{"id":11630,"date":"2011-12-16T12:55:52","date_gmt":"2011-12-16T11:55:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11630"},"modified":"2015-01-01T10:10:45","modified_gmt":"2015-01-01T09:10:45","slug":"insm-kodert-die-zeit-und-den-ezb-prasidenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11630","title":{"rendered":"INSM k\u00f6dert \u201eDie Zeit\u201c und den EZB-Pr\u00e4sidenten"},"content":{"rendered":"<p>Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die mit viel Geld ausgestattete Propagandaorganisation der Metall-Arbeitgeber, hat <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/meldung\/2166572\/\">gestern verk&uuml;ndet<\/a>, EZB-Pr&auml;sident Draghi sei auf der IX. Ludwig-Erhard-Lecture der INSM in Berlin aufgetreten. Das ist ein beachtlicher Vorgang, denn auch dem neuen EZB-Pr&auml;sidenten m&uuml;sste klar sein, dass er zu Gast bei einer neoliberal eingef&auml;rbten Lobby- und Propagandaorganisation ist. In der gleichen Presseerkl&auml;rung wird davon berichtet, dass die INSM gemeinsam mit dem Zeit-Verlag einen <a href=\"http:\/\/services.zeit.de\/angebote\/essaywettbewerb\/\">Essay-Wettbewerb ausgeschrieben hat<\/a>. Wenn Sie Leser der &bdquo;Zeit&ldquo; oder gar Abonnenten kennen, machen Sie diese bitte auf diesen Vorgang aufmerksam. F&uuml;r ein Medium, das mit der INSM zusammenarbeitet, Geld zu zahlen, ist h&ouml;chst fragw&uuml;rdig. Albrecht M&uuml;ller.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die INSM ist ein schlimmer Verein.<\/strong><br>\nUnd die Vorg&auml;nge, &uuml;ber die in der Pressemitteilung berichtet wird, sind geeignet, den Schimmer von Hoffnung, dass die Diskussion um das sachlich Notwendige Fortschritte machen w&uuml;rde, den Wolfgang Lieb in seinem <a href=\"\/?p=11621\">Beitrag von heute<\/a> mit Recht ausmachte, zu konterkarieren.<br>\nDie INSM macht weiter wie bisher. Sie tut so, als sei die von ihr propagierte neoliberale Ideologie einschlie&szlig;lich der einf&auml;ltigen Sparideologie nicht gescheitert. &Uuml;ber die Rede des EZB Pr&auml;sidenten wird in der Meldung der INSM berichtet<\/p><blockquote><p>&bdquo;Die Europ&auml;ische Zentralbank (EZB) wird auch unter ihrem neuen Pr&auml;sidenten Prof. Dr. Mario Draghi ein Garant f&uuml;r die Stabilit&auml;t der Gemeinschaftsw&auml;hrung sein. Draghi zitierte Ludwig Erhard mit den Worten, dass Soziale Marktwirtschaft ohne konsequente Politik der Preisstabilit&auml;t nicht denkbar sei. Er, Draghi, k&ouml;nne das heute nicht besser ausdr&uuml;cken.<br>\nZur aktuellen Lage sagte Draghi: &ldquo;Die Entscheidungen des Europ&auml;ischen Rates, zusammen mit den j&uuml;ngsten Beschl&uuml;ssen des Europ&auml;ischen Parlaments sind ein Durchbruch f&uuml;r klare fiskalpolitische Regeln der W&auml;hrungsunion.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>In diesen Kreisen ist immer noch nicht begriffen, dass man die Stabilit&auml;t der Eurozone nicht dadurch erhalten kann, dass man undifferenziert Preisstabilit&auml;t predigt und die Besch&auml;ftigungsproblematik, die Gefahr massiver Rezessionen und die Notwendigkeit der Anpassung der Wettbewerbsf&auml;higkeit der Euro-Volkswirtschaften verkennt.<\/p><p><strong>Der zusammen mit dem Zeit-Verlag ausgeschriebene Essay-Wettbewerb wird ausgerechnet dem Kuratoriumsvorsitzenden der INSM, Professor Dr. Tietmeyer gewidmet.<\/strong><br>\nDas m&uuml;sste eine besondere Herausforderung f&uuml;r &bdquo;Die Zeit&ldquo; und ihre Abonnenten sein. Tietmeyer hat die neoliberale Wende in der Bundesrepublik schon in den siebziger Jahren ma&szlig;geblich betrieben; er ist der eigentliche Geist hinter dem Lambsdorffpapier vom September 1982, der Scheidungsurkunde der sozialliberalen Koalition.<br>\nTietmeyer steht f&uuml;r die &Uuml;bergabe der Politik an die Finanzwirtschaft. Das hat er selbst mit am 3. Februar 1996 in Davos bezeugt:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Ich habe bisweilen den Eindruck, dass sich die meisten Politiker immer noch nicht dar&uuml;ber im Klaren sind, wie sehr sie bereits heute unter der Kontrolle der Finanzm&auml;rkte stehen und sogar von diesen beherrscht werden.&rdquo;<\/p><\/blockquote><p>Der Herausgeber der &bdquo;Zeit&ldquo;, Altbundeskanzler Helmut Schmidt, hat in einem <a href=\"http:\/\/www.uni-konstanz.de\/FuF\/wiwi\/laufer\/HANS.html\">Offenen Brief vom 8. November 1996<\/a> das Wirken des damaligen Bundesbankpr&auml;sidenten Tietmeyer und insbesondere seine Missachtung der Besch&auml;ftigungsproblematik &auml;u&szlig;erst kritisch begleitet. Jetzt macht sich die &bdquo;Zeit&ldquo; mit der schlimmsten Auspr&auml;gung der neoliberalen Bewegung gemein: der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und ihrem Kuratoriumsvorsitzenden Tietmeyer. <\/p><p>Das ist nicht der erste Missgriff der &bdquo;Zeit&ldquo;. Sie steht seit langem in Kooperation mit den bildungspolitischen Bertelsmann-Ableger CHE, dem Centrum f&uuml;r Hochschulentwicklung. Ihm verdanken wir eine Reihe von Fehlentscheidungen in der Hochschulpolitik.<\/p><p><strong>Das Fazit: Wenn wir die Politik, insbesondere die Politik zur &Uuml;berwindung der Finanzkrise, zum Besseren wenden wollen, wenn wir einem neuen Geist der Solidarit&auml;t in unserem Land zum Durchbruch verhelfen wollen, dann d&uuml;rfen wir der &bdquo;Zeit&ldquo; &ndash; wie gegebenenfalls auch anderen Medien &ndash; eine gedankenlose oder b&ouml;sartige Kooperation mit der INSM nicht durchgehen lassen.<\/strong><br>\n<strong>Die Abonnenten und Leserinnen\/Leser der &bdquo;Zeit&ldquo; sind gefragt. Helmut Schmidt w&auml;re eigentlich auch gefragt, wenn sein Blatt Tietmeyerfeiern f&ouml;rdernd begleitet.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die mit viel Geld ausgestattete Propagandaorganisation der Metall-Arbeitgeber, hat <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/meldung\/2166572\/\">gestern verk&uuml;ndet<\/a>, EZB-Pr&auml;sident Draghi sei auf der IX. Ludwig-Erhard-Lecture der INSM in Berlin aufgetreten. Das ist ein beachtlicher Vorgang, denn auch dem neuen EZB-Pr&auml;sidenten m&uuml;sste klar sein, dass er zu Gast bei einer neoliberal eingef&auml;rbten Lobby- und Propagandaorganisation ist. In<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11630\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[128,41,205,11],"tags":[507,365,297,457],"class_list":["post-11630","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-insm","category-medienanalyse","category-neoliberalismus-und-monetarismus","category-strategien-der-meinungsmache","tag-ezb","tag-inflation","tag-tietmeyer-hans","tag-zeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11630"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11630\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24432,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11630\/revisions\/24432"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}