{"id":113716,"date":"2024-04-12T09:00:23","date_gmt":"2024-04-12T07:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113716"},"modified":"2024-04-12T13:53:52","modified_gmt":"2024-04-12T11:53:52","slug":"bremsenlos-verschuldet-wie-der-westen-den-globalen-sueden-in-knechtschaft-haelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113716","title":{"rendered":"Bremsenlos verschuldet: Wie der Westen den Globalen S\u00fcden in Knechtschaft h\u00e4lt"},"content":{"rendered":"<p>Kolonialismus war gestern, heute unterwerfen sich gro&szlig;e Teile der Welt den kapitalistischen M&auml;chten aus &bdquo;freien&ldquo; St&uuml;cken. Gegen die vage Aussicht auf Schuldenfreiheit werden L&auml;nder und V&ouml;lker zu Dutzenden mit brutaler H&auml;rte westlichen Konzerninteressen ausgeliefert &ndash; und den Preis bezahlt grunds&auml;tzlich die einfache Bev&ouml;lkerung. Das hat weder mit &bdquo;Entwicklung&ldquo; zu tun, noch l&ouml;st es die Bittsteller aus ihrer Abh&auml;ngigkeit. Ein Report von Misereor und Erlassjahr.de zeigt die Mechanismen und Konsequenzen auf. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3904\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-113716-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Bremsenlos-verschuldet-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Bremsenlos-verschuldet-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Bremsenlos-verschuldet-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Bremsenlos-verschuldet-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=113716-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Bremsenlos-verschuldet-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240412-Bremsenlos-verschuldet-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Von einer &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; k&ouml;nnen die Menschen in Laos heute und f&uuml;r wohl noch lange Zeit nur tr&auml;umen. Ihr Land ist praktisch grenzenlos verschuldet oder besser: bremsenlos. Sisyphus w&auml;re heute ein Laote. Alle seine Anstrengungen, den Berg an Verbindlichkeiten abzutragen, sind zum Scheitern verurteilt. Wegen der ganzen Zinsen und Zinseszinsen t&uuml;rmt sich der Haufen immer h&ouml;her auf. Dabei wirken die &uuml;ber zehn Milliarden US-Dollar, mit denen der Staat in S&uuml;dostasien gegen&uuml;ber dem Ausland in der Kreide steht, fast wie Kleinkram &ndash; verglichen etwa mit den mehr als sechs Billionen Euro im Falle der BRD. Aber Deutschland ist ein Wirtschaftsriese, Laos ein &ouml;konomischer Zwerg, den seine Schuldenlast schier zerquetscht. 2022 belief sich diese auf fast 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), allein die Verpflichtungen aus dem Schuldendienst (Tilgung plus Zinsen) zehrten 63 Prozent der Staatseinnahmen auf, blo&szlig; die Zinszahlungen verschlangen 25 Prozent.<\/p><p>Die Kennziffern finden sich im <a href=\"https:\/\/erlassjahr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/SR24-online-final.pdf\">Schuldenreport 2024<\/a>, den am Dienstag das katholische Hilfswerk Misereor und das Entschuldungsb&uuml;ndnis Erlassjahr.de vorgelegt haben. Der Bericht erscheint jedes Jahr und ist ein eindr&uuml;ckliches und bedr&uuml;ckendes Zeugnis davon, wie sehr sich die Welt immer st&auml;rker in Arm und Reich aufspaltet. Auf der einen Seite grassierende Not im sogenannten Globalen S&uuml;den, auf der anderen der wohlhabende Norden, dessen Eliten selbst mit jeder noch so schlimmen Krise immer verm&ouml;gender werden. Dabei sind beide Ph&auml;nomene zwei Seiten einer Medaille. Die Schuldenknechtschaft des Nordens ist die historische Verl&auml;ngerung des Kolonialismus in die neoliberale &Auml;ra hinein. Gro&szlig;e Teile der Erde werden in Abh&auml;ngigkeit, schwach und klein gehalten, um den reichen und m&auml;chtigen &bdquo;Westen&ldquo; noch reicher und m&auml;chtiger zu machen.<\/p><p><strong>Sri Lanka vor dem Ausverkauf<\/strong><\/p><p>Wie das geht, beleuchtet die Studie, insbesondere im letzten von sechs Beitr&auml;gen zum Thema &bdquo;Austerit&auml;t, Ausgrenzung und Sozialabbau&ldquo; am Beispiel von Sri Lanka. Den Inselstaat &ouml;stlich von Indien dr&uuml;cken (Stand Dezember 2022) &ouml;ffentliche Schulden im Umfang von 115 Prozent des BIP, die die Staatseinnahmen um fast das 14-Fache &uuml;bersteigen. Zu den Gl&auml;ubigern z&auml;hlen private Geldgeber, also Banken, Investmentfonds und Versicherungen, multilaterale Finanzinstitutionen wie der Internationale W&auml;hrungsfonds (IWF), die Weltbank oder Entwicklungsbanken sowie bilaterale &ouml;ffentliche Akteure, vor allem China und Vertreter der G7- sowie EU-Staaten. Der Report zeichnet nach, wie die heimische Regierung im Bem&uuml;hen um das Wohlwollen ihrer Kreditgeber vor mehr als zwei Jahren damit begann, K&uuml;rzungsma&szlig;nahmen und eine Reihe restriktiver Eingriffe zu verh&auml;ngen: Die Rupie wurde abgewertet, wodurch sich Produktions- und Lebensmittel verteuerten, die Zinsen erh&ouml;ht, was die Aufnahme von Krediten f&uuml;r Kleinunternehmen unerschwinglich machte, die Kosten f&uuml;r Energie und Kraftstoff vervielfachten sich und staatliche Investitionen wurden massiv zur&uuml;ckgefahren.<\/p><p>Ergebnis: Eine &bdquo;beispiellose Schrumpfung der Wirtschaft, (&hellip;) vermutlich die schlimmste seit der Gro&szlig;en Depression in den 1930er Jahren&ldquo;, verbunden mit dem Zusammenbruch vieler Unternehmen und dem Verlust von Arbeitspl&auml;tzen im formellen Sektor. Auch informelle Lebensgrundlagen seien zerst&ouml;rt worden. &bdquo;Als sich beispielsweise die Kerosinpreise vervierfachten, mussten die Fischer ihre Ausfahrten auf das Meer reduzieren, sodass ihr Einkommen drastisch sank.&ldquo; Wobei das alles nur in &bdquo;vorauseilendem Gehorsam&ldquo; geschah, um sich f&uuml;r ein Schuldenumstrukturierungsprogramm des IWF zu empfehlen. Das trat im M&auml;rz 2023 in Kraft, wird die Lage aber noch versch&auml;rfen, weil der W&auml;hrungsfonds im Gegenzug noch mehr Opfer (&bdquo;Strukturanpassungen&ldquo;) verlangt, insbesondere durch Senkung der &ouml;ffentlichen Ausgaben auf ein Minimum und den &bdquo;Ausverkauf Sri Lankas Verm&ouml;gen&ldquo; an ausl&auml;ndische Konzerne.<\/p><p><strong>Dosen&ouml;ffner f&uuml;r Konzerninteressen<\/strong><\/p><p>Der Haushaltsplan 2024 listet eine ganze Latte an Grausamkeiten auf: Verkauf strategischer L&auml;ndereien, die Privatisierung der Energie-, Kraftstoff-, Verkehrs-, Bank- und Telekommunikationsinfrastruktur. Die kommerzielle Agrarwirtschaft soll in Zielrichtung Export und auf Kosten kleinb&auml;uerlicher Strukturen gest&auml;rkt, nach demselben Muster sollen die Fischgr&uuml;nde f&uuml;r die ausl&auml;ndische Konkurrenz ge&ouml;ffnet werden. Au&szlig;erdem drohe die angestrebte Privatisierung des zentralen Stromversorgers &bdquo;jahrzehntelange Fortschritte&ldquo; bei der Versorgung der Bev&ouml;lkerung mit erschwinglicher Elektrizit&auml;t zunichtezumachen, hei&szlig;t es im Report. Die wirtschaftliche Zukunft von Generationen von Sri-Lankern werde &bdquo;f&uuml;r die Interessen m&auml;chtiger externer Finanziers aufs Spiel gesetzt&ldquo;. Die Folgen: steigende Erwerbslosigkeit, Verelendung, Hunger, mehr Schulabbr&uuml;che, gleichbleibend miese Arbeitsbedingungen &ndash; etwa in den N&auml;hereien, in denen die westlichen Modelabels f&uuml;r Kleckerl&ouml;hne ihre Klamotten fertigen lassen &ndash;, dazu &bdquo;brutale Repression&ldquo; und Menschenrechtsverletzungen in gro&szlig;em Stil. Wo die Priorit&auml;ten des IWF liegen, zeigt folgendes Missverh&auml;ltnis: W&auml;hrend f&uuml;r den Schuldendienst maximal 4,5 Prozent des BIP pro Jahr vorgesehen sind, sollen f&uuml;r das soziale Sicherheitsnetz lediglich 0,6 durch gezielte Bargeldhilfen bereitgestellt werden, dies, obwohl sich die Armutsraten verdoppelt haben.<\/p><p>Aber ist Sri Lanka mit den gestutzten Zahlungsverpflichtungen nicht geholfen? Im Gegenteil: Schulden an sich sind schon schlimm, und die Last wird und wurde seit jeher auf die einfache Bev&ouml;lkerung abgew&auml;lzt. Aber kein bisschen besser verh&auml;lt es sich mit den vom Westen diktierten Programmen zur &bdquo;Schuldenerleichterung&ldquo; und &bdquo;Umschuldung&ldquo;. Diese wirken wie ein Dosen&ouml;ffner f&uuml;r Konzerninteressen. &bdquo;Gro&szlig;z&uuml;gigkeit&ldquo; gibt es nur gegen das Zugest&auml;ndnis der Bittsteller, ihr Land und ihr Volk noch mehr zu unterwerfen, noch mehr ausbeuten und ausbluten zu lassen. Vor diesem Hintergrund sind die Lamenti der Regenten des Westens angesichts der &ouml;konomischen und rechtsstaatlichen R&uuml;ckst&auml;ndigkeit von Regionen jenseits der Grenzen der &bdquo;kapitalistisch-demokratischen&ldquo; Wertegemeinschaft nur noch bigott und absto&szlig;end. Es ist vorneweg der Westen, der mit seiner polit-&ouml;konomischen Vorherrschaft jede gedeihliche Entwicklung in seinen nachkolonialen Besitzungen im Keim erstickt. In Zahlen: Im Schnitt sind die Ausgaben der L&auml;nder des Globalen S&uuml;dens f&uuml;r Tilgung und Zinsen ihrer Auslandsschuld elfmal h&ouml;her als die f&uuml;r Sozialleistungen, viermal h&ouml;her als die f&uuml;r die Gesundheitsversorgung, zweieinhalbmal h&ouml;her als die f&uuml;r Bildung und zw&ouml;lfeinhalbmal h&ouml;her als die f&uuml;r Klimaanpassungsma&szlig;nahmen.<\/p><p><strong>Mit dem R&uuml;cken zur Wand<\/strong><\/p><p>Beispiel Surinam: Der s&uuml;damerikanische Staat stellte seine Zahlungen an private Gl&auml;ubiger Ende 2020 ein, woraufhin der IWF eine Streichung der Nominalforderungen in H&ouml;he von 40 Prozent (ein sogenannter Haircut) und eine entsprechende Einigung bis Dezember 2021 empfahl. Die Sache dauerte l&auml;nger, und der zwei Jahre sp&auml;ter erzielte Deal sah einen Cut von lediglich 25 Prozent vor, jedoch &bdquo;nur auf dem Papier&ldquo;. De facto h&auml;tten die Anleger &bdquo;gerade einmal auf 1,2 Prozent&ldquo; verzichtet, erf&auml;hrt man im Report. Surinam muss n&auml;mlich hohe Strafzinsen aufgrund der langen Verhandlungen und weitere zehn Millionen Dollar Geb&uuml;hren f&uuml;r die Umschuldungen abdr&uuml;cken. Zugleich setzten die Gl&auml;ubiger mit Blick auf k&uuml;nftige Gas- und &Ouml;lf&ouml;rderungen lukrative Beteiligungen durch. W&auml;hrend sie rund 262 Millionen Dollar ihrer einstigen Forderungen erlassen h&auml;tten, &bdquo;k&ouml;nnen sie aus zuk&uuml;nftigen &Ouml;leinnahmen bis zu 787 Millionen Dollar Entsch&auml;digungen erhalten&ldquo;.<\/p><p>So l&auml;uft das immer und &uuml;berall, und die N&ouml;te der Abgeh&auml;ngten werden dabei immer gr&ouml;&szlig;er. Nach den Befunden der Studie m&uuml;ssen die Staaten des Globalen S&uuml;dens im laufenden Jahr so viel Geld wie noch nie f&uuml;rs Abstottern ihrer Verbindlichkeiten aufbringen. Der Schuldendienst bel&auml;uft sich demnach auf sch&auml;tzungsweise 487 Milliarden Dollar, womit t&auml;glich weit mehr als eine Milliarde Dollar aus den Armenh&auml;usern der Erde in die Taschen ihrer Erpresser im reichen Norden wandern. Viele L&auml;nder st&uuml;nden &bdquo;buchst&auml;blich mit dem R&uuml;cken zur Wand&ldquo;, warnte Kristina Rehbein, politische Koordinatorin von Erlassjahr.de, bei einer digitalen Pressekonferenz. Und angesichts der aktuell hohen Zinsen k&ouml;nnten betroffene Regierungen ihren Verpflichtungen oft nur &bdquo;durch tiefgreifende Einschnitte im Bereich sozialer Grunddienste&ldquo; nachkommen.<\/p><p>&bdquo;<strong>System kolonialer Ausbeutung<\/strong>&ldquo;<\/p><p>Zwar hat sich die Situation nach Corona in wenigen F&auml;llen &bdquo;etwas verbessert&ldquo; &ndash; die Zahl der als &bdquo;sehr kritisch&ldquo; bewerteten Staaten ist von 135 auf 130 zur&uuml;ckgegangen. In der Gesamtsicht hat sich die Notlage aber eher zugespitzt. Mehr als die H&auml;lfte der 152 untersuchten Staaten (55 Prozent) sind in die Rubrik &bdquo;kritisch&ldquo; oder &bdquo;sehr kritisch&ldquo; eingeordnet, vor der Pandemie waren es lediglich 37 Prozent. 2019 wiesen noch sieben L&auml;nder ein dramatisch hohes Verschuldungsniveau auf, nun sind es 24. In 45 Staaten flie&szlig;en mehr als 15 Prozent der Staatseinnahmen in den Schuldendienst. Am fatalsten ist die Situation neben Sri Lanka im Libanon und in Bhutan. Sehr schlecht steht es auch um Ghana, den Sudan und Sambia. &Uuml;berhaupt ist die Subsahararegion eine Hochburg der Schuldner mit allein elf Vertretern der Kategorie &bdquo;sehr kritisch&ldquo;, auch in Lateinamerika und der Karibik sowie in S&uuml;dasien, S&uuml;dostasien und dem Pazifik ist die Lage in weiten Teilen verheerend. Wie Klaus Schilder von Misereor in einer begleitenden <a href=\"https:\/\/erlassjahr.de\/pressemitteilung\/schuldenreport-2024-schuldendienst-hoch-wie-nie\/\">Medienmitteilung<\/a> erkl&auml;rte, werde bei den laufenden Umschuldungsverhandlungen ein &bdquo;gef&auml;hrlicher Trend&ldquo; sichtbar, &bdquo;Gl&auml;ubigerinteressen dominieren, echte Schuldenstreichungen gibt es daher kaum. Es sind die Menschen in den Schuldnerl&auml;ndern, die daf&uuml;r bezahlen.&ldquo;<\/p><p>Dem UN-Bericht <a href=\"https:\/\/unctad.org\/publication\/world-of-debt\">&bdquo;A World of Debt&ldquo;<\/a> zufolge leben derzeit mehr als 3,3 Milliarden Menschen in Staaten, die mehr Mittel in den Schuldendienst stecken als in Bildung und Gesundheit. F&uuml;r den Generalsekret&auml;r der Vereinten Nationen Ant&oacute;nio Guterres spiegelt sich darin ein &bdquo;systemisches Versagen&ldquo; der Weltgemeinschaft. &bdquo;Die Natur wird einem System neokolonialer Ausbeutung geopfert&ldquo;, liest man im Vorwort des Schuldenreports. Die globale Schuldenkrise sei &bdquo;eine der wesentlichen Ursachen f&uuml;r Hungersn&ouml;te und ein ma&szlig;geblicher Grund, warum die UN-Ziele f&uuml;r nachhaltige Entwicklung (SDGs) nicht erreicht werden&ldquo;. In ihrer Not und zwecks Devisenbeschaffung setzten die Leidtragenden &bdquo;massiv&ldquo; auf den Export heimischer G&uuml;ter und Rohstoffe, was ebenso auf Kosten der Bev&ouml;lkerung gehe. Zu den Konsequenzen z&auml;hlten ein beschr&auml;nkter Konsum und die Vernachl&auml;ssigung von Nachhaltigkeitskriterien und Arbeitsrechten in der Produktion.<\/p><p><strong>Ampel auf Rot<\/strong><\/p><p>Nur umfassende Schuldenerlasse k&ouml;nnten einen Ausweg aus der Krise bieten, mahnte Schilder von Misereor und nahm die Bundesregierung in die Pflicht. Die m&uuml;sse jetzt ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag erf&uuml;llen und sich beim &bdquo;Summit of the Future&ldquo; der UNO im September 2024 und im Vorfeld der vierten internationalen Entwicklungsfinanzierungskonferenz (FfD4) im kommenden Jahr f&uuml;r einen &bdquo;neuen Schuldenmanagementkonsens&ldquo; einsetzen, so Rehbein von Erlassjahr.de. Zentraler Ma&szlig;stab m&uuml;sse sein, &bdquo;dass die Menschenrechte in den Schuldnerl&auml;ndern wieder in den Vordergrund r&uuml;cken und nicht die Profitinteressen der Gl&auml;ubiger&ldquo;. Gelegenheit zum Umsteuern h&auml;tten schon in der kommenden Woche der IWF und die Weltbank bei ihrer Fr&uuml;hjahrstagung in Washington. Dort steht auch die &Uuml;berpr&uuml;fung der Schuldentragf&auml;higkeitsanalysen auf der Agenda, die, wie Rehbein bemerkte, bisher &bdquo;viel zu optimistisch ausgefallen&ldquo; seien.<\/p><p>Im Vorfeld h&auml;tte die deutsche Ampelregierung am 3. April ein Zeichen setzen k&ouml;nnen. Dabei hatte der UN-Menschenrechtsrat per Resolution festgestellt, &bdquo;dass die Schuldenlast die zahlreichen Probleme der Entwicklungsl&auml;nder versch&auml;rft, zu extremer Armut beitr&auml;gt und ein Hindernis f&uuml;r eine nachhaltige menschliche Entwicklung ist und somit ein ernsthaftes Hindernis f&uuml;r die Verwirklichung aller Menschenrechte darstellt&ldquo;. Vom BRD-Vertreter gab es daf&uuml;r: Keine Zustimmung!<\/p><p><small>Titelbild: MaxZolotukhin\/shutterstock.com<\/small><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/e41291e417114e40a5c5ab859acd89bf\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kolonialismus war gestern, heute unterwerfen sich gro&szlig;e Teile der Welt den kapitalistischen M&auml;chten aus &bdquo;freien&ldquo; St&uuml;cken. Gegen die vage Aussicht auf Schuldenfreiheit werden L&auml;nder und V&ouml;lker zu Dutzenden mit brutaler H&auml;rte westlichen Konzerninteressen ausgeliefert &ndash; und den Preis bezahlt grunds&auml;tzlich die einfache Bev&ouml;lkerung. 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