{"id":114529,"date":"2024-04-29T11:32:29","date_gmt":"2024-04-29T09:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114529"},"modified":"2024-05-07T14:07:17","modified_gmt":"2024-05-07T12:07:17","slug":"von-nie-wieder-krieg-zur-kriegstuechtigkeit-wie-bleiben-wir-selbststaendig-denkende-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114529","title":{"rendered":"Von \u201eNie wieder Krieg\u201c zur \u201eKriegst\u00fcchtigkeit\u201c &#8211; Wie bleiben wir selbstst\u00e4ndig denkende Menschen?"},"content":{"rendered":"<p>Das war das Thema, &uuml;ber das ich am vergangenen Freitag auf Einladung eines politisch aktiven Freundeskreises in einem Wirtshaussaal in Anger, eines Ortes zwischen Chiemsee und Salzburg, gesprochen habe. In diesem Text wird der Bogen von der Debatte zur Wiederbewaffnung in den Vierziger\/F&uuml;nfziger Jahren des letzten Jahrhunderts &uuml;ber die Phase der Entspannungs- und Friedenspolitik bis zum Appell zur Kriegst&uuml;chtigkeit von heute gespannt. Und es werden die Manipulationsmethoden skizziert, die angewandt werden, um uns auf Kriegsbereitschaft zu trimmen. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nWeil die von den Untergliederungen unserer Parteien getragenen politischen Diskussionen weitgehend ausgefallen sind, ist die Initiative aus Oberbayern bemerkenswert. Und &uuml;brigens auch nachahmenswert.<\/p><p><strong>Wenn Sie den Text schl&uuml;ssig und von Interesse finden, dann geben Sie ihn bitte in Ihrem Freundes- und Familienkreis weiter. Es geht schlie&szlig;lich um Krieg und Frieden. Und wir sollten den amtierenden Verteidigungsminister Pistorius mit seinen Aufrufen zur Kriegsert&uuml;chtigung nicht unwidersprochen lassen.<\/strong><\/p><p>Hier folgt das Redemanuskript. Selbstverst&auml;ndlich wich der Vortrag in wenigen Einzelheiten davon ab, aber nicht im Kern.<\/p><p><strong>Vortrag von Albrecht M&uuml;ller in Anger\/Oberbayern<\/strong><br>\n<strong>auf Einladung eines Kreises um Felicitas Englisch<\/strong><br>\n<strong>am 26.4.2024 19:30 Uhr <\/strong><\/p><p>Thema:<\/p><p><strong>Von &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; zur &bdquo;Kriegst&uuml;chtigkeit&ldquo;<\/strong><\/p><p>Wie bleiben wir selbstst&auml;ndig denkende Menschen?<\/p><p>Ihre Einladung und das gestellte Thema haben mir zum einen die Last beschert, recherchieren und nachdenken zu m&uuml;ssen. Und das Thema hat mir zum anderen das Vergn&uuml;gen bereitet, die deutsche Geschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis heute Revue passieren zu lassen. <\/p><p>Dabei konnte ich feststellen, dass das gel&auml;ufige Wort, Geschichte wiederhole sich nicht, nicht zutrifft: Wir sind heute, was das Thema Krieg oder Frieden betrifft, was vor allem den Umgang mit Russland betrifft, wieder bei 1953 angelangt. <\/p><p>Man kann das an vielen &Auml;u&szlig;erungen und Darstellungen sichtbar machen.<\/p><p>Dieses Plakat stammt von 1953.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-01.png\" alt=\"\"><\/div><p>&bdquo;Alle Wege des Marxismus f&uuml;hren nach Moskau.&ldquo; Marxismus m&uuml;ssen Sie ersetzen durch alle Wege der Kritiker der jetzigen Politik oder &ndash; damals aktuell &ndash; alle Wege der Gegner der Wiederaufr&uuml;stung f&uuml;hren nach Moskau.<\/p><p>Heute sieht die in die gleiche Richtung zielende Propaganda so aus wie bei der <em>Bild-Zeitung<\/em> vom vergangenen Dienstag, dem 23. April. Hier zun&auml;chst auf Seite 1:<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-02.jpg\" alt=\"\"><\/div><p>Und hier auf Seite 3 von <em>BILD<\/em> die Fortsetzung:<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-03.jpg\" alt=\"\"><\/div><p>So wie bei der <em>Bild-Zeitung<\/em> am vergangenen Dienstag wird auch in vielen anderen Medien unentwegt Stimmung gegen den Nachbarn im Osten gemacht. Und wer dagegenh&auml;lt, wird als Putin-Freund abgewatscht. Die Agitationsmethoden sind: Personalisierung und aggressive Kennzeichnung. Der Text zwischen den beiden K&ouml;pfen lautet: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Zwei Diktatoren, die uns Spione schicken, die unsere Sicherheit bedrohen: der russische Despot Wladimir Putin (71) und der chinesische Herrscher Xi Jinping (70)&rdquo;. <\/p><\/blockquote><p>Und immer schwingt die propagandistische Grundmelodie mit: Wir sind die Guten.<\/p><p>Diese Melodie mitschwingen zu lassen, ist eine der wirkungsvollen Methoden der Manipulation. <\/p><p>Um die Atmosph&auml;re und das Umfeld der aus drei W&ouml;rtern bestehenden Nachkriegsparole &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; zu verstehen, m&uuml;ssen wir ein bisschen weiter zur&uuml;ckgehen. Das ist wichtig. Denn eine der gel&auml;ufigen Manipulationsmethoden, denen wir heute ausgesetzt sind, ist das Verschweigen. Es wird zwar &uuml;ber Kriegst&uuml;chtigkeit schwadroniert, aber die elenden Folgen von Kriegen, und was das aktuell f&uuml;r uns hierzulande bedeuten w&uuml;rde, das wird nicht beschrieben. Deshalb werde ich ausf&uuml;hrlich auf die Kriegsfolgen eingehen. Ich tue das auch deshalb, weil Menschen wie der Bundesverteidigungsminister auch deshalb von Kriegsert&uuml;chtigung schwadronieren k&ouml;nnen und dass er damit sogar seine Popularit&auml;t erh&ouml;hen kann, weil die meisten Menschen nicht wissen und nicht mehr wissen k&ouml;nnen, welches Leid und welches Ungl&uuml;ck Kriege verursachen.<\/p><p>Mein Erinnerungsverm&ouml;gen reicht bis in die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs zur&uuml;ck. Ich erinnere mich noch an den hell erleuchteten Himmel im Umfeld meines Heimatdorfes, wenn die benachbarten St&auml;dte die Opfer von Bombenangriffen geworden waren: Mannheim, Ludwigshafen, Heilbronn, Bruchsal, Pforzheim &ndash; alle im Umkreis von rund 40 km &ndash; und dazu auch noch das gut 100 km entfernte W&uuml;rzburg &ndash; sie brannten mehrmals nach Bombenangriffen der Briten und der US-Amerikaner. <\/p><p>Sie brannten lichterloh. Der Nachthimmel leuchtete rot. Tausende Menschen kamen in den Flammen um. Historisch interessante St&auml;dte wie das barocke Mannheim und Heilbronn wurden zerst&ouml;rt. <\/p><p>Das ist ein Foto vom brennenden Heilbronn: <\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-04.jpg\" alt=\"\"><\/div><p>Und so sah es in N&uuml;rnberg nach dem Krieg aus. Das Foto stammt von 1947: <\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-05.jpg\" alt=\"\"><\/div><p>Und so sah es vor der Zerst&ouml;rung aus:<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-06.jpg\" alt=\"\"><\/div><p>Hier die Einzelheiten eines Bombenangriffs, des Angriffs auf Mannheim vom 16. Dezember 1940:<\/p><blockquote><p>100 Luftminen, 2.000 Sprengbomben, 200.000 Stabbrandbomben und 30.000 Phosphorbomben machten aus Mannheim ein Ruinenfeld. Ein gro&szlig;er Teil der Stadt wurde dabei zerst&ouml;rt.<\/p><\/blockquote><p>Im Jahr 1944&nbsp;zerst&ouml;rte&nbsp;ein weiterer Angriff auch das Mannheimer Schloss nahezu vollst&auml;ndig. Nur eines der 500 Zimmer blieb unbesch&auml;digt.<\/p><p>Der Bahnhof meines Heimatsdorfes Meckesheim war der Knotenpunkt f&uuml;r eine Eisenbahnverbindung zu einer Produktionsst&auml;tte der V2 &ndash; das waren Raketen, mit denen London von deutscher Seite aus bedroht werden konnte. Wegen der Verbindung zu dieser R&uuml;stungproduktionsst&auml;tte war das Bahnhofsgel&auml;nde st&auml;ndig sogenannten Jabo-, also Jagdbomber-Angriffen ausgesetzt. Der Bahnhof wurde dabei zur H&auml;lfte zerst&ouml;rt. Mehrere Bewohner des Bahnhofs und benachbarter Wohnh&auml;user kamen dabei ums Leben. Unser Haus lag ca. 200 m vom Bahnhof entfernt, wir f&uuml;hlten uns st&auml;ndig unmittelbar bedroht. <\/p><p>Meine Cousinen und Vettern und ihre M&uuml;tter haben die Gewalt des Krieges noch unmittelbarer erlebt. Ihre V&auml;ter, zwei Br&uuml;der meiner Mutter, also zwei meiner Onkels, kamen im Krieg um. So &auml;hnlich war es Millionen von Menschen ergangen.<\/p><p>St&auml;ndig sa&szlig;en damals fremde Menschen an unserem Tisch: Ausgebombte, Fl&uuml;chtlinge, Kriegsheimkehrer, Kriegerwitwen, Kinder und Frauen, die auf die R&uuml;ckkehr ihrer V&auml;ter und Ehepartner warteten. Die Gespr&auml;che drehten sich selbstverst&auml;ndlich um die Erfahrungen im Krieg. Immer wieder war zu h&ouml;ren: <\/p><blockquote><p>Nie wieder Krieg!<\/p><\/blockquote><p>Aber diese Einsicht war in den folgenden Jahren gleich wieder umstritten. Ich kann die wieder beginnende Spaltung der Meinung &uuml;ber Kriege an meinen Erfahrungen mit zwei Lehrern am Heidelberger Helmholtz-Gymnasium sichtbar machen.<\/p><p>1951 war unser Geschichtslehrer, obwohl er schon &uuml;ber 65 Jahre alt und halb blind war, wegen des akuten Lehrermangels wieder aus der Rente geholt worden. Wenn wir seine Kurzsichtigkeit ausnutzten und unsere Pl&auml;tze vertauschten, und er deshalb v&ouml;llig durcheinander geriet, dann stand er oft weinend vor unserer Klasse und beklagte den Tod seines im Krieg gefallenen Sohnes. <\/p><p>Unser drahtiger Mathematiklehrer hingegen wechselte im Unterricht freudig von der Mathematik zu aufregenden Kriegsgeschichten, die er als Panzerkommandeur erlebt hatte. Er war w&auml;hrend der Nazizeit an der gleichen Schule Direktor gewesen. 1945 war er dann ein bisschen degradiert worden. Nur ein bisschen! Und er war wieder auf die Sch&uuml;ler des Helmholtz-Gymnasiums losgelassen worden, also an der gleichen Schule, deren Sch&uuml;ler er als Direktor zur Nazizeit im Schulhof in Reih&rsquo; und Glied hat antreten lassen. Auch diese Erfahrung geh&ouml;rt zu unserer Nachkriegsgeschichte<\/p><p>Ich habe diese pers&ouml;nlich erlebten Geschichten erz&auml;hlt, weil sie zeigen, dass selbst nahe am Ende des schrecklichen Zweiten Weltkriegs das &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; zwar einleuchtend und vorherrschend war, aber doch schon wieder in Zweifel gezogen wurde. <\/p><p><strong>In der gro&szlig;en Politik lief es &auml;hnlich<\/strong><\/p><p>Da haben sich Menschen politisch engagiert, die keinen Krieg und kein Milit&auml;r mehr wollten. &Uuml;brigens auch in der CDU\/CSU. Herausragend in diesem Kreis war der Mitbegr&uuml;nder der Rheinischen CDU und Bundesinnenminister im ersten Kabinett Adenauer: Gustav Heinemann. Er kam aus dem protestantischen Milieu.<\/p><p>&bdquo;Nie wieder Krieg. Nie wieder Milit&auml;r.&ldquo; Das war das schl&uuml;ssige Fazit der Kriegsm&uuml;den. Aber schon 1950 musste Gustav Heinemann entdecken, dass sein Bundeskanzler mit den westlichen Alliierten &uuml;ber die Wiederbewaffnung von Deutschland-West verhandelte &ndash; ohne den Versuch gemacht zu haben, sich mit der Sowjetunion auf das Ende der Konfrontation und damit auch auf die Vereinigung der beiden getrennten Teile unseres Landes zu verst&auml;ndigen. <\/p><p>Was unser Nachbar &Ouml;sterreich geschafft hatte, wurde bei uns nicht einmal zu erreichen versucht.<\/p><p>Heinemann trat aus der CDU aus und gr&uuml;ndete zusammen mit der ehemaligen Zentrumspolitikerin Helene Wessel und einigen Kompagnons &ndash; unter anderen mit Erhard Eppler und Diether Posser &ndash; die GVP, die Gesamtdeutsche Volkspartei. Das war die erste Partei, f&uuml;r die ich 1953 als 15-J&auml;hriger zusammen mit meinen Br&uuml;dern Plakate geklebt habe. Leider mit einem sehr mageren Ergebnis, mit 1,2 Prozent der Zweitstimmen. <\/p><p>Die Propaganda gegen die &bdquo;Soffjets&ldquo;, wie Adenauer sagte, war perfekt. Siehe dazu auch das vorher schon gezeigte Plakat mit dem bedrohlich dreinschauenden Sowjetsoldaten: Alle Wege des Marxismus f&uuml;hren nach Moskau. Das Plakat enth&auml;lt Mehreres: die Nutzung einer schon lange begr&uuml;ndeten und rassistisch anmutenden Aversion gegen Russland und die Russen. Der neue Feind war geboren und er war auch charakterisiert. Grob und hinterh&auml;ltig. So wie die Russen eben sind, damals wie heute. Ich beschreibe das so, weil man diese Br&uuml;cke von damals zum heutigen Bild von den Russen schlagen kann und schlagen muss. Es ist der gleiche Geist, der damals den beginnenden Kalten Krieg befl&uuml;gelt hat und der heute die Redensarten und die Kommentare zur neuen Feindschaft mit Russland pr&auml;gen.<\/p><p>Das gezeigte Plakatmotiv wurde sp&auml;ter dann auch noch von der NPD benutzt. Siehe hier:<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-07.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-07.jpg\" alt=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Der Heidelberger Grafiker Klaus Staeck hat beide Plakate zusammengepackt und so die Kontinuit&auml;t der Agitation sichtbar gemacht.<\/p><p>Da Deutschland von den Alliierten im Westen und vom Alliierten im Osten, der Sowjetunion, gemeinsam besiegt worden war, h&auml;tte man sich ja eigentlich einfach darauf verst&auml;ndigen k&ouml;nnen, dass nicht eine neue Front aufgemacht wird. Aber diese Rechnung war ohne den Wirt gemacht. Da gab es n&auml;mlich im Westen starke Kr&auml;fte, welche die aus dem Zweiten Weltkrieg &uuml;berkommene Zusammenarbeit mit der Sowjetunion beenden wollten und stattdessen den sogenannten Rollback erreichen wollten, also den Einflussbereich des Westens ausdehnen und den der Sowjetunion in Osteuropa zur&uuml;ckdr&auml;ngen wollten. So war dann innerhalb von weniger als f&uuml;nf Jahren aus dem Alliierten im Osten der neue Feind geworden.<\/p><p>Auf &bdquo;Nie wieder Krieg&ldquo; folgte die Periode der Wiederaufr&uuml;stung und der Konfrontation. Das Konzept der &auml;u&szlig;eren Sicherheit war nun bestimmt von<strong> Abschreckung<\/strong>, ein Begriff, der heute wieder genutzt wird. Siehe hier zum Beispiel f&uuml;r die M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz am 17. Februar dieses Jahres 2024:<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-08.png\" alt=\"\"><\/div><p>&bdquo;Abschreckung ist unsere Lebensversicherung&ldquo;, meint unser jetziger Verteidigungsminister. Er ist damit weit entfernt von der Erkenntnis und der Praxis seiner eigenen Partei ein halbes Jahrhundert davor. Damals, 1969 und 1972, waren Verst&auml;ndigung und Zusammenarbeit unsere Lebensversicherung &ndash; jedenfalls hat die Partei des Herrn Pistorius damals damit entscheidende Wahlen gewonnen und auch unsere Welt positiv ver&auml;ndert. <\/p><p>Wir sind zur&uuml;ckgefallen. Wie ich zuvor schon sagte, wir sind wieder bei der Atmosph&auml;re und den Konzepten von 1953 ff angekommen. An der folgenden Meldung der <em>Bild-Zeitung<\/em> &uuml;ber eine &Auml;u&szlig;erung von Pistorius vom 19. Januar dieses Jahres wird das besonders sichtbar:<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-09.png\" alt=\"\"><\/div><p>Aufr&uuml;stung, Abschreckung, Konfrontation, Abgrenzung &ndash; diese Parolen bestimmten die F&uuml;nfzigerjahre und den Beginn der Sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts. <\/p><p>Eine der Folgen der damaligen Konfrontation war am 13. August 1961 der Bau der Mauer in Berlin. <\/p><p>Der Bau der Mauer beschleunigte das Nachdenken &uuml;ber den Sinn und die Zukunftsf&auml;higkeit der Politik der Abschreckung und der Politik der St&auml;rke. <\/p><p>Mit neuen &Uuml;berlegungen zum Verh&auml;ltnis zwischen West und Ost hatte Willy Brandt mit einem kleinen Kreis von Mitstreitern schon Ende der F&uuml;nfzigerjahre begonnen. Brandt war damals Regierender B&uuml;rgermeister von Berlin. Einer seiner Mitstreiter, der sp&auml;tere Chef des Bundeskanzleramts, Horst Grabert, der zu diesem Kreis geh&ouml;rte, hat mir von diesen fr&uuml;hen &Uuml;berlegungen berichtet. <\/p><p>Am 17. Juli 1963 stellten dann Willy Brandt und Egon Bahr bei einer Tagung der Evangelischen Akademie in Tutzing die neue Konzeption zur Diskussion. Die von ihnen propagierte Formel lautete: Wandel durch Ann&auml;herung. &ndash; Der von den meisten politischen Kr&auml;ften im Westen verlangte Wandel der von Kommunisten regierten L&auml;nder im Osten sollte k&uuml;nftig schleichend erreicht werden. Auflockerung und Wandel durch Ann&auml;herung und Zusammenarbeit.<\/p><p>Mit der 1963 erfolgten &ouml;ffentlichen Vorstellung der neuen Konzeption, &ndash; Sicherheit und Frieden zu schaffen nicht durch Abschreckung und Konfrontation, sondern durch Ann&auml;herung und letztlich durch Zusammenarbeit &ndash; war der Durchbruch noch lange nicht geschafft. Die Regierungspolitik wurde damals wesentlich von der Kanzlerpartei CDU\/CSU bestimmt, die in einer Koalition mit der FDP regierte. <\/p><p>Aber diese Koalition zerbrach und es kam 1966 zur ersten Gro&szlig;en Koalition mit dem Schwaben und fr&uuml;heren Nationalsozialisten Kurt Georg Kiesinger (CDU) als Bundeskanzler. Willy Brandt wurde Vizekanzler und Au&szlig;enminister. Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strau&szlig; wurde Finanzminister und Professor Karl Schiller Bundeswirtschaftsminister. <\/p><p>Bei ihm heuerte ich 1968 als Redenschreiber an. Ab dieser Zeit konnte ich aus unmittelbarer N&auml;he beobachten, welche H&ouml;hen und Tiefen die neue Ostpolitik in der Gro&szlig;en Koalition zu bew&auml;ltigen hatte. <\/p><p>Damals wurde &uuml;brigens ein neues, f&uuml;r die schwierige au&szlig;enpolitische Konstellation passendes Wort kreiert: Kambodschieren. Es gab damals n&auml;mlich noch nicht in allen L&auml;ndern Botschafter der DDR. Aber die DDR versuchte, ihr Netz an Auslandsvertretungen auszubauen. Immer dann, wenn ein Land die DDR anerkannte, verlangte der gr&ouml;&szlig;ere Partner in der Bonner Koalition, die CDU\/CSU, den R&uuml;ckzug des westdeutschen Botschafters aus diesem Land. Die SPD wollte diesem Begehren nicht folgen. Da der Disput am Fall Kambodschas besonders heftig aufbrach, nannte man das Verfahren und den Streit darum dann &bdquo;Kambodschieren&ldquo;.<\/p><p>Es konnte so nicht weitergehen. Im Wahlkampf 1969 verst&auml;ndigten sich Willy Brandt und der FDP-Vorsitzende Scheel darauf, nach einem entsprechenden Wahlergebnis bei der Bundestagswahl im Oktober 1969 eine sozialliberale Koalition zu versuchen. <\/p><p>Ein dazu passendes Vorspiel gab es schon bei der Bundespr&auml;sidentenwahl im M&auml;rz 1969. Da wurde n&auml;mlich Gustav Heinemann, der Vorreiter der Politik der Verst&auml;ndigung zwischen West und Ost, zum Bundespr&auml;sidenten gew&auml;hlt.<\/p><p>Der Regierungswechsel klappte. SPD und FDP erreichten zusammen eine knappe Mehrheit der Sitze im Bundestag. In der Regierungserkl&auml;rung des neuen Bundeskanzlers Willy Brandt vom 28. Oktober 1969 tauchte dann die f&uuml;r unser Thema wichtige Formulierung auf: <\/p><p><strong>Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein<\/strong>.<\/p><p>Diese Parole war damit als zweite wichtige Aussage der Entspannungspolitik postuliert worden. Zur Erinnerung beide Parolen zusammengefasst:<\/p><blockquote><p>1963: Wandel durch Ann&auml;herung<\/p><\/blockquote><blockquote><p>1969: Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein<\/p><\/blockquote><p>Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein &ndash; das ist ein Bekenntnis, das wir heute neu ausgraben und wieder beleben sollten: Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein gegen&uuml;ber den Franzosen, gegen&uuml;ber den &Ouml;sterreichern, gegen&uuml;ber den Russen, damals &uuml;brigens auch gegen&uuml;ber den Tschechen und den Polen. Auch sie wurden vor 1969 noch als unsere Feinde betrachtet. <\/p><p>Am 28. Oktober 1969 hat der neue Bundeskanzler Brandt ihnen gegen&uuml;ber erkl&auml;rt, wir wollten ein Volk der guten Nachbarn sein. Das kam, wenn man sich die Geschichte unseres Volkes und unsere schwierigen Nachbarschaften anschaut, einer Revolution gleich. <\/p><p>Das Bekenntnis, ein guter Nachbar sein zu wollen, hatte praktische au&szlig;en- und sicherheitspolitische Konsequenzen. Die Regierung Brandt schloss schon 1970 mit der Sowjetunion den sogenannten Moskauer Vertrag ab, dann anschlie&szlig;end mit Polen den Warschauer Vertrag und mit der Tschechoslowakei den Prager Vertrag. Beim Aushandeln der Vertr&auml;ge spielte Egon Bahr eine gro&szlig;e Rolle. Kernelement dieser Vertr&auml;ge war die gegenseitige Erkl&auml;rung zum Gewaltverzicht.<\/p><p>Willy Brandt hat diese historisch und emotional bedeutende Haltung der deutschen Politik noch mit einer besonderen Geste unterstrichen. Am 7. Dezember 1970 war er zur Unterzeichnung des Warschauer Vertrages in Warschau. Dort kniete er bei einer Kranzniederlegung am Ehrenmal f&uuml;r die Helden des Warschauer Gettos nieder. <\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-10.jpg\" alt=\"\"><\/div><p>Das war eine Geste besonderer Art und jedenfalls von hoher emotionaler Wirkung. Manchen unserer Nachbarn war es n&auml;mlich wirklich nicht leicht gefallen, mit den Deutschen Frieden zu schlie&szlig;en. Willy Brandt hat mit seiner Geste eine Br&uuml;cke gebaut und Vertrauen aufgebaut, von dem wir alle, einschlie&szlig;lich seiner innenpolitischen Gegner, lange gezehrt haben.<\/p><p>Die Verst&auml;ndigung mit fr&uuml;her verfeindeten V&ouml;lkern hatte &uuml;brigens auch praktische Konsequenzen f&uuml;r den Umgang mit Vertretern dieser Nationen. So waren zum Beispiel Vertreter der Sowjetunion im damaligen Bonn ganz selbstverst&auml;ndlich integriert in das gesellschaftliche und politische Geschehen: <\/p><ul>\n<li>Ein sowjetischer Journalist geh&ouml;rte zu unserer Bonn-Venusberger Volleyball-Mannschaft. <\/li>\n<\/ul><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-11.png\" alt=\"\"><\/div><p><small>Willy Brandt im Gespr&auml;ch mit dem russischen Journalisten Gregoriew im Wahlkampf-Sonderzug<\/small><\/p><ul>\n<li>Von ihm, von Herrn Gregoriew, gibt es auch ein Foto im Gespr&auml;ch mit dem damaligen Bundeskanzler im Wahlkampf-Sonderzug. Vermutlich beim erz&auml;hlen von Witzen. Heute w&auml;re das vermutlich undenkbar. Mit Feinden spricht man nicht. Mit Feinden spielt man auch nicht Volleyball. <\/li>\n<li>Ich war nach Bildung der sozialliberalen Koalition Abteilungsleiter &Ouml;ffentlichkeitsarbeit im SPD-Vorstand. Dazu geh&ouml;rte die Betreuung der Umfragen. Das wusste ein Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft. Dieser Legationsrat mit Namen Abraschkin bat mich um regelm&auml;&szlig;ige Treffen, um sich &uuml;ber den Stand der Meinung der Deutschen speziell zur Ostpolitik zu informieren. Selbstverst&auml;ndlich habe ich mich darauf eingelassen.<\/li>\n<\/ul><p>Auch an dieser Nebensache wird sichtbar, wie gut die Zeiten waren und wie schrecklich sich die Dinge ver&auml;ndert haben.<\/p><p>Noch einmal zur&uuml;ck zur au&szlig;enpolitischen Kernaussage der ersten Regierungserkl&auml;rung Willy Brandts im Oktober 1969: &bdquo;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein.&ldquo; Das ist eine ausgesprochen zukunftsweisende Aussage und das Gegenteil der Forderung, wir sollten uns kriegst&uuml;chtig machen.<\/p><p><strong>Wer sich kriegst&uuml;chtig macht, kann kein guter Nachbar sein. Wer sich kriegst&uuml;chtig macht, s&auml;t Misstrauen. Wer sich kriegst&uuml;chtig macht, misstraut.<\/strong><\/p><p>Dahinter steckt ein anderer Geist und deshalb w&auml;re anzuraten, heute eine Grundsatzdebatte dar&uuml;ber zu f&uuml;hren, wie wir mit anderen V&ouml;lkern umgehen wollen. Was ich damit meine, will ich mit einer pers&ouml;nlichen Erfahrung sichtbar machen: Mein Gro&szlig;vater v&auml;terlicherseits war noch der Meinung, dass die Franzosen unertr&auml;gliche Leute seien und dass wir uns deshalb auf den n&auml;chsten Krieg auch gegen diese vorbereiten m&uuml;ssten. Das war 1950. Wir Deutschen im S&uuml;dwesten hatten f&uuml;r unsere Nachbarn, die Franzosen, auch unfreundliche Namen parat. Wir sprachen von den Wackes. <\/p><p>Heute haben wir uns mehrheitlich von solchen Feindschaftsgef&uuml;hlen befreit. Heute lebe ich 14 km von der franz&ouml;sischen Grenze entfernt und wir haben gelernt, dass es zwischen uns keine kriegerischen Auseinandersetzungen mehr geben darf.<\/p><p>Aber &uuml;ber den Umgang mit den Russen reden viele noch so wie 1953 und wie mein Gro&szlig;vater &uuml;ber die Franzosen. Ich verweise auf die Debatten um die Ukraine und den dortigen Krieg. Da sind sie dann wieder, diese finster dreinblickenden Gestalten, die Russen in diesem fremden Land. Das ist verr&uuml;ckt, denn kulturell und historisch verbindet uns sehr viel mit Russland und den Russen, nicht nur mit den Franzosen, nicht nur mit den Italienern, den Ungarn usw., auch mit Russland und den Russen.<\/p><p>Mit dem Sprung zum kriegst&uuml;chtigen Pistorius habe ich einige wichtige Ereignisse und Interpretationen &uuml;bersprungen. Auf das Bekenntnis der guten Nachbarschaft vom Oktober 1969 folgten die schon erw&auml;hnten Vertr&auml;ge mit Moskau, Warschau und Prag. Dann trafen sich 1975 Ost und West auf der Konferenz f&uuml;r Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE). Daraus wurde sp&auml;ter die OSZE. <\/p><p>Es gab immer wieder R&uuml;ckschl&auml;ge: <\/p><ul>\n<li>zum Beispiel schon im August 1968 die milit&auml;rische Intervention der Sowjetunion und anderer Staaten des Warschauer Paktes in Prag, <\/li>\n<li>zum Beispiel die sogenannten SS 20 der Sowjetunion und die Antwort: die Nachr&uuml;stung. <\/li>\n<\/ul><p>Aber insgesamt kamen der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen West und Ost voran. Diese Politik fand dann 1989 mit dem Fall der Mauer und 1990 mit der Charta von Paris einen kr&ouml;nenden Abschluss. <\/p><p>&Uuml;brigens, wenn Sie diesen Ablauf beachten, dann werden sie auch verstehen, warum man es schlicht f&uuml;r Geschichtsf&auml;lschung halten muss, wenn heute immer wieder behauptet wird, der Kalte Krieg sei 1989 mit dem Mauerfall beendet worden. Es gab die erw&auml;hnten R&uuml;ckschl&auml;ge, aber das Verh&auml;ltnis zwischen West und Ost und Ost und West war schon seit Mitte der Sechzigerjahre gelockert und sp&auml;testens 1969 auf Entspannung und Sich-verstehen ausgerichtet.<\/p><p>Noch eine erg&auml;nzende Information zur Charta von Paris, unterzeichnet am 21. November 1990. Die Pr&auml;ambel w&auml;re auch heute noch oder wieder wegweisend:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wir, die Staats- und Regierungschefs der Teilnehmerstaaten der Konferenz &uuml;ber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, sind in einer Zeit tiefgreifenden Wandels und historischer Erwartungen in Paris zusammengetreten. Das Zeitalter der Konfrontation und der Teilung Europas ist zu Ende gegangen. Wir erkl&auml;ren, da&szlig; sich unsere Beziehungen k&uuml;nftig auf Achtung und Zusammenarbeit gr&uuml;nden werden. Europa befreit sich vom Erbe der Vergangenheit. Durch den Mut von M&auml;nnern und Frauen, die Willensst&auml;rke der V&ouml;lker und die Kraft der Ideen der Schlu&szlig;akte von Helsinki bricht in Europa ein neues Zeitalter der Demokratie, des Friedens und der Einheit an.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p><strong>Die treibende Kraft der Entspannungspolitik war in Deutschland und in Europa die Sozialdemokratie. Heute kaum zu glauben. <\/strong><\/p><p>Wie sehr das damals jedenfalls f&uuml;r Deutschland galt, belegt das Berliner Grundsatzprogramm der SPD von 1989. Es ist wegweisend. Es ist so wegweisend und so aktuell, dass die SPD heute davon nichts mehr wissen will.<\/p><p>Die Parteitagsdelegierten der SPD trafen sich am 20. Dezember, also anderthalb Monate nach dem Fall der Mauer in Berlin, zur Verabschiedung dieses neuen Grundsatzprogramms.<strong> <\/strong><\/p><p>Ich war damals Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion und habe zusammen mit Egon Bahr an der Endfassung des Programm-Entwurfs gearbeitet. <\/p><p>Ich zitiere aus diesem Text, <strong>weil er noch heute aktuell ist.<\/strong><\/p><p>Schon die &Uuml;berschrift des einschl&auml;gigen Kapitels weist den Weg: <\/p><p>III. Frieden <strong>in gemeinsamer Sicherheit<\/strong>.<\/p><p>Ich zitiere aus dem Text:<\/p><blockquote>\n<ul>\n<li>Der Krieg darf kein Mittel der Politik sein; &hellip;.<\/li>\n<li>Frieden bedeutet nicht nur das Schweigen der Waffen, Frieden bedeutet auch das Zusammenleben der V&ouml;lker ohne Gewalt, Ausbeutung und Unterdr&uuml;ckung. Friedenspolitik umfasst auch Zusammenarbeit der V&ouml;lker in Fragen der &Ouml;konomie, &Ouml;kologie, Kultur und Menschenrechte.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><p>Und weiter:<\/p><blockquote>\n<ul>\n<li>Ost und West haben den Versuch, Sicherheit gegeneinander zu err&uuml;sten, mit immer mehr Unsicherheit bezahlt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><p>Ein wahres Wort auch f&uuml;r heute. Aber vergessen und verdr&auml;ngt. <\/p><p>Weiter im Text:<\/p><blockquote>\n<ul>\n<li>Kein Land in Europa kann heute sicherer sein als der m&ouml;gliche Gegner. Jeder muss also schon im eigenen Interesse Mitverantwortung &uuml;bernehmen f&uuml;r die Sicherheit des anderen. Darauf beruht das Prinzip gemeinsamer Sicherheit. Es verlangt, dass jede Seite der anderen Existenzberechtigung und Friedensf&auml;higkeit zubilligt.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><p>Wegweisende S&auml;tze sind das. Weiter geht&rsquo;s, aus meiner Sicht besonders wichtig:<\/p><blockquote>\n<ul>\n<li><strong>Unser Ziel ist es, die Milit&auml;rb&uuml;ndnisse durch eine europ&auml;ische Friedensordnung abzul&ouml;sen.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><p>Sie haben richtig geh&ouml;rt: Nicht nur der Warschauer Pakt, auch die NATO soll aufgel&ouml;st und abgel&ouml;st werden. Das ist jedenfalls das Ziel. <\/p><blockquote>\n<ul>\n<li>Der Umbruch in Osteuropa verringert die milit&auml;rische und erh&ouml;ht die politische <strong>Bedeutung der B&uuml;ndnisse<\/strong> und weist ihnen eine neue Funktion zu: <strong>Sie m&uuml;ssen<\/strong>, bei Wahrung der Stabilit&auml;t, <strong>ihre Aufl&ouml;sung und den &Uuml;bergang zu einer europ&auml;ischen Friedensordnung organisieren<\/strong>. <strong>Dies er&ouml;ffnet auch die Perspektive f&uuml;r das Ende der Stationierung amerikanischer und sowjetischer Streitkr&auml;fte au&szlig;erhalb ihrer Territorien in Europa.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><p>Das ist eine zentrale Forderung und w&auml;re auch heute wichtig. Damals, im Dezember 1989, hatte die SPD den Mut, das Ende der Stationierung amerikanischer Truppen in Deutschland und Europa als etwas Erstrebenswertes zu fordern. Heute w&uuml;rden die Regierenden so etwas nicht zu denken wagen. <\/p><p>Dann hei&szlig;t es weiter zu Europa: <\/p><blockquote>\n<ul>\n<li>Die europ&auml;ische Gemeinschaft soll durch eine gemeinsame Au&szlig;enpolitik dem Frieden dienen, ihren V&ouml;lkern in internationalen Beziehungen mehr Gewicht verleihen und der Konfrontation der Weltm&auml;chte entgegenwirken. <strong>Die historische Perspektive der EG liegt nicht darin, eine eigene Vormachtrolle zu &uuml;bernehmen. Statt in milit&auml;rischer St&auml;rke findet sie ihre Identit&auml;t als weltweit gefragter Partner f&uuml;r Handel und Industrie, f&uuml;r Technik und Wissenschaft, f&uuml;r eine intakte Umwelt und eine dauerhafte Entwicklung der Dritten Welt.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote><p>So und &auml;hnlich geht es weiter. Heute haben Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Anlass genug, sich daf&uuml;r zu sch&auml;men, dass die eigene Partei ihre eigenen Erkenntnisse und Willenserkl&auml;rungen seit 1990 so au&szlig;er Acht gelassen hat. Verraten &ndash; k&ouml;nnte man ohne b&ouml;sen Willen und &Uuml;bertreibung sagen.<\/p><p>Im Berliner Grundsatzprogramm der Sozialdemokraten ist vom <strong>Ende der Bl&ouml;cke<\/strong> die Rede. Das ist aus meiner Sicht eine zentrale Forderung, eine Forderung, die ganz und gar nicht ernst genommen wurde:<\/p><p>Der Warschauer Pakt wurde aufgel&ouml;st. Bei der NATO geschah das Gegenteil. Sie hat neue Mitglieder aufgenommen und wurde nach Osten ausgedehnt.<\/p><p>In Russland war das Jahrzehnt nach 1989 von bemerkenswerten und teilweise schlimmen Umw&auml;lzungen gepr&auml;gt. Das Land wurde ausgepl&uuml;ndert &ndash; im Zusammenwirken von russischen Oligarchen und westlichen Interessen. <\/p><p>F&uuml;r diese Pl&uuml;nderung steht auf russischer Seite der Name Jelzin. Sp&auml;ter kam der vergleichsweise junge Wladimir Putin aus Sankt Petersburg ins Spiel &ndash; aus russischer Sicht durchaus als Retter vor dem totalen Ausverkauf. <strong>Und &uuml;brigens wurde er auch auf westlicher Seite, speziell auf deutscher Seite, als Person und Politiker betrachtet, mit dem man gerne und produktiv umgehen kann.<\/strong><\/p><p>Hier sehen Sie einen Blick in das Plenum des Deutschen Bundestags. Wladimir Putin am Rednerpult: <\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-12.png\" alt=\"\"><\/div><p>Das Plenum bedankt sich mit Applaus. Stehend. Ein Blick auf die CDU\/CSU-Fraktion zeigt vorn rechts Angela Merkel und den CSU-Politiker Waigel. In der Mitte unten den CDU-Verteidigungspolitiker R&uuml;he. Vereint im Applaus f&uuml;r Wladimir Putin!<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-13.png\" alt=\"\"><\/div><p>Aufgenommen am 25. September 2001, also gut zehn Jahre nach dem Mauerfall und einige Zeit nach dem Beginn der Ausdehnung der NATO in Richtung der Grenzen Russlands. <\/p><p>Wladimir Putin hat eine insgesamt freundliche Rede gehalten, sie enthielt das Angebot zur &bdquo;Zusammenarbeit von Wladiwostok bis Lissabon&ldquo;. Er hat in seiner Rede und mit seinen Angeboten erkennbar ignoriert, dass die ausgestreckte Hand des Westens inzwischen zur&uuml;ckgezogen war. Die NATO-Osterweiterung lief ja schon einige Zeit. Polen, Tschechien und Ungarn waren 1999 beigetreten.<\/p><p>Hier ist noch ein Foto von der Regierungsbank w&auml;hrend der Rede Putins, ein vielsagendes Foto: <\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-14.png\" alt=\"\"><\/div><p>Die Mitglieder der Bundesregierung, namentlich Au&szlig;enminister Joschka Fischer, die Justizministerin Herta D&auml;ubler-Gmelin und Innenminister Schily, machen betretene Gesichter. Sie haben vermutlich im Hinterkopf, was der Spitze ihrer Regierung, n&auml;mlich Bundeskanzler Gerhard Schr&ouml;der und Vizekanzler Joschka Fischer, bei ihrem Antrittsbesuch in Washington schon im Oktober 1998 klargemacht worden war: <\/p><p><strong>Aus dem gro&szlig;en Br&uuml;ckenschlag von Lissabon nach Wladiwostok wird nichts werden, weil die USA das nicht wollen. &Uuml;brigens:<\/strong> <strong>Das ist das Kernproblem unserer Sicherheitspolitik, mit dem wir uns bis heute herumschlagen.<\/strong><\/p><p>Wladimir Putin wollte das damals offensichtlich nicht wahrhaben. Er war auf Verst&auml;ndigung getrimmt. Umso tiefer dann die Entt&auml;uschung und entsprechend bittere &Auml;u&szlig;erungen Putins bei der M&uuml;nchner Sicherheitskonferenz im Jahre 2007.<\/p><p><strong>Da war der gro&szlig;e Traum geplatzt. Seitdem wird auf westlicher Seite das Putin-Bild schwarz gemalt. Seitdem hei&szlig;t es: &bdquo;Aber der Putin&ldquo;. Statt Br&uuml;ckenbau und Zusammenarbeit hei&szlig;t es: Wir m&uuml;ssen kriegst&uuml;chtig werden.<\/strong><\/p><p>Die uns begleitende Propaganda hat daf&uuml;r gesorgt, dass die Mehrheit der Menschen und der Eliten den historischen Ablauf der Beziehungen von Russland und Deutschland nicht so sieht, wie es gewesen ist. Schuld sind wie immer die Russen. Sie sind auch alleine schuld am Ukraine-Krieg und den dortigen Schwierigkeiten.<\/p><p><strong>Dass die Schuldzuweisung so funktionieren kann, ist der ausgekl&uuml;gelten und professionell angelegten Propaganda zu verdanken. Das f&auml;ngt schon an mit der Wortwahl: Es hei&szlig;t nicht &bdquo;der Krieg Russlands gegen die Ukraine&ldquo;. Es hei&szlig;t Russlands &bdquo;Angriffskrieg&ldquo;. Dieser die Schuld eindeutig zuweisende Begriff wird penetrant gebraucht &ndash; der Angriffskrieg Russlands, der Angriffskrieg Putins, der Angriffskrieg Russlands &hellip; .<\/strong><\/p><p>&Uuml;brigens geh&ouml;rt auch die penetrante Personalisierung erkennbar zu den Propagandamethoden. &bdquo;Aber der Putin!&ldquo; Dieser Sto&szlig;seufzer sorgt f&uuml;r eine klare Schuldzuweisung.<\/p><p>Alles St&ouml;rende wird weggelassen und verschwiegen, so zum Beispiel die vor dem sogenannten Angriffskrieg stattgefundenen st&auml;ndigen Angriffe auf die mehrheitlich russischst&auml;mmige Bev&ouml;lkerung in der Ostukraine von Seiten des ukrainischen Milit&auml;rs. Zum Beispiel die 5 Milliarden $, die die USA zur innenpolitischen Umwandlung in die Ukraine gepumpt haben. 5 Milliarden! Das ist ein Riesenbetrag. Und das waren keine Investitionen in Infrastruktur und Industrie. Damit wurden Nicht-Regierungsorganisationen und andere Mittel der Propaganda finanziert. Zum Beispiel auch das Geschehen auf dem Maidan. Damals ist die gesamte westliche Welt von den eigenen Eliten perfekt an der Nase herumgef&uuml;hrt worden. Ich &uuml;brigens auch.<\/p><p><strong>Wie ist die Abkehr von der Entspannungspolitik geschafft worden?<\/strong><\/p><p>Durch massiven Einfluss der interessierten Kreise, also der USA und der R&uuml;stungswirtschaft, auf Medien und auf Parteien. <\/p><p>Die &bdquo;Anstalt des ZDF&ldquo; brachte am 29.4.2014 die beiden hier wiedergegebenen Tafelnummern mit der Zuordnung bedeutender deutscher Journalisten zu atlantischen Interessen und Netzwerken. Transatlantische Swingerclubs, wie Max Uthoff meinte. (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1LONPFtP1GY\">Hier ist der einschl&auml;gige Ausschnitt.<\/a>)<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-15.png\" alt=\"\"><\/div><p>Und hier noch eine Szene mit direktem Bezug auf Putin:<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240429-krieg-16.png\" alt=\"\"><\/div><p>Bei den<strong> Medien insgesamt<\/strong> ist die entspannungsfeindliche Linie offensichtlich systematisch verankert worden. <em>Spiegel<\/em>, <em>Zeit<\/em>, <em>S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/em> &ndash; allesamt Medien, die mit der Entspannungspolitik der Sechziger und Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts eng verwoben waren, wurden gekippt. <\/p><p>Atlantiker, NATO und die USA haben ihren Einfluss auf einzelne Personen ausgebaut. Sie nutzen dazu auch Einrichtungen wie das World Economic Forum von Davos und dessen Programme, zum Beispiel das <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/\"><\/a>Young Leaders-Programm. Dieser Organisation verdankt Annalena Baerbock vermutlich ihre rauschende Karriere.<\/p><p>Weitere wichtige Personen waren und sind Joschka Fischer, Ralf F&uuml;cks von den Gr&uuml;nen, Marieluise Beck, der Gr&uuml;nen-Europa-Abgeordnete B&uuml;tikofer, Friedrich Merz, der CDU-Abgeordnete Norbert R&ouml;ttgen zum Beispiel, und an herausragender Stelle Ursula von der Leyen. Wie ist sie eigentlich zu ihrem bedeutenden Job als Chefin der Europ&auml;ischen Kommission gekommen? Mit hoher Wahrscheinlichkeit mithilfe der USA gedeichselt. F&uuml;r uns, f&uuml;r die &Ouml;ffentlichkeit kam sie wie Zieten aus dem Busch. Aber das war vermutlich ganz und gar nicht so. <\/p><p>Das mir gestellte Thema<\/p><blockquote><p>Von Nie wieder Krieg zu Kriegst&uuml;chtigkeit<\/p><\/blockquote><p>hat einen Untertitel: <\/p><blockquote><p>Wie bleiben wir selbstst&auml;ndig denkende Menschen?<\/p><\/blockquote><p><strong>Wie bleiben wir selbstst&auml;ndig denkende Menschen? Indem wir lernen, wie wir manipuliert werden.<\/strong><\/p><ul>\n<li>Zum Beispiel, wie aus dem vom Deutschen Bundestag gefeierten Putin ein &bdquo;Despot&ldquo; gemacht worden ist, wie es in der zuvor gezeigten <em>Bild-Zeitung<\/em> vom Dienstag dieser Woche hie&szlig; und uns auch auf andere Weise millionenfach eingetrichtert wird.<\/li>\n<li>Zum Beispiel, wie wir mit der Verharmlosung von Kriegen manipuliert werden. Wir sollten kriegst&uuml;chtig werden, diese Formulierung dient der Verharmlosung von Kriegen.<\/li>\n<li>Zum Beispiel, indem wir wahrnehmen, dass uns die entsetzlichen Folgen von Kriegen verschwiegen werden.<\/li>\n<li>Zum Beispiel mit der Personalisierung von Konflikten.<\/li>\n<li>Zum Beispiel mit dem systematischen Feindbildaufbau, zum Beispiel, wie Russen und Russland systematisch als bedrohlich dargestellt werden.<\/li>\n<\/ul><p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=64771\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/220509-buchvorstellung.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/p><p>In meinem letzten Buch mit dem Titel &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=64771\">Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst<\/a>&ldquo; habe ich 19 Methoden der Manipulation beschrieben und an vielen F&auml;llen praktischer Manipulation gezeigt, wie das geschieht. Das war mein Beitrag zur Aufkl&auml;rung &ndash; neben der t&auml;glichen Arbeit f&uuml;r die NachDenkSeiten.<\/p><p><em>Leserbriefe zu diesem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114847\">finden Sie hier<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war das Thema, &uuml;ber das ich am vergangenen Freitag auf Einladung eines politisch aktiven Freundeskreises in einem Wirtshaussaal in Anger, eines Ortes zwischen Chiemsee und Salzburg, gesprochen habe. In diesem Text wird der Bogen von der Debatte zur Wiederbewaffnung in den Vierziger\/F&uuml;nfziger Jahren des letzten Jahrhunderts &uuml;ber die Phase der Entspannungs- und Friedenspolitik bis<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114529\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":114530,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,172,123,11,211],"tags":[2035,3293,2134,329,3180,2013,3260,1339,2301,893,466,397,1257,3333,915,259,2147,1338,260,2633,966],"class_list":["post-114529","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-aufruestung","category-kampagnentarnworteneusprech","category-strategien-der-meinungsmache","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-abschreckungsstrategie","tag-bellizismus","tag-berliner-programm","tag-brandt-willy","tag-charta-von-paris","tag-entspannungspolitik","tag-feindbild","tag-heinemann-gustav","tag-konfrontationspolitik","tag-militarisierung","tag-nato","tag-ostpolitik","tag-pazifismus","tag-pistorius-boris","tag-putin-wladimir","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-transatlantiker","tag-ukraine","tag-warschauer-vertrag","tag-weltkrieg"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/240429-krieg.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=114529"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114529\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":114881,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114529\/revisions\/114881"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/114530"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=114529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=114529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=114529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}