{"id":114755,"date":"2024-05-04T11:00:19","date_gmt":"2024-05-04T09:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114755"},"modified":"2024-05-03T19:35:32","modified_gmt":"2024-05-03T17:35:32","slug":"salman-abu-sitta-ein-boeser-terrorist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114755","title":{"rendered":"Salman Abu Sitta &#8211; \u201eEin b\u00f6ser Terrorist\u201c?"},"content":{"rendered":"<p>Die Berliner Polizei und die Berliner Presse haben Dr. Salman Abu Sitta zum absoluten B&ouml;sewicht abgestempelt. Seit dem <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/scharfgestellte-staatsrason\/\">abgebrochenen Pal&auml;stina-Kongress<\/a> vom 12. April kann man seinen Namen kaum mehr nennen. Damit ist er zum Terroristen No. 1 geworden, mehr noch als sein Neffe, Dr. Ghassan Abu Sitta, dem am Berliner Flughafen die Einreise verweigert wurde (dazu auf den Nachdenkseiten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113863\">Karin Leukefeld<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114635\">Annette Groth<\/a>) und mehr noch als Yanis Varoufakis, ehemaliger griechischer Finanz-Minister. Alle drei haben seitdem ein &bdquo;Bet&auml;tigungsverbot&ldquo; in Deutschland. Sie d&uuml;rfen nicht nach Deutschland einreisen, z.B. um dort an Konferenzen teilzunehmen, nicht mal live &uuml;ber Zoom oder &uuml;ber ein zugeschicktes Video. Von <strong>Helga Baumgarten<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDas von Dr. Salman Abu Sitta an die Veranstalter geschickte Video spielte gerade wenige Minuten, als die Polizei einschritt, das Video stoppte, den Strom abstellte und schlie&szlig;lich den ganzen Kongress verbot.<\/p><p><strong>Wer ist dieser &bdquo;ber&uuml;hmt-ber&uuml;chtigte&ldquo; Salman Abu Sitta?<\/strong><\/p><p>Im Januar 2022 hat er an der American University of Beirut (AUB) ein neues Zentrum er&ouml;ffnen k&ouml;nnen, das &bdquo;Palestine Land Studies Center&ldquo; (PLSC). In diesem Zentrum sind alle dokumentarischen Materialien &ndash; regelrechte Sch&auml;tze f&uuml;r jeden Historiker! &ndash; zu finden und zu benutzen, die Salman seit Anfang der Sechzigerjahre zusammengetragen hat. Dazu geh&ouml;ren unter anderem<\/p><ul>\n<li>Atlanten von Pal&auml;stina, einmal 1917-1966 (2004), dann von 1871-1877 (2020)\n<p>Beide basieren auf Kartenmaterial, das Abu Sitta weltweit aufgest&ouml;bert und akribisch gesammelt hat. <\/p><\/li>\n<li>2.000 Karten von Pal&auml;stina in den letzten 200 Jahren mit 55.000 Ortsnamen des Volkes, das angeblich gar nicht in Pal&auml;stina lebt bzw. gelebt hat. <\/li>\n<li>5.000 Luftaufnahmen, von der kolonialen &bdquo;Mandatsmacht&ldquo; Gro&szlig;britannien kurz vor ihrem Abzug aus Pal&auml;stina 1948 angefertigt <\/li>\n<li>300 Luftaufnahmen der deutschen Luftwaffe aus dem ersten Weltkrieg<\/li>\n<li>500.000 UN-Dokumente zum pal&auml;stinensischen Landbesitz in Pal&auml;stina &ndash; im Jahr 1948, als Israel gegr&uuml;ndet wurde: 94 Prozent des gesamten Landes. <\/li>\n<li>Dokumente des Internationalen Roten Kreuzes zu Pal&auml;stina\/Israel 1948 &ndash; 1950.<\/li>\n<li>Archive der Qu&auml;ker zu Pal&auml;stina zu den Jahren 1948-1950. Die Qu&auml;ker waren &uuml;brigens die Ersten, die in Gaza Fl&uuml;chtlingslager gebaut haben.<\/li>\n<li>Karten und Details aller israelischen Massaker von 1948 mit relevanten zeitgen&ouml;ssischen israelischen Berichten und Erinnerungen (mit der Hilfe israelischer Linker, z.B. Uri Davis, Tikva Parnass und andere mehr zusammengetragen und &uuml;bersetzt).<\/li>\n<\/ul><p>Es w&uuml;rde den Rahmen dieses kleinen Beitrags sprengen, wenn ich jedes einzelne Detail dieser unsch&auml;tzbar wertvollen Dokumente, die jetzt an der AUB, der American University of Beirut, zu finden sind, aufz&auml;hlen w&uuml;rde.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p><strong>Warum hat Salman Abu Sitta all dies &uuml;ber Jahrzehnte hin gesammelt?<\/strong><\/p><p>Der Grund liegt im Jahr 1948, dem Jahr der Nakba (der historischen Katastrophe f&uuml;r die Pal&auml;stinenser), als die zionistischen bewaffneten Verb&auml;nde und ab Mai die israelische Armee fast eine dreiviertel Million Pal&auml;stinenser aus ihrer Heimat vertrieben. Abu Sitta erlebte als zehnj&auml;hriger Junge diese Katastrophe von 1948 am eigenen Leib. Er schreibt dar&uuml;ber in seinem Buch &bdquo;Mapping My Return. A Palestinian Memoir&ldquo; [<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]. <\/p><p>Die Familie wurde auf ihrem Land, &bdquo;Ma&rsquo;in Abu Sitta&ldquo;, s&uuml;d-&ouml;stlich vom Gazastreifen von der Haganah angegriffen, die mit 24 Jeeps und Panzern anger&uuml;ckt war. Alles wurde ausnahmslos zerst&ouml;rt und verbrannt, angefangen von der Schule, die der Vater 1920 hatte bauen lassen, bis hin zum Wohnhaus. Alles Verwertbare, von Motoren &uuml;ber Ausr&uuml;stung der M&uuml;hle bis hin zu Wasserpumpen aus dem Brunnen, wurde gestohlen. Wer der Haganah in den Weg kam, wurde, wie Salman schreibt, erschossen.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Am Tag, als Ben Gurion den Staat (Israel) ausrief, wurde ich zum Fl&uuml;chtling. Wir wurden in das Gef&auml;ngnis mit dem Namen Gazastreifen vertrieben, 4 km entfernt von unserem Zuhause.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Salman Abu Sittas Familie stammt also aus dem beduinischen S&uuml;den. Sein Vater, Scheich Hussein Abu Sitta, hatten dort eine wichtige F&uuml;hrungsposition. Er war offen f&uuml;r Entwicklung und Modernisierung und baute, wie schon erw&auml;hnt, 1920 in Eigeninitiative die erste Schule in der Region. Selbst die Lehrer bezahlte er anfangs aus der eigenen Tasche.<\/p><p>Einen Eindruck vom sozio&ouml;konomischen Standard der Abu Sitta Familie vermittelt die Beschreibung eines israelischen Offiziers 1948, die Uri Davis 2008 in einem <a href=\"https:\/\/www.yumpu.com\/en\/document\/view\/4703314\/in-search-of-abu-sitta-sworduridavis-left-curve\">Artikel<\/a> wiedergegeben hat:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir betraten das Haus der Abu Sittas und waren bass erstaunt: in der Mitte der W&uuml;ste[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] unglaublicher Reichtum: luxuri&ouml;se M&ouml;bel, orientalische und europ&auml;ische Kleidung, ein Radio, ein Lastwagen, ein wundersch&ouml;nes Beduinenschwert aus Silber, ein gro&szlig;es und wichtiges Archiv von Photographien und Dokumenten, Briefe zum Beispiel von Emir Abdallah aus Transjordanien und Hassan al-Banna, dem Gr&uuml;nder der Muslimbr&uuml;der in &Auml;gypten, ein Rechtsanwalt-Zertifikat, das einem Familienangeh&ouml;rigen geh&ouml;rte, Shakespeares Othello in Englisch direkt neben einem Qur&rsquo;an.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Salman Abu Sitta und seine Familie wurden aus diesem &bdquo;Paradies&ldquo; vertrieben und zu Fl&uuml;chtlingen gemacht wie fast alle Pal&auml;stinenser im S&uuml;den des heutigen Israel.<\/p><p>An ihre Stelle traten israelische Siedler, die das Land der Vertriebenen in kolonialistischer Manier unter Kontrolle nahmen, nicht anders als die wei&szlig;en Siedler in den USA oder in Australien. Die improvisierten vorgefertigten H&uuml;tten von 1948 entwickelten sich zu Kibbutzim, deren Namen seit dem 7. Oktober weltweit bekannt wurden.<\/p><p>Nirim entstand auf dem Land der Abu Sitta Familie. Das Elternhaus Salman Abu Sittas, in dem er geboren wurde, ist wenige Meter entfernt. Der etwas weiter n&ouml;rdlich liegende Kibbutz Ein Hashlosha wurde ebenfalls auf Abu Sitta Land gebaut. Dort befanden sich 1948 riesige Getreidefelder, auf denen Weizen und Hafer angebaut wurde.<\/p><p>Dazu <a href=\"https:\/\/mondoweiss.net\/2024\/01\/i-could-have-been-one-of-those-who-broke-through-the-siege-on-october-7\/\">Abu Sitta<\/a>: &bdquo;Heute, wenn Sie die Namen dieser Kibbutzim h&ouml;ren, sollten Sie sich erinnern, auf wessen Land sie gebaut wurden. Und Sie d&uuml;rfen nicht vergessen, dass die Eigent&uuml;mer dieses Landes Ihr Recht auf R&uuml;ckkehr nie aufgegeben haben.&ldquo;[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Salmans Familie schickte ihn aus der Vertreibung in Gaza nach Kairo, damit er dort eine gute Schulausbildung bekommen konnte. Ein Ingenieursstudium schloss sich an. Nach ersten Berufserfahrungen in Kuwait nahm er sein Promotionsstudium zum Doktor der Ingenieurswissenschaften in London auf. <\/p><p>Seitdem, also seit Anfang der Sechzigerjahre, begann Salman, alles zusammenzutragen, was er &uuml;ber Pal&auml;stina 1948 finden konnte. Er legte den Schwerpunkt auf Kartenmaterial, auf Luftbilder, auf Fotografien. Sein Ziel war es, f&uuml;r die Zukunft festzuhalten, wie Pal&auml;stina 1948 und davor ausgesehen hatte: wo es D&ouml;rfer und St&auml;dte gegeben hatte, was wo angebaut wurde, wer wo wohnte etc.<\/p><p>Des Weiteren wollte und konnte er damit den zionistischen Mythos vom &bdquo;Land ohne Volk&ldquo; und von der W&uuml;ste, die die Zionisten zum Bl&uuml;hen brachten[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>], empirisch-wissenschaftlich und mit &uuml;berzeugendem Bildmaterial widerlegen.<\/p><p>Schlie&szlig;lich, und das sollte seine Arbeit in den letzten Jahren bestimmen, widmete er sich der Planung f&uuml;r die R&uuml;ckkehr der Pal&auml;stinenser in die Heimat, aus der sie 1948 vertrieben worden waren. <\/p><p>Abu Sitta in seiner Eigenschaft als Wissenschaftler, als Ingenieur und als Planer betrachtet diese Aufgabe als sein Lebenswerk.<\/p><p>An dieser Stelle muss ich zur&uuml;ck zum Anfang meines Beitrages kommen und zu dem <a href=\"https:\/\/mondoweiss.net\/2024\/01\/i-could-have-been-one-of-those-who-broke-through-the-siege-on-october-7\/\">Zitat<\/a>, das ihn in den Augen der Berliner Polizei und Politik zum Terroristen und Antisemiten macht.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Ja, ich h&auml;tte einer derjenigen sein k&ouml;nnen, die durch den Zaun brachen, wenn ich noch j&uuml;nger w&auml;re und immer noch im Konzentrationslager Gazastreifen leben m&uuml;sste&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Und er erl&auml;utert, was er meint mit &bdquo;Konzentrationslager Gazastreifen&ldquo;:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es blieb nicht dabei, dass sie 1948 vertrieben und zu Fl&uuml;chtlingen gemacht wurden. Sie wurden immer wieder in ihren Lagern im Exil angegriffen: 1953, 1956, 1967, 1971 und 1987, seit 2006 schlie&szlig;lich und bis heute mit grausamer Regelm&auml;&szlig;igkeit.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>In meinem letzten Buch (2021) nenne ich dies den &bdquo;langen Krieg gegen Gaza&ldquo;.<\/p><p>Eben damit aber schl&auml;gt Salman Abu Sitta eine Br&uuml;cke zwischen 1948 und 2023 bis heute, eine zeitliche Verbindung, die den M&auml;chtigen in Berlin offensichtlich v&ouml;llig entgangen ist. <\/p><p>Er macht deutlich, dass ein betr&auml;chtlicher Teil der Vertriebenen von 1948 genau aus der Gegend und aus den Ortschaften kommen, die seit dem 7. Oktober bekannt wurden wegen der Angriffe aus Gaza durch Hamas, den Islamischen Jihad und durch eine unbekannte Zahl von einfachen Menschen aus dem Gazastreifen.<\/p><p>Nach dem Verweis auf 1948 und die seitdem kontinuierlichen Angriffe gegen Gaza konzentriert sich Abu Sitta auf die Periode seit dem 7. Oktober 2023.<\/p><p>Wie er argumentiert, &bdquo;&hellip; wurde &ndash; bis dato in der Kolonialgeschichte unbekannt &ndash; aus der &hellip; ethnischen S&auml;uberung 2023 ein unfassbarer V&ouml;lkermord. Das Ausma&szlig; an Brutalit&auml;t, die unz&auml;hligen Frauen und Kinder, die get&ouml;tet wurden, die riesigen Fl&auml;chen der Zerst&ouml;rung, die Anzahl der Bomben, die auf den vergleichsweise winzigen Gazastreifen abgeworfen wurde in weniger als drei Monaten &uuml;bertrifft alles, was wir aus den zwei Weltkriegen kennen.&ldquo;<\/p><p>Abu Sitta betont, dass alle schmutzigen Diffamierungen[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] sich als falsch erwiesen &hellip; Und er meint, dass in Gaza bekannt ist, dass die jungen Leute, die die Absperrungen um Gaza durchbrachen, einem &bdquo;klaren moralischen Code folgen&ldquo;.<\/p><p>Er schlie&szlig;t seinen Beitrag mit dem Satz: &bdquo;Die Geschichte wird uns zeigen, wer sein Heimatland heroisch verteidigt und wer so viele grausam-sch&auml;ndliche Verbrechen begangen hat. Die Erinnerung wird die Geschichte beider V&ouml;lker bestimmen.&ldquo;<\/p><p>In der Berliner Lesart von Salman Abu Sitta und seinem eben ausf&uuml;hrlich zitierten <a href=\"https:\/\/mondoweiss.net\/2024\/01\/i-could-have-been-one-of-those-who-broke-through-the-siege-on-october-7\/\">Artikel<\/a> ist er ein Terrorist, der Gewalt und Verbrechen unterst&uuml;tzt und glorifiziert. Nichts k&ouml;nnte weiter von der Realit&auml;t entfernt sein. <\/p><p>In seiner <a href=\"https:\/\/www.plands.org\/en\/articles-speeches\/speeches\/2022\/inauguration-of-the-plsc-in-aub\">Rede<\/a> zur Einweihung des &bdquo;Palestine Land Studies Center&ldquo; (PLSC) an der American University of Beirut (AUB 2022) kommt er zu diesem Schluss:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Abschlie&szlig;end m&ouml;chte ich mich an die jungen Menschen wenden, die zuk&uuml;nftigen Studenten am PLSC. Ihr braucht keine Uniform anzuziehen oder ein Gewehr zu tragen, um Eure Identit&auml;t zu behaupten und Eure verlorene Heimat wiederzugewinnen. Alles, was Ihr braucht, sind Sorgfalt, Gewissenhaftigkeit und Entschlossenheit.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die R&uuml;ckkehr der Vertriebenen, so Salman, ist m&ouml;glich ohne Gewalt und ohne weitere Vertreibungen. Er zeigt dies deutlich in seinem Buch &bdquo;Mapping My Return&ldquo;.<\/p><p>In der &Uuml;berzeugung, dass der Wille von Millionen noch so hilfloser Menschen immer die Oberhand gewinnt &uuml;ber eine politisch-milit&auml;rische Macht, egal wie gro&szlig; ihre Macht ist, hat Salman mit seinen Partnern weltweit damit begonnen, den Wiederaufbau der zerst&ouml;rten pal&auml;stinensischen D&ouml;rfer zu planen. Sie machen das mithilfe einer &bdquo;massiven Datenbasis&ldquo;. Diese erm&ouml;glicht es, das Haus eines jeden einzelnen Fl&uuml;chtlings in seinem jeweiligen Heimatdorf aufzunehmen, das Land, das dazu geh&ouml;rte, sein Eigentum und das der Gro&szlig;familie (hamula) &hellip;<\/p><p>Die meist jungen Planer stellen f&uuml;r jedes Dorf einen File zusammen mit den Pl&auml;nen der H&auml;user, wie sie vor 1948 aussahen &hellip; Junge Architekten arbeiten an der Rekonstruktion dieser zerst&ouml;rten D&ouml;rfer mit dem Ziel, dass sie ebendort wiederaufgebaut werden, mit der Sch&ouml;nheit der alten Fassaden, aber in moderner Ausgestaltung. <\/p><p>Diese Arbeit entspricht &uuml;brigens und ist vergleichbar mit  der Arbeit von &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.zochrot.org\/welcome\/index\/en\">Zochrot<\/a>&ldquo; in Israel heute sowie der Arbeit des ehemaligen Leiters und Gr&uuml;nders von Zochrot, Eitan Bronstein, jetzt von &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.de-colonizer.org\/\">De-Colonizer<\/a>&ldquo;. Auch ein faszinierender Artikel zum 1948 zerst&ouml;rten Dorf Miska, als Kooperation zwischen einem Team aus New York, jungen Pal&auml;stinensern und j&uuml;dischen Israelis und Zochrot ist hier zu erw&auml;hnen.[<a href=\"#foot_7\" name=\"note_7\">7<\/a>]<\/p><p>Salmans Geburtsort al-Ma&rsquo;in ist ebenso ein Zentrum der Planer. Seine Nichte und eine Enkelin seines Bruders, beide Architektinnen und Planer, arbeiten daran &hellip; Im Zentrum soll die Schule liegen, die sein Vater 1920 gebaut hat.<\/p><p>Optimismus, Hoffnung, Liebe zum Leben bestimmen auch in der H&ouml;lle von Gaza das Leben vor allem junger Menschen. Der Teenager Abu Baker aus Gaza feiert in einem Interview auf <em>Electronic Intifada<\/em> vom 24. April die gelbe Rose, die er hochziehen durfte &ndash; und schl&auml;gt damit einen direkten Bogen zum Gedicht[<a href=\"#foot_8\" name=\"note_8\">8<\/a>] von Mahmud Darwish &bdquo;Wir aber lieben das Leben&ldquo;:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Wir aber lieben das Leben, wann immer wir es finden<br>\nWir tanzen zwischen zwei M&auml;rtyrern,<br>\nerrichten zwischen beiden ein Veilchenminarett<br>\noder pflanzen Dattelpalmen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><small>Titelbild: Salman Abu Sitta &ndash; als Sechsj&auml;hriger in der Mitte seiner Familie<\/small><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Sie sind einsehbar auf der Webseite des Palestine Land Studies Center: <a href=\"http:\/\/www.plands.org\/\">www.plands.org<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] AUC Press, Kairo: 2016<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Salman Abu Sitta zeigt in seinem Buch, dass dort keineswegs W&uuml;ste war, sondern eine bebaute und reiche landwirtschaftliche Region.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] &uuml;brigens ein verbrieftes Recht laut der relevanten UN Beschl&uuml;sse: an wichtigster Stelle UN Resolution 194, Dezember 1949,<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Auch Frau von der Leyen glaubt offensichtlich immer noch an diesen Unsinn. Der leider viel zu fr&uuml;h verstorbene Historiker Alexander Sch&ouml;lch verwies immer wieder auf eine schlichte Tatsache: die Orangen, die immer nach Europa exportiert werden hei&szlig;en <em><strong>Jaffa-Orangen<\/strong><\/em>, nicht Tel Aviv-Orangen. Siehe Salmans <a href=\"https:\/\/www.plands.org\/en\/articles-speeches\/articles\/2023\/refuting-the-eu%E2%80%99s-der-leyen\">offener Brief<\/a> an Ursula von der Leyen.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Babys, deren K&ouml;pfe abgeschlagen wurden, regelrechte Vergewaltigungskampagnen etc.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_7\" name=\"foot_7\">&laquo;7<\/a>] Torre, Maria Elena et alii (and others). 2018. &ldquo;Critical Participatory Action Research on State Violence: Bearing Witness Across Fault Lines of Power, Privilege and Dispossession&rdquo;, in The SAGE Handbook of Qualitative Research, ed. By Norman K. Denzin and Yvonna S. Lincoln, 492-515. Los Angeles: Sage Publ.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_8\" name=\"foot_8\">&laquo;8<\/a>] Vertont in einem Lied des pal&auml;stinensischen Liedermachers Mustafa al-Kurd<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Berliner Polizei und die Berliner Presse haben Dr. Salman Abu Sitta zum absoluten B&ouml;sewicht abgestempelt. Seit dem <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/scharfgestellte-staatsrason\/\">abgebrochenen Pal&auml;stina-Kongress<\/a> vom 12. April kann man seinen Namen kaum mehr nennen. Damit ist er zum Terroristen No. 1 geworden, mehr noch als sein Neffe, Dr. Ghassan Abu Sitta, dem am Berliner Flughafen die Einreise verweigert<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114755\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":114756,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,123],"tags":[3058,3260,1055,302,1557,1792,303,2039,2474],"class_list":["post-114755","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-kampagnentarnworteneusprech","tag-diffamierung","tag-feindbild","tag-fluechtlinge","tag-gaza","tag-israel","tag-kolonialismus","tag-palaestina","tag-siedlungspolitik","tag-wiederaufbau"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/240504-Helga-Baumgarten-Salman.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=114755"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114755\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":114772,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114755\/revisions\/114772"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/114756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=114755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=114755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=114755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}