{"id":113733,"date":"2024-04-12T12:13:23","date_gmt":"2024-04-12T10:13:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113733"},"modified":"2026-01-27T12:04:11","modified_gmt":"2026-01-27T11:04:11","slug":"zum-oeffentlich-rechtlichen-rundfunk-eine-berichterstattung-die-dem-vorlesen-von-regierungspamphleten-gleicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113733","title":{"rendered":"Zum \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk: Eine Berichterstattung, die dem \u201eVorlesen von Regierungspamphleten\u201c gleicht"},"content":{"rendered":"<p>Interview mit einem der anonymen Unterzeichner des Manifests f&uuml;r einen neuen &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk (&Ouml;RR): &bdquo;Die Ansage von Ex-RKI-Chef Dr. Wieler, &sbquo;Diese Regeln d&uuml;rfen &uuml;berhaupt nie hinterfragt werden&lsquo;, wurde praktisch zum Programm im &Ouml;RR. Den Kritikern der Corona-Ma&szlig;nahmen, den Gegnern der Covid-Impfung wurde keine ernstzunehmende Meinung zugebilligt, in den Programmen von ARD und ZDF kamen sie praktisch nicht vor.&ldquo; Das sind die Worte eines langj&auml;hrigen Mitarbeiters des &Ouml;RR im Interview mit den NachDenkSeiten. Aus Angst vor Repression bis hin zu einem drohenden Jobverlust spricht der Mitarbeiter <strong>&bdquo;X&ldquo; <\/strong>nur unter dem Schutz der Anonymit&auml;t. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1449\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-113733-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Vorlesen-von-Regierungspamphlete-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Vorlesen-von-Regierungspamphlete-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Vorlesen-von-Regierungspamphlete-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Vorlesen-von-Regierungspamphlete-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=113733-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240412-Vorlesen-von-Regierungspamphlete-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240412-Vorlesen-von-Regierungspamphlete-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113343\">Das Manifest f&uuml;r einen neuen &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk<\/a> schl&auml;gt hohe Wellen in der &Ouml;ffentlichkeit. Gerade hat sich auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) ge&auml;u&szlig;ert. Der Pressesprecher des Verbandes, Hendrik Z&ouml;rner, hat einen Kommentar geschrieben, der dazu gef&uuml;hrt hat, dass der DJV eine Gegendarstellung ver&ouml;ffentlichen musste. Bitte sagen Sie unseren Lesern: Worum geht es? Warum die Gegendarstellung?<\/strong><\/p><p>Nun, dem Kollegen Z&ouml;rner ging unser Manifest offenbar so gegen den Strich, dass er beschlossen hat, sich nicht gro&szlig; mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, sondern lieber die Autoren und Unterzeichner zu diffamieren. Unter anderem behauptete Herr Z&ouml;rner in seinem Kommentar, dass im Impressum unserer Webseite &ndash; <a href=\"http:\/\/www.meinungsvielfalt.jetzt\">meinungsvielfalt.jetzt<\/a> &ndash; zeitweise ein AfD-naher Verein gestanden h&auml;tte. Dies war eine freie Erfindung von Herrn Z&ouml;rner und darauf hat ihn Ole Skambraks, der allein seit Gr&uuml;ndung der Webseite bis heute im Impressum steht, in einer Gegendarstellung hingewiesen. Kurz danach hat Z&ouml;rner den Passus mit der Falschbehauptung still und leise aus seinem Kommentar entfernt. Daher steht die Gegendarstellung von Ole Skambraks nun wie im luftleeren Raum auf der DJV-Seite und erschlie&szlig;t sich dem Leser nicht mehr. Das wird vom DJV auch nicht erkl&auml;rt.<\/p><p><strong>Wie erkl&auml;ren Sie sich, dass der Pressesprecher des DJV solch einen Kommentar ver&ouml;ffentlicht?<\/strong><\/p><p>Da ich nicht in den Kopf von Herrn Z&ouml;rner schauen kann, kann ich nur vermuten, dass er sich durch das Manifest massiv gest&ouml;rt f&uuml;hlt. Der DJV ist ja praktisch fester Bestandteil der relativ geschlossenen Welt der Mainstream-Medien, zu denen ja auch der &ouml;ffentlich-rechtliche Rundfunk geh&ouml;rt. Viele Journalisten, die in diesen Medien ihre Arbeit verrichten, sehen sich selbst als die &bdquo;Guten&ldquo; an und meinen, immer auf der richtigen Seite der Gesellschaft zu stehen. Dass Journalisten auf gar keiner Seite stehen sollten, ist bei vielen, so scheint es, in Vergessenheit geraten. Auf die Journalisten der Alternativmedien schaut man herab, diffamiert sie als rechts und unseri&ouml;s. Herr Z&ouml;rner f&uuml;hrt genau das ja in seinem Kommentar vor, wenn er &uuml;ber <em>Tichys Einblick<\/em> spricht.<\/p><p>Das ist also die heile Welt der Mainstream-Journalisten. Und die bekommt nun durch unser Manifest quasi, &ouml;ffentlich sichtbar, Risse verpasst. Das kann der DJV-Pressesprecher nat&uuml;rlich nicht zulassen, deshalb der Angriff auf die eigenen Kollegen. Wie gesagt, ich kenne Herrn Z&ouml;rner nicht, das sind nur meine Vermutungen.<\/p><p><strong>Gestatten Sie mir eine Zwischenfrage an dieser Stelle. Am Dienstagabend ging es bei Markus Lanz um das Thema Aufarbeitung der Coronama&szlig;nahmen und die RKI-Protokolle. Mit keinem Satz wurde erw&auml;hnt, <a href=\"https:\/\/multipolar-magazin.de\/artikel\/rki-protokolle-2\">dass das Online-Magazin <em>Multipolar<\/em> die Protokolle freigeklagt hat<\/a>. Normalerweise w&auml;re es angebracht gewesen, etwa einen der Herausgeber des Magazins einzuladen. Weder war das der Fall noch wurde &uuml;berhaupt der Name des Magazins erw&auml;hnt. Ist das ein sauberer journalistischer Umgang mit der Sache? <\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich nicht. Aber was soll die Lanz-Redaktion tun? Seit Jahren wird im gesamten &Ouml;RR so getan, als g&auml;be es bei den Alternativmedien nichts Interessantes zu lesen, als w&auml;ren diese Blogger keine ernstzunehmenden Journalisten oder eben Rechte. Und nun hat bl&ouml;derweise genau so eine Webseite diese Dokumente freigeklagt. Das ist nat&uuml;rlich hochnotpeinlich. Also tut man einfach so, als w&auml;re dieser Umstand v&ouml;llig unwichtig. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten &Ouml;RR-Journalisten, die ich kenne, gar keine Alternativmedien lesen oder schauen, sie kennen sie gar nicht. Sie kennen keinen <em>Reitschuster<\/em>, keine <em>Achse des Guten<\/em>, keine <em>NachDenkSeiten<\/em>, keinen <em>Kontrafunk<\/em>. Und sie wollen sie auch gar nicht kennen.<\/p><p><strong>Nochmal zum DJV. Die Buchstaben des DJV sind seit geraumer Zeit in die Farben der ukrainischen Flagge getaucht. K&ouml;nnen Sie das nachvollziehen?<\/strong><\/p><p>Da der Mainstream-Journalismus beim Thema Ukrainekrieg von Anfang an nicht versucht hat, eine neutrale Position einzunehmen, sondern die Positionen der Ampelregierung &ndash; Aufr&uuml;stung, Waffen liefern, Ukraine verteidigen bis zum Sieg &uuml;ber Russland, egal wie &ndash; praktisch eins zu eins &uuml;bernommen hat, ist die Einf&auml;rbung der DJV-Buchstaben nur konsequent. Man zeigt eben Haltung.<\/p><p><strong>Wie fallen denn die weiteren Reaktionen auf Ihr Manifest aus? Auf der Plattform &bdquo;X&ldquo; melden sich auch Redakteure des &Ouml;RR zu Wort und kritisieren Sie. Tenor: Kritik in Ordnung, aber nicht so. Wie erkl&auml;ren Sie sich diese Reaktionen? Spiegeln diese Reaktionen letztlich nicht genau den Grund f&uuml;r das Manifest?<\/strong><\/p><p>Wie soll man denn sonst Kritik &uuml;ben? Soll man sich etwa mit Namen und Adresse hinstellen? Als Freier Mitarbeiter wird man dann vermutlich ganz schnell &bdquo;abges&auml;gt&ldquo;, es gibt keine Auftr&auml;ge mehr. Wer kann sich das leisten? Oder soll man sich etwa an die Redakteursr&auml;te wenden, in denen, nach allem, was man h&ouml;rt, vor allem Redakteure sitzen, die selbst noch nie mit einer kritischen Meinung aufgefallen sind? <\/p><p>Dass es Gegenwind gibt von Mitarbeitern, die sich im &Ouml;RR, so wie er ist, pudelwohl f&uuml;hlen, das war zu erwarten. Aber es gibt auch viele, die mit ihrem Arbeitsalltag nicht zufrieden sind und vielleicht f&uuml;hlen die sich durch unser Manifest ermutigt, bei n&auml;chster Gelegenheit auch mal den Mund aufzumachen. Und dann richtet sich das Manifest nat&uuml;rlich auch an unser Publikum, die Beitragszahler der &ouml;ffentlich-rechtlichen Sender. Und wir bekommen &uuml;brigens auch Mails von Kollegen, die noch unterschreiben wollen und fragen, wie sie uns unterst&uuml;tzen k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Sagen Sie unseren Lesern bitte: Was genau ist Ihre Kernkritik am &Ouml;RR? <\/strong><\/p><p>Es gibt, grob gesagt, zwei Bereiche. Das eine ist das Inhaltliche, also die Art der Berichterstattung, das andere sind Geldverschwendung und intransparentes Finanzgebaren.<\/p><p><strong>Sagen Sie etwas zur Kritik an der Berichterstattung, bitte! <\/strong><\/p><p>An der Berichterstattung kritisieren wir, dass sie zu einseitig ist und sich zu wenig traut, dass es oft eine zu devote Haltung gegen&uuml;ber den Regierenden gibt. Dass die Aufgabe von &ouml;ffentlich-rechtlichem Journalismus, neutral und ausgewogen zu berichten, Missst&auml;nde aufzudecken, den Regierenden auf die Finger zu schauen und ihre Behauptungen einer Pr&uuml;fung zu unterziehen, zu lasch wahrgenommen wird. <\/p><p>Gerade in der Coronazeit glich die Berichterstattung oft dem Vorlesen von Regierungspamphleten. Kritisches Nachfragen war praktisch &uuml;ber Nacht unmodern geworden. Die Ansage von Ex-RKI-Chef Dr. Wieler, &bdquo;Diese Regeln d&uuml;rfen &uuml;berhaupt nie hinterfragt werden&ldquo;, wurde praktisch zum Programm im &Ouml;RR. Den Kritikern der Corona-Ma&szlig;nahmen, den Gegnern der Covid-Impfung wurde keine ernstzunehmende Meinung zugebilligt, in den Programmen von ARD und ZDF kamen sie praktisch nicht vor. Dieser Teil der Bev&ouml;lkerung, der in manchen Gegenden Deutschlands nicht gerade klein war, wurde einfach ausgegrenzt.<\/p><p><strong>Sehen Sie eine politische F&auml;rbung in der Berichterstattung? <\/strong><\/p><p>Generell erscheint die Berichterstattung oft linksgr&uuml;n eingef&auml;rbt, das ist kein Wunder. Die &uuml;berwiegende Mehrheit der redaktionellen Mitarbeiter ist politisch links und\/oder gr&uuml;n eingestellt. Das erleben wir jeden Tag in unseren jeweiligen Anstalten. Die Kritik an der Ampelregierung f&auml;llt deshalb oft sehr milde aus oder findet gar nicht erst statt. Stattdessen arbeiten sich die Redaktionen an der AfD ab, Woche f&uuml;r Woche.<\/p><p><strong>Wobei es wohl zu hinterfragen gilt, <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=98657\">ob das &bdquo;Linke&ldquo;, was da zum Vorschein kommt, &uuml;berhaupt &bdquo;links&ldquo; ist<\/a>, oder? <\/strong><\/p><p>Stimmt, es ist eher Gehorsam. Beim Ukrainekrieg und beim Klimawandel wiederholte sich dann das Spiel von Corona. Wieder wurde der Debattenraum ganz schnell auf Briefmarkenformat eingeengt. Mag sein, dass mancher sich privat noch eine andere Meinung erlaubt, auf dem Sender sind wir alle &bdquo;Team Ukraine&ldquo; und &bdquo;Team Klimaschutz&ldquo;. Und das hat mit Journalismus dann nicht mehr viel zu tun. Es ist Aktivismus.<\/p><p><strong>Sie sprachen auch den Umgang mit den Geb&uuml;hrengeldern an. <\/strong><\/p><p>Ja, das ist der andere gro&szlig;e Kritikpunkt. Da wollen wir mehr Transparenz reinbringen und eine wirkliche Mitbestimmung der B&uuml;rger. Auch die Zusammensetzung und Arbeitsweise der Rundfunkr&auml;te muss &uuml;berdacht werden.<\/p><p><strong>Wie lange sind Sie beim &Ouml;RR? <\/strong><\/p><p>Seit &uuml;ber 10 Jahren.<\/p><p><strong>Haben Sie pers&ouml;nlich negative Erfahrungen beim &Ouml;RR im Sinne des Binnenpluralismus bzw. der inneren Meinungsfreiheit Sie als Journalist betreffend gemacht? <\/strong><\/p><p>Ja, das habe ich erlebt. Anfeindungen wegen bestimmter Aussagen in einem Beitrag. Die Produktion von Beitr&auml;gen wurde verhindert oder ein produzierter Beitrag nicht gesendet, weil ein Protagonist nicht passte.<\/p><p><strong>Wie sieht es mit Kollegen aus? Haben Sie da auch negative Beispiele beobachtet? <\/strong><\/p><p>Ja, mir haben Kollegen erz&auml;hlt, dass sie r&uuml;de zur Rede gestellt wurden, weil sie in einem Beitrag Aussagen von Menschen gesendet hatten, die so offenbar nicht gewollt waren. Oder dass fertige Beitr&auml;ge gar nicht gesendet wurden, weil das Thema erst bewilligt, dann aber doch nicht mehr gewollt war. Und ich kenne einige Kollegen, die inzwischen den Anspruch an die eigene Arbeit aufgegeben haben, sie winken nur noch ab und sagen, ich reibe mich hier nicht mehr auf und ich sage auch nichts mehr.<\/p><p><strong>F&uuml;r das Manifest wurden viele bekannte Erstunterzeichner gewonnen. War das schwer?<\/strong><\/p><p>Es war monatelange Arbeit des Teams von &bdquo;meinungsvielfalt.jetzt&ldquo;. M&ouml;gliche Unterst&uuml;tzer identifizieren, also wer k&ouml;nnte zu uns passen und das Manifest gut finden? Dann anschreiben, anrufen, manchmal auch mehrmals nachhaken, weil bekannte Pers&ouml;nlichkeiten oft viele Mails kriegen und nicht immer gleich alles lesen. Bei manchen Unterzeichnern ging es aber auch ganz schnell.<\/p><p><strong>Wie kann denn &uuml;berhaupt der &Ouml;RR reformiert werden? Im Netz gab es auch sehr schnell Stimmen, die vom Tenor sagten, der &Ouml;RR sei nicht mehr reformierbar. <\/strong><\/p><p>Die Aussage kenne ich und ich kann sie verstehen. Dennoch denke ich, wir haben mit dem Manifest schon etwas angesto&szlig;en, das Kreise ziehen kann. Das Medien-Echo war viel gr&ouml;&szlig;er als erhofft. Nicht nur die Alternativmedien, auch viele etablierte Zeitungen und &Ouml;RR-Sendungen haben &uuml;ber das Manifest berichtet, oft sogar sachlich. Auch wenn es offiziell von den Sendern nur Reaktionen gibt nach dem Motto: Bei uns ist alles in Ordnung, wir haben doch eine gro&szlig;e Meinungsvielfalt. <\/p><p>Im stillen K&auml;mmerlein wird bei dem einen oder anderen Abteilungsleiter vielleicht doch im Kopf die Frage auftauchen: Erf&uuml;llen wir hier wirklich den Programmauftrag, bilden wir alle relevanten Meinungen ab oder ist an der Kritik der Manifestschreiber vielleicht doch was dran? Und so k&ouml;nnte es passieren, dass dieser Abteilungsleiter fortan die Leine etwas lockerer l&auml;sst und dass es Redakteure und Moderatoren gibt, die diese neue Freiheit nutzen. So k&ouml;nnte ein neues Arbeitsklima entstehen, in dem die Diskussionen wieder freier gef&uuml;hrt werden, in dem es wieder normal wird, eine andere Meinung zu vertreten als die Regierung, in dem Kollegen mit kontr&auml;ren Ansichten auf Augenh&ouml;he miteinander sprechen. Und das w&auml;re dann vielleicht auch im Programm zu sehen. So etwas kann schnell gehen, warten wir es ab.<\/p><p><strong>Dem &Ouml;RR wird immer wieder im negativsten Sinne Regierungsn&auml;he vorgeworfen, sprich: zu eng mit der Politik verbandelt. In einem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/gaborhalasz1\/status\/1775867498308808719\">Tweet<\/a> eines Redakteurs hei&szlig;t es: <\/strong><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;In allen Redaktionen, in denen ich gearbeitet habe, wurde diskutiert. Nichts wurde von oben vorgegeben. Und wenn es jemals jemand versucht hat, haben sich starke Kolleginnen und Kollegen gewehrt. Das #Manifest zum #&Ouml;RR &uuml;berzeugt mich nicht vom Gegenteil.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Was entgegnen Sie einer solchen Aussage?<\/strong><\/p><p>Regierungsn&auml;he stellen sich viele wahrscheinlich so vor, dass das Kanzleramt oder die jeweilige Staatskanzlei einer Landesregierung in einem Sender anruft und Themenvorgaben macht oder sagt, was m&ouml;glichst nicht im Programm erw&auml;hnt werden sollte. Das ist aber in der Praxis gar nicht n&ouml;tig. Viele &Ouml;RR-Journalisten haben die entsprechende Schere l&auml;ngst im Kopf. Sie ticken (zuf&auml;llig) genauso wie die Regierung oder wissen genau, was von ihnen erwartet wird. Sie sind konform, sie sind auf Linie, meist ohne es zu merken. Denn der Redakteur am Nachbarschreibtisch ist ja genauso. <\/p><p>F&uuml;r mich ist es im Arbeitsalltag immer wieder frappierend, wie wenig interessiert die Kollegen an den Themen sind, sie arbeiten ab, was anliegt. Eine innere Beteiligung, Neugier, das Bed&uuml;rfnis, mehr wissen zu wollen, als die offiziellen Stellen von selbst mitteilen, erlebe ich selten.<\/p><p>Dazu vielleicht noch ein Zitat des ber&uuml;hmten amerikanischen Linguisten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=93223\">Noam Chomsky<\/a>:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Der schlaueste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Das ist es, was stattfindet in den Redaktionen.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Anmerkung Redaktion: Auf der Seite des <a href=\"https:\/\/meinungsvielfalt.jetzt\/statements.html\">kritischen Manifests<\/a> im Hinblick auf den &Ouml;RR hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Die Tatsache, dass die meisten dieser Statements anonym sind, zeigt, wie gro&szlig; die Sorge vor beruflichen Konsequenzen ist. Nur wenige trauen sich, ihre Statements mit Namen zu ver&ouml;ffentlichen. Einige von ihnen arbeiten inzwischen nicht mehr im &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das haben wir entsprechend gekennzeichnet.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ Ralf Liebhold<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113343\">&bdquo;Aufstand&rdquo; bei ARD und ZDF: Mitarbeiter ver&ouml;ffentlichen kritisches Manifest<\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/5b3e841ac4fe4cda8ad22f0ff073dd84\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit einem der anonymen Unterzeichner des Manifests f&uuml;r einen neuen &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk (&Ouml;RR): &bdquo;Die Ansage von Ex-RKI-Chef Dr. Wieler, &sbquo;Diese Regeln d&uuml;rfen &uuml;berhaupt nie hinterfragt werden&lsquo;, wurde praktisch zum Programm im &Ouml;RR. 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