{"id":115,"date":"2006-01-31T11:43:58","date_gmt":"2006-01-31T10:43:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/v2\/?p=115"},"modified":"2016-02-18T09:42:11","modified_gmt":"2016-02-18T08:42:11","slug":"hochschulfreiheitsgesetz-in-nrw-oder-der-putsch-von-oben-gegen-ein-offentlich-verantwortetes-demokratisches-hochschulwesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115","title":{"rendered":"\u201eHochschulfreiheitsgesetz\u201c in NRW &#8211; oder der Putsch von oben gegen ein \u00f6ffentlich verantwortetes, demokratisches Hochschulwesen"},"content":{"rendered":"<p>Wie weit die Staatsverdrossenheit, ja die geradezu feindliche Einstellung gegen&uuml;ber dem demokratischen Staat und gegen&uuml;ber dem Parlamentarismus schon in den Staat selbst hineinreicht belegt ein sog. <a href=\"http:\/\/www.innovation.nrw.de\/Presse\/Pressemitteilungen\/2006\/pi_20050125.pdf\" title=\"Externer Link [PDF - 122 KB] zu http:\/\/www.innovation.nrw.de\/Presse\/Pressemitteilungen\/2006\/pi_20050125.pdf\">&bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; [PDF &ndash; 122 KB]<\/a>, dessen Eckpunkte der nordrhein-westf&auml;lische &ldquo;Innovationsminister&ldquo; Andreas Pinkwart (FDP) vorgelegt hat. Die blo&szlig;e Rechts- und Finanzaufsicht des demokratisch legitimierten Staates &uuml;ber die Hochschulen als sich selbst verwaltende, autonome K&ouml;rperschaften soll durch die &bdquo;Fachaufsicht&ldquo; eines st&auml;ndestaatlichen &bdquo;Hochschulrates&ldquo; abgel&ouml;st werden, in dem nach aller Erfahrung Unternehmensvertreter das Sagen haben.<br>\n<!--more--><br>\nAm 25. Januar stellte der sich neuerdings &bdquo;Innovationsminister&ldquo; titulierende Wissenschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen seine &bdquo;Eckpunkte des geplanten Hochschulfreiheitsgesetzes&ldquo; vor. Nachdem der der FDP angeh&ouml;rende stellvertretende Ministerpr&auml;sident Pinkwart im D&uuml;sseldorfer schwarz-gelben Kabinett schon ein sog. &bdquo;Studienbeitragsgesetz&ldquo; ins Gesetzgebungsverfahren gebracht hat und damit das B&uuml;rgerrecht auf Bildung durch die Einf&uuml;hrung von Studiengeb&uuml;hren in ein privates Investment in die berufliche Zukunft degradiert hat, soll nun der &ndash; wie er selbst sagt &ndash; &bdquo;Paradigmenwechsel&ldquo; vollends vollzogen werden. Die Hochschulen sollen von einer sich selbst verwaltenden K&ouml;rperschaft mit der verfassungsrechtlichen Garantie der Freiheit der Lehre, des Studiums und der Forschung zum &bdquo;verselbst&auml;ndigten&ldquo; &bdquo;Unternehmen&ldquo; umgewandelt werden, das sich den &bdquo;Herausforderungen&ldquo; des &bdquo;internationalen Wettbewerbs&ldquo; und des &bdquo;Wettbewerbs zwischen Hochschulen&ldquo; stellen muss und im Zweifel sogar in Konkurs gehen kann.<\/p><p><strong>Der Popanz &bdquo;staatlicher Dirigismus&ldquo;<\/strong><\/p><p>Ich will hier nicht dar&uuml;ber streiten, ob es Sinn macht, die staatlichen Hochschulen, deren Autonomie und Selbstverwaltung durch Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz institutionell garantiert ist, durch eine wirkliche Reform ihrer inneren Strukturen und ihres Verh&auml;ltnisses zum Staat, noch selbstverantwortlicher und noch handlungsf&auml;higer zu machen, als sie es derzeit sind. Ich rede also nicht &uuml;ber ein effizienteres Hochschulmanagement, k&uuml;rzere Entscheidungswege und klarere Verantwortlichkeiten, auch nicht &uuml;ber eine gr&ouml;&szlig;ere Finanzautonomie mittels Globalhaushalten oder durch eine eigene Personalhoheit der Hochschule.<br>\nNein, mir geht es hier ausschlie&szlig;lich um das grunds&auml;tzliche Verh&auml;ltnis zwischen &ouml;ffentlich verantworteten und finanzierten Hochschulen auf der einen und dem Staat sowie dem demokratisch gew&auml;hlten Parlament auf der anderen Seite.<\/p><p>Um das bisherige Verh&auml;ltnis sachlich zu beschreiben, ist es n&ouml;tig geworden zun&auml;chst einmal den nun seit Jahren aufgebauten Popanz vom Sockel zu sto&szlig;en, mit dem auch Pinkwart seine &bdquo;Reform&ldquo; begr&uuml;ndet. Es ist das Zerrbild von einem angeblichen &bdquo;staatlichen Dirigismus&ldquo; gegen&uuml;ber den Hochschulen, von einer angeblich b&uuml;rokratischen und detailregelungsw&uuml;tigen Wissenschaftsverwaltung. <\/p><p>Dazu muss man auf ein paar banale Selbstverst&auml;ndlichkeiten hinweisen: Wissenschaft, Forschung und Lehre sind nach unserem Grundgesetz zwar eine &bdquo;&ouml;ffentliche Aufgabe&ldquo; aber keine &bdquo;&ouml;ffentlich-rechtliche Aufgabe&ldquo; im Sinne einer staatlichen Zust&auml;ndigkeit. Der Staat hat durch Gesetz die Freiheit der Lehre, des Studiums und der Forschung zu gew&auml;hrleisten. Er kann und darf &uuml;ber Inhalte und Methoden der an den Hochschulen betriebenen Wissenschaft und der dort stattfindenden Lehre nicht zu befinden. Der Staat hat ausschlie&szlig;lich eine Rechts- und (weil die Hochschulen &uuml;ber Steuergelder finanziert werden) eine Finanzaufsicht &uuml;ber die Hochschulen. Die Hochschulen w&auml;hlen ihre Leitungsorgane (Rektoren und Dekane) durch die Selbstverwaltungsgremien und sie haben das Recht auf &bdquo;Selbstkooptation&ldquo;, d.h. sie w&auml;hlen die Wissenschaftler in einem vorgegebenen Auswahlverfahren aus. Der Staat darf eine Personalauswahl nur bei Rechts- oder Verfahrensverst&ouml;&szlig;en ablehnen oder einen Vorschlag aus diesen Gr&uuml;nden zur&uuml;ckgeben oder unter rechtlich gebundenem Ermessen etwa von der Reihung der Berufungsvorschl&auml;ge abweichen. Das hat seinen Sinn darin, dass die Personalauswahlverfahren einer externen Kontrolle unterliegen sollen, etwa um &bdquo;Seilschaften&ldquo; zu unterbinden &ndash; und glaube nur niemand, dass es solche nicht g&auml;be.<\/p><p>Als ehemaliger Staatssekret&auml;r im nordrhein-westf&auml;lischen Wissenschaftsministerium hatte auch ich gegen den Vorwurf staatlicher &bdquo;G&auml;ngelung&ldquo; anzuk&auml;mpfen. Sicher, auch ich konnte die finanziellen W&uuml;nsche und Notwendigkeiten (!) der Hochschulen angesichts der Kassenlage des Landes nicht erf&uuml;llen und musste Mangelverwaltung betrieben. Aber dieses Problem wird, wenn sich die Einnahmen des Staates nicht verbessern, k&uuml;nftig nur &bdquo;in aller Freiheit&ldquo; an die Hochschulen nach unten weiter gereicht werden.<br>\nIn punkto &bdquo;staatlichem Dirigismus&ldquo; habe ich im Ministerium alle Erlasse des Hauses gegen&uuml;ber den Hochschulen zusammentragen lassen und ich habe die Hochschulen aufgefordert mir jeden sie g&auml;ngelnden Erlass zu benennen. Das Ergebnis war: Es konnten nur eine Handvoll Erlasse gefunden werden. Nahezu alle Erlasse, die die Hochschulen st&ouml;rten, waren keine Erlasse des Wissenschaftsministeriums, sondern Erlasse, die sich aus Gesetzen und Verordnungen ergaben, die nicht in die Zust&auml;ndigkeit der Wissenschaft geh&ouml;rten, also baupolizeiliche-, sicherheitstechnische-, finanztechnische oder Vorschriften des allgemeinen Beamten- oder Tarifvertragsrechts. Und nat&uuml;rlich gibt es die Verordnungen, mit denen h&ouml;chstrichterlichen Entscheidungen Folge geleistet werden musste, wie z.B. die an den Hochschulen verhasste Kapazit&auml;tsverordnung (KapVO) zur Aufnahme eines Maximums an Studierenden &ndash; man k&ouml;nnte es auch freundlicher so formulieren: die Gerichte sorgten f&uuml;r einen effizienten Einsatz der Steuermittel.<br>\nIch h&auml;tte am liebsten auch noch auf diese Kapazit&auml;tsverordnung verzichtet und die Studierenden, die von den Hochschulen abgewiesen worden sind, auf den individuellen Rechtsweg verwiesen. Wer n&auml;mlich auf die Abschaffung der sog. KapVO setzt, sollte sich nicht t&auml;uschen: Noch heute werden nach Angaben eines Fachanwaltes bis zu 60% der Numerus-Clausus-Klagen von den sich einklagenden Studierenden gewonnen.<\/p><p>Dass die Hochschulen &uuml;ber die Verwendung der ihnen zugewiesenen Finanzmittel gegen&uuml;ber dem Staat als Treuh&auml;nder der Steuergelder der B&uuml;rger Rechnung legen m&uuml;ssen, ergibt sich aus dem elementarsten aller parlamentarischen Rechte, n&auml;mlich dem Haushaltsrecht des Haushaltsgesetzgebers.<br>\nIch will gar nicht bestreiten, dass ein kameralistische Haushaltsrecht, das jede Planstelle auff&uuml;hrt, &uuml;berholt ist, ich halte Globalhaushalte und eine nach Parametern gesteuerte, leistungsbezogene Mittelzuweisung durchaus f&uuml;r richtig.<\/p><p><strong>Das Verh&auml;ltnis von Staat und Hochschulen soll auf eine neue Grundlage gestellt werden<\/strong><\/p><p>Aber darum geht es ja im &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; des Herrn Pinkwart gar nicht prim&auml;r, wenn er sagt:<br>\n&bdquo;Mit dem Hochschulfreiheitsgesetz wird das Verh&auml;ltnis zwischen Staat und Hochschulen auf eine neue Grundlage gestellt.&ldquo;<br>\n&bdquo;Staat und Hochschulen gehen eine strategische Partnerschaft ein. Wir setzen auf eine Kultur des Vertrauens und verabschieden uns von staatlichem Dirigismus.&ldquo;<\/p><p>Mir geht es in diesem Beitrag ausschlie&szlig;lich um das grunds&auml;tzliche Verst&auml;ndnis des Verh&auml;ltnisses von Staat und Hochschule, das Pinkwart &bdquo;auf eine v&ouml;llig neue Basis stellen&ldquo; will.<\/p><p><strong>Irref&uuml;hrung als Begr&uuml;ndung: Die staatlich Rechtsaufsicht wird durch eine Fachaufsicht des Hochschulrates abgel&ouml;st<\/strong><\/p><p>Das sog. &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; unterliegt schon in seiner Begr&uuml;ndung einem grundlegenden Irrtum: &bdquo;Die Verselbst&auml;ndigung bringt mit sich, dass der Staat nur noch die Rechts- und nicht mehr die Fachaufsicht f&uuml;hrt&ldquo;. Mann m&uuml;sste hier sogar von einer Irref&uuml;hrung sprechen, denn der Staat ist auf dem Gebiet der Selbstverwaltung schon nach dem Grundgesetz auf blo&szlig;e Rechtsaufsicht beschr&auml;nkt und darf gar keine Fachaufsicht gegen&uuml;ber den Hochschulen f&uuml;hren und hat in NRW und wohl auch anderswo nie eine Fachaufsicht gef&uuml;hrt. Dagegen h&auml;tten sich unsere selbstbewussten Hochschulen mit guten rechtlichen Gr&uuml;nden gewehrt.<br>\nDer Unterschied zwischen Recht- und Fachaufsicht ist von grunds&auml;tzlicher Art im Verh&auml;ltnis von Staat und staatlichen Einrichtungen. Die Rechtsaufsicht bezieht sich auf die Rechtm&auml;&szlig;igkeitskontrolle, die Fachaufsicht bezieht sich auf die inneren Angelegenheiten der Hochschule, sie geht weit &uuml;ber die Pr&uuml;fung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit hinaus und betrifft auch Fragen der Zweckm&auml;&szlig;igkeit und Angemessenheit der Entscheidungen und des Handelns der Hochschulen.<\/p><p>Das Gegenteil dessen was Pinkwart behauptet, wird mit seinem angeblichen &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; also eingef&uuml;hrt, n&auml;mlich erstmals eine &bdquo;Fachaufsicht&ldquo; &uuml;ber die inneren Angelegenheiten der Hochschulen und zwar durch ein ganz neues Organ, dem &bdquo;Hochschulrat&ldquo;.<br>\n&bdquo;Der Hochschulrat <strong>nimmt die Fachaufsicht wahr<\/strong>&ldquo; hei&szlig;t es in den Eckpunkten. <\/p><p>Aber damit nicht genug, der Hochschulrat soll auch &uuml;ber die &bdquo;strategische Ausrichtung der Hochschule&ldquo; entscheiden, er soll auch &bdquo;&uuml;ber den Hochschulentwicklungsplan und &uuml;ber die von den Hochschulen mit dem Land ausgehandelten Zielvereinbarungen&ldquo; beschlie&szlig;en.<br>\nDar&uuml;ber hinaus wird der Hochschule noch das ihr ureigene Recht der Hochschule auf Wahl ihrer Hochschulleitung abgesprochen: &bdquo;Rektor\/Pr&auml;sident und Kanzler\/Vizepr&auml;sident werden vom Hochschulrat gew&auml;hlt und durch den Senat best&auml;tigt.&ldquo;<\/p><p>Im Ergebnis soll also der Staat von der &bdquo;Bildfl&auml;che&ldquo; weitestgehend verschwinden und sich mit dem Aufh&auml;ngen eines schlanken gesetzlichen &bdquo;Rahmens&ldquo; zufrieden geben und dar&uuml;ber hinaus d&uuml;rfen Steuerzahler und Haushaltsgesetzgeber noch die Rolle des Zahlmeisters spielen. Selbst das Selbstverwaltungsrecht der Hochschulmitglieder wird ausgeh&ouml;hlt und weitestgehend auf die Hochschulleitung &uuml;bertragen. Daf&uuml;r soll ein Hochschulrat fachliche Aufsichts- und inhaltliche Steuerungsrechte bis hin zum Auswahlrecht f&uuml;r das Leitungspersonal bekommen. <\/p><p><strong>Der Hochschulrat als &bdquo;h&ouml;heres Wesen&ldquo;, eine Erfindung des CHE<\/strong><\/p><p>Welches h&ouml;here Wesen, das jenseits von einer demokratisch legitimierter Regierung und jenseits des vom Volk gew&auml;hlten Parlaments, endlich die Freiheit der Hochschulen verhei&szlig;en soll, steckt nun hinter dem &bdquo;neuen Organ&ldquo; Hochschulrat:<\/p><p>Der Hochschulrat soll nach den Vorstellungen Pinkwarts mindestens zur H&auml;lfte aus Mitgliedern von au&szlig;erhalb der Hochschule zusammengesetzt sein, der Vorsitzende muss von au&szlig;en kommen. Die Mitglieder werden auf Vorschlag von Senat und Rektorat vom Minister ernannt, so will es das neue Gesetz. So oder so &auml;hnliche Regelungen finden sich auch schon in den Hochschulgesetzen von Baden-W&uuml;rttemberg, Hamburg und Niedersachsen.<\/p><p>Schaut man sich einmal um, woher dieses Konzept des R&uuml;ckzuges des Staates und der Einsetzung einer neuen Leitungsebene &bdquo;Hochschulrat&ldquo; stammt, so st&ouml;&szlig;t man auf die &bdquo;Governance Struktur&ldquo; des &bdquo;New Public Management&ldquo;-Modells, das vom &bdquo;Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung&ldquo; (CHE) der Bertelsmann Stiftung und dem hochschulpolitischen Arm der Wirtschaft, dem &bdquo;Stifterverband f&uuml;r die deutsche Wissenschaft&ldquo; seit geraumer Zeit der Politik angedient, ja noch mehr, geradezu aufgen&ouml;tigt wird. Kein Wunder also, dass das CHE und sein Leiter, der Betriebswirt Detlev M&uuml;ller-B&ouml;ling, die nordrhein-westf&auml;lischen Eckpunkte f&uuml;r das geplante Hochschulfreiheitsgesetz &uuml;berschw&auml;nglich begr&uuml;&szlig;en: &bdquo;Es ist zu w&uuml;nschen, dass die allermeisten der von Minister Pinkwart angek&uuml;ndigten Regelungen tats&auml;chlich <a href=\"http:\/\/www.che.de\/news.php?id=440\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.che.de\/news.php?id=440\">Gesetz werden<\/a>.&ldquo;<\/p><p>Das CHE hat sich inzwischen nicht nur zum Hauptratgeber f&uuml;r die Wissenschaftsministerien sondern mit seinen &bdquo;Benchmarks&ldquo; und seinen von den Ministerien selbst in Auftrag gegebenen Stellungnahmen zu einer Art Pr&auml;fekt der Glaubenskonkregation in Sachen Hochschulgesetze aufgeschwungen. Nicht nur das S&auml;chsische Ministerium f&uuml;r Wissenschaft und Kunst sah sich gezwungen eine <a href=\"http:\/\/www.che.de\/news.php?id=426\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.che.de\/news.php?id=426\">Stellungnahme des CHE<\/a> zu seinem geplanten Hochschulgesetz einzuholen, das CHE hat sogar den Titel des nordrhein-westf&auml;lischen &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetzes&ldquo; erfunden und nicht nur das. Schon Ende 2005 hat es &bdquo;Zehn CHE-Anforderungen an ein Hochschulfreiheitsgesetz in NRW&ldquo; aufgestellt, um Pinkwart nunmehr &ndash; wie einem gelehrigen Sch&uuml;ler &ndash; ein Zeugnis auszustellen, inwieweit er die Anforderungen des CHE erf&uuml;llt hat. <\/p><p>Den Forderungen nach einer Flexibilisierung der Governance-Strukturen w&uuml;rde Pinkwart &bdquo;in erheblichem Umfang Rechnung&ldquo; tragen. Vor allem mit der <\/p><blockquote><p>\nSchaffung verschiedener Optionen f&uuml;r F&uuml;hrungsmodelle einschlie&szlig;lich eines erweiterten Pr&auml;sidiums und insbesondere eines an die Stelle des Kuratoriums tretenden, &uuml;berwiegend extern besetzten Hochschulrates mit strategischen Kompetenzen. E w&auml;hlt zudem den vom Senat zu best&auml;tigenden Rektor bzw. Pr&auml;sidenten wie auch den Kanzler bzw. Vizepr&auml;sidenten. Das Prinzip der &bdquo;doppelten Legitimation&ldquo; wird so auf der Ebene der Hochschulleitung eingef&uuml;hrt. Richtig ist auch, dass hier Externe gew&auml;hlt werden k&ouml;nnen. Dem Hochschulrat sollte dabei aber in jedem Falle die Entscheidung &uuml;ber die Grundordnung, &uuml;ber den Hochschulentwicklungsplan und &uuml;ber die Zielvereinbarung obliegen.<\/p>\n<div class=\"cite_hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div>\n<p class=\"reference\">Quelle: <a href=\"http:\/\/www.che.de\/downloads\/Bewertung_NRW_Eckpunkte060127_440.pdf\" title=\"Externer Link [PDF - 144 KB] zu http:\/\/www.che.de\/downloads\/Bewertung_NRW_Eckpunkte060127_440.pdf\">Bewertung_NRW_Eckpunkte [PDF &ndash; 144 KB]<\/a><\/p>\n<\/blockquote><p>So hei&szlig;t es anma&szlig;end in den &bdquo;Bewertungen&ldquo;.<\/p><p>&bdquo;Sehr gut, setzen Sch&uuml;ler Pinkwart&ldquo;, urteilen also die Zensurengeber aus G&uuml;tersloh. Pinkwart &bdquo;tr&auml;gt Rechnung, &bdquo;richtig ist&ldquo;, Pinkwart &bdquo;sollte&ldquo; usw. Soweit ist also die Politik schon in ein Abh&auml;ngigkeitsverh&auml;ltnis zu einem externen, durch nichts als durch Geld legitimierten Unternehmens-Think-Tank geraten. Die Regierung, das demokratisch legitimierte Parlament oder die Parteien sind zu Befehlsempf&auml;ngern der Bertelsmann-Stiftung degradiert.<\/p><p><strong>Wie sieht die wunderbare Welt des &bdquo;New Public Managements&ldquo; in der Realit&auml;t aus?<\/strong><\/p><p>Ich bin selbst externes Mitglied eines Hochschulrates. Ich war immerhin fast zehn Jahre als Wissenschaftler an mehreren Hochschulen t&auml;tig und vier Jahre Staatssekret&auml;r im nordrhein-westf&auml;lischen Wissenschaftsministerium und kenne mich ein wenig mit Hochschulverwaltung aus. Aus meiner Erfahrung als Hochschulratsmitglied und von Berichten &uuml;ber andere Hochschulr&auml;te wei&szlig; ich, dass zumindest die von au&szlig;en kommenden Hochschulratsmitglieder, die allenfalls vier oder f&uuml;nfmal im Jahr zu einer Sitzung an die Hochschule kommen, mit den in den Gesetzen vorgesehenen Entscheidungskompetenzen aufgrund ihrer unzureichenden eigenen Anschauung der jeweiligen Hochschule und wegen mangelnder Detailkenntnisse und pers&ouml;nlicher Erfahrung &uuml;ber die Entscheidungsgegenst&auml;nde bei den ihnen &uuml;bertragenen Entscheidungen ehrlicherweise &uuml;berfordert sind. Wie sollen denn von weit her gereiste Hochschulratsmitglieder etwa eine ausreichende interne Personenkenntnis etwa f&uuml;r einen Vorschlag oder f&uuml;r die Wahl des Leitungspersonal haben?<br>\nWie sollen sie kompetente Anw&auml;lte der &bdquo;strategischen Ziele&ldquo; der Hochschule sein, wenn sie die Hochschulen nur aus der Distanz kennen? Ausschlaggebend ist da doch meist nur die eigene (Vor-)Urteilsstruktur.<\/p><p>Es bleibt den extern Berufenen im Allgemeinen nicht viel mehr &uuml;brig, als sich auf die Vorschl&auml;ge des amtierenden Pr&auml;sidenten oder Rektors zu st&uuml;tzen. Wenn also der Rektor vor allem den von au&szlig;en kommenden Vorsitzenden des Hochschulrates auf seine Seite bringt, hat er seine Mehrheiten in der Regel gesichert. Der ohnehin dominante Rektor oder Pr&auml;sident wird also zum starken Mann, der wie ein Vorstandsvorsitzender einer Firma nach innen autorit&auml;r seine Entscheidungen durchsetzen kann und sich beim Aufsichtsrat den n&ouml;tigen R&uuml;ckhalt dazu besorgt.<\/p><p><strong>Wer sitzt in Hochschulr&auml;ten<\/strong><\/p><p>Es geht aber nicht nur um Sachn&auml;he und mangelnde Information, noch problematischer ist die Frage, wer im Hochschulrat sitzt und damit die Entscheidungen anstelle des Staates und der Hochschulselbstverwaltung trifft.<\/p><p>Im Sinne des allenthalben verbreiteten Staatsskeptizismus k&ouml;nnte man einwenden: Wunderbar, endlich kommt die &bdquo;Zivilgesellschaft&ldquo; zu ihrem Recht und endlich entscheiden die gesellschaftlichen Kr&auml;fte &uuml;ber die Hochschulen und nicht mehr der Moloch Staat.<\/p><p>Schauen wir uns doch dazu einmal nur beispielhaft die gesellschaftlichen Kr&auml;fte an, die in schon bestehenden Hochschulr&auml;ten etwa in Bayern, Baden-W&uuml;rttemberg, Hamburg oder Niedersachsen sitzen: <\/p><p>(Das Folgende sollten Sie nur &uuml;berfliegen, um sich ein eigenes Bild zu machen. Die Vertreter der Wirtschaft sind zur leichteren &Uuml;bersicht kursiv gedruckt.)<\/p><p><strong>Im Hochschulrat der <a href=\"http:\/\/www.uni-muenchen.de\/lmu-31000000\/hochschulrat.htm\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.uni-muenchen.de\/lmu-31000000\/hochschulrat.htm\">Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t M&uuml;nchen<\/a> sitzen:<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Herzog Franz von Bayern<\/strong> (geboren 1933)<br>\nChef des Hauses Wittelsbach und damit der Stifterfamilie der Universit&auml;t Studium an den Universit&auml;ten Z&uuml;rich und M&uuml;nchen<\/li>\n<li><em><strong>Dr. Nikolaus von Bomhard<\/strong><br>\nVorsitzender des Vorstands der M&uuml;nchner R&uuml;ck, M&uuml;nchen<\/em><\/li>\n<li><strong><em>Prof. Dr. Hubert Burda<\/em><\/strong> (geboren 1940), als <strong>Vorsitzender des Hochschulrates<\/strong>,<br>\n<em>Vorsitzender des Vorstands der Burda Holding GmbH &amp; Co KG, M&uuml;nchen und Pr&auml;sident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverlage.<\/em> Dr. Burda studierte an der Universit&auml;t M&uuml;nchen Kunstgeschichte, Arch&auml;ologie und Soziologie. <\/li>\n<li><strong><em>Prof. Dr. Herbert A. Henzler<\/em><\/strong> (geboren 1941)<br>\n<em>McKinsey &amp; Company, Inc.<\/em>, Nach einer kaufm&auml;nnischen Lehre studierte Prof. Henzler Betriebswirtschaftslehre in Saarbr&uuml;cken, M&uuml;nchen und Berkeley. Seit 1992 ist er Honorarprofessor f&uuml;r Strategie- und Organisationsberatung an der Universit&auml;t M&uuml;nchen<\/li>\n<li><strong>Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Robert Huber<\/strong> (geboren 1937)<br>\nDirektor am Max-Planck-Institut f&uuml;r Biochemie in Martinsried. Studium der Chemie, Promotion und Habilitation an der TU M&uuml;nchen, au&szlig;erplanm&auml;&szlig;iger Professor an der TU M&uuml;nchen. Professor Huber erhielt 1988 den Nobel-Preis f&uuml;r Chemie.<\/li>\n<li><strong>Prof. Dr. Jutta Limbach<\/strong><br>\nPr&auml;sidentin des Goethe-Instituts Inter Nationes in M&uuml;nchen. Zuvor Pr&auml;sidentin des Bundesverfassungsgerichts vom 14. September 1994 bis zum 10. April 2002. Studium der Rechtswissenschaften in Berlin und Freiburg. Ab 1971 Professorin f&uuml;r B&uuml;rgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht und Rechtssoziologie an der Freien Universit&auml;t Berlin. <\/li>\n<li><strong><em>Dr. Rachel Salamander<\/em><\/strong> (geboren 1949)<br>\n<em>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Literaturhandlung GmbH R und S<\/em> in M&uuml;nchen. Die bereits mehrfach ausgezeichnete Germanistin erhielt 1998 den Kulturellen Ehrenpreis der Landeshauptstadt M&uuml;nchen.<\/li>\n<li><strong><em>Dr. Albrecht Schmidt<\/em><\/strong> (geboren 1938) (<strong>stellvertretender Vorsitzender<\/strong>)<br>\n<em>Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank AG<\/em><br>\nStudium der Rechtswissenschaften an den Universit&auml;ten M&uuml;nchen und T&uuml;bingen<\/li>\n<li><strong><em>Prof. Dr. Wilhelm Simson<\/em><\/strong> (geboren 1938)<br>\n<em>Vorsitzender des Vorstands der E.ON AG.<\/em> Studium der Chemie und Promotion an der Universit&auml;t M&uuml;nchen. Seit 1998 ist Prof. Simson Honorarprofessor f&uuml;r technische Chemie an der Universit&auml;t M&uuml;nchen.<\/li>\n<li><strong>Prof. Dr.rer.pol. Bernd Huber<\/strong><br>\nRektor der Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t M&uuml;nchen<\/li>\n<\/ul><p><strong>Im Hochschulrat der <a href=\"http:\/\/www.tu-muenchen.de\/infocenter\/presse\/tum_mit\/tum2_9899\/report01.tuml\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.tu-muenchen.de\/infocenter\/presse\/tum_mit\/tum2_9899\/report01.tuml\">TU M&uuml;nchen<\/a> sitzen <\/strong><\/p><ul>\n<li>Dipl.-Kfm. <strong>Roland Berger<\/strong>, geboren 1937, gr&uuml;ndete 1967 die <em>Roland Berger &amp; Partner GmbH International Management Consultants<\/em>. Unter anderem war er Pr&auml;sident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmenberater, ist seit 1992 Deputy Chairman International der Association of Management Consulting Firms, arbeitet in der &ldquo;Kommission f&uuml;r Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen&rdquo; mit und ist Mitglied des &ldquo;Innovationsbeirates&rdquo; beim Bundespr&auml;sidenten.<\/li>\n<li><strong>Prof. Richard R. Ernst<\/strong>, geboren 1933, Ordinarius f&uuml;r Physikalische Chemie an der ETH Z&uuml;rich.<\/li>\n<li><strong><em>Dr. Jochen Holzer<\/em><\/strong>, geboren 1934, von 1993 bis 1998 &ndash; <em>Vorsitzender des Aufsichtsrates der VIAG AG., von 1990 bis 1993 den Vorstandsvorsitzender Bayernwerk AG und von 1993 bis 1996 deren Aufsichtsratsvorsitzender. Dar&uuml;ber hinaus sitzt Holzer in einer Reihe weiterer Aufsichtsr&auml;te, darunter Allianz Lebensversicherungs AG, Bayerische Hypotheken- und Wechselbank AG, Ruhrkohle AG und Philipp Holtzmann AG.<\/em><\/li>\n<li><strong>Vigdis Nipperdey<\/strong>, geboren 1944, ist Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin des &ldquo;Forums Ebenhausen&rdquo; bei der Stiftung &ldquo;Wissenschaft und Politik&rdquo;, einem Forschungsinstitut das sich besonders die F&ouml;rderung der transatlantischen Beziehungen auf die Fahnen geschrieben hat und deshalb von der Konrad-Adenauer-Stiftung besonders empfohlen wird. 1990 wurde sie in die Bayerische Akademie L&auml;ndlicher Raum gew&auml;hlt, seit 1993 geh&ouml;rt sie, unter anderem als Stellvertretende Kreisvorsitzende, dem Kreisvorstand Bad T&ouml;lz-Wolfratshausen der Frauen-Union an. 1998 war sie Listenkandidatin der CSU f&uuml;r den Bundestag.<\/li>\n<li><strong><em>Dr.-Ing. Heinrich von Pierer<\/em><\/strong>, geboren 1941, ist <em>seit 1992 Vorsitzender des Vorstandes der Siemens AG<\/em>. Der promovierte Jurist und diplomierte Volkswirt begann 1969 bei der Siemens AG zun&auml;chst in der Rechtsabteilung des Zentralbereiches Finanzen, &uuml;bernahm 1988 die kaufm&auml;nnische Leitung des Unternehmensbereiches Kraftwerk Union AG (KWU); ein Jahr sp&auml;ter wurde er in den <em>Vorstand der Siemens AG gew&auml;hlt, dessen stellvertretender Vorsitzender er 1991 wurde<\/em>. Daneben hat er sich auch politisch bet&auml;tigt: 18 Jahre lang sa&szlig; v. Pierer f&uuml;r die CSU im Erlanger Stadtrat. Heute ist er wirtschaftspolitischer Berater der CDU und der Kanzlerin.<\/li>\n<li><strong><em>Dipl.-Ing. Bernd Pischetsrieder<\/em><\/strong>, geboren 1948, von 1993 bis 1999 <em>Vorsitzender des Vorstandes der BMW AG<\/em>. Nach dem Studium des Maschinenbaues an der TU M&uuml;nchen trat er in die BMW AG ein und hatte dort verschiedene Positionen inne. So war er Direktor f&uuml;r Produktion, Entwicklung, Einkauf und Logistik im s&uuml;dafrikanischen Pretoria, Leiter der Qualit&auml;tssicherung und Leiter der Technischen Planung. 1990 wurde er stellvertretendes, ein Jahr sp&auml;ter ordentliches Mitglied des Vorstandes der BMW AG. Er sitzt im Aufsichtsrat verschiedener Unternehmen und Banken und ist Vizepr&auml;sident der Deutschen Automobilindustrie. 1998 war er Pr&auml;sident des Verbandes der Europ&auml;ischen Automobilhersteller. <em>Heute Vorstandsvorsitzender von VW.<\/em><\/li>\n<li><strong><em>Dr. Henning Schulte-Noelle<\/em><\/strong>, geboren 1942, ist <em>seit 1991 Vorsitzender des Vorstandes der Allianz AG<\/em>. Der promovierte Jurist und Master of Business Administration arbeitete zun&auml;chst als Rechtsanwalt in einer Frankfurter Anwaltskanzlei. Seit 1975 war er in verschiedenen Positionen in der Allianz Gruppe t&auml;tig, unter anderem als <em>Mitglied des Vorstandes der Allianz Versicherungs-AG und Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherungs-AG<\/em>. <em>Schulte-Noelle ist Mitglied mehrerer Aufsichtsr&auml;te, darunter BASF AG, Siemens AG und Dresdner Bank AG<\/em>, sowie Mitglied im Asien-Pazifik-Ausschu&szlig; der Deutschen Wirtschaft und im Club Mexiko-Europa.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Im Hochschulrat der TU Darmstadt sitzen<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Jutta Allmendinger<\/strong>, geboren 1956, leitet seit knapp drei Jahren das Forschungsinstitut der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit in N&uuml;rnberg. Seit 1992 ist sie Professorin f&uuml;r Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t M&uuml;nchen. 2004 wurde sie als ordentliches Mitglied in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften berufen.<\/li>\n<li>Die Juristin und Wissenschaftsmanagerin <strong>Dorothee Dzwonnek<\/strong> (Jahrgang 1957) ist seit 2002 stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums J&uuml;lich. Von 1987 bis 1996 und von 2000 bis 2002 war sie im Ministerium f&uuml;r Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen unter anderem f&uuml;r Grundsatzfragen der Hochschulplanung und Forschungsf&ouml;rderung zust&auml;ndig. Von 1996 bis 2000 war sie Kanzlerin der Universit&auml;t Dortmund.<\/li>\n<li><strong><em>Carlo Giersch<\/em><\/strong>, Jahrgang 1937, ist <em>Mitbegr&uuml;nder der Firma Spoerle Electronic in Dreieich. Mitte der achtziger Jahre erfolgte die &Uuml;bernahme des gesamten Unternehmens. Seit dem Verkauf an ARROW Inc., New York, ist Carlo Giersch Chairman ARROW Europe sowie Gesch&auml;ftsf&uuml;hrender Gesellschafter der F.L.C. GmbH (Finanz, Leasing, Consulting).<\/em><\/li>\n<li><strong>Peter Gruss<\/strong>, Jahrgang 1949, ist seit 2002 Pr&auml;sident der Max-Planck-Gesellschaft. Er war von 1982 bis 1986 Professor am Institut f&uuml;r Mikrobiologie der Universit&auml;t Heidelberg. Danach wechselte er an das Max-Planck-Institut f&uuml;r biophysikalische Chemie in G&ouml;ttingen als Direktor und Wissenschaftliches Mitglied. Der Tr&auml;ger des Leibniz-Preises (1994), des Deutschen Zukunftspreises (Preis des Bundespr&auml;sidenten f&uuml;r Technik und Innovation, 1999) und des Nieders&auml;chsischen Staatspreises (2004) ist au&szlig;erdem Honorarprofessor der Universit&auml;t G&ouml;ttingen.<\/li>\n<li><strong><em>J&uuml;rgen Heraeus<\/em><\/strong>, Jahrgang 1936. Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universit&auml;t M&uuml;nchen. <em>Eintritt in die W. C. Heraeus GmbH 1964, Vorsitzender der Gesch&auml;ftsleitung der W. C. Heraeus GmbH 1983, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Heraeus Holding GmbH seit Januar 2000.<br>\nNeben dem Mandat als Pr&auml;sident der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Materialkunde (DGM) und als Mitglied des Pr&auml;sidiums des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI) ist Dr. Heraeus in verschiedenen Unternehmen als Aufsichtsratsvorsitzender und als Aufsichtsratsmitglied t&auml;tig.<\/em><\/li>\n<li><strong><em>Traudl Herrhausen<\/em><\/strong>, Jahrgang 1943, ist in Dornbirn\/&Ouml;sterreich geboren. Von 1961 bis 1966 studierte sie an der Hochschule f&uuml;r Welthandel in Wien. Nach erster beruflicher T&auml;tigkeit in einer Wirtschaftspr&uuml;ferkanzlei und als <em>Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin eines Damenmoden-Gesch&auml;fts<\/em> in Wien begann sie 1971 das Medizinstudium in Innsbruck, 1980 legte sie ihre &auml;rztliche Pr&uuml;fung ab. Von 1991 bis 2003 war sie Mitglied der CDU-Fraktion des Hessischen Landtags. Dort war sie unter anderem im Ausschuss f&uuml;r Wissenschaft und Kunst t&auml;tig.<\/li>\n<li><strong>Konrad Osterwalder<\/strong>, Jahrgang 1942. Studium der theoretischen Physik an der ETH Z&uuml;rich, 1970 Promotion. 1970 bis 1976 zun&auml;chst als Research Fellow, dann als Assistant Professor und Associate Professor am Physik- und Mathematikdepartment der Harvard University. Seit 1977 ordentlicher Professor f&uuml;r Mathematik an der ETH Z&uuml;rich, seit 1995 Rektor der ETH Z&uuml;rich. L&auml;ngere Gastaufenthalte und Gastprofessuren z. B. an der Princeton University, am Max-Planck-Institut f&uuml;r Physik und Astrophysik in M&uuml;nchen, an der Tokyo Universit&auml;t, dem Institut des Hautes Etudes Scientifiques in Bures-sur-Yvette und am Weitzmann-Institut in Rehovot\/Israel.<\/li>\n<li><strong><em>Bernhard Scheuble<\/em><\/strong>, Jahrgang 1953, studierter Physiker und promoviert am Fraunhofer Institut f&uuml;r Angewandte Festk&ouml;rperphysik, ist seit 1997 Honorarprofessor der Universit&auml;t Stuttgart. Von 2000 bis 2005 hatte er den <em>Vorsitz der Gesch&auml;ftsleitung des Pharma- und Chemieunternehmens Merck KGaA<\/em> inne. Scheuble engagiert sich in Verb&auml;nden der pharmazeutischen und chemischen Industrie. Er ist Sprecher der Japan-Initiative der Deutschen Wirtschaft, Vorsitzender des Stiftungsrates des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin und designierter Co-Vorsitzender des Deutsch-Japanischen Forums. Ferner ist er Mitglied in verschiedenen Kuratorien (Robert Koch-Stiftung, Paul Ehrlich-Stiftung, Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft sowie Schirn Kunsthalle).<\/li>\n<li>Der Bauingenieur <strong><em>Hans Helmut Schetter<\/em><\/strong>, Jahrgang 1949, geh&ouml;rt seit 1990 der <em>Bilfinger Berger Unternehmensgruppe an, seit 1996 ist er ordentliches Mitglied des Vorstands des Konzerns<\/em>. Professor Schetter ist seit dem Jahr 2000 Lehrbeauftragter an der TU Darmstadt. 2004 wurde er zum Honorarprofessor ernannt. Er geh&ouml;rt dem Bundesvorstand des Wirtschaftsrates Deutschland an.<\/li>\n<li><strong>Sigmar Wittig<\/strong>, Jahrgang 1940, Vorsitzender des Vorstands des Deutschen Zentrums f&uuml;r Luft- und Raumfahrt. Studium des Maschinenbaus an der RWTH Aachen, Promotion 1967. Von 1967 bis 1976 in den USA. Seit 1976 Ordinarius f&uuml;r Thermische Str&ouml;mungsmaschinen und Leiter des Instituts f&uuml;r Thermische Str&ouml;mungsmaschinen an der Universit&auml;t Karlsruhe. Von 1994 bis 2002 war Prof. Wittig zudem Rektor der Universit&auml;t Karlsruhe.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Dem Hochschulrat der <a href=\"http:\/\/www.uni-protokolle.de\/nachrichten\/id\/58700\/\" title=\"Externer Link zu http:\/\/www.uni-protokolle.de\/nachrichten\/id\/58700\/\">k&uuml;nftigen Eliteuniversit&auml;t Heidelberg<\/a> geh&ouml;ren an:<\/strong><\/p><p><strong>Als externe Mitglieder:<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Dr. Britta E. Buhlmann<\/strong>, Direktorin der Pfalzgalerie Kaiserslautern,<\/li>\n<li><em><strong>Dr. Ulrich Cartellieri<\/strong>, Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank AG, <\/em><\/li>\n<li><strong><em>Prof. Dr. Walter Kr&ouml;ll<\/em><\/strong>, ehem. Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums f&uuml;r Luft- und Raumfahrt e.V., ehem. Pr&auml;sident der Helmholtz Gemeinsschaft, neuerdings Vorsitzender des Advisory Council for Aeronautics in Europe (ACARE) <em>Mitglied in mehreren Aufsichts- und Beratungsgremien der Privatwirtschaft<\/em> sowie &ouml;ffentlichen Forschungseinrichtungen,<\/li>\n<li><em><strong>Manfred Lautenschl&auml;ger<\/strong>, Aufsichtsratsvorsitzender der MLP AG,<\/em><\/li>\n<li><strong>Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christiane N&uuml;sslein-Volhard<\/strong>, Direktorin des Max-Planck-Instituts f&uuml;r Entwicklungsbiologie T&uuml;bingen sowie<\/li>\n<li>Seine Exzellenz <strong>Avi Primor<\/strong>, Vizepr&auml;sident der Universit&auml;t Tel Aviv.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Der sozialdemokratische Wissenschaftsminister Prof. J&uuml;rgen Z&ouml;llner hat f&uuml;r die <a href=\"http:\/\/zope.verwaltung.uni-mainz.de\/org\/gremien\/hochschulrat\/mitglieder\" title=\"Externer Link zu http:\/\/zope.verwaltung.uni-mainz.de\/org\/gremien\/hochschulrat\/mitglieder\">Johannes Gutenberg Universit&auml;t Mainz<\/a> berufen:<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong>Prof. Klaus Michael Arp<\/strong> &ndash; K&uuml;nstlerischer Leiter der Villa Musica.<\/li>\n<li><em><strong>Bundesminister a.D. Dr. Hans Friderichs<\/strong> &ndash; ehemals Vorstandssprecher der Dresdener Bank (trat wegen seiner Verwicklung in die Flick-Spenden-Aff&auml;re zur&uuml;ck), in seine Zeit als Aufsichtsratvorsitzender der Minol AG 1992 fiel die Leuna-Aff&auml;re, die Liste seiner Aufsichtsratsmandate reicht von der Goldman Sachs Investment Management GmbH &uuml;ber die Leica Camera AG und Schneider Electric S.A. bis hin zu adidas-Salomon.<\/em><br>\nVorsitzender des Hochschulkuratoriums der Johannes Gutenberg-Universit&auml;t Mainz.<\/li>\n<li><em><strong>Dr. Leopold von Heimendahl<\/strong> &ndash; Ehemaliger Vorstandssprecher des Schott Glas Konzerns.<\/em><\/li>\n<li><strong>Universit&auml;tsprofessor Dr. Walter Kr&ouml;ll<\/strong> &ndash; Pr&auml;sident der Helmholtz-Gemeinschaft.<\/li>\n<li><strong>Universit&auml;tsprofessor Dr. Martin R&ouml;llinghoff<\/strong> &ndash; Direktor des Instituts f&uuml;r Klinische Mikrobiologie und Immunologie der Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Im Hochschulrat der Universit&auml;t Hannover sitzen:<\/strong><\/p><ul>\n<li><strong><em>Prof. Manfred Geiger<\/em><\/strong> wechselte nach Studium und Promotion an der Technischen Hochschule Stuttgart und Universit&auml;t Stuttgart in die Wirtschaft, wo er leitende T&auml;tigkeiten im Bereich des Werkzeugmaschinenbaus und der Fahrzeugzulieferindustrie wahrnahm. 1982 nahm er den Ruf auf den neu gegr&uuml;ndeten Lehrstuhl f&uuml;r Fertigungstechnologie am Institut f&uuml;r Fertigungstechnik der Universit&auml;t Erlangen-N&uuml;rnberg an, nahezu zeitgleich gr&uuml;ndete er, als Technologietransfereinrichtung das <em>Bayerische Laserzentrum gGmbH in Erlangen, dessen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsvorsitz er seitdem auch inne hat<\/em>. Der Produktionswissenschaftler ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Kommissionen unter anderem im Konvent f&uuml;r Technikwissenschaften acatech. Er ist activ member des Coll&egrave;ge International pour l`&Eacute;tude Scientifique des Techniques de Production M&eacute;canique, Paris (CIRP) und derzeit auch Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft f&uuml;r Produktionstechnik (WGP). Bis 2002 vertrat er &uuml;ber sieben Jahre die Ingenieurwissenschaften als Mitglied von Senat und Hauptausschuss in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Februar 2003 wurde er in den Wissenschaftsrat berufen.<\/li>\n<li><strong>Prof. Ursula Keller<\/strong> ist Professorin im Institut f&uuml;r Quantenelektronik des Department Physik der ETH Z&uuml;rich. Die Physikerin hat sich mit ihren Forschungsleistungen internationales Renomee erarbeitet. Die geb&uuml;rtige Schweizerin ist nach Stationen an der Heriot Watt University Edinburgh, Schottland sowie an der Stanford University, Kalifornien und bei IBM und AT&amp;T Bell Laboratories, Holmdell, New Jersey wieder in die Schweiz zur&uuml;ckgekehrt. Sie ist unter anderem Mitglied der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW), der Optical Society of America (OSA), dem Institute of Electrical and Elect-ronics Engineers (IEEE), der European Physical Society (EPS) sowie der Swiss Physical Society (SPS).<\/li>\n<li><em><strong>Prof. Joachim Milberg<\/strong> ist ehemaliger Vorstandsvorsitzender der BMW Group, M&uuml;nchen.<\/em> Er studierte Produktionstechnologie in Bielefeld und an der Technischen Universit&auml;t Berlin. Von 1972 bis 1981 arbeitete Milberg f&uuml;r den Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister in Bielefeld, danach war er bis 1993 Professor f&uuml;r Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften an der Technischen Universit&auml;t M&uuml;nchen, mit den Schwerpunkten Automatisierung und Roboter-Technologie.<br>\nVon 1993 bis 2002 geh&ouml;rte Professor Milberg dem BMW-Vorstand an, von 1999 als dessen Vorsitzender. Er ist heute Mitglied in den Aufsichtsr&auml;ten der Firmen Allianz Versicherung, BMW, Festo, MAN, Royal Dutch Shell und John Deere sowie im Senat der Max-Planck-Gesellschaft, M&uuml;nchen. Joachim Milberg ist Pr&auml;sident von acatech, ein Verbund von hochkar&auml;tigen Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft, dem auch Professoren der Universit&auml;t Hannover angeh&ouml;ren.<\/li>\n<li><strong>Prof. Arnold Picot<\/strong> ist Lehrstuhlinhaber des Instituts f&uuml;r Information, Organisation und Management der Fakult&auml;t f&uuml;r Betriebswirtschaft der Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t M&uuml;nchen. Dem Wirtschaftswissenschaftler ist die Universit&auml;t Hannover nicht unbekannt. Nach Lehre, Studium, Promotion und Habilitation in M&uuml;nchen war er in der Zeit von 1976 bis 1984 Inhaber des Lehrstuhls f&uuml;r Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensf&uuml;hrung und Organisation, an der Universit&auml;t Hannover. W&auml;hrend dieser Zeit war er von 1980 bis 1981 als Gastprofessor an der Stanford University t&auml;tig, danach folgte der Wechsel an die TU M&uuml;nchen und schlie&szlig;lich 1988 an die Ludwig-Maximilians-Universit&auml;t M&uuml;nchen. Professor Picot ist Gutachter f&uuml;r verschiedene Stiftungen- und Forschungsf&ouml;rdereinrichtungen, unter anderem der DFG t&auml;tig.<\/li>\n<li><em><strong>Maria-Elisabeth Schaeffler<\/strong> ist Gesellschafterin der INA-Gruppe, Herzogenaurach und setzt aktiv das Lebenswerk der Unternehmensgr&uuml;nder Dr. Wilhelm Schaeffler und Dr.-Ing. E.h. Georg Schaeffler fort. Die INA-Holding Schaeffler KG f&uuml;hrt und steuert die Unternehmen der INA-Gruppe, der LuK-Gruppe, das Unternehmen Rege sowie die Unternehmen der FAG-Gruppe.<\/em> F&uuml;r hervorragende unternehmerische Leistungen und ihr soziales Engagement wurde die Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler 2001 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.<\/li>\n<li><strong>Prof. Christiane Spiel<\/strong> ist Lehrstuhlinhaberin f&uuml;r Angewandte Psychologie II am Institut f&uuml;r Psychologie der Universit&auml;t Wien und Leiterin des Arbeitsbereichs Bildungspsychologie und Evaluation. Nach Stationen als Lehrerin am Gymnasium, Assistentin am Institut f&uuml;r Psychologie der Universit&auml;t Wien folgten T&auml;tigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut f&uuml;r Bildungsforschung in Berlin. Von 1992 bis 1995 war sie Assistenzprofessorin am Institut f&uuml;r Psychologie der Universit&auml;t Wien, von 1995 bis 2000 Gastprofessorin am Institut f&uuml;r Psychologie an der Universit&auml;t Graz und ging von dort aus zur&uuml;ck an die Universit&auml;t Wien. Weitere Gastprofessuren hatte sie an der Michigan State University, der Universit&auml;t Fribourg und der Freien Universit&auml;t Berlin inne. Sie ist Expertin auf den Gebieten Evaluation und Qualit&auml;tsmanagement in Bildungseinrichtungen, in der Vorhersage von Entwicklungsverl&auml;ufen, der Schulforschung sowie der Pr&auml;vention und Intervention bei Gewalt und Aggression in Schulen.<\/li>\n<li><strong>Dr. Eckhart von Vietinghoff<\/strong> trat nach dem Studium der Rechtswissenschaften 1974 in den H&ouml;heren Verwaltungsdienst des Landes Niedersachsen ein, wo er unter anderem im Ministerium f&uuml;r Wissenschaft und Kunst, im Ministerium f&uuml;r Bundesangelegenheiten sowie in der Staatskanzlei t&auml;tig war. Von 1980 bis 1984 war er Oberstadtdirektor von Hildesheim, seit 1984 ist er Pr&auml;sident des Landeskirchenamtes der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Von 1985 bis 1991 war Dr. von Vietinghoff Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschlands (EKD), bei der er noch heute unterschiedlichste T&auml;tigkeiten wahrnimmt.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Testen Sie einfach selbst, wer &uuml;blicherweise einem Hochschulrat angeh&ouml;rt<\/strong><\/p><p>Die Liste der Hochschulr&auml;te und ihrer Mitglieder in allen L&auml;ndern, in denen es bisher schon Hochschulr&auml;te gibt, lie&szlig;e sich beliebig fortsetzen. Geben Sie einfach unter Google &bdquo;Hochschulrat&ldquo; die Sie interessierende Hochschule ein.<\/p><p>Gleichg&uuml;ltig, ob durch die Hochschulsenate vorgeschlagen oder durch die jeweiligen Minister ernannt, unter den externen Mitgliedern finden sich neben einigen durchaus renommierten Wissenschaftlern oder Wissenschaftsfunktion&auml;ren und einigen sog. Pers&ouml;nlichkeiten des &ouml;ffentlichen Lebens ganz &uuml;berwiegend Vorstandsvorsitzende, Aufsichtsratsvorsitzende oder Aufsichtsratsmitglieder gro&szlig;er Konzerne oder die Chefs gro&szlig;er mittelst&auml;ndischer Unternehmen. Sonstige Vertreter gesellschaftlicher Gruppen von den Kirchen bis zu den Gewerkschaften sucht man vergebens.<\/p><p>Das also ist die Zivilgesellschaft oder das sind die gesellschaftlichen Kr&auml;fte, die k&uuml;nftig auch in Nordrhein-Westfalen den Staat abl&ouml;sen sollen und mehr als es bisher die Ministerien konnten und rechtlich durften die Geschicke unserer Hochschulen wesentlich bestimmen.<\/p><p><strong>Vom Staate &bdquo;befreit&ldquo; der Wirtschaft &bdquo;unterstellt&ldquo;<\/strong><\/p><p>Gerade heraus gesagt, unsere Hochschulen werden vom Staat &bdquo;befreit&ldquo; und der &bdquo;Regie&ldquo; der Wirtschaft unterstellt. Statt von den Repr&auml;sentanten des Volkswillens werden sie von den meist mehrheitlich in den Hochschulr&auml;ten repr&auml;sentierten Unternehmensvertretern gesteuert. Die Globalzuwendungen f&uuml;r die Hochschulen d&uuml;rfen zwar nach wie vor ganz &uuml;berwiegend vom gemeinen Steuerzahler aufgebracht werden, die Verteilung der &ouml;ffentlichen Mittel in den Hochschulen beschlie&szlig;en aber die &bdquo;R&auml;te&ldquo;, sie treffen auch die Personalauswahl und die &bdquo;strategischen&ldquo; Entscheidungen.<\/p><p>Das kann man nicht anders als eine Privatisierung der Hochschulen auf &bdquo;kaltem Wege&ldquo; nennen. Das bedeutet eine Entstaatlichung und eine Entmachtung des Parlaments und damit des W&auml;hlers und Souver&auml;ns zugunsten einer &bdquo;R&auml;teherrschaft&ldquo; oder einer St&auml;ndegesellschaft, in der im Wesentlichen nur noch ein Stand das Sagen hat und ein Rat dominiert, n&auml;mlich der der Unternehmer und Manager von Gro&szlig;konzernen.<\/p><p><strong>Die Freiheit, die sie meinen<\/strong><\/p><p>Pinkwart nennt sein &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; das &bdquo;mit Abstand freiheitlichste Hochschulrecht&ldquo;. Wie in Berthold Brechts Kongress der Wei&szlig;w&auml;scher wird &bdquo;Freiheit&ldquo; also zum Synonym f&uuml;r Unternehmerfreiheit oder f&uuml;r die Freiheit der Herrschenden. Das ist wohl die &bdquo;Freiheit&ldquo;, die konservative oder wirtschaftsliberale Politiker meinen.<\/p><p>Der Pr&auml;sident der nordrhein-westf&auml;lischen Hochschulrektorenkonferenz, Volker Ronge, begr&uuml;&szlig;te diese neue &bdquo;Freiheit&ldquo; im wdr und von den meisten Medien wurde der Gesetzentwurf geradezu euphorisch etwa mit Schlagzeilen wie &bdquo;Freiheit f&uuml;r die Hochschulen&ldquo; begr&uuml;&szlig;t. Die Studierenden protestieren zwar heftig und die inzwischen oppositionelle SPD im D&uuml;sseldorfer Landtag zedert: &ldquo;So wird die Freiheit von Forschung und Lehre auf dem Altar der Marktwirtschaft geopfert&rdquo;, aber kritische Stimmen dringen nicht mehr durch.<\/p><p>Die Staatsverdrossenheit hat inzwischen schon so weit um sich gegriffen, dass alles was gegen den staatlichen und parlamentarischen Einfluss gerichtet ist, ungestraft als &bdquo;Befreiung&ldquo; dargestellt werden kann. Mit der schwarz-gelben Koalition hat sich die geradezu feindliche Einstellung gegen demokratische Kontrolle bis in die Regierung hinein durchgesetzt.<br>\nIn anderen Zeiten h&auml;tte man das &bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; als Putsch gegen ein &ouml;ffentlich verantwortetes, demokratisch organisiertes Hochschulwesen bezeichnet.<\/p><p>Man darf gespannt sein, ob diese Art der &bdquo;Freiheit&ldquo; sich vor Gericht auch noch gegen&uuml;ber der grundgesetzlich garantierten &bdquo;Freiheit von Forschung und Lehre&ldquo; durchsetzt.<\/p><p>Nach einem preu&szlig;ischen Universit&auml;tsreformer &agrave; la Humboldt, mit dessen Reformen die deutschen Hochschule ihre Bl&uuml;te erlebten und die zum Vorbild einer hochqualifizierten, freien und unabh&auml;ngigen, dem Allgemeinwohl verpflichteten Wissenschaft in aller Welt wurden, sucht man in Deutschland und wohl auch in Europa vergebens. <\/p><p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.innovation.nrw.de\/Presse\/Pressemitteilungen\/2006\/pi_20050125.pdf\" title=\"Externer Link [PDF - 122 KB] zu http:\/\/www.innovation.nrw.de\/Presse\/Pressemitteilungen\/2006\/pi_20050125.pdf\">&ldquo;Eckpunkte des geplanten Hochschulfreiheitsgesetzes&rdquo; [PDF &ndash; 122 KB]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie weit die Staatsverdrossenheit, ja die geradezu feindliche Einstellung gegen&uuml;ber dem demokratischen Staat und gegen&uuml;ber dem Parlamentarismus schon in den Staat selbst hineinreicht belegt ein sog. <a href=\"http:\/\/www.innovation.nrw.de\/Presse\/Pressemitteilungen\/2006\/pi_20050125.pdf\" title=\"Externer Link [PDF - 122 KB] zu http:\/\/www.innovation.nrw.de\/Presse\/Pressemitteilungen\/2006\/pi_20050125.pdf\">&bdquo;Hochschulfreiheitsgesetz&ldquo; [PDF &ndash; 122 KB]<\/a>, dessen Eckpunkte der nordrhein-westf&auml;lische &ldquo;Innovationsminister&ldquo; Andreas Pinkwart (FDP) vorgelegt hat. 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