{"id":115084,"date":"2024-05-11T14:00:37","date_gmt":"2024-05-11T12:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115084"},"modified":"2024-05-11T17:59:24","modified_gmt":"2024-05-11T15:59:24","slug":"leserbriefe-zu-deutschland-zeigt-zaehne-kanonenbootpolitik-groessenwahn-und-selbstbesoffenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115084","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDeutschland zeigt Z\u00e4hne? Kanonenbootpolitik, Gr\u00f6\u00dfenwahn und Selbstbesoffenheit\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Jens Berger thematisiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114896\">hier<\/a> das in See Stechen eines deutschen Einsatzgruppenversorgers zusammen mit der Fregatte Baden-W&uuml;rttemberg. Er werde auch China passieren. Es sei &bdquo;drollig&ldquo;, wenn &bdquo;der SPIEGEL und die Falken der deutschen Au&szlig;en- und Sicherheitspolitik in eine solche Fahrt nun eine warnende Geste in Richtung Peking hineininterpretieren&ldquo;. Verteidigungsminister Pistorius habe beruhigt, es ginge nur um die Sicherung deutscher Handelswege. F&uuml;r so einen Spruch habe Bundespr&auml;sident K&ouml;hler vor gerade einmal 14 Jahren zur&uuml;cktreten m&uuml;ssen. Wir haben dazu interessante Leserbriefe erhalten und bedanken uns daf&uuml;r. Es folgt nun eine Auswahl, die <strong>Christian Reimann<\/strong> f&uuml;r Sie zusammengestellt hat.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Hallo Herr Berger,<\/p><p>herzlichen Dank f&uuml;r die sch&ouml;ne Formulierung &ldquo;Es ist fraglich, ob Deutschlands Seestreitkr&auml;fte &uuml;berhaupt &uuml;ber der Wahrnehmungsschwelle Chinas liegen.&rdquo;<\/p><p>Habe selten beim Fr&uuml;hst&uuml;ck so gelacht.<\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nThomas Heimberg<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Junge Leute lest diesen NDS-Artikel! <\/p><p>Jens Berger sah sich gezwungen, die ganz spitze Feder in rabenschwarze Tinte zu tauchen. Notwendigerweise! Er hat auch die Weltgeschichte zu Wort kommen lassen. Als Uraltpauker im Pensionistenstatus empfehle ich den Artikel als Einstieg in &ldquo;3000 Jahre chinesische Zivilisation &ndash; oft &uuml;berfallen, erobert, kolonisiert oder mit Rauschgift &uuml;berschwemmt&rdquo;. Das Bild von Carl R&ouml;chling k&ouml;nnte Anschauungsmaterial f&uuml;r die Episode aus dem Boxerkrieg sein. Man kann die Reichskriegsflagge sehen, die insinuieren soll, dass es die Germans waren, die den 8 Kolonialm&auml;chten heldenhafte Rettung brachten. Und wer ganz genaue Exegese betreibt, der sieht wie ein Pistorius mit k&uuml;hnem Schritt voraus st&uuml;rmt! <\/p><p>Der westliche Imperialismus in China begann mit der Ankunft christlicher Missionare und f&uuml;hrte zu einer schier unendlichen Abfolge von Kriegen. Nicht vergessen: Die Opiumkriege der Briten und die japanische Invasion. Auch der deutsche Kaiser wollte ein Empire in China haben. Wilhelm II Hunnenrede im Jahre 1900: &ldquo;F&uuml;hrt eure Waffen so, dass auf 1000 Jahre hinaus kein Chinese mehr einen Deutschen scheel anschaut. Gefangene werden nicht gemacht!&rdquo; Was blieb: Die Germania-Brauerei 1903 gegr&uuml;ndet &ndash; heute Tsingtau-Bier. <\/p><p>Ich wei&szlig; noch gut, wie 1969 Kanzler K.G. Kiesinger sein Silberhaupt im Saal glei&szlig;en lie&szlig; und unheilschwanger raunte: &ldquo;Ich sage nur China, China, China!&rdquo; Dieser Kanzler war&nbsp; schon im 1000-j&auml;hrigen Reich Referatsleiter im Au&szlig;enministerium. Konsequenterweise kriegte er sein Gesetz zur Verj&auml;hrung von NS-Verbrechen durchs Parlament. Nun existiert China immer noch, oft gedem&uuml;tigt aber ohne Expanionismus\/Kolonialismus stabil wie nie zuvor und auf konsequentem Wachstumskurs. Letztes Jahr hat die Ampel eine eigene &ldquo;STRATEGIE&rdquo; f&uuml;r den Umgang mit China vorgelegt. Jens Berger hat es fein formuliert: &ldquo;Man wei&szlig; offenbar doch noch, wer im Welthandel Koch und wer Kellner ist&rdquo;. Der damalige Gr&uuml;nen-Fraktionschef Trittin wusste das auch: &ldquo;Wir brauchen keine Kanonenbootpolitik!&rdquo; Damals vor vielen Jahren. Er sitzt immer noch im Bundestag! Und BP K&ouml;hler trat brav zur&uuml;ck. BP Steinmeier hingegen tritt stramm voraus und verliert kein W&ouml;rtchen in Sachen VdL oder Baerbock, die verbohrten Hirnes die Chinesen belehren und ihnen wertewestliche Diplomatie &ldquo;verdeutlichen&rdquo; (Baerbock) wollen. Xi und Wang haben eineindeutig retourniert. <\/p><p>Mit Dank an Autor Berger f&uuml;r diesen in Teilen auch humorigen aber auch verzweifelt-ironischen Artikel. <\/p><p>Dieter M&uuml;nch<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr Berger, sehr geehrtes NDS-Team,    <\/p><p>das politische Gesch&auml;ft besteht mittlerweile aus einer unguten, um nicht zu sagen gef&auml;hrlichen Melange: narzisstische Verfasstheit der politischen Akteure, eine sich im immer gleichen Echoraum abspielende Gruppendynamik, h&ouml;chst defizit&auml;re Bildung. All das zusammengenommen f&uuml;hrt das zu einer Fokussierung auf die eigene politische Karriere, die nur durch Anpassung an den Echoraum m&ouml;glich wird, sowie zu einem kompletten Versagen von Selbstreflexion. Denn gerade Selbstreflexion ist nur Menschen m&ouml;glich, die nicht narzistisch sind, die dem Anpassungsdruck nicht nachgeben und die &uuml;ber ausreichend Wissen, sprich Bildung verf&uuml;gen.<\/p><p>Bar aller Selbstreflexion und getrieben von Selbstinszenierungswahn &ndash; durch Social Media &amp; Co. zus&auml;tzlich befeuert &ndash; agiert nun ein Gro&szlig;teil der politischen Klasse gr&ouml;&szlig;enwahnsinnig und selbstbesoffen, wie Sie, Herr Berger, zurecht feststellen. Und sie merken in ihrer Selbstverstrickung gar nicht mehr, wie anf&auml;llig sie f&uuml;r Einfl&uuml;sterungen verschiedenster Art sind. Interessenvertreter, Lobbyisten und nicht zuletzt transatlantische Pressure Groups finden in ihnen leichte Beute. Die hiesigen verqueren au&szlig;enpolitischen Ambitionen im Indopazifik sind nur ein Beispiel von zahllosen anderen.<\/p><p>Ein deprimierender Befund. Wir sind machtlos, und die politische Klasse klebt bis zum Letzten an ihrer Macht, denn Narzissten brauchen Macht. Den Regierten bleibt nur das Gef&uuml;hl von Ohnmacht und die allgegenw&auml;rtige Sorge, in katastrophale Zust&auml;nde hineingezogen zu werden bis hin zu Kriegen. Und noch ein Zusatz angesichts aktueller Ereignisse: Meines Erachtens sind die sich h&auml;ufenden Angriffe auf Politiker Ausdruck dieses Gef&uuml;hls von Ohnmacht. Und anstatt in sich zu gehen und eine vernunftgeleitete Analyse vorzunehmen, m&ouml;chten die Regierenden die Daumenschrauben immer noch mehr anziehen &ndash; und programmieren damit weitere Eskalationen vor.<\/p><p>Dr. Petra Braitling  <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr Berger, <\/p><p>ach M&ouml;nsch, muss ich schon wieder meinen Deutschlehrer zitieren: <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;Dem habe ich nichts hinzuzuf&uuml;gen!&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>&ldquo;Drollig&rdquo;, &ldquo;selbstbesoffen&rdquo;, Sie sagen es. Wo Deutschland (nicht nur die Marine) im Wahrnehmungshorizont Chinas liegt, kann man auch daran sehen, welche L&auml;nder Xi Jinping auf seiner Europareise besucht hat: Frankreich, Serbien und Ungarn. Serbien ist den Chinesen offenbar wichtiger als Deutschland. An der geographischen Gr&ouml;&szlig;e des Landes wird es nicht liegen. Eher am Intelligenzquotienten der westlichen Politiker, besonders dem der deutschen. <\/p><p>Eine Kritik habe ich doch. Sie schreiben: <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;schlafwandeln auf Kaiser Wilhelm Zwos Spuren&rdquo;.\n<\/p><\/blockquote><p>Den nannte mein Deutschlehrer: &ldquo;Wiili Zwo&rdquo;. <\/p><p>Im Ernst, die NATO ist gef&auml;hrlich, sie hat Atomwaffen. Meine Hoffnung ist, dass die USA und ihr engster Vasall, Deutschland, auf Grund wirtschaftlicher und sozialer Probleme ihre Macht verlieren, ehe sie in der Lage sind sie einzusetzen. <\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e,<br>\nRolf Henze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jens Berger thematisiert <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114896\">hier<\/a> das in See Stechen eines deutschen Einsatzgruppenversorgers zusammen mit der Fregatte Baden-W&uuml;rttemberg. 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