{"id":114098,"date":"2024-04-21T12:00:36","date_gmt":"2024-04-21T10:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114098"},"modified":"2024-04-22T07:03:16","modified_gmt":"2024-04-22T05:03:16","slug":"feministische-aussenpolitik-und-gaza-laut-un-angaben-wurden-mittlerweile-10-000-frauen-durch-israel-getoetet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114098","title":{"rendered":"\u201eFeministische Au\u00dfenpolitik\u201c und Gaza: Laut UN-Angaben wurden mittlerweile 10.000 Frauen durch Israel get\u00f6tet"},"content":{"rendered":"<p>Laut aktuellen Angaben des Amts der Vereinten Nationen f&uuml;r die Koordinierung humanit&auml;rer Angelegenheiten (OCHA) wurden in den letzten 194 Tagen (Stand 17. April 2024) &uuml;ber 14.000 Kinder und 10.000 Frauen im Gazastreifen durch die israelische Armee <a href=\"https:\/\/www.ochaopt.org\/crisis\">get&ouml;tet<\/a>, das entspricht 70 Prozent aller Opfer. Vor diesem Hintergrund kam in der Bundespressekonferenz die Frage auf, was die Bundesregierung und insbesondere das Ausw&auml;rtige Amt angesichts der proklamierten &bdquo;feministischen Au&szlig;enpolitik&ldquo; tun, um das Leben der pal&auml;stinensischen Frauen und Kinder im Gazastreifen besser zu sch&uuml;tzen. Von <strong>Florian Warweg<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" frameborder=\"0\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/4Fum1WfrMls\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><strong>Frage Towfigh Nia (freier Journalist, zuvor <em>Al Jazeera<\/em>)<\/strong><br>\nZu den besetzten Gebieten generell. Herr Wagner, die Vereinten Nationen haben heute mitgeteilt, dass bis jetzt mehr als 10.000 Frauen im Gazakrieg ums Leben gekommen sind. Die deutsche Bundesregierung, gerade Ihr Ministerium, verfolgt eine feministische Au&szlig;enpolitik, die eigentlich dem Schutz der Frauen gewidmet ist. Jetzt sind mehr als 10.000 Frauen tot. Was tut die Bundesregierung, um das Leben der pal&auml;stinensischen Frauen zu sch&uuml;tzen?<\/p><p><strong>Wagner (AA)<\/strong><br>\nVielen Dank f&uuml;r die Frage, Herr Towfigh Nia. Jeder Tote in Gaza ist nat&uuml;rlich einer zu viel. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass uns die Lage in Gaza im Moment wahnsinnig stark besch&auml;ftigt. Sie haben wahrscheinlich zur Kenntnis genommen, dass die Au&szlig;enministerin in diesen Stunden in Israel ist. Es darf jetzt nat&uuml;rlich nicht passieren, dass wir &uuml;ber die angespannte Lage im Nahen und Mittleren Osten, die uns in diesen Tagen nach dem Angriff Irans auf Israel am Wochenende so besch&auml;ftigt, die Lage in Gaza aus dem Blick verlieren. Das tun wir auch nicht. Die Au&szlig;enministerin hat am Dienstag in einer Pressekonferenz mit ihrem jordanischen Amtskollegen sehr klar dargelegt, woran wir arbeiten. Das ist unter anderem zum Beispiel ein humanit&auml;rer Korridor von Jordanien aus nach Gaza. Wir setzen uns, das wissen Sie, sehr daf&uuml;r ein, dass immer mehr humanit&auml;re Hilfe nach Gaza hineinkommt.<\/p><p>Man muss aber auch unterstreichen: Es ist weiterhin so, dass &uuml;ber 100 Geiseln von der Hamas in Gaza festgehalten werden und dass weiterhin Terror von der Hamas gegen Israel ausgeht. Insofern ist die Lage eine dramatische, eine katastrophale. Wir arbeiten jeden Tag daran, zusammen mit unseren internationalen Partnern, zusammen mit unseren Partnern in der Region, dass die Gewalt dort endet.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Towfigh Nia<\/strong><br>\nMeine Frage war ganz konkret: Was tut die Bundesregierung, um das Leben der pal&auml;stinensischen Frauen zu sch&uuml;tzen? Es sterben jeden Tag durchschnittlich 100 Menschen, unter ihnen Frauen und Kinder.<\/p><p><strong>Wagner (AA)<\/strong><br>\nHerr Towfigh Nia, ich habe jetzt relativ ausf&uuml;hrlich ausgef&uuml;hrt, was wir tun.<\/p><p><strong>Frage Warweg<\/strong><br>\nIch will auf die Frage des Kollegen zur&uuml;ckkommen. Wir haben die historisch vermutlich einmalige &ndash; korrigieren Sie mich &ndash; Situation, dass 70 Prozent der Opfer im Gazakrieg durch die Angriffe der israelischen Armee Frauen und Kinder sind. Die Zahlen wurden schon genannt, ungef&auml;hr 10.000 Frauen, 14. 000 Kinder. Da hat sich mir Ihre Antwort nicht ganz erschlossen: Was tut die Bundesregierung aktiv, um diese extrem hohe Zahl an get&ouml;teten Zivilisten zu verhindern oder zumindest einzud&auml;mmen?<\/p><p><strong>Wagner (AA)<\/strong><br>\nIch kann Ihnen leider nicht helfen, wenn Sie meine sehr ausf&uuml;hrlichen Ausf&uuml;hrungen hier nicht verstanden haben. Aber ich kann noch einmal ausf&uuml;hren: Nat&uuml;rlich muss die Gewalt in Gaza enden. Das hat aber vor allen Dingen erst einmal die Hamas in der Hand. Die Hamas kann Geiseln freilassen, und die Hamas kann aufh&ouml;ren, Israel anzugreifen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns nicht zugleich gegen&uuml;ber der israelischen Regierung daf&uuml;r einsetzen, dass nat&uuml;rlich in allem, was sie tut, humanit&auml;res V&ouml;lkerrecht gelten muss, dass sie mehr daf&uuml;r tun muss, dass es humanit&auml;ren Zugang zu Gaza gibt, dass mehr humanit&auml;re Hilfe nach Gaza hineinkommen muss, dass sie mehr daf&uuml;r tun muss, bei den milit&auml;rischen Operationen die Zivilbev&ouml;lkerung zu sch&uuml;tzen. Ich glaube, diese Position und Haltung ist sehr klar. Mir ist jetzt leider nicht ersichtlich, was Sie daran nicht verstehen.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Warweg<\/strong><br>\nDann noch eine weitere Verst&auml;ndnisfrage. Ich habe gerade nachgeguckt: Die aktuellen Zahlen von UN-OCHA geben 140 get&ouml;tete Journalisten seit dem 7. Oktober 2023 im Gazastreifen an. Korrigieren Sie mich, vielleicht habe ich das verpasst, aber das ist ebenfalls eine extrem hohe und auch relativ einmalige Zahl an im Kriegsgeschehen get&ouml;teten Journalisten. Da w&uuml;rde mich nur interessieren: Wieso gab es da noch keine Verurteilung vonseiten der Bundesregierung?<\/p><p><strong>Wagner (AA)<\/strong><br>\nIch glaube sicher, dass wir uns in der Bundespressekonferenz dazu schon eingelassen haben, aber da mag mich mein Ged&auml;chtnis tr&uuml;gen. Nat&uuml;rlich ist jeder tote Journalist einer zu viel. Es ist klare Haltung der Bundesregierung, dass gew&auml;hrleistet sein muss, dass Journalistinnen und Journalisten ihrer Arbeit frei nachgehen k&ouml;nnen m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Zusatzfrage Warweg<\/strong><br>\nDas kommunizieren Sie dem israelischen Partner auch so?<\/p><p><strong>Wagner (AA)<\/strong><br>\nIch habe eben sehr ausf&uuml;hrlich dargestellt, dass wir in einem sehr engen Austausch mit Israel zu allen m&ouml;glichen Aspekten dieser Krise, dieses Konflikts sind. Die Bundesau&szlig;enministerin ist heute zum siebten Mal seit dem 7. Oktober 2023 in Israel. Dieser Draht ist sehr kurz, und Sie k&ouml;nnen davon ausgehen, dass wir alle Aspekte, die wir f&uuml;r relevant halten, auch mit der israelischen Regierung thematisieren.<\/p><p><small>Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz 17. April 2024<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112413\">Regierungssprecher: Kanzler &uuml;berzeugt, dass Israel sich weiterhin in Gaza an das V&ouml;lkerrecht h&auml;lt<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113690\">Milit&auml;rische und politische Unterst&uuml;tzung Israels ist f&uuml;r Bundesregierung &bdquo;Einsatz f&uuml;r V&ouml;lkerrecht&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112809\">UN-Menschenrechtsrat: Bundesregierung sieht &bdquo;schwerste V&ouml;lkerrechtsverbrechen&ldquo; in Belarus &ndash; aber nicht in Gaza<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=112660\">&bdquo;Halten wir f&uuml;r haltlos&ldquo; &ndash; Klage Nicaraguas gegen Deutschland wegen Gaza vor dem IGH und die Arroganz der Bundesregierung<\/a>\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/a6e92a920e3d43cc9b4892f549f11085\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut aktuellen Angaben des Amts der Vereinten Nationen f&uuml;r die Koordinierung humanit&auml;rer Angelegenheiten (OCHA) wurden in den letzten 194 Tagen (Stand 17. 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