{"id":115624,"date":"2024-05-24T09:00:16","date_gmt":"2024-05-24T07:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115624"},"modified":"2024-05-24T15:59:15","modified_gmt":"2024-05-24T13:59:15","slug":"brandschutz-unterirdisch-die-tunnel-von-stuttgart-21-sind-gemeingefaehrlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115624","title":{"rendered":"Brandschutz unterirdisch: Die Tunnel von Stuttgart 21 sind gemeingef\u00e4hrlich"},"content":{"rendered":"<p>Offene Briefe, offene Fragen. Gegner des Bahnprojekts verlangen vom DB-Konzern und Eisenbahn-Bundesamt, Zweifel am S21-Brandschutzkonzept auszur&auml;umen. Die Adressaten antworten einfach nicht. Das erh&auml;rtet nur den Verdacht: Man hat etwas zu verheimlichen &ndash; und viel zu verlieren. Der Verlust an Glaubw&uuml;rdigkeit ist dabei wohl das nichtigste Problem. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_1589\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-115624-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240524_Brandschutz_unterirdisch_Die_Tunnel_von_Stuttgart_21_sind_gemeingefaehrlich_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240524_Brandschutz_unterirdisch_Die_Tunnel_von_Stuttgart_21_sind_gemeingefaehrlich_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240524_Brandschutz_unterirdisch_Die_Tunnel_von_Stuttgart_21_sind_gemeingefaehrlich_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240524_Brandschutz_unterirdisch_Die_Tunnel_von_Stuttgart_21_sind_gemeingefaehrlich_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=115624-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240524_Brandschutz_unterirdisch_Die_Tunnel_von_Stuttgart_21_sind_gemeingefaehrlich_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240524_Brandschutz_unterirdisch_Die_Tunnel_von_Stuttgart_21_sind_gemeingefaehrlich_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Skandalisieren tut manchmal not, mithin l&auml;sst sich damit Unheil abwenden. Stuttgart 21 ist ein Skandal, durch und durch. Von der Anbahnung &uuml;ber die Projektierung, die politische Durchsetzung, die Finanzierung bis hin zur baulichen Realisierung: ein riesengro&szlig;er Eklat, der indes vom Mainstream zu einer l&auml;stigen Betriebsst&ouml;rung verniedlicht wird. &bdquo;Nun ja, l&auml;uft nicht alles bestens, aber haut schon irgendwie hin.&ldquo; Dabei wird in der hiesigen Medienlandschaft ein Aspekt des <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115195\">zig Milliarden Euro verschlingenden Chaosprojekts<\/a> praktisch gar nicht verhandelt: Sobald einmal in Betrieb, droht es f&uuml;r Hunderte, mithin Tausende Menschen zur Todesfalle zu werden.<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.stern.de\/gesellschaft\/stuttgart-21--experten-zum-brandschutz-beim-umstrittenen-grossprojekt-8116488.html\">&bdquo;S21 hat das Potenzial, Europas gr&ouml;&szlig;tes Krematorium zu werden&ldquo;<\/a>, hatte schon vor sechs Jahren Hans-Joachim Keim nach Durchsicht des 33-seitigen Brandschutzkonzepts gewarnt. Der Ingenieur war Gutachter des Gletscherbahnungl&uuml;cks im &ouml;sterreichischen Kaprun, bei dem im Jahr 2000 infolge eines Feuers 155 Menschen durch Rauchvergiftung starben. Aus Sorge, bei Stuttgart 21 k&ouml;nnte sich &Auml;hnliches oder Schlimmeres ereignen, beklagte der Experte ein &bdquo;Staatsverbrechen&ldquo; und weiter: &bdquo;Es ist Wahnsinn, was die da machen.&ldquo;<\/p><p><strong>Schluss mit Naturgesetzen<\/strong><\/p><p>&bdquo;Die da&ldquo; sind die Deutsche Bahn (DB) und ihre Projektpartner, also Baden-W&uuml;rttemberg, die Stadt, die Region und der Flughafen Stuttgart. Die Kritik an ihrem Treiben ist in den Jahren nicht verstummt, sie wurde sogar immer lauter, weil sich mit den Baufortschritten immer mehr technische Unwuchten und Gefahrenquellen abzeichneten. Und dann gibt es da noch diese Plan&auml;nderung: Lange Zeit hatte die Bahn mit Z&uuml;gen einer maximalen Auslastung von 1.757 Passagieren kalkuliert, neuerdings jedoch perspektivisch mit solchen, die bis zu 3.681 Menschen fassen und durch die diversen zum k&uuml;nftigen Stuttgarter Tiefbahnhof f&uuml;hrenden Tunnel rollen sollen. Aber trotz verdoppelter Fahrgastzahl ist das Brandschutzkonzept immer noch das alte.<\/p><p>Das muss man nicht verstehen, und die Macher geben sich auch gar nicht die M&uuml;he, es zu erkl&auml;ren. Stattdessen lie&szlig; unl&auml;ngst ein DB-Sprecher verlauten, das S21-Sicherheitspaket sei <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/baden-wuerttemberg\/stuttgart\/stuttgart-21-brandschutz-weiter-in-der-kritik-100.html\">&bdquo;von der Art der eingesetzten Z&uuml;ge unabh&auml;ngig&ldquo;<\/a>, was so viel bedeutet wie: Ob nun zehn Fahrg&auml;ste oder 3.000 unterwegs sind, die Chance jedes Einzelnen, sich im Ungl&uuml;cksfall in Sicherheit zu bringen, ist in beiden F&auml;llen gleich gro&szlig;. Realit&auml;tsverweigerung ist eine der st&auml;rksten Konstanten bei S21. Jetzt kommen sogar die Naturgesetze unter die R&auml;der.<\/p><p><strong>Mauern und Aussitzen<\/strong><\/p><p>Gutachter Keim hatte den Verantwortlichen seinerzeit vorgehalten, &bdquo;kein Gef&uuml;hl f&uuml;r Paniksituationen&ldquo; zu haben, &bdquo;sie k&ouml;nnen sich nicht vorstellen, wie man unter Stress und Angst reagiert&ldquo;. Die Fluchtwege bei S21 sind stellenweise 90 Zentimeter breit, &uuml;blich sind zwei Meter und mehr. Sie liegen auch nicht auf der H&ouml;he des Ausstiegs, sondern einen Meter tiefer, und die Rettungsstollen zur benachbarten Tunnelr&ouml;hre befinden sich im Abstand von 500 Metern. Wie sollten Menschen unter diesen Bedingungen &bdquo;mit einem Rollstuhl durchkommen&ldquo;, fragte sich Keim, &bdquo;es wird dort Staus geben&ldquo;. Sp&auml;testens bei den viel zu eng konzipierten Fluchttreppen w&uuml;rden sich die Fl&uuml;chtenden &bdquo;gegenseitig zerdr&uuml;cken &ndash; wie bei der Love-Parade&ldquo;. Und Keim &auml;u&szlig;erte diese Bedenken schon, als die Bahn noch mit der H&auml;lfte an Insassen rechnete.<\/p><p>Christoph Engelhardt, Physiker und Gr&uuml;nder des Faktencheckportals <a href=\"https:\/\/wikireal.info\/wiki\/Hauptseite\">WikiReal.org<\/a>, hat vor einem Monat gemeinsam mit seinen Mitstreitern vom <a href=\"https:\/\/kopfbahnhof-21.de\/\">Aktionsb&uuml;ndnis gegen S21<\/a> und den <a href=\"http:\/\/ingenieure22.de\/\">Ingenieuren22<\/a> in einem <a href=\"https:\/\/wikireal.info\/w\/images\/3\/33\/2024-04-24_Offener_Brief_Wikireal_ABgS21_Ing22_an_PSU_-_Universalbrandschutzkonzept.pdf\">Offenen Brief<\/a> an die S21-Projektgesellschaft Stuttgart&ndash;Ulm GmbH (PSU) um Stellungnahme zu einer Reihe von Schl&uuml;sselfragen gebeten. Allen voran solle deren Chef Olaf Drescher bitte einen Experten benennen, der das behauptete &bdquo;Universalbrandschutzkonzept&ldquo; best&auml;tige, und &bdquo;lassen Sie ihn oder sie f&uuml;r diese Einsch&auml;tzung eine nachvollziehbare Begr&uuml;ndung abgeben&ldquo;. Bis heute wartet er vergebens auf Antwort. &bdquo;Ein nie dagewesenes komplettes Abtauchen der PSU&ldquo; habe er erleben m&uuml;ssen, sagte er am Donnerstag den NachDenkSeiten, die selbst wiederholt bei der Bahn nachgehakt haben. Einmal hie&szlig; es, zur &bdquo;Korrespondenz mit Dritten&ldquo; &auml;u&szlig;ere man sich nicht, am Mittwoch dann, man habe dem &bdquo;nichts hinzuzuf&uuml;gen&ldquo;. In Wahrheit &auml;u&szlig;ert man sich gar nicht beim Staatskonzern, man mauert, sitzt aus und hofft, dass die Sache keine Kreise zieht.<\/p><p><strong>Simulation vorget&auml;uscht<\/strong><\/p><p>Aber die Projektgegner lassen nicht locker und haben sich in einem n&auml;chsten Schritt an das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) gewandt. Das ist die &bdquo;letzte Instanz&ldquo; in puncto Brandschutz und W&auml;chterin &uuml;ber die sogenannte Tunnelrichtlinie, der gem&auml;&szlig; bei einer Feuerkatastrophe die &bdquo;Selbstrettung&ldquo; der Zuginsassen und des Zugpersonals gew&auml;hrleistet sein muss. Allerdings ist diese Vorgabe nie wirklich erf&uuml;llt worden.<\/p><p>Ja, es gab einmal diese omin&ouml;se Simulation eines Schweizer Planungsb&uuml;ros. &Uuml;ber deren Herausgabe wurde juristisch jahrelang gestritten, obwohl diese schon vor acht Jahren gel&ouml;scht worden sein soll, wie das Verwaltungsgericht Stuttgart unl&auml;ngst zugunsten der Bahn urteilte. Dabei hie&szlig; es noch vor zehn Jahren, das Material liefere den &bdquo;Beweis&ldquo;, dass sich die Passagiere eines voll besetzten Doppelstockzuges bei einem Brandfall im Fildertunnel &ndash; dem mit neun Kilometern l&auml;ngsten Zulauf zum k&uuml;nftigen Hauptbahnhof &ndash; innerhalb von elf Minuten in Sicherheit bringen k&ouml;nnten. Auf Grundlage des Computermodells hatte der Arbeitskreis Brandschutz, dem die Bahn, das Regierungspr&auml;sidium Stuttgart und die Stuttgarter Feuerwehr angeh&ouml;ren, gr&uuml;nes Licht zum Brandschutzkonzept gegeben.<\/p><p><strong>Kalter Kaffee &hellip; <\/strong><\/p><p>Sp&auml;ter stellte sich heraus: Der digitale Testlauf hatte kein &bdquo;Hei&szlig;ereignis&ldquo;, sondern ein &bdquo;Kaltereignis&ldquo; durchgespielt. Was fehlte, war ein Feuer und noch viel mehr. Rauch- und Hitzeentwicklung? Mobilit&auml;tseingeschr&auml;nkte Personen? Panikverhalten der Fl&uuml;chtenden? Nichts davon war Gegenstand der Untersuchung, wie auch ein Anwalt der Bahn vor Gericht einr&auml;umte. Au&szlig;erdem operierte sie einzig mit &bdquo;Best-Case-Szenarien&ldquo;, also nur mit den g&uuml;nstigsten Ungl&uuml;cksumst&auml;nden, etwa dem, dass ein Zug exakt mittig zwischen zwei Notausgangsquerschl&auml;gen zum Stehen kommt. Ma&szlig;gebend ist nach den EBA-Bestimmungen aber ein &bdquo;Worst-Credible-Scenario&ldquo;, also die Unterstellung der denkbar gr&ouml;&szlig;ten Widrigkeiten &ndash; sprich ein Feuerinferno bei voll besetztem Zug und maximaler Entfernung zum Rettungsstollen.<\/p><p>&bdquo;Mit den Grundrechenarten sowie den etablierten und von der Bahn selbst verwendeten Erfahrungswerten der Vereinigung zur F&ouml;rderung des Deutschen Brandschutzes l&auml;sst sich einfach nachrechnen, dass in den S21-Tunneln das Selbstrettungsziel von 15 Minuten um Faktoren verfehlt wird&ldquo;, befand Engelhardt. Die Gr&uuml;nde listet er in seinem neuesten <a href=\"https:\/\/wikireal.info\/w\/images\/0\/0e\/2024-05-22_Wikireal_ABgS21_Ing22_an_EBA_-_Offener_Brief_und_Aufforderung_Baustopp_sofort.pdf\">Offenen Brief<\/a> an EBA-Pr&auml;sident Stefan Dernbach auf. Gegen&uuml;ber vergleichbaren Tunneln sei die Rettungswegbreite in den S21-Tunneln halbiert, die Kapazit&auml;t der Z&uuml;ge viermal so gro&szlig; und die Verrauchung etwa doppelt so schnell wie von der Bahn angenommen. Das Risiko, zu Tode zu kommen, w&auml;re damit um den Faktor 16 gr&ouml;&szlig;er als &uuml;blich. Kein Zugtyp habe eine Chance auf rechtzeitige Evakuierung, &bdquo;nicht einmal ein Schienenbus&ldquo;.<\/p><p><strong>&hellip; und ein Hefekuchen<\/strong><\/p><p>Aber warum ist das Tunnelinnere eigentlich so beengt? Schuld ist das Mineral Anhydrit im Stuttgarter Untergrund, das bei Ber&uuml;hrung mit Wasser aufquillt <a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swrkultur\/wissen\/stuttgart-21-tunnelbau-in-gefaehrlichem-gestein-swr2-wissen-2020-09-28-100.html\">&bdquo;wie ein Hefekuchen&ldquo;<\/a>. Zum Schutz gegen hohen Au&szlig;endruck, der die Fahrtrasse anheben oder die W&auml;nde zerbersten k&ouml;nnte, wurden die R&ouml;hren dicker als &uuml;blich gebaut, wodurch innen weniger Platz bleibt. H&auml;tte man normal dimensioniert und daf&uuml;r noch viel mehr Gestein aus der Erde gebaggert, w&auml;ren die Kosten ins Astronomische gestiegen &ndash; was sie auch so schon tun. Und weshalb hat das EBA alle Baufreigaben f&uuml;r den Tiefbahnhof samt Zulauftunneln im Rahmen der Planfeststellung erteilt? &bdquo;Ursache f&uuml;r dieses Desaster ist die gr&ouml;&szlig;te Wahrnehmungsverweigerung aller Zeiten&ldquo;, &auml;u&szlig;erte Engelhardt. &bdquo;&Uuml;ber Jahrzehnte wurde bei dem Projekt der politische Wille &uuml;ber die Fakten gestellt, Gesichtswahrung wurde jeder Evidenz vorgezogen, das r&auml;cht sich nun.&ldquo;<\/p><p>Offenbar haben sich auch die Aufseher und Kontrolleure die Wahrnehmung vernebeln lassen. So zieht sich das Bundesamt auf die Position zur&uuml;ck, wonach &bdquo;Zeit- und Leistungsvorgaben f&uuml;r die Evakuierung eines Zuges oder f&uuml;r das Erreichen des sicheren Bereiches (&hellip;) in den Richtlinien zu Eisenbahntunneln nicht enthalten [sind]&ldquo;. Dennoch steht darin etwas von &bdquo;Selbstrettung&ldquo;, deren Gelingen vor allem eine Frage der Zeit ist. Und in den S21-Tunneln mit ihrer Enge und mitunter starken Neigung, wodurch der sogenannte Kamineffekt verst&auml;rkt und damit eine rasche Verrauchung noch beg&uuml;nstigt wird, bliebe im Ungl&uuml;cksfall eben extrem wenig davon, <a href=\"https:\/\/wikireal.info\/wiki\/Stuttgart_21\/Brandschutz_Tunnel\">viel weniger als in praktisch s&auml;mtlichen vergleichbaren Tunneln Europas<\/a>.<\/p><p><strong>Baustopp sofort!<\/strong><\/p><p>Angesichts dieser Ausgangslage m&uuml;sse der EBA-Chef einen &bdquo;sofortigen Baustopp&ldquo; f&uuml;r S21 verf&uuml;gen, fordern die DB-Kritiker. Bei geltenden Standards sei eine Inbetriebnahme nicht zu verantworten, ebenso wenig sei zu rechtfertigen, dass weitere Milliardensummen an Steuergeld &bdquo;absehbar in eine Bauruine investiert werden&ldquo;, hei&szlig;t es in besagtem Schreiben. Werde der Aufforderung nicht unmittelbar Folge geleistet, m&uuml;sse man darauf bestehen, innerhalb von zwei Wochen wenigstens Antworten zum bisher von der PSU ignorierten Fragenkatalog zu erhalten.<\/p><p>Auf eine Anfrage der NachDenkSeiten reagierte die EBA bis Verstreichen der einger&auml;umten Frist nicht. Nach den Regularien der Bundesbeh&ouml;rde sind &bdquo;das ganzheitliche Brandschutzkonzept der Vorhabentr&auml;gerin sowie die Flucht- und Rettungskonzepte f&uuml;r die einzelnen Bauwerke (&hellip;) kontinuierlich&ldquo; fortzuschreiben und &bdquo;m&uuml;ssen zur Inbetriebnahme in gepr&uuml;fter Form vorgelegt werden&ldquo;. Demnach k&ouml;nnte vor Inbetriebnahme durchaus noch eingegriffen werden. Das allerdings liefe wohl darauf hinaus, das ganze Projekt zu begraben, weil es &ndash; anders als etwa der Hauptstadtflughafen BER &ndash; brandschutztechnisch als irreparabel gilt.<\/p><p>&bdquo;Wir m&uuml;ssen uns der unangenehmen Wahrheit stellen, dass wir vor der gr&ouml;&szlig;ten Fehlplanung der Geschichte stehen&ldquo;, konstatierte Engelhardt. &bdquo;Wir stehen damit auch vor dem gr&ouml;&szlig;ten Gesichtsverlust unseres Landes. Aber wegen der unabweislichen Brandschutzm&auml;ngel wird mit jedem Tag des Weiterbaus dieser Gesichtsverlust nur noch gr&ouml;&szlig;er.&ldquo; Werden die Macher also die Notbremse ziehen? Wohl kaum. Bisher hat das EBA noch stets so getan, als laufe bei S21 alles regelgem&auml;&szlig;. Prognose: Dabei bleibt es. Und der Skandal? Der wird noch monstr&ouml;ser, hoffentlich nicht t&ouml;dlich &hellip;<\/p><p><small>Titelbild: IG Digital Arts\/shutterstock.com<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/082c40a0dd6c461982a4e8a577517c72\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offene Briefe, offene Fragen. Gegner des Bahnprojekts verlangen vom DB-Konzern und Eisenbahn-Bundesamt, Zweifel am S21-Brandschutzkonzept auszur&auml;umen. Die Adressaten antworten einfach nicht. Das erh&auml;rtet nur den Verdacht: Man hat etwas zu verheimlichen &ndash; und viel zu verlieren. Der Verlust an Glaubw&uuml;rdigkeit ist dabei wohl das nichtigste Problem. 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