{"id":114438,"date":"2024-04-27T13:00:21","date_gmt":"2024-04-27T11:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114438"},"modified":"2024-04-26T15:01:10","modified_gmt":"2024-04-26T13:01:10","slug":"leserbriefe-zu-auf-kriegsfuss-mit-der-realitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114438","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eAuf Kriegsfu\u00df mit der Realit\u00e4t\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114122\">In diesem Beitrag<\/a> thematisiert Brigitte Pick den Aufstieg des Individualismus im Zuge des neoliberalen Marktmantras, der zum Niedergang der Gesellschaft zu f&uuml;hren scheine. Die F&auml;higkeiten, die die Menschen menschlich machen, w&uuml;rden schwinden &ndash; und damit die Grundlage der Zivilisation. Notwendig sei &bdquo;eine Politik, die die soziale und politische Lage versteht, um zu realistischen L&ouml;sungen im Interesse der Allgemeinheit zu kommen&ldquo;. Wir haben dazu interessante Leserbriefe erhalten und bedanken uns daf&uuml;r. Hier nun eine Auswahl, zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrtes Nachdenkseiten-Team,<\/p><p>vielen  Dank f&uuml;r die beiden Beitr&auml;ge von Brigitte Pick.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nMargarete Wintz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Frau Pick und NDS-Redaktion,<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r den langen und sehr informativen Artikel. Eine gute Zusammenfassung der jetzigen Gesamtlage.<\/p><p>Die Problematik besteht darin dass die Regierung und die politischen Akteure sich all dem was im Artikel beschrieben wird sehr genau bewusst sind.<br>\nDass sie nicht dementsprechend handeln hat nichts zu tun mit Unf&auml;higkeit, Fehleinsch&auml;tzung oder Dummheit.<br>\nEs ist wissentlicher und willentlicher Vorsatz. Eine Tatsache, die erschreckend und und schwer akzeptierbar ist.<br>\nDie Demokratie sieht heutzutage aus wie die Geb&auml;ude in Gaza.<br>\nZerbombt von freier Marktwirtschaft und dem was sie mit den Menschen gemacht hat.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nPatrick Janssens<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Brigitte Pick, liebe NDS,<\/p><p>Ihr Artikel, sehr gut beobachtet, analysiert und treffend beschrieben. Haben Sie sich einmal die Frage gestellt, ob dies alles, was Sie beschreiben, kein Zufall ist, sondern genau so gewollt und geplant ist?<\/p><p>Ich gehe davon aus, dass alles, was Sie beschreiben, sich nicht entwickelt hat. Es wurde so geplant und umgesetzt. Wenn Sie die Mi&szlig;st&auml;nde aus dieser Perspektive betrachten, wird einem erst bewu&szlig;t, wie ohnm&auml;chtig die Bev&ouml;lkerung dieser Situation gegen&uuml;bersteht. Dieses Land ist bereits vollst&auml;ndig verraten und verkauft. Die Menschen merken es nur noch nicht.<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r diesen Super-Artikel !!<br>\nGr&uuml;&szlig;e<br>\nvon unserem Leser R.O.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Moin, <\/p><p>dem sonst sehr guten Beitrag mu&szlig; ich in einem Punkt widersprechen, wenn es hei&szlig;t: <\/p><p>&ldquo;Man kennt nur noch Familien und Individuen [&hellip;]&rdquo; <\/p><p>Gerade der Familienbande wird mit dem &ldquo;Geschlechtergesetz&rdquo; der Garaus gemacht, wenn man, alle Jahre wieder, per Zuruf auf dem Standesamt sein Geschlecht &ldquo;wechseln&rdquo; kann (freilich nur auf dem Papier), siehe [1]. Dies in Verbindung mit (mal wieder) horrenden Strafen bei &ldquo;Falschbenennung&rdquo; (in Bezug auf das &ldquo;Geschlecht&rdquo;) kann tiefe Keile in so manche Familien treiben (und nicht nur da), weil es schlicht kognitive Dissonanzen ausl&ouml;st, wenn man einem Mann gegen&uuml;bersteht, den man aber ab sofort als Frau (oder schlimmer: Tier\/Ding\/Sache&hellip;) anzusprechen h&auml;tte. Wir erinnern uns: Gerade die Strafen bei Nichtbefolgung der &ldquo;Corona-Ma&szlig;nahmen&rdquo; haben das Volk gef&uuml;gig gemacht. Dieses Muster wiederholt sich. Aus Angst vor Repressionen werden absurde und selbst totalit&auml;re Ma&szlig;nahmen kritiklos befolgt. Wer will schon Widerstand gegen die Staatsgewalt leisten, die h&ouml;chste Autorit&auml;t im Lande? <\/p><p>Was die Bodenpreise f&uuml;r Wohnh&auml;user sowie auch die Mieten betrifft, so kann der Staat ganz einfach selbst einen Riegel vorschieben, indem er den H&ouml;chstpreis pro m&sup2; mit einem Gesetz deckelt; f&uuml;r Mietwohnungen einen H&ouml;chstbetrag von 5&euro;\/m&sup2;, und schon hat jeder ein bezahlbares Dach &uuml;berm Kopf. Bevor der Staat als Gewinn-Garant f&uuml;r multinationale Konzerne umgebaut wurde, war es seine Aufgabe, menschenverachtenden Konsequenzen durch ungez&uuml;gelten Kapitalismus Einhalt zu gebieten. Der politische Filz mu&szlig; vom wirtschaftlichen getrennt werden, ehe sich diesbez&uuml;glich etwas &auml;ndern kann. Das f&auml;ngt beim konsequenten Rausschmi&szlig; aller Lobbyisten an, auf allen Ebenen. <\/p><p>Im Geiste nicken mu&szlig;te ich bei der folgenden Feststellung: <\/p><blockquote><p>&ldquo;Die Logik der Andersdenkenden wird so als irgendwie verworren wahrgenommen.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, kann man mit gutem Gewissen behaupten, da&szlig; sowohl die Politik wie auch die Medien bis etwa Anfang 2020 ein gewisses Ma&szlig; an Glaubw&uuml;rdigkeit genossen, insbesondere die sich seit der Nachkriegszeit profilierten Institutionen wie SPIEGEL, FAZ, SPD et cetera f&uuml;r Frieden, Aufkl&auml;rung, Diplomatie und milit&auml;rische Deeskalation &mdash; wodurch sie selbst heute noch bei einigen Menschen ein hohes Ansehen genie&szlig;en, obwohl sie diesen Anspr&uuml;chen schon lange nicht mehr gerecht werden. F&uuml;r Menschen, die in diesen Zeiten sozialisiert wurden, ist es schlicht undenkbar, da&szlig; sie in einer von Politik &amp; Medien konzertierten Aktion mit dem Ziel hinters Licht gef&uuml;hrt wurden, Gewinne in die Pharmakonzerne zu sp&uuml;len und durch den digitalen Komplex in die Total&uuml;berwachung gef&uuml;hrt wurden, ganz gleich, welche Sch&auml;den das auf welchen Ebenen anrichtet. Daher wird alles, was das alte Weltbild ins Wanken geraten lassen k&ouml;nnte, als &ldquo;Verschw&ouml;rung&rdquo; abgetan, um es zu sch&uuml;tzen. Dieser Begriff wird medial wie politisch frei Haus geliefert, so da&szlig; man sich nicht einmal des eigenen Verstandes zwecks Klassifizierung dieses Ph&auml;nomens bedienen mu&szlig;. <\/p><p>In Bezug auf die &ldquo;prek&auml;ren Jugendlichen&rdquo; und was ihr Antrieb zur Gewalt ist, n&auml;mlich als &ldquo;&uuml;berfl&uuml;ssig&rdquo; zu gelten, wurde j&uuml;ngst in einem sehr guten Bericht hier auf den NDS thematisiert [2]. Fakt ist au&szlig;erdem, da&szlig; der technologische Fortschritt permanent die Produktivit&auml;t erh&ouml;ht, wodurch es immer weniger Arbeiter braucht, um den gleichen Gewinn, die gleiche Menge an Waren zu erzielen. &ldquo;&Uuml;brig&rdquo; bleibt dann ein Heer an arbeitsf&auml;higen und arbeitswilligen Menschen, die aber nicht d&uuml;rfen. Zerst&ouml;rt man dann noch das Sozialsystem, das einem arbeitslosen Menschen ein Leben in W&uuml;rde erm&ouml;glicht, sind soziale Unruhen vorprogrammiert. Derartige Verwerfungen werden von der Politik, wie bei &ldquo;Corona&rdquo;, mindestens billigend in Kauf genommen. Nicht wahr, Herr Habeck? <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en,<br>\nMichael Schauberger <\/p><p>[1] <a href=\"https:\/\/www.manova.news\/artikel\/frauenhauser-fur-alle\">manova.news\/artikel\/frauenhauser-fur-alle<\/a><br>\n[2] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113704\">nachdenkseiten.de\/?p=113704<\/a><\/p><p>&ldquo;Ein hoher Prozentsatz Kinder und Jugendlicher wird hierzulande systematisch schon sehr fr&uuml;h im Leben Opfer des staatlich beaufsichtigten Konkurrenzprinzips, das angeblich f&uuml;r alle gut sein soll.&rdquo;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte NDS,<\/p><p>Demokratie<\/p><p>in Bezug auf den Artikel &ldquo;Auf Kriegsfu&szlig; mit der Realit&auml;t&rdquo;, habe ich mir schon seit einiger Zeit folgendes Zitat zugelegt:<\/p><p>&ldquo;Die gr&ouml;&szlig;te St&auml;rke einer Demokratie, also ihre F&auml;higkeit zur Stabilisierung der Verh&auml;ltnisse, ist gleichzeitig ihre gr&ouml;&szlig;te Schw&auml;che, an der sie regelm&auml;&szlig;ig verendet.&rdquo; &ndash; Andre Klein &ndash;<\/p><p>Denn wenn sich nie etwas ver&auml;ndert, dann ver&auml;ndert sich ja auch nie etwas. Wird eine Demokratie auf ein System gesetzt, welches grundlegende Konstruktionsfehler hat, so wird jede L&ouml;sung dieser Konstruktionsfehler als so radikal angesehen, dass sie im demokratischen Entscheidungsprozess aussortiert wird. So w&uuml;rde z.B. hier in Deutschland niemals ein Waffentragerecht f&uuml;r Alle demokratisch durchgesetzt werden k&ouml;nnen, weil das zu radikal w&auml;re und in den USA niemals ein Waffentrageverbot f&uuml;r Alle, weil das eben dort zu radikal w&auml;re. Die jeweilige bereits vorhandene Normalit&auml;t setzt sich immer durch. Demokratie ist das konservativste Regierungssystem, welches existiert.<\/p><p>Und genau da fangen die Probleme an. Die grundlegenden Konstruktionsfehler hier bei uns im Land erzeugen immer mehr Symptome und das Rumpeln im Fundament der Gesellschaft wird immer lauter. Das ist wie bei einer Waschmaschine, die langsam den Geist aufgibt. Zuerst zickt sie ein bisschen, dann rumpelt sie, weil man sie nicht reparieren wollte und sp&auml;ter f&auml;llt die T&uuml;r ab, weil die namentliche Abstimmung innerhalb der Familie ergeben hat, dass die Beauftragung eines Reparaturdienstes zu radikal w&auml;re, weil der Mann ja normalerweise das Handwerkliche &uuml;bernimmt. Einige der Symptome in unserem Land hat Frau Pick ja im Artikel bereits beschrieben. Und auch dort &auml;ndert sich einfach nichts Grundlegendes. Dieses ewige Festhalten an der bereits vorhandenen grundlegenden Normalit&auml;t ist es &uuml;brigens auch, die die Radikalisierung der Bev&ouml;lkerung vorantreibt. Denn die m&ouml;chte mittlerweile grundlegende Reformen, also die Beseitigung der Konstruktionsfehler unten drunter. Das letzte mal hatten wir das &ldquo;Sterben an Demokratie&rdquo; in der DDR gesehen. Wenn man eine gro&szlig;e Blockpartei bildet, die alle Fl&uuml;gel von links nach rechts repr&auml;sentieren soll, ist es einerseits so, dass man an der Wahlurne gerne mal auf 99% Stimmenanteil kommt, was logisch ist und andererseits bekommt man dann eben auch die gr&ouml;&szlig;te Koalition aller Zeiten, mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner, der wirklich ALLES aussortiert, was auch nur ansatzweise radikal aussieht. Damit hatte sich die DDR ihr eigenes Grab geschaufelt, weil sie reformunf&auml;hig wurde. Irgendwann standen auch dort die B&uuml;rger auf der Stra&szlig;e und forderten echte grundlegende Reformen. Der Rest ist Geschichte.<\/p><p>In genau dem Moment, in dem es in einer Gesellschaft zu dieser Problematik kommt, ist die Schlussfolgerung aller demokratischen Regierungen, dass die ganzen negativen Symptome nur deswegen zustande kommen, weil man die Normalit&auml;t nicht genug stabilisiert hat und man zu wenig gegen radikale Einfl&uuml;sse unternommen hat. Das Abweichen von der Normalit&auml;t wird als ein Problem definiert. Und genau so handelt auch unsere Regierung. Alles, was nicht der Regierungsmeinung oder des Regierungshandelns entspricht, wird bek&auml;mpft. Hat man eine abweichende Meinung zur Regierungsmeinung, setzt die soziale &Auml;chtung ein, um die Menschen wieder auf Linie zu bringen. Egal ob Armut (neoliberale Normalit&auml;t), Schulsystem (Reproduktion der kulturellen Normalit&auml;t), Corona (Zur&uuml;ck zur Normalit&auml;t) oder diverse Kriegsgebiete (Israel\/Gaza -&gt; Freundschaft zu Israel = Normalit&auml;t aus Verantwortung, Nato\/Ukraine\/Russland -&gt; Globale Normalit&auml;t und europ&auml;ische Normalit&auml;t).<\/p><p>Die Normalit&auml;t muss aufrecht erhalten werden, aus Angst davor, dass es noch schlechter wird. Je schlechter die Lebensumst&auml;nde sind, desto mehr tendieren wir zu einem &ldquo;weiter so&rdquo; und &ldquo;jetzt erst recht&rdquo;. Und im &uuml;brigen zieht sich diese Problematik durch alle Institutionen, Einrichtungen, Verb&auml;nde, Vereine und Parteien, die einem demokratischem Wahlprozess unterliegen. Sei es nun der &ouml;rtliche Sportverein oder der Lehrerverband, der auch mit der fahrl&auml;ssigen K&ouml;rperverletzung von Kindern kein Problem hat, wenn es der Aufrechterhaltung der Schulnormalit&auml;t dient bis hin zu Journalisten, bei denen die Leser ja mit der Wahl des konsumierten Mediums entsprechende Quoten und Journalisten in ihre &ldquo;journalistischen &Auml;mter&rdquo; heben. &Uuml;berall breitet sich ein Extremismus der gew&auml;hlten Mitte der Gesellschaft aus, die nicht radikal denken kann (Realit&auml;t kann nicht mehr eingeordnet werden) und nur noch eine einzige alternativlose Normalit&auml;t kennt, die sie zur Not auch bis aufs Messer verteidigen w&uuml;rde (Extremismus). Ein ganzes System wird extremistisch und toxisch im Endstadium einer Demokratie und geht in eine totalit&auml;re Diktatur &uuml;ber. Ich halte es da mit dem Zitat &bdquo;Demokratie ist die schlechteste Staatsform &ndash; mit Ausnahme aller anderen.&ldquo;<\/p><p>Um dies zu Verhindern br&auml;uchte es eigentlich nur mal richtige radikale Reformen im Land, denen die Mitte der Gesellschaft einfach mal nicht im Weg steht. Also das, was man damit meint, dass der Bev&ouml;lkerung mal ein richtiges politisches Angebot unterbreitet wird, damit man auch wei&szlig;, was man w&auml;hlen soll.<\/p><p>Urbanisierung<\/p><p>Da der Artikel von Frau Pick bereits teilweise das Urbanisierungsproblem beschreibt, w&uuml;rde ich da gerne ankn&uuml;pfen und noch viel grundlegender werden:<\/p><p>Das Urbanisierungsproblem ist im Endeffekt ja ein Symptom eines dysfunktionalen Arbeitsmarktes. Denn die Menschen ziehen haupts&auml;chlich der Arbeit hinterher. Da wo Arbeit ist, wird es voller und da, wo keine Arbeit ist, wird es immer leerer. Wir haben hier in Deutschland einerseits Ballungsgebiete, in denen man kaum noch eine Wohnung bekommt, die bezahlbar ist, auf Grund der gro&szlig;en Nachfrage nach Wohnraum und andererseits Gegenden, die sterben aus, weil ein Gro&szlig;teil der Menschen wegzieht und leere Wohnungen hinterl&auml;sst. Dies geht sogar soweit, dass es ganze leerstehende D&ouml;rfer gibt mittlerweile oder zumindest D&ouml;rfer, in denen fast nur noch Rentner wohnen. Die Anzahl der leerstehenden Wohnungen wird ja f&uuml;r 2018 auf knapp 1,7 Millionen gesch&auml;tzt (https:\/\/www.deutschlandatlas.bund.de\/DE\/Karten\/Wie-wir-wohnen\/046-Wohnungsleerstand.html). Die von Wohnraummangel betroffenen Menschen sind nicht dort, wo die Wohnungen sind oder die Wohnungen sind nicht dort, wo die Menschen sind. Egal wie man es sieht. Und die Ursache liegt beim Thema &ldquo;Arbeit&rdquo;. W&uuml;rde man den Arbeitsmarkt reformieren, so dass die Arbeit im Land gleichm&auml;&szlig;iger verteilt w&auml;re, dann w&auml;re auch der Bedarf nach Wohnungen gleichm&auml;&szlig;iger verteilt im Land. Dies w&uuml;rde die Ballungszentren entlasten und die leerstehenden Wohnungen wieder belegen. Das Ganze w&uuml;rde sich auch preislich bemerkbar machen, da Grund und Boden dort, wo alle wegziehen, ziemlich billig sind in der Marktlogik von Angebot und Nachfrage.<\/p><p>Radikale Reform<\/p><p>Eine Reform des Arbeitsmarktes, m&uuml;sste meines Erachtens aus mindestens 3 Komponenten bestehen, um sie auch in Hinsicht auf die Deurbanisierung wirksam zu machen:<\/p><ol>\n<li>Arbeitslose richtig z&auml;hlen (Bisherige Methode der Arbeitslosenquote ist fehlerhaft, da sie keine Teilzeit darstellen kann. Berechnung muss &uuml;bers Arbeitsvolumen erfolgen. Reale Arbeitslosenquote f&uuml;r 2023 ist dann 27,66% statt 5,7%.)<\/li>\n<li>Regional flexibles Arbeitslosengeld einf&uuml;hren. H&ouml;he des ALG ist nicht mehr abh&auml;ngig von der eigenen Erwerbsbiografie, sondern davon, in welchem Landkreis man wohnt. &Uuml;berall dort, wo die reale Arbeitslosenquote (siehe 1.) am h&ouml;chsten ist, gibt es auch das h&ouml;chste Arbeitslosengeld und &uuml;berall dort, wo die Arbeitslosenquote am niedrigsten ist, gibt es das geringste Arbeitslosengeld. Die Wirkung ist, dass gerade Regionen, in denen eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht und dadurch viel Wegzug und Wohnungsleerstand vorhanden ist, dazu gebracht werden, dass die vielen Arbeitslosen mit Geld f&uuml;r den Konsum ausgestattet werden, was dann Unternehmen und Arbeitspl&auml;tze anzieht. Unternehmen ziehen schlie&szlig;lich gerne dahin, wo es Kunden mit Geld gibt. Der Grund f&uuml;r den Wegzug f&auml;llt damit weg und es kommt nicht zum Leerstand von Wohnungen. Und mit dem dann fehlenden Wegzug, werden auch die Ballungszentren entlastet. Das regional flexible Arbeitslosengeld w&uuml;rde netto zwischen 1.990,63&euro; und maximal 3.696,88&euro; betragen, je nachdem, wo man wohnt.<\/li>\n<li>Maximalverm&ouml;gen pro Kopf. Man kann innerhalb eines geldbasierten Wirtschaftssystems nur dann arbeiten, wenn jemand anderes konsumiert. Menschen sind arbeitslos, weil die Menschen (regional) um sie herum, zu wenig Geld in der Tasche haben, um in der Gr&ouml;&szlig;enordnung zu konsumieren, die ihren Bed&uuml;rfnissen entspricht. Und sie haben deswegen zu wenig Geld, weil es Menschen gibt, die das Geld horten und es lieber anlegen, statt damit zu konsumieren. Umgangssprachlich ist die Schere zwischen Arm und Reich die Ursache f&uuml;r Massenarbeitslosigkeit. Zur Vollbesch&auml;ftigung fehlen uns mittlerweile ca. 12,78Millionen Vollzeitstellen&auml;quivalente, was auf eine enorme Ungleichverteilung von Verm&ouml;gen hinweist. Also muss das Geld eingesammelt werden und &uuml;ber Sozialleistungen (siehe 2.) wieder ausgesch&uuml;ttet werden, damit Konsum erm&ouml;glicht wird und die Arbeitslosigkeit abgebaut werden kann. Beim Durchrechnen so eines Verm&ouml;gens kam ich auf knapp 611.000&euro;\/Kopf.<\/li>\n<\/ol><p>Auch das von Frau Pick angesprochene Thema der Altersarmut kann damit angegangen werden. Denn eine niedrige Rente resultiert aus geringem Lebenseinkommen, was wiederum mit einer hohen regionalen Arbeitslosigkeit zu tun hat. Auch hier kann eine Reform des Arbeitsmarktes Abhilfe schaffen. Ich habe die Reform hier in 3 einfachen S&auml;tzen beschrieben. Sie ist selbstverst&auml;ndlich deutlich komplexer und ich habe sie mittlerweile in einem Buch zusammengefasst.<\/p><p>Neoliberalismus<\/p><p>Beim Neoliberalismus handelt es sich um den Versuch, das J&auml;ger- und Sammlerdenken, welches uns von Geburt an genetisch in die Wiege gelegt worden ist, auf ein geldbasiertes Wirtschaftssystem anzuwenden. Etwas, was wir schon seit Jahrtausenden tun und auch schon so lange damit scheitern. &Uuml;brig bleibt nur noch die Freiheit der Reichen und Erfolgreichen. Das Verhalten, was in einer J&auml;ger- und Sammlerumgebung tats&auml;chlich funktioniert, um z.B. Arbeitslosigkeit abzubauen, f&uuml;hrt in geldbasierten Wirtschaftssystemen zum genau gegenteiligen Effekt. Wenn wir in der Natur jemandem, der nicht auf die Jagd geht, weniger von der Jagdbeute abgeben (Sozialleistungen), erh&ouml;ht das den Druck dazu selbst auf die Jagd zu gehen und die Arbeitslosigkeit sinkt. Machen wir das Gleiche innerhalb eines geldbasierten Wirtschaftssystems und k&uuml;rzen die Sozialleistungen, kann der Arbeitslose weniger konsumieren und damit weniger Auftragslage erzeugen, was zum Abbau von notwendiger Arbeitszeit f&uuml;hrt, um die Auftragslage abzuarbeiten und damit zum Abbau von Arbeitspl&auml;tzen f&uuml;hrt und damit zu einer Steigerung der Arbeitslosigkeit. Was in einer J&auml;ger- und Sammlerumgebung zur Reduktion von Arbeitslosigkeit f&uuml;hrt, f&uuml;hrt innerhalb eines geldbasierten Wirtschaftssystems zum genauen Gegenteil. Dieser Pr&auml;missenfehler ist der Wesenskern des Neoliberalismus. Richtige Gedanken + falsche Umgebung = Katastrophe. Mit dem J&auml;ger- und Sammlerdenken sind wir alle von Natur aus ausgestattet, aber die Funktionsweise von geldbasierten Wirtschaftssystemen k&ouml;nnen wir uns nur &uuml;ber die Aufkl&auml;rung erschlie&szlig;en. Wir sind also alle per Geburt, in ein geldbasiertes Wirtschaftssystem hinein, bereits neoliberal veranlagt und m&uuml;ssen nicht erst zu so einem Verhalten erzogen werden! Unser neoliberales Verhalten kann nur durch Aufkl&auml;rung relativiert und eingeordnet werden. Gerade deswegen ist der Neoliberalismus ja so allumfassend und hartn&auml;ckig.<\/p><p>lg<br>\nAndre Klein<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114122\">In diesem Beitrag<\/a> thematisiert Brigitte Pick den Aufstieg des Individualismus im Zuge des neoliberalen Marktmantras, der zum Niedergang der Gesellschaft zu f&uuml;hren scheine. 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