{"id":113880,"date":"2024-04-16T10:00:30","date_gmt":"2024-04-16T08:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113880"},"modified":"2024-04-16T09:04:16","modified_gmt":"2024-04-16T07:04:16","slug":"exklusiv-interview-mit-fernando-gonzalez-llort-aeusserst-kritische-wirtschaftslage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113880","title":{"rendered":"Exklusiv-Interview mit Fernando Gonz\u00e1lez Llort: \u201e\u00c4u\u00dferst kritische Wirtschaftslage\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Fernando Gonz&aacute;lez Llort war Teil des legend&auml;ren kubanischen Spionagenetzwerks &bdquo;Wespennetz&ldquo;, welches in den 1990er-Jahren terroristische Netzwerke in Miami unterwanderte, die unter anderem Sprengstoffanschl&auml;ge auf die touristische Infrastruktur in Kuba durchgef&uuml;hrt hatten. Nach einer unter h&ouml;chst fragw&uuml;rdigen Bedingungen erfolgten Verurteilung in den USA, mehrmals von der UN-Menschenrechtskommission kritisiert, kam er 2014 frei und kehrte nach Kuba zur&uuml;ck. Mittlerweile ist Gonz&aacute;lez Llort Vorsitzender des Instituts f&uuml;r V&ouml;lkerfreundschaft (ICAP) und war in dieser Funktion zu Besuch in Deutschland. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber seine Geheimdienstmission in den USA, die Rolle der deutschen Kuba-Solidarit&auml;t, die Gr&uuml;nde f&uuml;r die anhaltende Besessenheit Washingtons mit der karibischen Insel, die Auswirkungen der seit &uuml;ber 60 Jahren anhaltenden US-Blockade, die Aussichten auf einen Abzug der USA von der v&ouml;lkerrechtswidrig besetzten Region Guantanamo und den geopolitischen Wandel. Ebenso berichtet er umfassend und v&ouml;llig ungesch&ouml;nt von den Gr&uuml;nden und Auswirkungen der schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise, die Kuba derzeit durchlebt. Das Interview f&uuml;hrte <strong>Florian Warweg<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/khcPpUdlURs\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div> <\/p><p><strong>Lieber Fernando, es ist eine Freude, Sie hier in Deutschland zu haben, und eine Ehre, Sie interviewen zu d&uuml;rfen. In diesem Jahr j&auml;hrt sich oder besser gesagt hat sich bereits zum zehnten Mal Ihre Freilassung gej&auml;hrt, nachdem Sie &uuml;ber 15 Jahre Ihres Lebens in einem Gef&auml;ngnis in Atlanta, USA, verbringen mussten. K&ouml;nnen Sie uns vielleicht etwas dar&uuml;ber erz&auml;hlen, wie das alles passiert ist? Denn in Deutschland erhielt Ihr Fall, Ihr und der Ihrer Kollegen, recht wenig Berichterstattung, und wenn, dann ziemlich einseitige. K&ouml;nnten Sie dem deutschen Publikum zun&auml;chst erz&auml;hlen, warum Sie in die USA geschickt wurden, was Ihre Mission dort war und auch, warum die US-Justiz Sie zu so harten Strafen wie in Ihrem Fall verurteilt hat?<\/strong><\/p><p>Nun, danke f&uuml;r das Interview und danke an die Leser, die dieses Programm sehen. Um gerecht zu sein: Es ist wahr, was Sie &uuml;ber die schlechte Berichterstattung der gro&szlig;en Medien sagen, die von gro&szlig;en kommerziellen Interessen kontrolliert werden und eine politische Tendenz haben. Aber es ist auch wahr, dass es hier in Deutschland viele Solidarit&auml;tsbekundungen von Freunden gab, die sich einer internationalen Kampagne f&uuml;r unsere Befreiung angeschlossen haben, die die Argumente trotz der geringen Berichterstattung verstanden haben, sagen wir, zu dieser Zeit keine Berichterstattung, aber die verstanden haben und sich der Solidarit&auml;tskampagne angeschlossen haben.<\/p><p>Wir sind oder waren Teil einer Gruppe von Kubanern, die in S&uuml;dflorida ihr Leben verbracht haben, um terroristische Handlungen gegen Kuba zu verhindern. Historisch gesehen war der Terrorismus von extremistischen kubanischen Gruppen seit dem Sieg der kubanischen Revolution ein Instrument der US-Au&szlig;enpolitik gegen unser Land, das darauf abzielt, das Land zu destabilisieren und wenn m&ouml;glich die revolution&auml;re Regierung zu st&uuml;rzen. Kubanische Gruppen, die seit Jahren, Jahrzehnten im S&uuml;den Floridas ans&auml;ssig sind, haben von US-Territorium aus konspiriert, wurden von den USA finanziert, um gewaltt&auml;tige Handlungen gegen Kuba und kubanische Interessen in anderen L&auml;ndern zu planen und durchzuf&uuml;hren.<\/p><p>Hier in Europa gab es Ereignisse. Unsere Botschaft in Portugal wurde in den 1980er-Jahren Opfer eines Bombenanschlags &ndash; eine Bombe, die von kubanischen Bewohnern des S&uuml;dens Floridas gelegt wurde. Es gab Vorf&auml;lle in anderen lateinamerikanischen L&auml;ndern, wo kubanische Handelsb&uuml;ros Ziel terroristischer Angriffe wurden, und auch innerhalb Kubas gab es solche Vorf&auml;lle. Es gibt &uuml;ber 2.000 Opfer des vom US-amerikanischen Territorium finanzierten und organisierten Terrorismus, daher blieb Kuba nichts anderes &uuml;brig, als Personen im S&uuml;den Floridas zu haben, die &uuml;ber die Pl&auml;ne informiert waren, die durchgef&uuml;hrt wurden, &uuml;ber die Finanzierung dieser Pl&auml;ne Bescheid wussten, wie Sprengstoff beschafft wurde, wie die Waffen beschafft wurden, die verwendet werden.<\/p><p>Um die kubanische Regierung informiert zu halten und auf diese Weise den Verlust von Menschenleben und Sch&auml;den an der Wirtschaft und dem Land im Allgemeinen zu verhindern. Dies beinhaltet den m&ouml;glichen Verlust von Menschenleben von Nicht-Kubanern, wie es in den 1990er-Jahren geschah, als eine Bombe in einem Hotel in Havanna das Leben eines italienischen B&uuml;rgers kostete, der in diesem Hotel untergebracht war, und auf diese Weise h&auml;tten auch US-B&uuml;rger sterben k&ouml;nnen, sowohl bei Aktionen innerhalb Kubas als auch bei Aktionen, die diese terroristischen Gruppen in anderen L&auml;ndern gegen kubanische Interessen durchgef&uuml;hrt haben.<\/p><p>Unsere Mission war es, die kubanische Regierung &uuml;ber die Pl&auml;ne zu informieren, wie diese Gruppen finanziert werden, das Training, das sie durchf&uuml;hren und erhalten, und wie sie sich organisieren, um diese terroristischen Pl&auml;ne auszuf&uuml;hren. Das Ziel ist es, den Verlust von Menschenleben und materiellen Sch&auml;den zu verhindern. Das war unsere Aufgabe im Jahr 1998.<\/p><p>Wir wurden verhaftet. Eine Gruppe von zehn Personen wurde vom Federal Bureau of Investigation des US-Justizministeriums verhaftet und einem Prozess unterzogen, der durch eine starke Voreingenommenheit gekennzeichnet war, durch die Behandlung, die uns von den Medien zuteilwurde, die Beschr&auml;nkungen unserer Verteidigung, die Unm&ouml;glichkeit, in Miami genau dort, wo all dies geplant wird und wo die Medien st&auml;ndig eine apokalyptische Sicht auf Kuba vermitteln, die voller Vorurteile gegen die kubanische Regierung ist.<\/p><p>Die Unm&ouml;glichkeit, unter diesen Umst&auml;nden eine unparteiische Jury zu finden. Unsere Anw&auml;lte versuchten alles, um zu argumentieren, dass dieser Prozess nicht in Miami stattfinden sollte, aber die Argumente wurden nicht geh&ouml;rt, und schlie&szlig;lich fand der Prozess in diesem Umfeld der anti-regierungsfeindlichen Euphorie gegen Kuba statt. Es gab also keinerlei M&ouml;glichkeit, ein faires Verfahren zu erhalten und eine ausgewogene Analyse der vorgelegten Beweise durchzuf&uuml;hren. Das ist der Grund, warum wir in den USA waren und warum wir Haftstrafen verb&uuml;&szlig;ten.<\/p><p>Au&szlig;erdem spiegeln sie genau dieses Ungleichgewicht wider. Wenn man die Anklagepunkte betrachtet, f&uuml;r die wir angeklagt waren, und die d&uuml;rftigen Beweise, die vorgelegt wurden, wird deutlich, wie in vielen F&auml;llen ein Schuldspruch erfolgte und viel weniger klar ist, warum die verh&auml;ngten Strafen so drastisch waren.<\/p><p><strong>Es war ein politisches Urteil?<\/strong><\/p><p>Ja, das war es wirklich. Der gesamte Prozess war von politischen Nuancen gepr&auml;gt und durchdrungen von einer politischen Sichtweise, die eigentlich rechtlich h&auml;tte sein sollen. Dies &auml;u&szlig;erte sich in den Urteilen, zu denen wir verurteilt wurden, selbst nachdem wir bereits verurteilt worden waren. Ich denke, man h&auml;tte das Gewicht und die Ernsthaftigkeit der gegen die anderen vorliegenden Beweise ber&uuml;cksichtigen k&ouml;nnen, und dies h&auml;tte einen Einfluss auf eine Art von Urteil haben k&ouml;nnen, das, sagen wir, verst&auml;ndnisvoller und ausgewogener in Bezug auf die Schwere oder Nicht-Schwere der Taten gewesen w&auml;re, f&uuml;r die uns zu Unrecht die Schuld gegeben wurde. Dennoch waren die Urteile extrem lang. Einige Kollegen erhielten sogar lebenslange Haftstrafen, obwohl es wirklich keine Beweise gab, die das rechtfertigten.<\/p><p><strong>Ich denke, dieses Urteil war auch ein Symbol f&uuml;r die US-Politik gegen&uuml;ber Kuba im Allgemeinen. So wurdet nicht nur Ihr als Einzelpersonen verurteilt, sondern auch Kuba auf diese Weise. Wie erkl&auml;ren Sie sich diese seit &uuml;ber 60 Jahren anhaltende Besessenheit der USA gegen&uuml;ber Kuba, einer Insel, die zwar nicht so klein, aber dennoch nur eine von vielen karibischen Insel ist? Stellt Kuba heute wirklich noch eine reale Bedrohung f&uuml;r die Vereinigten Staaten dar?<\/strong><\/p><p>Ich glaube, die Besessenheit hat damit zu tun, dass die US-Beh&ouml;rden unf&auml;hig sind, zu verstehen und zu akzeptieren, dass Kuba ein freies, unabh&auml;ngiges und souver&auml;nes Land ist und sich nicht den W&uuml;nschen einer Regierung wie der der Vereinigten Staaten unterwerfen muss, die nicht nur immer Kuba erobern wollte, sondern auch nie das Wohl des kubanischen Volkes gew&uuml;nscht hat.<\/p><p>Seit unserem Kampf f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit im 19. Jahrhundert, als die Revolution in Kuba begann, im Jahr 1868, nicht einmal in ihrer zweiten Etappe im Jahr 1895, als Jos&eacute; Mart&iacute; die Fortsetzung des Unabh&auml;ngigkeitskrieges in Kuba organisierte, und erst recht nicht danach, als Fidel diese Revolution fortsetzte, die, wie er selbst sagte, seit ihrer Entstehung im Jahr 1868 eine einzige ist.<\/p><p>Es ist die Suche nach unserer wahren Unabh&auml;ngigkeit und die Erringung dieser Unabh&auml;ngigkeit. Zu keinem Zeitpunkt hat die Regierung der Vereinigten Staaten eine Position der Unterst&uuml;tzung f&uuml;r diejenigen eingenommen, die f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit gek&auml;mpft haben. W&auml;hrend unserer Unabh&auml;ngigkeitsk&auml;mpfe haben die USA immer eine abwartende Haltung eingenommen, um Kuba zu &uuml;bernehmen, wenn die Bedingungen gegeben waren.<\/p><p>Und das geschah im Jahr 1898, als die K&auml;mpfer f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit Kubas gegen die spanische Kolonie eine vorteilhafte Situation gegen&uuml;ber Spanien hatten und es offensichtlich war, dass, obwohl es nicht unmittelbar bevorstand, die Unabh&auml;ngigkeit Kubas erreicht werden w&uuml;rde. Dort ereignete sich ein Vorfall, die Explosion eines amerikanischen Schiffes in einem Hafen von Havanna, das zu Besuch war.<\/p><p>Und aufgrund dieses Vorfalls &ndash; in noch nicht vollst&auml;ndig gekl&auml;rten Umst&auml;nden, aber sehr verd&auml;chtigen Umst&auml;nden &ndash; intervenieren sie milit&auml;risch und besetzen Kuba. Wenn man die Geschichte der Vereinigten Staaten seit ihrer Unabh&auml;ngigkeit im Jahr 1776 betrachtet, gibt es im politischen Denken wichtiger Pers&ouml;nlichkeiten des politischen Establishments der Vereinigten Staaten den Gedanken, dass Kuba aufgrund seiner geografischen Lage und seiner N&auml;he zu den Vereinigten Staaten ein Gebiet sein sollte, das Teil der Vereinigten Staaten sein sollte.<\/p><p>Man muss verstehen, dass die USA zu diesem Zeitpunkt immer noch im Entstehungsprozess waren &ndash; als sie unabh&auml;ngig wurden, bestanden sie aus 13 Kolonien an der Ostk&uuml;ste der USA und begannen dann zu expandieren. Es war also ein Prozess in der Psyche der politischen Klasse Amerikas von st&auml;ndiger Expansion, und so raubten sie den Ureinwohnern ihr Territorium, raubten Mexiko ein Gebiet weg. Einen gro&szlig;en Teil des mexikanischen Territoriums vereinnahmten sie von 1848 bis 1850 in Kriegen, die sie aus Eigeninteresse befeuerten, um diese Gebiete zu besetzen. Und in dieser Psychologie der Expansion war auch Kuba enthalten. Denken wir daran, dass, als Mart&iacute;, Jos&eacute; Mart&iacute;, die zweite Etappe des Kampfes um die Unabh&auml;ngigkeit Kubas organisiert, die 1895 begann, er in seinem politischen Testament einen Brief hinterlie&szlig;, der in seinem Besitz gefunden wurde, als er im Kampf starb, was als seine Definition, sein politisches Testament gilt.<\/p><p>In diesem Brief dr&uuml;ckt er aus, dass er diesen Kampf f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit Kubas nicht nur f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit Kubas f&uuml;hrt, sondern weil er die Unabh&auml;ngigkeit Kubas als einen Weg sieht zu verhindern, dass die Vereinigten Staaten Kuba als Sprungbrett zur &Uuml;bernahme der Gebiete der Antillen und Amerikas nutzen. Mart&iacute; hatte bereits in der aufkommenden Regierung der Vereinigten Staaten die Absicht gesehen, nicht nur Kuba, sondern auch den Rest der Antillen zu &uuml;bernehmen und sie als Br&uuml;cke f&uuml;r ihren gr&ouml;&szlig;eren Einfluss auf das Gebiet Lateinamerikas und der Karibik zu nutzen. Also f&auml;llt es der amerikanischen politischen Klasse schwer, zu verstehen, dass, als Fidel Castro die kubanische Revolution wirklich konzipiert und durchf&uuml;hrt, die kubanische Revolution siegt.<\/p><p>Wir haben uns tats&auml;chlich von der Vormundschaft der Vereinigten Staaten befreit, die praktisch diktierten, was in Kuba getan werden konnte und was nicht. Kuba war bis 1959 eine Neokolonie, hatte eine kubanische Regierung, die von den Kubanern gew&auml;hlt wurde, aber die tats&auml;chlich ein Anh&auml;ngsel der Vereinigten Staaten war, eine Wirtschaft, die vollst&auml;ndig von den Vereinigten Staaten abh&auml;ngig war, eine Regierung, die praktisch den Willen der Regierung der Vereinigten Staaten in unserem Land durchsetzte.<\/p><p>Die kubanische Revolution im Jahr 1959 beendet diese Abh&auml;ngigkeit, und es gibt tats&auml;chlich einen Prozess der Unabh&auml;ngigkeit des Landes, einen Prozess, in dem Kuba nicht nur seine Unabh&auml;ngigkeit, sondern auch seine Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber das kubanische Territorium bekr&auml;ftigt und eine Politik f&uuml;r das Land bestimmt, die den Interessen der Vereinigten Staaten fremd ist. Das &auml;rgert diese.<\/p><p>Das erzeugt sofort die Feindseligkeit der Vereinigten Staaten, und von Anfang der Revolution an beginnen sie zu konspirieren, um die Regierung Kubas zu st&uuml;rzen. Wenn man sich die Geschichte der kubanischen Revolution anschaut, hat die Regierung der Vereinigten Staaten alle m&ouml;glichen Methoden verwendet, um die revolution&auml;re Regierung Kubas loszuwerden, um sie zu st&uuml;rzen.<\/p><p>Das beinhaltet Terrorismus. Wie ich Ihnen sagte, begannen die Kubaner, die nach der kubanischen Revolution in die Vereinigten Staaten emigrierten, sofort, von der Central Intelligence Agency der Vereinigten Staaten in geheimen Gruppen organisiert zu werden &ndash; konterrevolution&auml;re Organisationen, die sich in Kuba einschleichen, die Sabotageakte gegen die kubanische Wirtschaft organisieren, Anschl&auml;ge auf die f&uuml;hrenden Pers&ouml;nlichkeiten der Revolution organisieren, Bomben in Einkaufszentren platzieren und wirtschaftliche Ziele sprengen, also Terrorismus, biologische Kriegsf&uuml;hrung, psychologische Kriegsf&uuml;hrung, die Drohung des Einsatzes von Gewalt, die milit&auml;rische Invasion, die Invasion von Playa Gir&oacute;n im Jahr 1961 und sp&auml;ter alle milit&auml;rischen Man&ouml;ver um die Insel Kuba herum, um Druck auf die Insel auszu&uuml;ben.<\/p><p>Kuba wird st&auml;ndig einem nicht nur wirtschaftlichen Belagerungszustand unterzogen, wie es seit 1962 der Fall ist, sondern auch der realen M&ouml;glichkeit einer milit&auml;rischen Invasion durch die Vereinigten Staaten. Wir stehen also unter st&auml;ndigem Druck seitens der US-Regierung, die die Tatsache nicht akzeptiert, dass Kuba ein unabh&auml;ngiges, demokratisches, souver&auml;nes Land ist und dass die Kubaner auf eigene Faust entscheiden, wie wir unsere Gesellschaft organisieren. Die Unf&auml;higkeit der US-Regierung, diese Realit&auml;t anzuerkennen, hat sie zu all diesen Ma&szlig;nahmen gegen Kuba veranlasst.<\/p><p><strong>Wenn wir &uuml;ber die Unabh&auml;ngigkeit und Souver&auml;nit&auml;t Kubas sprechen, komme ich auf Guantanamo zu sprechen, denn Kuba ist immer noch nicht vollst&auml;ndig souver&auml;n, was das Territorium betrifft, da es die Marinebasis Guantanamo gibt. Sehen Sie eine Perspektive, dass die Vereinigten Staaten gezwungen sind, sich zur&uuml;ckzuziehen? Gibt es eine Ma&szlig;nahme im Rahmen des V&ouml;lkerrechts, die diesen Schritt erm&ouml;glichen w&uuml;rde?<\/strong><\/p><p>Die Illegalit&auml;t der Basis ist f&uuml;r uns sehr klar. Im Recht gibt es Klauseln, die besagen, dass ein Vertrag, der in gutem Glauben ausgehandelt wurde, von Anfang an fehlerhaft ist und daher rechtlich ung&uuml;ltig ist. Die einzige Erw&auml;gung zur Illegalit&auml;t der Basis, der Marinest&uuml;tzpunkt in Guantanamo.<\/p><p>Wann und unter welchen Umst&auml;nden besetzten sie dieses Territorium, besetzten dieses Territorium nach dieser milit&auml;rischen Besetzung des Landes, von der ich Ihnen zuvor erz&auml;hlt habe, und dr&auml;ngten Kuba im Verlauf der Verhandlungen &uuml;ber eine Verfassung, die angeblich die vermeintliche Unabh&auml;ngigkeit des Landes widerspiegeln sollte, als Teil eines &Auml;nderungsantrags, der nicht von Kuba, sondern vom Kongress der Vereinigten Staaten gebilligt wurde, der darauf bestand, dass die Vereinigten Staaten diesen Milit&auml;rst&uuml;tzpunkt in unserem Land haben sollten.<\/p><p>Und was sind die Umst&auml;nde? Die Regierung der Vereinigten Staaten lie&szlig; die Verfassungsmacher in Kuba, die Kubaner, die sich versammelten, um die Verfassung zu verabschieden, wissen, dass sie sie entweder mit dieser Einschlie&szlig;ung billigen oder es keine Unabh&auml;ngigkeit f&uuml;r Kuba geben w&uuml;rde. Daher ist es eine Frage der Gewalt, ein Fakt, der von Anfang an die Existenz dieses Milit&auml;rst&uuml;tzpunkts visiert. Es ist eine Tatsache, dass von Anfang an ein Vertrag, der keine Rechtsgrundlage hat, genau deshalb, weil nichts, was durch Gewalt erreicht wurde, im Recht, in Kuba oder anderswo auf der Welt als legal akzeptiert wird, etwas, das durch Gewalt oder die Drohung mit Gewalt erreicht wurde.<\/p><p>Kein Land auf der Welt w&uuml;rde das akzeptieren. Wie also kann die US-Regierung heute dazu gebracht werden, diese Illegalit&auml;t anzuerkennen? Das ist komplex. Ich glaube, dass die US-Regierung diese Milit&auml;rbasis heute nicht beh&auml;lt, weil sie aus milit&auml;rischer Sicht wirklich n&uuml;tzlich ist. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber es scheint mir, dass diese Basis seit Langem nicht mehr den Nutzen hat, den sie m&ouml;glicherweise einmal hatte, um beispielsweise die Schifffahrt durch den Panamakanal zu kontrollieren.<\/p><p>Das hat sie nicht. Meiner Meinung nach gibt es vielleicht andere Elemente, aber ich glaube, dass das Hauptmotiv f&uuml;r die USA, diese Basis zu behalten, darin besteht, Kuba zu &auml;rgern, denn aus milit&auml;rischer Sicht scheint es mir nicht sehr n&uuml;tzlich zu sein. Es w&auml;re Teil von Verhandlungen zu einem bestimmten Zeitpunkt, wenn sich die USA entscheiden, die Unabh&auml;ngigkeit und Souver&auml;nit&auml;t Kubas anzuerkennen und eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden L&auml;ndern zu verhandeln, weil man verstehen kann, dass die Beziehung zwischen Kuba und den USA niemals normal sein wird, so lange die Blockade besteht und so lange es diese Milit&auml;rbasis gibt. Es gibt heute diplomatische Beziehungen, auch wenn die Kommunikation zwischen den beiden Regierungen begrenzt ist. In den letzten beiden Jahren der Pr&auml;sidentschaft von Obama in den USA gab es einen Moment, in dem Gespr&auml;che aufgenommen wurden, um die Beziehungen zwischen Kuba und den USA allm&auml;hlich zu normalisieren.<\/p><p><strong>Aber mit ziemlichem Widerstand des politischen Establishments und auch innerhalb der eigenen Partei, der Demokraten.<\/strong><\/p><p>Mit ziemlichem Widerstand und in einem Prozess, der schrittweise zu einer Normalisierung f&uuml;hren k&ouml;nnte. Es kann keine normale Beziehung zwischen den beiden L&auml;ndern sein. Wenn ein Land von der Gr&ouml;&szlig;e und der Macht der Vereinigten Staaten versucht, die Wirtschaft einer Insel zu ersticken, die 90 Meilen entfernt liegt, die, wie du sagst, nicht die Insel Jamaika ist, sondern gr&ouml;&szlig;er als die Insel Jamaika ist.<\/p><p>Wir haben elf Millionen Einwohner, aber im Vergleich zu den Dimensionen der Vereinigten Staaten, die 320 Millionen Einwohner haben und die gr&ouml;&szlig;te Wirtschaftsmacht der Welt sind, ist es eine kleine Insel. Es kann also nicht sein.<\/p><p><strong>Noch.<\/strong><\/p><p>F&uuml;r jetzt, f&uuml;r jetzt, und auch die Beziehung zwischen zwei L&auml;ndern kann nicht normal sein, wenn diese Supermacht gegen den Willen des kubanischen Volkes eine Milit&auml;rbasis auf kubanischem Gebiet unterh&auml;lt. Dies werden Faktoren sein, die ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen, wenn sich die USA irgendwann dazu entscheiden, den Weg der Normalisierung der Beziehungen mit Kuba einzuschlagen.<\/p><p>Ich sehe nicht in naher Zukunft, dass die Vereinigten Staaten die Milit&auml;rbasis in Guant&aacute;namo schlie&szlig;en und dieses Gebiet, wie es sein sollte, in den Besitz des kubanischen Volkes zur&uuml;ckkehrt, das vom kubanischen Volk verwaltet wird. Ich sehe das nicht in naher Zukunft geschehen.<\/p><p><strong>Vielleicht erleben es unsere Enkelkinder.<\/strong><\/p><p>Vielleicht unsere Enkelkinder, vielleicht unsere Kinder.<\/p><p><strong>Sie haben am Anfang die Unterst&uuml;tzung des Solidarit&auml;tsnetzwerks in Deutschland gegen&uuml;ber Kuba erw&auml;hnt, aber auch gegen&uuml;ber Ihrer Situation und der Miamis im Allgemeinen. Aktuell sind Sie Pr&auml;sident des Kubanischen Instituts f&uuml;r V&ouml;lkerfreundschaft. Welche Rolle spielt die Solidarit&auml;tsbewegung mit Kuba in Deutschland?<\/strong><\/p><p>Ich glaube, in Deutschland gibt es viele gute Freunde Kubas, und wir sind sehr dankbar f&uuml;r die Solidarit&auml;t, die wir im Laufe der Jahre vom deutschen Volk und den verschiedenen Solidarit&auml;tsorganisationen mit Kuba erhalten haben, die es in verschiedenen St&auml;dten und Gebieten in Deutschland gibt. Aus Deutschland haben wir ein Solidarit&auml;tsnetzwerk mit Kuba, das einen Vorstand hat und etwa 39 Solidarit&auml;tsorganisationen umfasst, die es im deutschen Gebiet gibt, und es gibt weitere, die nicht in diesem Netzwerk enthalten sind.<\/p><p>Aber die Arbeit aller war wirklich sehr wichtig. Eine politische Unterst&uuml;tzung f&uuml;r unseren Ruf nach Respektierung unserer Souver&auml;nit&auml;t und unserer Unabh&auml;ngigkeit, eine Unterst&uuml;tzung f&uuml;r den Kampf des kubanischen Volkes, um die seit 62 Jahren von der US-Regierung gegen Kuba verh&auml;ngte Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade zu beenden, die versucht, die kubanische Wirtschaft zu ersticken.<\/p><p>Ich glaube, dass wir von den Solidarit&auml;tsorganisationen mit Kuba in Deutschland viel moralische Unterst&uuml;tzung erhalten haben. Einige von ihnen, wie der Verein Freundschaft RFA-Kuba, bestehen seit 50 Jahren und haben auch Freundschaftsvereine in Berlin, die seit 50 Jahren ununterbrochen solidarisch mit Kuba sind, und andere, die neben der politischen und moralischen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r unseren Ruf auch eine materielle Solidarit&auml;t mit unserem Land aus&uuml;ben und seit vielen Jahren solidarische Kooperationsprojekte in unserem Land haben, wie Cuba S&iacute;.<\/p><p>Es gab viele Solidarit&auml;tsleistungen aus Deutschland f&uuml;r unser Gesundheitssystem, das sehr gesch&auml;digt war, und f&uuml;r unser Bildungssystem, das ebenfalls sehr gesch&auml;digt war. Daher ist die Solidarit&auml;t mit Kuba aus Deutschland sowohl aus politischer und moralischer Sicht wichtig f&uuml;r unseren Ruf nach Respekt f&uuml;r unsere Souver&auml;nit&auml;t und Unabh&auml;ngigkeit wie auch f&uuml;r die Verteidigung der wichtigsten Errungenschaften der Revolution, n&auml;mlich der kostenlosen und universellen Gesundheitsversorgung f&uuml;r unser Volk und der ebenfalls freien und kostenlosen Bildung f&uuml;r alle Kubaner im gesamten Land.<\/p><p>Die Unterst&uuml;tzung der deutschen Freunde war auch wichtig. Sie haben Kuba geholfen, diese Errungenschaften aufrechtzuerhalten.<\/p><p><strong>Und um eine Vorstellung aus Ihrer Perspektive zu bekommen, welches Land in Europa ist das solidarischste Land aus Sicht der Zivilgesellschaft mit Kuba, ohne jetzt in einen Wettbewerb einzutreten?<\/strong><\/p><p>Also, es ist sehr schwierig, einen Vergleich anzustellen oder einen Wettbewerb zu etablieren oder zu sagen, welche Solidarit&auml;tsbewegung in einem Land am solidarischsten ist. Ich glaube, Solidarit&auml;t gibt es in vielen L&auml;ndern Europas und dar&uuml;ber hinaus. Im Institut haben wir Verbindungen zu &uuml;ber 1.600 Solidarit&auml;tsorganisationen auf allen f&uuml;nf Kontinenten, in 152 L&auml;ndern weltweit.<\/p><p>Ich kann Ihnen sagen, dass die Solidarit&auml;t in Deutschland sehr gut organisiert ist. Die Genossen sind sehr ernsthaft in ihrer Arbeit. Die Genossen haben sehr klar definiert, was sie tun wollen. Sie organisieren es sehr gut, sie sind sehr gut strukturiert, es ist eine breite Bewegung, es ist eine sehr bewusste Bewegung, es ist eine Bewegung, die die kubanische Realit&auml;t gut studiert und kennt.<\/p><p>Es ist auch eine Bewegung, in der ich glaube, dass die Integration neuer Generationen notwendig ist. Wir m&uuml;ssen mehr junge Deutsche sehen, die sich mit dem Thema Solidarit&auml;t besch&auml;ftigen. Ich glaube, Solidarit&auml;t hat auch eine erzieherische Funktion. Wenn jemand in der Lage ist, &uuml;ber seine eigene Grenze hinaus, &uuml;ber sein pers&ouml;nliches Interesse oder seine pers&ouml;nliche Situation hinaus zu denken und auf eine Weise zu denken, die n&auml;her an der Menschheit liegt, an anderen Realit&auml;ten, die zu einem bestimmten Zeitpunkt solidarische Unterst&uuml;tzung ben&ouml;tigen, die nicht unbedingt materiell sein muss.<\/p><p>Es gibt auch andere Anliegen, nicht nur die. Ich beziehe mich nicht nur auf Kuba. Wir k&ouml;nnten die Sache des pal&auml;stinensischen Volkes oder die Sache des saharauischen Volkes erw&auml;hnen, V&ouml;lker, die durch sehr schwierige Situationen gehen und die meiner Meinung nach auch aus bildungstechnischer Sicht f&uuml;r einen Menschen wichtig sind. Und beachten Sie, dass ich das nicht in politischen Begriffen ausdr&uuml;cke. Sich an etwas zu beteiligen, das &uuml;ber ihn selbst hinausgeht, hat f&uuml;r einen Menschen auch einen erzieherischen Wert.<\/p><p>Ich glaube sogar, und ich will nicht philosophisch werden, dass es auch viel mit der F&auml;higkeit zu tun hat, Gl&uuml;ck zu finden. Ich glaube, niemand ist gl&uuml;cklich, wenn er nur an sich selbst denkt. Ein Teil davon, anderen zu helfen, tr&auml;gt auch zu diesem Gef&uuml;hl der Zufriedenheit und zu einem breiteren Verst&auml;ndnis von Gl&uuml;ck bei.<\/p><p>Und beachten Sie, dass ich das nicht in politischen Begriffen ausdr&uuml;cke. Es hat nicht nur etwas mit politischer Identifikation oder ideologischer Identifikation zu tun, obwohl es in einigen F&auml;llen damit zusammenh&auml;ngen kann. Ich spreche von menschlichen Werten, und ich glaube, hier in Deutschland, unter dieser Solidarit&auml;tsbewegung mit Kuba, aber auch mit anderen Anliegen, sind diese Werte weit verbreitet, wir finden sie bei vielen Deutschen.<\/p><p>Dieser Wunsch zu helfen, dieser Wunsch, anderen zu helfen, sei es in Kuba oder anderswo, ist sehr weit verbreitet. Ja, ich glaube, ich betone noch einmal, dass es wichtig w&auml;re, dass sich die neuen Generationen einbringen und an dieser Sichtweise teilnehmen w&uuml;rden und sich an anderen Anliegen beteiligen.<\/p><p><strong>Ein etwas abrupter Wechsel, aber im Gespr&auml;ch mit Freunden, die aus Kuba zur&uuml;ckkehren, oder auch im Gespr&auml;ch mit kubanischen Freunden machen viele die Bemerkung, dass Kuba derzeit durch eine sehr schwierige Zeit geht. Einige verweisen sogar auf das, was Sie bereits erw&auml;hnt haben, diese besondere Periode Anfang der 90er-Jahre. Teilen Sie diese Perspektive? Sehen auch Sie, dass Kuba durch eine schwierige Zeit geht, und wenn ja, was sind die Hauptherausforderungen der aktuellen Situation?<\/strong><\/p><p>Ich glaube schon. Ich glaube, Kuba durchl&auml;uft derzeit eine sehr komplexe, wirtschaftlich schwierige Situation. Ich glaube nicht, dass es mit der Krise des besonderen Zeitraums der 90er-Jahre vergleichbar ist. Ich habe gesagt, dass Kuba damals 85 Prozent seines Au&szlig;enhandels und 35 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts verlor.<\/p><p>Heute ist die Situation der kubanischen Wirtschaft anders. Die kubanische Wirtschaft war damals praktisch eine zu 100 Prozent staatliche Wirtschaft. Heute ist es eine diversifiziertere Wirtschaft, es gibt den staatlichen Sektor der Wirtschaft, es gibt den genossenschaftlichen Sektor der Wirtschaft, sowohl im landwirtschaftlichen als auch im nicht landwirtschaftlichen Bereich. Es gibt ausl&auml;ndische Investitionen, es gibt privates Eigentum, kleines und mittleres privates Eigentum.<\/p><p>Unser Au&szlig;enhandel ist vielf&auml;ltiger. Wir haben eine breitere Verbindung als damals, als der Zusammenbruch der Sowjetunion und des europ&auml;ischen sozialistischen Lagers erfolgte, mit dem wir den gr&ouml;&szlig;ten Teil unseres Au&szlig;enhandels hatten, was damals zu einer Neuausrichtung zwang. Aber obwohl die beiden Momente unterschiedlich sind und dieser Moment weniger kritisch ist als der damalige: Ich denke schon. Wir befinden uns in einem sehr schwierigen Moment der kubanischen Wirtschaft. Die grundlegende Ursache f&uuml;r diesen extrem schwierigen Moment ist der Wirtschaftskrieg, den die Regierung der Vereinigten Staaten seit &uuml;ber 62 Jahren gegen Kuba f&uuml;hrt. Diesen Wirtschaftskrieg, der seit &uuml;ber 62 Jahren besteht, hat Kuba auf die eine oder andere Weise bew&auml;ltigt. Als wir Teil des Rates f&uuml;r gegenseitige Wirtschaftshilfe waren und ein gro&szlig;er Teil unseres Handels mit den sozialistischen L&auml;ndern stattfand, war der Einfluss des Wirtschaftskrieges der Vereinigten Staaten auf unsere Wirtschaft zwar vorhanden, aber nicht von au&szlig;ergew&ouml;hnlichem Ausma&szlig;.<\/p><p>Mit dem Verschwinden des sozialistischen Lagers musste Kuba seinen Au&szlig;enhandel neu ausrichten und sich in einen von gro&szlig;em Kapital beherrschten internationalen Handel und Finanzen einf&uuml;gen. Dadurch begann der Wirtschaftskrieg der Vereinigten Staaten gegen unser Land, auf eine ernsthaftere Weise Auswirkungen auf die kubanische Wirtschaft zu haben.<\/p><p>Heutzutage hat sich dieser Wirtschaftskrieg intensiviert, und w&auml;hrend der Amtszeit von Pr&auml;sident Donald Trump in den Vereinigten Staaten wurden alle M&ouml;glichkeiten gesucht, Kuba die Finanzierungsm&ouml;glichkeiten zu entziehen, die n&ouml;tige Energie zu beschaffen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und die Bev&ouml;lkerung mit Strom zu versorgen. Die Verfolgung von Reedereien, die diesen Treibstoff transportierten. Und schlie&szlig;lich: Bevor Pr&auml;sident Donald Trump das Wei&szlig;e Haus verlie&szlig;, setzte er Kuba neun Tage vor seinem Ausscheiden erneut auf die Liste der Staaten, die den Terrorismus unterst&uuml;tzen &ndash; ohne jegliche rechtliche Grundlage, ohne jegliche Beweise.<\/p><p>Kuba, das haupts&auml;chlich ein Opfer des Terrorismus war, wurde aus politischen Gr&uuml;nden wieder in eine Liste aufgenommen, die ihm automatisch den Zugang zu internationalen Finanzen verwehrt. Das gesamte internationale Finanzsystem wird von &Uuml;berwachungsmechanismen kontrolliert, die angeblich zur Bek&auml;mpfung des Terrorismus dienen und dazu f&uuml;hren, dass f&uuml;r ein Land wie Kuba, das auf der Liste der Staaten steht, die den Terrorismus unterst&uuml;tzen, automatisch jede finanzielle Transaktion, die dorthin stattfinden soll, alarmiert und blockiert wird.<\/p><p>Daher ist Kuba ein unterentwickeltes Land, ein Land mit wenigen Ressourcen. Jedes unterentwickelte Land ben&ouml;tigt externe Finanzierung, sei es in Form von Krediten oder ausl&auml;ndischen Investitionen. Kuba hat keinen Zugang zum internationalen Finanzsystem. Die M&ouml;glichkeit, internationale Kredite f&uuml;r seinen internationalen Handel zu erhalten, Zahlungen zu leisten oder Projekte zu finanzieren, ist stark eingeschr&auml;nkt.<\/p><p>Alle Mittel werden eingesetzt, um ausl&auml;ndische Investitionen in Kuba zu entmutigen. Auf diese Weise ist es sehr schwierig, die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Landes auf eine Weise zu f&uuml;hren, die ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum erm&ouml;glicht. Mit der Ankunft von COVID-19 wurde die kubanische Wirtschaft praktisch lahmgelegt. Die Haupteinnahmequelle des Landes in Devisen ist der Tourismus.<\/p><p>Die Ankunft von Touristen im Land wurde zwei Jahre lang gestoppt, als Kuba und die Welt sich von COVID-19 erholten. Es gibt eine internationale Wirtschaftskrise. Die Vertriebswege und Handelsstr&ouml;me sind unterbrochen, desorganisiert und m&uuml;ssen wieder aufgenommen werden. Es gibt eine Inflation, die die gro&szlig;e Mehrheit der L&auml;nder der Welt betrifft. Es gibt auch den milit&auml;rischen Konflikt in der Ukraine, der zu Preiserh&ouml;hungen bei Lebensmitteln und Energie f&uuml;hrt, und all das wirkt sich auf unser Land aus, das eine gro&szlig;e Menge an Rohstoffen importiert oder importieren muss, auch f&uuml;r die Produktion.<\/p><p>Dadurch entsteht eine Situation der Knappheit auf den M&auml;rkten, die einen Inflationsprozess ausl&ouml;st. Sie haben keine Absicherung auf den M&auml;rkten f&uuml;r das vorhandene Geldangebot, und daher steigen die Preise. Es gibt eine starke Inflation, die die kubanische Bev&ouml;lkerung betrifft, insbesondere den Gro&szlig;teil der kubanischen Bev&ouml;lkerung, der von einem Gehalt lebt, das nicht aus Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit stammt.<\/p><p>Und wenn Sie dann ein festes Gehalt haben und die Preise st&auml;ndig steigen, verliert Ihr Gehalt an Kaufkraft, und die Landesw&auml;hrung verliert gegen&uuml;ber dem Euro und dem Dollar an Wert. Die finanziellen M&ouml;glichkeiten des Landes, das notwendige &Ouml;l f&uuml;r den Betrieb seiner Industrien zu kaufen, um den ben&ouml;tigten Strom zu erzeugen, sind sehr begrenzt.<\/p><p>Das Land muss die Ern&auml;hrung der Bev&ouml;lkerung sicherstellen, die Milcheinfuhren f&uuml;r die Kinder sichern, die Importe f&uuml;r sein Gesundheitssystem sicherstellen, und so f&uuml;hlt sich der Staat angesichts begrenzter Deviseneinnahmen sehr eingeschr&auml;nkt, um alle Bed&uuml;rfnisse zu erf&uuml;llen. Heutzutage herrscht in Kuba Knappheit, in den Gesch&auml;ften herrscht ein geringes Angebot an Treibstoff, was zu notwendigen Stromausf&auml;llen zu bestimmten Tageszeiten f&uuml;hrt. Es gibt ein Gesundheitssystem, das immer noch universell ist, das sich von einem Ende der Insel bis zum anderen erstreckt, mit &Auml;rzten, die die Menschen versorgen, aber mit Medikamentenknappheit, mit Ausr&uuml;stungsmangel, um angemessene Behandlungen anzubieten.<\/p><p>Es gibt ein Bildungssystem, das f&uuml;r die gesamte Bev&ouml;lkerung kostenlos ist, vom f&uuml;nften Lebensjahr bis zum Universit&auml;tsabschluss. Sie k&ouml;nnen sogar promovieren. Es hat Sie keinen Cent gekostet, aber es gibt materielle Einschr&auml;nkungen f&uuml;r dieses Bildungssystem. Und so gibt es eine wirklich kritische Situation, hohe Preisniveaus, das Gehalt reicht nicht aus, um den Konsum der Menschen zu decken.<\/p><p>Es gibt eine Reihe von Rentnern, deren Rente ihnen heute nicht erlaubt, alle ihre Bed&uuml;rfnisse zu decken, oder es f&auml;llt ihnen sogar schwer, ihre grundlegenden Bed&uuml;rfnisse zu decken. Es herrscht eine wirklich schwere wirtschaftliche Situation. Ich denke, es gibt eine &auml;u&szlig;erst kritische wirtschaftliche Situation.<\/p><p><strong>Eine wirtschaftliche Unzufriedenheit, die sich auch in politische Unzufriedenheit &uuml;bersetzt, oder wie wird dieses Thema angegangen?<\/strong><\/p><p>Um das wirtschaftliche Thema abzuschlie&szlig;en, gibt es eine Landwirtschaft mit sehr geringer Produktivit&auml;t. Wenn Sie kein Geld haben, um D&uuml;nger zu importieren, weil er in Kuba nicht produziert wird, wenn Sie kein Geld haben, um Treibstoff f&uuml;r Traktoren zu importieren, wenn Sie kein Geld haben, um Reifen, Batterien zu importieren, damit ein Traktor funktioniert.<\/p><p>Die Landwirtschaft wird zu einer sehr arbeitsintensiven Landwirtschaft, und das ist keine Situation, die zu einer produktiven Landwirtschaft f&uuml;hrt. Die Ertragsniveaus in der Landwirtschaft sind gesunken, was zu Mangelversorgung auf den M&auml;rkten, zu hohen Preisen auf den Agrarm&auml;rkten f&uuml;hrt, wo man Lebensmittel kauft. Es bedeutet, dass der Staat einen betr&auml;chtlichen Teil der Deviseneinnahmen verwenden musste, um Lebensmittel zu importieren, die im Land hergestellt werden k&ouml;nnten.<\/p><p>All dies hat Unzufriedenheit verursacht. Ich denke, die gro&szlig;e Mehrheit der kubanischen Bev&ouml;lkerung versteht die Hauptursache dieser Schwierigkeit, n&auml;mlich die wirtschaftliche, kommerzielle und finanzielle Blockade. Dennoch &auml;rgert es jeden. Wenn Sie bei der Arbeit sind und in acht Stunden Arbeit vier Stunden lang keinen Strom hatten, dann nach Hause kommen und auch keinen Strom haben, ist das ein Element, und dann sind die Preise f&uuml;r Ihre Lebensmittel hoch, und die Preise f&uuml;r jede Ressource, die Sie f&uuml;r Ihr Leben ben&ouml;tigen, sind ebenfalls hoch, oder es ist schwierig, sie zu bekommen, weil sie zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht verf&uuml;gbar sind.<\/p><p>Und eine so elementare Angelegenheit wie Zahnpasta oder Seife zum Baden oder Toilettenpapier wird zu einer schwer l&ouml;sbaren Angelegenheit. Das sind Probleme, die das Leben unangenehm machen, und manchmal, in manchen Sektoren, entsteht Ver&auml;rgerung, was verst&auml;ndlich ist. Handelt es sich dabei um politisch destabilisierende Ver&auml;rgerung? Ich glaube nicht. Ich denke, dass Menschen ihre Ver&auml;rgerung &uuml;ber eine bestimmte Situation zum Ausdruck bringen k&ouml;nnen. Was passiert? Unsere politischen Feinde versuchen, diese von ihnen im Wesentlichen verursachten Umst&auml;nde zu nutzen, und versuchen, aus dieser Ver&auml;rgerung politische Destabilisierung zu machen und diesem Ausdruck von Ver&auml;rgerung, der wirklich nicht politisch ist, eine politische Konnotation zu geben.<\/p><p>Manchmal sieht man die Kommunikationskampagne gegen Kuba, die versucht, alles, was in Kuba getan wird, herabzuw&uuml;rdigen, und versucht, der kubanischen Regierung die Glaubw&uuml;rdigkeit zu nehmen. Und dann sieht man einen Botschafter der Vereinigten Staaten, der einen Tweet absetzt, in dem er sagt, dass die kubanische Regierung sich mehr darum k&uuml;mmern sollte, die Lebensbedingungen der Kubaner zu gew&auml;hrleisten, wenn es doch die Regierung der Vereinigten Staaten ist, die im Wesentlichen die Bedingungen schafft, unter denen die kubanische Regierung leidet.<\/p><p>Zu dieser wirtschaftlichen Situation, die &auml;u&szlig;erst schwerwiegend oder ernst ist, kommt eine politische und kommunikative Kampagne hinzu, um die Kubaner dazu zu bringen, die kubanische Regierung f&uuml;r ihre Lage verantwortlich zu machen.<\/p><p><strong>Gibt es ein Gegengewicht zu diesen Handlungen der Vereinigten Staaten? Heutzutage wird viel &uuml;ber den Niedergang des Westens gesprochen und dar&uuml;ber, dass der Globale S&uuml;den, der fr&uuml;her Dritte Welt genannt wurde, immer mehr Bewusstsein und St&auml;rke gewinnt. Aber das, was Sie mir erkl&auml;ren, klingt so, als w&uuml;rde das amerikanische Imperium seine Macht behalten, und das w&auml;re dann auch meine Frage. &Uuml;bersch&auml;tzen wir einerseits die Kraft des Globalen S&uuml;dens und der neuen Multipolarit&auml;t, und untersch&auml;tzen wir zum anderen die Macht, &uuml;ber die die USA und ihre westlichen Verb&uuml;ndeten noch immer verf&uuml;gen?<\/strong><\/p><p>Also, ich glaube, im Falle des Wirtschaftskrieges, den die USA gegen Kuba f&uuml;hren, und der Kommunikationskampagne, die sie mit diesem Wirtschaftskrieg verbinden, um die Kubaner dazu zu bringen, die kubanische Regierung f&uuml;r die Widrigkeiten verantwortlich zu machen, die wir in diesem Sinne durchleben. Es gibt nat&uuml;rlich Verbindungen Kubas zu anderen L&auml;ndern.<\/p><p>Im Ausland werden diese Verbindungen auch durch diese Politik der Regierung der Vereinigten Staaten besch&auml;digt, weil man Verbindungen zu drei, vier oder f&uuml;nf, zehn L&auml;ndern haben kann und man denkt, gut, diese L&auml;nder k&ouml;nnen Kuba kein Darlehen gew&auml;hren. Nun, die internationalen Finanzsysteme sind miteinander verbunden, aber zus&auml;tzlich dazu k&ouml;nnten Sie Kuba ein Darlehen anbieten.<\/p><p>Aber dann, genau wegen all dem, wegen dieser ganzen Situation, k&ouml;nnte es sein, dass Kuba, wenn es an der Zeit ist, das Darlehen zur&uuml;ckzuzahlen, es nicht zur&uuml;ckzahlen kann, und dann entsteht eine Situation, in der es ein internationales Umfeld gibt, das man f&uuml;r einen Ausgleich zur Politik der Vereinigten Staaten halten k&ouml;nnte. Und sicherlich stimme ich zu, dass die Regierung der Vereinigten Staaten und die Vereinigten Staaten als Ganzes allm&auml;hlich in einem historischen Prozess, der kein Prozess von ein oder zwei Jahren ist, sondern eher mittel- bis langfristig, ihre Hegemonie verlieren, aber sie bleiben ein m&auml;chtiges Land.<\/p><p>In diesen Umst&auml;nden, die ich beschreibe, ist es f&uuml;r andere L&auml;nder sehr schwierig, selbst wenn sie Kuba ein Darlehen anbieten wollen. Es ist geschehen und es gab Kreditlinien aus China und es gab Kreditlinien aus Russland und Agadir, und es kann geschafft werden. Aber ein unterentwickeltes Land, ohne Ressourcen oder mit sehr wenigen Ressourcen, ben&ouml;tigt f&uuml;r seine Entwicklung eine externe Quelle von Ressourcen, sei es in Form von Krediten zur Finanzierung von Projekten oder in Form von ausl&auml;ndischen Investitionen.<\/p><p>Eine fl&uuml;ssigere und dauerhafte Quelle. Sie erhalten einen Kredit, starten eine Industrie. Mit dem, was Ihre Industrie produzierte, bezahlten Sie einen Teil dieses Kredits. Aber wenn Sie diesen Zyklus nicht abschlie&szlig;en k&ouml;nnen, werden diese Zyklen unterbrochen. Es ist also sehr schwierig f&uuml;r Kuba in der gegenw&auml;rtigen Situation, und obwohl Kuba Beziehungen zu vielen L&auml;ndern der Welt unterh&auml;lt, ist es selbst f&uuml;r diese L&auml;nder nicht einfach, ein System aufrechtzuerhalten, das es Kuba erm&ouml;glicht, seine Wirtschaft im Zustand eines dynamischen Wachstums zu halten. In den gegenw&auml;rtigen Umst&auml;nden ist das sehr komplex, obwohl ich global betrachtet zustimme, dass die Vereinigten Staaten an Hegemonie verlieren, aber sie haben weiterhin einen sehr starken Einfluss auf Region Lateinamerika.<\/p><p><strong>Wenn wir &uuml;ber F&uuml;hrung sprechen, hatte Kuba von den 60er-Jahren bis Ende der 80er-Jahre immer eine F&uuml;hrungsrolle in der sogenannten Dritten Welt. Zum Beispiel, wenn wir an die Rolle denken, die es in der Bewegung der blockfreien Staaten gespielt hat oder sogar milit&auml;risch. Wenn wir an die Mission in Angola denken, die entscheidend f&uuml;r den Sturz des Apartheid-Regimes in S&uuml;dafrika war. Welche Rolle spielt Kuba heute in diesem Kontext? Gibt es Bereiche, in denen Sie sagen w&uuml;rden, dass Kuba immer noch eine gewisse F&uuml;hrung in diesem Kontext beh&auml;lt?<\/strong><\/p><p>Ich glaube schon. Ich denke, es ist eine andere Welt. &Uuml;brigens, ich bin stolz darauf, zwischen 1987 und 1989 als Teil einer kubanischen Milit&auml;rtruppe an der Mission in Angola teilgenommen zu haben, in der dieser Konflikt definiert wurde. Und ich glaube, Kuba hat immer noch eine aktive Beteiligung an der Bewegung der nicht gebundenen L&auml;nder.<\/p><p>Kuba hatte den Vorsitz der Blockfreien Staaten. Erinnern wir uns an das Jahr 2006, als der Oberbefehlshaber Kubas krank wurde und Kuba einen Gipfel abhielt, genau deshalb, weil es Vorsitz der Blockfreien Staaten war. Kuba nimmt in allen Organen der Vereinten Nationen eine aktive Position ein. Kuba hat bis vor einigen Monaten die Gruppe der 77 plus China pr&auml;sidiert.<\/p><p>Kuba hat eine F&uuml;hrungsrolle in den Friedensverhandlungen zum bewaffneten Konflikt in Kolumbien gespielt. Tats&auml;chlich &auml;u&szlig;erte der orthodoxe religi&ouml;se F&uuml;hrer Russlands bei einem Besuch in Havanna, dass Kuba als Hauptstadt des Friedens betrachtet werden sollte, genau wegen all seiner Bem&uuml;hungen, friedliche L&ouml;sungen f&uuml;r bestimmte Konflikte zu finden. Ich glaube also, dass Kuba internationales Ansehen genie&szlig;t &ndash; in den Bereichen der UNO-Organe und internationaler Organisationen der Vereinten Nationen.<\/p><p>Viele L&auml;nder verhandeln mit Kuba, um gemeinsame Positionen zu erreichen. Ich glaube, Kuba bleibt ein Land mit Ansehen und F&uuml;hrung in Fragen der internationalen Beziehungen, sehr anerkannt in den internationalen Beziehungen f&uuml;r die Ernsthaftigkeit seiner Diplomatie, f&uuml;r die Ernsthaftigkeit, mit der es Themen angeht, und die Perspektive, immer ein Gleichgewicht und eine gerechte L&ouml;sung anzustreben.<\/p><p>Kuba bleibt ein sehr solidarisches Land, auch in den schwierigen Umst&auml;nden, in denen wir uns befinden. Kuba leistet anderen L&auml;ndern der Welt Hilfe. An einigen Orten wird die kubanische Pr&auml;senz von diesen L&auml;ndern ausgeglichen, aber in anderen L&auml;ndern, die viel weniger Ressourcen haben als Kuba, bleibt sie eine uneigenn&uuml;tzige, solidarische Pr&auml;senz, eine Unterst&uuml;tzung Kubas im Kampf gegen die Krise.<\/p><p>Kuba schickte 40 medizinische Brigaden in verschiedene L&auml;nder der Welt, um gegen die COVID-19-Pandemie zu k&auml;mpfen, w&auml;hrend Kuba selbst einen Kampf gegen die Pandemie f&uuml;hrte. Kuba schickte sogar medizinische Brigaden in L&auml;nder, die weit mehr Ressourcen haben als Kuba, wie zum Beispiel nach Italien, wo es zwei kubanische medizinische Brigaden gab. In Aserbaidschan gab es eine kubanische medizinische Brigade, in Andorra gab es eine kubanische medizinische Brigade, um die kubanischen medizinischen Brigaden zu unterst&uuml;tzen, die in L&auml;nder Lateinamerikas, Afrikas, sogar in von Frankreich verwaltete Gebiete in der Karibik und nach Kuba geschickt wurden.<\/p><p>Also, auch in diesen Umst&auml;nden beh&auml;lt Kuba seine Rolle als die Revolution, f&uuml;r die die Solidarit&auml;t immer eine nat&uuml;rliche Sache war. Sie ist ein integraler Bestandteil dessen, was wir Kubaner als Revolution betrachten. Daher glaube ich, dass Kuba weiterhin diese F&uuml;hrungsrolle in seiner Eigenschaft als Vorsitzendes Land der Gruppe der 77 plus China hat. Die kubanische Delegation unter der Leitung des Pr&auml;sidenten der Republik nahm an zahlreichen Gipfeln zu verschiedenen Themen teil, von Klimathemen bis zum BRICS-Gipfel in S&uuml;dafrika.<\/p><p>Das bedeutet, dass Kuba eine internationale Pr&auml;senz, ein internationales Ansehen, einen Willen zur Mitwirkung hat, der sich vielleicht auf verschiedene Weise ausdr&uuml;ckt, weil die Welt eine andere ist. Aber die Pr&auml;senz Kubas besteht weiterhin, und Kuba hat weiterhin dieses internationale Gewicht. Kuba ist eine kleine Insel mit elf Millionen Einwohnern und hat eine Diplomatie, die in mehr als 120 L&auml;ndern der Welt pr&auml;sent ist.<\/p><p>Die diplomatischen Missionen in Havanna sind auch deutlich zahlreicher als in jedem anderen Land in Lateinamerika und der Karibik, mit Ausnahme vielleicht von Brasilien. Es ist eine Insel, auf der praktisch die diplomatischen Missionen aller L&auml;nder der Welt und vieler internationaler Organisationen pr&auml;sent sind, genau wegen der Beteiligung Kubas an jedem einzelnen von ihnen.<\/p><p><strong>Lieber Fernando, ich h&auml;tte noch viele weitere Fragen, aber wir m&uuml;ssen zum Schluss kommen. Vielen Dank f&uuml;r Ihre Bereitschaft zu diesem Interview. <\/strong><\/p><p>Nun, vielen Dank an Sie, vielen Dank an alle, die das Interview verfolgen, und wir hoffen, dass die Dinge, die wir besprochen haben, f&uuml;r Sie interessant waren.<\/p><p><small>Titelbild: NachDenkSeiten<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<p><strong>Mehr zum Thema:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107185\">Bundesregierung will nachweislich v&ouml;lkerrechtswidriges US-Embargo gegen Kuba nicht als V&ouml;lkerrechtsbruch bezeichnen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109389\">22 Jahre US-Folterlager Guant&aacute;namo auf Kuba: Bundesregierung wagt etwas Kritik an den USA<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=106682\">Die v&ouml;lkerrechtswidrige US-Blockade gegen Kuba und die widerspr&uuml;chliche Haltung der Bundesregierung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=109357\">22 Jahre wilder Westen in &bdquo;Gitmo&ldquo;: Die USA und ihre Menschenrechtspraxis in Guant&aacute;namo auf Kuba<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108781\">Unerbittlicher Nachbar: Imperiale Aggression und Subversion der USA gegen Kuba<\/a><\/p>\n<\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/5bffb9ff1aeb48c68bf5bebccd5a4929\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fernando Gonz&aacute;lez Llort war Teil des legend&auml;ren kubanischen Spionagenetzwerks &bdquo;Wespennetz&ldquo;, welches in den 1990er-Jahren terroristische Netzwerke in Miami unterwanderte, die unter anderem Sprengstoffanschl&auml;ge auf die touristische Infrastruktur in Kuba durchgef&uuml;hrt hatten. 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