die sich der emotionalen N&ouml;tigung (Maskentragen, Impfung) entzogen haben, wurden bestraft, obgleich sie vern&uuml;nftig gehandelt haben. Wo der &bdquo;Corona-Staat&ldquo;, wie Alexander Christ in seinem gleichnamigen Buch argumentiert, selbst das Recht gebeugt hat, d&uuml;rfen diejenigen, die bei der Rechtsbeugung nicht mitgemacht haben, nicht bestraft werden.<\/p><p><strong>&Ouml;ffentlich um Verzeihung bitten &ndash; davon war bisher nicht viel zu sehen. Zumindest in Deutschland.<\/strong><\/p><p>Nein, weder Jens Spahn noch Karl Lauterbach oder auch die Vorsitzende des Ethik-Rates Alina Buyx haben das getan &ndash; im Unterschied zu anderen L&auml;ndern wie etwa D&auml;nemark, Schweden oder auch Australien.<\/p><p><strong>Daf&uuml;r gab es kleine Zugest&auml;ndnisse.<\/strong><\/p><p>Ja, etwa, dass man mit den Kindern zu hart umgegangen sei und Schulschlie&szlig;ungen nicht n&ouml;tig gewesen w&auml;ren, siehe Schweden. Hier wurden Fehler einger&auml;umt und das ist ein Zugest&auml;ndnis. So etwas nennt man heute &bdquo;limited hangout&ldquo;, eine kleine Entschuldigung wird gefl&uuml;stert und dann hofft man, dass es damit gut ist.<\/p><p><strong>Damit ist es aber <em>nicht<\/em> gut?<\/strong><\/p><p>Die Gesellschaft hat ein langes Ged&auml;chtnis. Zu viele Menschen haben in den Corona-Jahren traumatisierende Geschichten erlebt, ihre Existenz verloren, oder ihre Gesundheit ist jetzt durch die Impfung dauerhaft gesch&auml;digt. Ich kann allen Lesern ex post zur Lekt&uuml;re nur noch einmal das Buch &bdquo;M&ouml;ge die ganze Republik mit dem Finger auf sie zeigen&ldquo; empfehlen, wenn man sich die unfassbaren sprachlichen Entgleisungen von Politikern, aber auch Journalisten oder K&uuml;nstlern w&auml;hrend dieser Zeit vor Augen f&uuml;hren m&ouml;chte. Gegen das Vergessen muss gearbeitet werden, das gilt ja auch f&uuml;r andere Schrecken wie Krieg oder Terror, wo dieser Satz immer bem&uuml;ht wird.<\/p><p>Auch br&auml;uchte es eine zusammenfassende Studie &uuml;ber die gesellschaftlichen Kollateralsch&auml;den, die in ihrer G&auml;nze noch nicht untersucht wurden und wohl auch noch nicht beendet sind, denn die Langzeitfolgen, z.B. mit Blick auf Bildung und die Gesundheit der Menschen, sind ja noch nicht alle sichtbar. Mit ihnen wird man umgehen m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Was ist, wenn das nicht passiert? <\/strong><\/p><p>Wenn die Corona-Jahre nicht ordentlich aufbereitet werden, dann wird es in der Bev&ouml;lkerung weiter latent g&auml;ren, und das Vertrauen in Parlament, Demokratie und Institutionen wird weiter abnehmen. Es muss klargestellt werden, dass Derartiges nie wieder passiert, um wieder Vertrauen in die Demokratie und eine vern&uuml;nftige Krisenbew&auml;ltigung zu generieren.<\/p><p><strong>Wie kann das geschehen? <\/strong><\/p><p>Daf&uuml;r m&uuml;ssten Sicherungen eingebaut werden, etwa, dass man nicht &uuml;ber Nacht das Parlament gleichsam beiseiteschieben und einfach einen Ministerpr&auml;sidentenrat als Exekutiv-Organ einrichten kann, der nicht in der Verfassung vorgesehen ist. Die kritischen Stimmen, die man zum gro&szlig;en Teil &ndash; teilweise unter erheblichen Sanktionen und pers&ouml;nlichen Schm&auml;hungen &ndash; aus dem &ouml;ffentlichen Diskurs ausgegrenzt hat, m&uuml;ssen rehabilitiert werden.<\/p><p><strong>Wen meinen Sie da? <\/strong><\/p><p>Zum Beispiel den Arzt Wolfgang Wodarg, der schon im April 2020 Bedacht und eine realistische Einsch&auml;tzung des Virus und seiner Gefahren angemahnt hat.<\/p><p><strong>Noch jemand?<\/strong><\/p><p>Zum Beispiel Michael Ballweg, der die Demonstrationen gegen die Corona-Ma&szlig;nahmen im August 2020 organsiert hat und der aus fadenscheinigen Gr&uuml;nden zehn Monate in Untersuchungshaft sa&szlig;, ohne dass im Anschluss daran mangels Anklagepunkte ein Hauptverfahren gegen ihn vor dem Landgericht Stuttgart er&ouml;ffnet wurde. Solche rechtsstaatlichen Entgleisungen geh&ouml;ren dringend publik gemacht und aufgearbeitet.<\/p><p>&Uuml;ber den Fall von Michael Ballweg ist jetzt bei Tiger Press ein Buch erschienen, f&uuml;r diejenigen, die das ausf&uuml;hrlich nachlesen m&ouml;chten. Aber es gibt viele mehr. <\/p><p>Jedenfalls: Der Ausschluss, die Kontrolle oder die &Uuml;berwachung kritischer Stimmen, wie sie derzeit in dem sogenannten &bdquo;Demokratief&ouml;rdergesetz&ldquo; von Nancy Faeser eingeleitet wird und das de facto autorit&auml;re Z&uuml;ge hat &ndash; der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags hat bereits moniert, das Gesetz sei verfassungswidrig &ndash;, ist sicherlich der falsche Weg: er f&uuml;hrt nicht in die Aufarbeitung, Entspannung und Demokratie, sondern in zunehmende Polarisierung, Konfrontation und Zersetzung der Gesellschaft.<\/p><p><strong>Es muss als einiges getan werden.<\/strong><\/p><p>Es ist Zeit und es gibt viel Luft nach oben, dass auch Deutschland endlich mit einer umfassenden Aufarbeitung der Corona-Ma&szlig;nahmen beginnt. In der <em>WELT<\/em> konnte man k&uuml;rzlich lesen, dass es laut Aussagen von MdBs in den Wahlkreisen bei Publikumsveranstaltungen inzwischen rumort. Die FDP hat eine Enquetekommission gefordert, wie sie es z.B. im Landtag von Brandenburg schon gibt. Auch das B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht hat sich so positioniert. Im Europ&auml;ischen Parlament d&uuml;rfte die Aufarbeitung nach den Europawahlen auf europ&auml;ischer Ebene ebenfalls beginnen: Viele kleine, unabh&auml;ngige Listen in ganz Europa sind speziell mit dem Thema der Corona-Aufarbeitung angetreten, z.B. die Liste DNA in &Ouml;sterreich oder B.R.D. in Deutschland. Ich vermute bzw. hoffe, dass eine Aufarbeitung darum auch zum Gegenstand des n&auml;chsten Bundestagswahlkampfes 2025 werden wird.<\/p><p><strong>Sie fordern auch eine Enquetekommission. Wie soll diese aussehen? Wie soll sie besetzt sein? Wie k&ouml;nnte ihre Arbeit ablaufen?<\/strong><\/p><p>Dutzende Prominente, Politiker und Wissenschaftler fordern inzwischen eine Enquetekommission. F&uuml;r ihre Zusammensetzung haben sich insbesondere diejenigen Politiker, Wissenschaftler, &Auml;rzte oder Juristen qualifiziert, die bereits w&auml;hrend der Corona-Ma&szlig;nahmen einen bed&auml;chtigeren Kurs angemahnt und fr&uuml;hzeitig auf Fehlentwicklungen hingewiesen haben, kurz: Personen, die man jetzt nicht als &bdquo;Wendeh&auml;lse&ldquo; bezeichnen kann, sondern die im Moment der Krise ihre Standfestigkeit auch unter gesellschaftlichem Druck bewiesen haben.<\/p><p>Diese Kommission m&uuml;sste unbedingt partei&uuml;bergreifend sein. Dabei darf keine Partei ausgegrenzt werden, auch nicht die AfD, die &ndash; ganz egal, ob man sie mag oder nicht &ndash; im Bundestag einige kleine und gro&szlig;e Anfragen an die Bundesregierung zu den Coronama&szlig;nahmen, den Impfstoffen etc. gestellt hat, die die Bundesregierung indes meistens evasiv beantwortet hat. Mit Blick auf die wissenschaftlichen Disziplinen &ndash; Virologie, Medizin, Chemie, Statistik, Soziologie, Rechts-, Wirtschafts-, Politikwissenschaften oder auch Philosophie und Theologie &ndash; sollte die Enquetekommission das gesamte wissenschaftliche Spektrum abdecken, damit die gesamtgesellschaftlichen Sch&auml;den umfassend und nicht nur punktuell, sondern zusammenh&auml;ngend aufgearbeitet und Lehren f&uuml;r die Zukunft gezogen werden k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Wenn Sie so eine Kommission zusammensetzen k&ouml;nnten: Welche Namen tauchen da bei Ihnen auf?<\/strong><\/p><p>Als Mitglieder einer solchen Kommission fielen mir pers&ouml;nlich viele Namen ein, z.B. die engagierte Rechtsanw&auml;ltin Jessica Hamed, die ihre gesamten Schrifts&auml;tze seit Beginn der Krise 2020 &ouml;ffentlich gemacht hat, oder die Strafrechtlerin Frau Rostalski, die Einzige, die im Ethik-Rat wiederholt ein Gegengutachten gewagt hat. Ebenso w&auml;re sicherlich der Fachanwalt f&uuml;r Medizinrecht Carlos Gebauer eine wichtige Stimme in so einer Enquetekommission. Auf politischer Ebene hat sich z.B. Kristina Schr&ouml;der von der CDU als vernehmbare kritische Stimme innerhalb der CDU hervorgetan, in j&uuml;ngerer Zeit auch Armin Laschet, ebenso Wolfgang Kubicki bei der FDP und nat&uuml;rlich Sahra Wagenknecht, eine der wenigen Ungeimpften im Deutschen Bundestag, die &ndash; man m&ouml;ge sich erinnern &ndash; deswegen bei Parlamentssitzungen auf die Besuchertrib&uuml;ne verbannt wurde.<\/p><p><strong>Und was Wissenschaftler angeht?<\/strong><\/p><p>Die Wissenschaftler aus den Reihen der <a href=\"http:\/\/www.7Argumente.de\">&bdquo;7Argumente&ldquo;<\/a>, insbesondere die Chemiker, die konsequent zu den Verunreinigungen der Impfstoffe gearbeitet haben, oder auch der Psychologe Boris Kotchoubey, der schon sehr fr&uuml;hzeitig in <a href=\"https:\/\/www.novo-argumente.com\/\"><em>novo-argumente<\/em><\/a> Artikel &uuml;ber die immensen Sp&auml;tfolgesch&auml;den der Ma&szlig;nahmen geschrieben hat. Die engagierte Teamleiterin der &bdquo;7Argumente&ldquo;, Henrieke Stahl, oder der Politologe G&uuml;nter Roth aus M&uuml;nchen, der auf seinem <a href=\"https:\/\/einfachkompliziert.de\/\">Blog<\/a> sehr fundierte politikwissenschaftliche und systemtheoretische Analysen publiziert hat, w&auml;ren ebenfalls eine gute Besetzung. Ebenso diejenigen Mediziner oder Virologen, die wie etwa Hendrik Streeck, Gert Antes, Klaus St&ouml;hr, Matthias Schrappe oder Tom Lausen fr&uuml;hzeitig sorgf&auml;ltige und differenzierte Arbeiten zur Intensivbettenbelegung, zur Gef&auml;hrlichkeit des Virus oder zur Wirksamkeit der Impfungen vorgelegt haben, dazu der Statistiker Christoph Kuhbandner, der zur &Uuml;bersterblichkeit geforscht hat. Auch mutige Journalisten wie etwa Heribert Prantl von der <em>S&uuml;ddeutschen<\/em>, Elke Bodderas oder Tom R&ouml;hn von der <em>WELT<\/em> oder kritische Kolumnisten wie Michael Andrick von der <em>Berliner Zeitung<\/em>, die die Verformungen der Demokratie durch die Corona-Ma&szlig;nahmen fr&uuml;hzeitig in B&uuml;chern oder Artikeln angemahnt haben, sollten dabei sein. Die Liste m&ouml;glicher Personen ist also sehr lang.<\/p><p><strong>Sie fordern aber auch die Einsetzung eines &bdquo;Runden Tisches&ldquo; zu Corona?<\/strong><\/p><p>Ja, dessen bedarf es meines Erachtens fast mehr noch als einer Enquetekommission, so wie das in anderen Politikbereichen, zum Beispiel beim Migrationsgipfel, auch gemacht wurde. Es gibt Dutzende von engagierten B&uuml;rgern, die sich ehrenamtlich und engagiert &uuml;ber Jahre mit der Corona-Politik besch&auml;ftigt haben. Auch sie sollten Geh&ouml;r und Wege des Ausdrucks finden.<\/p><p><strong>Viele B&uuml;rger k&ouml;nnen die Ma&szlig;nahmenpolitik nicht vergessen.<\/strong><\/p><p>Das stimmt. Ich pers&ouml;nlich habe bei vielen Vortr&auml;gen zum Thema den Eindruck gewonnen, dass viele B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger dieses Landes dar&uuml;ber reden wollen, wie eine derart rigorose, gruppenspezifische Ausgrenzung unter Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe und dem Entzug von B&uuml;rgerrechten politisch durchgewunken werden konnte &ndash; und wie man daf&uuml;r sorgen kann, das dies nicht mehr passiert. Immerhin gibt es rund 20 Millionen nicht geimpfte Personen in Deutschland, die von den Ma&szlig;nahmen teilweise existenziell betroffen waren. Der heute messbar hohe Vertrauensverlust in Politik, Parlament und Institutionen, den sich die deutsche Demokratie nicht leisten kann, h&auml;ngt damit zusammen<\/p><p><strong>Der Staat, der bei der Umsetzung der Ma&szlig;nahmen Kreativit&auml;t nicht abgeneigt war, zeigt sich sehr eindimensional in Sachen Aufarbeitung, oder?<\/strong><\/p><p>Es fehlt eine institutionalisierte &bdquo;St&auml;tte der Begegnung&ldquo;, die vom Bund &uuml;ber einen gewissen Zeitraum finanziert werden sollte, mit Gelegenheit zum Austausch, Diskussionen und Vortr&auml;gen. Zwar wird in vielen Foren und auch im Internet schon viel diskutiert, aber eben nicht offiziell. Es bleibt in den Blasen: Diejenigen, die aufarbeiten wollen, und diejenigen, die genau das verhindern wollen, sprechen nicht miteinander, und das ist nicht gut. St&auml;dtische Hallen oder Gemeindes&auml;le k&ouml;nnen f&uuml;r derartige Diskussionen meist nicht angemietet werden, weil sie immer noch als &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; oder Schwurblertreffen gelten. Damit muss Schluss sein.<\/p><p>Es fehlen auch offizielle k&uuml;nstlerische Verarbeitungen, Ausstellungen oder Museen &uuml;ber die Corona-Jahre, in denen wir z.B. die absurdesten Spr&uuml;che (&bdquo;Impf&lsquo; dich frei&ldquo;) oder die Plakate und die teilweise grotesken ikonischen Anweisungen dieser Zeit ausstellen. Daf&uuml;r sollte ebenfalls Geld vom Bund bereitgestellt werden. Ein &bdquo;Runder B&uuml;rger-Tisch&ldquo; zu Corona k&ouml;nnte diese Dinge kuratieren oder eine solche &bdquo;St&auml;tte der Begegnung&ldquo; animieren. Seit Jahren gibt es gro&szlig;e und gut vernetzte zivilgesellschaftliche Gruppen von &Auml;rzten, Juristen oder auch Studenten, die die Corona-Jahre kritisch begleitet und die Informationen, Anschauungsmaterial und Dokumente gesammelt haben. Das alles auszustellen w&auml;re das Ziel eines solchen &bdquo;Runden Tisches&ldquo;, damit die Gesamtgesellschaft davon Kenntnis nehmen kann. Vor allem Kinder und Jugendliche oder Senioren und Alte, die in den Altersheimen besonders betroffen waren, m&uuml;ssten in angemessener Weise zu Wort kommen und ihre Geschichten erz&auml;hlen k&ouml;nnen. Man k&ouml;nnte an solche Dinge denken wie einen Essay-Wettbewerb f&uuml;r verschiedene Altersgruppen oder filmische Verarbeitungen. Psychologenverb&auml;nde weisen seit Langem darauf hin, dass viele Jugendliche noch nachtr&auml;glich unter den Ma&szlig;nahmen leiden.<\/p><p><strong>Viele ma&szlig;nahmenkritische Personen aus den unterschiedlichen Bereichen unserer Gesellschaft haben dokumentiert, was sich in der Pandemie ereignet hat und welche &Uuml;bergriffe es gegen Kritiker gab.<\/strong><\/p><p>Es gab ein alternatives Milieu, das w&auml;hrend der Corona-Jahre als &bdquo;Schwurbler-Milieu&ldquo; oder &bdquo;Corona-Leugnungs-Milieu&ldquo; verunglimpft wurde. Dort sind viele kritische B&uuml;cher geschrieben, Diskussionen auf <em>YouTube<\/em> ver&ouml;ffentlicht, Songs komponiert oder kritische Filme gedreht worden, z.B. von Kai Stuht oder Patricia Marchart &uuml;ber die Qual der Kinder oder von Dietrich Br&uuml;ggemann ein Song &uuml;ber das Impfen. Dietrich Br&uuml;ggemann hat auch die Aktion #allesdichtmachen der deutschen Schauspieler vom April 2021 organisiert, die damals gro&szlig;es Aufsehen erregt hat und auf das Heftigste kritisiert wurde. Heute ist klar, dass all diese Personen in sehr gro&szlig;en Teilen mit ihrer Kritik schlichtweg recht hatten.<\/p><p><strong>Und dennoch werden all diese Einlassungen, all diese Dokumentationen von der Politik und den Mainstreammedien weitestgehend ignoriert.<\/strong><\/p><p>Es w&auml;re an der Zeit, diesen Schatz an kritischer B&uuml;rgerarbeit zu heben und der gesamten Gesellschaft zur Ansicht zur Verf&uuml;gung zu stellen. Es zeigt, das ist das Sch&ouml;ne, dass es in der Bundesrepublik eine resiliente Zivilgesellschaft gibt.<\/p><p><strong>Warum sollte das geschehen? <\/strong><\/p><p>Dies h&auml;tte meines Erachtens eine heilende Wirkung f&uuml;r eine aktuell polarisierte und verunsicherte Gesellschaft, in der sich viele fragen, wo sie auch mit Blick auf die bundesdeutsche Demokratie gelandet sind. Es w&auml;re gleichzeitig ein Angebot, diejenigen, die zum Teil Ausschluss oder gar Strafen auf sich nehmen mussten, weil sie w&auml;hrend der Ma&szlig;nahmen ihre Stimme erhoben haben, zu rehabilitieren.<\/p><p><strong>Wen meinen Sie?<\/strong><\/p><p>Zum Beispiel den Journalisten Boris Reitschuster, den man aufgrund kritischer Fragen unter fadenscheinigen Gr&uuml;nden von der Bundespressekonferenz verwiesen hat; oder den schon erw&auml;hnten Unternehmer Michael Ballweg, dem, wenn ich richtig informiert bin, heute noch der Zugriff auf seine Unternehmen verwehrt wird. Oder den langj&auml;hrigen Vorstand und Verwaltungsrat der Krankenkasse BKK ProVita, Andreas Sch&ouml;fbeck, der innerhalb seiner Krankenkasse auf den problematischen Anstieg von Krankheitsf&auml;llen aller Art nach der Impfung hingewiesen hat und diese untersucht haben wollte. Auch er hat seine Besch&auml;ftigung verloren. <\/p><p>Es gibt aber viele, einer gro&szlig;en &Ouml;ffentlichkeit nicht bekannte Personen oder &Auml;rzte, die alle in ihren jeweiligen Unternehmen oder Verb&auml;nden sanktioniert wurden, wenn sie kritisch ihre Stimme erhoben haben, und die auf teilweise drastische Art sanktioniert wurden. Es wurden auf jeder Ebene Existenzen vernichtet und es gibt vor allem viele &bdquo;kleine Alltagshelden&ldquo;, von denen heute niemand spricht. Vor allem sie m&uuml;ssten an den &bdquo;Runden Tisch&ldquo;.<\/p><p><strong>Sie m&ouml;chten, dass ein &bdquo;Runder Tisch&ldquo; zu Corona eingesetzt wird?<\/strong><\/p><p>Ja, zumal die partizipative Demokratie derzeit hoch im Kurs steht, auch in anderen Politikbereichen, siehe den B&uuml;rgerrat zu Ern&auml;hrungsfragen. Ein &bdquo;Runder Tisch&ldquo; k&ouml;nnte dann im Sinne einer B&uuml;rgerversammlung auch Empfehlungen erarbeiten, wie mit denjenigen gesetzlichen Grundlagen umgegangen werden soll, die im Zuge der Corona-Ma&szlig;nahmen &ndash; gleichsam unter der Decke &ndash; entweder ge&auml;ndert oder neu in die Wege geleitet wurden, etwa der sogenannte Pandemievertrag, der jetzt &ndash; an den nationalen Parlamenten vorbei &ndash; eine Art globales Impfregime der WHO begr&uuml;nden soll. Ebenfalls m&uuml;sste &uuml;ber die R&uuml;ckf&uuml;hrung bestimmter gesetzlicher Grundlagen in den Status quo ante diskutiert werden. Zum Beispiel m&uuml;sste man dar&uuml;ber diskutieren, ob w&auml;hrend Corona durchgef&uuml;hrte &Auml;nderungen des Arzneimittelgesetzes wieder r&uuml;ckgef&uuml;hrt werden sollen oder ob die w&auml;hrend Corona durchgedr&uuml;ckte &bdquo;digitale Schule&ldquo; wirklich die bessere Schule ist u.v.a.m. In der Gesellschaft gibt es dringenden Gespr&auml;chsbedarf &uuml;ber diese Themen, die ein einj&auml;hriger, gut moderierter &bdquo;Runder Tisch&ldquo; aufgreifen k&ouml;nnte.<\/p><p>Ich k&ouml;nnte mir Personen wie etwa den Historiker Ren&eacute; Schlott, den Philosophen und P&auml;dagogen Matthias Burchardt oder den schon erw&auml;hnten Drehbuchautor, Regisseur und Musiker Dietrich Br&uuml;ggemann als Mitglieder bzw. Mediatoren eines solchen &bdquo;Runden Tisches&ldquo; vorstellen, der m&ouml;glichst Teilnehmer aller gesellschaftlichen Bereiche, z.B. Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen, aber auch aus den Kirchen, der Rechtspflege oder der Beamtenschaft abdecken m&uuml;sste und der nat&uuml;rlich generationen&uuml;bergreifend sein m&uuml;sste. W&uuml;nschen w&uuml;rde ich mir pers&ouml;nlich hier auch die Schriftstellerin Juli Zeh, die in ihrem hervorragenden Roman &bdquo;Zwischen den Welten&ldquo; geradezu ein R&ouml;ntgenbild der polarisierten Gesellschaft zu Zeiten von Corona, aber auch allgemein abgeliefert hat. Sie w&auml;re f&uuml;r mich der Inbegriff f&uuml;r eine von allen Seiten anerkannte Person, die einen gro&szlig;en Beitrag zur &Uuml;berwindung der Spaltung der Gesellschaft leisten k&ouml;nnte.<\/p><p><em>Last, but not least<\/em> m&uuml;sste dieser &bdquo;Runde Tisch&ldquo; sich mit der Rolle des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks (&Ouml;RR) und der Leitmedien w&auml;hrend der Corona-Jahre befassen. Viele B&uuml;rger beschweren sich aktuell &uuml;ber eine nicht sachgem&auml;&szlig;e Berichterstattung bzw. &bdquo;Haltungsjournalismus&ldquo; in den Corona-Jahren bzw. Fehlinformationen und mangelnde Kritik an der Bundesregierung, was ja eigentlich die Aufgabe der &bdquo;Vierten Gewalt im Staat&ldquo;, n&auml;mlich der Medien ist. Ein &bdquo;Runder Tisch&ldquo; zu Corona k&ouml;nnte B&uuml;rgerempfehlungen erarbeiten, wie man den &Ouml;RR strukturell verbessern und wieder unabh&auml;ngiger machen kann. Dazu gibt es inzwischen viele gute Vorschl&auml;ge aus dem Umfeld des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks selbst.<\/p><p>Enquetekommission und &bdquo;Runder Tisch&ldquo; zu Corona k&ouml;nnten dann im Zusammenspiel f&uuml;r beides, eine parlamentarische Abarbeitung und eine Auss&ouml;hnung der Gesellschaft, sorgen.<\/p><p><strong>Sie haben die Medien angesprochen. <a href=\"https:\/\/twitter.com\/KlocknerMarcus\/status\/1772180661194932363\">Gerade sagte CDU-Politiker Armin Laschet in einem Interview mit dem <em>ZDF heute journal<\/em><\/a> in Bezug auf die von <\/strong><em><strong>Multipolar<\/strong><\/em><strong> freigeklagten RKI-Protokolle: &bdquo;<\/strong><strong>Dass diese RKI-Protokolle jetzt von einer Plattform erklagt werden, von der man sagt, sie sei verschw&ouml;rungstheoretisch &ndash; ich kann das nicht beurteilen &ndash;, sagt ja auch, dass Qualit&auml;tsmedien nicht die Offenlegung der Protokolle eingeklagt haben. Und damals gab es auch&hellip;&ldquo; (5:50) Hat Laschet da einen guten Punkt?<\/strong><\/p><p>Laschet hat einen sehr guten Punkt, indem er auf das Versagen der sogenannten Qualit&auml;tsmedien verweist: Sie haben eben &ndash; und zwar seit Jahren &ndash; nicht kritisch recherchiert und hinterfragt, sondern sind im Wesentlichen den staatlichen Verlautbarungen gefolgt. Das ist kein guter Journalismus, sondern in der DDR nannte man das &bdquo;Staatsfernsehen&ldquo;. Die Bundesrepublik Deutschland hingegen war stolz auf ihren Meinungspluralismus und auf ihren Philosophen J&uuml;rgen Habermas, der in seinem ber&uuml;hmten Buch &bdquo;Theorie des kommunikativen Handelns&ldquo; den Begriff des &bdquo;herrschaftsfreien Diskurses&ldquo; gepr&auml;gt hat. Herrschaftsfrei ist der Diskurs, wenn es um die Sache und das Argument geht &ndash; gleich, von wem es kommt, in welcher Zeitung es steht oder auf welcher Plattform. Davon haben wir uns in Zeiten von Corona meilenweit entfernt. Wer gute Argumente vorgebracht hat, die die in Panik versetzte Gesellschaft aber nicht h&ouml;ren wollte, der wurde meist <em>ad hominem<\/em>, also pers&ouml;nlich, beschimpft und diffamiert. <\/p><p>Es ist Zeit, dass in der Bundesrepublik wieder das gute Argument gilt und nicht, in welcher Zeitung es steht. Die meisten sogenannten &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; haben sich in Zeiten von Corona schlecht* verhalten, allen voran die <em>S&uuml;ddeutsche<\/em> und der <em>SPIEGEL<\/em>, die kurz vor Hofberichterstattung waren. Die NachDenkSeiten wiederum &ndash; obgleich kein offizielles &bdquo;Qualit&auml;tsmedium&ldquo; &ndash; haben f&uuml;r ihre Artikel oft ein Vielfaches der Klickzahlen von <em>SZ<\/em> oder <em>ZEIT online<\/em>: Die B&uuml;rger suchen geradezu besseren, investigativen Journalismus. Insofern w&auml;re es auch an der Zeit, die Unterscheidung zwischen sogenannten &bdquo;Qualit&auml;tsmedien&ldquo; und &bdquo;alternativen Medien&ldquo; zu beenden. Medium ist Medium, und das bessere Argument gewinnt. Das inzwischen beliebte Spielchen, alle kritischen Plattformen entweder der &bdquo;Verschw&ouml;rung&ldquo; zu bezichtigen oder pauschal als &bdquo;rechts&ldquo; zu bezeichnen, l&auml;uft langsam ins Leere. Das zeigt die aktuelle Diskussion um das Online-Magazin <em>Multipolar<\/em>, das die RKI-Protokolle freigeklagt hat und deswegen von einigen als &bdquo;rechts&ldquo; verbr&auml;mt wird, weil man sich erhofft, sich damit dem brisanten Inhalt der Protokolle nicht stellen zu m&uuml;ssen. Aber, wie Laschet eben sagt: Die Qualit&auml;tsmedien h&auml;tten die Protokolle ja auch freiklagen k&ouml;nnen &hellip;<\/p><p>* 29.3.2024: An dieser Stelle stand ein weiteres, verst&auml;rkendes Adverb. Das wurde auf Wunsch der Interviewten entfernt.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot ZDF<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer sollte in einer Enquetekommission zur Aufarbeitung der Corona-Ma&szlig;nahmenpolitik sitzen? Im zweiten Teil des NachDenkSeiten-Interviews mit <strong>Ulrike Gu&eacute;rot<\/strong> geht es um das Thema Corona-Aufarbeitung. &bdquo;Klar ist inzwischen, dass die meisten Corona-Ma&szlig;nahmen &uuml;bergriffig, unn&uuml;tz und im Zweifelsfall rechtwidrig waren&ldquo;, so Gu&eacute;rot. Die NachDenkSeiten haben die Politikwissenschaftlerin gefragt, wie sie &uuml;ber die Aufarbeitung der Corona-Politik denkt. 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