{"id":11454,"date":"2011-11-29T09:21:21","date_gmt":"2011-11-29T08:21:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11454"},"modified":"2014-12-21T15:52:57","modified_gmt":"2014-12-21T14:52:57","slug":"welche-verantwortung-kommt-der-lohnpolitik-bei-der-losung-der-euro-krise-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11454","title":{"rendered":"Welche Verantwortung kommt der Lohnpolitik bei der L\u00f6sung der Euro-Krise zu?"},"content":{"rendered":"<p>Beitrag f&uuml;r die Nachdenkseiten von Friederike Spiecker<\/p><p>Die Eurokrise spitzt sich von Woche zu Woche zu und droht, die ersten konjunkturellen Schw&auml;cheanzeichen in einen klaren Abw&auml;rtstrend der Realwirtschaft zu verwandeln, der mutma&szlig;lich ein noch gravierenderes Ausma&szlig; als bei der Lehmann-Pleite annehmen d&uuml;rfte. Wie sollen sich die deutschen Gewerkschaften, allen voran die IG Metall als eine der f&uuml;hrenden Arbeitnehmerorganisationen, in der n&auml;chsten Lohnrunde angesichts dieser Ausgangslage positionieren? Sollen sie in ihre Lohnforderungen die drohende negative Entwicklung der Konjunktur vorausschauend einbeziehen und sich damit die Fr&uuml;chte des bisherigen Aufschwungs entgehen lassen? M&uuml;ssen sie also auf den Verlauf der Eurokrise &bdquo;flexibel&ldquo; reagieren? Oder k&ouml;nnen sie aktiv auf deren Verlauf Einfluss nehmen, sie also entsch&auml;rfen helfen und, wenn ja, wie k&ouml;nnte das konkret gehen?<br>\n<!--more--><\/p><p><em>R&uuml;ckblick<\/em><\/p><p>Ein Blick zur&uuml;ck hilft, das Dilemma, vor dem die deutschen Gewerkschaften derzeit stehen, besser zu begreifen. Was ist in den letzten zehn Jahren von ihrer Lohnpolitik bei den Besch&auml;ftigten angekommen? Die IG Metall etwa erzielte zwischen 2000 und 2010 f&uuml;r die Besch&auml;ftigten in der Metall- und Elektroindustrie einen Anstieg der durchschnittlichen Nettorealeinkommen von 3,5%. Das kann sich sehen lassen vor dem Hintergrund insgesamt stagnierender bis r&uuml;ckl&auml;ufiger Realeinkommen der Arbeitnehmer in der Gesamtwirtschaft. Doch konnte in der Nominallohnentwicklung der sogenannte verteilungsneutrale Spielraum, also die Summe aus gesamtwirtschaftlicher Produktivit&auml;tssteigerung und der 2%-Zielinflationsrate der Europ&auml;ischen Zentralbank (EZB), in dem genannten Zeitraum auch von dieser relativ starken Gewerkschaft nicht ausgesch&ouml;pft werden: Bei den tariflichen Stundenl&ouml;hnen in der Metall- und Elektroindustrie ergab sich zwischen 2000 und 2010 immerhin ein Plus von 32,5%, bei den effektiven Stundenl&ouml;hnen jedoch nur eines von 19,2%. Dem gegen&uuml;ber standen ein gesamtwirtschaftlicher Produktivit&auml;tszuwachs von knapp 12,6% und eine Zielinflation von 21,9%. Zusammenaddiert h&auml;tte letzteres eine Steigerung des nominalen Stundenlohns von durchschnittlich 34,5% gerechtfertigt, also gut 15 Prozentpunkte mehr, als effektiv erreicht wurden.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] In den meisten anderen Branchen entwickelten sich die Arbeitseinkommen der Besch&auml;ftigten noch wesentlich schlechter.<\/p><p>Nun betrug die tats&auml;chliche Preissteigerung zwischen 2000 und 2010 gemessen an den Verbraucherpreisen nur 16,7%, und gemessen am Deflator des Bruttoinlandsprodukts mit 11,2% wich sie sogar um knapp die H&auml;lfte von der 21,9%-EZB-Zielvorgabe nach unten ab.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>] Das hat dazu gef&uuml;hrt, dass die effektiven Realeinkommen in der Metall- und Elektroindustrie trotz der insgesamt bescheidenen nominalen Entwicklung immerhin stiegen. Mit der gesamtwirtschaftlichen Produktivit&auml;tszunahme konnten sie aber bei weitem nicht Schritt halten. Dass es in anderen Branchen noch schlechter lief, zeigt, mit welchem Umverteilungsdruck weg vom Faktor Arbeit hin zum Faktor Kapital die Gewerkschaften zu k&auml;mpfen haben und dass sich die IG Metall hier noch relativ tapfer geschlagen hat. Die Analyse weiter unten zeigt allerdings auch, dass das massive Zur&uuml;ckbleiben der gesamtwirtschaftlichen Preissteigerungsrate hinter der EZB-Zielvorgabe den Sprengstoff f&uuml;r die Europ&auml;ische W&auml;hrungsunion (EWU) liefert und insofern den langfristigen Interessen der deutschen Arbeitnehmer vollkommen zuwider l&auml;uft.<\/p><p>Wie war die Abweichung der Effektivverdienste (19,2%) vom verteilungsneutralen Spielraum (34,5%) m&ouml;glich? Mit der von den Arbeitgebern eingeforderten Lohnmoderation unter dem Stichwort &bdquo;Produktivit&auml;t f&uuml;r Besch&auml;ftigung reservieren&ldquo;, mit massiver politischer Einflussnahme auf die Tarifautonomie in der vergangenen Dekade, mit der nicht zuletzt dadurch erzeugten Erosion des Fl&auml;chentarifvertragssystems sowie mit dem politisch gewollten Aufbau eines Niedriglohnsektors wurde die sogenannte Flexibilisierung des Arbeitsmarktes erzwungen. Die Gewerkschaften standen durch die seit &uuml;ber 15 Jahren vehement vorgetragenen Forderungen von Unternehmerseite, Wirtschaftspolitikern und vor allem auch von Wirtschaftswissenschaftlern, assistiert von zum Teil willf&auml;hrigen Medien, unter gewaltigem Druck. Besonders verheerend wirkten die Hartz-IV-Gesetzgebung und das Fehlen eines fl&auml;chendeckenden Mindestlohns, weil beides die Standhaftigkeit der Arbeitnehmer, sich nicht gegeneinander ausspielen und in Grund und Boden konkurrieren zu lassen, sondern f&uuml;r eine volle Beteiligung am Produktivit&auml;tszuwachs zu k&auml;mpfen, brach und die Ausdehnung des Niedriglohnsektors bef&ouml;rderte.<\/p><p>Vor diesem politischen Hintergrund hat in den vergangenen zehn Jahren eine in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellose Verrohung des Arbeitsmarktes eingesetzt, begleitet vom Niedergang der entsprechenden Arbeitseinkommen. So sank das reale Nettoerwerbseinkommen der am wenigsten verdienenden 10% der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten laut einer Untersuchung des Sozio&ouml;konomischen Panels zwischen 2000 und 2010 um &uuml;ber 20%.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Parallel zur stagnierenden Einkommensentwicklung der arbeitenden Bev&ouml;lkerung lahmte im gleichen Zeitraum der private Verbrauch in Deutschland (vgl. Grafik 1). <\/p><p>Durchschnittlich trug er zum Wachstum der Wirtschaft insgesamt nur ein Viertel bei, obwohl er mit einem Anteil von &uuml;ber 55% an der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage das gr&ouml;&szlig;te Nachfrageaggregat der Volkswirtschaft darstellt, wie das &uuml;brigens in jeder Gesellschaft normal ist, die die Sklaverei abgeschafft hat. Die deutsche Konsumschw&auml;che ist sowohl im historischen als auch im Vergleich zu unseren europ&auml;ischen Nachbarn eklatant und kann &ndash; entgegen aller anders lautenden Beteuerungen vieler Experten &ndash; keineswegs als &uuml;berwunden gelten.<\/p><p>Vorgebliches Ziel des politisch erzeugten Drucks auf L&ouml;hne und Tarifsystem in Deutschland war es, die Arbeitslosigkeit in Deutschland durch eine Verbesserung der internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit Deutschlands zu senken. Wie man an den deutschen Au&szlig;enhandels&uuml;bersch&uuml;ssen ablesen kann, ist die Steigerung der internationalen Wettbewerbsf&auml;higkeit eindrucksvoll gelungen: Die Nettoexporte (&Uuml;berschuss der Exporte &uuml;ber die Importe) waren niemals zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland so hoch wie in den letzten f&uuml;nf Jahren: In der Spitze reichten sie an 8% der deutschen Wirtschaftskraft (vgl. Grafik 2).<\/p><p>Grafik 1<br>\n<a href=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik1_large.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik1.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p><p>Grafik 2<br>\n<a href=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik2_large.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik2.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p><p><em>Was bedeutet internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit?<\/em><\/p><p>Doch woran l&auml;sst sich die internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit eines Landes sonst noch festmachen als am Au&szlig;enhandelsergebnis? Um es auf einen einfachen Nenner zu bringen: Wettbewerbsf&auml;hig ist, wer unter Ber&uuml;cksichtigung der Qualit&auml;t preiswerter als die Konkurrenz anbieten kann. Das bedeutet auf der Ebene ganzer L&auml;nder &ndash; und um die ging es in der Argumentation mit Deutschlands Arbeitslosigkeit und geht es jetzt in der Eurokrise genau so wieder &ndash;, dass es auf den Vergleich der <em>gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten-Niveaus von Handelspartnerl&auml;ndern<\/em> ankommt. Je nachdem, ob die Handelspartnerl&auml;nder verschiedene W&auml;hrungen haben oder ob sie ein und demselben W&auml;hrungsraum angeh&ouml;ren, spielen dar&uuml;ber hinaus auch noch Wechselkurse eine Rolle. Warum sind aber gerade die gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten der zentrale Ma&szlig;stab f&uuml;r Wettbewerbsf&auml;higkeit?<\/p><p>In Marktwirtschaften mit einigerma&szlig;en funktionierendem Wettbewerb spiegelt die Preisentwicklung die Entwicklung der Produktionskosten wider. Gesamtwirtschaftlich, d.h. &uuml;ber alle Produktions- und Vorleistungsstufen hinweg betrachtet, bestehen die Produktionskosten eines Landes aus den gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten. (Nur die Preise importierter Vorleistungen wie Rohstoffe flie&szlig;en als eigenst&auml;ndige Gr&ouml;&szlig;e in die gesamtwirtschaftlichen Produktionskosten und damit in das gesamtwirtschaftliche Preisniveau ein.) Denn einerseits beruhen alle in der Produktion verwendeten Vorleistungen letzten Endes auf Arbeit, also etwa auch die Kosten f&uuml;r das Sachkapital, das eine Form &bdquo;vorgetaner&ldquo;  Arbeit darstellt. Andererseits tragen alle Branchen &ndash; vom privaten Dienstleister bis hin zur &ouml;ffentlichen Infrastruktur &ndash; auf die eine oder andere Weise zum Angebotspreis der Exporteure bei. Mit anderen Worten: Ein internationaler Vergleich nur der industriellen Lohnst&uuml;ckkosten griffe zu kurz. Erst recht verbietet sich ein reiner Stundenlohnvergleich, weil ein Kostenvergleich in Hinblick auf die Angebotspreise, mit denen Konkurrenten gegeneinander antreten, ohne Ber&uuml;cksichtigung der Produktivit&auml;t in die Irre f&uuml;hrt.<\/p><p>Dieses Verst&auml;ndnis der &uuml;berragenden Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten f&uuml;r die Entwicklung des deutschen Preisniveaus und damit der Wettbewerbsf&auml;higkeit ist zentral f&uuml;r die Argumentation der Gewerkschaften. Wer sich mit (falschen) Behauptungen wie der, die Lohnkosten seien nur ein zwar f&uuml;hlbarer, aber begrenzter Teil der unternehmerischen Kosten, oder der, Deutschlands hohe Stundenl&ouml;hne seien per se ein Ausweis mangelnder Wettbewerbsf&auml;higkeit, abspeisen l&auml;sst, hat den notwendigen &Uuml;bergang vom einzelwirtschaftlichen zum gesamtwirtschaftlichen Denken verpasst und kann keine schl&uuml;ssige Argumentation f&uuml;r eine tragf&auml;hige Lohnpolitik aufbauen.<\/p><p><em>Der Preis Deutschlands f&uuml;r den Gewinn an internationaler Wettbewerbsf&auml;higkeit<\/em><\/p><p>Wie steht Deutschland nun also gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten gegen&uuml;ber seinen Konkurrenten da? Hervorragend, m&ouml;chte man meinen (s. Grafik 3). Der Abstand der gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten ist seit Einf&uuml;hrung des Euro gegen&uuml;ber S&uuml;deuropa auf 25% gestiegen, d.h. deutsche Waren k&ouml;nnen heute im Vergleich zu 1999 im Durchschnitt um ein Viertel preiswerter angeboten werden als s&uuml;deurop&auml;ische &ndash; ein nahezu uneinholbarer Wettbewerbsvorteil Deutschlands gegen&uuml;ber S&uuml;deuropa auf allen internationalen M&auml;rkten. Auch gegen&uuml;ber Frankreich hat sich eine erhebliche Wettbewerbsl&uuml;cke (ca. 20 %) aufgetan, was das in Grafik 2 abzulesende kr&auml;ftige Handelsdefizit unseres Nachbarlandes erkl&auml;rt.<\/p><p>Grafik 3<br>\n<a href=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik3_large.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik3.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p><p>Doch der Preis f&uuml;r diese Entwicklung besteht nicht nur in der oben bereits beschriebenen Knebelung der binnenwirtschaftlichen Nachfrage mit all ihren negativen Folgen f&uuml;r die Arbeitspl&auml;tze, die auf eine florierende Binnenwirtschaft angewiesen sind. Er ist nun vor allem in Form der Eurokrise zu bezahlen. Eine vorurteilslose Analyse der Eurokrise kommt n&auml;mlich zu dem Schluss, dass die Spannungen auf den Kapitalm&auml;rkten nicht in erster Linie und urs&auml;chlich auf der Staatsverschuldung der EWU-Krisenl&auml;nder, sondern auf deren <em>Auslands<\/em>verschuldung (das sind &ouml;ffentliche und <em>private<\/em> Schulden eines Landes im Ausland) beruhen, die ihrerseits eindeutig auf die mangelnde internationale Wettbewerbsf&auml;higkeit dieser L&auml;nder zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist: Die s&uuml;deurop&auml;ischen Anbieter sind schlicht zu teuer, um beim internationalen Handel mithalten zu k&ouml;nnen. Daher wird in S&uuml;deuropa seit Jahren mehr im Ausland eingekauft, als nach dort verkauft. (Das wirkt selbstverst&auml;ndlich auch auf die Einnahmenseite der &ouml;ffentlichen Hand in diesen Staaten negativ zur&uuml;ck und erh&ouml;ht via schlechter Arbeitsmarktsituation die &ouml;ffentlichen Ausgaben, woraus automatisch und ohne Extra-Schlendrian &ouml;ffentliche Verschuldung entsteht.)<\/p><p>In den EWU-Krisenl&auml;ndern sind die gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten seit 1999 schneller gestiegen als in den Euro-Partnerl&auml;ndern, die in den letzten zehn Jahren Handels&uuml;bersch&uuml;sse &ndash; noch dazu steigende &ndash; erzielten. Gro&szlig;e und anhaltende Handelsungleichgewichte, d.h. Handelsdefizite und Handels&uuml;bersch&uuml;sse, sind jedoch eine eindeutige wirtschaftliche Fehlentwicklung: Die zunehmende Verschuldung der einen im Ausland und der spiegelbildlich wachsende Verm&ouml;gensaufbau der anderen im Ausland k&ouml;nnen n&auml;mlich nicht beliebig fortgesetzt werden, weil die Schuldner &uuml;ber kurz oder lang an die Grenze ihrer Zahlungsf&auml;higkeit gelangen. Vor Einf&uuml;hrung des Euro stand f&uuml;r solche Fehlentwicklungen das Wechselkursventil innerhalb des Europ&auml;ischen W&auml;hrungssystems (EWS) zur Verf&uuml;gung, das durch Abwertung der W&auml;hrung der im Ausland verschuldeten L&auml;nder gegen&uuml;ber den Gl&auml;ubigerstaaten die Wettbewerbsl&uuml;cke wieder schloss. Auf diese Weise wurden die unterschiedlichen Kostenniveaus angeglichen, so dass wieder Handel &bdquo;auf Augenh&ouml;he&ldquo; miteinander getrieben werden konnte.<\/p><p>Das Wechselkursventil gibt es innerhalb der EWU nicht mehr. Deshalb kann die Wettbewerbsl&uuml;cke jetzt nur noch auf dem Weg geschlossen werden, wie sie entstanden ist: durch eine gegenl&auml;ufige Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lohnst&uuml;ckkosten in Schuldner- und Gl&auml;ubigerstaaten. Ohne ein Schlie&szlig;en der Wettbewerbsl&uuml;cke ist eine L&ouml;sung der Euro-Krise unm&ouml;glich. Die Position der deutschen Exportindustrie, die &Uuml;berlegenheit in Sachen Wettbewerbsf&auml;higkeit &uuml;ber die Unternehmen der Euro-Partnerl&auml;nder aufrecht erhalten zu wollen (d.h. sich einer Schlie&szlig;ung der Wettbewerbsl&uuml;cke zu widersetzen) und gleichzeitig die Konsumenten in den Euro-Partnerl&auml;ndern einschlie&szlig;lich deren &ouml;ffentlicher Hand als solvente Abnehmer deutscher Waren zu behalten, ist in sich unlogisch und daher zwangsl&auml;ufig zum Scheitern verurteilt. Dass die Idee der dauerhaften Sicherung von Wettbewerbsvorteilen durch eine gemeinsame W&auml;hrung wohl der Hauptgrund daf&uuml;r war, dass sich viele deutsche Unternehmer f&uuml;r die Einf&uuml;hrung des Euro aussprachen und jetzt f&uuml;r dessen Rettung pl&auml;dieren, &auml;ndert an der mangelnden Logik dieser Position nichts.<\/p><p>Ein Schlie&szlig;en der Wettbewerbsl&uuml;cke erfordert, dass die Lohnst&uuml;ckkosten und damit das Preisniveau in den &Uuml;berschussl&auml;ndern, allen voran in Deutschland, schneller steigen m&uuml;ssen als in den Defizitl&auml;ndern. Gleichzeitig darf dies nicht dadurch zu erreichen versucht werden, dass die Defizitl&auml;nder ihr Preisniveau absolut senken. Denn das treibt diese L&auml;nder unweigerlich in eine Deflations-Depressionsspirale, die angesichts der Gr&ouml;&szlig;e der betroffenen L&auml;nder wirtschaftlich nicht durch Nachfrageimpulse aus dem Ausland zu stoppen w&auml;re. Die Dimension entsprechend notwendiger Marshallpl&auml;ne w&uuml;rde jede Regierung der Gl&auml;ubigerl&auml;nder politisch &uuml;berfordern. Von den politischen Folgen einer Depression in den Krisenl&auml;ndern selbst ganz zu schweigen.<\/p><p>Was kann und muss die Lohnpolitik gegen die Eurokrise unternehmen?<\/p><p>F&uuml;r die deutsche (Lohn-)Politik ist die mit Abstand wichtigste Aufgabe das Zur&uuml;ckdr&auml;ngen des Niedriglohnsektors &ndash; seine Schaffung ist das Grund&uuml;bel der Fehlentwicklungen der vergangen Jahre. Vom fl&auml;chendeckenden Mindestlohn &uuml;ber das Zur&uuml;ckdr&auml;ngen von Zeit- und Leiharbeit bis hin zu Allgemeinverbindlichkeitserkl&auml;rungen von Tarifvertr&auml;gen gibt es ein breites Spektrum der Verbesserungsm&ouml;glichkeiten. Der Einwand, die Politik d&uuml;rfe sich mit R&uuml;cksicht auf die Tarifautonomie nicht in das Lohnthema einmischen, f&uuml;hrt in die Irre. Denn mit dem gleichen Argument h&auml;tte es die massive politische Unterst&uuml;tzung etwa f&uuml;r die Aufweichung des Fl&auml;chentarifvertrags oder die Bek&auml;mpfung von Mindestl&ouml;hnen niemals geben d&uuml;rfen. Es hat sie aber gegeben und es ist nun an der Zeit, dass die Politik ihre Fehler auf diesem Gebiet korrigiert und endlich die Weichen so stellt, dass den Gewerkschaften wieder der R&uuml;cken gest&auml;rkt wird. Ohne diesen institutionellen wie politisch-atmosph&auml;rischen R&uuml;ckenwind k&ouml;nnen die Gewerkschaften ihrer Verantwortung in der Euro-Krise nicht gerecht werden.<\/p><p>Ferner erfordert ein positives Krisenmanagement, dass die deutsche Lohnpolitik nicht nur auf den Pfad der streng an der gesamtwirtschaftlichen Produktivit&auml;tssteigerung plus der 2%-Zielinflationsrate orientierten Entwicklung der nominalen Stundenl&ouml;hne zur&uuml;ckkehrt, sondern ungef&auml;hr zehn Jahre lang oberhalb dieses Pfades verl&auml;uft, also im Durchschnitt gut 4 &frac12; % j&auml;hrliche effektive (!) nominale Lohnsteigerungen realisiert (s. Grafik 4).[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>] Ohne ein solches dosiertes Abweichen der deutschen Lohnst&uuml;ckkostenentwicklung von der 2%-Zielinflationsrate der EZB w&uuml;rde der Angleichungsprozess der Preisniveaus innerhalb der EWU n&auml;mlich zu lang dauern, wenn die Krisenl&auml;nder eine deflation&auml;re Ann&auml;herung an das deutsche Preisniveau vermeiden wollen. Es ist kaum anzunehmen, dass eine auf 20 und mehr Jahre angelegte Anpassung mit hinreichender Glaubw&uuml;rdigkeit angek&uuml;ndigt werden k&ouml;nnte, so dass eine Beruhigung auf den Kapitalm&auml;rkten eintr&auml;te. Schon die hier vorgeschlagene Zehn-Jahresstrategie stellt eine Herausforderung dar, nicht zuletzt weil zwischenzeitlich die akuten Finanzierungsprobleme der Krisenstaaten durch die EZB und die Fiskalpolitik der Gl&auml;ubigerstaaten &uuml;berbr&uuml;ckt werden m&uuml;ssen.<\/p><p>Grafik 4<br>\n<a href=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik4_large.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/111129_spiecker_grafik4.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p><p>Doch alles Bem&uuml;hen von deutscher Gewerkschaftsseite, mit einer offensiven Lohnpolitik den entscheidenden Wendepunkt in der Eurokrise herbeizuf&uuml;hren, ist zum Scheitern verurteilt, wenn die Lohnabschl&uuml;sse in den EWU-Krisenl&auml;ndern nicht spiegelbildlich zum deutschen Abweichen von der 2%-Zielinflationsrate nach oben umgekehrt konsequent darunter, aber positiv bleiben, etwa eine 1%-Wachstumsrate der Lohnst&uuml;ckkosten anstreben. &Uuml;brigens kann sich daraus f&uuml;r jedes Land eine andere Wachstumsrate der nominalen Stundenl&ouml;hne ergeben, n&auml;mlich je nachdem, zu welchen Produktivit&auml;tssteigerungen sich die L&auml;nder aufraffen k&ouml;nnen. <\/p><p>Hier und nur hier k&ouml;nnen die Reformbem&uuml;hungen der Regierungen der Krisenl&auml;nder sinnvollerweise ansetzen: Erzielbare Effizienz- und Produktivit&auml;tssteigerungen m&uuml;ssen in den Arbeitseinkommen weitergegeben werden, um zu Realeinkommenssteigerungen und damit zu realem Wachstum zu werden (aus dem heraus dann auch die Auslandsschulden allm&auml;hlich abgebaut werden k&ouml;nnen). Simpel ausgedr&uuml;ckt: Soll ein Zuwachs an Produktivit&auml;t zu mehr Produktion und nicht zu weniger Besch&auml;ftigung f&uuml;hren, muss die Entstehungsseite auf ein entsprechend gro&szlig;es Nachfragewachstum sto&szlig;en, das letzten Endes nur von den Arbeitseinkommen stammen kann (aus dem Privatsektor des Auslands kommt dieses Nachfrageplus solange nicht, so lange das Preisniveau des Krisenlandes nicht wettbewerbsf&auml;hig ist; und von der &ouml;ffentlichen Hand des Krisenlandes kann so ein Nachfrageplus ebenfalls nicht ausgehen, wenn sie bereits auf Hilfskredite aus dem Ausland angewiesen ist). Jeder Versuch, gesamtwirtschaftliche Produktivit&auml;tssteigerungen f&uuml;r Lohnkostensenkungen zu verwenden, m&uuml;ndet in eine deflation&auml;re Abw&auml;rtsspirale.<\/p><p>Eine gesamtwirtschaftliche Preis- resp. Lohnst&uuml;ckkostensteigerungsrate von 1% in den Krisenl&auml;ndern ist daher als Barriere gegen Deflations- und Depressionstendenzen unabdingbar. Die bisherige Sparpolitik in den Krisenstaaten in Form von Lohnsenkungen, Entlassungen, Rentenk&uuml;rzungen etc. hat diesen zwingenden gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang str&auml;flich missachtet und so die Probleme an den Kapitalm&auml;rkten nicht nur nicht gel&ouml;st, sondern vielmehr enorm versch&auml;rft. Wenn es noch eines empirischen Beweises bedurfte, welche desastr&ouml;sen wirtschaftlichen und damit automatisch auch politischen Folgen ein deflation&auml;rer Fluchtversuch aus der Eurokrise nach sich zieht, dann ist er mit Griechenlands Entwicklung l&auml;ngst erbracht.<\/p><p>Doch zeitigt nicht der Deflationsweg bei einem kleinen Land wie Irland Erfolge? Die irischen Kapitalmarktzinsen sinken doch, seit die Lohnst&uuml;ckkosten fallen?! Das ist richtig, liegt aber vor allem an einer Exportquote von um die 100%. Die sorgt daf&uuml;r, dass die deflationsbedingte binnenwirtschaftliche Schrumpfung durch den Au&szlig;enhandel &uuml;berspielt wird. Das funktioniert in kleinen L&auml;ndern mit deutlich kleinerer Exportquote wie Griechenland nicht. Erst recht kann es in gro&szlig;en L&auml;ndern wie Italien oder Spanien keinen Erfolg bringen. Denn schlagen gro&szlig;e L&auml;nder den Deflationsweg ein, werden ihre Handelspartner darauf reagieren: entweder mit Abwertungsbem&uuml;hungen hinsichtlich ihrer eigenen W&auml;hrung (s. China, die Schweiz, Japan) oder, wenn sie die gleiche W&auml;hrung haben wie die Deflationsl&auml;nder, mit einer Kopie der Deflationsstrategie.<\/p><p>Zusammengefasst bedeutet das f&uuml;r die aktuelle deutsche Lohnpolitik, dass sie nicht die Wahl hat zwischen einem Kurs offensiver und einem Kurs moderater Lohnsteigerungen, sondern zwischen dem offensiven Kurs (incl. europ&auml;ischer Koordination) und dem Auseinanderbrechen der Eurozone. Letzteres wird neben einer realwirtschaftlichen Depression unweigerlich zu einer so starken abrupten Aufwertung der dann neuen deutschen W&auml;hrung f&uuml;hren, dass der deutsche Exportsektor einen im Vergleich zur Lehmann-Pleite vielfach gravierenderen und vor allem l&auml;nger anhaltenden Einbruch erleiden wird. Die Folge wird dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sein, dass die Arbeitgeber von den Arbeitnehmern ein noch erheblich sch&auml;rferes G&uuml;rtel-enger-Schnallen fordern werden und angesichts der dann akuten Notlage auch werden durchsetzen k&ouml;nnen. Damit w&uuml;rde zwar keine Besserung der Lage erreicht, sondern binnenwirtschaftlich die deflation&auml;re Abw&auml;rtsspirale und au&szlig;enwirtschaftlich die W&auml;hrungsaufwertung weiter angeheizt werden. Aber die offensichtliche Unsinnigkeit einer Strategie f&uuml;hrt, wie uns die Gegenwart nur allzu deutlich vor Augen f&uuml;hrt, leider noch l&auml;ngst nicht zu ihrer sofortigen Beendigung.<\/p><p>Die glaubw&uuml;rdige Ank&uuml;ndigung einer wie oben beschriebenen koordinierten langfristigen Lohnstrategie durch ein B&uuml;ndnis der europ&auml;ischen Gewerkschaften w&auml;re ein positives Signal an die Kapitalm&auml;rkte, dass eine Entschuldung der Krisenl&auml;nder durch R&uuml;ckgewinnung ihrer Wettbewerbsf&auml;higkeit auf Dauer m&ouml;glich ist. Die Gewerkschaften verschafften dadurch den Regierungen und der Zentralbank wieder Handlungsspielraum, weil deren kurzfristige Rettungsbem&uuml;hungen endlich einen glaubw&uuml;rdigen Zielpunkt erhalten. Ohne diesen Zielpunkt sind alle Rettungsma&szlig;nahmen sinnlos, wie man an der bisherigen Entwicklung der langfristigen Zinss&auml;tze der Krisenstaaten und an den immer k&uuml;rzer werdenden Zeitabst&auml;nden ablesen kann, in denen nationale Regierungen und europ&auml;ische Institutionen ihre L&ouml;sungsvorschl&auml;ge korrigieren m&uuml;ssen. <\/p><p>Im Gegenzug zu dem Lohnkoordinationsplan sollten die Gewerkschaften, vor allem die deutschen, von den Regierungen eine kompromisslose Regulierung des Bankensektors und der Finanzm&auml;rkte einfordern. Zugleich muss sich die EZB auf die uneingeschr&auml;nkte Unterst&uuml;tzung der Arbeitsm&auml;rkte durch eine wachstumsfreundliche Geldpolitik verpflichten, was einer Abkehr vom Monetarismus gleichkommt. Gerade zu letzter Forderung h&auml;tten die europ&auml;ischen Gewerkschaften dann alles Recht, weil sie durch die genannte Lohnkoordination die einzig m&ouml;gliche dauerhafte Rettung des Euro und damit die Rettung der Daseinsgrundlage der EZB bewerkstelligen w&uuml;rden. Ob die Gewerkschaften allerdings noch rechtzeitig die Krise als ihre gro&szlig;e Chance erkennen und entsprechend mutig handeln werden, ist leider mehr als ungewiss. Doch wie hei&szlig;t es so sch&ouml;n? Die Hoffnung stirbt zuletzt, und das gilt auch f&uuml;r die Hoffnung auf Vernunft.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] F&uuml;r den Zeitraum 2000 bis 2011 ergeben sich sch&auml;tzungsweise 34% Tariflohn-, 22,2% Effektivlohn- und 15,8% Produktivit&auml;tssteigerung sowie eine Zielinflation von 24,3%, also ein Verteilungsspielraum von ca. 40%, der um gut 17 Prozentpunkte nicht ausgesch&ouml;pft wurde. Quellen: IG Metall, Statistisches Bundesamt.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] F&uuml;r den Zeitraum 2000 bis 2011 betr&auml;gt die Preissteigerungsrate sch&auml;tzungsweise 19,2% (Verbraucherpreise) bzw. 12,3% (BIP-Deflator).<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Zwar wurden Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld in dieser Untersuchung nicht ber&uuml;cksichtigt, doch k&ouml;nnen diese zus&auml;tzlichen Zahlungen die verheerende Bilanz der realen Einkommensentwicklung der &auml;rmsten Arbeitnehmerschicht keinesfalls grundlegend korrigieren. Da Ein-Euro-Jobber und Auszubildende in der Studie nicht miterfasst wurden, ist es sogar umgekehrt m&ouml;glich, dass die ausgewiesene Entwicklung die Realit&auml;t noch zu positiv zeichnet.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Diese Lohnentwicklung ist &uuml;brigens keineswegs automatisch mit einer Anhebung der Lohnquote verbunden. K&ouml;nnen die Unternehmen die Steigerung der Lohnkosten in den Preisen &uuml;berw&auml;lzen, dann &auml;ndert sich an der realen Verteilung der Faktoreinkommen nichts. Die &Uuml;berw&auml;lzung ist dann m&ouml;glich, wenn die EZB eine h&ouml;here als ihre Zielinflationsrate in Deutschland zul&auml;sst, so wie sie das ja auch in S&uuml;deuropa in den letzten zehn Jahren akzeptiert hat bzw. akzeptieren musste, weil im Durchschnitt aller EWU-L&auml;nder das 2%-Ziel erreicht wurde.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag f&uuml;r die Nachdenkseiten von Friederike Spiecker<\/p>\n<p>Die Eurokrise spitzt sich von Woche zu Woche zu und droht, die ersten konjunkturellen Schw&auml;cheanzeichen in einen klaren Abw&auml;rtstrend der Realwirtschaft zu verwandeln, der mutma&szlig;lich ein noch gravierenderes Ausma&szlig; als bei der Lehmann-Pleite annehmen d&uuml;rfte. Wie sollen sich die deutschen Gewerkschaften, allen voran die IG Metall als eine der<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11454\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[139,109,30],"tags":[742,319,487,952],"class_list":["post-11454","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-euro-und-eurokrise","category-gewerkschaften","category-wirtschaftspoliik-und-konjunktur","tag-ig-metall","tag-lohnentwicklung","tag-produktivitaet","tag-spiecker-friederike"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11454"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11457,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11454\/revisions\/11457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}