{"id":1132,"date":"2006-03-30T10:33:29","date_gmt":"2006-03-30T08:33:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1132"},"modified":"2016-02-15T08:30:06","modified_gmt":"2016-02-15T07:30:06","slug":"der-global-compact-gedacht-als-instrument-zur-weltweiten-bandigung-des-kapitalismus-wird-zum-einfallstor-der-transnationalen-konzerne-fur-die-aushohlung-der-charta-der-vereinten-nationen-und-fur-eine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1132","title":{"rendered":"Der Global Compact, gedacht als Instrument zur weltweiten B\u00e4ndigung des Kapitalismus, wird zum Einfallstor der transnationalen Konzerne f\u00fcr die Aush\u00f6hlung der Charta der Vereinten Nationen und f\u00fcr eine Privatisierung der Weltpolitik"},"content":{"rendered":"<p>Die Globalisierung beschr&auml;nke die Gestaltungsm&ouml;glichkeiten nationalstaatlicher Politik und damit der parlamentarischen Demokratie. So h&ouml;ren wir st&auml;ndig, wenn es bei uns darum geht, &bdquo;Reformen&ldquo; durchzusetzen. Viele setzen deshalb ihre Hoffnungen auf eine B&auml;ndigung des Raubtierkapitalismus und auf die weltweite Durchsetzung von Menschenrechten und auf die Einhaltung von sozialen und &ouml;kologischen Standards durch supranationale Vereinbarungen. Der von VN-Generalsekret&auml;r Kofi Annan angesto&szlig;ene &bdquo;Global Compact&ldquo; sollte dazu ein erster wichtiger Schritt sein sein. Die gute Absicht scheint sich jedoch mehr und mehr in ihr Gegenteil zu verkehren: Die transnationalen Konzerne bekommen mehr Einfluss auf die Politik der VN. Die UNO wird von ihrer weltweiten Kontroll- und &Uuml;berwachungsfunktion in eine Mitspielerrolle abgedr&auml;ngt. Mit der Unverbindlichkeit und der Sanktionslosigkeit der Prinzipien des &bdquo;Global Compact&ldquo; wird die Charta der VN unter dem Druck wirtschaftlicher Interessen eher aufgeweicht und verbindliche v&ouml;lkerrechtliche Vertr&auml;ge und Erkl&auml;rungen eher unterlaufen. Es drohe eine &bdquo;Privatisierung der Weltpolitik&ldquo; res&uuml;miert Christine Wicht in ihrem Beitrag.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Der Global Compact, ein weltumspannender Pakt f&ouml;rdert die Einflussnahme der transnationalen Konzerne auf die Vereinten Nationen<\/strong><\/p><p>Von Christine Wicht<\/p><p>Der Global Compact ist ein Zusammenschluss der Vereinten Nationen und von Unternehmen, die in einer globalisierten Wirtschaft in erster Linie ihre Gewinninteressen im Sinn haben, sowie von Nicht-Regierungs-Organisationen (NROs), die ohne Gewinnerzielungsabsicht &ouml;kologischen und sozialen Belangen folgen. Aufgrund der Mitwirkung unterschiedlicher Akteure k&ouml;nnte der Global Compact ein Br&uuml;ckenschlag sein, um die &bdquo;Inseln&ldquo; verschiedener Interessen miteinander zu verbinden. Die Vereinten Nationen bezeichnen ihn als eine &ldquo;wertgest&uuml;tzte Plattform mit dem Ziel, institutionelles Lernen zu f&ouml;rdern. Er benutzt die Macht von Transparenz und Dialog, um good practices, die auf universellen Prinzipien beruhen, zu identifizieren und zu verbreiten&rdquo;. <\/p><p><strong>Die Mitglieder des Global Compacts<\/strong><\/p><p>Wenn ein Unternehmen dem Global Compact beitreten m&ouml;chte, muss eine pers&ouml;nliche Beitrittserkl&auml;rung und zugleich eine Unterst&uuml;tzungserkl&auml;rung f&uuml;r den Pakt abgegeben und die Prinzipien anerkannt werden. Es wird erwartet, dass sich das beitretende Unternehmen &ouml;ffentlich f&uuml;r die zehn Grunds&auml;tze des Compacts einsetzt. Die Mitglieder sollen sich aktiv bem&uuml;hen, den vom Generalsekret&auml;r der VN festgelegten Prinzipien zu folgen. Nach Sch&auml;tzung der UNCTAD gibt es weltweit 70.000 Transnationale Unternehmen mit 850.000 Tochtergesellschaften, die dem Global Compact beitreten k&ouml;nnten. Bislang sind allerdings nur etwas mehr als 2000 Unternehmen beigetreten.<br>\nAuf der Seite der Vereinten Nationen sind neben dem Generalsekretariat das Hochkommissariat f&uuml;r Menschenrechte (UNHCHR), die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UNDP\" title=\"Externer Link zu http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UNDP\">UNDP<\/a>), die Organisation der Vereinten Nationen f&uuml;r industrielle Entwicklung (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UNIDO\" title=\"Externer Link zu http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/UNIDO\">UNIDO<\/a>) und das UN-Umweltprogramm (UNEP) vertreten. Unternehmensverb&auml;nde, Gewerkschaften (u.a. der Bund freier Gewerkschaften, IBFG) und zivilgesellschaftliche Organisationen wie amnesty international, WWF, Oxfam geh&ouml;ren ebenfalls zum Global Compact. Der Begriff &ldquo;NROs&rdquo; ist zudem sehr weit gefasst. So werden in Artikel 71 der Charta der VN auch Arbeitgebervertretungen als NRO gesehen, weil sie als nicht staatliche Institutionen gelten. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.inef.uni-duisburg.de\/page\/documents\/report62.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.inef.uni-duisburg.de\/page\/documents\/report62.pdf\">INEF Report S. 6 [PDF &ndash; 456 KB]<\/a>). &Uuml;ber 2000 Unternehmen und 18 Unternehmensverb&auml;nden stehen nur 5 Gewerkschaftsverb&auml;nde und 23 zivilgesellschaftliche Organisationen und NROs aus dem Menschenrechts- und Umweltbereich gegen&uuml;ber. Einige NROs f&uuml;rchten deshalb inzwischen ein Abdr&auml;ngen in die Unwirksamkeit und drohen bereits mit Austritt, wenn es k&uuml;nftig weder eine Kontrollinstanz noch rechtliche Rahmenbedingungen f&uuml;r Verst&ouml;&szlig;e geben sollte. Vor allem f&uuml;rchten sie durch ihre Mitgliedschaft auch um ihren eigenen Imageverlust.<br>\nWie st&ouml;rend die Beteiligung von NROs und Gewerkschaften beispielsweise von der International Chamber of Commerce (ICC), die Wirtschaftsinteressen vertritt, gesehen wird, zeigt ein Interview mit der ICC-Generalsekret&auml;rin Maria Livanos Cattaui in der Herald Tribune am 25.01.01: &bdquo;Wenn Gewerkschaften und so genannte NGOs als volle Partner im Global Compact angesehen w&uuml;rden, so w&uuml;rde dies den Charakter des &Uuml;bereinkommens total verw&auml;ssern. Die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und NGOs sei f&uuml;r die einzelnen Firmen erst auf &bdquo;grass-root&ldquo;-Ebene interessant&ldquo;. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.alliancesud.ch\/deutsch\/files\/D_PnDt1.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.alliancesud.ch\/deutsch\/files\/D_PnDt1.pdf\">GLOBAL dokument [PDF &ndash; 308 KB]<\/a>)<\/p><p><strong>Prinzipien des Global Compact Vertrages<\/strong><\/p><p>Der Global Compact enth&auml;lt zehn Prinzipien, auf deren Einhaltung sich die Mitglieder verpflichten m&uuml;ssen. Schaut man sich die Prinzipien genauer an, so f&auml;llt auf, dass die Formulierungen &auml;u&szlig;erst allgemein und abstrakt sind und konkreten sozialen und &ouml;kologischen Anforderungen kaum gerecht werden k&ouml;nnen. Erhebliche Unzul&auml;nglichkeiten bestehen dar&uuml;ber hinaus vor allem bei der &Uuml;berwachung und somit bei der Umsetzung dieser Prinzipien. Es gibt keine Ma&szlig;nahmen gegen eine Missachtung der Regeln und kaum Sanktionsm&ouml;glichkeiten von Seiten der Vereinten Nationen. Dies macht den Zusammenschluss weitgehend unverbindlich.<\/p><p>An mehreren Punkten wird auf v&ouml;lkerrechtliche Vertr&auml;ge und auf Erkl&auml;rungen verwiesen, zu deren Prinzipien sich jedenfalls die Mitgliedstaaten zum Teil bereits bei Eintritt in die Vereinten Nationen verpflichtet haben (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/www\/de\/aussenpolitik\/menschenrechte\/mr_inhalte_ziele\/mrb6\/teil_a\/5\/5_1_html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/www\/de\/aussenpolitik\/menschenrechte\/mr_inhalte_ziele\/mrb6\/teil_a\/5\/5_1_html\">Ausw&auml;rtiges Amt<\/a>). Die Prinzipien des GC beziehen sich auf folgende Bereiche:<\/p><p><strong>Menschenrechte<\/strong><br>\n1. Die Wirtschaft soll die international verk&uuml;ndeten Menschenrechte in ihrem Einflussbereich unterst&uuml;tzen und achten und<br>\n2. sicherstellen, dass sie nicht zum Komplizen von Menschenrechtsverletzungen wird.<\/p><p><strong>Arbeitsbeziehungen<\/strong><br>\n3. Die Wirtschaft soll die Vereinigungsfreiheit wahren und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Tarifverhandlungen gew&auml;hrleisten sowie ferner auf<br>\n4. die Beseitigung aller Formen der Zwangs- oder Pflichtarbeit,<br>\n5. die tats&auml;chliche Abschaffung der Kinderarbeit und<br>\n6. die Beseitigung von Diskriminierung in Besch&auml;ftigung und Beruf hinwirken.<\/p><p><strong>Umwelt<\/strong><br>\n7. Die Wirtschaft soll umsichtig an &ouml;kologische Herausforderungen herangehen,<br>\n8. Initiativen zur F&ouml;rderung eines verantwortlicheren Umgangs mit der Umwelt durchf&uuml;hren und<br>\n9. sich f&uuml;r die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien einsetzen.<\/p><p><strong>Korruption<\/strong><br>\n10. Die Wirtschaft soll gegen alle Formen von Korruption arbeiten (dieser Punkt wurde von der Generalversammlung beschlossen und erst im Juni 2004 aufgenommen)<\/p><p>Unternehmen, welche<\/p><ul>\n<li>die Menschenrechte verletzen<\/li>\n<li>Zwangs- und Kinderarbeit tolerieren<\/li>\n<li>die in die Herstellung oder den Verkauf von Antipersonenminen oder ihrer Einzelteile verwickelt sind,<\/li>\n<\/ul><p>k&ouml;nnen nicht Mitglied des Global Compacts werden. Allerdings muss ein Unternehmen sich nicht um die Einhaltung der Prinzipien bei seinen Zulieferfirmen und Handelspartnern k&uuml;mmern.<\/p><p><strong>Berichterstattung<\/strong><\/p><p>Von den beteiligten Unternehmen wird erwartet, dass sie einmal j&auml;hrlich einen Nachhaltigkeitsbericht verfassen und &uuml;ber &Auml;nderungen in der Unternehmensf&uuml;hrung die festgelegten Prinzipien betreffend berichten. (<a href=\"http:\/\/www.unglobalcompact.org\/Languages\/german\/de-gc-flyer-05.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.unglobalcompact.org\/Languages\/german\/de-gc-flyer-05.pdf\">DER GLOBAL COMPACT [PDF &ndash; 356 KB]<\/a> ). Die Berichte, Forschungsergebnisse und der Austausch zwischen den Paktteilnehmern werden auf der <a href=\"http:\/\/www.unglobalcompact.org\/\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.unglobalcompact.org\/\">Internetseite<\/a> ver&ouml;ffentlicht. Das New Yorker B&uuml;ro des Global Compacts nimmt eine vertrauliche Durchsicht der eingereichten Berichte vor und unterbreitet ggf. &Auml;nderungsvorschl&auml;ge. Die letztendliche Verantwortung liegt aber ausschlie&szlig;lich bei den Unternehmen, was von NROs als gro&szlig;es Manko bewertet wird (<a href=\"http:\/\/www.gtz.de\/de\/leistungsangebote\/12279.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.gtz.de\/de\/leistungsangebote\/12279.htm\">aktuelle &Uuml;bersicht &uuml;ber deutsche Unternehmen<\/a>). Das deutsche Netzwerk ver&ouml;ffentlicht seit 2004 ein <a href=\"http:\/\/www.upj-online.de\/index\/89123\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.upj-online.de\/index\/89123\">Jahrbuch<\/a> &uuml;ber die Aktivit&auml;ten der Mitglieder. Die vorgestellten Studien zur Umsetzung des Compacts in den Unternehmen betrafen bisher &uuml;berwiegend Bereiche, wie eine verbesserte M&uuml;llentsorgung oder die Energiegewinnung &uuml;ber Solard&auml;cher. Insgesamt ist eine mangelnde Bereitschaft, der Berichtspflicht nachzukommen, festzustellen. Bis Januar 2002 wurden lediglich 30 Berichte eingereicht, von denen kein einziger den Richtlinien des Global Compacts entsprach. Die H&auml;lfte der Berichte nahm nicht einmal Bezug auf die damals noch neun Prinzipien des Paktes (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.inef.uni-duisburg.de\/page\/documents\/report62.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.inef.uni-duisburg.de\/page\/documents\/report62.pdf\">INEF Report, S.23 [PDF &ndash; 456 KB]<\/a>). Im Jahr 2004 gingen immerhin schon 192 Berichte bei den Vereinten Nationen ein. <\/p><p><strong>Das Global Compact B&uuml;ro<\/strong><\/p><p>Das Global Compact B&uuml;ro ist direkt dem Generalsekret&auml;r der Vereinten Nationen unterstellt, hat seinen Sitz in New York und besch&auml;ftigt die verschwindend geringe Zahl von gerade mal 12 (!) Mitarbeitern aus den Mitgliedstaaten, die &uuml;ber die Mitgliedstaaten bzw. &uuml;ber Treuhandkonten und nicht etwa &uuml;ber Konzernspenden finanziert werden. Mit steigender Mitgliederzahl erwies sich eine zentrale Steuerung des New Yorker Global Compact B&uuml;ros als schwierig. Daraufhin wurden 50 nationale Netzwerke und ein regionales Netzwerk gegr&uuml;ndet. Das deutsche Netzwerk wird von der GTZ (Gesellschaft f&uuml;r technische Zusammenarbeit) <a href=\"http:\/\/www.gtz.de\/de\/leistungsangebote\/2677.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.gtz.de\/de\/leistungsangebote\/2677.htm\">organisiert<\/a>. Seit dem Jahr 2000 unterst&uuml;tzt die Bundesregierung die Global-Compact-Initiative durch das Ausw&auml;rtigen Amt (AA) und das Bundesministerium f&uuml;r Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung &uuml;ber die GTZ, einerseits durch Entsendung von Mitarbeitern und andererseits finanziell durch Unterst&uuml;tzung von Studien und Durchf&uuml;hrung von Veranstaltungen (Quelle: <a href=\"http:\/\/unglobalcompact.org\/\" title=\"Externer Link zu http:\/\/unglobalcompact.org\/\">www.unglobalcompact.org<\/a>).<\/p><p><strong>Die Vereinten Nationen als Lern- und Dialogforum<\/strong><\/p><p>Um in der Wirtschaft verantwortungsbewusstes, ethisches Handeln voranzubringen, soll der Global Compact in einem offenen Dialog- und Lernforum zwischen den Teilnehmern einerseits und den Teilnehmern und den Vereinten Nationen andererseits, kontinuierliche Fortschritte erzielen, um erworbene Erkenntnisse in die Praxis umsetzen zu k&ouml;nnen. Zu diesem Zweck stehen den Unternehmen auch Einrichtungen der Vereinten Nationen in Form von Partnerschaftsprojekten und im Rahmen der Zusammenarbeit mit Entwicklungsprogrammen, wie beispielsweise UNHCHR, UNESCO und WHO zur Verf&uuml;gung. Ein weiteres Angebot der Vereinten Nationen ist z.B. die Unterst&uuml;tzung durch die Menschenrechtskommission, die ihre Beratungsergebnisse unter der Bezeichnung, &ldquo;Normen f&uuml;r die Verantwortlichkeit von transnationalen Konzernen und anderen Wirtschaftsunternehmen im Hinblick auf die Menschenrechte&rdquo; zusammengefasst hat. Die Angebote und Vorschl&auml;ge der Vereinten Nationen werden jedoch viel zu selten von den Konzernen in Anspruch genommen. Es ist anzunehmen, dass die Konzerne diese Bem&uuml;hungen nicht ernsthaft wahrnehmen, weil es ihnen ausreicht einerseits von einen Imagegewinn durch die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen zu profitieren und andererseits als Partner der Vereinten Nationen eine &ouml;ffentliche Diskussionsplattform mit ethischem Anstrich zu erhalten. Von Seiten der Konzerne wird der Global Compact mehr als eine Orientierungsgrundlage als eine Verpflichtung gesehen, eine Teilnahme gilt eher als Vorzeigeprojekt, dessen man sich gerne schm&uuml;ckt. Eine Kontrollinstanz, etwa durch die Vereinten Nationen, wird von Unternehmensseite kategorisch abgelehnt. Georg Kell, Leiter des Global Compact B&uuml;ros, hat aufgrund der Widerst&auml;nde der Unternehmen betont, dass es sich beim Global Compact nicht um ein rechtlich bindendes Regelwerk handelt, sondern lediglich um ein Dialog- und Lernforum, an welchem sich Unternehmen freiwillig beteiligen k&ouml;nnen. Mit dieser Aussage wird die Einstellung der Konzerne wiedergegeben und die weitgehende Unverbindlichkeit des Pakts deutlich. Der Welt wird suggeriert, dass Konzerne ethische und soziale Standards erst m&uuml;hsam in einem Austausch lernen m&uuml;ssten. Der Global Compact ist somit keine verbindliche Regelung der gesellschaftlichen Pflichten sondern stellt einen Interessenabgleich der Transnationalen Konzerne ohne jegliche Kontrollinstanz dar. Er erf&uuml;llt somit nicht einmal den Anspruch einer Selbstregulierung, da die Regularien selbst erst im Dialog erarbeitet werden m&uuml;ssen.<\/p><p><storng>Der Einfluss der Lobbyverb&auml;nde auf die Vereinten Nationen bei der Entstehung des Global Compact<\/storng><\/p><p>Was sind nun die Hintergr&uuml;nde, die sich hinter der Einf&uuml;hrung des Global Compacts als unverbindliches Regelwerk mit ungenauen Prinzipien verbergen?<\/p><p>Bei der Vorbereitung der Umwelt- und Entwicklungskonferenz (United Nations Conference on Eviroment and Development, UNCED) 1992 in Rio, wurden Konzerne, vertreten durch den Vorl&auml;ufer* der World Business Council for Sustainable Development (WBCSD), als gleichberechtigte Partner internationaler Institutionen behandelt und damit ein Grundstein daf&uuml;r gelegt, transnationale Konzerne (TNK) in die Arbeit der Vereinten Nationen einzubeziehen. Mit der damaligen Entscheidung wurde Unternehmen eine M&ouml;glichkeit gegeben, ihre Vorstellungen in die T&auml;tigkeit einer unabh&auml;ngigen internationalen Institution einzuflechten. Diese Kooperation war der Beginn einer Public-Private-Partnership zwischen den Vereinten Nationen und weltweit agierender Unternehmen auf globaler Ebene (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/umwelt_wirtschaft\/weltgipfel_2002\/artikel\/freund_oder_feind_nachhaltige_konzerne\/\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/umwelt_wirtschaft\/weltgipfel_2002\/artikel\/freund_oder_feind_nachhaltige_konzerne\/\">Greenpeace<\/a>). <\/p><p><strong>Anmerkung:<\/strong> WBCSD &ndash; World Business Council for Sustainable Development ging aus dem Zusammenschluss des Business Council for Staniable Development (BCSD) in Genf und dem World Industry Council for the Enviroment (WICE) in Paris hervor. Mehr als 160 internationale Unternehmen sind Mitglieder (siehe Website der WBSCD).<\/p><p><strong>Die International Chamber of Commerce (ICC)<\/strong><\/p><p>Der Global Compact entstand nach einj&auml;hriger Verhandlung und mit massiver Unterst&uuml;tzung der International Chamber of Commerce (ICC). Der ehemalige ICC-Pr&auml;sident Helmut Maucher, (Mitglied des Nestl&eacute;-Verwaltungsrats und Leiter des European Round Table in Br&uuml;ssel(ERT)), benannte als Ziel des Dialogs zwischen der ICC und der UNO: &ldquo;die Spitzen internationaler Unternehmen und die F&uuml;hrer internationaler Organisationen an einen Tisch zu bekommen, um die Erfahrung der Unternehmer und den Sachverstand der Experten f&uuml;r Entscheidungsprozesse im Rahmen der globalen Wirtschaft fruchtbar zu machen&rdquo; (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2005\/09\/16.1\/mondeText.artikel,a0012.idx,15\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.taz.de\/pt\/2005\/09\/16.1\/mondeText.artikel,a0012.idx,15\">digi taz<\/a>). Die ICC ist nach eigenen Angaben die akkreditierte Vertretung der Wirtschaft bei den Vereinten Nationen. &bdquo;Unter Kofi Annan fand ein erfreulicher Umschwung statt, die Rolle der Wirtschaft wurde deutlich ausgeweitet&ldquo; Zitat von Ludger W. Staby, Pr&auml;sident des ICC-Deutschland, Statement f&uuml;r die Pressekonferenz am 26.10.2000 in Berlin (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.icc-deutschland.de\/icc\/archiv_show.php?sid=411a3d0202253c243c667c5d075eec8c&amp;nid=225\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.icc-deutschland.de\/icc\/archiv_show.php?sid=411a3d0202253c243c667c5d075eec8c&amp;nid=225\">ICC Deutschland<\/a>). Die Lobbyistenverb&auml;nde sind zufrieden, weil der Einfluss der Wirtschaft auf die Vereinten Nationen zugenommen hat. Die ICC repr&auml;sentiert 1500 Wirtschaftsorganisationen und mehr als 5000 Unternehmen der internationalen Wirtschaft, darunter 50 Gro&szlig;konzerne (u.a. Coca-Cola, Goldman Sachs, McDonald&rsquo;s, Rio Tinto Zinc und Unilever), sie unterh&auml;lt einen B&uuml;rositz bei der Welthandelsorganisation in Genf (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.icc-deutschland.de\/icc\/1.1.php?sid=0d09a620453314b5cb7328d5ee5ff70a\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.icc-deutschland.de\/icc\/1.1.php?sid=0d09a620453314b5cb7328d5ee5ff70a\">ICC Deutschland<\/a>) und ist einer der wichtigsten Lobbyistenverb&auml;nde bei den VN. ICC Deutschland hat die Koordination der Umsetzung des Global Compact f&uuml;r die Wirtschaft in Deutschland &uuml;bernommen, 42 deutsche Firmen sind Mitglied des Global Compacts. Seit ihrer Gr&uuml;ndung im Jahr 1919 setzt sich die ICC f&uuml;r offene M&auml;rkte und den freien Fluss von Investitionen ein. Eine Voraussetzung der ICC f&uuml;r ihr Engagement im Rahmen des Global Compact war, dass &ldquo;Unternehmen au&szlig;erhalb ihres T&auml;tigkeitsgebiets keine Verantwortungen &uuml;bernehmen k&ouml;nnen, die eigentlich in die Zust&auml;ndigkeiten der Regierungen fallen&rdquo;. Damit ist gemeint, dass die transnationalen Konzerne nicht freiwillig Kernarbeitsrechte, Umweltstandards oder Menschenrechte respektieren m&uuml;ssen, wenn der Staat in dem sie t&auml;tig sind, keine Gesetzesgrundlage f&uuml;r diese Bereiche geschaffen hat. Wie locker die ICC die Verbindlichkeit der Regeln des Global Compacts sieht, sagt Ludger W. Staby sehr deutlich: &bdquo;Was wir allerdings nicht akzeptieren, ist der Versuch anderer NGOs, den Global Compact zu okkupieren und die UN zu verbindlichen Regeln f&uuml;r Multis im Hinblick auf Menschenrechte, Arbeitsstandards und Umweltverhalten zu zwingen&ldquo;. Die ICC ist bereits in der Vergangenheit unangenehm aufgefallen, da sie sich vehement gegen internationale Umwelt-Abkommen gewehrt hat, z.B. gegen das Kyoto- Protokoll, die Basel-Konvention gegen Giftm&uuml;llhandel oder auch gegen das Protokoll von Montreal zum Schutz der Ozonschicht (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.cbgnetwork.org\/Ubersicht\/Zeitschrift_SWB\/SWB_2002\/SWB_03_2002\/UN_Ausverkauf_03_02\/un_ausverkauf_03_02.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.cbgnetwork.org\/Ubersicht\/Zeitschrift_SWB\/SWB_2002\/SWB_03_2002\/UN_Ausverkauf_03_02\/un_ausverkauf_03_02.html\">CBG Network<\/a>). Die ICC war ma&szlig;geblich an der unternehmerfreundlichen Ausarbeitung der Prinzipien des Global Compact beteiligt. Der ICC-Pr&auml;sident, Adnan Wafic Kassar, hat die Prinzipien des Global Compacts im Jahr 2000 klar formuliert: &bdquo;There must be no suggestion of hedging the Global Compact with formal prescriptive rules. We would resist any tendency for this to happen,&ldquo;(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.isw-linz.at\/media\/files\/3_2001\/LF_mark_ungericht_03_01.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.isw-linz.at\/media\/files\/3_2001\/LF_mark_ungericht_03_01.pdf\">Institut f&uuml;r Sozial- und Wirtschaftswissenschaften &ndash; WISO [PDF &ndash; 184 KB]<\/a> )&bdquo;Es darf keine Forderungen geben, den Global Compact mit verbindlichen Regeln zu belasten, wir w&uuml;rden uns jeder Tendenz in dieser Richtung widersetzen&ldquo;.<br>\n(<a href=\"http:\/\/www.ifz-muenchen.de\/archiv\/ed_708_2.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.ifz-muenchen.de\/archiv\/ed_708_2.pdf\">Liste der ICC-Pr&auml;sidenten Seite 189 ff. [PDF- 3.9 MB]<\/a>)<\/p><p><strong>Mitgliedschaft im Global Compact als Werbung<\/strong><\/p><p>Es stellt sich die Frage, warum Konzerne und ihre internationalen Vertretungen ein derartiges Interesse an einem Zusammenschluss mit den Vereinten Nationen haben. Zun&auml;chst ist die Mitgliedschaft im Global Compact als Werbema&szlig;nahme zu sehen. Der Global Compact schlie&szlig;t zwar eine automatische Vergabe des UN-Logos bei Eintritt aus. Unter der Bedingung, dass die transnationalen Konzerne die Aktivit&auml;ten und Ziele der Vereinten Nationen unterst&uuml;tzen, ohne dass dies mit ihren eigenen Zielen in Einklang zu bringen ist, darf das Logo verwendet werden, nicht aber f&uuml;r eigene Ziele. Zust&auml;ndig f&uuml;r die Vergabe des VN-Logos ist das Office of Legal Affairs (OLA), die Grundlage f&uuml;r seine Entscheidung bildet die Resolution 92 (1) der Generalversammlung aus dem Jahr 1946. Es besteht jedoch die M&ouml;glichkeit, zur Verlinkung auf die Website der Vereinten Nationen, welche von den teilnehmenden Unternehmen gerne genutzt wird. Die Unternehmen d&uuml;rfen sich in ihrem Werbematerial und Prospekten &bdquo;Partner der Vereinten Nationen&ldquo; nennen. Dies ist eine ausgezeichnete Gelegenheit f&uuml;r PR-Ma&szlig;nahmen, Konzerne profitieren mittels dieses Angebots von dem blauen Logo der Vereinten Nationen und k&ouml;nnen sich auf diese Weise sozusagen &bdquo;blauwaschen&ldquo;. Wertpapiere der beteiligten Unternehmen k&ouml;nnen als ethisch einwandfrei gehandelt werden, was einen erheblichen Imagegewinn bringt. <\/p><p><strong>Das Spannungsverh&auml;ltnis zwischen freiwilligen und verbindlichen Ma&szlig;nahmen<\/strong><\/p><p>Viele Umweltkatastrophen, Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen, welche von Konzernen zu verantworten sind, sind auf das Fehlen verbindlicher, weltweiter, politischer Regeln und nicht vorhandener Kontrollen zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Bislang ist der Beitritt zum Global Compact freiwillig und Verletzungen des Vertrages k&ouml;nnen nicht verfolgt werden. Gegenma&szlig;nahmen bei Missachtung sind nicht vorgesehen, die Einhaltung des Vertrags basiert rein auf freiwilliger Selbstkontrolle. Auch Kofi Annan hat auf das Spannungsverh&auml;ltnis zwischen freiwilligen Initiativen und verbindlichen Ma&szlig;nahmen hingewiesen. Wenn staatliche Organe schwach sind und die Gesetze nicht durchgesetzt werden k&ouml;nnen, dann kann der Global Compact nach Meinung des Generalsekret&auml;rs nur eine &ldquo;pragmatic interim solution&rdquo; sein und staatliche Institutionen keinesfalls ersetzen. Eine St&auml;rkung der Rechtsstaatlichkeit muss folglich mit dem Global Compact unter allen Umst&auml;nden einhergehen, um dem Bestreben der Eind&auml;mmung der Ausw&uuml;chse der Globalisierung gerecht zu werden.<br>\nEs besteht jedoch die gro&szlig;e Gefahr, dass Unternehmen die Prinzipien des Global Compact nicht als Erg&auml;nzung, sondern vielmehr als Ersatz f&uuml;r verbindliche Regelungen im Bereich von Menschenrechten, Arbeits- und Umweltschutz betrachten. Sie k&ouml;nnten ihre Mitgliedschaft sogar dazu missbrauchen, solche Regelungen zu verhindern. Wenn es um die Verabschiedung derartiger innerstaatlichen Gesetze geht, verweisen Unternehmen immer wieder gerne auf freiwillige Selbstverpflichtungen. Auch mit dem Verweis auf ihre Mitgliedschaft im Global Compact k&ouml;nnen sich transnationale Konzerne vor weiter gehenden und verbindlicheren Verpflichtungen zu sch&uuml;tzen versuchen. Jens Martens von WEED, Deutschland weist darauf hin, &bdquo;dass die Unternehmenslobbies die UNO-Menschenrechtsnormen bek&auml;mpften. Dies zeigt sich seiner Meinung nach darin, dass sich der Global Compact und die UNO-Normen nicht erg&auml;nzen. Die Unternehmen wollen den Pakt als Gegenmittel zu UNO-Normen verwenden.&ldquo; Die Unternehmerverb&auml;nde, die ma&szlig;geblich an der Ausarbeitung des Global Compact beteiligt waren, haben &auml;u&szlig;ersten Wert darauf gelegt, dass der Global Compact zu einem nicht bindenden Rahmenwerk f&uuml;r teilnehmenden Unternehmen wird und daraus keinerlei Verbindlichkeiten wachsen. Gleichzeitig werden aber transnationale Konzerne mit dem Global Compact in den Rang von UNO-Partnern bef&ouml;rdert.<\/p><p><strong>Missachtung der Prinzipien<\/strong><\/p><p>Dass ein &Uuml;bereinkommen wie der Global Compact verbindliche Regeln nicht zu ersetzen vermag, zeigt sich immer wieder in der mangelnden Wirksamkeit und fehlenden Umsetzung der Prinzipien. Die zehn Prinzipien des Vertrags haben bislang nicht zu einer erkennbaren Verbesserung der weltweiten Situation gef&uuml;hrt. Der Shell-Konzern verst&ouml;&szlig;t, wie eine WWF-Studie belegt, bei der Erschlie&szlig;ung des gr&ouml;&szlig;ten &Ouml;l- und Gasprojekts vor der russischen Insel Sachalin, gegen internationale Sozial- und Umweltstandards (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.ogee.de\/blog\/2005\/11\/28\/kein-kredit-fur-umweltzerstorer-shell\/\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.ogee.de\/blog\/2005\/11\/28\/kein-kredit-fur-umweltzerstorer-shell\/\">ogee.de<\/a> ). Der Bayer-Konzern l&auml;sst in Indien durch seine Tochterfirma Proargo hybrides Baumwollsaatgut durch Kinderarbeit produzieren (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.welthungerhilfe.de\/805.html\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.welthungerhilfe.de\/805.html\">Welthungerhilfe<\/a>). Der Coca-Cola-Konzern bedient sich in Indien unkontrolliert des Wassers aus Grundwasserbrunnen zur Getr&auml;nkeherstellung, wodurch der Landwirtschaft die M&ouml;glichkeit zur Bew&auml;sserung beschr&auml;nkt wird (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2005\/03\/11.1\/mondeText.artikel,a0039.idx,10\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.taz.de\/pt\/2005\/03\/11.1\/mondeText.artikel,a0039.idx,10\">digi taz<\/a>). Attac Bern hat die Vereinten Nationen in einem Brief auf Verletzungen des Global Compacts in Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen, Umweltstandards und Arbeitsnormen des Nestl&egrave;-Konzerns hingewiesen: Die Antwort von Georg Kell, Chef des Global Compact B&uuml;ros: &bdquo;Wir teilen Ihre Bedenken &uuml;ber den Bedarf, die Integrit&auml;t des Global Compact und der Vereinten Nationen zu erhalten. Es ist jedoch wesentlich, zu beachten, dass der Global Compact kein Siegel einer Anerkennung f&uuml;r die Teilnehmer ist. Wir waren schon bei der Gr&uuml;ndung des Global Compact dar&uuml;ber eindeutig. Der Global Compact sei ein Modell des Wandels, das auf Lernen, Dialog, Projekten, Initiativen und Netzwerken beruhe, und kein regelnder Mechanismus. Ein solcher k&ouml;nnte nur eingef&uuml;hrt werden, wenn er von den Mitgliedsstaaten verlangt wird. Da kein Mandat vorliegt, k&ouml;nnen wir weder fordern, dass Mitglieder die Rahmenbedingungen einhalten, noch entsprechende Kontrolle durchf&uuml;hren.&ldquo; (Quelle: attac bern Juni 2005).<\/p><p><strong>Privatisierung der Weltpolitik?<\/strong><\/p><p>Neben der Unverbindlichkeit und mangelnden Wirksamkeit zeigt sich am Global Compact noch ein sehr viel tiefer liegendes und grunds&auml;tzliches Problem. In der Pr&auml;ambel der Vereinten Nationen sind u.a. folgende Ziele niedergelegt: &bdquo;die Herbeif&uuml;hrung internationaler Zusammenarbeit, um internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanit&auml;rer Art zu l&ouml;sen, die Achtung der Menschenrechte und die F&ouml;rderung und Festigung der Grundfreiheiten f&uuml;r alle&ldquo;. Die erkl&auml;rten Absichten der Vereinten Nationen konnten bislang aber nur in Ans&auml;tzen erf&uuml;llt werden. Angesichts eher zunehmender Hemmnisse gestaltet sich die Realisierung der Ziele f&uuml;r die Vereinten Nationen sogar immer schwieriger. Die rasant voranschreitende Globalisierung ist untrennbar geworden von der Dominanz und dem Einfluss privater Unternehmen und ihrer Lobbyverb&auml;nde auf weite Politikbereiche. In Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungstr&auml;gern und Beratern &uuml;ben Wirtschaftsvertreter erheblichen Einfluss auf supranationale Gesetze und v&ouml;lkerrechtliche Vertr&auml;ge aus (wie z.B. in der WTO, aber auch in der EU), die grenzenloses Expandieren, Produktionsverlagerungen und ein Umgehen der Standards ihrer Herkunftsl&auml;nder ohne weiteres erm&ouml;glichen. Aufgrund des zunehmenden Einflusses der Konzerne hat sich eine &ouml;kologische und soziale Abw&auml;rtsspirale entwickelt, die sich Unternehmen zu Nutze machen und von der sie erheblich profitieren. Mit dieser Entwicklung ist eine schleichende Entdemokratisierung der nationalen Politikgestaltung verbunden, und die Interessen der B&uuml;rger bleiben hinter den Interessen der weltweit agierenden Wirtschaft weit zur&uuml;ck. Dieser Asymmetrie zwischen r&uuml;ckl&auml;ufiger demokratisch legitimierter nationaler Gestaltungsmacht und globaler Umgehungsstrategien der transnational agierenden Konzerne sollte mit einem weltumspannenden Pakt, vorgeschlagen von den Vereinten Nationen, zwischen Konzernen, Nichtregierungsorganisationen und Mitgliedsstaaten entgegengewirkt werden.<\/p><p><strong>Ver&auml;ndert der Global Compact die Struktur der Vereinten Nationen?<\/strong><\/p><p>Mit dem am 31. Januar 1999 von Kofi Annan auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgeschlagenem und im Jahr 2000 ins Leben gerufenem Global Compact, wird eine Kooperation der Vereinten Nationen mit transnationalen Konzernen angestrebt, die auf diese Weise verst&auml;rkt in die Arbeit der Vereinten Nationen einbezogen werden sollen, mit dem Bestreben, im Rahmen dieser Partnerschaft weltweit Fortschritte im Sinne der erkl&auml;rten Prinzipien des Vertrages zu erzielen. Der Global Compact stellt sich jedoch mehr und mehr nicht als ein Instrument der politischen Einflussnahme der UN heraus, sondern gerade umgekehrt setzt sich die UNO aufgrund dieser Partnerschaft der Gefahr einer schleichenden Strukturver&auml;nderung aus: Bislang war die UNO eine (politische) Organisation der Regierungen von Nationalstaaten mit der Funktion transnationale, weltweite Interessen zum Ausgleich zu bringen und einen Beitrag zum Frieden in der Welt zu leisten. Damit &uuml;bt die UNO eine den einzelnen Staaten &uuml;bergeordnete Kontrolle &uuml;ber friedliches Zusammenleben der V&ouml;lker, weltweiter Schonung der Umwelt und der Einhaltung der Menschenrechte aus, jedenfalls so lange die Nationalstaaten die Verbindlichkeit der politischen Vorgaben der UN anerkennen bzw. die V&ouml;lkergemeinschaft Verst&ouml;&szlig;e politisch sanktioniert haben.<br>\nMit dem Global Compact werden hingegen die transnationalen Konzerne (also nicht politische, sondern wirtschaftliche Institutionen) zu Partnern der UNO. Dadurch bekommen die transnationalen Konzerne (parallel zu und neben den Mitgliedstaaten) auf internationaler Ebene ein anderes Gewicht. Ein Teil der Macht der Staaten wird zugunsten des Einflusses der Wirtschaft verschoben. So entsteht nicht nur ein n&auml;herer Kontakt zwischen UNO und privaten Unternehmen, sondern der Global Conact wird gewisserma&szlig;en ein (politisches) Spielfeld der transnationalen Konzerne. <\/p><p><strong>Die Vereinten Nationen &ndash; von einer Kontrollfunktion, zu einer Mitspielerfunktion<\/strong><\/p><p>Durch die Einbeziehung von Fachleuten transnationaler Konzerne in den Global Compact wird letztlich der Einfluss der politischen Repr&auml;sentanten der Mitgliedstaaten zur&uuml;ckgedr&auml;ngt, was letztendlich dazu f&uuml;hren kann, dass nicht mehr gesellschaftliche Interessen Vorrang bei der Ausgestaltung der weltweit einzuhaltenden Prinzipien h&auml;tten, sondern diese Prinzipien entsprechend der Bed&uuml;rfnisse der Wirtschaft und ihrer Vertreter ausgelegt werden.<br>\nNur durch ein verbindliches Rahmenwerk und eine strikte Abkoppelung der Vereinten Nationen von der direkten Einflussnahme transnationaler Konzerne, k&ouml;nnte ein &uuml;bergeordneter Vertrag zielf&uuml;hrend sein. Die Vereinten Nationen laufen sonst Gefahr, instrumentalisiert zu werden und ihre Agenda den Bed&uuml;rfnissen der transnationalen Konzerne kontinuierlich anzupassen. Mit der Einrichtung des Global Compact hat bereits jetzt eine Verschiebung von der urspr&uuml;nglichen Kontrollfunktion der Vereinten Nationen hin zu einem Zusammenspiel auf h&ouml;chster Ebene stattgefunden, in dem die urspr&uuml;ngliche Kontrollfunktion der Vereinten Nationen auf eine unverbindliche Mitspielerfunktion reduziert wird.<\/p><p><strong>Verschiebung von nationalstaatlicher Finanzierung zu privater Finanzierung <\/strong><\/p><p>Der wachsende Einfluss von Konzernen auf die Vereinten Nationen zeigt sich auch im Zusammenhang mit der finanziellen Situation der UNO. Aufgrund ihrer Finanzn&ouml;te werben die Vereinten Nationen seit geraumer Zeit um Spenden. CNN-Gr&uuml;nder , Ted Turner, folgte im Jahr 1997 dem Aufruf und spendete 1 Mrd. US Dollar an die Vereinten Nationen, dies entsprach dem Wert seiner privaten Aktiengewinne w&auml;hrend eines Jahres. Die US-Regierung, seinerzeit vertreten durch Bill Clinton, &auml;u&szlig;erte sich zur privaten Initiative folgenderma&szlig;en: &ldquo;Die Turner-Spende unterstreicht das Potential f&uuml;r eine Partnerschaft zwischen der UNO und dem Privatsektor. Ich hoffe, es werden noch viele seinem Beispiel folgen.&rdquo; (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bits.de\/zumach\/2000\/060900.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bits.de\/zumach\/2000\/060900.htm\">www.bits.de<\/a>). Was auf den ersten Blick als gro&szlig;z&uuml;gige Spende daherkommt, ist in Wirklichkeit an Bedingungen gekn&uuml;pft. Das Geld ist an Projekte gebunden und konnte von den Vereinten Nationen nur nach Absprache mit der von Ted Turner und seiner Frau Jane Fonda gegr&uuml;ndeten Stiftung abgerufen werden. Es folgten zwischenzeitlich auch noch andere private Geldgeber dem Beispiel von Ted Turner: (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bits.de\/zumach\/2000\/060900.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.bits.de\/zumach\/2000\/060900.htm\">www.bits.de<\/a>). In den 1980er Jahren standen die Unternehmen den Vereinten Nationen eher kritisch gegen&uuml;ber, die gegens&auml;tzlichen Ziele schienen nicht vereinbar zu sein. Mittlerweile haben Privatunternehmen erkannt, dass sie mit finanziellen Zuwendungen Einfluss auf die Politik der Vereinten Nationen nehmen k&ouml;nnen, wodurch die Politik und vor allem die Eigenst&auml;ndigkeit der Vereinten Nationen in eine zunehmende Abh&auml;ngigkeit von privaten Interessen geraten k&ouml;nnen. Wenn zunehmend die Richtlinien der Geldgeber ausschlaggebend f&uuml;r Entscheidungen und Projekte sind, wird die Gestaltung einer unabh&auml;ngigen, eigenen Haushaltspolitik der Vereinten Nationen zwangsl&auml;ufig eingeschr&auml;nkt.<\/p><p><strong>Die UNCTC &ndash; ein St&ouml;rfaktor<\/strong><\/p><p>Ein weiteres Indiz f&uuml;r den wachsenden Einfluss der transnationalen Konzerne auf die Politik der Vereinten Nationen ist die Geschichte des UN-Zentrums f&uuml;r Transnationale Unternehmen (United Nations Centre for Transnational Corporations, UNCTC), das schon 1974 gegr&uuml;ndet wurde. Bereits Mitte der 1970er Jahre beschloss der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) die Einrichtung einer Kommission, welche die Funktionen der transnationalen Konzerne, insbesondere in den Entwicklungsl&auml;ndern untersuchen sollte. Diese speziell gegr&uuml;ndete UN-Kommission stand den Interessen der weltweit operierenden Wirtschaft von Anfang an im Wege, weil sie seit ihrer Gr&uuml;ndung nicht nur die Handlungen der Industrie &uuml;berwachte, sondern sich auch mit der Ausarbeitung bindender Verpflichtungen f&uuml;r Unternehmen besch&auml;ftigte (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.umwelt.org\/robin-wood\/german\/magazin\/200301\/artikel1.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.umwelt.org\/robin-wood\/german\/magazin\/200301\/artikel1.htm\">www.umwelt.org<\/a>). Ein Arbeitsschwerpunkt war ab 1977 die Ausarbeitung des Code of Conduct f&uuml;r transnationale Konzerne, ein Versuch der Schaffung eines verbindlichen Abkommens zur Regulierung von TNK auf internationaler Ebene. Bis zum Jahr 1990 unternahm das UNCTC verschiedene Anl&auml;ufe zu solchen Abkommen, aber &uuml;ber einen Entwurf, welcher zahlreiche Verpflichtungen f&uuml;r TNK vorsah, wie z.B. den Verbraucherschutz oder die Einhaltung der Gesetze der Empf&auml;ngerstaaten, ging das Wirken des UNCTC leider nicht hinaus (Quelle: <a href=\"http:\/\/deposit.ddb.de\/cgi-bin\/dokserv?idn=975120190&amp;dok_var=d1&amp;dok_ext=pdf&amp;filename=975120190.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/deposit.ddb.de\/cgi-bin\/dokserv?idn=975120190&amp;dok_var=d1&amp;dok_ext=pdf&amp;filename=975120190.pdf\">Michael Efler, Internationale Investitionsvertr&auml;ge &ndash; Bestandsaufnahme und Reformans&auml;tze, S.31 ff [PDF &ndash; 3.3 MB]<\/a>). Die westlichen OECD-Staaten und die Vereinigten Staaten von Amerika scheuten solche f&ouml;rmlichen Vereinbarungen und verhinderten einen verbindlichen Kodex. In diesem Zusammenhang ist denn auch die weitere Entwicklung nicht verwunderlich, denn auf Betreiben der transnationalen Konzerne und der USA sollten wichtige Bereiche der Vereinten Nationen &bdquo;reformiert&ldquo; werden. Im Gefolge dieser &bdquo;Reform&ldquo;-Bem&uuml;hungen wurde ein Teil der Mitarbeiter des UNCTC 1992 mit begrenztem Mandat, in das Sekretariat der UNCTAD in Genf integriert, was faktisch einer Aufl&ouml;sung gleichkam. Damit mussten die Vereinten Nationen auf einem wichtigen Feld eine erhebliche Schw&auml;chung ihrer Kontrollfunktion hinnehmen. (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.humanrights.ch\/cms\/upload\/pdf\/030326_ah_tnc.pdf\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.humanrights.ch\/cms\/upload\/pdf\/030326_ah_tnc.pdf\">Andrea Huber, Transnationale Konzerne und Menschenrechte &ndash; Bestehende Ans&auml;tze zur Regulierung &ndash; M&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Schweiz [PDF &ndash; 416 KB]<\/a>)<\/p><p><strong>Der Global Compact &ndash; Ein Monopoly-Spielfeld?<\/strong><\/p><p>Der Global Compact muss in Zusammenhang mit der desolaten Haushaltslage der Vereinten Nationen gesehen werden, damit wurde u.a. die Aufl&ouml;sung des UNCTC-B&uuml;ros begr&uuml;ndet. Die &Ouml;ffnung f&uuml;r private Zuwendungen f&uuml;hrte notgedrungen zu einem wachsenden Einfluss der Privatwirtschaft als Partner des Global Compact. Bei dieser zunehmenden Interdependenz besteht die Gefahr, dass die Vereinten Nationen ihr Gesicht ver&auml;ndern, ja geradezu zu einem Schatten ihres urspr&uuml;nglichen Selbstverst&auml;ndnisses werden.<br>\nDie Ausstrahlung des Global Compacts auf andere Regelungen der VN ist nicht zu untersch&auml;tzen. Durch diesen Pakt haben sich die transnationalen Konzerne eine Einflusssph&auml;re auf h&ouml;chster internationaler Ebene geschaffen. Damit k&ouml;nnen sie die Regeln f&uuml;r ein weltweites Monopoly weitgehend orientiert an ihren Wirtschaftsinteressen festlegen. Die transnationalen Konzerne haben so den Global Compact weitgehend gepr&auml;gt. Er wurde damit aber nicht zu einem erg&auml;nzenden Instrument zwischen staatlichen und zwischenstaatlichen Regeln sondern zu einem unverbindlichen Instrument der Industrie gemacht, das die bestehenden Regeln der UNO eher relativiert, wenn nicht gar untergr&auml;bt. Der Global Compact hat zugleich den transnationalen Konzernen einen quasi offiziellen Zugang auf die B&uuml;hne der UNO er&ouml;ffnet.<br>\nSo k&ouml;nnte die paradoxe Situation eintreten, dass die &ouml;konomische Globalisierung nicht nur den Einfluss der Nationalstaaten auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schw&auml;cht, sondern dar&uuml;ber hinaus die Bem&uuml;hungen um eine politische Gestaltung der &ouml;konomischen Globalisierung auf der Ebene der VN an den Interessen der transnationalen Konzerne orientiert. Es findet sozusagen eine &ouml;konomische Globalisierung von oben, auf der Ebene der VN statt, die eigentlich den Auftrag haben sollte, die &ouml;konomische Globalisierung nach den Prinzipien und Normen des V&ouml;lkerrechts zu gestalten.<br>\nMit dem Global Compact geht somit eine Tendenz zur Privatisierung der Weltpolitik einher. Diese Entwicklung gef&auml;hrdet auf Dauer die Seriosit&auml;t, die Glaubw&uuml;rdigkeit, die Unabh&auml;ngigkeit und das Ansehen der Vereinten Nationen. <\/p><p>Damit die UNO ihre in ihrer Charta niedergelegten Grunds&auml;tze und Ziele im Interesse der V&ouml;lkergemeinschaft glaubhaft vertreten kann und ihrem Anspruch, die damit in Konflikt stehenden Ausw&uuml;chse der &ouml;konomischen Globalisierung wirksam eind&auml;mmen kann, w&auml;re statt des unverbindlichen Global Compact ein rechtlich bindendes und sanktionsbewehrtes Regelwerk f&uuml;r die transnationalen Konzerne n&ouml;tig. Dazu bed&uuml;rfte es jedoch des Zusammenwirkens der Mitgliedstaaten der VN. Die Vollversammlung m&uuml;sste dazu der UNO ein Mandat erteilen, mit dem nicht nur die Aufgabenverteilung von Staaten, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaft neu austariert wird sondern auch ein v&ouml;lkerrechtlich verbindliches Regelwerk mit Sanktionsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Einhaltung der Menschenrechte, der sozialen Rechte, der &ouml;kologischen Standards und der Bek&auml;mpfung von Korruption.<br>\nDer Global Compact hat sich bislang als ein &bdquo;zahnloser Tiger&ldquo; entpuppt. Sollte in absehbarer Zeit kein verbindlicheres Regelwerk entstehen, w&uuml;rde die Unabh&auml;ngigkeit und die Autorit&auml;t der VN weiter untergraben und die Charta der UNO sukzessive entkernt und inhaltslos.<br>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Globalisierung beschr&auml;nke die Gestaltungsm&ouml;glichkeiten nationalstaatlicher Politik und damit der parlamentarischen Demokratie. So h&ouml;ren wir st&auml;ndig, wenn es bei uns darum geht, &bdquo;Reformen&ldquo; durchzusetzen. Viele setzen deshalb ihre Hoffnungen auf eine B&auml;ndigung des Raubtierkapitalismus und auf die weltweite Durchsetzung von Menschenrechten und auf die Einhaltung von sozialen und &ouml;kologischen Standards durch supranationale Vereinbarungen. Der von<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1132\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[131,37,129,176],"tags":[639],"class_list":["post-1132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-oekonomie","category-globalisierung","category-lobbyorganisationen-und-interessengebundene-wissenschaft","category-umweltpolitik","tag-uno"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1132"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1132\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31234,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1132\/revisions\/31234"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}