{"id":114957,"date":"2024-05-08T16:31:05","date_gmt":"2024-05-08T14:31:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114957"},"modified":"2024-05-10T07:35:36","modified_gmt":"2024-05-10T05:35:36","slug":"olympische-sommerspiele-in-paris-exzessiver-ausnahmezustand-inklusive-sozialer-saeuberungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114957","title":{"rendered":"Olympische Sommerspiele in Paris: Exzessiver Ausnahmezustand inklusive sozialer S\u00e4uberungen"},"content":{"rendered":"<p>Endlich, zur Freude der vielen begeisterten Sportfreunde und vor allem der Athleten: Das gr&ouml;&szlig;te Sportereignis der Welt beginnt in wenigen Wochen. Die Olympischen Sommerspiele sowie die Paralympischen Spiele finden in der franz&ouml;sischen Hauptstadt statt. Doch der Preis f&uuml;r all den Glanz und Gloria ist hoch, Paris verwandelt sich in eine nochmals &uuml;berteuerte, &uuml;berhitzte Stadt, hin zu einer exklusiven, zugangsbeschr&auml;nkten Zone, milit&auml;risch und polizeilich aufger&uuml;stet, zu einem total bewachten und &uuml;berwachten Hochsicherheitsgebiet, massiv aufger&auml;umt und dazu als Kr&ouml;nung gar sozial ges&auml;ubert. Die Spiele werden damit &ndash; so das Kalk&uuml;l der eifrigen Macher &ndash; offiziell &uuml;beraus sicher und glanzvoll sein und unvergessliche Bilder in diese gerade kriegerische, unsichere Welt liefern. Die Schattenseiten von Paris, von all dem &uuml;berzogenen Handeln der Organisatoren und der Regierung Frankreichs hingegen sollen m&ouml;glichst im Dunkeln bleiben. Ob all das dem Gr&uuml;ndervater der Olympiade Pierre de Coubertin gefallen h&auml;tte? Ein Zwischenruf von <strong>Frank Blenz<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8643\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-114957-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240509_Olympische_Sommerspiele_in_Paris_Exzessiver_Ausnahmezustand_inklusive_sozialer_Saeuberungen_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240509_Olympische_Sommerspiele_in_Paris_Exzessiver_Ausnahmezustand_inklusive_sozialer_Saeuberungen_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240509_Olympische_Sommerspiele_in_Paris_Exzessiver_Ausnahmezustand_inklusive_sozialer_Saeuberungen_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240509_Olympische_Sommerspiele_in_Paris_Exzessiver_Ausnahmezustand_inklusive_sozialer_Saeuberungen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=114957-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240509_Olympische_Sommerspiele_in_Paris_Exzessiver_Ausnahmezustand_inklusive_sozialer_Saeuberungen_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240509_Olympische_Sommerspiele_in_Paris_Exzessiver_Ausnahmezustand_inklusive_sozialer_Saeuberungen_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Paris aufpolieren &ndash; mittels sozialer S&auml;uberungen<\/strong><\/p><p>Vor einem Jahr schien es f&uuml;r die politische Klasse in Paris, in Frankreich egal zu sein, ob und wie viele obdachlose, gestrandete, arme, hilfsbed&uuml;rftige Menschen in der Metropole an der Seine, in der sch&ouml;nsten Stadt der Welt, der Liebe, der Lebensart und so weiter in Zelten und notd&uuml;rftigen Behausungen unter Br&uuml;cken, am Fluss, in Tunneln schlafen mussten. Ich besuchte wiederholt die Stadt und sah die Not neben dem ausufernden Wohlstand und der Leichtigkeit des Pariser Lebens. Es sei gesagt: Die Zahl der Armen, Obdachlosen und Migranten steigt seit Jahren. Die Anstrengungen, Mittel, Ma&szlig;nahmen gegen Not, gegen Armut, f&uuml;r Integration und Teilhabe verringerten sich dagegen oder stagnieren, so mein Eindruck.<\/p><p>Dieses Jahr nun ist das alles anders, aber wie?! Die franz&ouml;sische Regierung hat zum Beispiel im Fr&uuml;hjahr beschlossen, Obdachlose aus Paris in die Provinz umzusiedeln. Aus den Augen, aus dem Sinn. Sie werden als Bedrohung angesehen und als St&ouml;rfaktor dagegen, der Welt&ouml;ffentlichkeit w&auml;hrend Olympia ein sch&ouml;nes Paris vorzugaukeln. Ich h&ouml;rte im Radiosender <em>MDR Kultur<\/em> dazu passend einen Beitrag, der diese zynische, verlogene Praxis kritisiert:<\/p><blockquote><p>\n<em>Kultur International. Rausgeworfen f&uuml;rs Postkartenidyll.<\/em><\/p>\n<p><em>Seit Wochen gibt es fast t&auml;glich Meldungen, dass in Paris Zeltst&auml;dte und besetzte H&auml;user ger&auml;umt werden. In diesen informellen Siedlungen leben vor allem Obdachlose, Migranten, Menschen mit Suchtproblemen. Immer mehr von ihnen werden nun in Regionen au&szlig;erhalb von Paris und der Ille de France gebracht &hellip; Aus Sicht der Beh&ouml;rden geht es darum, Paris zu entlasten und die Menschen in den Regionen besser zu versorgen. Organisationen wie das Kollektiv &bdquo;Le Revers de la Medaille&ldquo; dagegen kritisieren w&ouml;rtlich eine &bdquo;soziale S&auml;uberung&ldquo; vor den Olympischen Spielen.<\/em><\/p>\n<p><em>(Freitag, 3. Mai, 16.40 Uhr, MDR-Kultur)<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Hauptsache weg, also Einsteigen in den Bus &hellip;<\/strong><\/p><p>Menschen werden also zum Sicherheitsrisiko erkl&auml;rt. Die L&ouml;sung nach Art der Regierung lautet? Sie einfach mal aus der Stadt karren:<\/p><blockquote><p>\n<em>Vor dem Rathaus haben bis vor einigen Tagen rund 100 junge M&auml;nner aus Westafrika ausgeharrt. Sie waren nah an den Beh&ouml;rden, so ihr Ansinnen, um die lang ersehnten Aufenthaltsgenehmigungen zu bekommen. Doch dann mussten sie ihre Zelte zusammenpacken. Ein Bus sollte sie zu einem &bdquo;Transitzentrum&ldquo; au&szlig;erhalb der Stadt bringen.<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p>Doch sie leisten Widerstand. Sie steigen nicht in den Bus.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Die meisten von ihnen werden sich wahrscheinlich weigern, in eine andere Stadt zu ziehen, weil sie dann die M&ouml;glichkeit verlieren, sich beim Gericht um Aufenthaltsgenehmigungen zu bem&uuml;hen. Also nehmen sie ihre Sachen und gehen einfach an einen anderen Ort&rdquo;, erz&auml;hlte Antoine de Clerck, Koordinator von Le Revers de la Medaille.<\/em><\/p>\n<p>(Quelle: <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2024\/04\/30\/paris-verschonern-vor-olympia-2024-polizei-raumt-fluchtlingslager\">Euronews<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Auch Erbauer von Olympischen Anlagen, die &bdquo;Papierlosen&ldquo;, werden gedem&uuml;tigt<\/strong><\/p><p>Man stelle sich vor, hochmoderne, prestigetr&auml;chtige Sportanlagen werden f&uuml;r sehr viel Geld errichtet, welches die Auftragnehmer &ndash; meist gro&szlig;e Firmen &ndash; satt und gierig einstreichen. Nebenbei, wie mir mein Freund und Politologe Sebastian Chwala berichtete, streicht sich auch eine kleine Gruppe aus dem reichen B&uuml;rgertum viel Geld, konkret &uuml;berh&ouml;hte Beratergelder ein. Die vielen Hauptarbeiten und unz&auml;hligen wichtigen T&auml;tigkeiten werden hingegen von &bdquo;Ehrenamtlichen&ldquo; geleistet.<\/p><p>Gespart wird auch anderswo. Die Arbeit vor Ort erledigen Menschen f&uuml;r sehr wenig Lohn, die zudem noch ohne b&uuml;rgerliche Rechte sind. Alles geschieht ja f&uuml;r sch&ouml;ne, reiche Spiele, zum Gefallen des sch&ouml;nen, reichen Paris und seiner ausgew&auml;hlten G&auml;ste, k&ouml;nnte man meinen. Eine Reportage der <em>taz<\/em> erz&auml;hlt vom Schicksal, vom Leid und vom Protest der &bdquo;Papierlosen&ldquo;, die sicher auch keine Tickets f&uuml;r Olympia bekommen:<\/p><blockquote><p>\n<em>F&uuml;r die Olympischen Spiele im Sommer baut Paris neue Stadien. <\/em><\/p>\n<p><em>Viele Migranten arbeiten dort ohne Papiere. Doch sie wollen raus aus der Illegalit&auml;t.<\/em><\/p>\n<p><em>Eigentlich sollte es ein Pressetermin im kleinen Kreis werden, kein gro&szlig;es Ding: Die Er&ouml;ffnung der Adidas Arena, einer Art Mehrzweckhalle f&uuml;r Sport-Events und Konzerte, eigens f&uuml;r die Olympischen Spiele im Norden von Paris errichtet. &bdquo;Guckt sie euch an, sie tragen Anz&uuml;ge und Krawatten&ldquo;, ruft ein junger Mann mit erhobenen Armen und deutet abwechselnd auf die G&auml;ste am Eingang und das Geb&auml;ude. &bdquo;Die k&ouml;nnen hier eine Besichtigung machen, aber wir, wir haben das hier aufgebaut!&ldquo; Wenige Meter neben ihm steht eine Gruppe von etwa 30 Menschen mit Bannern. &bdquo;Keine Papiere? Keine Olympischen Spiele!&ldquo;, skandieren sie. Ein St&uuml;ck Papier, beziehungsweise ein St&uuml;ck Plastik &ndash; darum geht es hier.<\/em><\/p>\n<p>&bdquo;<em>Papierlose&ldquo; nennen sich in Frankreich diejenigen, die keinen legalen Aufenthaltsstatus haben, denen also die entsprechenden Papiere fehlen.<\/em><\/p>\n<p>(Quelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Arbeiter-auf-Olympia-Baustellen-in-Paris\/!5997726\/\">taz<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Olympias Glanz entsteht u.a. dank den Menschen, die als &bdquo;nicht legal&ldquo; bezeichnet und derart gedem&uuml;tigt werden, denen ein w&uuml;rdiger Status verweigert wird. Gro&szlig;e Sportereignisse scheinen derlei Praxis zur Regel werden lassen, man erinnere sich an die Stadien zur letzten Fu&szlig;ball-WM in Katar &hellip; Damals konnten auch deutsche Offizielle nichts Schlechtes vor Ort erkennen.<\/p><p><strong>Zugangsbeschr&auml;nkungen Einheimische, zigtausende Uniformierte und mehr<\/strong><\/p><p>Das olympische Paris wird im Sommer zu einem Hochsicherheitstrakt: strenge Kontrollen, Durchgangspunkte, geschlossene Metrostationen, Zuverl&auml;ssigkeitspr&uuml;fungen f&uuml;r Bewohner und G&auml;ste, abgesichert obendrein von zigtausenden Beamten. Anwohner des Spektakels m&uuml;ssen sich offiziell registrieren und <a href=\"#_blank\">einen QR-Code anfordern<\/a>, wollen sie ihr Quartier und somit ihre Wohnung betreten. Die Seite Parisjetaime.com (Paris ich liebe Dich, Ironie aus) erweist sich als detailreiche Beschreibung eines dystopischen Zustandes, in welchen Paris versetzt werden wird. Die Innenstadt als Austragungsort von Sportevents wird nur zug&auml;nglich sein mit Ticket und QR-Code. Das alles geht ja ganz einfach, schlie&szlig;lich hat ja jeder B&uuml;rger heutzutage ein Smartphone &hellip; von den Ticketpreisen ganz zu schweigen. Selbst an der Marathonstrecke wird es f&uuml;r Passanten unm&ouml;glich sein, ganz ohne Ticket mal Wettkampfatmosph&auml;re zu schnuppern.<br>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/parisjetaime.com\/ger\/artikel\/olympische-spiele-2024-wie-reist-man-in-paris-a1573\">Parisjetaime<\/a>)<\/p><p>Diese Aufz&auml;hlung der Sicherheitskr&auml;fte ist atemberaubend.<\/p><blockquote><p>\n<em>Die Sicherung des sportlichen Gro&szlig;ereignisses stellt Frankreichs Sicherheitskr&auml;fte vor gro&szlig;e Herausforderungen. Bis zu 45.000 franz&ouml;sische Polizisten und Gendarmen sollen w&auml;hrend der Olympischen Spiele t&auml;glich eingesetzt werden. Zudem sollen Regierungszahlen zufolge 18.000 Soldaten mobilisiert werden. Zus&auml;tzlich werden 18.000 bis 22.000 private Sicherheitskr&auml;fte im Einsatz sein. Die franz&ouml;sische Polizei, die Gendarmerie und die Nachrichtendienste seien bereit, um die Sicherheit der Spiele zu gew&auml;hrleisten, betonte Frankreichs Innenminister G&eacute;rard Darmanin j&uuml;ngst. Frankreich sei, auch weil es universelle Werte vertrete, besonders bedroht, gerade w&auml;hrend der Olympischen Spiele, sagte der Minister. Die Pariser Olympia-Organisatoren verweisen darauf, dass in Frankreich seit den schweren Anschl&auml;gen in Paris 2015 die terroristische Bedrohung systematisch bei der Konzeption von Sicherheitsvorkehrungen ber&uuml;cksichtigt werde. Ab 2019 seien f&uuml;r Olympia mit den Beh&ouml;rden Sicherheitspl&auml;ne unter Ber&uuml;cksichtigung dieser Bedrohung konzipiert worden. &bdquo;Unser Land ist mit der Organisation von Veranstaltungen mit gro&szlig;er internationaler Tragweite vertraut. Es hat sich stets dieser Bedrohung gestellt, um selbst unter extrem schwierigen Umst&auml;nden beispielhafte, festliche und sichere Veranstaltungen zu gew&auml;hrleisten&rdquo;, erkl&auml;rte das Olympia-Organisationsteam.<\/em><\/p>\n<p>(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/olympia-paris-sicherheit-100.html\">Tagesschau<\/a>)\n<\/p><\/blockquote><p>Die <em>Tagesschau<\/em> liefert die Begr&uuml;ndung f&uuml;r so viel personellen Aufwand gleich mit, es ist die terroristische Bedrohung. Und ein Minister darf &auml;u&szlig;ern, dass diese Bedrohung deswegen best&uuml;nde, weil Frankreich f&uuml;r universelle Werte einstehe. Das sind Frankreichs Werte: Dessen Pr&auml;sident redet &uuml;ber Truppeneins&auml;tze im Osten des Kontinents, fordert noch mehr Waffenlieferungen und h&auml;lt gro&szlig;e, von f&uuml;hrenden Medien bejubelte Aufr&uuml;stungsreden nicht vorm Volk, sondern vor Auserw&auml;hlten an der Elite-Universit&auml;t Sorbonne.<br>\n(Quelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/macron-ruft-in-grundsatzrede-europa-zu-mehr-unabhaengigkeit-auf-kein-vasall-der-usa-100.html\">Deutschlandfunk<\/a>)<\/p><p><strong>Respekt und Daumendr&uuml;cken den Sportlern, Gedanken &uuml;ber zweifelhafte Entwicklung<\/strong><\/p><p>Gerade sah ich im Netz ein froh stimmendes Foto einer deutschen Leichtathletin. Sie posierte vor den Olympischen Ringen und verk&uuml;ndete in der Unterschrift gl&uuml;cklich und geschafft, dass sie sich f&uuml;r die Sommerspiele in Paris qualifizieren konnte. Ihr war wundervoll und f&uuml;r mich durchaus nachzuempfinden anzusehen, wie gro&szlig; ihre Erleichterung sein musste: Nach all den Anstrengungen, nach all den unz&auml;hligen Trainingseinheiten, den Entbehrungen, nach all den Qualifizierungstortouren f&auml;hrt sie tats&auml;chlich nach Paris. Olympia &ndash; Teilnahme ist alles. An ihrem Beispiel zeigt sich, wie sehr Leistungssportler f&uuml;r ihren Sport leben und &uuml;beraus viel geben. Olympia scheint f&uuml;r sie, sofern sie an der Spitze stehen, das h&ouml;chste, finale Ziel zu sein. Ach ja, Olympia. Und dazu noch in Paris. Dieser Sehnsuchtsort ist dieses Jahr der Ort f&uuml;r die Sportler, der Ort einer wundervollen Idee eines Pierre de Coubertin. Die junge deutsche Sportlerin wird m&ouml;glicherweise gar nicht wissen, auf welche Weise ihre Gastgeberstadt, ihr Paris auf diese Spiele vorbereitet, schick gemacht und die Spiele in einer &uuml;beraus angespannten Zeit eines beispiellosen Ausnahmezustandes durchgef&uuml;hrt werden.<\/p><p>Was ist aus Olympia &uuml;ber all die Jahre geworden? Ein immer wieder heftig kritisiertes Monstrum. Und auch diesmal, 2024, wird es nicht besser. In Paris zeichnet sich erneut ein zweifelhaftes, gigantisches Ereignis ab, welches auf dem R&uuml;cken vieler Menschen ausgetragen wird, die nicht im Rampenlicht stehen. Noch dazu in Kriegszeiten, in denen wir uns, das muss ungeschminkt gesagt werden, befinden. Geradezu tragisch mutet es an, dass in Paris ein Team der Fl&uuml;chtlinge an den Start gehen wird. Sie treten an, w&auml;hrend andere Fl&uuml;chtlinge aus Paris mit Bussen abtransportiert werden. Es ist zum Heulen, Hoffnung ist nicht in Sicht, H&auml;ndereichen ebenfalls nicht. Boykotte schon, Ausgrenzung von Athleten aus nicht genehmen L&auml;ndern auch.<\/p><p><strong>Dann doch noch eine gute Nachricht<\/strong><\/p><p>Die Buchh&auml;ndler an der Seine, die &bdquo;Bouquinisten&ldquo;, geh&ouml;ren zu Paris wie der Eifelturm. Sie sind eine Art fliegende H&auml;ndlerschar, die ihre Waren aus kleinen Holzkiosken feilbietet. F&uuml;r die Zeit der Olympiade sollen viele von ihnen, die sich im Zentrum befinden, ihre kleinen Kisten schlie&szlig;en. Nun hat der franz&ouml;sische Pr&auml;sident h&ouml;chstselbst verf&uuml;gt, dass sie bleiben d&uuml;rfen &ndash; trotz Sicherheitsbedenken seiner Polizei. Das ist doch mal <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/panorama\/paris-olympische-sommerspiele-bouquinisten-1.6358615\">eine gute Nachricht<\/a>.<\/p><p><small>Titelbild: Svet foto\/shutterstock.com<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich, zur Freude der vielen begeisterten Sportfreunde und vor allem der Athleten: Das gr&ouml;&szlig;te Sportereignis der Welt beginnt in wenigen Wochen. Die Olympischen Sommerspiele sowie die Paralympischen Spiele finden in der franz&ouml;sischen Hauptstadt statt. Doch der Preis f&uuml;r all den Glanz und Gloria ist hoch, Paris verwandelt sich in eine nochmals &uuml;berteuerte, &uuml;berhitzte Stadt, hin<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114957\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":114958,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,184,60,211],"tags":[1740,881,1043,2603,1373,1174],"class_list":["post-114957","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-ueberwachung","category-innere-sicherheit","category-veranstaltungshinweiseveranstaltungen","tag-arbeitsbedingungen","tag-armut","tag-frankreich","tag-gastarbeiter","tag-olympia","tag-segregation"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Shutterstock_2282803459.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=114957"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114957\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":115015,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/114957\/revisions\/115015"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/114958"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=114957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=114957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=114957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}