{"id":1133,"date":"2006-03-31T10:57:30","date_gmt":"2006-03-31T08:57:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=1133"},"modified":"2016-02-15T08:18:23","modified_gmt":"2016-02-15T07:18:23","slug":"das-elfchen-markt-und-der-herr-professor-sinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=1133","title":{"rendered":"Das Elfchen \u201eMarkt\u201c und der Herr Professor Sinn"},"content":{"rendered":"<p>Brigitta Huhnke hat uns wieder einmal einen furiosen Essay geschrieben. Lassen Sie sich einfach mitrei&szlig;en und lesen Sie selbst.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Das Elfchen und der Herr Professor<\/strong><\/p><p>Von Brigitta Huhnke<\/p><p>In den Niederungen der Lebenswelt des Neoliberalismus angekommen, hat sich auch die Fetischkultur ver&auml;ndert. Bis Anfang der achtziger Jahre war das mit dem libidin&ouml;sen Ersatz so einigerma&szlig;en klar. Das Auto war einfach Vatis liebstes Kind. Zuvor waren den Opis die phallischen Symbole der Leitkultur von 1933 bis 1945, wie Pistolen, Panzer und die blank gewichsten Lederstiefel zur schmucken Uniform rabiat weggenommen worden. Also, sp&auml;testens ab den sechziger Jahren wienerte Vati jetzt samstags Kotfl&uuml;gel und Felgen, als sichtbarstes Symbol seines pers&ouml;nlichen kleinen Wirtschaftswunders. Und von heute aus besehen, waren ja einige Modelle wirklich richtig scharf: die alten Porsche, der Nittribit Mercedes, der rote Karman Ghia der Tante, sogar Familienkutschen wie der alte Opel Kapit&auml;n &bdquo;hatten was&ldquo;. Sp&auml;ter in den siebziger Jahren kamen zu den Citroens und Enten junge, laszive und langhaarige M&auml;nner dazu und auch wir fanden durchaus Genuss an den sehr eigenen Ger&auml;uschen von C4 und am Hochziehen der G&auml;nge im K&auml;fer. <\/p><p>Seit aber sogar den Saab Modellen keinerlei Distinktion mehr anhaftet, ist einfach die totale &auml;sthetische &Ouml;de in die Autolandschaft geraten, nur noch PS und Preis z&auml;hlen. Nun, fr&uuml;her schmeckte auch die Currywurst an jeder Bude anders, jetzt geht McDonalds weltweit gleich auf die Sinne und Geschmacksnerven. Aber so &auml;hnlich hat sich das auch mit den libidin&ouml;sen Besetzungen entwickelt. In den neunziger Jahren &auml;nderte sich ziemlich pl&ouml;tzlich und radikal das Outfit der sp&auml;tgeborenen M&auml;nner: Haare ab, bis zum k&uuml;nstlichen Glatzenkult, Anzug, B&ouml;rsenteil, absolute Uniformierung, moderne Spie&szlig;er eben. Die Partys zu stampfenden Takten der Neuen Deutschen Welle wurden auch immer langweiliger, dann kam Techno. Mehr und mehr schwirrte nun allerlei geistiger Unrat durch die Diskurse. Plastikw&ouml;rter, wie &bdquo;Deregulierung&ldquo;, &bdquo;Information&ldquo;, &bdquo;Prozess&ldquo;, &bdquo;Flexibilisierung&ldquo;, &bdquo;Dynamik&ldquo;, &bdquo;Mobilit&auml;t&ldquo;, &bdquo;Selbstverantwortung&ldquo;, &bdquo;Innovation&ldquo;&bdquo;, riefen die &ouml;ffentlichen Auguren jetzt an und auch immer h&auml;ufiger den &bdquo;Wettbewerb&ldquo; und den &bdquo;Markt &ldquo;. Traktiert wurden hingegen die &bdquo;&ouml;ffentliche Subvention&ldquo; und die &bdquo;&ouml;ffentliche Daseinsvorsorge&ldquo;. <\/p><p>Margret Thatcher, die erste weibliche Ikone des Neoliberalismus, schlie&szlig;lich stiftete dann 1987 kaum noch Verwirrung bzw. wurde auch von links nicht ernst genommen, mit ihrem Ausspruch: &bdquo;And, you know, there is no such thing as society. There are individual men and women, and there are families. And no government can do anything except through people, and people must look to themselves first.&rdquo; (Margret Thatcher 1987). Ihre Landsfrau, allerdings auch Fachfrau, die Volkswirtschaftlerin Susan Strange hatte Jahre zuvor den neuen M&auml;nnertypus, der uns in so unangenehmer Anzahl mittlerweile auch in Universit&auml;ten und Redaktionen &uuml;ber den Weg lief, immer farblos aber immer gesch&auml;ftig, irgendwie hundsbl&ouml;d, doch &auml;u&szlig;erst machtbewusst, treffend als neuen Typus des &bdquo;Casinokapitalismus&ldquo; beschrieben, der in der Finanzwelt sein &bdquo;mad money&ldquo; wie ein Getriebener &uuml;ber die Datenautobahnen jagt: &bdquo;Das westliche Finanzsystem ist rapide dabei, sich nichts anderem als einem gro&szlig;en Casino anzun&auml;hern. Jeden Tag finden Spiele in diesem Casino statt, in die unvorstellbare Geldsummen involviert sind. In der Nacht gehen die Spiele auf der anderen Seite der Welt weiter. In den Bl&ouml;cken der B&uuml;rohochh&auml;user, die alle gro&szlig;en St&auml;dte pr&auml;gen, sind die R&auml;ume voll mit jungen m&auml;nnlichen Kettenrauchern, die alle diese Spiele treiben. Ihre Augen sind auf Computerschirme fixiert, auf denen sich st&auml;ndig ver&auml;ndernde Preise flackern. Sie spielen mit Hilfe von interkontinentalen Telefonverbindungen oder indem sie in elektronischen Maschinen tippen. Sie sind genau wie die Spieler im Kasino, verfolgen das klickende Drehen des Silberballs auf dem Roulett Brett und legen ihre Chips auf rot oder schwarz, ungerade oder gerade Zahlen.&ldquo; (STRANGE, Susan: Casino Capitalism. New York 1986, Sp. 1). <\/p><p>Na, wir machten erst einmal wieder auf deutschen Sonderweg, das was wir bisher immer gut konnten, lie&szlig;en uns von dem ganzen Popanz &bdquo;Deutschland einig Vaterland&ldquo; kr&auml;ftig zus&auml;tzlich die Hirne vernebeln. Doch diese neuen Finanz-Junkies waren l&auml;ngst auch bei uns unterwegs, besonders im neuen deutschen Osten hefteten sie sich an die Hacken der politischen Eroberer und gaben die Gl&uuml;cksritter und Cowboys der &bdquo;New-Economy&ldquo; und der lukrativen Totalsanierung. Unn&ouml;tig fast, zu erw&auml;hnen, wie g&uuml;nstig dieses Klima war, nun endlich auch die langersehnten Feldz&uuml;ge gegen den Feminismus, nach ersten Anfangsschwierigkeiten in den achtziger Jahren, jetzt so richtig zu f&uuml;hren. Nicht nur Medienm&auml;nner in Schlips und Kragen, bei Bild und Der Spiegel bewunderten den &bdquo;Backlash&ldquo; gegen die Frauen in den USA, feierten die Wonnen der Pornographie und Frauenkauf als ultimativen Fortschritt, der Sabber des sexuellen McDonald und der Verachtung schwappte sogar ins feine Papier von Die Zeit. <\/p><p>Millionen Glaubensbr&uuml;der trieben die Demagogen jetzt mit allerlei Lustversprechen in die F&auml;nge der B&ouml;rsen, wo sie sich dem &bdquo;Markt&ldquo; unterwarfen. Immer schriller schwollen bald im ganzen Land die Bocksges&auml;nge auf die &bdquo;M&auml;rkte&ldquo; an. Im neuen Evangelium wurde ab etwa 1997 auch das Paradies benannt: die &bdquo;Globalisierung&ldquo;. F&uuml;r den Standortwettbewerb sollte nun &bdquo;ein Ruck durch Deutschland gehen&ldquo;. Alle, die sich dem entgegenstellen werden bis heute verh&ouml;hnt, im Gestus des Tabubruchs als &bdquo;Gutmenschen&ldquo;, &bdquo;Traditionalisten&ldquo;, &bdquo;Retrosozialisten&ldquo; oder &bdquo;ewig Gestrige&ldquo;. &bdquo;Gesellschaft&ldquo; ist auch in diesem Land l&auml;ngst zum Unwort abgesunken. Dennoch werden die Heilsges&auml;nge immer lauter. F&uuml;rsorge hat im Neoliberalismus ein anderes Objekt, richtet sich auf ein scheinbar v&ouml;llig unschuldiges Wesen der dritten Art: Nicht auf Menschen oder Natur sondern eben nur noch auf den &bdquo;Markt&ldquo;, alles was sich ihm entgegenstellt, ist aus dem Weg zu r&auml;umen. Das Ph&auml;nomen ist bekannt: Wo Vernichtungsphantasien bl&uuml;hen, herrscht immer auch unstillbares Verlangen nach Unterwerfung und wenn es ganz schr&auml;ge kommt, d.h. wenn die Angst sich unbez&auml;hmbar zur Verachtung gesellt, dann muss der Fetisch her. Die einzige Projektion des Westens seit dem Sieg &uuml;ber den &bdquo;realen Sozialismus&ldquo; ist der Fetisch &bdquo;Markt&ldquo;. Diese scheue aber leicht zu ver&auml;rgernde Elfe, darf blo&szlig; nicht gest&ouml;rt, also etwa demokratisch oder politisch reguliert, sondern nur noch verg&ouml;ttert werden. Dieses sinnverwirrende Wesen wollen unsere Destruktiven als Chiffre als einzigen neoliberalen (Alp-)Traum weltweit implementieren. Dem d&auml;monischen Wesen &bdquo;Markt&ldquo;, bar jeder Sozialit&auml;t oder gar Geschichtlichkeit, steht als St&ouml;rfaktor einzig noch das &bdquo;Humankapital&ldquo; gegen&uuml;ber, besonders das Erwerbslose und neuerdings auch noch geb&auml;runwillige Frauen. Seit Jahren &uuml;berbieten sich die Huldiger des Fetischs &bdquo;Markt&ldquo; in ihrem moralischen Zynismus. Medien und Wissenschaften sind fast vollst&auml;ndig von kritischem (humanem) Geist ges&auml;ubert.<\/p><p>Dem &bdquo;Markt&ldquo;, diesem d&auml;monischen Abgesandten der &bdquo;Globalisierung&ldquo;, fehlt mittlerweile jeglicher verst&ouml;rende Eros des Sozialen, das patriarchale Identit&auml;ten schon immer verunsichert hat. Das Elfchen &bdquo;Markt&ldquo; ist purer Fetisch, an dem sich die abgehobenen Eliten erg&ouml;tzen. Der Fetisch ist Ersatz f&uuml;r Gesellschaft, Ersatz f&uuml;r eine nur noch verachtete Vielfalt m&ouml;glichen sozialen, kulturellen, sinnlichen Lebens. Das Elfchen macht unseren selbsternannten Eliten keine Angst. In seiner herbeigebeteten Unschuld bietet es sich dem starken patriarchalen Arm an. Dem zarten Wesen lesen die Herren des Kapitals und ihren Handlangern jeden Wunsch vom Angesicht. Richtige Gl&uuml;cksgef&uuml;hle &uuml;berkommen seine Besch&uuml;tzer dabei. Jede Stimmungslage des Elfchen halten sie fest. Ist die Au&szlig;erirdische zufrieden, dann hei&szlig;t es im Radio, mit leicht bebender Erregung vorgetragen, die Stimmung der Unternehmen sei &bdquo;entspannt&ldquo; oder die &bdquo;B&ouml;rse ist im Aufwind&ldquo; oder das &bdquo;B&ouml;rsenbarometer&ldquo; schlage g&uuml;nstig aus. Lange wird es nicht mehr dauern, bis im Reklamefernsehen Blondinen oder andere &bdquo;Rasseweiber&ldquo; barbusig die &bdquo;Performance&ldquo; der B&ouml;rsenkurven hauchen.<\/p><p>Einmal im Monat liest der Oberschamane vom Ifo-Tempel Hans-Werner Sinn dem Elfchen aus der Hand, misst seinen Puls. L&auml;sst es den Herrn Professor ins Gemach hinein, l&auml;chelt es ihm zu, dann ist der &bdquo;Gesch&auml;ftsklimaindex&ldquo; g&uuml;nstig und nur wenige Stunden sp&auml;ter &bdquo;klettern die B&ouml;rsen&ldquo;. Doch das Elfchen, ein BDI-Chef nannte es auch schon mal &bdquo;scheues Reh&ldquo;, geb&auml;rdet sich oft verzogen. Ziemlich uners&auml;ttlich, treibt es sich und seine Gefolgschaft regelm&auml;&szlig;ig in manische Zust&auml;nde.<br>\nNach wilden Halluzinationen &uuml;ber &bdquo;Informationsgesellschaft&ldquo;, &bdquo;Wissensgesellschaft&ldquo;, &bdquo;new economy&ldquo; oder den Handlesereien &uuml;ber Zukunft der Gentechnologie und andere Neuer Technologien, nach all dem Rausch und all der Erl&ouml;sungshoffnungen, war es im Jahr 2000\/2001 mal wieder soweit. Das Elfchen dekompensierte einfach. Unter lautem Jammern und Entleiben seiner Besch&uuml;tzer lie&szlig; es die B&ouml;rsen krachen: <\/p><p>&bdquo;Der Orkan war da. Es rasselte in der B&ouml;rse von New York, dass man seine strahlende Freude daran haben konnte, wenn man keine Papiere besa&szlig; und nur neutraler Zuschauer war.<br>\nDa flogen nur so die Fetzen.<br>\nDie Fetzen des stolzen und bewunderten Wirtschaftssystems.<br>\nEs hagelte und dr&ouml;hnte. Die W&auml;nde des Geb&auml;udes dieses ehernen Systems erzitterten.<br>\nDie Telephonzellen der Broker, der B&ouml;rsenmakler krachten.<br>\nZehn Punkte rauf. Schnell verkauft. Aber ehe zugesagt ist, zwanzig runter. Vier Punkte rauf. Hoffnung. Einen Punkt rauf. Kabel &uuml;ber den Globus. Markt beginnt sich zu festigen. Vierzehn Punkte runter. Markt erneut flattrig&hellip;<br>\nZw&ouml;lf Punkte rauf. Drei runter. Sieben runter. Vier runter. Zwei rauf. Telephonm&auml;dchen bekommen Kr&auml;mpfe. Telegraphisten werden irrsinnig. In den B&uuml;ros der Banken und in den winzigen St&uuml;bchen der Agenten rasen die schmalen wei&szlig;en Streifen mit den Todesurteilen und mit den Hoffnungsbelebungen aus den M&auml;ulern der Privattelegraphen heraus mit unerfassbarer Schnelligkeit&hellip; Hirne, M&auml;uler, Ohren, M&uuml;nder Buchstaben und zerrende H&auml;nde sind gejagt von M&auml;chten, die hier nicht gesehen, nicht gef&uuml;hlt, sondern nur empfunden werden.&ldquo; (B. Traven, Die Wei&szlig;e Rose, 96f)<\/p><p>Diese Situationsbeschreibung stammt aus dem Jahr 1927, also zwei Jahre vor dem ersten legend&auml;ren Zusammenbruch der New Yorker B&ouml;rse. Der sozial-anarchistische Schriftsteller unter dem Psudonym B. Traven, bis 1933 Starautor der &bdquo;B&uuml;chergilde&ldquo;, hat sie in seinem Roman &bdquo;Die Wei&szlig;e Rose&ldquo; fabuliert. Hatte er hellsichtige F&auml;higkeiten? Eher nicht. Dieser heimatlose Deutsche war nach der gescheiterten R&auml;terepublik in M&uuml;nchen und v&ouml;llig desillusioniert von der deutschen Sozialdemokratie, vor seinen Verfolgern nach Mexiko geflohen. Traven war lediglich ein Ungl&auml;ubiger. Befreit von (fast) allen metaphysischen Fesseln konnte er in seinen Romanen nicht nur die internationale Gewalt des Kapitalismus beschreiben. Besondere Akribie verwendete er darauf, die L&auml;cherlichkeit und Gier seiner Akteure zu enttarnen, die psychisch-emotionale Verwahrlosung von Menschen, die &uuml;ber Leichen gehen und sich gleichzeitig dem Fetisch unterwerfen. Aber auch die, die sich immer wieder in Systeme von Herrschaft und Unterwerfung einfangen lassen, f&uuml;hrt er vor. Auch Proletariern, insbesondere sozialdemokratischen zog er gern die Hosen stramm.<br>\nSeit 1929 knallt es regelm&auml;&szlig;ig an internationalen B&ouml;rsen. Aber nach dem Knall geht dann alles wieder von vorne los, in der Regel immer etwas gewaltt&auml;tiger. Seit 2001 h&auml;ufen sich &bdquo;feindliche &Uuml;bernahmen&ldquo; und Firmenflops, zwielichtige Manager ruinieren ganze Firmenimperien und leben ihren Weltmachtphantasien. Wirtschaftskriege werden intensiviert, neue angezettelt. Rastlos sind Konzerne auf der Suche nach den weltweit geringsten (Frauen- und Kinder-)L&ouml;hnen. Repressionen, Angst. Doch die Anbetung wird nur noch inniger. So verk&uuml;ndete George W. Bush bereits im Fr&uuml;hjahr 2001: &ldquo;We will not do anything that harms our economy.&rdquo; (1) Damit war f&uuml;r ihn auch die Klimavereinbarung von Kyoto hinf&auml;llig. (The New York Times, March 29, 2001). <\/p><p>Unser oberster H&auml;ndchenhalter des Elfchen, Hans-Werner Sinn, empfiehlt unverdrossen: &bdquo;Man muss das international mobile Kapital h&auml;tscheln, wenn man Arbeitspl&auml;tze schaffen will.&ldquo; (OZ 20.4.05) Und seine &bdquo;Logik&ldquo; ist wirklich unschlagbar. Die Marktwirtschaft habe nun mal &bdquo;mit Gerechtigkeit nicht die Bohne zu tun. Aber die Marktwirtschaft ist effizient. Wenn man die Ungleichheit akzeptiert, erzeugt sie hohe Einkommen. Ja gerade auch f&uuml;r die Arbeiter erzeugt sie ein h&ouml;heres Einkommen als der Sozialismus.&ldquo; So sehen sie aus: H&ouml;chste vom Staat finanzierte patriarchale Denkleistungen unserer &bdquo;Leistungstr&auml;ger&ldquo;, die dann im ebenfalls von den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern finanzierten &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunksystem rund um die Uhr als Verk&uuml;nder der &bdquo;Wahrheit&ldquo; kursieren.<br>\nKnapp ein Jahr sp&auml;ter jagt Sinn sein Mantra leicht umformuliert durchs Netz:<br>\n&bdquo;Die Marktwirtschaft ist effizient, aber nicht gerecht. Da sich die L&ouml;hne nach dem Gesetz der Knappheit bilden, k&ouml;nnen manche Menschen nicht genug verdienen, um davon ausk&ouml;mmlich zu leben.&ldquo;<br>\nSo ist das eben mit dem Fetisch &bdquo;Markt&ldquo;, er kennt keinen Sinn und keine Werte, er kennt nur Gewinner und Verlierer, wer nicht &uuml;berlebt, geht eben unter. Der &bdquo;Markt&ldquo; ist nicht f&uuml;r die Menschen da, sondern f&uuml;r die Wirtschaft, f&uuml;r die Dividende und f&uuml;r die Spieler am Tisch des Casino-Kapitalismus. Gewinne nehmen Fahrt auf, wenn die Entlassungen hochschnellen. Die B&ouml;rsenspekulanten bestimmen, was Leistung ist. Milliardenspiele mit der Verelendung von Millionen. Profit ist alles, der Mensch ist nichts. Wer nicht mitspielt, wird vom Spielfeld geworfen und kann sehen, wo er bleibt.<br>\nIn diesen Tagen machte der Herr Professor sich wieder am Puls des Elfchens zu schaffen. Wir konnten leider nicht durchs Schl&uuml;sselloch spingsen. Aber das Elfchen kicherte wohl und der Professor wurde erregt und diese Erregung erfasste die ganze B&ouml;rsengemeinde, und die bekommen wir wieder unweigerlich mit. Achten sie auf die neuen Ank&uuml;ndigungen von Massenentlassungen! Der Fetisch &bdquo;Markt&ldquo; verlangt eben seine Opfer.\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brigitta Huhnke hat uns wieder einmal einen furiosen Essay geschrieben. 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