{"id":115637,"date":"2024-05-26T12:00:14","date_gmt":"2024-05-26T10:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115637"},"modified":"2024-05-26T02:56:56","modified_gmt":"2024-05-26T00:56:56","slug":"kubas-praesident-diaz-canel-im-interview-mit-ignacio-ramonet-die-usa-werden-uns-nicht-brechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115637","title":{"rendered":"Kubas Pr\u00e4sident D\u00edaz-Canel im Interview mit Ignacio Ramonet: \u201eDie USA werden uns nicht brechen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Der spanische Medienwissenschaftler und Journalist Ignacio Ramonet, der &uuml;ber viele Jahre <em>Le Monde diplomatique<\/em> leitete, hat den kubanischen Pr&auml;sidenten Miguel D&iacute;az-Canel&nbsp;in einem ausf&uuml;hrlichen Interview zu den brennendsten innen- und au&szlig;enpolitischen Themen der Karibikinsel befragt: die anhaltende Wirtschaftskrise, Auswirkungen der Inflation und Teildollarisierung, aufkommende Sozialproteste, die Beziehungen zu den USA und Lateinamerika sowie die zunehmende Relevanz der BRICS f&uuml;r Kuba. Von <strong>Iganacio Ramonet<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Ignacio Ramonet: Herr Pr&auml;sident, zun&auml;chst einmal m&ouml;chte ich Ihnen sehr daf&uuml;r danken, dass Sie uns dieses Interview gew&auml;hren. Dies wird ein Interview mit etwa zehn Fragen sein, die wir in drei Bl&ouml;cke unterteilen werden: ein Block zur Innenpolitik, zur innenpolitischen Situation in Kuba; ein zweiter Block zur Wirtschaft, im Wesentlichen nat&uuml;rlich zur Wirtschaft in Kuba; und ein dritter Block zur internationalen Politik.<br>\nDie erste Frage zur Innenpolitik lautet wie folgt: F&uuml;r viele Familien in Kuba ist das t&auml;gliche Leben in den letzten zwei, drei Jahren besonders schwierig geworden: Es gibt Lebensmittelknappheit, es gibt Inflation, es gibt einen Mangel an &ouml;ffentlichen Dienstleistungen. Die von den Vereinigten Staaten rechtswidrig verh&auml;ngte Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade bestand bereits, und ich m&ouml;chte Sie fragen, was in j&uuml;ngster Zeit geschehen ist, dass sich die Lage derart verschlechtert hat.<\/strong><\/p><p><strong>Miguel D&iacute;az-Canel:<\/strong> Nun, Ramonet, zun&auml;chst einmal danke ich dir daf&uuml;r, dass du uns die Gelegenheit gegeben hast, mit dir zu sprechen; es ist immer sehr interessant, mit dir Standpunkte auszutauschen und auch deine Kommentare zu diesen Themen zu h&ouml;ren. Du hast mir eine sehr interessante Frage gestellt, denn viele Menschen fragen sich, warum, wenn es schon so lange eine Blockade gibt, was die aktuelle Blockade auszeichnet?<\/p><p>Ich denke, wir m&uuml;ssen von der Tatsache ausgehen, dass zun&auml;chst einmal die Blockade heute einen qualitativ anderen Charakter hat; heute sprechen wir von einer versch&auml;rften Blockade, und dar&uuml;ber hinaus wird diese Versch&auml;rfung durch eine weitere Komponente unterst&uuml;tzt, n&auml;mlich die Aufnahme Kubas auf eine fiktive Liste von L&auml;ndern, die angeblich den Terrorismus unterst&uuml;tzen, die die Regierung der Vereinigten Staaten nach ihrem Gutd&uuml;nken festlegt.<\/p><p>Ich werde vor allem einen Vergleich anstellen, der meiner Meinung nach am besten veranschaulicht, was sich von einem Moment zum anderen ver&auml;ndert hat, wenn wir vergleichen, wie das Leben der Kubaner bis 2019 oder bis zum zweiten Halbjahr 2019 war und wie das Leben nach dem zweiten Halbjahr 2019 ist, was diese beiden Momente auch einrahmt oder voneinander unterscheidet.<\/p><p>Erstens sind wir ein Land, das seit mehr als 60 Jahren unter den Beschr&auml;nkungen und Widrigkeiten der Blockade leidet, einer illegalen, ungerechten, anachronistischen Blockade als eine Politik, die vor allem von der arroganten Sichtweise der Regierung der Vereinigten Staaten getragen wird.<\/p><p>Kuba hat nie tatenlos zugesehen, und wir haben eine F&auml;higkeit zum Widerstand entwickelt. Nach den Erfahrungen, die wir mit Covid-19 gemacht haben, w&uuml;rde ich sogar sagen, dass es sich um einen kreativen Widerstand handelt, denn das Land war nicht nur in der Lage, der Blockade zu widerstehen, sondern das Land hat sich unter diesen Bedingungen weiterentwickelt, es hat einen Beitrag geleistet, es ist als Nation gewachsen und hat sich dar&uuml;ber hinaus entwickelt; mit anderen Worten, es hat nicht nur Widerstand geleistet und sonst nichts.<\/p><p>Mit all diesen Konzepten und Strategien der Revolution ist es uns gelungen, ein gewisses Niveau an wirtschaftlicher Aktivit&auml;t, an Exporten, an Unterst&uuml;tzung f&uuml;r soziale Programme, die eine gro&szlig;e Auswirkung auf unsere Bev&ouml;lkerung haben, aufrechtzuerhalten, und wir haben gelebt, obwohl unsere Tr&auml;ume zum Stillstand kamen und all unsere Bestrebungen gebremst wurden, gerade wegen der Auswirkungen der Blockade, die, das sage ich dir ganz kategorisch, die Ursache ist, die unsere wirtschaftliche Entwicklung am meisten behindert.<\/p><p>Und ich sage immer: Wenn wir w&auml;hrend der Blockade so viele Dinge tun konnten, was h&auml;tten wir dann nicht tun k&ouml;nnen, wenn wir nicht blockiert gewesen w&auml;ren; aber das sind Hypothesen, die mit Studien, mit &Uuml;berpr&uuml;fungen, mit Datenanalysen in Thesen verwandelt werden m&uuml;ssen, was bei dem, was uns jetzt besch&auml;ftigt, nicht der Fall ist.<\/p><p>Im Jahr 2019 hatte dieses Land Exporteinnahmen aus unserer exportf&auml;higen und wettbewerbsf&auml;higen Produktion auf dem internationalen Markt, denn die Wirtschaftst&auml;tigkeit des Landes war sehr lebhaft; das Land erhielt eine betr&auml;chtliche Menge an &Uuml;berweisungen; es erhielt betr&auml;chtliche Einnahmen aus dem Tourismus &ndash; erinnere dich , dass wir in einem Jahr fast viereinhalb Millionen Touristen hatten &ndash; und wir bekamen Kredite von verschiedenen Finanzinstitutionen, Regierungskredite von L&auml;ndern, mit denen wir sehr gute Beziehungen haben, und auch Kredite aus Programmen, von Agenturen, die es uns erm&ouml;glichten, Projekte zu entwickeln und zu unterst&uuml;tzen.<\/p><p>Auf der anderen Seite hatten wir eine stabile Versorgung mit Treibstoff auf der Grundlage von Abkommen mit befreundeten L&auml;ndern, mit Bruderl&auml;ndern, was bedeutete, dass wir im Rahmen dieser Abkommen praktisch nichts von den Deviseneinnahmen, die wir erhielten, f&uuml;r Treibstoff ausgeben mussten, weil all dies durch die Dienstleistungen, die wir f&uuml;r diese Bruderl&auml;nder erbracht haben, kompensiert wurde.<\/p><p>Unter all diesen Bedingungen verf&uuml;gten wir &uuml;ber Deviseneinnahmen, die es uns erm&ouml;glichten, Rohstoffe zu importieren, um unsere wichtigsten Produktionsprozesse in dem Ma&szlig;e zu entwickeln, wie es uns trotz der Blockade m&ouml;glich war; wir konnten Lebensmittel kaufen, um den Grundnahrungsmittelkorb zu f&uuml;llen, wir konnten sogar Lebensmittel und andere Waren kaufen, die wir in den Gesch&auml;ften &ndash; damals waren es die Gesch&auml;fte, die in CUC arbeiteten &ndash; und auf dem Inlandsmarkt in nationaler W&auml;hrung verkauften &ndash; unser Inlandsmarkt hatte also ein gewisses Versorgungsniveau.<\/p><p>Wir hatten Devisen zur Verf&uuml;gung, mit denen wir einen legalen, vom Staat kontrollierten Devisenmarkt erreichen konnten, auf dem wir Devisen mit dem Gegenwert in Landesw&auml;hrung kaufen und verkaufen konnten. Wir verf&uuml;gten &uuml;ber eine annehmbare Kapazit&auml;t, um unsere Schuldenverpflichtungen gegen&uuml;ber L&auml;ndern oder Unternehmen zu begleichen, die in Kuba investiert hatten, einschlie&szlig;lich ausl&auml;ndischer Investitionen. Und wir verf&uuml;gten auch &uuml;ber Geld f&uuml;r den Kauf von Ersatzteilen, die zu den wichtigsten Inputs f&uuml;r unsere Wirtschaft geh&ouml;ren.<\/p><p>Es gab also ein Angebot auf dem heimischen Markt und ein angemessenes Verh&auml;ltnis zwischen Angebot und Nachfrage, was dazu f&uuml;hrte, dass es nur eine niedrige Inflation gab.<\/p><p>All dies f&uuml;hrte zu einer R&uuml;ckkopplungsschleife: Die produktiven Prozesse, eine gute produktive T&auml;tigkeit, f&uuml;hrten zu mehr exportierbaren Mitteln, zu mehr Einkommen; der Tourismus entwickelte sich, f&uuml;hrte zu mehr Einkommen, und all das wurde angekurbelt, und wir erreichten eine gewisse Situation, ich w&uuml;rde sagen, der Stabilit&auml;t, ohne jedoch den Wohlstand zu erreichen, den wir anstreben, und wir sind dabei gewesen, unser wirtschaftlich-soziales System zu vervollkommnen, und andererseits auch mit einer ganzen Reihe von Vorschl&auml;gen, Visionen, Postulaten und Leitlinien in Bezug auf den Nationalen Plan f&uuml;r wirtschaftliche und soziale Entwicklung bis 2030, und wir lebten auf diese Weise.<\/p><p><strong>Das war bis 2019.<\/strong><\/p><p>Bis zur zweiten H&auml;lfte des Jahres 2019. In der zweiten Jahresh&auml;lfte 2019 wendet die Trump-Administration mehr als 240 Ma&szlig;nahmen zur Versch&auml;rfung der Blockade an, und hier setzt das erste Konzept an: Sie versch&auml;rfen die Blockade, und sogar der Titel III des Helms-Burton-Gesetzes wird zum ersten Mal angewandt, was vorher noch nie zuvor passiert war. Und das hat eine enorme Wirkung, vor allem als Druckmittel f&uuml;r ausl&auml;ndische Investoren, auf diejenigen, die bereits investiert haben, auf diejenigen, die zu investieren gedachten, und er gew&auml;hrte all jenen Unterst&uuml;tzung, die Teil der Beschlagnahmungen waren, die von der Revolutionsregierung in den ersten Jahren der Revolution in vollem Recht durchgef&uuml;hrt hat.<\/p><p>Mit diesen versch&auml;rften Ma&szlig;nahmen hat man uns alle Deviseneinnahmequellen auf einen Schlag abgeschnitten; der Tourismus geht erheblich zur&uuml;ck, weil die US-Regierung den US-Amerikanern das Recht verweigert, nach Kuba zu reisen; die Kreuzfahrtschiffe, die ein wichtiger Teil des Touristenzustroms nach Kuba waren, d&uuml;rfen nicht mehr anlegen; es wird eine enorme Energie- und Finanzverfolgung organisiert. Mehr als 92 internationale Banken oder Finanzinstitute wurden von der US-Regierung mit Sanktionen belegt oder unter Druck gesetzt, weshalb sie ihre finanziellen Austauschbeziehungen mit Kuba eingestellt haben.<\/p><p>Die &Uuml;berweisungen, die eine wichtige Einnahmequelle f&uuml;r das Land waren, wurden abgeschnitten, und andererseits haben sie auch Druck ausge&uuml;bt und viele Sanktionen gegen befreundete und br&uuml;derliche L&auml;nder verh&auml;ngt, die uns auf stabiler Basis mit Treibstoff versorgt haben. So kam es zu einem Treibstoffdefizit und zu einem Mangel an Devisen.<\/p><p>Mit diesen beiden Elementen wird einerseits das nationale Elektrizit&auml;tssystem destabilisiert. Wir k&ouml;nnen den Betrieb der thermoelektrischen Kraftwerke mit nationalem Roh&ouml;l gew&auml;hrleisten, aber die thermoelektrischen Kraftwerke decken nicht den gesamten Strombedarf des Landes, vor allem nicht zu Spitzenzeiten, und wir m&uuml;ssen andere dezentrale Erzeugungsanlagen in Betrieb nehmen, die haupts&auml;chlich mit Diesel und Heiz&ouml;l betrieben werden; da wir diese Brennstoffe nicht haben, kommt es zu einem Defizit.<\/p><p>Andererseits waren wir aufgrund der geringeren Verf&uuml;gbarkeit von Devisen nicht in der Lage, die f&uuml;r die Instandhaltung des gesamten nationalen Elektrizit&auml;tssystems erforderlichen Betriebsmittel und Ersatzteile rechtzeitig zu kaufen, wobei es sich zudem um ein System mit einem gewissen Grad an Veralterung handelt; dies f&uuml;hrt zu einem Anstieg der Ausf&auml;lle und zu l&auml;ngeren Wartungszeiten, und all dies wirkt sich negativ auf die Stabilit&auml;t des nationalen Elektrizit&auml;tssystems aus, und unter diesen Bedingungen begannen wir unter den l&auml;stigen Stromausf&auml;llen zu leiden. Um diese Stromausf&auml;lle zu reduzieren, mussten wir sogar die Produktionst&auml;tigkeit, eine Reihe von Wirtschaftsaktivit&auml;ten, einstellen oder einschr&auml;nken.<\/p><p>Als Teil dieser Devisenbeschr&auml;nkungen begannen uns bestimmte Inputs und Rohstoffe f&uuml;r wichtige Produktionsprozesse zu fehlen. Und die wenigen Devisen, die wir haben, m&uuml;ssen wir f&uuml;r den Kauf von Treibstoff ausgeben, was wir vorher nicht mussten, weil wir andere Mechanismen zur L&ouml;sung dieses Problems hatten.<\/p><p>Die Preise auf dem internationalen Markt steigen, denn auch dies ist Teil der multidimensionalen Krise, unter der die Welt leidet.<\/p><p><strong>Au&szlig;erdem beginnt Covid-19.<\/strong><\/p><p>Covid-19 begann f&uuml;r uns im Jahr 2020. Es gibt die Problematik der steigenden Preise auf dem internationalen Markt als Teil der multidimensionalen Krise; es gibt die Auswirkungen des Klimawandels, und wir waren in dieser Zeit von intensiven D&uuml;rren, von intensiven Regenf&auml;llen und auch von Wirbelst&uuml;rmen bestimmter Intensit&auml;t betroffen, die der Wirtschaft gro&szlig;en Schaden zugef&uuml;gt haben. All dies hat zu einer Verknappung von Medikamenten, Lebensmitteln und Treibstoff gef&uuml;hrt.<\/p><p><strong>Transportschwierigkeiten.<\/strong><\/p><p>Im Verkehrswesen. Und diese wirken sich auch auf unsere Sozialprogramme und das Wohlergehen der Bev&ouml;lkerung aus und schaffen eine sehr schwierige Realit&auml;t.<\/p><p>Im ersten Monat des Jahres 2020, nur acht oder zehn Tage, bevor Trump das Wei&szlig;e Haus verlie&szlig;, hat er uns auf die Liste der L&auml;nder gesetzt, die den Terrorismus unterst&uuml;tzen.<\/p><p><strong>Die Aufnahme in die Liste der L&auml;nder, die den Terrorismus unterst&uuml;tzen.<\/strong><\/p><p>Und dann geben uns pl&ouml;tzlich alle Banken und Finanzinstitute keinen Kredit mehr. Deshalb sind wir heute ein Land, das von dem lebt, was aktuell eingenommen wird, das hei&szlig;t von dem, was man in dieser Woche verdient hat, und es geht darum, wie man das auf eine enorme Anzahl von Priorit&auml;ten verteilt, die das Land hat und die nicht mit dem Einkommen einer einzigen Woche abgedeckt werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Daher beginnt die mangelnde Verf&uuml;gbarkeit von Devisen f&uuml;r all diese Dinge, die angewachsen sind, uns allm&auml;hlich zu beeintr&auml;chtigen. Wir haben nicht mehr die gleiche Kapazit&auml;t, unsere Verpflichtungen zur Zahlung von Dividenden an ausl&auml;ndische K&ouml;rperschaften, zur Zahlung von Schulden an L&auml;nder oder Unternehmen, bei denen wir Schulden haben, rechtzeitig zu erf&uuml;llen.<\/p><p><strong>Oder der Pariser Club.<\/strong><\/p><p>Wir k&ouml;nnen die Wirtschaftst&auml;tigkeit nicht mit der ganzen Intensit&auml;t und Kapazit&auml;t entwickeln, die wir haben und die wir brauchen, um Waren und Dienstleistungen anzubieten; dies f&uuml;hrt zu einem enormen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, und infolgedessen steigen die Preise und es kommt zu einer Inflation in gro&szlig;em Umfang.<\/p><p>Andererseits verf&uuml;gen wir nicht &uuml;ber die n&ouml;tigen Devisen, um einen legalen staatlichen Devisenmarkt effizient zu betreiben, sodass ein illegaler Markt entstanden ist.<\/p><p><strong>Parallel, ein Schwarzmarkt.<\/strong><\/p><p>Ein Parallelmarkt, der auch den Wechselkurs manipuliert und fast zu einem Element wird, das Preise erzwingt und auch zum Problem der Inflation beitr&auml;gt.<\/p><p>Das waren die Bedingungen, als es zu Covid-19 kam, und Covid-19 betraf nicht nur Kuba, sondern die ganze Welt.<\/p><p>Ausgehend von unserer humanistischen Vision der Revolution bestand unser Hauptziel darin, das Leben der Menschen zu retten. Daher wurde ein gro&szlig;er Teil aller Bem&uuml;hungen und des wenigen Geldes, das ins Land kam, f&uuml;r die Rettung von Menschenleben eingesetzt: Zun&auml;chst auf der Grundlage von Protokollen f&uuml;r den Umgang mit der Krankheit, wobei Medikamente und biotechnologische Produkte verwendet oder neu positioniert wurden, die von der kubanischen Biotechnologieindustrie bereits f&uuml;r andere Krankheiten entwickelt worden waren und die unter den Bedingungen von Covid-19 eine gewisse Wirkung zeigten.<\/p><p>Und anschlie&szlig;end, wie allgemein bekannt, mit dem enormen Aufwand, der titanischen Anstrengung und, ich w&uuml;rde sagen, den beispielhaften Ergebnissen unserer Wissenschaftler, die Teil des gesamten Konzepts sind, das der Comandante en Jefe w&auml;hrend der Sonderperiode hatte: ein produktives wissenschaftliches Zentrum zu entwickeln, mit einem geschlossenen Produktionsschema, das Wissenschaft und Innovation als Produktivkraft einbezieht und die Prozesse der Produktion, des Vertriebs und der Kommerzialisierung umfasst, die wir nicht h&auml;tten entwickeln k&ouml;nnen, wenn wir diesen Prozess von den 1990er-Jahren bis heute nicht gehabt h&auml;tten.<\/p><p><strong>Wir werden sp&auml;ter &uuml;ber Covid-19 sprechen und Sie k&ouml;nnen es darstellen.<\/strong><\/p><p>Ja, wir werden sp&auml;ter dar&uuml;ber sprechen. Und vor allem &uuml;ber die Bem&uuml;hungen des kubanischen Gesundheitssystems.<\/p><p><strong>Nat&uuml;rlich.<\/strong><\/p><p>Aber zweifellos wurden alle anderen Ph&auml;nomene verst&auml;rkt und haben sich im Laufe der Jahre fortgesetzt; denn es sollte auch angemerkt werden, dass eines der Merkmale dieser versch&auml;rften Blockade darin besteht, dass sie von einer republikanischen Regierung, der Trump-Regierung, angewandt wurde, aber eine demokratische Regierung hat dasselbe beibehalten &ndash; Biden. Es war ein kumulativer, systematischer Prozess &uuml;ber vier Jahre, eine sehr komplexe Situation f&uuml;r unsere Bev&ouml;lkerung und, wie ich sagen w&uuml;rde, mit enormer Perversit&auml;t belastet, was ich Ihnen zeigen werde, wenn wir &uuml;ber Covid-19 sprechen.<\/p><p><strong>Herr Pr&auml;sident, ich m&ouml;chte, dass wir &uuml;ber etwas sprechen, das Sie gerade erw&auml;hnt haben und das f&uuml;r die kubanische Bev&ouml;lkerung sehr &auml;rgerlich ist, n&auml;mlich die Stromausf&auml;lle. Ich denke, dies ist eines der Probleme, das viele B&uuml;rger am meisten beunruhigt. Wie k&ouml;nnen Sie die Energiesituation im Land einsch&auml;tzen? Sie haben gerade einige Elemente genannt, aber welche Aussicht auf eine L&ouml;sung k&ouml;nnen Sie den B&uuml;rgern Kubas verk&uuml;nden?<\/strong><\/p><p>Ramonet, heute, zu diesem Zeitpunkt, an dem wir dieses Treffen abhalten, befinden wir uns in einer &auml;u&szlig;erst komplexen Energiesituation.<\/p><p>Wir haben heute aus verschiedenen Gr&uuml;nden, die ich dir jetzt erl&auml;utern werde, ein instabiles Elektrizit&auml;tssystem, und in dieser Woche haben wir im ganzen Land schwerwiegende Stromausf&auml;lle erlitten, seit mehr als f&uuml;nf Tagen konnten wir das nationale Elektrizit&auml;tssystem nicht mehr rund um die Uhr bedienen, was bedeutet, dass wir zu jeder Zeit einen gewissen Grad an Stromausfall hatten, und das schadet zweifellos nach und nach, verkompliziert die Situation, verursacht Unruhe, provoziert Unbehagen und erschwert das Leben der Kubaner.<\/p><p>Dies hat mehrere Aspekte: Erstens haben wir ein Elektroenergiesystem, das eine Komponente von thermoelektrischen Anlagen, von thermischer Energieerzeugung hat, die mit der Produktion von nationalem Roh&ouml;l gel&ouml;st wird.<\/p><p><strong>Nationales &Ouml;l, das ist ein schweres Roh&ouml;l.<\/strong><\/p><p>Es ist ein schweres Roh&ouml;l mit viel Schwefel; das erfordert, dass die Anlagen repariert werden, systematisch gewartet werden m&uuml;ssen, es werden mehr als 300 Millionen Dollar pro Jahr ben&ouml;tigt, um dieses nationale Elektroenergiesystem zu warten, und dieses Geld hatten wir nicht zur Verf&uuml;gung. Das bedeutet, dass es h&auml;ufiger zu Pannen und technischen Problemen kommt, als es in einem solchen System normalerweise der Fall sein sollte.<\/p><p>Wir haben noch eine andere Gruppe von Stromerzeugungsquellen, n&auml;mlich die dezentralen Erzeugungsanlagen, insbesondere f&uuml;r den Einsatz in Spitzenzeiten, die Diesel und Heiz&ouml;l ben&ouml;tigen, und wir hatten nicht immer die Mengen an Diesel und Heiz&ouml;l, die wir brauchten.<\/p><p>Im Rahmen dieser ganzen Blockadesituation haben wir zum Beispiel von Oktober bis letzten Monat weder Diesel noch Heiz&ouml;l ins Land bekommen, und wir haben die Reserven des Landes aufgebraucht &ndash; denn wir haben ja auch ein Sparprogramm &ndash;, und das hat auch dazu gef&uuml;hrt, dass wir aufgrund des Brennstoffmangels schwere Stromausf&auml;lle hatten, vor allem im M&auml;rz. Gleichzeitig brauchen diese Aggregate auch Ersatzteile und Wartung, die davon betroffen sind.<\/p><p>Wir haben bereits eine kleine Komponente mit alternativen Quellen, vor allem mit der Nutzung von erneuerbaren Energiequellen.<\/p><p>Unter den gegenw&auml;rtigen Bedingungen kann die Stromerzeugung also aufgrund von Brennstoffmangel, mangelnder Wartung oder einer Kombination aus beiden Faktoren ausfallen.<\/p><p>Heute, also zurzeit, ist es weniger der Brennstoffmangel, der uns beeintr&auml;chtigt, als vielmehr die technologischen Probleme, und andererseits haben wir eine Wartungsstrategie, die wir inmitten dieser Umst&auml;nde organisieren konnten, vor allem mit dem Ziel, die Bev&ouml;lkerung w&auml;hrend des Sommers so wenig wie m&ouml;glich zu beeintr&auml;chtigen. Deshalb hatten wir in den letzten Tagen mehrere Anlagen im Einsatz, die wie geplant gewartet wurden, aber gleichzeitig sind andere ausgefallen.<\/p><p><strong>Und wie sieht es mit den erneuerbaren Energien aus, Herr Pr&auml;sident, setzen Sie auf erneuerbare Energien?<\/strong><\/p><p>Nun, du hast ja die L&ouml;sungen angesprochen. Wir setzen auf erneuerbare Energien, sowohl auf Wind als auch auf Photovoltaik, Biogas, eine ganze Reihe von Konzepten, aber vor allem auf die Photovoltaik, weil es sich um eine Investition handelt, die weniger Zeit in Anspruch nimmt.<\/p><p>Heute haben wir eine Reihe von Vertr&auml;gen mit Garantien unterzeichnet, die es uns erm&ouml;glichen werden, in weniger als zwei Jahren mehr als 2.000 Megawatt zu erreichen. Das w&uuml;rde uns in eine andere Energiesituation versetzen, weil wir damit unser Ziel erreichen w&uuml;rden, bis 2030 mehr als 20 Prozent erneuerbare Energien zu nutzen. Wir werden 25 Prozent erreichen, vielleicht sogar etwas mehr, das h&auml;ngt davon ab, wie alles funktioniert.<\/p><p>Das wird uns also den anf&auml;nglichen Effekt verschaffen, dass wir zu den Spitzenzeiten des Tages die dezentralen Erzeugungsanlagen nicht in Betrieb haben und alles mit dieser neuen Energie abdecken k&ouml;nnen.<\/p><p>Eines der Elemente, das ich vergessen habe, dir zu erkl&auml;ren, ist, dass, wenn die thermoelektrischen Kraftwerke au&szlig;er Betrieb gehen, die Energieverteilungsgruppen, die vor allem f&uuml;r die Spitzenzeiten geplant sind, zu den Nebenzeiten arbeiten m&uuml;ssen, sodass sie sich st&auml;rker abnutzen als geplant und es nicht immer gelingt, dieses Defizit auszugleichen.<\/p><p>Wir haben ein ganzes Programm, das der Minister f&uuml;r Energie und Bergbau vor einigen Wochen unserer Bev&ouml;lkerung erl&auml;utert hat. Wir beginnen jetzt, sukzessive Anlagen zu errichten und zu installieren, und unsere Stromerzeugung wird auf diese Weise wachsen, was bedeutet, dass es in diesem Jahr eine wesentliche Ver&auml;nderung und im n&auml;chsten Jahr eine Konsolidierung geben wird.<\/p><p>Ein Teil dieser Photovoltaikanlagen wird Energie speichern, sodass sie in den Abendstunden genutzt werden k&ouml;nnen. Dies wird uns nicht nur diese M&ouml;glichkeit geben, sondern auch den Brennstoffverbrauch f&uuml;r diesen Zweck reduzieren.<\/p><p><strong>Der f&uuml;r die Produktion verwendet wird.<\/strong><\/p><p>Es gibt also zwei Auswege: Wir werden in der Lage sein, mehr Treibstoff f&uuml;r die Wirtschaft zu verwenden, vor allem f&uuml;r die Nahrungsmittelproduktion, die Landwirtschaft, f&uuml;r Produktionsprozesse, die heute sehr begrenzt sind, weil der gr&ouml;&szlig;te Teil des Treibstoffs, den wir haben, da er defizit&auml;r ist, f&uuml;r die Stromerzeugung verwendet wird; und andererseits werden auch unsere Treibstoffbeschaffungskosten sinken.<\/p><p><strong>&Uuml;ber den Kauf von Kohlenwasserstoffen.<\/strong><\/p><p>Aber auch die thermoelektrischen Kraftwerke werden unter angenehmeren Bedingungen arbeiten, sodass wir weniger nationales Roh&ouml;l verbrauchen werden, das auch exportiert werden kann; und eines der Dinge, die wir tun, eine der Ma&szlig;nahmen, die wir ergriffen haben, ist, eine Reihe von Schritten zu unternehmen, um die Produktion von nationalem Roh&ouml;l weiter zu erh&ouml;hen, und mit dieser Produktion k&ouml;nnen wir exportieren, und es hilft uns auch, eine Finanzierungsquelle f&uuml;r all diese Investitionen in die Stromerzeugung zu haben, die sehr kostspielig sind.<\/p><p>Das ist, w&uuml;rde ich sagen, der nachhaltigste Weg, weil er au&szlig;erdem v&ouml;llig koh&auml;rent ist mit allem, was wir im Bereich der Umweltpolitik vorschlagen, mit allen Verpflichtungen, die wir in unseren Programmen und in unseren Verpflichtungen gegen&uuml;ber den COP-Konferenzen haben, um die CO2-Emissionen in den Weltraum zu reduzieren, mit anderen Worten, er ist v&ouml;llig koh&auml;rent und garantiert eine nachhaltige Entwicklung.<\/p><p>Wir sind auch auf der Suche nach ausl&auml;ndischen Investitionen, die es uns erm&ouml;glichen, die Verarbeitung einiger unserer Raffinerien zu st&auml;rken, zu aktualisieren und zu verbessern, was uns auch die Verarbeitung dieses nationalen Roh&ouml;ls erm&ouml;glichen w&uuml;rde.<\/p><p><strong>Um es zu raffinieren.<\/strong><\/p><p>Um es zu raffinieren und um andere Produkte zu gewinnen, die auch exportiert werden k&ouml;nnen oder die f&uuml;r den nationalen Verbrauch n&uuml;tzlich sind, sodass wir weniger dieser Produkte f&uuml;r den nationalen Verbrauch importieren m&uuml;ssen.<\/p><p>Es gibt auch ein ganzes Programm zur Energieeinsparung, das von der Kultur der Bev&ouml;lkerung ausgeht.<\/p><p><strong>Den Verbrauch zu reduzieren und nicht zu verschwenden.&nbsp;<\/strong><\/p><p>Um den Verbrauch zu reduzieren, nicht zu verschwenden, und andererseits gibt es eine ganze Reihe von Entwicklungen im Bereich der Photovoltaik-Technologien, sagen wir mehr im h&auml;uslichen Bereich, von Ger&auml;ten, die mit diesen Energiequellen arbeiten. Hinzu kommt der Ersatz von Beleuchtung durch LED-Leuchten, die weniger Energie verbrauchen und l&auml;nger halten.<\/p><p>Das ist gut definiert, gut geplant. Leider gibt es auf dem Weg dorthin Momente wie diese, aber das ist eine der M&ouml;glichkeiten, wie wir die Auswirkungen der Blockade in Bezug auf die Energiefrage &uuml;berwinden k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Herr Pr&auml;sident, auf jeden Fall hat diese Situation, die Sie beschreiben, und die vorhergehende, mit den Schwierigkeiten und N&ouml;ten, vor Kurzem ein soziologisches Ph&auml;nomen ausgel&ouml;st, das in Kuba unbekannt war, n&auml;mlich soziale Proteste. Einerseits wandern viele Menschen aus, weil sie die gegenw&auml;rtigen Bedingungen nicht ertragen k&ouml;nnen, und andererseits haben die Proteste, die zwar nicht massiv waren, doch &uuml;berrascht, weil dies ungew&ouml;hnlich ist. Ich m&ouml;chte Sie daher bitten, zun&auml;chst einmal zu erkl&auml;ren, wie Sie die Art dieser Proteste analysieren und welche Lehren Sie aus dieser Situation ziehen?<\/strong><\/p><p>Ramonet, zun&auml;chst einmal glaube ich, dass unser Volk unter den Auswirkungen der Blockade gelitten hat, und wie ich schon sagte, ist es eine kumulierte Wirkung der Blockade &uuml;ber mehr als 60 Jahre. Meine Generation, die in den ersten Jahren der Revolution geboren wurde, ist eine Generation, die unter den durch die Blockade verursachten Engp&auml;ssen gelitten hat.<\/p><p><strong>Die Blockade hat es immer gegeben.&nbsp;<\/strong><\/p><p>Aber meine Kinder wurden unter der Blockade geboren, und unsere Enkelkinder wurden unter den Bedingungen der Blockade geboren und leben unter ihnen. Das hat sich also direkt auf die kubanische Bev&ouml;lkerung ausgewirkt.<\/p><p>Was genau verfolgt die US-Regierung und die imperiale Politik konzeptionell in Bezug auf die Zerst&ouml;rung der kubanischen Revolution?<\/p><p>Es gibt einen Bezugspunkt, das sogenannte Mallory-Memorandum, das sich auf ein Memorandum st&uuml;tzt, das ein Beamter des Au&szlig;enministeriums in den 1960er-Jahren im Rahmen einer Bewertung Kubas verfasst hat und in dem es hei&szlig;t, dass angesichts der Unterst&uuml;tzung der Revolution durch die Bev&ouml;lkerung der Weg zum Sturz der Revolution darin besteht, sie wirtschaftlich zu ersticken, indem man versucht, alles zu tun, um sicherzustellen, dass die Bev&ouml;lkerung Not und Mangel leidet, und dass dies zu einem Bruch mit der Revolution f&uuml;hren und somit eine soziale Explosion hervorrufen w&uuml;rde, die zum Sturz der Revolution f&uuml;hren w&uuml;rde.<\/p><p>Das war die Politik, das war der Bezugspunkt, das Grundkonzept, und das ist es, was sie mit der Versch&auml;rfung der Blockade tun. In 60 Jahren ist es ihnen nicht gelungen, uns zu brechen, und sie haben sich f&uuml;r eine Versch&auml;rfung der Blockade entschieden, um uns auf die Knie zu zwingen. Aber sie werden uns auch damit nicht auf die Knie zwingen! Ich glaube immer noch an die F&auml;higkeit, damit fertig zu werden, an den Heroismus dieses Volkes und an den kreativen Widerstand, den ich erw&auml;hnt habe.<\/p><p>Gerade in diesen Zeiten, in denen sich die Blockade versch&auml;rft hat, sind verschiedene Faktoren auf die Bev&ouml;lkerung eingeprasselt: anhaltende Stromausf&auml;lle, Transportprobleme, Mangel an Lebensmitteln, Probleme bei der Sicherstellung der Grundversorgung, Probleme mit Nahrungsmitteln, Probleme mit Medikamenten.<\/p><p>Bei Stromausf&auml;llen ist die Wasserversorgung betroffen, weil die Wasserversorgungsquellen auch mit Strom funktionieren; &uuml;brigens haben wir jetzt eine sehr wichtige Investition get&auml;tigt, um die Pumpensysteme auch in Photovoltaiksysteme umzuwandeln, und das ist Teil der Ma&szlig;nahmen, die wir ergreifen, um diese Situation zu &uuml;berwinden.<\/p><p>Zu einem bestimmten Zeitpunkt gab es an einigen Orten auch Demonstrationen mit einer gewissen Beteiligung, ich w&uuml;rde sagen, in gr&ouml;&szlig;erer Zahl, massiver bei den Ereignissen vom 11. Juli; weniger massiv bei den Ereignissen vom 17. M&auml;rz, obwohl die Medien sie als sehr massiv darstellten, als Teil der anderen Komponente dieser aggressiven Politik des maximalen Drucks gegen Kuba, die einerseits in der wirtschaftlichen Strangulierung mit der Versch&auml;rfung der Blockade besteht und andererseits in der Intoxikation durch die Medien, wo man versucht, die kubanische Revolution zu diskreditieren und wo es ein virtuelles Kuba und ein reales Kuba gibt. An einigen Orten hat es also Volksproteste gegeben.<\/p><p>Was sind die Merkmale dieser Forderungen? Die meisten dieser Proteste haben in einer Situation des friedlichen Protestes stattgefunden, in der die Mehrheit der Menschen, die zum Protest gegangen sind, eine Erkl&auml;rung gefordert haben. Siehst du, es sind keine Forderungen nach einem Bruch mit der Revolution, die Menschen haben sich an Regierungs- oder Parteieinrichtungen gewandt.<\/p><p><strong>Das war in Santiago sehr deutlich.<\/strong><\/p><p>In Santiago sind sie hingegangen, um eine Erkl&auml;rung zu verlangen, um eine Best&auml;tigung zu verlangen, wenn die Situation auf bestimmte Umst&auml;nde zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, und wer sind diejenigen, die ihr Gesicht gezeigt haben? Wer sind diejenigen, die mit diesen Menschen gesprochen haben, weil sie Teil dieser Menschen sind? Es waren die F&uuml;hrer der Partei, die F&uuml;hrer der Regierung und der Verwaltungen an diesen Orten, und zwar ohne polizeiliche Repressionen, ohne Repressionen jeglicher Art.<\/p><p>Bei diesen Protesten gab es auch kleine Gruppen, die sich nicht auf diese friedliche Weise verhalten haben, und das ist eines der Dinge, die die vom Imperium gef&ouml;rderte Medienintoxikation zu verzerren versucht. Viele dieser Leute wurden von subversiven Projekten der US-Regierung finanziert und erhalten systematisch Geld, um Situationen wie diese auszunutzen und gegen die Revolution zu demonstrieren. Aber sie erfahren auch keine repressive Reaktion, wenn sie gegen die Revolution demonstrieren.<\/p><p><strong>Die kubanische Verfassung garantiert das Recht zu demonstrieren.<\/strong><\/p><p>Es gibt keine repressive Antwort, es kann eine Antwort von der Bev&ouml;lkerung geben. Es ist sogar schon vorgekommen, dass es bei diesen Protesten Leute gab, die sagten: &bdquo;Wartet, wir m&uuml;ssen mit der Regierung und der Partei reden&rdquo;, und sie haben sich diesen Leuten entgegengestellt und ihnen nicht erlaubt, konterrevolution&auml;re Slogans oder andere Dinge zu rufen; aber selbst diese Meinung, die jemand haben kann, der nicht auf der Seite der Revolution ist, wird nicht unterdr&uuml;ckt.<\/p><p>Was passiert, ist, dass diejenigen, die auf diese Weise gegen die Revolution protestieren, und das sind die wenigsten, bei diesen Protesten oft Vandalismus begehen und staatliches Eigentum, gesellschaftliches Eigentum angreifen, die &ouml;ffentliche Ordnung st&ouml;ren, und das f&uuml;hrt dann zu einer Antwort, die nicht ideologisch ist, sondern eine juristische Antwort ist, eine juristische Antwort, wie sie in jedem anderen Land w&auml;re, weil sie die &ouml;ffentliche Ordnung st&ouml;ren, weil sie den Frieden der B&uuml;rger st&ouml;ren, weil sie Untaten oder Vandalismus begehen.<\/p><p>Das wird von den internationalen Medien dann auf v&ouml;llig andere Weise dargestellt, denn es gibt ein Drehbuch, ein Skript der nichtkonventionellen Kriegsf&uuml;hrung, das Folgendes vorgibt: erstens einen sozialen Ausbruch, Forderungen oder Proteste; zweitens die Inszenierung polizeilicher Repression; drittens die Inszenierung politischer Gefangener, also Repression mit politischen Gefangenen in Anf&uuml;hrungszeichen; dann den Nachweis, dass aufgrund dieser Dinge ein gescheiterter Staat vorliegt, und dann die angebliche humanit&auml;re Hilfe und der Regime Change. Das ist das Drehbuch des nichtkonventionellen Krieges, der heute gegen Kuba, gegen Nicaragua, gegen Venezuela gef&uuml;hrt wird.<\/p><p>Es gibt also eine Verzerrung, und ich w&uuml;rde sagen, dass diese Arten von Protesten, die es in Kuba gab, wie du sagst, was eine relativ neue Entwicklung ist &ndash; die Welt hat sich ver&auml;ndert und unsere Gesellschaft hat sich ver&auml;ndert, und die Bedingungen, die durch die Versch&auml;rfung der Blockade verursacht wurden, ver&auml;ndern auch unser Leben &ndash;, man geht auf diese Proteste ein. Sie werden erkl&auml;rt, sie verursachen keinen Bruch zwischen dem Volk und der Revolution, weil wir au&szlig;erdem ein funktionierendes System haben, bei dem wir die Orte besuchen, wir sprechen st&auml;ndig mit der Bev&ouml;lkerung, wir informieren &uuml;ber diese Probleme.<\/p><p>Warum werden die Proteste in den USA nicht erw&auml;hnt, die im Allgemeinen mit Polizeigewalt enden, vor allem gegen Schwarze oder Arme? Warum wird die Polizeigewalt bei den j&uuml;ngsten Protesten in den USA an den Universit&auml;ten nicht erw&auml;hnt, die friedlich, v&ouml;llig friedlich, zugunsten der pal&auml;stinensischen Sache und gegen den von Israel mit Unterst&uuml;tzung der USA begangenen V&ouml;lkermord am pal&auml;stinensischen Volk waren? Und wie hat die US-Regierung auf diese Ereignisse reagiert? Polizeiliche Repression, Misshandlung von Studenten, Misshandlung sogar von Professoren, mit Stiefeln im Nacken. Wir haben Szenen gesehen, in denen eine Professorin, ein &auml;lterer Mensch, &uuml;berw&auml;ltigt, erniedrigt und gedem&uuml;tigt auf dem Boden lag. So etwas gibt es nicht in Kuba, so etwas gibt es nicht in Kuba!<\/p><p>Warum wurden die Proteste in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern nicht kritisiert, bei denen auf Demonstranten geschossen wurde oder bei denen in weniger als zwei Tagen mehr als 3.000 Menschen inhaftiert wurden, obwohl es sich um friedliche Proteste handelte? Warum sind es ausgerechnet die Proteste in Kuba, die hochgespielt werden, und warum sind es ausgerechnet die, &uuml;ber die in solchem Ausma&szlig; berichtet wird?<\/p><p>Ich sage dir zum Beispiel, dass am 17. M&auml;rz, als wir in direktem Kontakt mit den drei Orten standen, an denen soziale Proteste stattfanden, gegen sieben Uhr abends bereits alles in v&ouml;lliger Ordnung war, und au&szlig;erdem gab es an diesem Tag im Land verschiedene Aktivit&auml;ten, an denen die Menschen im Rahmen eines Sonntags teilnahmen, und noch um ein Uhr morgens hie&szlig; es auf den Medienplattformen der Intoxikation, dass es in ganz Kuba einen massiven Protest gab: eine totale L&uuml;ge, eine Verleumdung, eine Konstruktion.<\/p><p>Ich sage dir, Ramonet, was kann man von einer Regierung der f&uuml;hrenden Weltmacht erwarten, dass sie, um ein Land anzugreifen, dessen einzige S&uuml;nde darin besteht, dass es Selbstbestimmung, Unabh&auml;ngigkeit, Souver&auml;nit&auml;t will und ein anderes Modell aufbauen will als das, das die Regierung der Vereinigten Staaten im Rahmen ihrer Hegemonialpolitik durchsetzen will, dass diese Macht aus diesem Grund zu einer jahrelangen brutalen Blockade greift und dass sie, um die Revolution zu st&uuml;rzen, zu L&uuml;gen greifen muss? Das ist so pervers, solche Konstruktionen sind so primitiv.<\/p><p>Ich w&uuml;rde sagen, wenn wir wirklich so falsch liegen, wenn wir so ineffizient sind, wenn wir wirklich so versagt haben, dann braucht man doch nicht zu sanktionieren, dann kann man uns einfach fallen lassen.<\/p><p>Aber nein, ich wei&szlig;, dass es das Beispiel Kubas ist, und ich sage das ohne jeglichen Ausdruck von Prahlerei, ganz im Gegenteil, ohne jeglichen kubanischen Chauvinismus. Wir wissen, was wir als Beispiel f&uuml;r Lateinamerika, f&uuml;r die Karibik und f&uuml;r die Welt darstellen, denn man sieht immer wieder, wie viele Menschen in der Welt die Solidarit&auml;t mit Kuba zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht haben, und das machen sie nicht einfach so, sondern weil es ein Beispiel gibt, weil es Vertrauen gibt, weil es ein Leitbild gibt, mit dem wir eine enorme Verpflichtung eingehen, weil wir sie nicht entt&auml;uschen k&ouml;nnen. Nur so l&auml;sst sich erkl&auml;ren, warum eine so m&auml;chtige Regierung zu solchen Praktiken greifen muss, um ein kleines Land zu unterwerfen.<\/p><p><strong>Herr Pr&auml;sident, wir werden den zweiten Block unseres Interviews in Angriff nehmen, n&auml;mlich Fragen zur Wirtschaft, und zwar im Wesentlichen vier Fragen.<\/strong><\/p><p><strong>Die Erste ist die folgende: Ich w&uuml;rde gerne wissen, wie Sie den aktuellen Zustand der kubanischen Wirtschaft einsch&auml;tzen und welche Ma&szlig;nahmen Ihre Regierung ergreift, um einige der aktuellen Herausforderungen zu bew&auml;ltigen, zus&auml;tzlich zur Blockade nat&uuml;rlich, wie zum Beispiel die<\/strong>&nbsp;<strong>Inflation, die Sie bereits teilweise angesprochen haben, die teilweise Dollarisierung, die stattfindet, und auch das Fehlen von bedeutenden ausl&auml;ndischen Direktinvestitionen, die stattfinden.<\/strong><\/p><p>Ramonet, ich denke, dass ein Teil der Frage als Antwort gestellt wurde, als wir beschrieben haben, was die Blockade bedeutet, denn es ist genau diese Blockade, die zu der neuen wirtschaftlichen Situation f&uuml;hrt, die dargestellt wurde.<\/p><p>Um also zusammenzufassen, um uns mehr auf das zu konzentrieren, was wir tun werden, um diese Situation zu &uuml;berwinden, m&uuml;ssen wir sagen, dass es sich um eine Wirtschaft handelt, die heute unter komplexen Bedingungen funktioniert und in der es eine ganze Reihe von wirtschaftlichen Ungleichgewichten gibt.<\/p><p>Was schlagen wir also vor, um dieses Problem zu l&ouml;sen? Erstens haben wir ein makro&ouml;konomisches Stabilisierungsprogramm entworfen, das &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum, etwa bis 2030, umgesetzt wird und das st&auml;ndig angepasst werden muss, um die makro&ouml;konomischen Gleichgewichte, die das Land braucht, in k&uuml;rzester Zeit zu erreichen. Es befasst sich mit den Problemen der Inflation, den Problemen des Devisenmarktes und nat&uuml;rlich des Wechselkurses; es befasst sich mit der Geldpolitik, der Steuerpolitik, den Anreizen f&uuml;r die nationale Produktion und die Exporte; es umfasst auch Elemente der Geh&auml;lter, der Renten, der Besch&auml;ftigung und der gesamten Umstrukturierung, die wir im Wirtschaftssystem vornehmen m&uuml;ssen, sowie die Politiken, die mit der Verwendung unserer Finanzen, mit der Zuweisung von Ressourcen, mit der Rolle des staatlichen Unternehmens, mit den Beziehungen zwischen dem staatlichen Unternehmen und den &uuml;brigen Wirtschaftsakteuren zu tun haben.<\/p><p>Nun, sie geht von mehreren Pr&auml;missen aus. Eine Pr&auml;misse ist, dass wir nach Wegen suchen, wie wir die nationale Produktion stimulieren k&ouml;nnen, denn durch die Stimulierung der nationalen Produktion gewinnen wir wirtschaftliche Souver&auml;nit&auml;t; durch die Stimulierung der nationalen Produktion k&ouml;nnen wir auch die internen Bed&uuml;rfnisse des Landes befriedigen, sodass der Binnenmarkt eine Quelle der Entwicklung wird.<\/p><p><strong>Denken Sie dabei vor allem an die Landwirtschaft, zum Beispiel an die Ern&auml;hrungssouver&auml;nit&auml;t?<\/strong><\/p><p>Wir sprechen genau dar&uuml;ber. Wir k&ouml;nnen einen gro&szlig;en Teil der Lebensmittel, die das Land braucht, selbst produzieren und weniger importieren. Heute brauchen wir mehr als zwei Milliarden Dollar, um Lebensmittel zu importieren, und wenn man das Geld investiert, importiert man nicht immer gleich viel oder mehr, sondern im Gegenteil weniger, weil die Preise und Frachtkosten steigen.<\/p><p>Au&szlig;erdem m&uuml;ssen wir durch die Steigerung der nationalen Produktion und der Effizienz dieser nationalen Produktion auch eine Wettbewerbsf&auml;higkeit bei den Exporten erreichen, um Devisen einzubringen und diese nationale Produktion nachhaltig zu machen.<\/p><p>Dieses Konzept der Stimulierung der nationalen Produktion und vor allem der Landwirtschaft bringen wir nicht auf die nationale Ebene, sondern wir bringen es auf die nationale Ebene, um es von der lokalen Ebene aus aufzubauen: Jede Gemeinde hat ein kommunales Selbstversorgungsprogramm, jede Provinz hat ein Selbstversorgungsprogramm, und all diese Bem&uuml;hungen und dieser Aufbau, ausgehend von der Gemeinschaft, von der Nachbarschaft, von der Gemeinde, von der Provinz, erreichen das Land und stabilisieren die Ern&auml;hrungssituation des Landes.<\/p><p>Aus diesem Grund haben wir eine Politik der Ern&auml;hrungssouver&auml;nit&auml;t entwickelt, und es gibt ein Gesetz zur Ern&auml;hrungssouver&auml;nit&auml;t.<\/p><p><strong>Bringt es Ergebnisse, und sehen Sie diese?<\/strong><\/p><p>Ich habe Erfahrungen gemacht. Seit Januar haben wir jeden Monat alle Provinzen des Landes besucht, und in jeder Provinz haben wir jeden Monat eine andere Gemeinde besucht. Was haben wir beobachtet? Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass Arbeiter und Arbeiterkollektive mit der F&uuml;hrung, die sie haben, die Dinge anders angehen und unter den Bedingungen einer versch&auml;rften Blockade, wie alle anderen auch, Antworten auf das finden, was wir erreichen m&uuml;ssen, darunter viele in Bezug auf die Nahrungsmittelproduktion. In diesem Sinne habe ich einige sehr interessante Dinge gesehen.<\/p><p><strong>Dass sie auf andere Teile des Landes ausgedehnt werden k&ouml;nnten.<\/strong><\/p><p>Ja, aber sagen wir, dass sie heute Ausnahmen sind. Es gibt auch andere Orte, die wir besucht haben, an denen die Leistung nicht angemessen ist und an denen die Kollektive vielleicht eher von der Last der Einschr&auml;nkungen durch die Blockade &uuml;berw&auml;ltigt sind und nicht von dem Denken, das wir entwickeln wollen, n&auml;mlich dem Denken des kreativen Widerstands: &bdquo;Ich bin von der Blockade in diesem und jenem betroffen, aber unter den Bedingungen der Blockade kann ich dies, das, das und das tun und &uuml;berwinden und vorw&auml;rtskommen&rdquo;.<\/p><p>Was wir wollen, ist, dass diese inspirierend sind, dass sie durch das Beispiel derer, die Dinge anders machen, inspiriert werden, dass sie diese Erfahrung machen und zu besseren Leistungen kommen, und dann wird das, was heute die Ausnahme ist, zur Regel.<\/p><p>Aber es gibt schon etwas Interessantes, denn ich sage dir, dass diese &Uuml;berzeugungen und Kriterien, die ich dir hier mitteile, weder ein Aufruf noch unsere Propaganda sind, sondern dass wir diese &Uuml;berzeugung gerade aufgrund dessen haben, was wir bei diesen Besuchen in jedem Teil des Landes sehen.<\/p><p>So konnten wir beispielsweise bei den Rundreisen im M&auml;rz und April beobachten, dass Orte, die letztes Jahr 2023 mit unproduktiven, unrentablen, ineffizienten Leistungen abgeschlossen haben, beginnen, diese Situation hinter sich zu lassen und sich dem Konzept anzun&auml;hern. Was m&uuml;ssen wir nun erreichen? Dass dieser Wandel auf Dauer tragf&auml;hig ist. Ich denke, da liegen die Antworten, wir haben sie selbst.<\/p><p>Wir m&uuml;ssen denjenigen, denen es nicht so gut geht, die Konzepte derjenigen, denen es gut geht, nahebringen, denn die Erfahrung liegt genau dort.<\/p><p>Es ist sehr anregend zu sehen, dass es in jedem Teil des Landes Dinge gibt, die noch nicht das produktive Niveau der Aktivit&auml;ten und Beitr&auml;ge haben, die wir brauchen, aber es gibt auch Lichtblicke in diesen Beispielen.<\/p><p><strong>Seitens des Staates wurden die notwendigen Gesetzesreformen durchgef&uuml;hrt, um neue Produktionen zu erm&ouml;glichen.<\/strong><\/p><p>Wir m&uuml;ssen immer noch sicherstellen, dass die staatlichen Unternehmen unter den gleichen Bedingungen wie der nicht-staatliche Sektor arbeiten k&ouml;nnen, aber heute haben die staatlichen Unternehmen eine Reihe von Befugnissen, die ihnen &uuml;bertragen wurden und die nicht immer gut genutzt werden. In dem Ma&szlig;e, in dem sie die fortschrittlichere, flexiblere Unternehmenskultur nutzen, wird es zweifellos Auswirkungen haben.<\/p><p>Ein grundlegendes Konzept also: Wissenschaft und Innovation. Ein armes Land wie das unsere, mit wenigen nat&uuml;rlichen Ressourcen, aber vielen Talenten, hat eine Konstruktion, die vom Comandante en Jefe begr&uuml;ndet wurde, die vom Armeegeneral fortgef&uuml;hrt wurde und die unter diesen Bedingungen weiter ausgebaut und aktualisiert wird: dass die Antworten auf unsere Probleme in der wissenschaftlichen Forschung gefunden werden m&uuml;ssen, wobei all dies zur Innovation f&uuml;hrt.<\/p><p>Deshalb haben wir uns f&uuml;r ein Regierungsmanagementsystem entschieden, das auf Wissenschaft und Innovation basiert und in allen Bereichen Anwendung findet. Auf diese Weise haben wir Covid-19 in Angriff genommen und wenden es jetzt auf den Bereich der Landwirtschaft, der Industrie und der Nahrungsmittelproduktion an.<\/p><p>Auch Einzelpersonen und Familien in prek&auml;ren Situationen m&uuml;ssen ber&uuml;cksichtigt werden. Jede der Ma&szlig;nahmen, die wir ergreifen werden, muss so gestaltet sein, dass gef&auml;hrdete Personen und Familien in prek&auml;ren Situationen nicht betroffen sind, denn unser Ziel ist es nicht, mehr Ungleichheit zu schaffen, sondern im Gegenteil, die Ungleichheit zu verringern, und dass wir in der Lage sind, in dem Bewusstsein zu produzieren, dass der Reichtum, den wir erzeugen, der ist, den wir verteilen k&ouml;nnen, und dass wir ihn mit sozialer Gerechtigkeit verteilen werden.<\/p><p><strong>Herr Pr&auml;sident, zu den Ver&auml;nderungen, die in den letzten Jahren in der kubanischen Wirtschaft stattgefunden haben, geh&ouml;rt auch das Entstehen einer Marktwirtschaft, nicht wahr? Diese hat sich in j&uuml;ngster Zeit insbesondere durch die Entwicklung von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen, hier KKMU genannt, ausgeweitet. Wie beurteilen Sie dieses Ph&auml;nomen, das das Wirtschaftsgef&uuml;ge Kubas ver&auml;ndert?<\/strong><\/p><p>Diesbez&uuml;glich gibt es meiner Meinung nach einige Klarstellungen zu treffen.<\/p><p>Erstens haben wir eine Planwirtschaft, die Marktsignale ber&uuml;cksichtigt, aber es ist keine Wirtschaft, die auf reiner Marktwirtschaft basiert; es gibt ein Konzept der sozialen Gerechtigkeit, bei dem die Marktgesetze nicht die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben, denn wir denken vor allem sehr stark an die Menschen. Und die Effizienz der kubanischen Wirtschaft wird manchmal aus rein wirtschaftlicher Sicht kritisiert, aber ich sage: Diese blockierte Wirtschaft, die immer noch nicht alle unsere Bed&uuml;rfnisse befriedigt, erh&auml;lt wichtige soziale Errungenschaften aufrecht, die heute in Kuba als Recht gelten, die aber vielerorts noch keine Errungenschaft sind. Ich denke also, es gibt auch eine gewisse Ungerechtigkeit bei der Beurteilung des genauen Verhaltens der kubanischen Wirtschaft.<\/p><p>Auf der einen Seite ist es eine Planwirtschaft, die aber die Signale des Marktes und die Gesetze des Marktes ber&uuml;cksichtigt und anerkennt &ndash; auf der anderen Seite der KKMU-Sektor.<\/p><p>Zum einen gibt es staatliche KKMU, und es gibt nichtstaatliche, private KKMU, das hei&szlig;t, es ist nicht nur ein privatwirtschaftlicher Sektor. Und den privaten Sektor gab es schon in Kuba, aber hier hat er sich ausgeweitet, weil ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Produktion in den H&auml;nden von privaten Landwirten und landwirtschaftlichen Genossenschaften liegt.<\/p><p>Es gab zwar Selbstst&auml;ndige, aber ohne die Entwicklung von KKMU wurde die Selbstst&auml;ndigkeit mit der Selbstst&auml;ndigkeit als Gewerbe verwechselt und f&uuml;hrte bereits zu bestimmten Verflechtungen oder Beziehungen, die &uuml;ber die Selbstst&auml;ndigkeit hinausgingen und zu Organisationen wurden.<\/p><p><strong>Ja, sie waren bereits kleine Unternehmen mit Angestellten.<\/strong><\/p><p>Unternehmen, die, obwohl sie nicht anerkannt waren, als solche funktionierten. Mit anderen Worten, ich glaube, dass wir die Situation, die wir hatten, aktualisiert haben und dass wir etwas vorgeschlagen haben, das sehr koh&auml;rent ist, n&auml;mlich das gesamte Potenzial, das das Land hat, zu nutzen.<\/p><p>Es handelt sich also um ein staatliches Unternehmen, das eine grundlegende Rolle beim sozialistischen Aufbau spielen muss, das aber einen privaten Sektor hat, der seine wirtschaftliche T&auml;tigkeit erg&auml;nzt.<\/p><p><strong>Wie sieht dieser private Marktsektor derzeit aus?<\/strong><\/p><p>Wenn man heute &uuml;ber die Dynamik der KKMU spricht, sagt man: &bdquo;Nein, aber sie wachsen sehr stark.&rdquo; Sie wachsen, es ist ein relativ neuer Prozess, und sagen wir, dass wir bereits etwa 10.000 haben; aber eines unserer Konzepte, als Teil des sozialistischen Aufbaus, ist, dass die wichtigsten Produktionsmittel in den H&auml;nden des Staates sind und durch staatliche Unternehmen repr&auml;sentiert werden.<\/p><p>Daher liegt das gr&ouml;&szlig;te Gewicht der Wirtschaft im staatlichen Sektor, ohne den wichtigen Beitrag des nichtstaatlichen Sektors zu leugnen.<\/p><p>Ich glaube, dass dies auch ein relativ neuer Bereich in der Entwicklung unseres Wirtschafts- und Sozialsystems ist. Was wir jetzt tun m&uuml;ssen, ist, einige Verzerrungen in den Beziehungen zwischen staatlichen Unternehmen und staatlichen Einrichtungen mit nichtstaatlichen Einrichtungen zu korrigieren, damit sie alle als Teil einer Gruppe von Wirtschaftsakteuren in unserer Gesellschaft zum nationalen Plan f&uuml;r wirtschaftliche und soziale Entwicklung beitragen und in diesen einbezogen werden.<\/p><p>Aus diesem Grund sind wir dabei, durch den Austausch mit dem nichtstaatlichen Sektor, durch den Austausch mit dem kubanischen Unternehmenssektor, eine ganze Reihe von Vorschriften zu aktualisieren, damit dies koh&auml;renter funktioniert und die Wirtschaft des Landes durch den Beitrag des Staates und den Beitrag des nichtstaatlichen Sektors wirklich angekurbelt wird.<\/p><p>Hier bestehen wir auch darauf, dass viele dieser Unternehmen auf der Grundlage des Konzepts der Hightechunternehmen und innovativen Unternehmen gegr&uuml;ndet werden, und wir k&ouml;nnen sie im staatlichen Sektor haben, denn eines der Merkmale von KKMU, ob staatlich oder privat, ist, dass es sich um Unternehmen handelt, die sich aufgrund ihres Konzepts, aufgrund ihrer Arbeitsweise schneller an Ver&auml;nderungen anpassen und eine gr&ouml;&szlig;ere Innovationskapazit&auml;t haben.<\/p><p><strong>Sie sind auch kleiner.<\/strong><\/p><p>Sie sind kleiner, sie arbeiten flexibler, und daher sind die Beitr&auml;ge und die Dynamik, die sie in die Wirtschaft einbringen k&ouml;nnen, sehr wichtig.<\/p><p><strong>Glauben Sie, dass dieser Sektor weiter expandieren wird?<\/strong><\/p><p>Ich denke, dieser Sektor wird sich weiter ausbreiten, er wird weiterhin Teil unseres Netzwerks von Wirtschaftsakteuren sein, und er wird kein Feind der Revolution sein; es ist ein Sektor, der einen Beitrag leisten wird, denn er ist ein Sektor, der unter den Bedingungen der Revolution entstanden ist. Obwohl es, wie wir wissen, einen sehr direkten Versuch der US-Regierung gibt, diesen Sektor in einen Sektor zu verwandeln, der in Opposition zur Revolution steht.<\/p><p>Nun gibt es einen gro&szlig;en Widerspruch: Es gibt Senatoren, Kongressabgeordnete, Meinungsf&uuml;hrer in den USA, die sagen, dass man nicht den staatlichen Sektor unterst&uuml;tzen sollte, sondern die KKMU, um sie zu Agenten des Wandels zu machen. Es gibt andere, die sagen, dass die KKMU, da sie die Gesch&ouml;pfe des kubanischen Staates sind, um eine bestimmte Fassade zu erreichen, abgebaut werden sollten.<\/p><p>In Kuba sind sie Teil eines Unternehmensgef&uuml;ges, das notwendig ist, um den sozialistischen Aufbau weiter voranzutreiben, sie sind in den Nationalen Plan f&uuml;r wirtschaftliche und soziale Entwicklung eingebunden und diesem verpflichtet, und es wird darauf geachtet, dass es bei diesem Unterfangen keine Verzerrungen gibt.<\/p><p><strong>Herr Pr&auml;sident, die letzte Frage in diesem Block zu Wirtschaft und Technologie. Sie sind ein Verfechter des Einsatzes von Technologie, und wir alle wissen, dass Technologie, k&uuml;nstliche Intelligenz und Digitalisierung unsere Gesellschaft ver&auml;ndern.&nbsp;Sie haben sich besonders f&uuml;r die Computerisierung der kubanischen Gesellschaft eingesetzt. K&ouml;nnen Sie uns sagen, wie dieses Projekt voranschreitet und was die Computerisierung der Gesellschaft den kubanischen B&uuml;rgern bringt?<\/strong><\/p><p>Wir haben drei Priorit&auml;ten f&uuml;r die Regierungsf&uuml;hrung definiert: Erstens die Informatisierung der Gesellschaft, die wir nun konzeptionell weiterentwickelt und in Digitale Transformation der Gesellschaft umbenannt haben, was zwar dasselbe zu sein scheint, aber nicht dasselbe ist. Es geht nicht nur darum, alles auf digitale Plattformen zu bringen, sondern auch darum, ein Lebenskonzept und eine Handlungsweise auf digitale Weise zu haben. Mit anderen Worten, wir verteidigen die digitale Transformation als eine S&auml;ule der Regierungsf&uuml;hrung zusammen mit Wissenschaft und Innovation und sozialer Kommunikation. Das sind die drei S&auml;ulen der Regierungsf&uuml;hrung, und sie sind sehr eng miteinander verbunden.<\/p><p><strong>Im Finanzsektor ist sie ebenfalls sehr wichtig.<\/strong><\/p><p>Eines der Elemente, die ich als Lernerfahrung hervorgehoben habe, war die soziale oder institutionelle Kommunikation, die w&auml;hrend Covid-19 stattfand.<\/p><p>Ich w&uuml;rde also sagen, dass die digitale Transformation der Gesellschaft eine Realit&auml;t ist. Wir haben 7,7 Millionen registrierte Mobiltelefon- und etwa acht Millionen Internetnutzer, wir haben die Mobilfunknetze ausgebaut, obwohl wir noch eine bessere Abdeckung erreichen m&uuml;ssen, das hat auch damit zu tun, dass es Investitionen in die Technologie und all diese Dinge braucht, aber wir haben es geschafft, ein Niveau zu halten.<\/p><p><strong>Das ist kostspielig.<\/strong><\/p><p>Heute liegen wir &uuml;ber dem Weltdurchschnitt.<\/p><p>Es gibt eine sehr aktuelle Debatte &uuml;ber die Themen digitale Transformation, k&uuml;nstliche Intelligenz und digitale Wirtschaft. Im Rahmen dieser Debatte haben wir vor einigen Jahren die Union der kubanischen Informatiker gegr&uuml;ndet, in der alle Menschen und Experten zu diesen Themen zusammenkommen und viele Debatten und M&ouml;glichkeiten zur Unterst&uuml;tzung der digitalen Transformation gef&ouml;rdert werden.<\/p><p>In den kommenden Wochen wird dem Ministerrat die Aktualisierung der Politik der digitalen Transformation des Landes, der digitalen Agenda des Landes und der Politik zur Nutzung der k&uuml;nstlichen Intelligenz vorgelegt werden, und zwar mit einem ganzheitlichen Ansatz, das hei&szlig;t wir sehen die k&uuml;nstliche Intelligenz nicht nur im Hinblick auf die Ergebnisse, die sie uns in den produktiven Prozessen der Dienstleistungen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung in Bezug auf die Effizienz liefern kann, sondern auch in Bezug auf die ethischen Aspekte und eine ganze Reihe von Elementen, die rund um die k&uuml;nstliche Intelligenz ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen.<\/p><p>Wir bringen die digitale Transformation und den Beitrag der k&uuml;nstlichen Intelligenz in die folgenden Bereiche ein: In den Bereich des produktiven Sektors von G&uuml;tern und Dienstleistungen, weil die digitale Transformation und die k&uuml;nstliche Intelligenz uns sehr dabei helfen k&ouml;nnen, Effizienz in den Produktions- und Dienstleistungsprozessen zu erreichen, vor allem, wenn wir mit einer demografischen Dynamik konfrontiert sind, bei der das Land immer &auml;lter wird.<\/p><p>Deshalb m&uuml;ssen wir unsere Produktions- und Dienstleistungsprozesse effizienter gestalten, sodass wir mit weniger Menschen mehr Produktivit&auml;t haben, um die Mehrheit der Menschen zu bedienen, und deshalb sind Automatisierung, Computerisierung und Digitalisierung Werkzeuge, die gute Ergebnisse liefern.<\/p><p>Die Digitalisierung wird auch auf den Bereich der &ouml;ffentlichen Verwaltung angewandt, denn ein wichtiges Element, in dem wir die digitale Transformation entwickeln, ist das E-Government, die Interaktion der B&uuml;rger mit der gesamten Regierungst&auml;tigkeit, die auch gr&ouml;&szlig;ere R&auml;ume f&uuml;r die Beteiligung der B&uuml;rger an der Regierungsf&uuml;hrung garantiert.<\/p><p>Wir haben zum Beispiel erreicht, dass alle Gemeinden des Landes, alle Provinzen, alle Ministerien und die meisten Institutionen &uuml;ber digitale Portale oder Webplattformen verf&uuml;gen, &uuml;ber die sie mit der Bev&ouml;lkerung interagieren.<\/p><p>In letzter Zeit wurden die Gesetzesentw&uuml;rfe, die der Nationalversammlung zur Genehmigung vorgelegt wurden, auf digitale Plattformen gestellt, die Kriterien der Bev&ouml;lkerung wurden mit Interaktion gesammelt, und dies hat uns zur Nationalversammlung mit &Auml;nderungen gef&uuml;hrt, die diesen Prozess der Schaffung von Vorschriften st&auml;rken und perfektionieren.<\/p><p>Bald werden wir es &ouml;ffentlich machen, es ist fertig, die letzten Ergebnisse werden erreicht, wir werden das kubanische B&uuml;rgerportal pr&auml;sentieren. Es wird eine Plattform sein, auf der kubanische B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger ihr Profil erstellen und Zugang zu einer Vielzahl sehr wichtiger Verfahren haben k&ouml;nnen, ohne durch &Auml;mter gehen zu m&uuml;ssen, ohne Papier, und es wird ihr Leben sehr viel einfacher machen.<\/p><p>Tats&auml;chlich sind viele dieser Verfahren bereits auf den Plattformen bestimmter Organisationen und Institutionen zu finden, aber jetzt werden sie die M&ouml;glichkeit haben, all diese Verfahren auf einer einzigen Plattform mit ihrem Profil zu nutzen, und dar&uuml;ber hinaus werden viele Informationen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung Teil davon sein; sie k&ouml;nnen nach allen Fragen suchen, die sie &uuml;ber einen Prozess, ein Verfahren, ein Gesetz, ein bestimmtes Problem haben, sie k&ouml;nnen daran arbeiten, und es wird ein weiterer Sprung nach vorn sein.<\/p><p>Wir unterst&uuml;tzen diesen gesamten Prozess der digitalen Transformation und den Einsatz k&uuml;nstlicher Intelligenz mit der Entwicklung der Cybersicherheit, um Cyberangriffe zu verhindern und Sicherheit auf all diesen Plattformen zu gew&auml;hrleisten.<\/p><p>Auf eine sehr kreative Art und Weise, und das sind Dinge, von denen man immer wieder beeindruckt ist, vor allem von der Aktivit&auml;t junger Menschen. Unser Land verf&uuml;gt heute &uuml;ber eine ganze Reihe von Computeranwendungen, von mobilen Anwendungen, die vor Ort von Kubanern entwickelt wurden, die perfekt funktionieren. Wir haben sogar eine Variante in unserem Shop, eine Anwendung namens Apklis, wo man kubanische Anwendungen und Anwendungen von anderen Orten herunterladen kann, aber sie sind da, es gibt mehrere kubanische Anwendungen, viele von ihnen werden zu einer Referenz f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung.<\/p><p>Wir haben kubanische Betriebssysteme, wir haben Entw&uuml;rfe und Produktionen, die aufgrund von Finanzierungsproblemen noch begrenzt sind, kubanische Computerausr&uuml;stung, Laptops, Tablets, PCs.<\/p><p><strong>Es gibt die Robotisierung.<\/strong><\/p><p>Wir haben auch Erfahrungen mit der Robotisierung. Ein solches Beispiel ist Covid-19. Als wir w&auml;hrend Covid-19 die Intensivstationen ausbauen wollten, um den Kollaps der Krankenh&auml;user zu verhindern, wurden wir jedes Mal, wenn wir uns an ein Unternehmen wandten, um Lungenbeatmungsger&auml;te zu kaufen, wegen der Blockadegesetze abgewiesen.<\/p><p>Wir beauftragten eine Gruppe junger Wissenschaftler aus einer unserer Einrichtungen mit der Herstellung von Prototypen, und heute sind es bereits Hochleistungslungenbeatmungsger&auml;te mit einem Digitalisierungsgrad, der, wie ich sagen kann, brillant und hervorragend ist. Ihr Einsatz und ihre Qualit&auml;t wurden von den besten Experten f&uuml;r Intensivpflege und An&auml;sthesie in unserem Land best&auml;tigt, von hoch qualifiziertem medizinischem Personal, und ich sage dir, dass dies ein weiterer Stolz ist, den man als Kubaner empfindet, dass man etwas von unserem wissenschaftlichen Personal verlangt, auch von jungen Leuten, und dass es sofortige Antworten gibt, aber qualitativ hochwertige Antworten, das hei&szlig;t Antworten, die auf dem Niveau jeder internationalen Entwicklung liegen.<\/p><p><strong>Entwickeln Sie Ihre eigenen Anwendungen f&uuml;r k&uuml;nstliche Intelligenz?<\/strong><\/p><p>Ja, wir haben unsere eigenen Plattformen, die entwickelt werden, unsere eigenen Anwendungen, unsere eigenen Entw&uuml;rfe, um sie in Produktions- und Dienstleistungsprozesse einzubinden.<\/p><p><strong>Arbeiten Sie am Quantencomputing?<\/strong><\/p><p>Auch. Nat&uuml;rlich sind wir bereits dabei, Quantencomputer zu erwerben, und das bringt all diese Probleme mit sich, aber wir sind bei der Vorbereitung.<\/p><p><strong>Sie haben die Spezialisten.<\/strong><\/p><p>Wir haben die Vorbereitung, wir haben ausgebildete Fachleute, es gibt eine ganze Ebene von Wissen und Aktualisierung und internationalem Austausch.<\/p><p><strong>Glauben Sie, dass es m&ouml;glich w&auml;re, im Rahmen der lateinamerikanischen Integration vor allem an diesen Themen zu arbeiten?<\/strong><\/p><p>Das war einer der Vorschl&auml;ge, die wir gemacht haben. Auf dem Alba-Jubil&auml;um und dem Alba-Gipfel in Venezuela wurde die Notwendigkeit angesprochen, Plattformen zu schaffen, die Lateinamerika und die Karibik, die Alba-L&auml;nder, in Bezug auf die Digitalisierung und die k&uuml;nstliche Intelligenz integrieren w&uuml;rden. Wir haben in aller Bescheidenheit gesagt, dass wir bereit sind, bei den Entwicklungen, die wir im Lande haben, zusammenzuarbeiten.<\/p><p><strong>Auch mit Lehreinheiten, richtig, insbesondere mit spezialisierten Universit&auml;ten?<\/strong><\/p><p>Lehreinheiten, Ausbildung, Teilnahme an gemeinsamen Projekten; auch die Bereitstellung unserer Anwendungen f&uuml;r andere L&auml;nder. Das ist eines der Dinge, die bereits Wirkung zeigen. Wir haben einen Prozess der Bankarisierung eingeleitet, das hei&szlig;t die Digitalisierung des kubanischen Bankwesens, die mit diesen Dingen zu tun hat, die wir erreichen.<\/p><p><strong>Das hilft auch in finanzieller Hinsicht beim Verschwinden des materiellen Geldes, das hergestellt, transportiert und gekauft werden muss.<\/strong><\/p><p>Von Bargeld. Wir haben auch viele Anwendungen in Georeferenzierungssystemen f&uuml;r Prozesse, Geolokalisierung von Prozessen; die Arbeit f&uuml;r Erntesch&auml;tzungen durch den Einsatz dieser Technologien. Es gibt einen enormen Wissens- und Entwicklungshunger unter jungen kubanischen Wissenschaftlern und kubanischen Fachleuten.<\/p><p><strong>Herr Pr&auml;sident, wir kommen nun zum dritten Teil dieses Interviews, der sich mit der internationalen Politik befasst.<\/strong><\/p><p><strong>Seit Jahren hat Kuba in der Generalversammlung der Vereinten Nationen einen gro&szlig;en Sieg gegen die illegale Blockade der Vereinigten Staaten gegen Ihr Land errungen; aber offensichtlich hat dieser Sieg nicht zu konkreten Ergebnissen gef&uuml;hrt, die Vereinigten Staaten haben nicht nachgegeben und die Blockade nicht aufgehoben. Welche neuen Initiativen k&ouml;nnten Sie ank&uuml;ndigen, um die Aufhebung der Blockade zu erreichen? Ich frage Sie zum Beispiel, ob Sie versucht haben, direkt mit Pr&auml;sident Biden zu sprechen?<\/strong><\/p><p>Ramonet, deine Sicht der Dinge ist richtig, was auch einige &Uuml;berlegungen erfordert: Wie ist es m&ouml;glich, dass die wichtigste Macht der Welt, oder die m&auml;chtigste Macht der Welt, keine Unterst&uuml;tzung erh&auml;lt, minimale Unterst&uuml;tzung, nur vom Staat Israel; der Rest der L&auml;nder stimmt f&uuml;r Kuba in Bezug auf die kubanische Resolution gegen die Blockade, die Jahr f&uuml;r Jahr in der Generalversammlung der Vereinten Nationen vorgelegt wird, wie letztes Jahr die 31. Versammlung, bei der die Blockade mehrheitlich verurteilt wurde und dies keine Reaktion mit sich brachte. Das zeigt nur die Arroganz des Imperiums, und es zeigt &ndash; was meiner Meinung nach noch schlimmer ist und aus dem jeder eine Lehre ziehen sollte &ndash; die Verachtung f&uuml;r das, was der Rest der Welt denkt.<\/p><p>Es ist eine Verachtung f&uuml;r unsere V&ouml;lker, wenn die ganze Welt es als eine besch&auml;mende Tatsache ansieht, dass ein kleines Land einer verbrecherischen und v&ouml;lkerm&ouml;rderischen Blockade unterworfen ist, wie die Blockade der US-Regierung gegen Kuba, dass sie sich dieser globalen Forderung gegen&uuml;ber taub stellt.<\/p><p>Und man beachte, dass diese Forderung nicht nur in einer Abstimmung bei den Vereinten Nationen zum Ausdruck kommt; immer mehr L&auml;nder, L&auml;nderorganisationen, regionale Bl&ouml;cke und internationale Institutionen verabschieden Jahr f&uuml;r Jahr Resolutionen gegen die Blockade oder Ma&szlig;nahmen zur Verurteilung der Blockade. Immer mehr Staats- und Regierungschefs sprechen sich in der UN-Generalversammlung gegen die Blockade aus, sowohl namentlich als auch in der Sache. Auf der letzten UN-Vollversammlung, auf der das Thema Blockade diskutiert wurde, sprachen sich beispielsweise 44 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt gegen die Blockade aus &hellip;<\/p><p><strong>Von allen m&ouml;glichen Ideologien<\/strong><\/p><p>Vertreter aller m&ouml;glichen Ideologien haben sich gegen die Blockade ausgesprochen, z.B. die Afrikanische Union, die Gruppe der 77, Celac, Alba, alle sind regionale Bl&ouml;cke. Eine Gruppe von Institutionen, darunter auch Institutionen, die Empfehlungen f&uuml;r den Bericht des UN-Generalsekret&auml;rs abgegeben haben, die Kubas Position gegen die Blockade unterst&uuml;tzen. Und es gibt mehr und mehr Veranstaltungen, ich w&uuml;rde sagen, bereits t&auml;glich, Protestaktivit&auml;ten gegen die Blockade, die Tag f&uuml;r Tag, Woche f&uuml;r Woche, Wochenende f&uuml;r Wochenende &uuml;berall auf der Welt stattfinden. Allein im letzten Jahr haben wir mehr als 2.000 Demonstrationen zur Unterst&uuml;tzung Kubas registriert, und in den Monaten dieses Jahres gab es unz&auml;hlige Momente der Unterst&uuml;tzung gegen die Blockade.<\/p><p>Wir haben der gegenw&auml;rtigen Regierung der Vereinigten Staaten auf direktem und indirektem Wege mitgeteilt, dass wir bereit sind, uns zu gleichen Bedingungen an einen Tisch zu setzen, ohne Auflagen und ohne Bedingungen, um &uuml;ber alle Fragen zu sprechen, die mit den Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten zu tun haben, &uuml;ber alle Fragen, die sie diskutieren wollen, aber ohne Vorbedingungen und zu gleichen Bedingungen.<\/p><p>Denn letztendlich ist die Blockade, sagen wir, einseitig. Kuba hat die Vereinigten Staaten nicht beeintr&auml;chtigt, Kuba hat nichts gegen die Regierung der Vereinigten Staaten unternommen; es war die Regierung der Vereinigten Staaten, die einseitig die Blockade verh&auml;ngt hat, daher muss die Regierung der Vereinigten Staaten die Blockade einseitig aufheben. Wir bitten weder um einen Gefallen, noch m&uuml;ssen wir irgendwelche Gesten machen, um die Aufhebung der Blockade zu erreichen; es ist einfach ein Recht des kubanischen Volkes. Es ist einfach ein Recht des kubanischen Volkes, sich in einer Atmosph&auml;re des Friedens, der Gleichberechtigung, ohne Zwangsma&szlig;nahmen, ohne Auferlegungen entwickeln zu k&ouml;nnen, und wir sind dazu bereit, aber die US-Regierung hat darauf nie reagiert.<\/p><p><strong>Diese derzeitige Regierung?<\/strong><\/p><p>Diese derzeitige Regierung.<\/p><p>Wir sind davon &uuml;berzeugt, dass die derzeitige Regierung nicht gewillt ist, die Situation gegen&uuml;ber Kuba zu &auml;ndern, vor allem, weil sie ihre Politik vorrangig auf die Interessen einer Minderheit, der kubanisch-amerikanischen Mafia mit Sitz in Florida, ausgerichtet hat, und dies erschwert die Art von Beziehungen, die wir gerne h&auml;tten. Mit ideologischen Differenzen, die wir immer haben werden, aber einer zivilisierten Beziehung zwischen Nachbarn, in der es eine Zusammenarbeit, einen wirtschaftlichen, kommerziellen, wissenschaftlichen, finanziellen und kulturellen Austausch in allen Lebensbereichen geben k&ouml;nnte. Es k&ouml;nnte ein normales Verh&auml;ltnis sein, wie es die Vereinigten Staaten mit einer anderen Gruppe von L&auml;ndern haben, die auch nicht ihre Positionen teilen.<\/p><p><strong>L&auml;nder, die auch gro&szlig;e Widersacher waren.<\/strong><\/p><p>Gro&szlig;e Widersacher. Warum also sind sie Kuba gegen&uuml;ber so b&ouml;sartig? Und wir haben das Thema angesprochen, weil wir einen Unterschied machen, wir haben nichts gegen das Volk der USA, es ist ein Problem mit der Regierung der Vereinigten Staaten.<\/p><p><strong>Wie erkl&auml;ren Sie sich, dass Pr&auml;sident Biden, der zwei Amtszeiten lang Obamas Vizepr&auml;sident war und Obama die Atmosph&auml;re, sagen wir, in den Beziehungen ver&auml;ndert hatte und die Beziehungen wiederhergestellt wurden, diese Position einnimmt?<\/strong><\/p><p>Es ist unerkl&auml;rlich. Obama begann, eine andere Beziehung aufzubauen.<\/p><p><strong>Bidens Frau war in Kuba, sie hatte ein sehr gutes Verh&auml;ltnis dazu, sie ist Lehrerin, wie l&auml;sst sich das erkl&auml;ren?<\/strong><\/p><p>Das l&auml;sst sich nur dadurch erkl&auml;ren, dass es in den Vereinigten Staaten nicht um eine Frage der Parteien geht, ein Demokrat handelt genauso wie ein Republikaner. Es gibt einen milit&auml;risch-industriellen Komplex, es gibt eine andere Machtstruktur dahinter, im Schatten, die die Positionen der US-Regierung bestimmt, die imperialen Positionen. Und es gibt diese Situation der Unterordnung unter eine Gruppe von Interessen, vor allem aus wahltaktischen Gr&uuml;nden, unter die Positionen der kubanisch-amerikanischen Mafia.<\/p><p><strong>Und haben Sie die Hoffnung, dass die n&auml;chsten Wahlen diese Situation &auml;ndern werden?<\/strong><\/p><p>Ich w&uuml;nschte, sie w&uuml;rde sich &auml;ndern, und ich w&uuml;nschte, wir h&auml;tten den Raum, um alle unsere Positionen von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren, und dass es eine andere Art von Beziehung g&auml;be und dass die Blockade aufgehoben w&uuml;rde; aber meine &Uuml;berzeugung ist, dass wir die Blockade aus eigener Kraft &uuml;berwinden m&uuml;ssen, mit unserer Kapazit&auml;t, mit unserer Arbeit, mit unserem Talent, mit unserer Intelligenz und mit unserer Anstrengung, und das w&auml;re die beste Antwort auf diese Hartn&auml;ckigkeit der Aufrechterhaltung dieser v&ouml;lkerm&ouml;rderischen Blockade gegen unser Volk seit so vielen Jahren.<\/p><p><strong>&Uuml;berraschend ist vor allem, dass Biden Kuba in der Liste der L&auml;nder, die angeblich&nbsp;den&nbsp;Terrorismus unterst&uuml;tzen, behalten hat, die Trump wenige Minuten vor seinem Auszug aus dem Wei&szlig;en Haus verabschiedet hat.<\/strong><\/p><p>Alles, er hat alles beibehalten.<\/p><p>Aber dar&uuml;ber hinaus hat die Regierung Biden sehr perverse &Auml;u&szlig;erungen und Aktionen gegen Kuba gemacht. Ich habe Ihnen von den Lungenbeatmungsger&auml;ten w&auml;hrend Covid-19 erz&auml;hlt. Unsere Produktionsanlage f&uuml;r medizinischen Sauerstoff war betroffen, und als wir medizinischen Sauerstoff aus L&auml;ndern in der Region kaufen wollten, wo wir das ben&ouml;tigte Produkt in k&uuml;rzerer Zeit im Land haben k&ouml;nnten, hat die Regierung der Vereinigten Staaten Druck auf Unternehmen ausge&uuml;bt, die uns mit medizinischem Sauerstoff beliefern k&ouml;nnten, um zu verhindern, dass dieser Sauerstoff nach Kuba gelangt; das ist eine absolut kriminelle Handlung.<\/p><p>Stell dir vor, dass mitten in einer Pandemie, auf den Intensivstationen, bei Menschen mit Atemproblemen, diesen Menschen die Versorgung verweigert wird, dass sie zum Tode verurteilt werden. Wir mussten enorme Anstrengungen unternehmen, wobei wir die Hilfe anderer L&auml;nder in Anspruch nahmen, um diese Situation zu &uuml;berwinden.<\/p><p>Das ist etwas, was man nicht vergisst, Ramonet, es war eine perverse Aktion. Die Art und Weise, wie sie die Covid-19-Situation in Kuba manipuliert haben, als sie sich in einer komplexeren Situation befanden als wir. Wir haben die Reaktion auf Covid-19 besser gehandhabt als die US-Regierung selbst, die ja Geld und Reichtum hat.<\/p><p>Sie riefen SOS Kuba, die ganze Medienmanipulation, die Ereignisse des 11. Juli.<\/p><p>Heute sind sie so zynisch, dass sie in der Lage sind, zu behaupten, dass sie wegen der Ereignisse des 11. Juli nicht zu einem anderen Punkt in den Beziehungen zu Kuba &uuml;bergegangen sind. Das ist ein ungeheurer Zynismus und eine ungeheure L&uuml;ge, mit der sie ihre Position vor der Welt rechtfertigen wollen.<\/p><p><strong>Vor allem, was Sie &uuml;ber Sauerstoff sagen, sie behaupten, dass die Blockade nicht f&uuml;r Lebensmittel oder Medikamente gilt, und das zeigt nat&uuml;rlich, dass das auch nicht stimmt.<\/strong><\/p><p>Ja, die Blockade gilt f&uuml;r alles.<\/p><p><strong>Eine Information, die im Moment kursiert, l&auml;sst vielleicht ein wenig Hoffnung aufkommen, n&auml;mlich dass Pr&auml;sident Biden bei den Vorwahlen ank&uuml;ndigen wird, wer seine Vizepr&auml;sidentin sein wird, dass es nicht mehr Kamala Harris, sondern Michelle Obama sein wird. Glauben Sie, dass, wenn das wahr w&auml;re, wenn es sich best&auml;tigen w&uuml;rde, es ein wenig Hoffnung geben w&uuml;rde?<\/strong><\/p><p>Ich denke, dass heute alles rein spekulativ ist. Ich denke, dass es heute in der Situation in den Vereinigten Staaten, in der internen Situation des Landes, nicht m&ouml;glich ist, objektiv vorherzusagen, auf welcher Seite das Votum der Bev&ouml;lkerung positiv oder negativ ausf&auml;llt, das zudem heute sehr stark von den Ereignissen der internen Wirtschaft der Vereinigten Staaten beeinflusst wird; sehr innenpolitische Themen wie die Frage der Abtreibung; internationale Themen wie Pal&auml;stina, die Frage des Krieges in der Ukraine.<\/p><p>Mit anderen Worten, es gibt eine ganze Reihe von Situationen, die in der Meinung, im Leben der amerikanischen Bev&ouml;lkerung eine Rolle spielen, und ich glaube nicht, dass man heute genau sagen kann, wie sie abstimmen k&ouml;nnte. Es gibt viele Unentschlossene, es gibt Positionen innerhalb der Parteien selbst, um sich von der Position zu isolieren. Auf jeden Fall k&ouml;nnte eine Ank&uuml;ndigung von einer Person wie Michelle Obama eine andere Lesart mit sich bringen.<\/p><p><strong>Herr Pr&auml;sident, Sie kehren gerade aus Moskau zur&uuml;ck, wo Sie nicht nur an den Feierlichkeiten zum Gedenken an den Sieg &uuml;ber den Nationalsozialismus teilgenommen haben, sondern auch an der Amtseinf&uuml;hrung von Pr&auml;sident Putin und an der Plenarsitzung des Obersten Eurasischen Wirtschaftsrates. Suchen Sie nach neuen wirtschaftlichen Allianzen? Rechnet Kuba damit, auf die eine oder andere Weise der BRICS-Gruppe beizutreten?<\/strong><\/p><p>Dies war eine sehr interessante Reise, denn es war eine Reise der Jubil&auml;en, wie ich sagen w&uuml;rde, und der interessanten und wichtigen Ereignisse. Wir waren auf dieser Reise nach Russland auf Einladung von Pr&auml;sident Putin.<\/p><p>Wir haben zum ersten Mal pers&ouml;nlich am Obersten Rat der Eurasischen Wirtschaftsunion teilgenommen, denn alle anderen Teilnahmen am Obersten Rat fanden in den Jahren der Covid-19 virtuell durch die M&ouml;glichkeiten der Videokonferenzen statt. Es geht also nicht darum, ein neues B&uuml;ndnis einzugehen, sondern um ein B&uuml;ndnis, das wir schon seit Langem eingegangen sind. Und als der Oberste Rat tagte, war dies der zehnte Jahrestag der Gr&uuml;ndung der Eurasischen Wirtschaftsunion.<\/p><p>Daher war es auch an der Zeit, eine Bilanz &uuml;ber die Ergebnisse dieser regionalen Integration zu ziehen, in der wir den Status eines Beobachterlandes haben.<\/p><p>Es wurde auch der Jahrestag der Aufnahme der Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Kuba begangen, die heute mit der Russischen F&ouml;deration fortgesetzt werden, allerdings mit einem wichtigen Element: Die Mitgliedsl&auml;nder der Eurasischen Union &ndash; und das war eine Bemerkung, die Lukaschenko, der Pr&auml;sident von Wei&szlig;russland, mir gegen&uuml;ber machte &ndash; sind ehemalige Republiken der Sowjetunion, sodass Lukaschenko mir sagte: &bdquo;Dieser Jahrestag geh&ouml;rt also allen, weil wir alle auch Teil der Sowjetunion waren.&rdquo;<\/p><p>Ich glaube, dass die Eurasische Union in den letzten zehn Jahren eine bedeutende wirtschaftliche und handelspolitische Dynamik gezeigt hat, und das Bruttoinlandsprodukt dieser L&auml;nder in der Region ist betr&auml;chtlich gewachsen, und sie verficht sehr faire Prinzipien in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Komplementarit&auml;t zwischen diesen L&auml;ndern.<\/p><p>F&uuml;r uns ist dies ein Raum der M&ouml;glichkeiten, denn wir k&ouml;nnen insbesondere in Bereichen wie der Biotechnologie und der pharmazeutischen Industrie einen Beitrag leisten, wir k&ouml;nnen diesen Raum nutzen, indem unsere Arzneimittel von den Regulierungsbeh&ouml;rden dieser L&auml;nder anerkannt werden, und wir k&ouml;nnen auch in einen Markt eintreten, der f&uuml;r uns erschwinglicher ist, denn auch sie haben Absichten und Bed&uuml;rfnisse f&uuml;r diese Arzneimittel und f&uuml;r den Transfer von Technologien und f&uuml;r gemeinsame Investitionen.<\/p><p>Das er&ouml;ffnet auch Investoren aus diesen L&auml;ndern die M&ouml;glichkeit, sich an wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprogrammen in unserem Land zu beteiligen.<\/p><p>Es geht auch um die Ern&auml;hrungssouver&auml;nit&auml;t, die wir mit ihnen teilen m&uuml;ssen, was einer der Punkte der gesamten Union ist; die &ouml;kologische Nachhaltigkeit, mit anderen Worten, die nachhaltige Entwicklung und der Respekt f&uuml;r die Umwelt und die Entwicklung einer Kultur der Nachhaltigkeit, die auch ein Prinzip ist, das wir in unserer Entwicklung ber&uuml;cksichtigen; die Ern&auml;hrungssouver&auml;nit&auml;t und die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen. Es ist also ein wichtiger Bereich f&uuml;r uns.<\/p><p>Ich glaube, dass die BRICS heute eine der Alternativen in der Welt sind, ein Block von L&auml;ndern, der die Perspektive eines Bruchs mit der US-Hegemonie in den internationalen Beziehungen er&ouml;ffnet. Daher sind die BRICS zu einem alternativen, integrativen Raum geworden; die BRICS sind offen f&uuml;r die L&auml;nder des S&uuml;dens.<\/p><p><strong>Sie haben sich erst am 1. Januar erweitert.<\/strong><\/p><p>Die BRICS haben sich gerade erweitert, sie haben ihre Bereitschaft gezeigt, Beziehungen mit dem afrikanischen Kontinent, mit Lateinamerika und der Karibik zu kn&uuml;pfen; sie sind dabei, eine Beziehung mit gr&ouml;&szlig;erem Konsens, gr&ouml;&szlig;erer Gleichberechtigung und gr&ouml;&szlig;erem Respekt aufzubauen. Andererseits schlagen die BRICS auch eine Alternative zum Dollar vor und f&ouml;rdern den Handel mit den W&auml;hrungen der einzelnen L&auml;nder oder den Handel mit Ausgleichszahlungen auf der Grundlage des Austauschs von Produkten und Dienstleistungen, die von jedem der L&auml;nder erzeugt werden.<\/p><p><strong>Sie haben auch eine Entwicklungsbank, die von Dilma Rousseff geleitet wird.<\/strong><\/p><p>Sie haben eine Entwicklungsbank unter dem Vorsitz von Dilma, die eine anerkannte F&uuml;hrungspers&ouml;nlichkeit mit einer politischen Vision f&uuml;r die Probleme des S&uuml;dens ist. Und die f&uuml;nf L&auml;nder, die an deren Spitze stehen, die Gr&uuml;nder der BRICS, sind L&auml;nder, die ausgezeichnete Beziehungen zu Kuba unterhalten. Wir studieren, wir beobachten und wir haben es auch jetzt bei dem Treffen mit Pr&auml;sident Putin besprochen, dass Kuba den Beitritt zu den BRICS anstrebt.<\/p><p><strong>Das n&auml;chste Gipfeltreffen findet in Russland statt, genauer gesagt im Oktober in Kasan. Werden Sie daran teilnehmen, Herr Pr&auml;sident?<\/strong><\/p><p>Das h&auml;ngt jetzt davon ab, wie sich die Ereignisse entwickeln.<\/p><p><strong>Es sieht so aus, als wolle man eine neue Art von Mitgliedschaft schaffen, ein Partner oder assoziiertes Mitglied, in dem Platz f&uuml;r Kuba w&auml;re.<\/strong><\/p><p>Es g&auml;be Raum f&uuml;r Kuba, und es h&auml;ngt auch von dem Konsens ab, der mit den L&auml;ndern erreicht wird, die die BRICS anf&uuml;hren; aber sie waren zum Beispiel sehr konsequent und erlaubten Kuba, am S&uuml;dafrika-Gipfel teilzunehmen, nicht nur als Land, sondern auch als Vertreter der Gruppe der 77 und Chinas, weil wir damals den pro tempore Vorsitz innehatten, und man muss sagen, dass sie den Vorschl&auml;gen der Gruppe der 77 und Chinas, die Kuba in ihrem Namen vorbrachte, und auch der kubanischen Position gro&szlig;e Aufmerksamkeit schenkten. Ich glaube, dass dies ein sehr g&uuml;nstiges Umfeld f&uuml;r die S&uuml;d-S&uuml;d-Beziehungen ist und dass es eine neue Perspektive f&uuml;r die notwendige Neue Internationale Wirtschaftsordnung er&ouml;ffnet.<\/p><p><strong>Herr Pr&auml;sident, wir kommen zum Ende dieses Interviews, die letzte Frage bezieht sich auf Lateinamerika.<\/strong><\/p><p><strong>In Lateinamerika und der Karibik h&auml;ufen sich die Krisen; es gab den Anschlag auf die mexikanische Botschaft in Ecuador; das US-S&uuml;dkommando errichtet Milit&auml;rbasen in Guyana, was eine Bedrohung f&uuml;r Venezuela und seinen historischen Anspruch auf den Esequibo darstellt; in Argentinien macht Pr&auml;sident Javier Milei jahrzehntelangen sozialen Fortschritt zunichte; in Haiti ist kein Ende der Schwierigkeiten in Sicht. Wie beurteilen Sie diese Situationen? Und was kann Kuba zur F&ouml;rderung von Souver&auml;nit&auml;t, Frieden und Fortschritt in dieser Region beitragen?<\/strong><\/p><p>Dies ist ein Ausdruck all der Widerspr&uuml;che, die auf globaler Ebene bestehen und die sich auch auf regionaler Ebene im Falle Lateinamerikas und der Karibik manifestieren. Ich denke, es ist auch ein Ausdruck der Beharrlichkeit des Imperiums bei der Aufrechterhaltung der Monroe-Doktrin, mit diesem imperialistischen Konzept von Amerika f&uuml;r die Amerikaner, das nicht Lateinamerika und die Karibik f&uuml;r uns alle ist, die wir auf dem Kontinent leben; es ist Lateinamerika und die Karibik, die Nordamerika und der Macht des Imperiums untergeordnet sind. Daher ist dies auch ein Ausdruck der US-Vision der Verachtung f&uuml;r unsere V&ouml;lker und der Vision der USA von Lateinamerika und der Karibik als ihrem Hinterhof.<\/p><p>Nun gibt es andererseits ein Lateinamerika und die Karibik mit einer Reihe von Regierungen, die revolution&auml;re Prozesse aufrechterhalten, obwohl sie gro&szlig;en R&uuml;ckschl&auml;gen, Druck, Sanktionen, Beleidigungen, Aggressionen und Einmischungen ausgesetzt sind, wie Kuba, Venezuela und Nicaragua.<\/p><p>Es gibt auch eine ganze Reihe fortschrittlicher Regierungen, die ebenfalls f&uuml;r eine g&uuml;nstige Korrelation der linken Kr&auml;fte in der lateinamerikanischen Region sorgen: der Plurinationale Staat Bolivien; Lula in Brasilien; L&oacute;pez Obrador in Mexiko; Xiomara in Honduras; Boric in Chile; Petro in Kolumbien, die dazu beitragen, Stabilit&auml;t zu schaffen und die Zusammenarbeit und den Austausch zu erleichtern. Aber die Vereinigten Staaten geben keine Ruhe und versuchen st&auml;ndig, rechte Kr&auml;fte mit, ich w&uuml;rde sagen, auch sehr schmutzigen Mechanismen zu mobilisieren, um Instabilit&auml;t in diesen L&auml;ndern zu provozieren, um zu verhindern, dass linke Prozesse oder linke Regierungen an der Macht bleiben, und um die Rechten zu ermutigen, die Macht nicht zu verlieren, wo die Linke die Macht verloren hat und die Rechte sich etabliert hat.<\/p><p><strong>Das bleibt so bestehen.<\/strong><\/p><p>Und dass es sich bei dieser Rechten um eine Rechte handelt, die sich der Regierung der Vereinigten Staaten und den Pl&auml;nen der Vereinigten Staaten v&ouml;llig unterwirft und au&szlig;erdem Streitigkeiten &uuml;ber bestimmte Fragen sch&uuml;rt, die eine historische Komponente haben; sie bef&ouml;rdert Br&uuml;che, Verleumdungen, sch&uuml;rt Spaltungen, um Uneinigkeit in der Region zu provozieren.<\/p><p>Dies erkl&auml;rt, dass es heute einige Regierungen gibt, die die gesamte US-Politik auf dem Kontinent unterst&uuml;tzen, einschlie&szlig;lich Regierungen, die die Pr&auml;senz von NATO-Truppen auf dem Gebiet Lateinamerikas und der Karibik bef&uuml;rworten; Regierungen, die das Recht auf Souver&auml;nit&auml;t und Selbstbestimmung von Gebieten ihres eigenen Landes leugnen, in denen es Kriege gegeben hat und in denen es Helden und M&auml;rtyrer gibt, die f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit dieser Gebiete gestorben sind, f&uuml;r die Souver&auml;nit&auml;t dieser Gebiete.<\/p><p>Was sie tun, ist, den M&auml;chten zu schmeicheln, die sich in Metropolis dieser zur Region geh&ouml;renden geografischen R&auml;ume verwandelt haben, in einer Weise, die man als v&ouml;llig absurd, irrational und unpatriotisch bezeichnen kann. Regierungen, die zudem &uuml;ber eine mediale Projektion verf&uuml;gen, in der sie ihre Prinzipien zum Ausdruck bringen, die aber v&ouml;llig beleidigend und verletzend gegen&uuml;ber jenen sind, die anders denken, gegen&uuml;ber jenen, die meinen, die Dinge anders zu machen, oder gegen&uuml;ber jenen, die eine andere Sicht verfechten, wie die Welt aussehen soll.<\/p><p>Ich werde immer danach streben, und wir werden alle unsere Anstrengungen auf diese bessere Welt richten, die m&ouml;glich ist und zu der uns Fidel aufgerufen hat.<\/p><p>Wenn wir eine Position zu verteidigen haben, verteidigen wir sie frontal, und wenn wir eine Position diskutieren m&uuml;ssen, diskutieren wir sie frontal; aber wir lassen uns nicht auf die Medienshow ein, auf Kraftausdr&uuml;cke auf Beleidigungen, auf diese Art von, ich w&uuml;rde sagen, politischer Vulgarit&auml;t, zu der sich andere in der Welt hergeben.<\/p><p>Als Standpunkt Kubas werden wir gegen&uuml;ber den L&auml;ndern Lateinamerikas und der Karibik immer die Achtung der Souver&auml;nit&auml;t und der Unabh&auml;ngigkeit dieser L&auml;nder aufrechterhalten und verteidigen; die Achtung ihrer Selbstbestimmung &uuml;ber das von ihnen angenommene sozio-politische System und die Bereitschaft, unabh&auml;ngig von Systemen und Ideologien die respektvollsten, unterst&uuml;tzendsten und kooperativsten Beziehungen mit jedem dieser L&auml;nder zu unterhalten, und das tun wir auch mit den meisten von ihnen.<\/p><p>Wir brechen die Beziehungen zu den lateinamerikanischen L&auml;ndern niemals ab und versuchen, durch Dialog, durch Diskussion, durch Argumentation jede Frage zu l&ouml;sen, zu der wir vielleicht unterschiedliche Meinungen haben, zu der wir vielleicht unterschiedliche Positionen vertreten.<\/p><p>Ich glaube, dass die Solidarit&auml;tsbekundungen Kubas mit Lateinamerika und der Karibik ein beredtes Zeugnis f&uuml;r seine &Uuml;bereinstimmung mit diesen &Uuml;berzeugungen sind. Wir haben &Auml;rzte und Lehrer, internationalistische Mitarbeiter auch im Ingenieurwesen und anderen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft in mehrere lateinamerikanische und karibische L&auml;nder entsandt.<\/p><p>Wir schicken weder Milit&auml;r noch Streitkr&auml;fte nach Haiti, noch marschieren wir ein; wir haben medizinische Brigaden in Haiti. Heute, inmitten dieser Situation sind sie in Haiti, in der viele an eine Intervention oder eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Haitis denken, haben wir eine medizinische Brigade, die dem haitianischen Volk Dienste leistet, einem Volk, das meiner Meinung nach den gr&ouml;&szlig;ten Respekt verdient f&uuml;r all das, was es erlitten hat, weil es die erste Nation in der Region war, die eine Revolution entwickelte.<\/p><p><strong>Durch die es unabh&auml;ngig wurde<\/strong><\/p><p>Ein w&uuml;rdiges Volk, ein Volk, das lange Zeit Interventionen ausgesetzt war; ein Volk, das f&uuml;r seine Freiheit eine Schuld begleichen musste, die v&ouml;llig ungerecht ist. Mit anderen Worten, es muss eine Wiedergutmachung f&uuml;r Haiti geben, genauso wie es eine Wiedergutmachung f&uuml;r die Sklaverei gegen&uuml;ber den V&ouml;lkern der Karibik geben muss, die st&auml;ndig dem Druck der Regierung der Vereinigten Staaten ausgesetzt sind, die Einheit mit dem Rest Lateinamerikas und der Karibik zu brechen.<\/p><p>Mit der Regierung L&oacute;pez Obrador und mit Mexiko verbindet uns eine Beziehung der Dankbarkeit sowie eine enorme Freundschaft und Br&uuml;derlichkeit. Die Beziehung zwischen Kuba und Mexiko ist eine intime, historische Beziehung, eine br&uuml;derliche Beziehung, eine famili&auml;re Beziehung. Mexiko war das einzige Land, das die Beziehungen zu Kuba nicht abgebrochen hat, als die Regierung der Vereinigten Staaten die gesamte OAS aufforderte, die Beziehungen zu Kuba abzubrechen.<\/p><p>Wir verteidigen die Sache Venezuelas, die chavistische Revolution, die zivil-milit&auml;rische Einheit, und wir unterst&uuml;tzen Pr&auml;sident Maduro, den sie sogar zu ermorden versucht haben.<\/p><p><strong>Und das mehrere Male.<\/strong><\/p><p>Etwas, das unglaublich ist.<\/p><p>Wir unterst&uuml;tzen die sandinistische Revolution; wir fordern die Selbstbestimmung f&uuml;r Puerto Rico; wir verteidigen die Prinzipien des Plurinationalen Staates Bolivien. Wir sind sehr interessiert an der Rolle, die Xiomara in Honduras spielt, und auch an ihrer Rolle an der Spitze der Ceelac; im Moment haben wir eine sehr enge Beziehung zu Lula.<\/p><p><strong>Mit den Caricom-L&auml;ndern?<\/strong><\/p><p>Mit den Caricom-L&auml;ndern, letztlich mit ganz Lateinamerika und der Karibik, aber immer auf der Grundlage von Respekt, Solidarit&auml;t, Freundschaft und Dialog, um jede Situation zu l&ouml;sen. Andererseits haben wir die Absicht, die Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Zone des Friedens zu verteidigen, die auf einem Celac-Gipfel in Havanna verabschiedet wurde.<\/p><p>Wir verteidigen auch die lateinamerikanische und karibische Integration, die den Tr&auml;umen unserer Vorfahren entspricht, und ich denke in diesem Moment an Mart&iacute; und Bol&iacute;var. Mart&iacute;, der immer so respektvoll von Unserem Amerika gesprochen hat und sehr gut definiert hat, was Unser Amerika ist; und Bol&iacute;var, der f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit vieler lateinamerikanischer L&auml;nder gek&auml;mpft hat.<\/p><p>Ich glaube, dass die gr&ouml;&szlig;te Unterst&uuml;tzung, die wir der lateinamerikanischen Einheit geben k&ouml;nnen, darin besteht, mit gutem Beispiel voranzugehen.<\/p><p><strong>Das hat Fidel immer verteidigt.<\/strong><\/p><p>Das hat Fidel immer verteidigt, er hat uns gelehrt, es zu verteidigen, und Ra&uacute;l hat es auch verteidigt.<\/p><p>Ramonet, wenn wir &uuml;ber Tr&auml;ume, &uuml;ber Bestrebungen sprechen, haben wir eine gemeinsame Geschichte, eine gemeinsame Kultur, wunderbare, flei&szlig;ige, intelligente und kreative Menschen. Ich sage Ihnen, die pr&auml;kolumbianischen Kulturen Lateinamerikas brauchen die mesopotamischen Kulturen oder die Kulturen des alten Griechenlands nicht zu beneiden. Diese waren zuerst bekannt, aber wenn man in der Geschichte zur&uuml;ckgeht, sieht man, dass unsere Kulturen in ihrer Entwicklung, in der Art, wie sie die Zeit gemessen haben, wie sie das Wasser kanalisiert haben, wie sie produziert haben, genauso entwickelt waren wie diese, und sie sind Teil unserer Wurzeln, und das kann man in jedem der lateinamerikanischen und karibischen L&auml;nder sehen.<\/p><p>Unser kultureller Reichtum, das fortschrittliche Denken in Lateinamerika und der Karibik, die Ans&auml;tze der lateinamerikanischen Denker, der lateinamerikanischen Philosophen, des lateinamerikanischen akademischen Sektors sind fortschrittliche Positionen, die viel studiert werden, viel Koh&auml;renz aufweisen, die Wurzeln der lateinamerikanischen und karibischen Identit&auml;t verteidigen, und dar&uuml;ber hinaus ist es eine Region mit Ressourcen, auf denen sich heute leider die gr&ouml;&szlig;te Ungleichheit zwischen seinen V&ouml;lkern manifestiert.<\/p><p>Ich bin davon &uuml;berzeugt, dass die Region mit all diesen Tugenden, mit all diesen Reicht&uuml;mern &ndash; und davon tr&auml;ume ich &ndash; so integriert sein k&ouml;nnte, dass sie f&uuml;r die ganze Welt ein Beispiel daf&uuml;r werden kann, wegen dem, was sie f&uuml;r die conditio humana, f&uuml;r die Zukunft beitragen kann. F&uuml;r die Tr&auml;ume von Emanzipation, daf&uuml;r, dass sie den Menschen in den Mittelpunkt all dessen stellt, was f&uuml;r die Welt getan wird. Ich glaube, dass dieser Moment eher fr&uuml;her als sp&auml;ter kommen wird, denn unsere V&ouml;lker verlangen Gerechtigkeit, weil sie viele schwierige Situationen erlebt haben: Sie haben Aggression erlebt, sie haben Verachtung erlebt, sie haben Interventionen erlebt, sie haben Praktiken der Ungleichheit erlebt, sie wurden von Prozessen ausgeschlossen, sie wurden von M&ouml;glichkeiten ausgeschlossen.<\/p><p>In Lateinamerika und der Karibik gibt es noch viel Analphabetismus zu bek&auml;mpfen, es gibt noch viel zu tun in der Geschlechterfrage, es gibt noch viel zu erreichen f&uuml;r die Emanzipation der wunderbaren lateinamerikanischen und karibischen Frauen, es gibt noch viel zu &uuml;berwinden in Bezug auf die Gleichberechtigung aller unserer V&ouml;lker und die soziale Gerechtigkeit. Aber es gibt ein historisches Potenzial, ein kulturelles Potenzial.<\/p><p><strong>Es gibt das Bestreben.<\/strong><\/p><p>Das Bestreben, dies zu tun, und ich glaube, dass wir weiterhin Fortschritte bei der Integration machen werden und dass dies die Botschaft, die &Uuml;berzeugung, die Unterst&uuml;tzung und das Beispiel ist, das Kuba geben kann.<\/p><p>Ein lateinamerikanisches Land wird niemals das Gef&uuml;hl haben, dass Kuba eine Gefahr f&uuml;r es darstellt; im Gegenteil, in Kuba werden sie immer Unterst&uuml;tzung, Verst&auml;ndnis und die Bereitschaft finden, sich zu integrieren und voranzukommen.<\/p><p><strong>Vielen Dank, Herr Pr&auml;sident, f&uuml;r Ihre Zeit.<\/strong><\/p><p>Nein, ich danke dir. Es war mir ein Vergn&uuml;gen, mit dir zusammen zu sein.<\/p><p><strong>Ich danke Ihnen.<\/strong><\/p><p>Das n&auml;chste Mal werde ich dich befragen.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/czRCgtEve2g?si=z5Asrowu0cYaWKbS\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p>&Uuml;bersetzung: <a href=\"https:\/\/de.granma.cu\/cuba\/2024-05-15\/kuba-hat-nie-tatenlos-zugesehen\">Granma<\/a><\/p><p><small>Titelbild: Screenshot von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=czRCgtEve2g\">Presidencia Cuba<\/a><\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113880\">Exklusiv-Interview mit Fernando Gonz&aacute;lez Llort: &bdquo;&Auml;u&szlig;erst kritische Wirtschaftslage&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=107185\">Bundesregierung will nachweislich v&ouml;lkerrechtswidriges US-Embargo gegen Kuba nicht als V&ouml;lkerrechtsbruch bezeichnen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=108781\">Unerbittlicher Nachbar: Imperiale Aggression und Subversion der USA gegen Kuba<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114104\">Karibischer Maidan-Versuch? 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