{"id":113434,"date":"2024-04-07T14:00:38","date_gmt":"2024-04-07T12:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113434"},"modified":"2024-04-05T15:46:08","modified_gmt":"2024-04-05T13:46:08","slug":"leserbriefe-zu-brandbrief-an-die-spd-historiker-biedern-sich-bei-militaristen-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113434","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201e\u201aBrandbrief\u2018 an die SPD: Historiker biedern sich bei Militaristen an\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113176\">In diesem Beitrag<\/a> kommentiert <strong>Tobias Riegel<\/strong> den Offenen Brief von f&uuml;nf prominenten Historikern um Heinrich August Winkler, der der SPD vorwerfe, &bdquo;Russland in die H&auml;nde zu spielen&ldquo;. Der Brief zeige aber auch, dass es offenbar wachsende interne Unruhe bei der SPD gebe. F&uuml;r innere Widerst&auml;nde in der SPD gegen die Kriegsrhetorik w&uuml;rden auch aktuelle &Auml;u&szlig;erungen des bald scheidenden SPD-Au&szlig;enpolitikers Michael Roth sprechen. Die Zeichen von Unruhe in der SPD seien positiv, weil damit die Hoffnung verbunden wird, dass sich die sozialdemokratische Basis (endlich!) ihrer Wurzeln besinne und die momentane unhistorische Kriegsrhetorik ihre Wirkung teilweise verliere. Wir danken f&uuml;r die interessanten Zuschriften. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Tobias Riegel,<br>\nsehr geehrtes Team der Nachdenkseiten,<\/p><p>dass solche Individuen einen so gro&szlig;artigen Menschen und Politiker wie Egon Bahr so angreifen, sagt schon viel &uuml;ber deren Charakter aus. Dass sie sich aber als angebliche &bdquo;Fachleute&ldquo;der Mainstreampropaganda anschlie&szlig;en und wie diese wider besseres Wissen die Geschehnisse vollkommen aus den Zusammenh&auml;ngen darstellen, empfinde ich nur noch als boshaft und skrupellos.<\/p><p>Wenn ich behaupten w&uuml;rde, ich w&auml;re angemessen angewidert, w&auml;re dass stark untertrieben. Quo Vadis Deutschland?<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nPeter Dukot<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion der Nachdenkseiten, <\/p><p>Man staunt nicht schlecht &uuml;ber die Kombination aus Uninformiertheit, Irrglauben und Sendungsbewusstsein, welche die Brandbriefschreiber an den Tag legen, und fragt sich: was kommt als n&auml;chstes? Ist noch rechtzeitig vor einer deutschen Generalmobilmachung mit einer Ausgabe von &ldquo;Unser Kampf&rdquo; zu rechnen, aus den Federn dieser furchtbaren Historiker? <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nLutz Herzer <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Tobias Riegel, vielen Dank f&uuml;r diesen Artikel.<\/p><p>Was ist nur los mit vielen unserer Wissenschaftler\/Intellektuellen?<\/p><p>Jeder seri&ouml;se Handwerksbetrieb kann -und macht das auch- sein Angebot mit Kostenvoranschlag bis zur technischen Notwendigkeit der letzten Unterlagsscheibe detailliert darlegen und begr&uuml;nden, auf Anfrage sogar mit Alternativvorschl&auml;gen.<br>\n(Evidenzorientierung)<\/p><p>Wieso und wozu meinen diese Wissenschaftler\/Intellektuelle sie h&auml;tten dies nicht n&ouml;tig??<\/p><p>K&ouml;nnen tun sie es sicher, das hei&szlig;t sie kennen sich aus im falsifikationsorientierten methodisch-systematisch-reflexiven Nachdenken und Forschen.<br>\nSie wissen um die Bedingtheiten und Erkenntnisprozessabh&auml;ngigkeiten ihrer rekonstruktiven und konstruierten Erkenntnisinhalte.<\/p><p>Wieso und wozu meinen sie es reiche aus Behauptung an Behauptung zu h&auml;ngen?<br>\nWieso und wozu meinen sie keine vollumf&auml;ngliche Folgenabsch&auml;tzung darlegen und bedenken zu m&uuml;ssen?<br>\nWieso und wozu meinen sie ihre Autorit&auml;t (Eminenzorientierung) w&uuml;rde gen&uuml;gen?<\/p><p>Und das nicht nur im Deskriptiven, sondern gerade auch im Normativen.<br>\nWieso und wozu tun sie so als g&auml;be es im Normativen nicht verschiedene Ans&auml;tze (ethische Konzepte: Deontologische und konsequentialistische, formale und materiale Konzepte usw.)<br>\nWieso und wozu geben sie der intellektuellen Redlichkeit (Max Weber) so leichtfertig und h&auml;ufig den Laufpass?<\/p><p>War es nicht so, dass zum Beispiel die Schiffsf&uuml;hrer der Titanic- gefangen in den Axiomen und Pr&auml;missen der modernen Navigationsmethoden-  nicht in der Lage waren auf Eisbergwarnungen anderer Schiffe die klassische Navigationsmethode in Erw&auml;gung zu ziehen und so den Rechenfehler der neuen Methoden zu erkennen und den Kurs zu &auml;ndern und die Katastrophe zu vermeiden. (Realit&auml;tskontrolle)<\/p><p>Mit &ouml;sterlichen Gr&uuml;&szlig;en und Hoffnungen, Udo und Ulrike B&ouml;ttcher<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenk-Redaktion, <\/p><p>der Artikel zum <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113176\">&bdquo;Brandbrief an die SPD:&rdquo;<\/a> beweist einmal mehr, dass in der &uuml;berspannten Debatte sogar etablierte Wissenschaftler den Kopf verlieren. Um einen der ersten Kritikpunkte bzw. Forderungen des Briefs an die SPD-Regierung aufzugreifen: <\/p><p>Absprachen zwischen Nato-L&auml;ndern &uuml;ber Waffenlieferungen an die Ukraine sind weder notwendig noch geboten, weil solche Ma&szlig;nahmen KEINE Nato-Aktionen sind! Jegliche Unterst&uuml;tzung der Ukraine bezieht sich ausschlie&szlig;lich auf das V&ouml;lkerrecht, dabei kann jedes Land nach eigenem Ermessen verfahren. <\/p><p>Es ist schockierend, dass hochgebildete Akademiker derart unreflektierte Argumente anf&uuml;hren, die nur weitere Hetze erzeugen, anstatt ihr Wissen sinnvoll zur Konfliktl&ouml;sung einzusetzen. <\/p><p>Danke an die Redaktion auch f&uuml;r die Erinnerung an den offenen Brief im Artikel &bdquo;2014: Die Vorhersage des heutigen Ukrainekriegs&ldquo;. <\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nA. Berger <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Riegel,<br>\n&nbsp;<br>\nder Vorgang, dass Historiker einen Brandbrief an die SPD schreiben und die Au&szlig;enpolitik von Egon Bahr kritisieren, &ouml;ffnet mir die Augen f&uuml;r die Beantwortung einer Frage, die sich mir schon vor Jahren im Geschichtsunterricht stellte: War das deutsche Volk Schuld am 2. Weltkrieg? Wenn ich die jetzige Situation nehme und aus den mir heute vorliegenden Fakten eine Lehre ziehe, dann muss ich eindeutig sagen: NEIN! Wie komme ich zu diesem Schluss? Heute, im Jahr 2024, spricht sich eine deutliche Mehrheit der deutschen Eliten f&uuml;r eine Intensivierung des Konflikts mit Russland aus und riskiert damit einen 3. Weltkrieg. Durch Ma&szlig;nahmen der Demoskopie wei&szlig; man heute, im Gegensatz zu 1939, dass die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung, also das Volk als Gesamtes, gegen eine weitere Eskalation ist. Den deutschen Eliten geht das allerdings am Hintern vorbei. Und damit sind wir wieder bei der Parallele zu 1939: Herrn A. Hitler und den damaligen deutschen Eliten ging Volkes Meinung genauso am Hintern vorbei! H&auml;tte man damals die Bev&ouml;lkerung gefragt, w&auml;re das Ergebnis bzgl. eines Krieges mit dem fernen Russland sicherlich nicht anders gewesen als heute. Damals ging es den deutschen Eliten auch um westliche Werte, nur ging es damals noch gegen den Bolschewismus. Was interessierte das einfache deutsche Volk der Bolschewismus in Russland? Viele wussten noch nicht einmal was Bolschewismus ist! Daher glaube ich die Frage nach der Kriegsschuld des deutschen Volkes im 2. Weltkrieg nach den 2023 und 2024 gemachten Erfahrungen im Ukraine-Russland-Konflikt beantworten zu k&ouml;nnen: Nein das deutsche Volk war nicht Schuld, ABER die deutschen Eliten sehr wohl!<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nR. R.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Wenn die Herren Historiker so kriegsgeil sind, sollen sie sich mit den ebenso kriegsn&auml;rrischen Politikern an irgendeine Kriegsfront begeben, in der Ost -ukraine oder in Gaza oder anderswo, um ihren Bedarf nach Krieg, nach Mord und Gemetzel, Elend und Zerst&ouml;rung zu stillen.<\/p><p>Georg Lichtenberg <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Abend,<br>\n&nbsp;<br>\nhabe Gerade gestern nachstehenden Text an Herrn Dr. M&uuml;tzenich &uuml;bermittelt.<br>\n&nbsp;<br>\nZu besagtem &ldquo;Brandbrief&rdquo; k&ouml;nnte man nun wieder viele Seiten voll schreiben. Es l&auml;&szlig;t sich aber auch ganz einfach auf den Punkt bringen:<br>\nAll diese Leute treten die so erfolgreiche Politik von Willy Brandt und Egon Bahr, welche uns und Europa doch immerhin einige Jahrzehnte der Verst&auml;ndigung, Vers&ouml;hnung und Frieden beschert hat, skrupel- und verantwortungslos in den Dreck!<br>\n&Uuml;brigens: der Russe und nicht der Yankee hat seine Truppen vollst&auml;ndig aus Deutschland und Osteuropa abgezogen. Statt Dank fand eine vollst&auml;ndige Umzingelung und Einkreisung der russischen F&ouml;deration durch die NATO statt. Und es finden Man&ouml;ver und Aufm&auml;rsche der Nato an Ru&szlig;lands Grenzen statt und nicht umgekehrt!<br>\n&nbsp;<br>\nSehr geehrter Herr Dr. M&uuml;tzenich,<br>\n&nbsp;<br>\nbesten Dank f&uuml;r Ihr Engagement. Da&szlig; sich da offenbar Ihre Genossen bei den Ukrainern Ihretwegen entschuldigen, ist eine wirkliche Schande f&uuml;r unser Land. Ich selbst (89j&auml;hrig) sch&auml;me mich eigentlich oft, schon von Kindesbeinen an, Deutscher zu sein. Und wie berechtigt das ist, zeigt sich aktuell in Zusammenhang mit den z. T. verbrecherischen Korona-Ma&szlig;nahmen und was jetzt wieder im Hinblick auf die Ukraine passiert.<br>\n&nbsp;<br>\nSie haben es doch eigentlich nicht n&ouml;tig, sich von diesen Leuten in Ihrer Partei und dem unversch&auml;mten ukrainischen Politpersonal (oft korrupt und\/oder faschistisch) wie beispielsweise so ein Melnik, der sie ungestraft als &ldquo;widerlichsten Politiker aller Zeiten&rdquo; angep&ouml;belt hat &ndash; was f&uuml;r eine erb&auml;rmliche Au&szlig;enministerin (der Kanzler eigentlich inbegriffen), die eine solche Sch&auml;ndung der eigenen Nation kommentarlos dulden und hinnehmen &ndash; die Ehre abschneiden zu lassen. Und demzufolge k&ouml;nnen Sie doch in dieser Partei nicht mehr bleiben !!!<br>\n&nbsp;<br>\nAktuell g&auml;be es doch da eine ganz hervorragende Alternative &ndash; das B&uuml;ndnis Sahra Wagenknecht, Da wird jedenfalls eine Chance gesehen wieder Politik mit Anstand und Vernunft sowie mal wieder die Vertretung der&nbsp; Interessen des Normalb&uuml;rgers zu betreiben.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en verbunden mit der Hoffnung, da&szlig; Ihnen klar wird, da&szlig; jemand wie Sie &ndash; und eigentlich sicherlich immer noch recht viele Gleichgesinnte &ndash; in einer SPD wie sie heute ma&szlig;geblich repr&auml;sentiert wird in der falschen Partei ist.<br>\n&nbsp;<br>\nHartmut Wohler <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo liebes NDS-Team,<br>\n&nbsp;<br>\nnach Ihrem Bericht zum sogenannten Brandbrief von H.A.Winkler am Kurs der SPD-F&uuml;hrung bzgl. Ukraine, habe ich den Originaltext im Internet gesucht und bin beim &lsquo;TheEuropean.de&rdquo; f&uuml;ndig geworden. Schlie&szlig;lich hoffte ich einige neue, fundierte Erkenntnisse zu dieser seltsamen Stellungnahme der Historiker zu erhalten &ndash; leider Fehlanzeige. Daher habe ich dort einen kritischen Kommentar hinterlassen, der &ndash; oh Wunder &ndash; gel&ouml;scht? wurde. <a href=\"https:\/\/www.theeuropean.de\/politik\/historiker-winkler-zu-ukrainekrieg-spd-macht-sich-unglaubwuerdig#comment153\">Ein weiterer Kommentar weist darauf hin, Danke daf&uuml;r &uuml;brigens<\/a>.<br>\n&nbsp;<br>\nNur zu Ihrer Information, hier nochmals mein &lsquo;gel&ouml;schter&rsquo; Kommentar, den sie nat&uuml;rlich auch ver&ouml;ffentlichen d&uuml;rfen, falls von Interesse:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;H&ouml;chst interessiert an den Argumenten der Professoren, welche die Kritik an den Entscheidungen von Scholz und M&uuml;tzenich untermauern w&uuml;rden, habe ich erwartungsvoll diesen &lsquo;Brief&rsquo; gelesen. Um es vorweg zu sagen: alle Begr&uuml;ndungen sind schlichte Meinungs&auml;usserungen.<br>\n&nbsp;<br>\nManche dieser Behauptungen kann man gut-meinend so stehen lassen, da sie im Sinne von Sunzi und Clausewitz als eine m&ouml;gliche Interpretation zutreffend sein k&ouml;nnen, so z.B. die Passage &ldquo;Putin wird jegliche Uneinigkeit nur als Ermutigung verstehen&rdquo;, oder &rdquo; spielen Russland in die H&auml;nde&rdquo;. Hier muss man nur Putin mit Biden und Russland durch USA ersetzten und die Aussagen sind dann gleicherma&szlig;en richtig oder falsch.<br>\n&nbsp;<br>\nSchlimm wird es dort, wo die Autoren schlicht mit bestenfalls einseitigen Begr&uuml;ndungen daherkommen, die einen starken Bias vermuten lassen. Ich habe so etwas eigentlich bef&uuml;rchtet, aber im Stillen doch gehofft, dass die Autoren mit ihrem gewichtigem Renommee Belege anf&uuml;hren k&ouml;nnten, neue Dokumente, die diese Meinungen st&uuml;tzen. Leider Fehlanzeige und eine gro&szlig;e Entt&auml;uschung, gerade Herr Winkler, der w&auml;hrend meines eigenem Studiums der Geschichte in den 90ern doch als Koryph&auml;e galt.<\/p>\n<p>Es bleibt also bei unbelegten Unterstellungen, gerade wenn man die Reden von Putin von 2000 bis heute (inklusive Tucker-Interview) gut kennt, so z.B. &rdquo; Er wird &uuml;berdies nur dann &uuml;berhaupt zu ernsthaften Verhandlungen bereit sein&rdquo;. Es gab nach zwei Wochen Verhandlungen in Minsk und nach sechs Wochen war der Friedensvertrag von Istanbul greifbar nah. Bis k&uuml;rzlich (Z&uuml;rich, 24.3.24) gab es mehrere, glaubw&uuml;rdige und unter den Umst&auml;nden akzeptable Verhandlungsangebote.<\/p>\n<p>Oder &ldquo;&lsquo;Einfrieren&rsquo; des Ukrainekrieges gesprochen hat, was faktisch eine Befriedigung zugunsten des Angreifers bedeuten w&uuml;rde&rdquo;. Dies w&uuml;rde vor allem ein Ende des Sterbens der Ukrainer und Russen bedeuten. Die professorale Aussage ist &auml;u&szlig;erst zynisch.<\/p>\n<p>Die angef&uuml;hrten &ldquo;Erfahrungen mit den Minsker Vertr&auml;gen&rdquo; sind ja geradezu der Beleg daf&uuml;r, wer hier wen hintergangen hat (Memo Frau Merkel &ndash; Minsker Vertr&auml;ge sollten der Ukraine Zeit zum Aufr&uuml;sten verschaffen und waren nie ernst gemeint).<\/p>\n<p>Es geht weiter mit &ldquo;Drohungen Russlands, weitere europ&auml;ische L&auml;nder anzugreifen&rdquo;. Wo bitte sind die Belege f&uuml;r diese Aussage. Bei dem z.Zt. herrschenden, politischen Bellizismus kann man das schon fast als Wunschdenken lesen. Diese Aussagen Putins gibt es schlichtweg nicht, also unterlassen Sie bitte dieses gef&auml;hrliche Spiel.<\/p>\n<p>Dann w&uuml;rden durch die Aussagen der SPD-F&uuml;hrung &ldquo;ein falsches Bild von russischer Politik und russischen Interessen gezeichnet&rdquo;. Man kann sich nur wiederholen, wo haben die Professoren ihr auf dem Kopf stehendes Bild von Russland her. Aha, die Antwort lautet &ldquo;Expert*innenaussagen&rdquo;. Sie meinen doch wohl nicht Experten vom Kaliber eines Herrn Masala?<br>\nDann w&uuml;rde ich Ihnen entgegenhalten, dass die Wissenschaft nicht aus einer Meinung besteht und das man jederzeit anders lautende Expertisen bekommen kann, die ohnehin auch noch durch Lebenserfahrung unterf&uuml;ttert, glaubhafter sind , z.B. Herr Kujat.<\/p>\n<p>Als letztes noch diese Aussage aus dem Text &ldquo;seit Beginn der Vollinvasion den Plan verfolgt, die Ukraine vollst&auml;ndig zu zerst&ouml;ren&rdquo;. Es handelt sich weder um eine Vollinvasion, noch um die Absicht, die Ukraine zu zerst&ouml;ren. Die russische Beschreibung einer &lsquo;speziellen, milit&auml;rischen Operation&rsquo; kommt der Realit&auml;t auf jeder Dimension n&auml;her. Es bleibt also bei der Generalkritik, dass nicht belegbar argumentiert wird, sondern schlimmste, emotionale Unterstellungen angef&uuml;hrt werden. Schade Herr Winkler et al.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Stefan Kreft<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Nachdenkseiten, lieber Tobias Riegel,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r euren Artikel zum Brief von ein paar Historikern um Herrn Winkler an die SPD. Der Brief selbst und der Umgang mit ihm durch die Medien zeigt exemplarisch, dass Wissenschaft eben nicht eine unabh&auml;ngige objektive und &uuml;ber jedem Zweifel stehende Instanz ist. Wissenschaft und Wissenschaftler sind auch nur Menschen, die ihre Reputation nutzen, f&uuml;r opportunistische Ziele, um sich dem Geist der Zeit anzubiedern, um Meinungen zu erzeugen oder zu manipulieren. Die Nachdenkseiten haben mehrfach auf diesen Aspekt von Wissenschaft hingewiesen. Was da von ein paar wenigen Wissenschaftlern um Herrn Winkler formuliert wurde und von den Medien f&uuml;r ihre Kriegspropaganda ausgeschlachtet wird, hat wenig mit Wissenschaft zu tun aber sehr viel mit Propaganda.<\/p><p>Herrn Winkler habe ich die folgende Email geschickt und in Kopie an den SPD Parteivorstand und den SPD Ortsverein meiner Heimatgemeinde:<\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Sehr geehrter Herr Winkler,<\/p>\n<p>Sie haben zusammen mit einer Handvoll Historikern mit SPD-Parteibuch heftige Kritik an Bundeskanzler Scholz und Teilen der SPD ge&uuml;bt. Sie kritisieren deren Ukraine Politik als zu z&ouml;gerlich und zu zur&uuml;ckhaltend. Die Medien, die ohnehin in Kriegsbegeisterung und antirussischem Hass und Hetze schwelgen, haben Ihre Kritik begeistert aufgenommen und verbreiten sie begierig. Den ganzen Vorgang empfinde ich aus folgenden Gr&uuml;nden als absurd und &auml;u&szlig;erst beunruhigend.<\/p>\n<p>Erstens<br>\nNiemand spricht einem alten Geschichtsprofessor und einer kleinen Schar von Gleichgesinnten ab, ihre Meinung zu verbreiten, so abstrus sie auch immer sein mag. Es ist aber erschreckend, welches Gewicht die Medien dieser Meinung einer verschwindend kleinen Minderheit innerhalb der Bev&ouml;lkerung beimessen. Hier geht es nicht um Information oder offene Diskussion sondern um einen aggressiven Kampf um die Meinungshoheit, um Propaganda und um Manipulation der &ouml;ffentlichen Meinung.<\/p>\n<p>Zweitens<br>\nSie selbst sind 86 Jahre alt. Ich halte es schon f&uuml;r bedenklich, dass ein 86 J&auml;hriger von der Politik Entscheidungen einfordert, die tausenden junger Menschen das Leben kosten werden und die die Gefahr eines gro&szlig;en dritten Weltkriegs bergen. Sie selbst werden ganz sicher nicht an die Front ziehen und Sie werden auch kaum unter den Folgen eines dritten Weltkriegs, sollte der tats&auml;chlich kommen, leiden. Sie werden in der ihnen verbleibenden Lebenszeit das bequeme Leben eines emeritierten Professors weiter f&uuml;hren, w&auml;hrend Ukrainer und Russen in einem unsinnigen Krieg verrecken. Sollen zu den toten Ukrainern und Russen jetzt auch noch Deutsche, Franzosen etc. dazukommen?<\/p>\n<p>Drittens<br>\nDie Ukraine ist historisch und kulturell eng mit Russland verbunden. Ohne den russischen Angriff auf die Ukraine zu rechtfertigen, kann ich es schon nachvollziehen, dass Russland und Pr&auml;sident Putin das Ausgreifen der EU und der NATO auf die Ukraine als Bedrohung eigener Sicherheitsinteressen empfanden. Dass ein Historiker das nicht kann, halte ich f&uuml;r bedenklich.<\/p>\n<p>Viertens<br>\nDie Ukraine ist weder Mitglied der EU noch der NATO. Sie ist auch alles andere als eine &bdquo;lupenreine Demokratie&ldquo;. Dass Teile des Westens sich nun so vehement als Kriegspartei zum Verteidiger der Ukraine aufschwingen spricht daf&uuml;r, dass der Westen in diesem Krieg weniger Freiheit und Demokratie verteidigen sondern tats&auml;chlich Russland ruinieren will, wie das unsere Au&szlig;enministerin ja formuliert hat.<\/p>\n<p>Dass Bundeskanzler Scholz nun hinsichtlich der Unterst&uuml;tzung der Ukraine rote Linien formuliert, halte ich f&uuml;r positiv und wichtig. Die &Auml;u&szlig;erung von Rolf M&uuml;tzenich, Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag, ist eine Selbstverst&auml;ndlichkeit ebenso wie die Mahnungen von Papst Franziskus. Dass beide daf&uuml;r angegriffen werden, dass sie zum Nachdenken dar&uuml;ber aufrufen, wie der Ukrainekrieg beendet werden kann, ist ein Skandal.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Danke f&uuml;r eure wichtige Arbeit. Sie wirkt st&auml;rker im Dienste von &ldquo;westlichen Werten&rdquo; wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, als all das, was unsere Leitmedien heute so verbreiten.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nThomas Arnold<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113176\">In diesem Beitrag<\/a> kommentiert <strong>Tobias Riegel<\/strong> den Offenen Brief von f&uuml;nf prominenten Historikern um Heinrich August Winkler, der der SPD vorwerfe, &bdquo;Russland in die H&auml;nde zu spielen&ldquo;. 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