{"id":113262,"date":"2024-04-02T09:03:13","date_gmt":"2024-04-02T07:03:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113262"},"modified":"2024-04-02T10:42:00","modified_gmt":"2024-04-02T08:42:00","slug":"pfaffenhofen-sagt-nein-zum-krieg-beispiel-und-ermunterung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113262","title":{"rendered":"Pfaffenhofen sagt Nein zum Krieg \u2013 Beispiel und Ermunterung"},"content":{"rendered":"<p>Redaktionelle Vorbemerkung: Es folgt ein Bericht von <strong>Bernd Duschner<\/strong> &uuml;ber ein bewundernswertes Engagement seiner Stadt. Wer helfen will, findet am Ende des Textes die n&ouml;tigen Hinweise. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Bernd Duschners Bericht<\/strong><\/p><p>Es besteht eine tiefe Kluft zwischen dem Denken der breiten Mehrheit unserer Bev&ouml;lkerung, die in Frieden leben m&ouml;chte und hilfsbereit ist, und den Herrschenden, die f&uuml;r ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen bereit sind, Millionen Menschen in Kriegen zu verheizen. Diese Kluft hat es unserem Verein 1999 erm&ouml;glicht, humanit&auml;re Hilfe in das bombardierte Serbien zu bringen. Sie besteht auch heute und sollte uns ermutigen, uns aktiv f&uuml;r Frieden und V&ouml;lkerverst&auml;ndigung einzusetzen.<\/p><p><strong>1999: Vor 25 Jahren<\/strong><\/p><p><strong>Pfaffenhofen sagt Nein zu Bomben und Krieg<\/strong><\/p><p>Am 5. Oktober 1999 belud unser Verein &bdquo;Freundschaft mit Valjevo e.V.&ldquo; in der oberbayerischen Kreisstadt Pfaffenhofen einen gro&szlig;en Sattelzug mit Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln und schickte ihn auf den Weg in die stark bombardierte serbische Stadt Valjevo. Am n&auml;chsten Tag brachen wir selbst mit einem Bus mit 24 B&uuml;rgern nach Valjevo auf. Wir wollten uns vor Ort &uuml;ber die Situation in Serbien nach den 78 Tage dauernden Bombardements der Nato informieren und an der Verteilung unserer Hilfsg&uuml;ter teilnehmen. Wir wollten einen direkten Kontakt zu den B&uuml;rgern der serbischen Stadt kn&uuml;pfen und die Grundlagen f&uuml;r eine dauerhafte Freundschaft zwischen den B&uuml;rgern unserer beiden St&auml;dte schaffen. <\/p><p>Der offensichtlich v&ouml;lkerrechtswidrige Angriffskrieg war von unserer Bev&ouml;lkerung nur hingenommen worden, weil er von einer intensiven und verlogenen Kampagne von Politik und Medien vorbereitet und begleitet worden war. Die Serben waren von unseren f&uuml;hrenden Politikern und Leitmedien als Unmenschen und ihr Staatsoberhaupt Slobodan Milosevic als blutr&uuml;nstiger &bdquo;Schl&auml;chter vom Balkan&ldquo; gebrandmarkt worden. Sie seien dabei, Millionen im Kosovo lebende Albaner ins KZ zu treiben und bestialisch zu ermorden. (1) Wie war es trotz dieser Gehirnw&auml;sche bereits kurze Zeit nach dem Krieg m&ouml;glich, mit Unterst&uuml;tzung s&auml;mtlicher Kinderg&auml;rten, Schulen und vieler B&uuml;rger unserer Stadt einen Hilfstransport zusammenzustellen, dem bald weitere folgten sollten?<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Beladung unseres Sattelzuges am 5. Oktober 1999<br>\nVon links: B. Duschner, serbischer Fahrer, M. Zdravkovic, A. Markovic<\/small><\/p><p><strong>Der Pfaffenhofener Friedensaufruf mit der Unterschrift des 1. B&uuml;rgermeisters<\/strong><\/p><p>Ich hatte Jugoslawien nicht gekannt und die politische Entwicklung dort nicht verfolgt. Die Nachricht am 24. M&auml;rz 1999 vom Angriff der Nato-Staaten gegen die Bundesrepublik Jugoslawien kam f&uuml;r mich &uuml;berraschend. Meine Lehrer waren noch von den Grauen des Krieges in Russland gepr&auml;gt. F&uuml;r sie war die Bombardierung von St&auml;dten zutiefst kriminell und verbrecherisch. Auf der Fahrt ins B&uuml;ro in M&uuml;nchen konnte ich jeden Tag im Radio h&ouml;ren, welche St&auml;dte die Nato-Flugzeuge am Vortag bombardiert hatten.<\/p><p>Es war nicht schwierig, sich vorzustellen, was diese st&auml;ndigen Luftangriffe f&uuml;r die betroffene Bev&ouml;lkerung bedeutet haben, f&uuml;r die Arbeiter, die zusehen mussten, wie die Bomben mit den Betrieben auch ihre Arbeitspl&auml;tze zerst&ouml;rten, f&uuml;r die M&uuml;tter mit ihren Kindern, die &auml;lteren Menschen, die Jugendlichen, die nachts in Angst in den Kellern schliefen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Kindergarten in Valjevo 1999 : Kinder suchen Schutz im Keller<\/small><\/p><p>Ich besuchte den jugoslawischen Club im benachbarten Ingolstadt. Die angetroffenen serbischen Arbeiter waren verzweifelt und ver&auml;ngstigt. Die Hetze unserer Medien gegen die &bdquo;Serben&ldquo; wirkte so stark, dass sie bei ihrer Trauer unter sich blieben. Sie wollten keinesfalls, dass Nachbarn oder Dritte erfuhren, dass sie aus Serbien stammten. Ich beschloss, Flugbl&auml;tter zu schreiben und sie jeweils am Samstagvormittag am Wochenmarkt in Pfaffenhofen zu verteilen. Laut unseren Leitmedien hatten die Bomben nur das &bdquo;humanit&auml;re&ldquo; Ziel, eine ethnische S&auml;uberung in der s&uuml;dserbischen Provinz Kosovo zu verhindern. <\/p><p>Weshalb gerade die Regierung in Belgrad, die den Vielv&ouml;lkerstaat Jugoslawien erhalten wollte, eine ethnische S&auml;uberung durchf&uuml;hren sollte, wurde nicht hinterfragt. Wieso die zivile Infrastruktur des Landes und Fabriken wie der Hersteller von Haushaltselektrik &bdquo;Sloboda&ldquo; in Cacak, die D&uuml;ngemittelfabrik in Pancevo, der Medikamentenhersteller &bdquo;Zdravlje&ldquo; in Leskovac oder die Brauerei in Apatin bombardiert wurden, wurde nicht diskutiert. Insbesondere interessierte unsere Leitmedien nicht, was der Bombenterror f&uuml;r die betroffene Bev&ouml;lkerung bedeutete. Ich konzentrierte mich dagegen bei meinen Flugbl&auml;ttern ausschlie&szlig;lich auf das Leid der Zivilbev&ouml;lkerung und die Folgen, die die Zerst&ouml;rung von Industrie, Infrastruktur und Umwelt f&uuml;r sie und ihre Kinder hatten. Die Flugbl&auml;tter endeten immer mit der Forderung nach einer sofortigen Beendigung der Luftangriffe, einer R&uuml;ckkehr zum Verhandlungstisch und &ndash; statt der Kriegsausgaben &ndash; einem f&uuml;r beide Seiten attraktiven Wiederaufbauprogramm.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Von Nato-Bomben zerst&ouml;rtes Geb&auml;ude in Valjevo<\/small><\/p><p>Wie war die Reaktion? Zun&auml;chst ablehnend, aber ich kam ins Gespr&auml;ch und nach einigen Wochen gab es auch Zuspruch. Darauf beschloss ich, Unterschriften f&uuml;r einen Friedensaufruf zu sammeln, der als bezahlte Anzeige im &ouml;rtlichen &bdquo;Pfaffenhofener Kurier&ldquo; erscheinen sollte. Jeder Unterzeichner musste 20 DM zur Finanzierung der Anzeige zahlen. 22. Mai 1999 erschien die Anzeige mit der &Uuml;berschrift: &bdquo;Schluss mit den Bomben &ndash; Zur&uuml;ck zum Verhandlungstisch&ldquo; mit 31 Unterzeichnern, am 5. Juni die zweite Anzeige mit 91 Unterzeichnern. <\/p><p>Bei der Unterschriftensammlung war ich auch ins Rathaus zu unserem damaligen CSU-B&uuml;rgermeister Hans Prechter gegangen. Zu meiner &Uuml;berraschung unterschrieb Prechter bereits nach einem kurzen Gespr&auml;ch. Ihre Unterschrift gaben auch eine Reihe von Stadtr&auml;ten, so die Fraktionsvorsitzenden der SPD, der Gr&uuml;nen und der &Ouml;DP. Wer unterschrieb? Das waren Arbeiter und Handwerker, M&uuml;tter mit Kleinkindern und Rentner, die noch wussten, was Krieg bedeutet. Eine Abfuhr holte ich mir hingegen h&auml;ufig bei &bdquo;Intellektuellen&ldquo;. Aus <em>Spiegel<\/em>, <em>Zeit<\/em> und <em>S&uuml;ddeutsche<\/em> informiert, wussten sie, dass mit dem &bdquo;Irren&ldquo; in Belgrad nicht verhandelt und Frieden nur mit Bomben hergestellt werden kann.<\/p><p><strong>Unser Friedensaufruf im &bdquo;Pfaffenhofener Kurier&ldquo;<\/strong><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><strong>Von der Vereinsgr&uuml;ndung zum ersten Hilfstransport<\/strong><\/p><p>F&uuml;r den Friedensaufruf war es wichtig, auch eine serbische Familie in unserer Stadt als Unterzeichner zu gewinnen. Ich fragte mich durch und erhielt schlie&szlig;lich den Namen Mirko Zdravkovic. Der Arbeiter stammte aus Valjevo, einer Stadt mit 60.000 Einwohnern knapp 100 Kilometer s&uuml;dwestlich von Belgrad. Er und seine S&ouml;hne Zoran und Goran unterschrieben, verlangten aber, gleich nach Kriegsende f&uuml;r ihre Heimatstadt humanit&auml;re Hilfe zu organisieren. <\/p><p>Am 16. Juli gr&uuml;ndeten wir, 16 Personen, unseren gemeinn&uuml;tzigen Verein &bdquo;Freundschaft mit Valjevo e.V.&ldquo; und beschlossen, einen Hilfstransport f&uuml;r Valjevo zusammenzustellen. Erfahrung hatten wir keine und unsere Vereinskasse war leer. Wir begannen, an Infost&auml;nden &uuml;ber die Situation der serbischen Bev&ouml;lkerung nach der Zerst&ouml;rung eines Gro&szlig;teils der Industrie und Infrastruktur des Landes zu informieren und Spenden zu sammeln. Valjevo selbst war 27 Mal bombardiert worden und hatte am 30. April auch ein gr&ouml;&szlig;eres Erdbeben erlebt. Zus&auml;tzlich machten wir Haussammlungen. Unsere Beharrlichkeit &uuml;berzeugte. Einige Tausend DM kamen zusammen. <\/p><p>Die erste gr&ouml;&szlig;ere Spende erhielten wir vom damaligen Vorstandsvorsitzenden der Allianz AG. Dr. Rainer Hagemann genoss bei uns im Au&szlig;endienst hohes Ansehen. Ich schrieb ihm &uuml;ber unseren geplanten Hilfstransport und bat ihn um finanzielle Unterst&uuml;tzung aus Mitteln der Allianz. 3 Tage sp&auml;ter erhielt ich eine knappe Antwort: &bdquo;Vielen Dank f&uuml;r Ihr Schreiben vom 2. August 1999. Ihr pers&ouml;nliches Engagement in dieser uns alle betreffenden Angelegenheit begr&uuml;&szlig;e ich au&szlig;erordentlich. Wir folgen Ihrer Bitte gerne und freuen uns, die humanit&auml;re Hilfe f&uuml;r die Stadt Valjevo mit einer Spende von 2.000 DM unterst&uuml;tzen zu k&ouml;nnen.&ldquo; Mit seinem Schreiben in der Hand sammelte ich bei Betriebsrat und Mitarbeitern der Allianz in M&uuml;nchen. <\/p><p>Wir wollten m&ouml;glichst viele B&uuml;rger unserer Stadt in die Vorbereitung des Hilfstransportes einbeziehen und organisierten dazu auch eine Kleidersammlung. Auf Bitte der SPD-Stadtr&auml;tin Erika Thalmeier, die zu den Gr&uuml;ndern unseres Vereins geh&ouml;rte, &uuml;berlie&szlig; uns B&uuml;rgermeister Hans Prechter f&uuml;r die Einlagerung von Sachspenden R&auml;umlichkeiten im damals leerstehenden Pfaffenhofener Atomschutzbunker. Erika Thalmeier &uuml;bernahm es mit ihrem Mann Klaus, die Kleiderspenden entgegenzunehmen und durchzusehen. Je deutlicher es wurde, dass unser Hilfstransport zustande kommt, desto gr&ouml;&szlig;er wurde die Unterst&uuml;tzung von Privatpersonen und &ouml;rtlichen Firmen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Kinder eines Pfaffenhofener Kindergartens mit Kleidungspaketen f&uuml;r ihre Altersgenossen in Valjevo<\/small><\/p><p>Besonders erfolgreich war eine Spendenaktion bei den Kinderg&auml;rten. Meine Kinder hatten den Kindergarten &bdquo;Maria Rast&ldquo; besucht. Dessen Leiterin Helga Wagner war bereit, bei der humanit&auml;ren Hilfe mitzumachen und ihre Kolleginnen in den anderen Kinderg&auml;rten daf&uuml;r zu gewinnen. In Serbien herrschte nach der Zerst&ouml;rung der chemischen Industrie auch an Trinkfl&auml;schchen f&uuml;r Kleinkinder ein gro&szlig;er Mangel. Ich schrieb ein Flugblatt und die Leitungen unserer Kinderg&auml;rten verteilten es an ihre Eltern. In dem Flugblatt baten wir sie, Trinkfl&auml;schchen zu kaufen und f&uuml;r unseren Hilfstransport zu spenden. Die &ouml;rtlichen Apotheken waren schnell ausverkauft. Wir konnten &uuml;ber 600 solcher neuen Trinkfl&auml;schchen auf unseren Sattelzug verladen. &Auml;hnliche Flugbl&auml;tter machten wir f&uuml;r die Schulen, in denen wir um S&uuml;&szlig;igkeiten (Gymnasium), um Schreib- und Malsachen (Hauptschule) und um Pl&uuml;schtiere (Grundschule) baten.<\/p><p>F&uuml;r einen Hilfstransport braucht man im Empf&auml;ngerland einen verl&auml;sslichen Ansprechpartner. Mirko Zdravkovic kannte den damaligen Leiter des Roten Kreuzes in Valjevo, den Arzt und Stadtrat Dr. Canic. Nachdem er unsere Ladeliste erhalten und die Annahme unserer Hilfsg&uuml;ter best&auml;tigt hatte, konnten wir unseren Sattelzug auf den Weg schicken.<\/p><p><strong>Die Fahrt nach Valjevo<\/strong><\/p><p>Einen Tag nach unserem Sattelzug brachen wir selbst am 6. Oktober mit einem Bus &uuml;ber Ungarn nach Valjevo auf. Es stellte sich heraus, dass der Busfahrer ein ehemaliger DDR&ndash;Offizier war. Nach der &bdquo;Wende&ldquo; entlassen, hatte er bei dem von uns beauftragten M&uuml;nchner Busunternehmen Arbeit gefunden. Er sprach flie&szlig;end Russisch und wusste bei der schwierigen Fahrt jedes Problem zu l&ouml;sen. An den Grenzen standen sich damals Nato-Milit&auml;r und serbisches Milit&auml;r feindlich gegen&uuml;ber. Wir wurden auf beiden Seiten misstrauisch und sehr gr&uuml;ndlich untersucht. Auf der Fahrt durch Serbien konnten wir sehen, wie verarmt das Land war. Wir konnten sehen, wie die Nato mit ihren Bombardements zahllose zivile Objekte, darunter die Br&uuml;cken &uuml;ber die Donau in Novi Sad, zerst&ouml;rt hatte.<\/p><p>Kurz vor Valjevo wurde unser Bus von der Polizei wegen einer Gro&szlig;kundgebung der prowestlichen Opposition unter Zoran Djincic umgeleitet. Im Jugoslawien des &bdquo;Diktators&ldquo; Milosevic, so lernten wir, herrschte ein Mehrparteiensystem. Die prowestliche Opposition hatte ihre eigenen Zeitungen und Sender, regierte in zahlreichen Gro&szlig;st&auml;dten und konnte unbehindert Demonstrationen und Kundgebungen organisieren.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Pressekonferenz im Rathaus von Valjevo<br>\nVon links: Erika Thalmeier, Z. Zdravkovic, B. Duschner, B&uuml;rgerm. Lazarevic<\/small><\/p><p>Nach 24 Stunden Fahrt trafen wir am 7. Oktober abends in Valjevo ein. Dort wurden wir von Vertretern der Stadt mit dem 2. B&uuml;rgermeister Lazarevic an der Spitze und vielen B&uuml;rgern in Empfang genommen. Sie hatten f&uuml;r uns ein Festessen vorbereitet. Zigeunermusiker spielten auf und wir feierten gemeinsam mehrere Stunden. B&uuml;rgermeister Lazarevic fragte uns, was wir in den n&auml;chsten Tagen besichtigen wollten, und gemeinsam vereinbarten wir unser Besuchsprogramm.<\/p><p><strong>Unsere ersten Eindr&uuml;cke<\/strong><\/p><p>Einige unserer Teilnehmer hatten die Bef&uuml;rchtung gehabt, wir m&uuml;ssten nach den Nato-Bombardements mit &Uuml;bergriffen rechnen. Das war nicht der Fall. Wir wurden im Gegenteil von der Bev&ouml;lkerung &uuml;berall sehr herzlich empfangen. Wir trafen eine Reihe B&uuml;rger, die selbst einige Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hatten. Sie hatten nicht verstehen k&ouml;nnen, warum ihr Land bombardiert worden war und sich Deutschland daran beteiligt hatte. Jetzt hatten sie die Hoffnung, wir seien die Vorboten dessen, was an Hilfe aus gro&szlig;en St&auml;dten wie M&uuml;nchen, Frankfurt, D&uuml;sseldorf, Hamburg oder Berlin kommen w&uuml;rde. Nach einer Pressekonferenz im Rathaus besuchten wir das wiederholt schwer bombardierte Kombinat &bdquo;Krusik&ldquo;. Mit einst 10.000 Besch&auml;ftigten war es vor dem Krieg der wichtigste Arbeitgeber und Steuerzahler der Stadt gewesen. Durch seine weitgehende Zerst&ouml;rung hatten Tausende Besch&auml;ftigte ihren Arbeitsplatz und ihre Familien die Existenzgrundlage verloren.<\/p><p>Wir besichtigten das Krankenhaus. Viele seiner Fensterscheiben hatten die Druckwellen zerbrochen und waren noch nicht ersetzt. Neugeborene hatten ihr H&ouml;rverm&ouml;gen verloren. Die technische Ausr&uuml;stung war v&ouml;llig veraltet, es fehlte am n&ouml;tigsten medizinischen Material. Wir besuchten das Fl&uuml;chtlingslager &bdquo;Poljoplod&ldquo;.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-07.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-07.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Fl&uuml;chtlinge im Lager Poljoplod<\/small><\/p><p>Serbien war damals &uuml;berf&uuml;llt mit Fl&uuml;chtlingen. Die von der EU und speziell Berlin forcierte Zerschlagung des Vielv&ouml;lkerstaates Jugoslawien in einzelne Nationalstaaten hatte zu einer Kette ethnischer S&auml;uberungen in Kroatien, Bosnien und im Kosovo gef&uuml;hrt. Im Kosovo hatte die UCK unmittelbar nach dem Einmarsch der Nato-Truppen und vor deren Augen rund 250.000 Serben, Roma und Juden mit brutalster Gewalt vertreiben k&ouml;nnen. Diese ethnische S&auml;uberung war ein wichtiger Schritt, um Kosovo endg&uuml;ltig vom Mutterland Serbien abspalten zu k&ouml;nnen. <\/p><p>Rund 4.500 Fl&uuml;chtlinge, so Vertreter der Stadt, waren allein in Valjevo untergebracht. Das Elend im Lager &bdquo;Poljoblod&ldquo;, wo ganze Familien aus der Krajna jeweils in einem kleinen Raum &uuml;ber Jahre leben mussten, hat uns besonders ersch&uuml;ttert. Wir besuchten das Waisenhaus &bdquo;Dom Stupar&ldquo;. Dort schenkten uns die Kinder Bilder, die sie selbst gemalt hatten. Sie zeigten Nato-Flugzeuge, die Bomben auf ihre Stadt warfen. Sp&auml;ter wird der Pfaffenhofener Kindergarten Maria Rast eine Partnerschaft f&uuml;r dieses Waisenhaus &uuml;bernehmen. Mehrfach wurden wir auf der Stra&szlig;e auf Medikamente f&uuml;r chronisch Kranke angesprochen. In Serbien waren sie nicht mehr zu erhalten.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-08.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-08.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Bombardierung von Valjevo : Bild eines Kindes aus dem Waisenhaus<\/small><\/p><p><strong>Die Sorge um unseren Sattelzug<\/strong><\/p><p>Wir hatten gehofft, bei unserer Ankunft in Valjevo unseren Sattelzug vorzufinden. Als er auch am 2. Tag noch nicht eingetroffen war, fragten wir im Rathaus nach. Wir erfuhren, dass der Sattelzug in Belgrad festgehalten wurde. Angesichts des gro&szlig;en Mangels an medizinischen Hilfsmitteln und Medikamenten wollten Regierungsstellen diesen Teil der Ladung auf mehrere Krankenh&auml;user verteilen. Damit konnten wir nicht einverstanden sein. Wir bestanden darauf, dass die gesamte Ladung f&uuml;r Valjevo bestimmt sei und wir an der Verteilung teilnehmen m&uuml;ssten. Wir bef&uuml;rchteten, nach unserer R&uuml;ckkehr w&uuml;rde sonst schnell das Ger&uuml;cht verbreitet werden, Pr&auml;sident Milosevic h&auml;tte sich pers&ouml;nlich an unserem Sattelzug bereichert. Weitere humanit&auml;re Hilfe w&auml;re danach schwer m&ouml;glich gewesen. Stadtrat Dr. Canic griff nach seinem Handy und am n&auml;chsten Morgen traf unser Sattelzug in Valjevo ein.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-09.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-09.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Verteilung von Geschenken im Waisenhaus Dom Mihajlo Stupar<br>\nVon links: Dr. Canic, die Leiterin der Einrichtung, Zoran Zdravkovic<\/small><\/p><p><strong>Die Zusammenarbeit beginnt<\/strong><\/p><p>Mit der Einstellung der Kampfhandlungen am 9. Juli war der Krieg f&uuml;r die serbische Bev&ouml;lkerung nicht zu Ende: Bereits die Sanktionen 1992&ndash;1996 hatten die Bundesrepublik Jugoslawien in tiefe Armut gest&uuml;rzt. Ab 1998 waren schrittweise erneut Sanktionen verh&auml;ngt worden. Sie beinhalteten u.a. ein Einfrieren der Auslandsguthaben des Landes, ein Verbot von Investitionen und der Lieferung und des Verkaufs von Erd&ouml;l und Erd&ouml;lerzeugnissen in die Bundesrepublik Jugoslawien. Die Wirtschaft des Landes und die Versorgung seiner B&uuml;rger sollten lahmgelegt und jeder Wiederaufbau nach den Zerst&ouml;rungen der Nato verhindert werden. <\/p><p>Angesichts der schweren Sch&auml;den, die die Luftangriffe der Nato verursacht hatten, empfanden wir speziell das ausdr&uuml;ckliche Exportverbot f&uuml;r &bdquo;G&uuml;ter, Dienstleistungen, Technologien oder Ger&auml;te, &bdquo;die f&uuml;r die Reparatur von durch Lufteins&auml;tze verursachte Sch&auml;den an Material, Infrastruktur oder Ger&auml;ten geeingnet sind&ldquo; (2), als besonders menschenverachtend und b&ouml;sartig. Die serbische Bev&ouml;lkerung wurde erpresst: Ohne dem von der Nato geforderten Regimechange w&uuml;rde es keine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen geben. <\/p><p>Die Sanktionen sollten zudem den weiteren Zerfall des Landes forcieren: Montenegro, dessen Regierungschef Djukanovic die Trennung von Serbien verfolgte, wurde von den Sanktionen ausgenommen. Die Sanktionen machten klar, worum es in Wahrheit bei diesem Krieg ging: Den Balkan vollst&auml;ndig unter die Kontrolle von USA und Nato zu bekommen, Serbiens Wirtschaft internationalen Konzernen zur Privatisierung zu &uuml;berlassen und Russland jeglichen politischen Einfluss zu nehmen.<\/p><p>Nach unserer R&uuml;ckkehr informierten wir in Pfaffenhofen &uuml;ber die dramatische Situation in Valjevo und beschlossen, unsere humanit&auml;re Hilfe weiterzuf&uuml;hren. Die Nato hatte systematisch &Ouml;lraffinerien, Gas- und Treibstofflager zerst&ouml;rt und das Stromversorgungsnetz schwer besch&auml;digt. Die serbische Bev&ouml;lkerung stand vor einem schweren Winter. Wir stellten einen weiteren Hilfstransport zusammen und konnten dank breiter Unterst&uuml;tzung Weihnachten 1999 mit zwei Sattelz&uuml;gen mit Lebensmitteln, medizinischen Hilfsmitteln und Kleidung, und im Februar 2000 mit Notstromaggregaten f&uuml;r das Krankenhaus und eine Schule kommen. Bei diesem Besuch wurden wir von Sch&uuml;lern des Gymnasiums gebeten, ihnen eine Fahrt nach Pfaffenhofen zu erm&ouml;glichen. Wir griffen die Idee gerne auf, galt es doch, das Zerrbild, das die Leitmedien von der serbischen Bev&ouml;lkerung gezeichnet hatten, zu beseitigen. Direkte Kontakte zur serbischen Bev&ouml;lkerung herzustellen oder gar serbische B&uuml;rger nach Deutschland einreisen zu lassen, war zu dieser Zeit nicht erw&uuml;nscht (3). Die erforderlichen Antr&auml;ge f&uuml;r Visa zu erhalten, war nur im Konsulat in Belgrad m&ouml;glich.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-10.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240402-bombardierungen-10.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><small>Unsere ersten Sch&uuml;ler aus Valjevo Ostern 2000 im Heim der Arbeiterwohlfahrt<\/small><\/p><p>Ostern 2000 fuhren wir mit einem Bus nach Valjevo und brachten 12 Gymnasiasten mit ihren beiden Deutschlehrerinnen nach Pfaffenhofen. Wir besuchten mit ihnen M&uuml;nchen und Ingolstadt, wo sie im dortigen Privatfernsehen &uuml;ber die Bombardierung ihrer Stadt und ihre Erlebnisse berichten konnten. Bereits Pfingsten 2000 konnte die Folkoregruppe des Kombinats &bdquo;Krusik&ldquo; aus Valjevo im Rahmen der &bdquo;Europ&auml;ischen Kulturtage&ldquo; unserer Stadt ein Konzert geben. Das Eis war endg&uuml;ltig gebrochen.<\/p><p>Wie jedes Jahr seit 2000 laden wir auch in diesem Jahr im Juli eine Sch&uuml;lergruppe aus der serbischen Stadt Valjevo f&uuml;r eine Woche nach Pfaffenhofen ein. Die Finanzierung ist f&uuml;r unsere kleine Friedensgruppe nicht einfach. Gleichzeitig f&uuml;hren wir unsere humanit&auml;re Hilfe f&uuml;r das Italienische Krankenhaus in Damaskus weiter. Syrien wird regelm&auml;&szlig;ig von der israelischen Luftwaffe bombardiert und seine Bev&ouml;lkerung leidet nach 12 Jahren Sanktionen unter Elend und Hunger.<\/p><p><strong>Wer uns bei unserer humanit&auml;ren und Friedensarbeit unterst&uuml;tzen m&ouml;chte, den bitten wir um eine Spende auf unser Konto &bdquo;Freundschaft mit Valjevo e.V.&ldquo; bei der Sparkasse Pfaffenhofen, IBAN DE06 7215 1650 0008 0119 91. Gerne erstellen wir bei Angabe von Name und Adresse der Spender eine Bescheinigung f&uuml;r das Finanzamt.<\/strong><\/p><p><strong>Anmerkungen<\/strong>:<\/p><ol>\n<li>Siehe dazu beispielsweise Stefan Wirner &bdquo;Der gro&szlig;e Zapfenstreich&ldquo; mit einer Zusammenstellung von Eintr&auml;gen aus dem Tagebuch des damaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/op.europa.eu\/en\/publication-detail\/-\/publication\/c5d72aab-1d4e-11ec-b4fe-01aa75ed71a1\/language-de\">Gemeinsamer Standpunkt vom 10. Mai 1999 &mdash; vom Rat aufgrund des Artikels 15 des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union angenommen &mdash; betreffend zus&auml;tzliche restriktive Ma&szlig;nahmen gegen die Bundesrepublik Jugoslawien (1999\/318\/GASP)<\/a><\/li>\n<li>Siehe dazu die Verordnung (EG) Nr. 1064\/1999 des Rates vom 21. Mai 1999, mit der s&auml;mtliche Fl&uuml;ge zwischen dem Gebiet der Gemeinschaft und dem Gebiet der Bundesrepublik Jugoslawien untersagt wurden.<\/li>\n<\/ol><p><small>Titelbild: Ein Bild vom Krieg<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Redaktionelle Vorbemerkung: Es folgt ein Bericht von <strong>Bernd Duschner<\/strong> &uuml;ber ein bewundernswertes Engagement seiner Stadt. Wer helfen will, findet am Ende des Textes die n&ouml;tigen Hinweise. Albrecht M&uuml;ller.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":113263,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[170,171,161],"tags":[3024,1055,2222,1494,462,2853,466,2203,1481,1019,2360],"class_list":["post-113262","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-friedenspolitik","category-militaereinsaetzekriege","category-wertedebatte","tag-ethnische-minderheiten","tag-fluechtlinge","tag-humanitaere-hilfe","tag-infrastruktur","tag-jugoslawien","tag-medizinische-ausruestung","tag-nato","tag-serbien","tag-spendenaufruf","tag-wirtschaftssanktionen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/240402-bombardierungen-e1712043330103.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113262","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=113262"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113262\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":113276,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/113262\/revisions\/113276"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/113263"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=113262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=113262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=113262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}