{"id":113600,"date":"2024-04-09T15:30:53","date_gmt":"2024-04-09T13:30:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113600"},"modified":"2024-04-09T16:35:29","modified_gmt":"2024-04-09T14:35:29","slug":"beihilfe-zum-voelkermord-nicaragua-klagt-deutschland-vor-dem-internationalen-gerichtshof-igh-in-den-haag-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113600","title":{"rendered":"\u201eBeihilfe zum V\u00f6lkermord\u201c &#8211; Nicaragua klagt Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag an"},"content":{"rendered":"<p>Anfang M&auml;rz hat Nicaragua vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag den <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/193\/193-20240315-pre-01-00-en.pdf\">Antrag gestellt<\/a>, gegen Deutschland ein Verfahren wegen der Unterst&uuml;tzung Israels einzuleiten. Deutschland versto&szlig;e damit gegen seine Verpflichtung aus dem &Uuml;bereinkommen &uuml;ber die Verh&uuml;tung und Bestrafung des V&ouml;lkermordes, der Genfer Konventionen von 1949 und ihrer Zusatzprotokolle, gegen die &bdquo;un&uuml;berwindbaren Grunds&auml;tze des humanit&auml;ren internationalen Rechts&ldquo; und andere Normen des allgemeinen internationalen Rechts in Bezug auf die besetzten pal&auml;stinensischen Gebiete, insbesondere den Gazastreifen. Am 8. und 9. April war nun die Anh&ouml;rung in Den Haag. Von <strong>Karin Leukefeld<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nGleichzeitig mit dem Antrag, ein Verfahren gegen Deutschland einzuleiten, beantragte Nicaragua, &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/193\/193-20240301-pre-01-00-en.pdf\">vorl&auml;ufige Ma&szlig;nahmen<\/a>&ldquo; zu erlassen. Es m&uuml;sse alles getan werden, um die &bdquo;Begehung von V&ouml;lkermord zu verhindern&ldquo;, so Nicaragua. Seit Oktober 2023 bestehe &bdquo;eine anerkannte Gefahr des V&ouml;lkermords am pal&auml;stinensischen Volk, die sich vor allem gegen die Bev&ouml;lkerung des Gazastreifens&ldquo; richte. Dadurch, dass Deutschland politische, finanzielle und milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Israel leiste und die Zahlung von Hilfsgeldern an das UN-Hilfswerk f&uuml;r die pal&auml;stinensischen Fl&uuml;chtlinge (UNRWA) ausgesetzt habe, habe Deutschlands nichts getan, &bdquo;um die Begehung von V&ouml;lkermord zu verhindern&ldquo;, so Nicaragua.<\/p><p>Konkret nennt Nicaragua f&uuml;nf vorl&auml;ufige Ma&szlig;nahmen, &uuml;ber die das Gericht in einem Eilverfahren entscheiden soll. Erstens soll Deutschland insbesondere seine Milit&auml;rhilfe, einschlie&szlig;lich milit&auml;rischer Ausr&uuml;stung aussetzen. Zweitens soll Deutschland unverz&uuml;glich sicherstellen, &bdquo;dass die bereits an Israel gelieferten Waffen nicht zur Begehung von V&ouml;lkermord verwendet werden, nicht zu V&ouml;lkermord beitragen oder in einer Weise eingesetzt werden (&hellip;), die gegen das humanit&auml;re V&ouml;lkerrecht verst&ouml;&szlig;t.&rdquo; Drittens soll Deutschland &bdquo;unverz&uuml;glich alles tun, um seinen Verpflichtungen aus dem humanit&auml;ren internationalen Recht nachzukommen.&rdquo; Viertens soll Deutschland seine Entscheidung, die Finanzierung des UN-Hilfswerks f&uuml;r pal&auml;stinensische Fl&uuml;chtlinge (UNRWA) auszusetzen, zur&uuml;cknehmen und sicherstellen, &bdquo;dass die humanit&auml;re Hilfe das pal&auml;stinensische Volk erreicht, insbesondere in Gaza&ldquo;. F&uuml;nftens soll Deutschland die Lieferung von milit&auml;rischer Ausr&uuml;stung an Israel einstellen, damit diese nicht weiter zur &bdquo;Begehung schwerer Verbrechen gegen das V&ouml;lkerrecht verwendet werden k&ouml;nnen&ldquo;.<\/p><p><strong>Die Anh&ouml;rungen<\/strong><\/p><p>Am 8. und 9. April fanden in Den Haag nun die Anh&ouml;rungen statt, in denen es &ndash; der Dringlichkeit halber &ndash; zun&auml;chst um die vorl&auml;ufigen Ma&szlig;nahmen ging. Am Montag hatte Nicaragua zwei Stunden, um seinen Antrag zu erl&auml;utern, am Dienstag war Deutschland an der Reihe. Im &bdquo;globalen S&uuml;den&ldquo; fanden die Vortr&auml;ge gro&szlig;e Aufmerksamkeit und wurden vor allem in arabischen L&auml;ndern in den Medien teilweise live &uuml;bertragen und vielfach kommentiert. In Deutschland gingen alle Medien mehr oder weniger ausf&uuml;hrlich auf den Fall ein, strahlten Interviews und Hintergrundsendungen aus, in denen Rechtsexperten zu Wort kamen. Schlagzeilen wie &bdquo;Nicaragua zerrt Deutschland wegen Gazakrieg vor das Haager Welt-Gericht&ldquo; (RP-Online) &bdquo;Deutschland vor Gericht: V&ouml;lkermord-Vorw&uuml;rfe haltlos&ldquo; (K&ouml;lner Stadtanzeiger) oder &bdquo;V&ouml;lkermord-Klage: Deutschland stellt sich dem IGH&ldquo; (Deutsche Welle) bestimmten die Medien. Ganz allgemein war &ndash; nicht nur zwischen den Zeilen &ndash; ein Ton zu vernehmen, den ein ZDF-Reporter so auf den Punkt <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/ausland\/deutschland-igh-nicaragua-anhoerung-voelkermord-100.html\">brachte<\/a>:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ausgerechnet Nicaragua. Ausgerechnet Daniel Ortega. Dem Machthaber von Managua werfen die Vereinten Nationen vor, er verletze selbst die Menschenrechte. Der 78-J&auml;hrige war erst Dschungel-K&auml;mpfer, dann demokratisch gew&auml;hlter Pr&auml;sident und ist heute Diktator mit guten Kontakten nach Moskau &ndash; und alten Banden zu Pal&auml;stinensern. Ausgerechnet also Nicaragua nutzt Den Haag, das Welt-Gericht, als Welt-B&uuml;hne f&uuml;r den Konflikt in Gaza.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In einer Hintergrundsendung des <em>Deutschlandfunks<\/em> <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-60125659\">hie&szlig; es<\/a>, der Antrag sei von Nicaragua eingereicht worden, um von einem kritischen Bericht des UN-Menschenrechtsrates &uuml;ber die Lage der Menschenrechte in Nicaragua abzulenken. Auch wurde die Frage gestellt, wer die anwaltliche T&auml;tigkeit Nicaraguas eigentlich bezahle, um gleich darauf auf Moskau zu verweisen, das Deutschland &ndash; salopp gesagt in den Worten der Autorin &ndash; eins auswischen wolle wegen der mehr als 16.500 Sanktionen, die unter F&uuml;hrung Deutschlands von der EU zusammen mit den USA, Gro&szlig;britannien, Australien, Kanada und Japan in den letzten zwei Jahren gegen Russland verh&auml;ngt wurden.<\/p><p>Das vom <em>DLF<\/em> zur Sendung <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/internationaler-gerichtshof-wie-das-voelkerrecht-im-gaza-krieg-genutzt-wird-dlf-60ccafb4-100.html\">gelieferte Foto zeigt allerdings<\/a>, was die aus den USA und Deutschland gelieferten und von Israel eingesetzten Waffen im Gazastreifen angerichtet haben: eine Spur der Verw&uuml;stung menschlicher Lebensr&auml;ume &ndash; und das ist nur ein Ausschnitt. Deutschland begr&uuml;ndet seine Waffenlieferungen und unverbr&uuml;chliche Solidarit&auml;t namens &bdquo;Staatsr&auml;son&ldquo; damit, dass Israel ein &bdquo;Recht auf Selbstverteidigung&ldquo; habe.<\/p><p>Die moralische Verfasstheit der israelischen Truppen, wie sie auf dem folgenden AP-Foto &bdquo;Weibliche Soldaten machen ein Selfie an der Grenze zu Gaza&ldquo; <a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/2024\/israeli-female-soldiers-selfie-gaza-border-photo\">dokumentiert ist<\/a> &ndash; und von solchen Selfies gibt es Hunderte &ndash; kommt in der Anklage gegen Deutschland gar nicht vor.<\/p><p><strong>Die Streitschrift<\/strong><\/p><p>In einem 43 Seiten umfassenden Schriftsatz hat Nicaragua in 104 Punkten <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/193\/193-20240301-app-01-00-en.pdf\">seine Anklage<\/a> gegen&uuml;ber Deutschland vorgebracht.<\/p><p>Darin geht es um die juristischen Voraussetzungen f&uuml;r jeden IGH-Disput, der nur m&ouml;glich ist, wenn die betroffenen Staaten den IGH anerkannt haben. Das von Nicaragua angestrengte Verfahren sollte eigentlich auch Kanada, Gro&szlig;britannien und die Niederlande betreffen. Da Kanada und Gro&szlig;britannien den IGH nicht anerkennen und die Niederlande einen Dialog mit Nicaragua aufgenommen haben, blieb nur Deutschland &uuml;brig.<\/p><p>Ausdr&uuml;cklich bezog Nicaragua sich auf die Anklage S&uuml;dafrikas gegen Israel. In einer <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/192\/192-20240126-ord-01-00-en.pdf\">Eilentscheidung<\/a> hatte der IGH angeordnet, dass Israel alles unternehmen m&uuml;sse, um V&ouml;lkermord an den Pal&auml;stinensern zu verhindern, um die Grundversorgung und humanit&auml;re Hilfe sicherzustellen, um Zerst&ouml;rungen der pal&auml;stinensischen Lebensgrundlagen zu unterbinden. Israel wies alle Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck und hielt sich nicht an die IGH-Anordnungen.<\/p><p>In der nicaraguanischen Streitschrift wird ausf&uuml;hrlich und chronologisch das Verhalten Deutschlands gegen&uuml;ber Israel seit Beginn des Krieges im Oktober 2023 aufgelistet. Dabei wird deutlich, dass Deutschland die zahlreichen Berichte der UN, Debatten im Sicherheitsrat, die Vortr&auml;ge zahlreicher Experten von UN, IKRK und internationalen Hilfsorganisationen &uuml;ber Art und Auswirkungen des israelischen Krieges gegen Gaza ignoriert und weitere Lieferungen von Waffen, Munition und Ausr&uuml;stung an Israel zugesagt hat. Gleichzeitig stellte die Bundesregierung die humanit&auml;re und entwicklungspolitische Hilfe f&uuml;r die besetzten pal&auml;stinensischen Gebiete und Gaza &bdquo;auf den Pr&uuml;fstand&ldquo; und k&uuml;ndigte an, bis zu einem Ende der Pr&uuml;fung keine weiteren Projekte mehr zu unterst&uuml;tzen. Die (freiwillig von Staaten gezahlten) Hilfsgelder f&uuml;r UNRWA &ndash; die gr&ouml;&szlig;te und wichtigste UN-Hilfsorganisation f&uuml;r pal&auml;stinensische Fl&uuml;chtlinge &ndash; <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110489\">wurden ausgesetzt<\/a>, nachdem Israel der Organisation Unterwanderung durch die Hamas und Beteiligung an dem Angriff am 7. Oktober 2023 vorgeworfen hatte.<\/p><p>W&auml;hrend L&auml;nder, die zun&auml;chst wie die USA und Deutschland der Forderung Israels nach Aussetzung der Finanzierung von UNRWA folgten, ihre Unterst&uuml;tzung wiederaufgenommen haben, h&auml;lt Deutschland bis heute an dem Zahlungsstopp f&uuml;r Gaza &ndash; wo die Hilfe besonders dringend und immens notwendig ist &ndash; fest. Berlin hat gleichwohl zugesagt, die Zahlungen f&uuml;r die anderen Gebiete, in denen UNRWA t&auml;tig ist (Westjordanland, Ostjerusalem, Jordanien, Syrien, Libanon) wiederaufzunehmen.<\/p><p>Die nicaraguanische Streitschrift vor dem IGH zeigt nicht nur schonungslos auf, welche Folgen vor allem f&uuml;r die pal&auml;stinensische Bev&ouml;lkerung die Bundesregierung mit ihrer finanziellen, politischen und milit&auml;rischen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die israelische Regierung und Armee in Kauf nimmt, sie zeigt auch das Versagen von Politik und Medien in Deutschland, die zahlreichen und dokumentierten Kriegsverbrechen Israels nicht genau und umfassend genug sowie in aller &Ouml;ffentlichkeit dargestellt und politische Konsequenzen gezogen zu haben.<\/p><p>Beispielhaft sei hier auf das Auftreten einer Sprecherin des Ausw&auml;rtigen Amtes verwiesen, die in der Bundespressekonferenz am 7. Februar auf <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110772\">die Fragen<\/a> der NachDenkSeiten zu der beabsichtigten Klage Nicaraguas und der in einer Verbal-Note vorgebrachten Forderung, Waffenlieferungen an Israel sofort einzustellen, ungehalten reagierte. Man kenne eine Presseerkl&auml;rung und weise die darin gemachten Angaben nat&uuml;rlich zur&uuml;ck, so die Sprecherin.<\/p><p>Auf die Frage nach dem Erhalt der Verbal-Note ging die Sprecherin nicht ein. In der Streitschrift f&uuml;r den IGH hei&szlig;t es in Punkt 27: &bdquo;Nicaragua informierte Deutschland &uuml;ber seinen Antrag in einer Verbal-Note mit Datum vom 2. Februar 2024, die vom nicaraguanischen Au&szlig;enministerium an das deutsche Au&szlig;enministerium durch ihre jeweiligen st&auml;ndigen Vertretungen in New York geschickt worden sei.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/dEIAsin6mq8?si=bASyVM8kmAkW-FsW\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Deutschland weist Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ck<\/strong><\/p><p>Tania von Uslar-Gleichen, die V&ouml;lkerrechtsbeauftragte im Ausw&auml;rtigen Amt, &auml;u&szlig;erte sich offiziell nach dem Vortrag der nicaraguanischen Rechtsvertreter vor dem IGH. Die Juristin erkl&auml;rte &ndash; auf den Stufen vor dem &bdquo;Friedenspalast&rdquo;, dem Sitz des IGH &ndash;, Deutschland verletze &bdquo;weder die V&ouml;lkermordkonvention noch humanit&auml;res V&ouml;lkerrecht, weder direkt noch indirekt&ldquo;, berichtet das <em>ZDF<\/em>. Das Gegenteil sei der Fall, da Deutschland sich der &bdquo;Wahrung und des Schutzes des V&ouml;lkerrechts verpflichtet&ldquo; habe und daf&uuml;r international arbeite.<\/p><p>Unter den Mikrophonen, die sich der deutschen V&ouml;lkerrechtsexpertin entgegenrecken, ist auch ein Mikrophon des katarischen Nachrichtensenders <em>Al Jazeera<\/em>. Der hat seit Gr&uuml;ndung 1996 &uuml;ber Kriegsverbrechen der USA und seiner Verb&uuml;ndeten in zahlreichen Kriegen von Afghanistan &uuml;ber Irak bis Libyen berichtet. Aus Gaza und aus dem besetzten pal&auml;stinensischen Westjordanland berichtet der Sender t&auml;glich, so auch seit Beginn des Krieges vor sechs Monaten (7. Oktober 2023) unter gro&szlig;em &ndash; oft <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=84038\">lebensgef&auml;hrlichem<\/a> &ndash; Einsatz der Mitarbeiter vor Ort &uuml;ber die Verw&uuml;stung aller menschlicher Lebensgrundlagen in Gaza und &uuml;ber den Tod von mehr 33.300 Menschen (Stand 9. April 2024).<\/p><p>&bdquo;Ganz klar und entschieden&ldquo; weise man die Vorhaltungen Nicaraguas zur&uuml;ck, erkl&auml;rte ein Sprecher des Ausw&auml;rtigen Amtes in Berlin. V&ouml;lkerrechtler r&auml;umten schon vor Beginn der Anh&ouml;rung dem Verfahren &bdquo;geringe Aussichten auf Erfolg&ldquo; ein und verwiesen darauf, dass der IGH schon in dem Verfahren S&uuml;dafrika versus Israel &bdquo;keinen Waffenstillstand&ldquo; gefordert habe.<\/p><p>In der Anh&ouml;rung <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/deutschland-verteidigt-sich-vor-internationalem-gerichtshof-gegen-voelkermord-vorwurf-100.html\">erkl&auml;rte<\/a> der Vertreter Deutschlands, man setze sich gleicherma&szlig;en f&uuml;r das Selbstverteidigungsrecht Israels und f&uuml;r den Schutz der Zivilbev&ouml;lkerung im Gazastreifen ein. Zudem liefere man keine Waffen, die direkt in Kampfhandlungen eingesetzt werden k&ouml;nnten, sondern nur &bdquo;allgemeine R&uuml;stungsg&uuml;ter&ldquo;.<\/p><p><strong>Waffen f&uuml;r Israels Kriege<\/strong><\/p><p>Rechtzeitig zum Ende des Fastenmonats Ramadan hat Israel angek&uuml;ndigt, Rafah im S&uuml;den des Gazastreifens anzugreifen. Den Termin habe man schon festgelegt, so der israelische Ministerpr&auml;sident Benjamin Netanyahu. Die israelische Armee bereitet sich derweil auf weitere Kriege gegen den Libanon, Iran und Syrien vor.<\/p><p>Das Internationale Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) hatte bereits Anfang des Jahres mitgeteilt, dass Deutschland nach den USA der zweitgr&ouml;&szlig;te Waffenlieferant an Israel sei. In der Zeit von 2019 bis 2023 habe Berlin 30 Prozent der von Israel importierten Waffen gebilligt. Die USA lieferten im gleichen Zeitraum 69 Prozent der von Israel importierten R&uuml;stungsg&uuml;ter. USA und Deutschland zusammen liefern demnach 99 Prozent aller Waffen, die Israel einsetzt.<\/p><p>Seit dem 7. Oktober 2023 verzehnfachte sich in Berlin die Anzahl der Waffenausfuhrgenehmigungen an Israel. Die USA lieferte zuletzt &ndash; ohne Zustimmung des Kongresses &ndash; neben Kampfjets auch 1.500 Bomben mit einem Gewicht von 2.000 Pfund und weitere 500 Bomben mit einem Gewicht von 1.000 Pfund. Israel verf&uuml;gt auch &uuml;ber Munition mit wei&szlig;em Phosphor und Uranmunition und setzt beides im Gazastreifen und im Libanon ein.<\/p><p><small>Titelbild: S&uuml;dafrikas V&ouml;lkermordklage gegen Israel am Freitag, den 12. Januar 2024, vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag &ndash; Quelle: <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/multimedia_galleries\/20240112-192-2.jpg\">icj-cij.org<\/a><\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang M&auml;rz hat Nicaragua vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag den <a href=\"https:\/\/www.icj-cij.org\/sites\/default\/files\/case-related\/193\/193-20240315-pre-01-00-en.pdf\">Antrag gestellt<\/a>, gegen Deutschland ein Verfahren wegen der Unterst&uuml;tzung Israels einzuleiten. 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