{"id":11531,"date":"2011-12-06T08:45:05","date_gmt":"2011-12-06T07:45:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531"},"modified":"2011-12-06T08:45:05","modified_gmt":"2011-12-06T07:45:05","slug":"hinweise-des-tages-1524","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB\/AM)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h01\">Einkommensungleichheit nimmt OECD-weit zu &ndash; in Deutschland besonders schnell<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h02\">Wir leben nicht &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h03\">Kalter Putsch der Experten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h04\">Rudolf Hickel &ndash; L&ouml;hne rauf!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h05\">Marshall Auerback &ndash; There will be Blood<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h06\">OTC-Derivate-Casino mit 707,569 Billionen Dollar an nominalen Volumen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h07\">Merkozy schonen private Gl&auml;ubiger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h08\">Werkvertr&auml;ge im Kommen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h09\">R&uuml;ge des Kartellamts &ndash; Berliner Wasser wird g&uuml;nstiger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h10\">Eil-Unterschriftenaktion gegen Vereinnahmung von EU-Expertengruppen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h11\">EGMR: F&uuml;nft&auml;gige Ingewahrsamnahme w&auml;hrend G8-Gipfel nicht gerechtfertigt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h12\">Petersberg-Konferenz: Kein Plan au&szlig;er Dauerkrieg und Besatzung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h13\">#BPT112: Wo stehen die PIRATEN?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h14\">Zum SPD-Bundesparteitag: Gabriel macht sich unglaubw&uuml;rdig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h15\">Interview mit Torsten Bultmann zur unternehmerischen Hochschule<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h16\">Die Akte Tengelmann<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11531#h17\">Drohende Herabstufung Deutschlands durch S&amp;P.<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=11531&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Einkommensungleichheit nimmt OECD-weit zu &ndash; in Deutschland besonders schnell<\/strong><br>\nIn Deutschland ist die Einkommensungleichheit seit 1990 erheblich st&auml;rker gewachsen als in den meisten anderen OECD-L&auml;ndern. In den 80er und 90er Jahren geh&ouml;rte das Land zu den eher ausgeglichenen Gesellschaften, inzwischen liegt es nur noch im OECD-Mittelfeld. Das geht aus der Studie &bdquo;Divided we stand &ndash; Why inequality keeps rising&ldquo; hervor, die heute von der Organisation f&uuml;r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ver&ouml;ffentlicht wurde. Mit durchschnittlich 57.300 Euro verdienten die obersten zehn Prozent der deutschen Einkommensbezieher im Jahr 2008 etwa achtmal so viel wie die untersten zehn Prozent (7400 Euro). In den 90ern lag das Verh&auml;ltnis noch bei 6 zu 1, der aktuelle OECD-Durchschnitt ist 9 zu 1.<br>\n&bdquo;Divided we stand&ldquo; geht den Ursachen steigender Ungleichheit auf den Grund. Die Studie widerlegt die Annahme, dass Wirtschaftswachstum automatisch allen Bev&ouml;lkerungsgruppen zugutekommt und, dass Ungleichheit soziale Mobilit&auml;t f&ouml;rdert. &bdquo;Zunehmende Ungleichheit schw&auml;cht die Wirtschaftskraft eines Landes, sie gef&auml;hrdet den sozialen Zusammenhalt und schafft politische Instabilit&auml;t &ndash; aber sie ist nicht unausweichlich&ldquo;, sagte OECD-Generalsekret&auml;r Angel Gurr&iacute;a. &bdquo;Wir brauchen eine umfassende Strategie f&uuml;r sozialvertr&auml;gliches Wachstum, um diesem Trend Einhalt zu gebieten.&ldquo;<br>\nIm OECD-Schnitt stiegen die verf&uuml;gbaren Haushaltseinkommen in den beiden Jahrzehnten vor der Finanz- und Wirtschaftskrise um 1,7 Prozent j&auml;hrlich. Die gr&ouml;&szlig;ten Gewinne machten dabei zumeist Gutverdienerhaushalte. In Deutschland ist diese Entwicklung besonders ausgepr&auml;gt: Insgesamt wuchsen die realen Haushaltseinkommen hier um 0,9 Prozent pro Jahr &ndash; in der untersten Einkommensklasse kam davon allerdings lediglich eine Steigerung von 0,1 Prozent an, w&auml;hrend die zehn Prozent der am besten verdienenden Haushalte ihr Einkommen um 1,6 Prozent steigern konnten.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/49181591DwS_Graf1.png\" alt=\"\"><\/p>\n<p>Quelle 1: <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/document\/54\/0,3746,de_34968570_35008930_49176950_1_1_1_1,00.html\">OECD<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.keepeek.com\/Digital-Asset-Management\/oecd\/social-issues-migration-health\/the-causes-of-growing-inequalities-in-oecd-countries_9789264119536-en\">Divided We Stand &ndash; Why Inequality Keeps Rising (Flash\/engl.)<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.oecd.org\/dataoecd\/50\/49\/49177659.pdf\">Countrynote Germany (engl.) [PDF &ndash; 483 KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie sagte doch Gerhard Schr&ouml;der in der WamS: &bdquo;Ich finde, wir haben damals eine richtige Steuerpolitik gemacht.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Ulrike Herrmann &ndash; Reich und Reich gesellt sich gern<\/strong><br>\nDie Einkommen in Deutschland werden immer ungleicher verteilt. Zwar sorgt der Staat immer noch f&uuml;r mehr Gleichheit, doch seit Rot-Gr&uuml;n wird es schlimmer. [&hellip;]<br>\nDie Ungleichheit bei den Einkommen nimmt in Deutschland rasant zu. Arm und Reich driften schneller auseinander als in den meisten anderen Industriel&auml;ndern, wie aus einer neuen OECD-Studie hervorgeht.<br>\nDie obersten 10 Prozent der deutschen Einkommensbezieher verdienten im Jahr 2008 im Durchschnitt 57.300 Euro. Das unterste Zehntel kam hingegen nur auf 7.400 Euro. Das Verh&auml;ltnis zwischen oben und unten betrug also acht zu eins. In den 1990er Jahren waren es erst sechs zu eins.<br>\nDiese zunehmende Ungleichheit zeigt sich auch bei den Haushaltseinkommen. In den beiden Jahrzehnten vor der Finanzkrise wuchsen die realen Haushaltseinkommen in Deutschland um 0,9 Prozent j&auml;hrlich. Doch beim untersten Zehntel kam davon fast nichts an. Dessen Eink&uuml;nfte stiegen nur um 0,1 Prozent pro Jahr. Umso &uuml;ppiger fiel das Einkommen des obersten Zehntels aus: Es nahm um 1,6 Prozent j&auml;hrlich zu.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/taz.de\/Einkommensverteilung-in-OECD-Staaten\/!83158\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Wir leben nicht &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse!<\/strong><br>\nIn der Euro-Krise wird wieder einmal der ausufernde Sozialstaat f&uuml;r die hohen Staatsschulden Deutschlands verantwortlich gemacht. Doch drei Viertel der Schulden haben andere Ursachen &ndash; zum Beispiel die deutsche Einheit.<br>\nMan h&auml;tte es sich denken k&ouml;nnen. Auch die Euro-Krise wird zum Anlass genommen, um wieder einmal den angeblich ausufernden Sozialstaat als Wurzel allen &Uuml;bels darzustellen. Mit besorgten Worten wird mit dem Hinweis auf Griechenland in allerlei Kommentaren behauptet, dass auch die Staatsverschuldung in Deutschland viel zu hoch sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/schuldenkrise-in-europa-wir-leben-nicht-ueber-unsere-verhaeltnisse-1.1226463\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Der Weggang von Klaus Zimmermann scheint dem DIW sehr gut zu tun.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Kalter Putsch der Experten<\/strong><br>\nEs fiel kein Schuss, keine Soldaten marschierten, kein Parlament wurde von Panzern belagert. F&uuml;r den weichen Staatsstreich, der j&uuml;ngst in Griechenland und Italien stattgefunden hat, war nichts dergleichen notwendig. Die Finanzm&auml;rkte haben mithilfe der Parlamente geputscht. [&hellip;]<br>\nDie Weimarer Republik ging unter anderem deshalb unter, weil sie der Wirtschaftskrise nicht Herr werden konnte, aber vor allem wegen ihrer eigenen demokratischen Degeneration. Die Kabinette der Experten sind kein Weg aus der Krise, sondern ihr Kennzeichen. Bereits im Jahr 1925 bildete Hans Luther eine Regierung der Fachleute. Luther stand rechts, sein explizite Parteilosigkeit wertete der Historiker Heinrich-August Winkler bereits als &ldquo;Symptom der Krise&rdquo; des Parteienstaats.<br>\nHeute fehlt es nicht an parlamentarischen Mehrheiten wie zu Weimarer Zeiten. Die Notverordnungen, mit denen sp&auml;ter Heinrich Br&uuml;ning die Republik zu seinen drastischen Sparprogrammen zwang, wird heute &uuml;ber die postdemokratische Finanzkratie, die Herrschaft der Banken und der Euro-Elite, durchgesetzt. Aber die zentrifugalen Kr&auml;fte fehlender Legitimation f&uuml;r die Regierungspolitik haben Europa bereits jetzt an den Abgrund gef&uuml;hrt. In Krisenzeiten werden die wahren Machtverh&auml;ltnisse offengelegt. Die Kabinette der Technokraten sind die Regierungen der 1 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Debatte-Euro-Krise\/!83115\/\">taz<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Kanonenbootpolitik mit technokratischem Antlitz<\/strong><br>\nW&auml;hrend viel Unsicherheit herrscht, wie mit der europ&auml;ischen Schuldenkrise zu verfahren sei, ist eines sicher: Weder die Griechen, die Italiener oder irgendein ein anderes Land werden &uuml;ber die Spar- und Austerit&auml;tsma&szlig;nahmen der Europ&auml;ischen Union abstimmen k&ouml;nnen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Europ&auml;ischen Union tauscht man missliebige Regierungen aus. Sofern sie der &bdquo;Stabilisierung&ldquo; im Weg stehen, ersetzt man sie durch ein &bdquo;Technokraten&ldquo;-Regime. [&hellip;]<br>\nMit der jetzigen Phase der Eurokrise betreten wir gef&auml;hrliches Neuland: Die EU diskutiert offen &uuml;ber den Sturz (oder zumindest das &Uuml;bergehen) von gew&auml;hlten Regierungen. Das Element der N&ouml;tigung ist dabei in die Beziehungen der europ&auml;ischen Staaten zur&uuml;ckgekehrt. Die gegenw&auml;rtige Krise w&auml;re vielleicht noch vor zwei Jahren handhabbar gewesen &ndash; doch seitdem hat sie sich nur verschlimmert. Die konstitutionelle Verfasstheit der EU birgt destruktive Tendenzen in sich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.novo-argumente.com\/magazin.php\/novo_notizen\/artikel\/000985\">Novo Argumente<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Rudolf Hickel &ndash; L&ouml;hne rauf!<\/strong><br>\nDie Besch&auml;ftigten sind die Verlierer des vergangenen Jahrzehnts. Das hat der DGB in seinem j&uuml;ngsten Verteilungsbericht festgestellt. In der ZEIT wurde dar&uuml;ber berichtet &ndash; aber mit strittigen Schlussfolgerungen (ZEIT Nr. 48\/11). Nach der DGB-Analyse ist der gesamtwirtschaftliche Anteil der L&ouml;hne und Geh&auml;lter, gemessen am Volkseinkommen, 2007 auf den tiefsten Wert seit den siebziger Jahren gesunken. An diesem Trend &auml;ndert der j&uuml;ngste leichte Anstieg nichts. Spiegelbildlich sind die Bezieher von Unternehmens- und Verm&ouml;genseinkommen die Gewinner. Bei der Entwicklung der ausschlie&szlig;lich den Unternehmen zurechenbaren Gewinne wird die Vorteilsposition gegen&uuml;ber den Arbeitseinkommen besonders deutlich. Der um die Inflationsrate bereinigte durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von 2.144 Euro im Jahr 2000 ist bis zum vergangenen Jahr um 1,9 Prozent auf 2074 Euro geschrumpft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/49\/Einkommensverteilung-Loehne\">ZEIT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Marshall Auerback &ndash; There will be Blood<\/strong><br>\nAnother week to go before the euro blows up, or so we&rsquo;re told again for the thousandth time. More likely is that the ECB does barely enough to keep the show on the road, fiscal austerity continues and riots intensify on the streets of Madrid, Athens, Rome and Paris.  Like the film, &ldquo;there will be blood&rdquo; before there is any likely change toward a sensible growth oriented policy in the euro zone. [&hellip;]<br>\nAs Warren Mosler and I have argued before, so as long as the ECB imposes austerian terms and conditions, their bond buying will not be inflationary. Inflation from this channel comes from spending.  However, in this case the ECB support comes only with reduced spending via its imposition of fiscal austerity. [&hellip;]<br>\nThere is NO sign that the ECB&rsquo;s buying of euro denominated government bonds has resulted in any kind of monetary inflation, as nothing but deflationary pressures continue to mount in that ongoing debt implosion. The reason there is no inflation from the ECB bond buying is because all it does is shift investor holdings from national govt. debt to ECB balances, which changes nothing in the real economy.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/neweconomicperspectives.blogspot.com\/2011\/12\/there-will-be-blood.html#more\">New Economic Perspectives<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>OTC-Derivate-Casino mit 707,569 Billionen Dollar an nominalen Volumen<\/strong><br>\nAbseits wohlfeiler Absichtserkl&auml;rungen in Punkto Finanzmarktregulierung seitens der Politik feiert das Finanzmarkt-Casino Urst&auml;nde. Einen Beleg daf&uuml;r lieferten die letzten Daten der Bank for International Settlements (BIS), welche als Bank der Zentralbanken fungiert, zum unregulierten Over-the-Counter-Derivatemarkt. Das ausstehende nominale Wettvolumen der Derivate explodierte im 1. Halbjahr 2011 um +18,0% bzw. um +105,523 Billionen Dollar, im Vergleich zu Ende 2010, auf 707,569 Billionen Dollar.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/otc-derivate-casino-mit-707569-billionen-dollar-an-nominalen-volumen\/\">Quersch&uuml;sse<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bis.org\/publ\/otc_hy1111.pdf\">OTC derivatives market activity in the first half of 2011 &ndash; BIS (engl.) [PDF &ndash; 167 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Hierbei handelt es sich nicht(!) um den &uuml;blichen &Uuml;bersetzungsfehler. Es sind tats&auml;chlich Billionen (engl.: Trillions)<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Merkozy schonen private Gl&auml;ubiger<\/strong><br>\nDeutschland sei allerdings bereit, im Tausch gegen deutlich sch&auml;rfere Haushaltsregeln Formulierungen zur Beteiligung von Banken und Versicherern an m&ouml;glichen Anleiheausf&auml;llen abzuschw&auml;chen&hellip;<br>\nVor allem Frankreich, Italien und andere Euro-Staaten wollen die Umschuldungsklauseln wieder aus dem ESM-Vertrag streichen. Sie argumentieren, dass die Investoren wegen des Schuldenschnitts in Griechenland das Vertrauen in die Euro-Zone verloren h&auml;tten. Die Bundesregierung will jedoch an dem Instrument festhalten, auch weil sie bei einem Kursschwenk einen Koalitionskrach riskieren w&uuml;rde. F&uuml;r die FDP ist die Gl&auml;ubigerbeteiligung unumst&ouml;&szlig;lich.<br>\nVor dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag werben beide L&auml;nder f&uuml;r &Auml;nderungen der europ&auml;ischen Vertr&auml;ge. Dies solle m&ouml;glichst f&uuml;r alle 27 EU-Staaten gelten. Sollte dies nicht m&ouml;glich sein, wollen Merkel und Sarkozy die &Auml;nderungen nur f&uuml;r die 17 Euro-Staaten beschlie&szlig;en.<br>\nVertraglich verankert werden m&uuml;sse beispielsweise eine Schuldenbremse in allen Euro-Staaten in den Landesverfassungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:deutsch-franzoesische-plaene-merkozy-schonen-private-glaeubiger\/60138550.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Bald werden wir nicht nur ein zweigeteiltes Europa haben, sondern ein mehrfach geteiltes. Was ist, wenn die Franzosen oder die Iren erneut in einer Volksabstimmung einer Vertrags&auml;nderung nicht zustimmen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Werkvertr&auml;ge im Kommen<\/strong><br>\nWeil Leiharbeit mehr und mehr beschr&auml;nkt wird, weichen Unternehmen auf Werkvertr&auml;ge aus. Linkspartei und Arbeitsrechtler fordern neue Regulierung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/Lohdrueckerei-in-der-Metallindustrie\/!83142\/\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>R&uuml;ge des Kartellamts &ndash; Berliner Wasser wird g&uuml;nstiger<\/strong><br>\nVerbraucher in der Hauptstadt k&ouml;nnen sich auf geringere Kosten f&uuml;r Wasser freuen: Das Bundeskartellamt mahnte nun die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wegen &uuml;berh&ouml;hter Preise ab &ndash; und will das Unternehmen dazu verdonnern, g&uuml;nstiger zu werden. [&hellip;]<br>\n&ldquo;Nach heutigem Stand beabsichtigen wir, die Wasserbetriebe zu verpflichten, die Preise in den kommenden drei Jahren um 19 Prozent im Vergleich zu 2010 zu senken&rdquo;, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts. Das Unternehmen muss demnach 2012, 2013 und 2014 auf voraussichtlich etwa 205 Millionen Euro verzichten &ndash; Geld, das den Kunden unmittelbar zugutekommen soll.<br>\nIm M&auml;rz vergangenen Jahres hatte das Kartellamt ein Verfahren gegen die BWB eingeleitet. Als Vergleichsst&auml;dte dienten Hamburg, M&uuml;nchen und K&ouml;ln, weil die Versorgungsbedingungen dort &ldquo;strukturell mit Berlin vergleichbar&rdquo; sind, wie das Kartellamt erkl&auml;rte. Dabei stellte das Amt &ldquo;signifikant h&ouml;here Erl&ouml;se der BWB im Vergleich zu den Wasserversorgern der anderen drei Gro&szlig;st&auml;dte&rdquo; fest.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/0,1518,801885,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> In den Vergleichsst&auml;dten Hamburg, M&uuml;nchen und K&ouml;ln wird das Wasser, wenig &uuml;berraschend, von den (im Fall K&ouml;ln &ldquo;nur&rdquo; zu 80%) kommunalen Anbietern geliefert, nicht von einem privaten Monopolanbieter.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Eil-Unterschriftenaktion gegen Vereinnahmung von EU-Expertengruppen<\/strong><br>\nEnde Oktober sperrte das EU-Parlament einen Teil des Budgets f&uuml;r EU-Expertengruppen, um die EU-Kommission dazu zu bewegen, die einseitige Besetzung dieser Gruppen mit Wirtschaftslobbyisten zu beenden (wir berichteten). Damit ist die Auseinandersetzung zwischen Parlament und Kommission aber noch nicht ausgestanden. Um dem Parlament den R&uuml;cken zu st&auml;rken, haben wir gemeinsam mit unseren europ&auml;ischen Partnerorganisationen und dem Kampagnennetzwerk Avaaz eine Blitz-Unterschriftenkampagne gestartet. Innerhalb von 24 Stunden sollen m&ouml;glichst viele Unterschriften aus ganz Europa zusammenkommen, um sie dann morgen bei einer Anh&ouml;rung im EU-Parlament zu &uuml;bergeben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2011\/12\/unterschriften-gegen-dominanz-von-eu-expertengruppen\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>EGMR: F&uuml;nft&auml;gige Ingewahrsamnahme w&auml;hrend G8-Gipfel nicht gerechtfertigt<\/strong><br>\nPolizeiliche Ma&szlig;nahmen verletzten Beschwerdef&uuml;hrer im Recht auf Freiheit und Sicherheit und im Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit verletzt<br>\nDie mehr als f&uuml;nft&auml;gige Ingewahrsamnahme zweier junger M&auml;nner, durch die sie gehindert wurden, im Juni 2007 an den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Heiligendamm nahe Rostock teilzunehmen, stellt eine Verletzung des Rechts auf Freiheit und Sicherheit (Artikel 5 &sect; 1) sowie eine Verletzung des Rechts auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit (Artikel 11) gem&auml;&szlig; der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention dar. Dies entschied der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kostenlose-urteile.de\/EuropGMR_808008-und-857708_EGMR-Fuenftaegige-Ingewahrsamnahme-waehrend-G8-Gipfel-nicht-gerechtfertigt.news12659.htm?sk=129029c39d5ce8b59006add5f6961abf\">Kostenlose Urteile<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Petersberg-Konferenz: Kein Plan au&szlig;er Dauerkrieg und Besatzung<\/strong><br>\nFast genau zehn Jahre nach der ersten Konferenz auf dem Bonner Petersberg, auf der wesentliche Entscheidungen getroffen wurden, die sich fatal f&uuml;r die Situation in Afghanistan erweisen sollten, versammelte sich die &bdquo;internationale Gemeinschaft&ldquo; am 5. Dezember 2011 erneut an gleicher Stelle, um &uuml;ber die weitere Zukunft des Landes zu entscheiden. Allerdings sagte kurz zuvor mit Pakistan aufgrund der 24 infolge eines US-Angriffes get&ouml;teten pakistanischen Soldaten ein Land seine Teilnahme ab, das f&uuml;r eine wie auch immer geartete L&ouml;sung des Konfliktes von zentraler Bedeutung ist. Auch aus den Reihen der afghanischen Widerstandsgruppen, deren Beteiligung zwischenzeitlich zumindest verbal erwogen wurde, und ohne die eine Beendigung der Kampfhandlungen ebenfalls vollkommen unrealistisch ist, war niemand vor Ort.<br>\nMan blieb also unter sich und feierte die Errungenschaften von zehn Jahren Krieg und Besatzung, obwohl es angesichts der desastr&ouml;sen Bilanz nichts zu feiern gibt. Im Wesentlichen hat die Petersberg-Konferenz vor allem eines gezeigt: Die &bdquo;internationale Gemeinschaft&ldquo; hat keinen Plan f&uuml;r Afghanistan au&szlig;er den, Krieg und Besatzung noch weit &uuml;ber das Jahr 2014 fortzusetzen. Deshalb ist es umso &auml;rgerlicher und unverantwortlicher, dass aus Dummheit oder in boshafter Absicht nahezu die komplette Journaille in der Berichterstattung &uuml;ber die Konferenz dem L&uuml;genm&auml;rchen aufsitzt, die westlichen Truppen w&uuml;rden sich 2014 aus dem Land zur&uuml;ckziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2011.php?id=2381\">Informationsstelle Militarisierung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>#BPT112: Wo stehen die PIRATEN?<\/strong><br>\nAm vergangenen Wochenende trafen in Offenbach PIRATEN aus ganz Deutschland zum Bundesparteitag zusammen. Von den insgesamt gut 18.000 Mitgliedern waren 1.100 f&uuml;r den &bdquo;BPT112&ldquo; akkreditiert.<br>\nDas &uuml;berraschend gute Abschneiden bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus f&uuml;hrte zu einem gro&szlig;en &ouml;ffentlichen Interesse an der jungen Partei. Beobachter waren jetzt vor allem neugierig darauf, wo sich die PIRATEN innerhalb des klassischen Links-Rechts-Spektrums verorten w&uuml;rden.<br>\nWer sind die PIRATEN: Kinder der Gr&uuml;nen, Linke mit Internet oder Nachfolger der sterbenden FDP? Trotz zahlreicher Beschl&uuml;sse bleibt die Partei in der Deckung und verweigert hartn&auml;ckig die Antwort darauf, wo sie politisch eigentlich steht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jacobjung.wordpress.com\/2011\/12\/05\/bpt112-wo-stehen-die-piraten\/\">Jacob Jung<\/a>\n<p><strong>dazu: Eine Generation hat wieder eine Vision<\/strong><br>\nDie Piratenpartei galt als versprengter Haufen von Nerds, die zu viel im Internet surfen. Aber man sollte sie tunlichst ernst nehmen: Hier entwickelt seit langer Zeit erstmals wieder eine Generation eine Zukunftsvision.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/parteitag-der-piratenpartei-eine-generation-hat-wieder-eine-vision_aid_690749.html\">Focus<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Kommentar M.S.:<\/strong> Das von Ihnen <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/piratenpartei178.html\">verlinkte Interview<\/a> mit Katja Kullmann datiert von Samstag, 03.12.2011. Seit gestern abend ist dieses Interview inhaltlich &uuml;berholt. Ich habe den gesamten Parteitag in Offenbach direkt vor Ort beobachtet und kann nur sagen: Da w&auml;chst eine gewaltige Konkurrenz f&uuml;r die etablierten Parteien heran. Der Focus beschreibt in seinem Artikel erstaunlicherweise sehr nah am tats&auml;chlichen Geschehen auf dem Parteitag am vergangenen Wochenende die neuen Weichenstellungen der Piraten. Durch das fehlende Delegiertensystem auf den Piratenparteitagen dauern Richtungsentscheidungen sicher l&auml;nger &ndash; daf&uuml;r sind diese aber &ldquo;Bottom-Up&rdquo; und damit im Gegensatz zu allen anderen etablierten Parteien wirklich basisorientiert. Es wird sicher noch einige Parteitage brauchen, bis die Piraten ein &auml;hnlich breites Themenspektrum wie die etablierten Parteien abbildet, das Warten d&uuml;rfte sich aber lohnen. Und die Piraten haben die Chance, wirklich gro&szlig;e Ver&auml;nderungen anzusto&szlig;en.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Zum SPD-Bundesparteitag<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gabriel macht sich unglaubw&uuml;rdig<\/strong><br>\n&ldquo;Mit dem heutigen Bundesparteitag schlie&szlig;en wir unsere politische Neuausrichtung ab,&rdquo; leitete Sigmar Gabriel seine heutige Rede auf dem Bundesparteitag der SPD ein. Und dann das:<br>\n&ldquo;Die Namen, die f&uuml;r all das stehen, was unser Land gut durch die Krise gebracht hat, sind sozialdemokratische Namen: Gerhard Schr&ouml;der, Franz M&uuml;ntefering, Frank Walter Steinmeier, Peer Steinbr&uuml;ck, Olaf Scholz und viele andere. Herzlichen Dank an die, die das geschafft haben f&uuml;r unser Land, Genossinnen und Genossen.&rdquo;<br>\nDamit hat Sigmar Gabriel &ndash; freilich ganz anders als von ihm beabsichtigt &ndash; Klarheit geschaffen: Einen Neuausrichtung des SPD wird es so schnell nicht geben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/?p=976\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Aussteller beim Bundesparteitag 2011<\/strong><br>\nunter anderem e.on, Vattenfall, RWE, Die Tafeln e.V., Bayer, Pfizer, Philip Morris, Bertelsmann Stiftung, Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, GDV &ndash; Die deutschen Versicherer, Celesio und so weiter und so fort<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/Parteitag_2011\/21216\/20111129_bpt_austeller.html\">SPD<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Rede Helmut Schmidt auf dem SPD-Bundesparteitag<\/strong><br>\nAllerdings ist uns nicht ausreichend bewusst, dass unsere Wirtschaft in hohem Ma&szlig;e sowohl in den gemeinsamen europ&auml;ischen Markt integriert als auch zugleich in hohem Ma&szlig;e globalisiert und damit von der Weltkonjunktur abh&auml;ngig ist. Wir werden deshalb im kommenden Jahr erleben, dass die deutschen Exporte nicht mehr sonderlich wachsen.<br>\nGleichzeitig hat sich aber eine schwerwiegende Fehlentwicklung ergeben, n&auml;mlich anhaltende enorme &Uuml;bersch&uuml;sse unserer Handelsbilanz und unserer Leistungsbilanz. Die &Uuml;bersch&uuml;sse machen seit Jahren etwa 5 Prozent unseres Sozialproduktes aus. Sie sind &auml;hnlich gro&szlig; wie die &Uuml;bersch&uuml;sse Chinas. Das ist uns nicht bewusst, weil es sich nicht mehr in DM-&Uuml;bersch&uuml;ssen niederschl&auml;gt, sondern in Euro. Es ist aber notwendig f&uuml;r unsere Politiker, sich dieses Umstandes bewusst zu sein.<br>\nDenn alle unsere &Uuml;bersch&uuml;sse sind in Wirklichkeit die Defizite der anderen. Die Forderungen, die wir an andere haben, sind deren Schulden. Es handelt sich um eine &auml;rgerliche Verletzung des einstmals von uns zum gesetzlichen Ideal erhobenen &bdquo;au&szlig;enwirtschaftlichen Gleichgewichts&ldquo;. Diese Verletzung muss unsere Partner beunruhigen. Und wenn es neuerdings ausl&auml;ndische, meistens amerikanische Stimmen gibt &ndash; inzwischen kommen sie von vielen Seiten &ndash; die von Deutschland eine europ&auml;ische F&uuml;hrungsrolle verlangen, so weckt all dies zusammen bei unseren Nachbarn zugleich zus&auml;tzlichen Argwohn. Und es weckt b&ouml;se Erinnerungen&hellip;<br>\nWenn wir Deutschen uns verf&uuml;hren lie&szlig;en, gest&uuml;tzt auf unsere &ouml;konomische St&auml;rke, eine politische F&uuml;hrungsrolle in Europa zu beanspruchen oder doch wenigstens den Primus inter pares zu spielen, so w&uuml;rde eine zunehmende Mehrheit unserer Nachbarn sich wirksam dagegen wehren. Die Besorgnis der Peripherie vor einem allzu starken Zentrum Europas w&uuml;rde ganz schnell zur&uuml;ckkehren. Die wahrscheinlichen Konsequenzen solcher Entwicklung w&auml;ren f&uuml;r die EU verkr&uuml;ppelnd. Und Deutschland w&uuml;rde in Isolierung fallen&hellip;<br>\nOhne Wachstum, ohne neue Arbeitspl&auml;tze kann kein Staat seinen Haushalt sanieren. Wer da glaubt, Europa k&ouml;nne durch Haushaltseinsparungen allein gesund werden, der m&ouml;ge gef&auml;lligst die schicksalhafte Wirkung von Heinrich Br&uuml;nings Deflationspolitik 1930\/32 studieren. Sie hat eine Depression und ein unertr&auml;gliches Ausma&szlig; an Arbeitslosigkeit ausgel&ouml;st und damit den Untergang der ersten deutschen Demokratie eingeleitet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/Pressemitteilungen\/21498\/20111204_rede_helmut_schmidt.html\">SPD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist wie der H&ouml;henflug eines Falken gegen&uuml;ber dem Flattern im H&uuml;hnerstall, wenn man Triebkr&auml;fte, Motive und Visionen Helmut Schmidts f&uuml;r ein vereintes Europa mit den platten &ouml;konomistischen Spr&uuml;chen sowohl von Merkel, aber auch von Steinmeier vergleicht.<\/em><br>\n<em>Dennoch sollte man bei allem Respekt kritisch anmerken, dass Helmut Schmidt seinen Genossen durchaus auch noch etwas mehr ins Gewissen reden k&ouml;nnen. Siehe z.B. Michael Schlecht:<\/em> <\/p>\n<p><strong>Sozialdemokratische Grenzen eines Helmut Schmidt<\/strong><br>\nEs ist selten, dass ich einen sozialdemokratischen Politiker so ausf&uuml;hrlich zustimmend zitiere. Jedoch gibt es bei Helmut Schmidt einen Abbruch seiner Argumentation. Weshalb ist es zu diesem so verheerenden Leistungsbilanzungleichgewicht gekommen, das die Ursache f&uuml;r die Schulden der anderen ist? Bei Schmidt verdichtet sich die Antwort in der Floskel: &bdquo;Es handelt sich um eine &auml;rgerliche Verletzung &hellip; des &sbquo;au&szlig;enwirtschaftlichen Gleichgewichts&lsquo;&ldquo;.<br>\n&Auml;rgerlich, dass Schmidt hier nicht weiter argumentiert. Denn dann h&auml;tte nicht nur eine Abrechnung mit Merkel, sondern auch mit der Politik der Schr&ouml;der\/Fischer-Regierung folgen m&uuml;ssen. Die Politik der Agenda 2010 ist die zentrale Ursache f&uuml;r die Au&szlig;enhandelsungleichgewichte und damit f&uuml;r die europ&auml;ische Krise. Deutschland ist wieder T&auml;terland. Mit der Deregulierung des Arbeitsmarktes wurden die Gewerkschaften geschw&auml;cht und ein gigantisches Lohndumping eingeleitet. Die L&ouml;hne sind seit 2000 um 4,5 Prozent preisbereinigt gesunken.<br>\nWenn L&ouml;hne sinken, dann tragen die Menschen weniger Geld in die Gesch&auml;fte. Dies trifft auch die Importe, sodass viele andere L&auml;nder es schwer haben nach Deutschland Waren zu exportieren. Das Lohndumping ist gut f&uuml;r die Unternehmer, ihre Profite und auch f&uuml;r ihre Wettbewerbsf&auml;higkeit im Ausland. Kein Wunder, das gerade seit 2000 die Exporte massiv steigen.<br>\nIn der Scherenbewegung von ausgebremsten Importen und steigenden Exporten explodierte der Aushandels&uuml;berschuss. Seit 2000 wurde f&uuml;r 1,2 Billionen Euro mehr ins Ausland verkauft als eingekauft. In den ersten drei Quartalen 2011 betrug der &Uuml;berschuss knapp 120 Milliarden Euro, davon 65 Milliarden mit der Eurozone!<br>\nW&auml;re Helmut Schmidt diesen argumentativen Schritt noch gegangen, dann h&auml;tten er auch die historisch notwendigen Konsequenzen, die weit &uuml;ber ihre soziale Bedeutung hinausgehen, formulieren m&uuml;ssen: In Deutschland muss das Lohndumping beendet und die Agenda 2010 zur&uuml;ckgenommen werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.michael-schlecht-mdb.de\/sozialdemokratische-grenzen-eines-helmut-schmidt.html#more-2756\">Michal Schlecht<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Interview mit Torsten Bultmann zur unternehmerischen Hochschule<\/strong><br>\nDas Matth&auml;us-Prinzip oder wie unternehmerischer Wettbewerb und Exzellenz Ungleichheiten vertiefen&rdquo;, unter diesem Titel hielt Torsten Bultmann vom Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 23. November 2011 einen Vortrag an der Universit&auml;t T&uuml;bingen. Der Kritiker der sogenannten &ldquo;Exzellenzinitiative&rdquo; war auf Einladung des Hochschulinformationsb&uuml;ros (HIB) des DGB und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nach T&uuml;bingen gekommen.<br>\nIm Interview mit dem Bildungsmagazin erkl&auml;rt Bultmann was &ldquo;Elite-Uni&rdquo; &uuml;berhaupt hei&szlig;t und wie das Ringen um den Titel der &ldquo;Elite-Universit&auml;t&rdquo; dazu f&uuml;hren kann, dass am Ende nur die bereits sehr erfolgreichen Universit&auml;ten weitergef&ouml;rdert werden, w&auml;hrend die weniger prestigetr&auml;chtigen Bildungseinrichtungen &ldquo;abgeh&auml;ngt<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/freie-radios.net\/44818\">freie-radios.net<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Akte Tengelmann<\/strong><br>\nEs war einmal ein Unternehmen, das die Deutschen geliebt haben. Tengelmann hat uns &uuml;ber Jahrzehnte mit Lebensmitteln versorgt und die Superm&auml;rkte in Deutschland popul&auml;r gemacht. Ein Konzern mit freundlichen Kassiererinnen, gut bezahlten Mitarbeitern und ehrbaren Kaufm&auml;nnern &ndash; eines der letzten gro&szlig;en Familienunternehmen. Doch im Hintergrund scheint l&auml;ngst ein Strategiewechsel stattzufinden. Statt traditioneller Superm&auml;rkte sp&uuml;len inzwischen Partner wie der Textildiscounter KiK, die Schn&auml;ppchenbude Tedi oder das Billigkaufhaus Woolworth das gro&szlig;e Geld in die Kassen. F&uuml;r die Angestellten und Aushilfen hat die Preisdr&uuml;ckerei oft sp&uuml;rbare Folgen. Unbezahlte &Uuml;berstunden, Angst am Arbeitsplatz, aggressive Sparpolitik. Die beteiligten Unternehmen ficht das auch auf Nachfrage offenbar nicht an.<br>\nChristoph L&uuml;tgert und sein Team haben wochenlang recherchiert und auch in der Vergangenheit von Tengelmann dunkle Kapitel entdeckt. Was der Konzern bis heute verschweigt, ist seine Rolle in den Jahren des Nationalsozialismus. Der damalige Firmenpatriarch, kurz nach der Machtergreifung selbst SS-Mitglied, hatte bereits 1931 mit SS-Chef Heinrich Himmler &uuml;ber die Zukunft von Tengelmann verhandelt. Sp&auml;ter schaffte es der Konzern, lukrative Wehrmachtsauftr&auml;ge zu ergattern und Frontnahrung zu produzieren. Tengelmann ging offenbar gerne mit der Zeit. Doch in den stolzen Chroniken ist davon praktisch nichts zu lesen. Tengelmann hat inzwischen aufgrund der Panorama-Anfrage einen unabh&auml;ngigen Historiker beauftragt, die Unternehmensgeschichte aufzuarbeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/fernsehen\/sendungen\/panorama_die_reporter\/start377-epgdetail_sid-1069472.html\">Panorama &ndash; die Reporter<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Die Sendung wird am Dienstag, 06. Dezember 2011 von 21:15 bis 21:45 Uhr in der ARD gezeigt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Drohende Herabstufung Deutschlands durch S&amp;P.<\/strong><br>\nAuf zwei Artikel dazu weist NDS-Leser E.E. hin und vergleicht sie:<br>\nWie unterschiedlich die zwei wichtigsten Wirtschaftsbl&auml;tter Deutschlands die Nachricht von der drohenden Herabstufung Deutschlands durch S&amp;P pr&auml;sentieren, siehe <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/international\/jetzt-ist-deutschland-an-der-reihe\/5925238.html\">hier<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/anleihen-devisen\/:staatsschuldenkrise-s-p-warnt-deutschland-und-andere-euro-staaten-vor-aaa-verlust\/60138682.html\">hier<\/a>.<br>\nDas Handelsblatt konstatiert einen &bdquo;Warnschuss gegen die Eurozone&ldquo; in Form einer drohenden &bdquo;Herabstufung von Deutschland und 14 anderen L&auml;ndern der Euro-Zone&ldquo; durch S&amp;P und zitiert als Motive der Agentur\n<ol>\n<li>die Sorge &uuml;ber die m&ouml;glichen Auswirkungen der zunehmenden politischen, finanziellen und monet&auml;ren Probleme der europ&auml;ischen Wirtschaften und der europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion,<\/li>\n<li>den mangelnden Fortschritt der europ&auml;ischen Politiker bisher sowie deren ihrer Meinung nach unkoordiniertes und unentschlossenes Handeln,<\/li>\n<li>die Probleme in der Eurozone, die in den vergangenen Wochen ein Ma&szlig; erreicht h&auml;tten, das die Zone als Ganzes unter Druck setze.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Handelsblatt lokalisiert also die Problematik im gesamten Euroland. Ganz anders dagegen FTD.<br>\nFinancial Times Deutschland berichtet zwar auch von der drohenden Herabstufung Deutschlands und 14 weiterer L&auml;nder der Euro-Zone durch S&amp;P, sch&auml;lt dann aber Deutschland aus der allgemeinen negativen Beurteilung der Gemeinschaft der Euro-Staaten heraus. Die &uuml;brigen 14 L&auml;nder werden nach der Bemerkung zu Beginn des Artikels (&bdquo;15 der 17 L&auml;nder&ldquo;) nicht mehr erw&auml;hnt. FTD sieht n&auml;mlich Deutschland in einer Opferrolle, die sie darin erkennt, dass das Land trotz seiner bislang &bdquo;vergleichsweise soliden Staatsfinanzen&ldquo; nun unter Druck gerate.<br>\nDer Grund f&uuml;r diesen Druck seien:<\/p>\n<blockquote><p>die &bdquo;wirtschaftlichen und finanziellen Schockwellen&ldquo; aus Euroland, die Deutschland ersch&uuml;ttern k&ouml;nnten. Was die &bdquo;Schockwellen&ldquo; f&uuml;r Deutschland bedeuten, kl&auml;rt FTD gleich im ersten Teil des Artikels: Vor allem Deutschland m&uuml;sse &bdquo;am Ende die Zeche zahlen&ldquo;. Das Blatt suggeriert somit, die Probleme Deutschlands seien exogener Natur und h&auml;tten mit der Wirtschafts- und Finanzpolitik Deutschlands nichts zu tun.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer also ist laut Financial Times Deutschland Schuld an einer eventuellen Herabstufung Deutschlands durch die Rating-Agenturen? Nat&uuml;rlich die Schuldenstaaten, womit &ndash; ebenso nat&uuml;rlich &ndash; nicht Deutschland gemeint ist.<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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