{"id":11365,"date":"2011-11-18T16:42:34","date_gmt":"2011-11-18T15:42:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365"},"modified":"2011-11-18T16:42:34","modified_gmt":"2011-11-18T15:42:34","slug":"hinweise-des-tages-ii-37","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365","title":{"rendered":"Hinweise des Tages II"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\nUnter anderem zu folgenden Themen: Man kaudert; J&ouml;rg Asmussen: &bdquo;Es gibt keine Euro-Krise&ldquo;; Ulrike Herrmann: Geld drucken? Gute Idee!; Spanien k&auml;mpft gegen die Panik; Thomas Fricke &ndash; Wenn uns das Gl&uuml;ck ausgeht; Jenseits des Homo oeconomicus; FDP-Chef R&ouml;sler attackiert CDU wegen Mindestlohn; Werner R&uuml;gemer: Ursula von der Leyen &ndash; Grinsend f&uuml;r das Reichtums-Abstands-Gebot; Verm&ouml;genssteuer oder &ndash;abgabe? Beides!; Auf dem rechten Auge blind; Richard M&uuml;nch: &ldquo;Studenten und Professoren leiden unter diesem Zwangsregime&rdquo;; Warum der Bildungs-Aufstand berechtigt ist; Zu guter Letzt: Stuttgart 21 &ndash; Einer hat vergessen mit Ja zu stimmen. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h01\">Man kaudert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h02\">J&ouml;rg Asmussen: &bdquo;Es gibt keine Euro-Krise&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h04\">Ulrike Herrmann: Geld drucken? Gute Idee!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h05\">Spanien k&auml;mpft gegen die Panik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h06\">Thomas Fricke &ndash; Wenn uns das Gl&uuml;ck ausgeht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h07\">Jenseits des Homo oeconomicus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h08\">FDP-Chef R&ouml;sler attackiert CDU wegen Mindestlohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h09\">Werner R&uuml;gemer: Ursula von der Leyen &ndash; Grinsend f&uuml;r das Reichtums-Abstands-Gebot<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h10\">Verm&ouml;genssteuer oder &ndash;abgabe? Beides!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h11\">Auf dem rechten Auge blind<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h12\">Richard M&uuml;nch: &ldquo;Studenten und Professoren leiden unter diesem Zwangsregime&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h13\">Warum der Bildungs-Aufstand berechtigt ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11365#h14\">Zu guter Letzt: Stuttgart 21 &ndash; Einer hat vergessen mit Ja zu stimmen. Wird er es schaffen?<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=11365&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Man kaudert<\/strong><br>\nDeutschland hat Europa seine Sparpolitik aufgezwungen.Nun f&uuml;chtet sich Europa vor der deutschen &Uuml;bermacht&hellip;<br>\nNach den von Bismarck, Wilhelm II. und Hitler ausgel&ouml;sten Katastrophen deutscher Hegemonialpolitik, die am Ende zum vollkommenen politischen und moralischen Untergang des deutschen Nationalstaates gef&uuml;hrt haben, verfolgte die Einbindung der Bundesrepublik in die (west-)europ&auml;ische Gemeinschaft immer zwei Ziele: die R&uuml;ckkehr in die V&ouml;lkergemeinschaft und eine Versicherung gegen deutsches Gro&szlig;machtstreben.<br>\nEs ist ein historisches Verdienst von Konrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Kohl, dass sie diese Politik &uuml;ber Jahrzehnte ebenso glaubhaft wie erfolgreich betrieben haben. Als aber 1990 absehbar war, dass in der Mitte Europas wieder ein vereintes, viel m&auml;chtigeres Deutschland als die beiden Teilstaaten BRD und DDR entstehen w&uuml;rde, war man sich bei den Nachbarn und auch in manchen deutschen Kreisen nicht mehr ganz so sicher, ob dies so bleiben w&uuml;rde.<br>\nHelmut Kohl und die Seinen antworteten mit Thomas Mann: &bdquo;Wir wollen kein deutsches Europa, sondern ein europ&auml;isches Deutschland.&ldquo;&hellip;<br>\nAngela Merkels jetzt erst entdeckte Leidenschaft f&uuml;r Europa klingt gut. Doch es ist ein ganz anderes Europa als der Bund freier und gleicher Demokratien, den ihre Vordenker einst ertr&auml;umt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/leitartikel-man-kaudert,1472602,11163248,view,asFirstTeaser.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>J&ouml;rg Asmussen: &bdquo;Es gibt keine Euro-Krise&ldquo;<\/strong><br>\nDer Staatssekret&auml;r im Finanzministerium, J&ouml;rg Asmussen, sieht keine Euro-Krise. Italien habe kein Problem, wenn die Staatsanleihen &uuml;ber 7% Zinsen kosten. Ein Plan B f&uuml;r die aktuelle Lage sei nicht n&ouml;tig.<br>\nBei einer Diskussionsveranstaltung der Heinrich B&ouml;ll Stiftung in Berlin sagte Asmussen, dass die Bundesregierung keinen Grund zur Unruhe in der Lage in Europa erkennen k&ouml;nne. W&auml;hend in London die Banken bereits den Ernstfall proben (Codewort &bdquo;War Games&rdquo; &ndash; mehr hier) ist f&uuml;r Asmussen der Euro offenbar der Hort der europ&auml;ischen Stabilit&auml;t. Einem Bericht des Economist zufolge sagte Asmussen: &bdquo;Es gibt keine Euro-Krise, es ist eine Staatsschuldenkrise. Der Euro ist stabil.&ldquo;&hellip;<br>\nUnklar bleibt, so der Economist, was Asmussen tief in seinem Inneren denkt. Als Intellektueller k&ouml;nnte er nat&uuml;rlich auch folgende Gedanken haben: Schulden Griechenland &ndash; im besten Fall R&uuml;ckgang auf 120% des BIP, gilt bei Experten als keinesfalls nachhaltig; Wachstum Griechenland: fast 50% Jugendarbeitslosigkeit (hier) und wieder Ausschreitungen in Athen (hier) &ndash; Wachstum als h&ouml;chstens bei der Gewaltbereitschaft; Rekapitalisierung der Banken: &uuml;ber Tricks (hier) oder geradeaus Verstaatlichung; EFSF als Schutzwall: Der EFSF ist l&ouml;chrig wie ein Schweizer K&auml;se, war von Anfang an eine Fehlkonstruktion (hier); die tiefere fiskalische Union &ndash; hatten wir da nicht ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts (hier).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de\/2011\/11\/32602\/\">Deutsche Mittelstands Nachrichten<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist schon bemerkenswert, dass die Heinrich B&ouml;ll Stiftung Asmussen einl&auml;dt. Asmussen war hinter Eichel und Steinbr&uuml;ck der Haupttreiber f&uuml;r die Deregulierung der Finanzm&auml;rkte, er war mitverantwortlich f&uuml;r die staatliche Bankenrettung, er hat also mit verursacht, dass die Schuldenquote Deutschlands von 66% (vor der Finanzkrise) auf &uuml;ber 80% angestiegen ist. Und jetzt redet er von Staatsschuldenkrise. Das kann nicht mehr nur Ignoranz sein, dass ist L&uuml;ge &ndash; und so einer soll Chefvolkswirt der EZB werden.<\/em><br>\n<em>Hinweis: Indem wir ausnahmsweise diese &bdquo;MittelstandsNachrichten&ldquo; zitieren, m&ouml;chten wir ausdr&uuml;cklich darauf hinweisen, dass wir die obskuren Positionen, die dort vielfach vertreten werden (Goldfetischismus bis hin zu antisemitischer Zinskritik etc.) nicht teilen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Was Friedrich Merz nicht versteht<\/strong><br>\nDie Lekt&uuml;re des Gastbeitrags von Friedrich Merz im Handelsblatt zeigt, wo die Krise ihren Ursprung hat: Die Wirtschaftspolitik in Europa hat schlicht keine europ&auml;ische Dimension. Das konnte man in die S&uuml;dl&auml;ndern beobachten, wo die Zinsgewinne der Euro-Einf&uuml;hrung verfr&uuml;hst&uuml;ckt wurden, aber das kann man auch in den Nordl&auml;ndern beobachten, wo die L&ouml;hne so hemmungslos gedr&uuml;ckt wurden, dass die eigene Wirtschaft nur noch auf Kosten einer zunehmenden Verschuldung bei den Handelspartner am Laufen gehalten werden konnte.<br>\nUnd wenn ich Merz jetzt dar&uuml;ber echauffiert, dass die franz&ouml;sischen und italienischen Banken bei der EZB Liquidit&auml;t nachfragen, die sie am Interbankenmarkt nicht mehr bekommen &ndash; genau darum geht es in der Target-2-Debatte, auf den Unsinn &ndash; dann sagt er damit letztlich, dass die EZB nur noch die Zentralbank des Norden sein soll. Die Liquidit&auml;tsversorgung des Bankensystems, die klassischste aller Notenbankaufgaben, soll dem S&uuml;den als ganz offensichtlich verweigert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/\">Mark Schieritz, Zeit Herdentrieb<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann: Geld drucken? Gute Idee!<\/strong><br>\nMarode ist nicht gleich marode. Dieser Satz ist formal unlogisch, erh&auml;lt aber eine ganz neue Logik, wenn man auf Gro&szlig;britannien blickt. Eigentlich sieht es dort bedrohlich aus. Die Wirtschaft stagniert, die Staatsverschuldung galoppiert, und die Inflation ist inzwischen auf 5,2 Prozent geklettert.<br>\nGro&szlig;britannien, so k&ouml;nnte man erwarten, steuert in die Pleite. Doch nirgends ist ein Spekulant zu sehen, der auf den Konkurs der Insel wetten w&uuml;rde. Im Gegenteil. F&uuml;r eine 10-j&auml;hrige Staatsanleihe muss das Vereinigte K&ouml;nigreich nur 2,15 Prozent Zinsen zahlen. Das ist sensationell niedrig.<br>\nDieses masochistische Verhalten mutet schon deswegen seltsam an, weil sich zumindest theoretisch auch andere Anlageobjekte empfehlen w&uuml;rden. Spanien zum Beispiel. Wer dort in Staatsanleihen investiert, erh&auml;lt momentan eine Rendite von 7,1 Prozent. Und weil die Inflation im Euroraum bei etwa 3 Prozent liegt, ergibt sich ein satter Zinsgewinn. Doch niemand zeigt Interesse.<br>\nGro&szlig;britannien besitzt, was Spanien fehlt: eine eigenst&auml;ndige Notenbank. Spanien muss sich der Geldpolitik der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB) f&uuml;gen, w&auml;hrend in Gro&szlig;britannien die Bank of England regiert. Dabei ist das Problem der Spanier nicht, dass sie aus Frankfurt ferngesteuert werden &ndash; sondern dass sich die EZB so beharrlich weigert, Staatsanleihen zu kaufen.<br>\nDie Bank of England hingegen kennt da keine Skrupel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Debatte-Kapitalismus\/!82147\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Spanien k&auml;mpft gegen die Panik<\/strong><br>\nDie Spanier haben weniger Schulden als die Deutschen, au&szlig;erdem setzen sie ehrgeizige Reformen um &ndash;&nbsp;trotzdem k&ouml;nnten sie zum n&auml;chsten Opfer der Euro-Krise werden. Der Fall zeigt: Einzelne EU-L&auml;nder k&ouml;nnen sich kaum noch gegen Pleite-Spekulationen wehren.<br>\nBei einer Auktion zehnj&auml;hriger Staatsanleihen musste das Land den Anlegern im Schnitt eine Rendite von 6,975 Prozent zahlen.<br>\nDennoch ist Spanien nicht einfach ein weiteres Krisenopfer. Die Finanzkrise hat das Land dank eines vergleichsweise streng regulierten Bankensystems glimpflich &uuml;berstanden. Und in der Schuldenkrise sind die Spanier fast schon Vorbild: Mit einer Staatsverschuldung in H&ouml;he von 61 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen sie weit unter den Werten von Griechenland (145 Prozent) und Italien (118 Prozent), aber auch deutlich unter dem von Deutschland (83 Prozent.)&hellip;<br>\nMit dem Mut der Verzweiflung und des ohnehin bald nicht mehr Regierenden rief Zapatero kurz nach der teuren Anleihenauktion am Donnerstag die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) zur Hilfe. Diese m&uuml;sse jetzt &ldquo;wirklich ihrem Namen gerecht&rdquo; werden und die gemeinsame W&auml;hrung verteidigen. Zuvor hatten bereits andere Politiker und verschiedene &Ouml;konomen gefordert, die EZB m&uuml;sse ein ertr&auml;gliches Zinsniveau durch massive Anleihek&auml;ufe verteidigen.<br>\nIn Deutschland ist dieser Plan &auml;u&szlig;ert umstritten, bedeutet er doch eine Staatsfinanzierung durch die EZB, welche nie vorgesehen war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,798507,00.html\">Spiegel Online<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einigen Spiegel-Redakteuren scheint es zu d&auml;mmern. <\/em><br>\n<em>Doch auch der neue Chef Draghi lehnt die <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,798609,00.html\">&bdquo;Feuerwehrrolle&ldquo; der EZB<\/a> ab und beschr&auml;nkt sich auf Inflationsbek&auml;mpfung, als ob es gegenw&auml;rtig f&uuml;r eine Notenbank des Euros nichts Wichtigeres g&auml;be. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Thomas Fricke &ndash; Wenn uns das Gl&uuml;ck ausgeht<\/strong><br>\nDer schnelle Wiederaufstieg aus der Rezession 2009 gibt der deutschen Wirtschaft das Gef&uuml;hl von Unverletzbarkeit. Diesmal droht der Abschwung von einem fatalen globalen Kollektivtrend getrieben zu werden. Noch 2009 schalteten fast alle Regierungen finanzpolitisch auf Expansionskurs Heute gilt eher das Gegenteil. Selten haben weltweit so viele Staaten gleichzeitig Steuern erh&ouml;ht, Personal und Ausgaben gek&uuml;rzt &ndash; in der Hoffnung, dass andere Geld ausgeben. Es spricht viel daf&uuml;r, dass Deutschlands Firmen 2009 so stark auf Kurzarbeit z&auml;hlten, weil sie auch auf den gl&uuml;cklichen Mix aus vor&uuml;bergehender Schockstarre und schneller &Uuml;berbr&uuml;ckungshilfe setzten. Da lohnte es, ein paar kritische Monate ohne gro&szlig;e Einschnitte zu &uuml;berbr&uuml;cken.<br>\nSollte der n&auml;chste Abschwung als langwieriger eingestuft werden, k&ouml;nnte all das nicht mehr klappen. Dann k&ouml;nnten gerade die Deutschen mit ihrer Exportabh&auml;ngigkeit in eine besonders fatale Spirale geraten. Dann k&ouml;nnte es umso mehr lohnen, wenn Regierung und Notenbanken in den n&auml;chsten Tagen und Wochen alle Mittel einsetzen, um den W&auml;hrungskollaps zu verhindern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kolumne-thomas-fricke-wenn-uns-das-glueck-ausgeht\/60130765.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Vieles an der Einsch&auml;tzung der Lage durch Thomas Fricke ist zutreffend, leider stimmt er in den Jubel &uuml;ber den &bdquo;schnellen Wiederaufstieg aus der Rezession&ldquo; ein.<\/em><br>\n<em>Der Aufschwung XL war von Anfang an reine Regierungspropaganda.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Jenseits des Homo oeconomicus<\/strong><br>\nAls im Herbst 2008 die gr&ouml;&szlig;te Weltwirtschaftskrise seit 1929 hereinbrach, stand die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der Wirtschaftswissenschaftler nackt da. Kaum einer hatte die Katastrophe kommen sehen. Die moderne Volkswirtschaftslehre mit ihrem unbeirrbaren Glauben an die Rationalit&auml;t der Wirtschaftssubjekte wurde zum ersten Opfer der Krise. Der Wirtschaftsjournalist Martin Wolf im Gespr&auml;ch mit Stefan Fuchs<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/essayunddiskurs\/1602354\/\">Deutschlandradio<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2011\/11\/13\/dlf_20111113_0930_d42c5c07.mp3\">Podcast [Audio &ndash; mp3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Martin Wolf, Chefkommentator der &lsquo;Financial Times&rsquo;, ist einer der angesehensten Wirtschaftsjournalisten im angels&auml;chsischen Raum. Vor der Krise 2008 war Wolf ein vehementer Bef&uuml;rworter der Globalisierung und setzte als Anh&auml;nger Friedrich Hayeks oder Friedmans auf die Kr&auml;fte und Mechanismen des Freien Marktes. Heute gesteht Wolf ein, dass einzig die keyneschen Gedankenwelt in der Wirtschaftstheorie eine &ldquo;Werkzeugkiste&rdquo; f&uuml;r die gegenw&auml;rtige Krise bereit h&auml;lt. Als Pragmatiker ist er dennoch keiner bestimmten Denkrichtung zuzuordnen. Er argumentiert klar und geht auf Gegenpositionen ernsthaft ein. Ein weiteres Interview ist in <a href=\"http:\/\/www.schweizermonat.ch\/artikel\/ich-bin-furchtbar-britisch-pragmatisch\">Schweizer Monat nachzulesen<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>FDP-Chef R&ouml;sler attackiert CDU wegen Mindestlohn<\/strong><br>\nDer FDP-Vorsitzende Philipp R&ouml;sler h&auml;lt Mindestl&ouml;hne f&uuml;r entbehrlich. Die Beschl&uuml;sse der CDU in Leipzig seien ohnehin schon Gesetz, sagte er.<br>\nBereits heute k&ouml;nnten in Branchen, in denen weniger als 50 Prozent der Arbeitnehmer an Tarifvertr&auml;ge gebunden seien, Mindestl&ouml;hne vereinbart werden, sagte der FDP-Bundesvorsitzende &ldquo;Welt Online&rdquo;.<br>\nDas entsprechende Gesetz, das so genannte Mindestarbeitsbedingungengesetz, sei bisher kein einziges Mal angewendet worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article13721749\/FDP-Chef-Roesler-attackiert-CDU-wegen-Mindestlohn.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wo R&ouml;sler Recht hat, hat er Recht. Interessant, dass R&ouml;sler die Kritik an der Irref&uuml;hrung der CDU best&auml;tigt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer: Ursula von der Leyen &ndash; Grinsend f&uuml;r das Reichtums-Abstands-Gebot<\/strong><br>\nMit scheinbar sozialer Attit&uuml;de verk&uuml;ndete sie, sie wolle Ein-Euro-Jobs &bdquo;einschr&auml;nken&ldquo;. Zu der Erkenntnis, dass die meisten Ein-Euro-Jobs gegen das Gesetz versto&szlig;en, weil sie f&uuml;r Niedrigstl&ouml;hnerei mi&szlig;braucht werden, trug die Ministerin selbst nichts bei. Gesetzesbr&uuml;che, von Unternehmen begangen, findet sie gut. Da musste erst das Bundessozialgericht kommen, um den zwangsverpflichteten Jobbern zu ihrem Recht zu verhelfen: Sie haben jetzt r&uuml;ckwirkend Anspruch auf Tariflohn, Sozialleistungen und Sozialversicherungsbeitr&auml;ge. Wenn die Grinserin nun solche Jobs &bdquo;einschr&auml;nken&ldquo; will, dann nicht wegen der Rechtswidrigkeit, sondern um auch hier zu k&uuml;rzen. Keineswegs soll das &bdquo;Gesparte&ldquo; f&uuml;r bessere Ma&szlig;nahmen zugunsten der Arbeitslosen eingesetzt, sondern dem Bankenretter-Staat in den Rachen geworfen werden. Das Lohnabstands-Gebot ist zugleich ein Reichtums-Abstands-Gebot.<br>\nArme Menschen &ouml;ffentlich bo&szlig;stellen, das kann die Politchristin, die Mitglied der evangelischen Landeskirche Hannover ist und ihr teuflisches L&auml;cheln auch als Schirmherrin des evangelikalen Jugendkonkresses Christival ausspielt. Beim Bildungs- und Teilhabepaket m&uuml;ssten die Betroffenen etwa 10 Millionen einzelne Antr&auml;ge stellen, f&uuml;r Schulausflug, Nachhilfe, Sportverein, Mittagessen, Musikunterricht, und das alle halbe Jahre wieder&hellip; Die Grinserin will angeblich &uuml;berall staatliche B&uuml;rokratie abschaffen, aber gegen Bed&uuml;rftige errichtet sie ein teures Verhinderungs-B&uuml;rokratiemonster statt einfach die Regels&auml;tze zu erh&ouml;hen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=17157\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Verm&ouml;genssteuer oder &ndash;abgabe? Beides!<\/strong><br>\n&hellip;das Geld f&uuml;r die notwendigen Zukunftsinvestitionen ist da, nur wird es nicht dort investiert, wo es ben&ouml;tigt wird. Stattdessen flie&szlig;t es in Finanzprodukte, deren Wert f&uuml;r Wirtschaft und Gesellschaft oft zweifelhaft ist.<br>\nDas Land der Exportschlager hat auch hier eine L&ouml;sung anzubieten &ndash; die der Situation angemessener ist als teutonische Sparkunst oder Schuldenbremse: eine Abgabe nach dem Vorbild des Lastenausgleichsgesetzes.<br>\nEs sorgte in der Nachkriegszeit f&uuml;r die Verteilung der Wiederaufbaukosten entsprechend dem vorhandenen Verm&ouml;gen. Im Ergebnis belastete die Lastenausgleichsabgabe gro&szlig;e Verm&ouml;gen mit weniger als zwei Prozent pro Jahr, trug aber erheblich zum Wirtschaftswunder und zur Vollbesch&auml;ftigung bei. Sie hat sich also als Aufbauinstrument bew&auml;hrt und k&ouml;nnte als Euro-Verm&ouml;gensabgabe daf&uuml;r sorgen, dass Europa seine Zukunftsaufgaben anpackt.<br>\nWer meint, beides &ndash; Verm&ouml;genssteuer und Verm&ouml;gensabgabe &ndash; w&auml;re nicht zumutbar, sieht sich get&auml;uscht. Lastenausgleichsabgabe und Verm&ouml;gensteuer existierten jahrzehntelang erfolgreich nebeneinander, und zwar zu Zeiten, als die wirtschaftliche Produktivit&auml;t weit geringer war als heute.<br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/111118_lastenausgleichabgaben.jpg\" alt=\"\"><br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/111118_klartext_vermoegenssteuer_oder.pdf\">DGB klartextNr. 41\/2011 [PDF &ndash; 119.7 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Auf dem rechten Auge blind<\/strong><br>\nDie Gefahr f&uuml;r die Demokratie von rechts werde oft verharmlost oder sch&ouml;ngeredet, sagt der deutsche Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge. Doch die wirkliche Gefahr geht f&uuml;r ihn nicht vom rechten Terrorismus aus.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2011\/nr46\/international\/21431.html\">WOZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Richard M&uuml;nch: &ldquo;Studenten und Professoren leiden unter diesem Zwangsregime&rdquo;<\/strong><br>\nEs m&uuml;sste wieder mehr Ruhe einkehren. Es m&uuml;sste sich ein Bewusstsein daf&uuml;r entwickeln, dass es besser ist, weniger Stoff vertieft zu behandeln. Die Lehrpl&auml;ne m&uuml;ssten also entr&uuml;mpelt werden. Dann w&uuml;rde das Vertrauensverh&auml;ltnis zwischen Lehrer und Sch&uuml;ler auch wieder gef&ouml;rdert statt zerst&ouml;rt, wie das im Moment der Fall ist. Die Schule k&ouml;nnte bessere Arbeit leisten und Pers&ouml;nlichkeiten heranbilden, die lebensfroh sind und aufgrund dessen auch leistungsf&auml;hige Arbeitnehmer und gute Staatsb&uuml;rger werden. Meiner Meinung nach h&auml;tte man auf die ersten Pisa-Ergebnisse nicht so hektisch reagieren d&uuml;rfen. Man h&auml;tte zuerst &uuml;berlegen m&uuml;ssen, was wir eigentlich mit unserem Bildungssystem erreichen wollen. Das asiatische Bildungssystem mit seinem Drill beispielsweise f&uuml;hrt ja mit zu den besten Ergebnissen bei Pisa-Tests. Aber wollen wir wirklich Pers&ouml;nlichkeiten heranbilden, die wie programmierte Maschinen funktionieren? Wenn man verschiedene Bildungssysteme vergleicht, wird auch deutlich, dass L&auml;nder, die bei Pisa schlecht abgeschnitten haben, wirtschaftlich oft nicht weniger leistungsf&auml;hig sind als L&auml;nder, die bei Pisa gut abgeschnitten&nbsp;haben.<br>\nAuch an den Universit&auml;ten gibt es kaum noch Freiraum f&uuml;r die Pers&ouml;nlichkeitsentwicklung. Die Studenten k&ouml;nnen sich ihre Zeit nicht mehr frei einteilen, alles ist vorgegeben. Unter diesem Zwangsregime leiden sowohl die Studenten als auch die Professoren. Die Folge ist, dass es zu wenige Absolventen gibt, die selbst&auml;ndig und kreativ arbeiten&nbsp;k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/soziologe-richard-muench-studenten-leiden-unter-zwangsregime-1.1191986\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Warum der Bildungs-Aufstand berechtigt ist<\/strong><br>\nNun haben sich einige tausend Sch&uuml;ler und Studenten ein Herz gefasst und, wie schon in vergangenen Jahren, zum &ldquo;Bildungsstreik&rdquo; geblasen. Selbst wenn die Aktivisten nicht die Mehrheit ihrer Mitsch&uuml;ler und Kommilitonen repr&auml;sentieren: Sie demonstrieren zu Recht. Sie wehren sich dagegen, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter &ouml;ffnet. Sie erkl&auml;ren sich solidarisch mit dem Protest gegen Spekulanten. Sie k&auml;mpfen f&uuml;r Freir&auml;ume beim Lernen, die ihnen durch eng getaktete Lehrpl&auml;ne genommen worden sind. Sie hinterfragen das Gerede von einer &ldquo;Bildungsrepublik&rdquo;, die es bisher nicht einmal geschafft hat, den massenhaften Ausfall von Unterricht und die &Uuml;berf&uuml;llung der H&ouml;rs&auml;le zu&nbsp;verhindern&hellip;<br>\nWenn Wissenschaftler die Hochschule mittlerweile als &ldquo;autistische Leistungsmaschine&rdquo; beschreiben und sogar der Wissenschaftsrat, der Revolutionen wenig zugeneigt ist, zu einer Entschleunigung aufruft, muss man hellh&ouml;rig werden. Lernende und Lehrende f&uuml;hlen sich zu oft als Getriebene eines auf Leistungsindikatoren getrimmten Systems, das f&uuml;r Kreativit&auml;t und Phantasie kaum noch ein Gesp&uuml;r hat. Bluff statt Bildung ist die&nbsp;Folge.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/karriere\/deutschlandweite-demonstrationen-warum-der-bildungs-aufstand-berechtigt-ist-1.1192627\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Stuttgart 21 &ndash; Einer hat vergessen mit Ja zu stimmen. Wird er es schaffen?<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.mitjastimmen.de\/bahn\/s21-film\/home\">Campact-Film zur Volksabstimmung &uuml;ber S 21<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br \/> Unter anderem zu folgenden Themen: Man kaudert; J&ouml;rg Asmussen: &bdquo;Es gibt keine Euro-Krise&ldquo;; Ulrike Herrmann: Geld drucken? 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