{"id":114062,"date":"2024-04-19T10:00:55","date_gmt":"2024-04-19T08:00:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114062"},"modified":"2024-04-19T16:30:20","modified_gmt":"2024-04-19T14:30:20","slug":"neue-wege-in-der-russischen-wirtschaft-dargestellt-am-beispiel-einer-kosmetik-fabrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114062","title":{"rendered":"Neue Wege in der russischen Wirtschaft, dargestellt am Beispiel einer Kosmetik-Fabrik"},"content":{"rendered":"<p>Russische Unternehmen, die Kosmetik produzieren, mussten sich in den letzten zwei Jahren umstellen. Wegen der westlichen Sanktionen k&ouml;nnen diese Unternehmen keine Rohstoffe mehr aus der EU beziehen, und Kosmetik aus Russland kann auch nicht mehr in der EU verkauft werden. Das betrifft auch den russischen Kosmetik-Produzenten Arnest. Rohstoffe, die bisher aus der EU kamen, bekommt das Unternehmen jetzt aus Asien, und der Export von Arnest-Kosmetik geht jetzt in Staaten, die entspannte Beziehungen zu Russland haben. <strong>Ulrich Heyden<\/strong> berichtet &uuml;ber einen Besuch in der in S&uuml;drussland gelegenen Arnest-Fabrik.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5036\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-114062-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/2240419-Neue-Wege-in-russischer-Wirtschaft-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/2240419-Neue-Wege-in-russischer-Wirtschaft-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/2240419-Neue-Wege-in-russischer-Wirtschaft-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/2240419-Neue-Wege-in-russischer-Wirtschaft-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=114062-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/2240419-Neue-Wege-in-russischer-Wirtschaft-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"2240419-Neue-Wege-in-russischer-Wirtschaft-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Das Unternehmen mit seinen 1.000 Mitarbeitern produziert in einer steuerverg&uuml;nstigten Zone in der Stadt Newinnomyssk, im Gebiet Stawropol.<\/p><p>Anatoli Desjatnitschenko ist Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Arnest-Fabrik in Newinnomyssk. In der Eingangshalle der Fabrik berichtet der gro&szlig; gewachsene Mann einer Gruppe ausl&auml;ndischer Korrespondenten gutgelaunt, wie man die Folgen der westlichen Sanktionen abgefedert hat. Nach einem Produktionseinbruch im Mai 2022 habe die Produktion &bdquo;schon fast wieder das Niveau erreicht, welches wir vor 2022 hatten. Unsere Produktionsanlagen werden von mehr und mehr Auftraggebern genutzt.&ldquo; Dazu muss man wissen: Arnest produziert nicht nur eigene Marken wie die schon in Sowjetzeiten bekannte Haarlack-Marke &bdquo;Prelest&ldquo; (Lieblichkeit), sondern seit 2000 auch f&uuml;r westliche Kosmetik-Konzerne.<\/p><p>Ich geh&ouml;rte zu der Korrespondenten-Gruppe, die dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer zuh&ouml;rte. Und ich m&ouml;chte hier dar&uuml;ber berichten, was wir in der Arnest-Fabrik gesehen haben. Denn was erf&auml;hrt man in Deutschland heute schon &uuml;ber die reale russische Wirtschaft? Die Reise zur Arnest-Fabrik und anderen Wirtschaftsobjekten im Gebiet Stawropol hatte das russische Au&szlig;enministerium organisiert. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer erz&auml;hlte, &bdquo;wir haben das gesamte Spektrum der europ&auml;ischen Sanktionen zu sp&uuml;ren bekommen, weil der Gro&szlig;teil der chemischen Stoffe f&uuml;r die Produktion aus Europa kam. Jetzt wird ein Teil der chemischen Vorprodukte in Russland hergestellt oder aus Asien importiert.&ldquo; Aus Russland kommen f&uuml;r die Sprayflaschenproduktion Alkohol, Treibgas und Aluminium. Weitere Rohstoffe &ndash; wie Polymere &ndash; werden &bdquo;aus Asien und befreundeten L&auml;ndern&ldquo; importiert.<\/p><p>Fr&uuml;her hat man nach Europa und S&uuml;damerika exportiert. &bdquo;Heute exportieren wir nach Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Aserbaidschan. Und wir beginnen jetzt mit dem Export auf den afrikanischen Markt.&ldquo;<\/p><p><strong>Auftragsproduktionen f&uuml;r 20 verschiedene Kunden<\/strong><\/p><p>Das 1971 gegr&uuml;ndete Unternehmen Arnest hat einen f&uuml;hrenden Platz am russischen Kosmetik-Markt. 1993 wurde das Unternehmen privatisiert und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Ab 2000 produzierte Arnest den Haarlack &bdquo;Taft&ldquo; von Henkel. Nach Angaben russischer Wirtschaftspr&uuml;fer produzierte Arnest 2023 noch f&uuml;r die Firmen Procter &amp; Gamble, Unilever, Beiersdorf und Colgate-Palmolive.<\/p><p>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Desjatnitschenko erkl&auml;rt uns, dass man jetzt f&uuml;r 20 Kunden Auftragsproduktionen ausf&uuml;hre. Um die Kunden nicht zu sch&auml;digen, bittet man uns, in den Produktionshallen nur an genehmigten Stellen zu fotografieren.<\/p><p>Bei unserem Rundgang durch das Betriebsgel&auml;nde besuchen wir eine Halle, in der Stoffe f&uuml;r die Kosmetik-Produktion gewogen und gemixt werden. Es steigt kein Dampf auf. Alles sieht steril und sehr gepflegt aus. Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer berichtet, &bdquo;die Auftraggeber kommen mit ihrem Design und ihrer Marke. Der Auftraggeber stellt uns seine Idee vor und wir setzen diese Idee um&ldquo;.<\/p><p><strong>2023 produzierte Arnest noch f&uuml;r Beiersdorf<\/strong><\/p><p>In einer der Produktionshallen kommen wir an einem Informationstand vorbei, dessen gl&auml;serne Regale mit Sprayflaschen europ&auml;ischer Firmen wie Beiersdorf, L&lsquo;Oreal und Oriflame gef&uuml;llt sind.<\/p><p>Als ich nach meiner Reise in den S&uuml;den Russlands bei der Beiersdorf-Zentrale in Hamburg nachfragte, ob es noch Auftragsproduktionen in Newinnomyssk gibt, erkl&auml;rte die Unternehmenssprecherin Karolin K&ouml;hler, &bdquo;in 2023 hat Arnest f&uuml;r Beiersdorf Deosprays und Rasiersch&auml;ume produziert. Der Vertrag lief im August 2023 aus&ldquo;.<\/p><p>Beiersdorf ist durch die Sanktionen gegen Russland in eine schwierige Situation gekommen. Das Unternehmen will seine starke Position am russischen Markt nicht aufgeben, musste aber im Russland-Gesch&auml;ft einen Gang zur&uuml;ckschalten. Wie die Unternehmenssprecherin mitteilte, wurden &bdquo;seit Anfang M&auml;rz 2022 unsere Gesch&auml;ftsaktivit&auml;ten von La Prairie und tesa in Russland komplett eingestellt&ldquo;. Das Produktportfolio von NIVEA und Eucerin habe man um 65 Prozent reduziert.<\/p><p>Gegen&uuml;ber der <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/unternehmen\/handel\/nivea-ritter-sport-hochland-und-co-wie-deutsche-marken-weiter-in-russland-geschaeft-machen\/29002954.html\"><em>WirtschaftsWoche<\/em><\/a> erkl&auml;rte Beiersdorf Anfang 2023: &bdquo;Wir halten die Sanktionen in vollem Umfang ein und verf&uuml;gen &uuml;ber die geeigneten Arbeitsmethoden, um unsere Gesch&auml;fte in Russland im Rahmen der Sanktionen und trotz des sehr schwierigen Umfelds zu f&uuml;hren.&ldquo; <\/p><p>In Russland ist Beiersdorf mit der in Moskau registrierten Handelsfirma &bdquo;OOO Beiersdorf&ldquo; registriert. &bdquo;OOO&ldquo; bedeutet &bdquo;Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung&ldquo;. Die Firma hatte 2023 nach <a href=\"https:\/\/www.audit-it.ru\/contragent\/1027739225689_ooo-bayersdorf?ysclid=luy40i2xv434298687#director\">Angaben russischer Wirtschaftspr&uuml;fer<\/a> Einnahmen in H&ouml;he von 193 Millionen Euro. Die Einnahmen seien 2023 um 35 Prozent h&ouml;her gewesen als im Vorjahr.<\/p><p><strong>Um Argumente f&uuml;r das Russland-Gesch&auml;ft nicht verlegen<\/strong><\/p><p>Das <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/handel-konsumgueter\/ukraine-krieg-die-meisten-deutschen-firmen-halten-am-russland-geschaeft-fest\/100013695.html\"><em>Handelsblatt<\/em><\/a> kommt in einer Analyse vom Februar 2024 zu dem Schluss, dass &bdquo;die meisten deutschen Unternehmen, die vor Kriegsbeginn Verbindungen zu Russland hatten&ldquo;, dort &bdquo;noch immer Gesch&auml;fte&ldquo; machen.<\/p><p>Bekannte deutsche Automobilmarken haben zwar ihre Produktion in Russland gestoppt, aber ein gro&szlig;er Teil der Unternehmen, die f&uuml;r den allt&auml;glichen Bedarf produzieren, sind noch im Russland-Gesch&auml;ft aktiv, wie die <em>WirtschaftsWoche<\/em> im Februar 2023 berichtete. Nur Werbung im russischen Fernsehen werde nicht mehr geschaltet.<\/p><p>Um Argumente, warum man im viel gescholtenen &bdquo;Reich des B&ouml;sen&ldquo; weiterhin Gesch&auml;fte machen kann, sind die westlichen Unternehmer nicht verlegen. Der Chef des deutschen K&auml;se-Produzenten &bdquo;Hochland&ldquo;, Peter Stahl, erkl&auml;rte gegen&uuml;ber dem <em>Handelsblatt<\/em>: &bdquo;Aus unserer verantwortungsethischen Sicht hat der Verbleib eines deutschen Nahrungsmittelunternehmens in Russland aber keinerlei Einfluss auf den Kriegsverlauf oder Putins Entscheidungen.&ldquo;<\/p><p>Der Nahrungsmittelkonzern Nestl&eacute; erkl&auml;rte gegen&uuml;ber Medien, der Konzern habe sein Portfolio &bdquo;drastisch reduziert&ldquo;. Die verbleibenden Gesch&auml;fte konzentrierten sich darauf, &bdquo;die Menschen vor Ort mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen&ldquo;.<\/p><p>Der Chef des deutschen Gro&szlig;handel-Konzerns Metro, Steffen Greubel, erkl&auml;rte im Februar 2024 gegen&uuml;ber der <em>DPA<\/em>, es sei nicht im eigenen Interesse, <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/europa\/russland-sanktionen-deutsche-unternehmen-machen-weiter-geschaefte-in-russland\/29664168.html\">&bdquo;das Gesch&auml;ft Oligarchen aus dem Umfeld der russischen Regierung zu &uuml;berlassen&ldquo;<\/a>. Metro geh&ouml;ren in Russland 89 Gro&szlig;handelsm&auml;rkte.<\/p><p><strong>Meterhohe Stapel von Aluminium-Barren<\/strong><\/p><p>Doch zur&uuml;ck zur Kosmetik-Fabrik Arnest in S&uuml;drussland. Ein Bus, der uns &uuml;ber das 25 Hektar gro&szlig;e Werksgel&auml;nde bringt, stoppt an einer Halle, vor der meterhoch Aluminiumbarren gestapelt sind. Sie kommen von dem russischen Produzenten Rusal. In der Halle steht ein riesiger Schmelzofen, in dem die Aluminium-Barren bei 1.000 Grad Hitze geschmolzen werden. Mit dem fl&uuml;ssigen Aluminium werden kleine, drei Zentimeter gro&szlig;e Taler gepresst, aus denen dann in einer Presse mit einem Druck von 400 Tonnen Sprayflaschen gepresst werden.<\/p><p><strong>Metallb&ouml;rse in London bestimmt Aluminiumpreis<\/strong><\/p><p>Ich frage einen unserer Begleiter, wie der Preis f&uuml;r Aluminium heute ermittelt wird. Der Mitarbeiter antwortet, der Preis von Aluminium in Russland werde durch die Rohstoffb&ouml;rse in London bestimmt. Russland ist also wirtschaftlich nicht autonom.<\/p><p>In der n&auml;chsten Halle werden die Rohk&ouml;rper der Spray-Flaschen beschnitten, gereinigt und von au&szlig;en bedruckt. In der Halle sind moderne Maschinen von den baden-w&uuml;rttembergischen Herstellern &bdquo;Hinterkopf&ldquo; und &bdquo;mall herlan&ldquo; sowie Maschinen aus den USA, der Schweiz und Italien zu sehen.<\/p><p><strong>Arnest-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer: &bdquo;Westliche Produktionsanlage selbst montiert&ldquo;<\/strong><\/p><p>Kurz vor dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine wurde noch eine neue Produktionslinie von einer westlichen Firma geliefert, berichtet einer der Mitarbeiter, die unsere Gruppe begleiten. &bdquo;Wir haben die Produktionslinie dann ohne die Hilfe des Lieferanten aufgebaut.&ldquo; Wie das denn m&ouml;glich war, fragte ich nach. &bdquo;Wir haben schon zehn solche Produktionslinien mit jeweils 20 Maschinen verschiedener Hersteller. Wir haben in den letzten zehn Jahren jedes Jahr eine neue Produktionslinie gekauft.&ldquo; Bei der Aufstellung der ersten Produktionslinie h&auml;tten noch Mitarbeiter der deutschen Firma die Aufsicht gef&uuml;hrt.<\/p><p>Ich fragte den Arnest-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer, wie es mit den Ersatzteilen f&uuml;r die aus Europa importierten Maschinen aussieht. Desjatnitschenko antwortete, damit habe man keine Probleme. Der Maschinenpark sei auf dem neuesten Stand und Ersatzteile habe man genug. &bdquo;Au&szlig;erdem stellen wir selbst Ersatzteile her. Elektronik bekommen wir aus Asien. F&uuml;r die Programmierung gibt es genug russische Spezialisten.&ldquo;<\/p><p><strong>Produktion rund um die Uhr<\/strong><\/p><p>Die Produktion in der Arnest-Fabrik l&auml;uft rund um die Uhr. Eine Arbeitsschicht ist zw&ouml;lf Stunden und die Wochenarbeitszeit 36 bis 40 Stunden lang. Der Durchschnittsverdienst f&uuml;r die 1.000 Mitarbeiter liegt bei durchschnittlich 550 Euro. Das ist nicht viel. Allerdings liegen die Lebenshaltungskosten in der russischen Provinz niedriger als in den russischen Gro&szlig;st&auml;dten.<\/p><p>Der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer berichtet, dass es in der Fabrik eine Gewerkschaft gibt, welche einen Tarifvertrag ausgehandelt hat. F&uuml;r die Arbeiter an Arbeitspl&auml;tzen mit erh&ouml;hter gesundheitlicher Belastung g&auml;be es zahlreiche Verg&uuml;nstigungen.<\/p><p><strong>Arnest kaufte Fabriken und Brauereien westlicher Firmen<\/strong><\/p><p>Die Firma Arnest machte in den letzten zwei Jahren Schlagzeilen weit &uuml;ber S&uuml;drussland hinaus. Die Kosmetik-Firma kaufte Fabriken und Brauereien ausl&auml;ndischer Firmen auf. 2023 kaufte Arnest f&uuml;r 25 Millionen Euro die nahe Moskau gelegene Fabrik der schwedischen <a href=\"https:\/\/www.direct-selling-magazine.de\/halbjahresumsatz-2023-von-oriflame-um-12-prozent-auf-3902-millionen-euro-gesunken\/\">Kosmetikfirma Oriflame<\/a>.<\/p><p>Arnest-Chef Aleksej Sagal kann es sich leisten, Fabriken zu kaufen. Er steht auf der Liste der Russen mit den h&ouml;chsten Einkommen an Dividenden auf Platz 34. Im Jahr 2022 hatte Sagal <a href=\"https:\/\/kavkaz.rbc.ru\/kavkaz\/freenews\/64abeb469a7947d03be8b025?ysclid=luvlvbjz9510412036\">Eink&uuml;nfte an Dividenden<\/a> in H&ouml;he von umgerechnet 86 Millionen Euro. &bdquo;Durch die geopolitische Situation&ldquo; habe sich das Gesch&auml;ftsfeld der Gruppe Arnest seit 2022 ausgeweitet, schreibt <a href=\"https:\/\/www.rbc.ru\/business\/21\/12\/2023\/65807f279a79470add939999\">das russische Wirtschaftsportal <em>RBK<\/em><\/a>.<\/p><p>Die Gruppe Arnest habe von der US-amerikanischen Ball Corporation das gr&ouml;&szlig;te Unternehmen in Russland zur Herstellung von Aluminiumdosen gekauft.<\/p><p>Dem niederl&auml;ndischen Unternehmen Heineken kaufte Arnest alle seine sieben Brauereien in Russland mit 1.800 Besch&auml;ftigen ab. Der Kaufpreis lag bei einem Euro. Allerdings &uuml;bernahm Arnest beim Kauf der Heineken-Brauereien auch die Schulden des Unternehmens in Russland in H&ouml;he von 100 Millionen Euro.<\/p><p><strong>Bundesregierung lieferte falsche Prognosen<\/strong><\/p><p>Dass sich westliche Kosmetik-Unternehmen aus dem russischen Markt zur&uuml;ckziehen, hat &ndash; so der Arnest-Chef Sagal gegen&uuml;ber dem russischen Business-Portal <em>RBK<\/em> &ndash; zu einer Ausweitung des russischen Markanteils gef&uuml;hrt. Der Anteil russischer Firmen, die bei Arnest Produktionsauftr&auml;ge f&uuml;r russische Kosmetik aufgeben, sei <a href=\"https:\/\/www.rbc.ru\/newspaper\/2023\/12\/22\/65807f279a79470add939999?ysclid=luvhcynyc61223900\">von 30 Prozent (2021) auf 70 Prozent (2023) gestiegen<\/a>.<\/p><p>W&auml;hrend der Marktanteil russischer Kosmetikmarken in Russland 2022 bei 20 Prozent und der Anteil ausl&auml;ndischer Marken bei 80 Prozent lag, liege der russische Marktanteil heute bei 50 Prozent.<\/p><p>Wie auch in anderen Wirtschaftsbereichen haben die russischen Unternehmer im Bereich der Kosmetik-Produktion trotz Sanktionen einen Ausweg gefunden, setzen die Produktion fort und weiten ihre Gesch&auml;ftsbereiche sogar noch aus. Von so einer M&ouml;glichkeit wollte die Bundesregierung im Fr&uuml;hjahr 2022 nichts wissen. Aber um die Deutschen gegen Russland aufzubringen, waren einfache, furchterregende Schwarz-Wei&szlig;-Bilder n&ouml;tig.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/6aeda158db164f5b8f528f2c7c83f4a3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p><p><small>Titelbild: Ulrich Heyden<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russische Unternehmen, die Kosmetik produzieren, mussten sich in den letzten zwei Jahren umstellen. Wegen der westlichen Sanktionen k&ouml;nnen diese Unternehmen keine Rohstoffe mehr aus der EU beziehen, und Kosmetik aus Russland kann auch nicht mehr in der EU verkauft werden. Das betrifft auch den russischen Kosmetik-Produzenten Arnest. 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