{"id":116024,"date":"2024-05-31T14:51:40","date_gmt":"2024-05-31T12:51:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116024"},"modified":"2024-05-31T14:51:40","modified_gmt":"2024-05-31T12:51:40","slug":"leserbriefe-zu-ueber-die-kontinuitaet-der-verfolgung-andersdenkender-in-deutschland-und-von-der-sprache-abhaengig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116024","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201e\u00dcber die Kontinuit\u00e4t der Verfolgung Andersdenkender in Deutschland\u201c und \u201eVon der Sprache abh\u00e4ngig\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115681\">In diesem Beitrag<\/a> diskutiert Wolfgang Bittner &uuml;ber die deutsche Sprache. Sprache sei auch Herrschaftsmittel. Sie habe Einfluss auf Gedanken, Einstellungen und Verhaltensweisen. Der Verlust von Sprache ziehe den Verlust der eigenen kulturellen Identit&auml;t nach sich. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114932\">Hier<\/a> thematisiert er die &bdquo;regelrechte Kommunistenjagd&ldquo; nach 1945. Die Praxis mit einer Umkehrung der Beweislast, mit Spitzeleien, Verd&auml;chtigungen, Anh&ouml;rungen und Berufsverboten sei verfassungswidrig gewesen. Wir haben hierzu interessante Leserbriefe bekommen. Danke daf&uuml;r. Es folgt nun eine Auswahl. <strong>Christian Reimann<\/strong> hat sie f&uuml;r Sie zusammengestellt.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Zu: Von der Sprache abh&auml;ngig<\/strong><\/p><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebe Redaktion,<\/p><p>die Sprache besteht aus W&ouml;rtern.<\/p><p>Bei W&ouml;rtern, die wir nutzen, ist es wichtig, dass wir die Bedeutung der W&ouml;rter kennen.<\/p><p>Ansonsten sind das Brocken die wir je nach Betonung und Gef&uuml;hl einsetzen.<\/p><p>Daher ist es wichtig das wir diese Begriffe erkl&auml;ren und diese Erkl&auml;rung oft wiederholen.<\/p><p>Wir nutzen Demokratie, demokratische Wahlen oder demokratisch gew&auml;hlt, Antisemitismus, Antiamerikanismus, Sozialdemokratie, Sozialismus oder Kommunismus u. a. obwohl die Bedeutung dieser W&ouml;rter fast niemand kennt!<\/p><p>Demokratie = Volksherrschaft<\/p><p>Das steht vielleicht noch auf einer alten Briefmarke, sagte Professor Mausfeld.<\/p><p>Oskar Lafontaine sagte, der griechische Staatsmann Perikles sagte, in einer Demokratie setzen sich die Interessen der Mehrheit der Bev&ouml;lkerung durch.<\/p><p>Wer kennt diese Aussagen?<\/p><p>Wer wei&szlig;, das laut ZDF Politbarometer, fast 60 % der Bev&ouml;lkerung, sich nicht durch die aktuelle Politik vertreten sieht?<\/p><p>Auf NDS war ein Beispiel zum Antiamerikanismus. Die Mainstreammedien haben ein Problem mit der Kritik an einen Amerikaner.<\/p><p>Bei der kommenden Wahl haben Amerikaner ein Problem mit Trump und die anderen mit Biden oder sie w&auml;hlen gar nicht.<\/p><p>Das bedeutet alle Amerikaner sind antiamerikanisch, da sie ein Problem mit einem amerikanischen Politiker haben.<\/p><p>Das Beispiel zeigt doch den Schwachsinn dieser leeren Worth&uuml;lse zur Verunglimpfung von Leuten, die keine Mainstreammeinung haben!<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<br>\nDieter Gabriel<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Zu: &Uuml;ber die Kontinuit&auml;t der Verfolgung Andersdenkender in Deutschland<\/strong><\/p><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Mein Stiefvater berichtete, dass er als Neulehrer, wohnhaft in Westberlin im Wedding, aufgrund seiner Mitgliedschaft in der SED aus dem Schuldienst geworfen wurde. Auch war es in Westberlin verboten, das Neue Deutschland zu lesen. Bei Verdacht gab es Hausdurchsuchungen. Es gab ja noch viele Ofenheizungswohnungen, so waren oft die &Ouml;fen hei&szlig;, weil Zeitungen und Parteimitgliedsausweise bei Verdacht auf eine Durchsuchung, verbrannt wurden. Sp&auml;ter traf ich eine ehemalige Westberliner SED-Genossin, die ganz frech zu den durchsuchenden Polizisten sagte &bdquo; Kommen Sie rein, der Ofen ist noch hei&szlig;&ldquo;. Beweise gab es ja nun nicht mehr.<\/p><p>Christine Ullrich<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Christian Reimann,<\/p><p>der Bittner-Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht und ich habe ihm noch einige wichtige Fakten beigef&uuml;gt. Ich hoffe, dass meine Gedanken f&uuml;r die Nachdenkseiten, wo ich bereits ver&ouml;ffentlichen konnte, wichtig genug sind. Mir ist der Aspekt der ostdeutschen Ausgrenzung sehr wichtig, die ich leider immer wieder und auch pers&ouml;nlich und oft in unertr&auml;glicher Arroganz, erleben muss. ich w&uuml;rde mich &uuml;brigens freuen, wenn die Nachdenkseiten, nicht nur f&uuml;r mich ein wichtiges Informationsmedium, mehr ostdeutsche Stimmen zu Wort kommen lie&szlig;en.<\/p><p>Mit besten Gr&uuml;&szlig;en<\/p><p>Winfried Wolk<\/p><p>Der Artikel Wolfgang Bittners &bdquo;&Uuml;ber die Kontinuit&auml;t der Verfolgung Andersdenkender in Deutschland&ldquo; hat mir einen guten, durch Fakten untersetzten Einblick vermittelt, wie im westlichen Deutschland nach 1945 gegen Andersdenkende vorgegangen und welche undemokratischen Ma&szlig;nahmen ergriffen wurden, um unerw&uuml;nschte Meinungen auszuschalten. Als ostdeutscher Heranwachsender habe ich damals davon kaum etwas wahrgenommen, besch&auml;ftigten mich in dieser Zeit vor allem die restriktiven Verh&auml;ltnissen in dem Teil Deutschlands, in dem ich lebte. Au&szlig;erdem war die Bundesrepublik f&uuml;r mich und viele Andere&nbsp; eine nicht zug&auml;ngliche, fremde Welt. Nur durch westliche Rundfunk- und Fernsehsendungen konnte ich einen Blick in diesen Teil Deutschlands werfen, der allerdings nur eine gewollte Sicht erm&ouml;glichte. Zwar berichteten die Ostmedien genau das, was Wolfgang Bittner beschreibt, doch konnte ich es nicht glauben, weil die Zust&auml;nde im eigenen Lande immerzu gutgelogen wurden.<\/p><p>Ich habe wie viele Ostdeutsche eine Weile gebraucht, bis ich hinter die gesch&ouml;nte Fassade des anderen deutschen Staates blicken konnte. So war meine naive Hoffnung, dass es nach 1990 in Ost- und Westdeutschland ein gemeinsames Interesse geben w&uuml;rde, die deutsch-deutsche Geschichte objektiv, sachlich und unvoreingenommen aufzuarbeiten, insbesondere die nach dem 2. Weltkrieg von den Siegern geschriebene. Dass das westliche Deutschland genau so ein k&uuml;nstliches Vasallen-Staatsgebilde seiner Siegerm&auml;chte war, wie es der &ouml;stliche Teil gewesen ist, wurde mir erst sp&auml;ter deutlich, vor allem durch die Sonderrechte, die sich die westlichen Siegerm&auml;chte im Zwei-plus-Vier-Vertrag gesichert haben.<\/p><p>Wolfgang Bittner gibt uns im Ausschnitt aus seinem neuen Buch &bdquo;Niemand soll hungern, ohne zu frieren&ldquo;&nbsp; nun einen wichtigen und notwendigen Einblick in die Ausgrenzungspraxis der letzten 80 Jahre im Westen Deutschlands. Auch wenn die vielen von ihm angef&uuml;hrten, erschreckenden Fakten jetzt offiziell kaum Erw&auml;hnung mehr finden, geh&ouml;rt das zu der Geschichte, die aufgearbeitet werden muss.<\/p><p>Dazu geh&ouml;rt nach 30 Jahren unbedingt auch die kritische Betrachtung des Einigungsprozesses, f&uuml;hrte der doch zur Ausgrenzung einer ganzen Bev&ouml;lkerungsgruppe. Zwar war im Westen immer wieder betont worden, dass es das sehnlichste Ziel der Politiker der Bundesrepublik sei, endlich br&uuml;derlich mit Herz und Hand mit den Br&uuml;dern und Schwestern im Osten Deutschland in einem geeinten Land leben zu wollen, doch schon der Einigungsakt vollzog sich nicht br&uuml;derlich mit Herz und Hand. Letztlich stand vor allem die &Uuml;bernahme der M&auml;rkte, der Ressourcen und der billigen Arbeitskr&auml;fte auf dem Plan, und noch immer verdienen die Menschen im Osten weniger als im Westen. Die kritische Intelligenz, die die Ver&auml;nderungen des Herbstes 89 auf den Weg gebracht hat, wurde schnell als unbrauchbar aussortiert, wenn sie nicht in das westliche Meinungsspektrum passte. Ebenso geschah das mit der im Osten Deutschlands entstandenen Kunst. Alles, was mit der DDR zusammenhing, sollte vollst&auml;ndig delegitimiert werden, wie es der damalige Innenminister Klaus Kinkel forderte. Damit wurde das im Osten Deutschlands gelebte Leben bedenkenlos entwertet, ostdeutsche Lebenserfahrung ausgegrenzt.<\/p><p>Nun sind in der mit allen Mitteln durchgepeitschten Corona-Panik-Inszenierung trotz der angeordneten Maskenpflicht alle Masken gefallen. Das wahre Gesicht kommt nun ungeschminkt mit aller Deutlichkeit zum Vorschein. So erleben wir ganz aktuell und sehr eindr&uuml;cklich, dass alternative Ideen nach wie vor unerw&uuml;nscht sind und bek&auml;mpft werden. Wer jetzt Frieden und eine diplomatische Krisenl&ouml;sung fordert, wird vom Bundeskanzler als &bdquo;gefallener Engel aus der H&ouml;lle&ldquo; diffamiert. Wir sollen wieder &bdquo;kriegst&uuml;chtig&ldquo; sein, um die Freiheit, die auch deutsche Soldaten einst am Hindukusch, nun gegen Russland verteidigten, zum dritten Mal. Kritische Geister und Andersdenkende werden immer noch und immer wieder diffamiert, diskreditiert und ausgegrenzt. In den Mainstream-Medien werden Halbwahrheiten oder ganze L&uuml;gen verbreitet, werden Fakten weggelassen oder Aktion und Reaktion vertauscht. Dabei war doch die sachliche und faktenorientierte Information durch die Medien im Herbst 89 eine der wichtigsten Forderungen im Osten Deutschlands. Ohne sie kann sich der m&uuml;ndige B&uuml;rger kein wahrheitsgem&auml;&szlig;es Weltbild verschaffen.<\/p><p>Dass heute vor allem solche Medien wie die Nachdenkseiten die uns aufgetischten Interpretationen von Ereignissen kritisch hinterfragen und daf&uuml;r in die Verschw&ouml;rer-Ecke gestellt und sanktioniert werden, ist ein&nbsp; unertr&auml;glicher Aspekt unserer Zeit und signalisiert, dass die gewollte Polarisierung der Gesellschaft in Gut und B&ouml;se in eine geistige Gleichschritt-Diktatur gef&uuml;hrt hat. Dass dabei eine gut ein Jahrhundert w&auml;hrende Traditionslinie verfolgt wird, ist das mich Erschreckende an der Geschichte. Es sieht alles nicht gut aus und ich bin wenig optimistisch, auch wenn Wolfgang Bittner in dem Untertitel, dem er seinem Buch mit auf den Weg gibt, verspricht: &bdquo;So wie es ist, kann und wird es nicht bleiben.&ldquo; Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.<\/p><p>Winfried Wolk, im Mai 2024<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115681\">In diesem Beitrag<\/a> diskutiert Wolfgang Bittner &uuml;ber die deutsche Sprache. 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