{"id":11481,"date":"2011-11-30T15:06:09","date_gmt":"2011-11-30T14:06:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11481"},"modified":"2014-12-21T16:00:25","modified_gmt":"2014-12-21T15:00:25","slug":"die-deutschen-ticken-dramatisch-falsch-darauf-macht-wieder-einmal-heiner-flassbeck-aufmerksam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11481","title":{"rendered":"Die Deutschen ticken dramatisch falsch \u2013 darauf macht wieder einmal Heiner Flassbeck aufmerksam"},"content":{"rendered":"<p>Mit den &bdquo;Deutschen&ldquo; gemeint ist die Bundesregierung und die dogmatisch neoliberal eingef&auml;rbte Mehrheit der Meinungsf&uuml;hrer in Wissenschaft, Wirtschaft und Medien. Die Dogmatik dieser Kreise kann ausgesprochen gef&auml;hrlich f&uuml;r uns werden. Das skizziert Heiner Flassbeck im folgenden <a href=\"\/upload\/pdf\/111130_wer_im_glashaus_sitzt.pdf\">Beitrag f&uuml;r das Hamburger Abendblatt [PDF &ndash; 69.2 KB]<\/a>. Der Text ist gut nutzbar zur Verbreitung &uuml;ber Ihren pers&ouml;nlichen Email-Verteiler. Es lohnt sich. Heiner Flassbeck sagte mir gerade am Telefon, seine Leser und Zuh&ouml;rer w&uuml;rden zunehmend aufgeschlossen, er habe letzthin in Frankfurt einen gro&szlig;en Kreis von Bankern nachdenklich gestimmt. Das ist m&ouml;glich, weil die herrschende Lehre nur noch Dogmen verbreitet. &ndash; Ich erg&auml;nze seinen Text, weil er meines Erachtens an einem Punkt unn&ouml;tig defensiv ist. Er bezeichnet die deutsche Seite als &bdquo;Gewinner&ldquo;. Das sind wir schon lange nicht mehr. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><\/p><p>Zun&auml;chst noch eine Anmerkung zur Dogmatik:<\/p><p><strong>Die Vertreter der herrschenden Lehre verhalten sich wie kommunistische Kader<\/strong><\/p><p>Sie predigen ihre angelernten Glaubenss&auml;tze: Sparen ist gut. Export&uuml;bersch&uuml;sse sind gut. Die Stagnation der L&ouml;hne ist gut. Wir haben es mit einer Staatsschuldenkrise zu tun. Die Schuldnerl&auml;nder m&uuml;ssen reformieren. Usw.<\/p><p>Die gro&szlig;e Problematik, die daraus folgt, dass sich die Lohnst&uuml;ckkosten in einzelnen Euro L&auml;ndern und damit ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit diametral auseinander entwickelt haben, wird nicht gesehen und\/oder verschwiegen. Selbst die Wirtschaftsteile gro&szlig;er Bl&auml;tter wie der S&uuml;ddeutschen Zeitung verschlie&szlig;en die Augen vor dieser Problematik, obwohl diese ungemein gef&auml;hrlich werden kann. Sie verschlie&szlig;en auch die Augen vor den Folgen eines Auseinanderbrechens des Euro. <\/p><p>Woher dieser uneinsichtige Dogmatismus kommt, kann ich nicht verstehen. Sind diese Menschen alle falsch geschult? Sind sie psychisch seltsam veranlagt, f&uuml;hlen sie sich nur wohl in der Nestw&auml;rme eines Kaders? Ist f&uuml;r sie eigenst&auml;ndiges Denken von Natur aus blockiert? Oder steckt hinter der Ignoranz bei manchen das zynische Kalk&uuml;l, dass die verfolgte Schockstrategie manchem ihrer Freunde wieder ein neues Feld f&uuml;r Spekulationsgesch&auml;fte und den Raub von Verm&ouml;gen er&ouml;ffnet? Die Politik und Wissenschaft als Sekundanten internationaler Schn&auml;ppchenj&auml;ger? Oder handeln sie im Interesse und Auftrag jener, die ein gro&szlig;es Interesse am Scheitern der kontinentaleurop&auml;ischen Einigung haben? &ndash; Verschw&ouml;rungstheoretiker! Das Etikett kenne ich und dennoch wird man angesichts der dramatischen Situation alle notwendigen Fragen stellen m&uuml;ssen.<\/p><p><strong>Nun noch die Erg&auml;nzung zu Heiner Flassbecks Anmerkungen &uuml;ber die &bdquo;Gewinner&ldquo; der jetzigen gef&auml;hrlichen Entwicklung:<\/strong><\/p><p>Er schreibt in seinem Beitrag:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Wer aber nach dem Spiel einfach festlegt, der Gewinner habe alles richtig gemacht, weil er ja der Gewinner ist, zerst&ouml;rt die Grundlagen f&uuml;r zuk&uuml;nftiges gemeinsames Handeln und des gegenseitigen Handels, weil er das Minimum an Fairness, das jedes kooperative Verhalten voraussetzt, mit F&uuml;&szlig;en tritt.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Ich st&ouml;re mich nur an der darin enthaltenen Wertung, die Deutschen und die deutsche Volkswirtschaft seien die Gewinner der jetzigen Entwicklung mit hohen und andauernden Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen. Wer auf Dauer Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse hat und auf diese Weise Forderungen gegen&uuml;ber anderen Volkswirtschaften ansammelt ist kein Gewinner. Das erkennt man sofort, wenn man sich eine an realen Gr&ouml;&szlig;en orientierte Betrachtungsweise angew&ouml;hnt. Dann wei&szlig; man, dass in einem solchen Fall mehr G&uuml;ter und Dienstleistungen nach drau&szlig;en transportiert worden sind, als von dort hierher eingef&uuml;hrt wurden. Es steht uns also f&uuml;r Konsum und Investitionen der hier lebenden Menschen und Unternehmen wie auch f&uuml;r Staatsaufgaben weniger zur Verf&uuml;gung, als wir erwirtschaftet haben. Teile unserer Wertsch&ouml;pfung werden nach drau&szlig;en abgegeben. Ein Dummkopf, wer darin einen Gewinn sieht. Damit meine ich nicht Heiner Flassbeck. Er hat mir im Gespr&auml;ch sofort recht gegeben.<\/p><p>Aber die Mehrheit der handelnden Personen und die Mehrheit der so genannten Wissenschaftler in Deutschland denkt in monet&auml;ren Gr&ouml;&szlig;en und nicht in realen Gr&ouml;&szlig;en. Diese Leute &ndash; wie Frau Merkel zum Beispiel &ndash; glauben wirklich, Exportweltmeisterschaft sei etwas Erstrebenswertes. Sie haben immer noch nicht verstanden, dass wir nicht amerikanische Staatsanleihen und auch keine Dollarnoten essen, sondern Bananen zum Beispiel. Und wir arbeiten mit G&uuml;tern und Dienstleistungen, die wir von au&szlig;en beziehen. Oder wir genie&szlig;en den Urlaub in anderen L&auml;ndern. Das sind reale Wohlstandsgewinne. Exporte von G&uuml;tern und Dienstleistungen brauchen wir, um diese realen importierten Leistungen bezahlen zu k&ouml;nnen. Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse brauchen wir nicht.<\/p><p>Mit den Leistungsbilanz&uuml;bersch&uuml;ssen erwerben wir Forderungen gegen&uuml;ber anderen V&ouml;lkern und Volkswirtschaften. Das kann mal vor&uuml;bergehend gut sein. Auf Dauer ist es sinnlos. Und es ist auch m&ouml;glicherweise mit hohen Verlusten verbunden. Wenn n&auml;mlich zum Beispiel die in Dollar gehaltenen Forderungen abgewertet werden.<\/p><p>Die Mehrheit der deutschen Wissenschaftler hat leider nie die Theorien studiert, die hinter der zuvor skizzierten Betrachtungsweise stehen. Sie reden zwar st&auml;ndig von Marktwirtschaft, aber die Theorie von der optimalen Allokation der Ressourcen, die so genannte Welfareconomics, und damit die Basis der Theorie der Marktwirtschaft, haben sie nie gelernt. Das ist eine der Grundlagen ihrer von Vorurteilen angef&uuml;llten Ideologie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit den &bdquo;Deutschen&ldquo; gemeint ist die Bundesregierung und die dogmatisch neoliberal eingef&auml;rbte Mehrheit der Meinungsf&uuml;hrer in Wissenschaft, Wirtschaft und Medien. Die Dogmatik dieser Kreise kann ausgesprochen gef&auml;hrlich f&uuml;r uns werden. Das skizziert Heiner Flassbeck im folgenden <a href=\"\/upload\/pdf\/111130_wer_im_glashaus_sitzt.pdf\">Beitrag f&uuml;r das Hamburger Abendblatt [PDF &ndash; 69.2 KB]<\/a>. 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