{"id":113638,"date":"2024-04-11T14:00:47","date_gmt":"2024-04-11T12:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113638"},"modified":"2024-04-11T14:03:33","modified_gmt":"2024-04-11T12:03:33","slug":"leserbriefe-zu-einsprueche-zur-geplanten-schuldigitalisierung-ein-lehrer-meldet-sich-zu-wort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113638","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eEinspr\u00fcche zur geplanten Schuldigitalisierung \u2013 Ein Lehrer meldet sich zu Wort\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113008\">In dieser umfangreichen Betrachtung<\/a> pl&auml;diert Bernd Schoepe daf&uuml;r, die &bdquo;desolate und v&ouml;llig erstarrte Bildungspolitik&ldquo; in Deutschland &bdquo;gr&uuml;ndlich zu &uuml;berdenken&ldquo;. Anlass dazu sind die j&uuml;ngsten Entscheidungen in Schweden, D&auml;nemark und auch in den Niederlanden, die Digitalisierung an den Schulen zur&uuml;ckzufahren. Insbesondere &bdquo;sollte die lobbypolitische und p&auml;dagogisch weitgehend gedankenlos betriebene F&ouml;rderung der Digitalisierung in den Schulen im Interesse der nachwachsenden Generationen beendet werden&ldquo;. Wir haben hierzu interessante Zuschriften bekommen. Daf&uuml;r bedanken wir uns. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Schoepe,<\/p><p>vielen Dank f&uuml;r Ihren Beitrag, dem ich voll zustimme.<\/p><p>Was Sie schrieben, wird viel zu wenig und zu selten gesagt. <\/p><p>Das &ldquo;Elend der Digitalisierung&rdquo; ist schlimm.<\/p><p>Ich bef&uuml;rchte allerdings, Sie und Ihre &ldquo;Leidensgenossen&rdquo; werden sich nicht durchsetzen.<\/p><p>Deutschland wird d&uuml;mmer, schade.<\/p><p>Alles Gute<br>\nJ&uuml;rgen Probst<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Vielen Dank an Herrn Schoepe f&uuml;r seinen fundierten und differenzierten Beitrag, der ein riesiges Problem beleuchtet. Beim Lesen fiel mir wieder ein, wie meine Mitsch&uuml;ler und ich in den 1970er-Jahren ins hochgelobte, neu und teuer eingerichtete &bdquo;Sprachlabor&ldquo; dirigiert wurden. Das galt damals als der letzte Schrei und die gro&szlig;e Zukunft des Sprachunterrichts. Praktisch bestand es darin, dass die Schulklasse je einzeln mit Kopfh&ouml;rern anhand von vorgefertigten Tonband-Aufnahmen und Lerneinheiten Fremdsprachen trainieren sollte. Die Lehrkraft &uuml;bernahm in diesem Fall nur die Rolle des Moderators, insofern war dieser Ansatz dem sp&auml;teren &ldquo;digitalen&rdquo; Unterricht vergleichbar.<\/p><p>Allerdings w&auml;hrte das Technik-Gl&uuml;ck nur kurz: Wir kamen nur wenige Male in den Genuss des Sprachlabors, danach h&ouml;rte ich nichts mehr davon. Vermutlich erwies es sich als st&ouml;ranf&auml;llig und nutzlos. Ob der digitale Unterricht als eine Art Technik-Hype ebenfalls irgendwann wieder verschwindet, steht in den Sternen. Vielleicht dann, wenn elektrischer Strom und Hightech nicht mehr durchgehend und g&uuml;nstig verf&uuml;gbar sind &ndash;? Monitore, Tablets, Boards samt Software, Updates und Wartung verschlingen viel Geld und Energie, in der Dauer-Klima-Krise sind sie keine nachhaltige L&ouml;sung. F&auml;llt das (ganz abgesehen von den p&auml;dagogischen Problemen) niemand auf? Stecken wir schon so tief in der Abh&auml;ngigkeitsfalle?<\/p><p>Dr. Susanne Eckstein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Schoepe, liebes Team der Nachdenkseiten!<\/p><p>Ein lesenswerter Beitrag, der mehrere Probleme aufzeigt. Da ist zun&auml;chst der Umstand, dass der technische Fortschritt in erster Linie ja nur dem Kapital bzw. den zu erwartenden Gewinnen dienen soll. Damit in Verbindung wird auf die pers&ouml;nliche Entwicklung eines jungen Menschen keine R&uuml;cksicht mehr genommen. Dieser Beitrag zeigt aber auch, wie schwer, ja nahezu unm&ouml;glich es ist, sich einer vorgegebenen Mehrheitsmeinung zu erwehren (Mehrheit des Lehrerkollegiums). Um es vorwegzunehmen, die Pers&ouml;nlichkeiten meiner eigenen Lehrer (nicht alle) haben mich einst selbst dazu bewegt, Lehrer zu werden. Es waren nicht nur rein p&auml;dagogische Vorbilder, sondern sie vermittelten auch ein Wissen, das mich einst erstaunen lie&szlig;. Recht schnell war dann aber bereits schon zu Beginn der siebziger Jahre bei den sogenannten Didaktikern der Frontalunterricht unbeliebt, Unterricht sollte dann nur noch in Arbeitsgruppen und mit Arbeitsbl&auml;ttern durchgef&uuml;hrt werden. Die Person des Lehrers trat also entschieden in den Hintergrund. In dieser Zeit fragte ich mich bereits, ob denn der dozierende Frontalunterricht so falsch war. Dann h&auml;tte n&auml;mlich aus meinen Vorfahren nie was werden k&ouml;nnen. Pers&ouml;nlichkeiten k&ouml;nnen auch heute nur noch durch Menschen, also durch Lehrer und nicht durch ein digitales System, gepr&auml;gt werden. Digitale Einrichtungen sind keine pers&ouml;nlichen Vorbilder mehr. Bei einem Fehler im komplizierten System bricht alles zusammen. Der Lehrer konnte sich f&uuml;r seine Fehler entschuldigen, er konnte l&auml;cheln, ja manchmal auch aggressiv werden, was sicher auch mal seine Schw&auml;che zeigte. Apparate k&ouml;nnen das nicht. Oft endete der Unterricht auch mit vielen Gespr&auml;chen aus der einst pers&ouml;nlichen Erfahrungswelt des Unterrichtenden. Das war kein Fehler, auch wenn dies nicht dem vorgegebenen Lehrplan entsprach. Nat&uuml;rlich vertrat der Lehrer auch mal politische Meinungen, wo der Sch&uuml;ler widersprechen konnte und durfte. Heute ist die politische Meinung genau vorgegeben, zu widersprechen gibt es nichts mehr. Der Staat hat heute alles im Griff mit Vorgaben und &Uuml;berwachung, auch oder gerade in den Schulen durch das digitale System. Es wird h&ouml;chste Zeit, dagegen vorzugehen.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nHarald Pfleger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Eine hervorragende Darstellung der deutschen Schulwirklichkeit. <\/p><p>&ldquo;Die Annahme, dass der Fachunterricht auf den fr&uuml;heren Stufen dieses Wissen schon erfolgreich vermittelt hat &ndash; was selbstverst&auml;ndlich in den Curricula vorausgesetzt wird &ndash; stellt sich immer &ouml;fter als falsch heraus.&raquo;<\/p><p>Einmal sind in meinem Fach, der Mathematik, die Lerninhalte in den letzten 15 Jahren in etwa halbiert worden. Eine solide &Uuml;bung elementarer Rechentechniken bleibt so gut wie vollst&auml;ndig aus. <\/p><p>Die verbliebenen &laquo;Inhalte&raquo; sind d&uuml;mmliche &laquo;Erkundungen&raquo; durch &laquo;Forschungsauftr&auml;ge&raquo;. Durch eklatante Ausmerzung des notwendigen Handwerkzeugs in der Mittelstufe wird der Oberstufenunterricht fr&uuml;hzeitig kastriert. Dadurch sind anspruchsvolle Inhalte beinahe unm&ouml;glich geworden, wenn doch Lernen unser Entsprechen desjenigen ist, was uns wesenhaft anspricht. <\/p><p>Fragen Sie einmal einen Sch&uuml;ler ab der Klasse 7 oder auch Studenten, wie viel Stunden ein halber Tag hat; Sie erhalten als Antwort: zw&ouml;lf. Nun fragen Sie nach einem drittel Tag und werden fast immer als Antwort 6 erhalten &hellip; Vor Kompetenzen und Methoden k&ouml;nnen die Sch&uuml;ler einfach nicht mehr rechnen.<\/p><p>Der Sch&uuml;ler ist nicht i.a. nicht dumm, sondern zutiefst gelangweilt vom Dargebotenen.<\/p><p>Michael Hoppe<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Der Autor Bernd Schoepe malt ein gespenstisches Bild in Sachen Schule, das ich seit den 90er Jahren mit gro&szlig;er Sorge beobachte. Man kann es kurz sagen: Die Schule wird entmenschlicht wie alle sozialen Einrichtungen, weil sie zu privatisierten Dienstleistern umstrukturiert wurden, was schon mit dem Austausch vom Schulpersonal&nbsp; in private Reinigungsfirmen begann, die nach streng vorgegebener Zeit arbeiten mu&szlig;ten und das Geb&auml;ude darum nicht sauber hinterlie&szlig;en. Ich verlie&szlig; 2005 desillusioniert den Schulbetrieb lange vor meiner Pensionierung, weil ich durch das &ldquo;Lehrerarbeitszeitmodell&rdquo;, das zum Alltag wurde wie die Solidarit&auml;tsabgabe die Freude an meiner Arbeit verloren hatte, da die Arbeitszeit verrechnet wurde, was bei sozialen Berufen ein eiskalter Einschnitt ins gesellschaftliche Leben darstellte. In Heimen gab es F&uuml;tterungen im Minutentakt. In den Schulen hielten viele b&uuml;rokratische Arbeiten die Lehrer&nbsp;von unterrichtsvorbereitenden, bzw. -nachbereitenden Arbeiten ab, was die Hauptaufgabe einer Lehrkraft sein sollte. Abgesehen von den ideologischen Verrenkungen bei den Lerninhalten, besonders im Fach Deutsch, war es vor allem dieses &nbsp;Zeitproblem, das mich&nbsp;bei der Arbeit mit Sch&uuml;lern behinderte, aber das liegt schon 20 Jahre zur&uuml;ck. Seitdem wird es nicht besser, wie ich beim Schulbetrieb meiner Enkel beobachten kann. Herr Schoepe hat Recht,&nbsp; Mensch als Teil der Technik statt &Uuml;bungen f&uuml;r das Langzeitged&auml;chtnis, die Abnahme des Konzentrationsverm&ouml;gens durch flimmernde Bilder des Alltags, mit denen ein Lehrer nicht konkurrieren kann, eine junge Lehrerschaft, die selbst aus diesem Lehrbetrieb stammt und nichts anderes kennt. Schon zu meiner Zeit war mein Kollegium apathisch gemacht worden, weil Kritik weder in der Beh&ouml;rde noch bei der Politik &nbsp;angenommen wird, ja, jede Diskussion im Keim erstickt wird&nbsp;wie schon bei der Rechtschreibreform, wo Germanisten zuhauf um Verbesserungen baten&nbsp;und sich mit dieser ungl&uuml;cklichen Reform, die unter dem Vorsitz einer Kinderg&auml;rtnerin entstand, nicht abfinden wollten, aber mu&szlig;ten. Wir bewegen uns in keine sch&ouml;ne Zukunft, denn auch im Alltag auf der Stra&szlig;e sieht man &uuml;berall Jugendliche, die auf ihre Scheibe starren, sich morgens an der Bushaltestelle nicht begr&uuml;&szlig;en und weiterwischen, mich mit dem Hund nicht wahrnehmen, nicht einmal, nachdem ich durch die Gruppe hindurchgegangen war. Gespenstisch. Ich kann nicht glauben, da&szlig; all diese unsch&ouml;nen Prozesse zuf&auml;llig sind, denn Kritiker, wie Herr Schoepe schreibt, werden bestenfalls nicht wahrgenommen oder m&uuml;ssen Repressalien erleiden. All diese Entwicklungen beschreiben die Herausgeber des Buches &ldquo;Im Netzwerk der Macht-Bertelsmann&rdquo; Jens Wernicke und Torsten Bultmann schon 2006, aber statt den Lehrbetrieb wieder menschlich und sozial umzugestalten, wird er&nbsp;durch die Digitalisierung noch f&uuml;rchterlicher. Eine Diskussion findet nicht statt.<\/p><p>Herzlichst<br>\nKersti Wolnow<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte NDS-Redaktion,<\/p><p>herzlichen Dank f&uuml;r die Einspr&uuml;che zur geplanten Schuldigitalisierung von Bernd Schoepe. Als Hamburger Lehrkraft an einer Stadtteilschule kann ich den kritischen Blick von Herrn Schoepe &uuml;ber weite Strecken nachvollziehen und habe zum Teil &auml;hnliche niederschmetternde Erfahrungen gemacht, insbesondere w&auml;hrend der Corona-Zeit. In einer Konsequenz m&ouml;chte ich aber widersprechen. Ich denke nicht, dass der von D&auml;nemark und Schweden eingeleitete Weg mit Verboten von digitalen Medien in Schule und Unterricht richtig ist. Die Digitalisierung ist nicht mehr r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen und digitale Ger&auml;te, Internetressourcen und auch die KI bieten hervorragende M&ouml;glichkeiten daf&uuml;r, dass sich Lehrkr&auml;fte wieder auf die wesentlichen Aufgaben im Bildungsbereich konzentrieren k&ouml;nnen, n&auml;mlich auf die Arbeit mit den ihnen anvertrauten Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;lern. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass trotz der Nutzung von digitalen Endger&auml;ten Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler immer noch sehr positiv auf authentische, motivierte und didaktisch agierende Lehrkr&auml;fte reagieren. Die Herausforderungen im Bildungsbereich liegen im 21. Jahrhundert nicht darin, die P&auml;dagogik durch die Digitalisierung zu ersetzen, sondern die vorhandenen Synergien zielf&uuml;hrend und lernf&ouml;rderlich zu nutzen, um die Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler auf die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft vorzubereiten. Ein Verbot dessen, was in allen anderen Bereichen weiter ausgebaut wird, ist der falsche Weg.<\/p><p>Herzlichen Dank f&uuml;r die hervorragende und in dieser Zeit so wertvolle Arbeit des NDS-Teams.<\/p><p>M.B<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Team der Nachdenkseiten,<\/p><p>ich m&ouml;chte mich herzlich daf&uuml;r bedanken, dass Sie den umfangreichen Beitrag von Herrn Schoepe zur Digitalisierung an den Schulen ver&ouml;ffentlicht haben. In vielen der Gedanken, die er &auml;u&szlig;ert, finde ich mich wieder.<\/p><p>Ich habe rund zwanzig Jahre im Schuldienst gearbeitet und bin 2021 aus nachvollziehbaren Gr&uuml;nden zun&auml;chst einmal aus diesem ausgeschieden. Zu den Problemen, mit denen man als Lehrkraft schon damals zu k&auml;mpfen hatte, wie Absenkung des Niveaus, mangelnde Vorkenntnisse vieler Sch&uuml;ler, einer Klientel, die sehr wohlwollend gern als &ldquo;heterogen&rdquo; bezeichnet wird, einer Elternschaft, die die F&auml;higkeiten ihrer Kinder oft unrealistisch einsch&auml;tzt, dem wachsenden Verlust der M&auml;dchen und Jungen, sich zu konzentrieren, kamen damals bekannterweise noch die sogenannten Infektionsschutzma&szlig;nahmen hinzu. Eines der Kernelemente davon war es, die Digitalisierung in der Schule aggressiv voranzutreiben und damit eine Entwicklung, die ich schon vorher als problematisch eingesch&auml;tzt hatte, zu beschleunigen. Mir steht immer noch einer meiner Kollegen vor Augen, der diese Entwicklung regelrecht feierte, indem er eine Zeichnung ans tats&auml;chlich noch analog vorhandene &ldquo;Schwarze Brett&rdquo; pinnte, auf der die sattsam bekannte Stachelkugel zu sehen war, die den letzten Digitalisierungsskeptikern einen Tritt in den Hintern verpasst. Ein Gro&szlig;teil meiner Kollegen schloss sich seiner Sichtweise an, vor allem auch die Schulleitung. Damals fand auch gerade ein Generationswechsel im Lehrerzimmer statt zugunsten j&uuml;ngerer Kollegen, die man zu den &ldquo;digital natives&rdquo; z&auml;hlen kann.<\/p><p>Ich fragte mich damals, wie es sein kann, dass die meisten Kollegen (zum Gl&uuml;ck immer noch) durchaus bemerkten, dass die Smartphonitis und Bildschirmhockerei der Sch&uuml;ler sowohl f&uuml;r ihr Lernen als auch allgemein f&uuml;r ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden sch&auml;dlich waren, es ihnen aber nicht aufging, dass sie durch das &ldquo;Puschen&rdquo; des digitalen Lernens in dieser Zeit genau diesem Trend Vorschub leisteten. Vom damals vorgeschobenen Hygiene-Aspekt mal abgesehen: Es lag doch eigentlich auf der Hand, dass die Kinder und Jugendlichen statt mehr eigentlich weniger Bildschirmzeit brauchen. Man sollte stets auch immer langfristige Aspekte beachten: Laufen wir nicht als Lehrkr&auml;fte Gefahr, bei unserem Unterricht digital &uuml;berwacht oder am Ende ganz &uuml;berfl&uuml;ssig zu werden? Oder k&ouml;nnten diese Entwicklungen nicht dazu genutzt werden, ein Zwei-Klassen-Lernen zu etablieren &ndash; f&uuml;r die Kinder der Eliten oder Reichen, wie auch immer man sie nennt, hochwertiger Pr&auml;senzunterricht und f&uuml;r den &ldquo;P&ouml;bel&rdquo; der Bildschirm?<\/p><p>Ich pers&ouml;nlich hoffe, dass, auch wenn der Zeitgeist dagegen spricht und man Kritiker als Ewiggestrige verunglimpft, mehr und mehr Menschen erkennen, dass die galoppierende Durchdigitalisierung der Schulen ein Fehler ist und dass es gelingt, Bildungsst&auml;tten zu schaffen, die sich diesem Trend nicht anschlie&szlig;en. Dann k&ouml;nnte ich auch wieder so unterrichten, wie es aus meiner Sicht f&uuml;r alle Beteiligten am besten ist &ndash; in kleinen Gruppen, mit hochwertigen, gut strukturierten, vor allem analogen Materialien und dosierten digitalen Elementen, wo es sinnvoll ist.<\/p><p>Ihre Leserin B. D.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113008\">In dieser umfangreichen Betrachtung<\/a> pl&auml;diert Bernd Schoepe daf&uuml;r, die &bdquo;desolate und v&ouml;llig erstarrte Bildungspolitik&ldquo; in Deutschland &bdquo;gr&uuml;ndlich zu &uuml;berdenken&ldquo;. 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