{"id":115976,"date":"2024-06-01T13:00:02","date_gmt":"2024-06-01T11:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115976"},"modified":"2024-06-01T14:47:42","modified_gmt":"2024-06-01T12:47:42","slug":"der-ukrainische-angriff-auf-die-globale-sicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115976","title":{"rendered":"Der ukrainische Angriff auf die globale Sicherheit"},"content":{"rendered":"<p>Der Angriff der Ukraine auf Module des russischen Fr&uuml;hwarnsystems gef&auml;hrdet nicht zuletzt unsere eigene Sicherheit. F&uuml;r eine &bdquo;Kopernikanische Wende in der Sicherheitspolitik&ldquo; pl&auml;diert <strong>Leo Ensel<\/strong>, Konfliktforscher und Publizist. &bdquo;Im Atomzeitalter ist Sicherheit nur noch zusammen mit, nie aber gegen den &sbquo;Gegner&lsquo; m&ouml;glich!&ldquo;, sagt er. Das Gespr&auml;ch f&uuml;hrte <strong>Hans-Peter Waldrich<\/strong>. Mit freundlicher Genehmigung von <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/der-ukrainische-angriff-auf-die-globale-sicherheit\">Globalbridge<\/a>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Hans-Peter Waldrich: Herr Ensel, die Ukraine hat am 23. Mai im Nordkaukasus in Armawir und am 26. Mai im sibirischen Orenburg Teile des russischen Atomraketen-Fr&uuml;hwarnsystems mit Drohnen attackiert. Die Radare dienen dazu, einen m&ouml;glichen nuklearen Erstschlag der NATO zu erkennen. Sie sind Mitglied einer Initiative von Informatikern, KI-Spezialisten und Politikwissenschaftlern, die warnt, solche Angriffe k&ouml;nnten einen Atomkrieg ausl&ouml;sen. Was ist daran so gef&auml;hrlich?<\/strong><\/p><p><strong>Leo Ensel:<\/strong> Zun&auml;chst: Ich bin zwar Mitglied der von Informatikern ins Leben gerufenen Initiative gegen einen &bdquo;<a href=\"https:\/\/atomkrieg-aus-versehen.de\/\">Atomkrieg aus Versehen<\/a>&ldquo;, aber selbst kein Informatiker, sondern Konfliktforscher. Man muss aber kein Informatiker sein, um die Tragweite der ukrainischen Angriffe auf Module des russischen Raketenabwehrsystems zu erkennen:<\/p><p>Die globale &bdquo;Sicherheitsstruktur&ldquo; &ndash; wenn man sie &uuml;berhaupt so nennen darf &ndash; zwischen den Atomm&auml;chten USA und Russland beruht nach wie vor, wie im ersten Kalten Krieg, auf dem &bdquo;Prinzip der gesicherten Zweitschlagsf&auml;higkeit&ldquo;. Auf Deutsch: <em>Wer als Erster schie&szlig;t, stirbt als Zweiter! <\/em>Wenn die russische Zweitschlagsf&auml;higkeit &ndash; z.B. durch gezielte Attacken auf Module des russischen Raketenabwehrsystems, dessen Aufgabe es ist, anfliegende ballistische US-Interkontinentalraketen rechtzeitig zu identifizieren &ndash; ausgeschaltet oder auch nur eingeschr&auml;nkt wird, w&auml;re Russland &bdquo;geblendet&ldquo;. Es k&ouml;nnte also im Krisen- oder Ernstfall nicht mehr rechtzeitig reagieren. (By the way: In der Logik der wechselseitigen Abschreckung w&uuml;rde es bereits ausreichen, wenn Russland sich geblendet <em>f&uuml;hlen <\/em>w&uuml;rde!) Damit w&auml;re die &ndash; extrem wackelige &ndash; Logik, auf der die &bdquo;Sicherheit&ldquo; unseres gesamten Planeten seit Jahrzehnten basiert, eliminiert und die Wahrscheinlichkeit, dass Russland in einem akuten &bdquo;gef&uuml;hlten Krisenfall&ldquo;, wom&ouml;glich mit Atomwaffen, irrational handelt, w&uuml;rde in astronomischem Ausma&szlig; anwachsen.<\/p><p>Insofern war der ukrainische Angriff auf die Module des russischen Raketenabwehrsystems auch ein Angriff auf&nbsp;<em>unsere<\/em>, nein: auf die <em>globale <\/em>Sicherheit! Es ist, nebenbei bemerkt, schwer vorstellbar, dass diese Attacken ohne R&uuml;cksprache mit dem wichtigsten ukrainischen Verb&uuml;ndeten erfolgt sein sollen. Vielleicht gab es ja auch eine Anweisung &hellip;<\/p><p><strong>Eingewendet wird doch, dass wir Putin daran hindern m&uuml;ssen, gegen&uuml;ber der Ukraine auf Dauer Erfolge einzufahren, weil sonst die Gefahr besteht, dass er seine Gro&szlig;machttr&auml;ume bald etwa durch &Uuml;bergriffe auf die baltischen Staaten vorantreiben wird. Ist daher als Teil der ukrainischen Verteidigungsstrategie nicht jeder Angriff auf russische milit&auml;rische Strukturen gerechtfertigt?<\/strong><\/p><p>Mit den Modulen des russischen Raketenabwehrsystems (&bdquo;Woronesch-Radar&ldquo;) wurden, wie k&uuml;rzlich nochmals &uuml;berzeugend <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Ukrainische-Streitkraefte-greifen-wohl-erneut-russisches-Atomraketen-Fruehwarnsystem-an-9733169.html?\">dargelegt wurde<\/a>, keine russischen Angriffspotenziale attackiert, sondern ein System, dessen Zweck es ist, einen m&ouml;glichen nuklearen Erstschlag der USA bzw. der NATO rechtzeitig zu identifizieren. Dieses System spielt im aktuellen russischen Krieg gegen die Ukraine &uuml;berhaupt keine Rolle, Attacken darauf besch&auml;digen allerdings &ndash; siehe oben &ndash; die gesamte <em>globale<\/em> Sicherheit!<\/p><p>Zu Ihrer ersten Bemerkung, die in der aktuellen Medienberichterstattung eine, nein: <em>die<\/em> Hintergrundmelodie in Endlosschleife darstellt: Dass Putin angeblich nach einem Sieg &uuml;ber die Ukraine als n&auml;chstes Polen oder das Baltikum angreifen will, dass &uuml;bermorgen am Ende wieder russische Panzer durchs Brandenburger Tor rollen, ist eine v&ouml;llig aus der Luft gegriffene Behauptung westlicher Propagandisten, deren Ziel es ist, den Krieg in der Ukraine, der schnellstm&ouml;glich mit diplomatischen Mitteln beendet werden muss, ad infinitum zu verl&auml;ngern und die USA, NATO und EU immer tiefer in das Kriegsgeschehen hineinzuziehen &ndash; wobei die Kriegs<em>ziele<\/em> v&ouml;llig nebul&ouml;s bleiben. Nach verschiedenen Berechnungen liegen die Milit&auml;rausgaben der NATO zwischen dem 15- und dem 20-Fachen der russischen. Die NATO hat insgesamt das 3,6-Fache an Soldaten unter Waffen. Bei schweren konventionellen Waffen ist die NATO so gut wie haushoch &uuml;berlegen. Dagegen k&ouml;nnte Russland h&ouml;chstwahrscheinlich noch nicht einmal die gesamte Ukraine &sbquo;schlucken&lsquo;, geschweige denn &sbquo;verdauen&lsquo;. Immerhin f&uuml;hrten in der Westukraine Teile der nationalistischen Ukrainischen Aufst&auml;ndischen Armee (UPA) noch bis Anfang der F&uuml;nfzigerjahre einen hartn&auml;ckigen Partisanenkrieg gegen die sowjetischen Besatzer.<\/p><p>Noch etwas zu Ihrer Bemerkung, &bdquo;jeder Angriff auf russische milit&auml;rische Strukturen&ldquo; sei &bdquo;gerechtfertigt&ldquo;: Alle Akteure stehen in der Verantwortung, daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass dieser Krieg sich nicht <em>noch weiter<\/em> ausbreitet: zu einem europ&auml;ischen, am Ende gar zum dritten Weltkrieg, der fr&uuml;her oder sp&auml;ter mit thermonuklearen Bomben gef&uuml;hrt w&uuml;rde und das Ende der Menschheit, ja allen Lebens auf diesem Planeten bedeuten k&ouml;nnte! Aus diesem Grund hatte Joe Biden es auch seit Kriegsbeginn abgelehnt, die Ukraine mit Waffensystemen auszustatten, die in der Lage w&auml;ren, russisches Terrain in der Tiefe zu attackieren.<\/p><p>Aber diese rote Linie wird gerade zunehmend aufgeweicht, was im Umkehrschluss nichts anderes bedeutet, als dass wir dem thermonuklearen Abgrund jede Minute n&auml;her kommen &hellip; Es gibt Risiken, die nicht eingegangen werden <em>d&uuml;rfen<\/em>!<\/p><p><strong>Ich komme darauf zur&uuml;ck, dass die Initiative, der Sie angeh&ouml;ren, vor einem Atomkrieg aus Versehen warnt. Welche Versehen w&auml;ren es denn beispielsweise, durch die eine nukleare Auseinandersetzung rein zuf&auml;llig entstehen k&ouml;nnte?<\/strong><\/p><p>Werfen wir, um die aktuelle Situation besser verstehen zu k&ouml;nnen, nochmals einen Blick zur&uuml;ck in die Zeit des ersten Kalten Krieges, die ja bereits gef&auml;hrlich genug war. Damals hatten wir es im Wesentlichen mit zwei Akteuren zu tun, die sich mit der Drohung einer m&ouml;glichen nuklearen Totalvernichtung gegenseitig in Schach hielten. Schon in dieser Epoche kam es immer wieder zu sogenannten Critical Incidents, wo die Welt kurz vor einem Atomkrieg stand. Ich erinnere an die Kubakrise, die in erster Linie durch die umsichtige Diplomatie der damaligen Staatschefs John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow &ndash; &uuml;brigens beide an ihren jeweiligen Milit&auml;rs und Geheimdiensten vorbei &ndash; gerade noch rechtzeitig beigelegt werden konnte.<\/p><p>Ich erinnere aber vor allem an die zahlreichen Unf&auml;lle und Fehlalarme, bei denen die Welt um ein Haar an einem nuklearen Desaster vorbeischrammte. Am Bekanntesten ist ja der <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Stanislaw-Petrow-und-das-Geheimnis-des-roten-Knopfs-3381498.html\">Fehlalarm im russischen Raketenabwehrzentrum<\/a> bei Moskau vom 26. September 1983, bei dem die Welt vermutlich nur dank des mutigen und besonnenen Handelns des leitenden Offiziers, des russischen Oberstleutnants Stanislaw Petrow, einem Dritten Weltkrieg entkam. (Ich habe Petrow noch neun Monate vor seinem Tod in seiner Plattenbauwohnung in Frjasino bei Moskau <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Der-einsame-Tod-des-Mannes-der-die-Welt-gerettet-hat-7096489.html\">besucht<\/a> und mich bei ihm bedankt.) Einschl&auml;gig ist die bekannte Feststellung von Leon Wieseltier: Nukleare Abschreckung ist &bdquo;wahrscheinlich das einzige politische Konzept, das total versagt, wenn es nur zu 99,9 Prozent erfolgreich ist.&ldquo;<\/p><p>Heute befinden wir uns l&auml;ngst wieder in einem neuen, noch gef&auml;hrlicheren Kalten Krieg: Wir leben nicht mehr in einer bipolaren, sondern in einer multipolaren Welt &ndash; ob das den USA passt oder nicht! Die Anzahl der Atomm&auml;chte ist mittlerweile auf insgesamt neun angewachsen, Tendenz steigend. Zugleich werden die Tr&auml;gersysteme f&uuml;r atomare Sprengk&ouml;pfe immer zielgenauer und schwieriger zu orten. Tr&auml;gersysteme, die keine ballistischen Bahnen beschreiben, wie Marschflugk&ouml;rper oder Hyperschallraketen, k&ouml;nnen im Anflug praktisch gar nicht mehr eliminiert werden. Je n&auml;her diese Systeme an das gegnerische Terrain r&uuml;cken, desto k&uuml;rzer werden die Vorwarnzeiten. Zudem verwischt sich die Grenze zwischen Atomwaffen und sogenannten &bdquo;konventionellen Waffen&ldquo; immer mehr. Anfliegenden Tr&auml;gersystemen ist nicht anzusehen, ob sie &bdquo;konventionell&ldquo; oder nuklear best&uuml;ckt sind. Mit der Entwicklung vergleichsweise &bdquo;kleiner&ldquo; Atomsprengk&ouml;pfe w&auml;chst die Versuchung, Nuklearwaffen auch tats&auml;chlich einzusetzen. Und Milit&auml;rs handeln immer nach dem Worst-Case-Prinzip, was im Sinne einer sich selbst erf&uuml;llenden Prophezeiung eben diesen Worst Case umso wahrscheinlicher macht &hellip;<\/p><p>Mit einem Wort: Die Zahl der zu bearbeitenden Informationen wird immer gr&ouml;&szlig;er, w&auml;hrend die Vorwarnzeit, zu Ende gedacht, gegen Null tendiert. In dieser Situation m&uuml;ssen immer mehr Teilentscheidungen an sogenannte K&uuml;nstliche Intelligenz ausgelagert werden, die ihrerseits fehleranf&auml;llig ist. <em>Am Horizont zeichnet sich also nichts weniger ab als die gespenstische Vision der Entscheidung &uuml;ber Sein oder Nichtsein unseres gesamten Planeten durch K&uuml;nstliche Intelligenz, sprich: durch Automaten!<\/em> Idyllische Zeiten, als ein Mann wie Petrow immerhin noch um die acht Minuten Zeit hatte, als Mensch aus Fleisch und Blut eine Entscheidung zu treffen.<\/p><p><strong>Alles h&ouml;rt sich so an, als sei die Sicherheit eines einzelnen Landes wie etwa Deutschland engstens mit der Sicherheit aller anderen L&auml;nder verbunden. Hei&szlig;t das nicht, dass auch im Ukrainekrieg immer mitbedacht werden muss, welche Auswirkungen deren Verteidigung auf den Rest der Welt hat? Ist es daher zielf&uuml;hrend, die Ukraine zu immer offensiverem Verhalten gegen&uuml;ber Russland zu ermutigen?<\/strong><\/p><p>Wie bereits angedeutet: In einer Situation, die jederzeit zu einem dritten Weltkrieg eskalieren kann, haben <em>alle<\/em> Akteure die Pflicht, genau dies zu verhindern! Was letztlich nur bedeuten kann, diesen Krieg schnellstm&ouml;glich zu beenden, und was im &Uuml;brigen auch der einzige Weg w&auml;re, die geschundene Ukraine, die gerade zu Tode verteidigt wird, sprich: ausblutet &ndash; das Durchschnittsalter der k&auml;mpfenden M&auml;nner betr&auml;gt mittlerweile 43 Jahre &ndash; und in der immer weitere Landstriche auch mit westlichen Waffen wie Minen, Uran- und Streumunition auf Jahre, gar Jahrzehnte unbewohnbar gemacht werden, gerade&nbsp;noch zu retten.<\/p><p>Grunds&auml;tzlich gilt: Wenn sich eine der k&auml;mpfenden Parteien definitiv in die Ecke gedr&auml;ngt f&uuml;hlen wird &ndash; was bei der Ukraine de facto bereits der Fall ist &ndash; dann steigt die Wahrscheinlichkeit irrationalen Verhaltens dramatisch. (Die aktuellen ukrainischen Attacken auf Module des russischen Raketenabwehrsystems ordne ich genau in diese Logik ein.) Im &ndash; unwahrscheinlicheren &ndash; Falle, dass Russland sich in dieser Situation bef&auml;nde, w&uuml;rde dieses Land der Welt definitiv beweisen, dass es eine <em>Atommacht<\/em> ist &hellip; ! (Es gibt ja dort bereits Stimmen einflussreicher Politikberater, die ungeniert f&uuml;r sogenannte &bdquo;<a href=\"https:\/\/free21.org\/die-waffen-gottes-nutzen\/\">pr&auml;ventive nukleare Vergeltungsschl&auml;ge<\/a>&ldquo; werben.) Je l&auml;nger also der Krieg noch dauert, desto mehr werden sich alle Akteure radikalisieren und die Risiken f&uuml;r den gesamten Planeten ins Unermessliche steigern.<\/p><p>Die relevanten Akteure haben das offenbar alle vergessen. Dabei hatten es M&auml;nner wie Willy Brandt, Olof Palme und Michail Gorbatschow bereits vor Jahrzehnten auf den Punkt gebracht: <em>Im Atomzeitalter ist Sicherheit nur noch zusammen mit, nie aber gegen den &sbquo;Gegner&lsquo; m&ouml;glich!<\/em> In diesem Sinne sind also alle &ndash; ob es uns passt oder nicht &ndash; heute &sbquo;Sicherheitspartner&lsquo;. Es wird allerh&ouml;chste Zeit, nach diesem Prinzip der &bdquo;Gemeinsamen Sicherheit&ldquo; wieder zu denken und zu handeln! Michail Gorbatschow nannte dies &bdquo;Neues Denken&ldquo;.<\/p><p><strong>Ist aber Sicherheit nicht durch gute Technik m&ouml;glich? Immerhin verf&uuml;gen wir jetzt auch &uuml;ber K&uuml;nstliche Intelligenz, die gemeinsam etwa mit &Uuml;berwachung aus dem Weltraum zumindest aktuell Sicherheit viel besser garantieren kann als noch vor einigen Jahren.<\/strong><\/p><p>Das Gleiche, wie oben gesagt, gilt auch f&uuml;r die Technik: Keine noch so ausgekl&uuml;gelte Technik oder K&uuml;nstliche Intelligenz wird uns retten k&ouml;nnen, denn die tiefste Wurzel der gesamten Malaise liegt nicht in mangelnder oder unperfekter Technologie, sondern<strong> <\/strong>in dem <em>abgrundtiefen Misstrauen, das <\/em>alle<em> rivalisierenden geopolitischen Akteure gegeneinander hegen!<\/em> Wir ben&ouml;tigen also tats&auml;chlich eine &bdquo;Kopernikanische Wende im Denken und Handeln&ldquo;, indem sich alle relevanten milit&auml;rischen und politischen Akteure &ndash; &uuml;ber alle Gegens&auml;tze und Feindschaften hinweg &ndash; wieder zu einer Politik des &bdquo;Neuen Denkens&ldquo; durchringen: Zu Diplomatie, zu Verhandlungen, zu einer Politik der Deeskalation und der schrittweisen Rekonstruktion des Vertrauens hin zu einer neuen europ&auml;ischen Sicherheitsordnung nach den Prinzipien der &bdquo;Charta von Paris&ldquo; vom November 1990, deren zentraler Satz ja lautete:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<em>Sicherheit ist unteilbar, und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen verbunden.&ldquo;<\/em>\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Herr Ensel, ich danke Ihnen f&uuml;r dieses Gespr&auml;ch.<\/strong><\/p><p><em><strong>Zu den Autoren:<\/strong><\/em><\/p><p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hans-Peter_Waldrich\">Hans-Peter Waldrich<\/a>&nbsp;ist ein bekannter deutscher Politikwissenschaftler und Publizist.&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?gastautor=leo-ensel\"><\/a><\/p><p>Leo Ensel ist Konfliktforscher mit dem Schwerpunkt &bdquo;Postsowjetischer Raum und Mittel-\/ Osteuropa&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Angriff der Ukraine auf Module des russischen Fr&uuml;hwarnsystems gef&auml;hrdet nicht zuletzt unsere eigene Sicherheit. 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Mit freundlicher Genehmigung von <a href=\"https:\/\/globalbridge.ch\/der-ukrainische-angriff-auf-die-globale-sicherheit\">Globalbridge<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":115977,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,209,171],"tags":[1519,1268,1805,259,260],"class_list":["post-115976","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-interviews","category-militaereinsaetzekriege","tag-atomwaffen","tag-kalter-krieg","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-russland","tag-ukraine"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Leo-Ensel.png","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/115976","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=115976"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/115976\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":116082,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/115976\/revisions\/116082"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/115977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=115976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=115976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=115976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}