{"id":116707,"date":"2024-06-16T14:00:00","date_gmt":"2024-06-16T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116707"},"modified":"2025-08-05T11:29:03","modified_gmt":"2025-08-05T09:29:03","slug":"propaganda-und-storytelling-auf-welche-bedrohungen-reagieren-wir-besonders-stark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116707","title":{"rendered":"Propaganda und Storytelling: Auf welche Bedrohungen reagieren wir besonders stark?"},"content":{"rendered":"<p>Vor mehr als zehn Jahren habe ich einen Vortrag des US-amerikanischen Neurologen Dan Gilbert &uuml;ber neuropsychologische Aspekte der Kommunikation &uuml;ber den Klimawandel gesehen (<a href=\"https:\/\/vimeo.com\/10324258?login=true\">&bdquo;Our brain on climate change&rdquo;<\/a>, im Rahmen der Reihe &bdquo;Harvard Thinks Big&ldquo;) Es lohnt sich, ihn anzusehen, er ist sehr kurzweilig und interessant. Dan Gilbert erk&auml;rt darin anhand von neuropsychologischen Erkenntnissen, warum der Klimawandel von den meisten Menschen nicht ernst genug genommen wird und zu wenige Gegenma&szlig;nahmen ergriffen werden. Ich musste aber in letzter Zeit in einem anderen Zusammenhang an diesen Vortrag denken. Denn das, was er dort in Bezug auf Neuropsychologie erz&auml;hlt, erkl&auml;rt auch einiges dar&uuml;ber, wie Kriegspropaganda funktioniert. Von <strong>Maike Gosch<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Artikel liegt auch als <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/240614-Propaganda-und-Storytelling-Gosch-NDS.pdf\">gestaltetes PDF<\/a> vor. Wenn Sie ihn ausdrucken oder weitergeben wollen, nutzen Sie bitte diese M&ouml;glichkeit. 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Ich stelle im Folgenden die grundlegenden Aspekte aus Dan Gilberts Vortrag vor und zeige Parallelen zu Techniken der Kriegspropaganda auf.<\/p><p>Dan Gilbert beginnt seinen Vortrag mit dem Hinweis, dass unser Gehirn sehr gut darin ist, Bedrohungen wahrzunehmen und auf diese zu reagieren. Dies ist aus evolutionsbiologischer Sicht nur nat&uuml;rlich, da es unser &Uuml;berleben sicherte. Jeder kennt den Effekt, dass unsere Aufmerksamkeit zum Beispiel viel weniger mit den zehn Komplimenten, die wir an einem Abend bekommen haben, besch&auml;ftigt ist, als mit einer einzigen pers&ouml;nlichen Kritik. Er erkl&auml;rt weiter, dass wir nicht auf alle Bedrohungen gleich stark reagieren. Besonders stark reagieren Menschen auf Bedrohungen, die die folgenden vier Eigenschaften haben:<\/p><ul>\n<li>Absichtlich (Intentional)<\/li>\n<li>Unmoralisch (Immoral)<\/li>\n<li>Unmittelbar bevorstehend (Imminent)<\/li>\n<li>Augenblicklich, schnell passierend (Instantaneous)<\/li>\n<\/ul><p>Bedrohungen, die diese vier Eigenschaften haben, aktivieren unser archaisches Alarmsystem besonders stark und l&ouml;sen zudem deutliche Handlungsimpulse aus. Wie Gilbert in seinem Vortrag weiter ausf&uuml;hrt, besitzt der Klimawandel keine dieser Eigenschaften.<\/p><p><strong>1. Absichtlich<\/strong><\/p><p>Bedrohungen, die absichtlich erfolgen, haben deswegen so eine starke Wirkung auf unsere Psychologie und darauf, wie wir reagieren, da ganze Bereiche unseres Gehirns daf&uuml;r vorgesehen sind, wahrzunehmen und zu verstehen, wie andere Menschen denken, f&uuml;hlen, was sie anstreben und in Bezug auf uns vorhaben. Der Mensch war f&uuml;r den Menschen immer schon eine der gr&ouml;&szlig;ten Gefahren f&uuml;r seine Sicherheit und sein &Uuml;berleben. Deswegen empfinden wir jede Gefahr, die von Menschen ausgeht, als gr&ouml;&szlig;er und bedrohlicher als zum Beispiel eine, die aus der Natur entsteht. Wenn sie noch dazu absichtlich ist und die Absicht, uns zu schaden, dabei im Vordergrund steht, wirkt sie am st&auml;rksten und f&uuml;hrt zur deutlichsten Reaktion. Es ist wie eine optische T&auml;uschung des Gehirns. Eine Gefahr f&uuml;r uns, hinter der wir Absicht vermuten, wirkt viel bedrohlicher und gef&auml;hrlicher als eine, die nat&uuml;rliche Ursachen hat oder unabsichtlich, als Nebeneffekt erfolgt.<\/p><p>Gilbert gibt daf&uuml;r das Beispiel, dass Menschen mehr Angst vor dem &bdquo;Underwear-Bomber&ldquo; (einem jungen nigerianischen Selbstmordattent&auml;ter, der im Jahr 2009 vergeblich versucht hatte, ein US-amerikanisches Passagierflugzeug mit einer Bombe, die in seiner Unterhose versteckt war, zu detonieren) haben, der null Todesopfer verursacht hat, als vor der Grippe, die j&auml;hrlich ca. 40.000 Todesopfer fordert. Der Vortrag stammt offensichtlich aus der Zeit vor der Corona-Krise und der sie begleitenden Kommunikation, auf die ich in einem zuk&uuml;nftigen Artikel noch einmal ausf&uuml;hrlich eingehen werde, denn dort ist es &bdquo;gelungen&ldquo;, dass eine Krankheit als &auml;hnlich bedrohlich wahrgenommen wurde wie ein Terroranschlag.<\/p><p>Was wir hieraus mitnehmen k&ouml;nnen: Diese Tatsache, n&auml;mlich dass absichtliche Bedrohungen bei Menschen eine st&auml;rkere Angstreaktion ausl&ouml;sen als nat&uuml;rliche oder unabsichtliche Bedrohungen, ist auch Kommunikationsstrategen bekannt. Das hei&szlig;t, dass immer dann, wenn eine starke Reaktion auf eine Tat hervorgerufen werden soll, die b&ouml;se Absicht dahinter besonders betont wird und immer dann, wenn eine m&ouml;glichst geringe Reaktion gew&uuml;nscht ist, eine m&ouml;gliche b&ouml;se menschliche Absicht versteckt oder kaschiert wird.<\/p><p>Aktuelle Beispiele hierzu bekommen wir t&auml;glich in unseren Zeitungen, Nachrichten und &Auml;u&szlig;erungen von Politikerinnen und Politikern geliefert, zum Beispiel im Rahmen des Ukraine-Kriegs oder des Konflikts in Gaza. So werden Berichte &uuml;ber schreckliche Menschenrechtsverletzungen oder Kriegsverbrechen je nachdem, welche Seite unsere Medien und Politiker unterst&uuml;tzen, entweder als gewollt, systematisch geplant, perfide eingesetzt geschildert oder als zuf&auml;llige, ungewollte Folge in der passiven Form beschrieben (ohne T&auml;ter zu benennen) oder sogar ganz ohne Verb, als Geschehen oder Naturkatastrophe geschildert.<\/p><p><strong>2.&nbsp;Unmoralisch \/ moralische Sitten verletzend<\/strong><\/p><p>Angrenzend an den ersten Punkt gibt es eine zweite Eigenschaft von Bedrohungen, auf die wir besonders stark reagieren. Und das ist, wenn die Bedrohung eine Verletzung von moralischen oder sittlichen Regeln oder &Uuml;berzeugungen beinhaltet. Besonders stark reagieren wir auf Bedrohungen, die eine sexuelle Konnotation haben oder in denen es um die Verletzung oder Bedrohung von Kindern geht. Dies soll nat&uuml;rlich nicht die Schrecklichkeit von sexuellen Verbrechen, Vergewaltigungen oder Verletzung oder gar T&ouml;tung von Kindern in Konflikten kleinreden, es ist aber dennoch interessant, wie stark der Fokus auf z.B. Vergewaltigungsvorw&uuml;rfe oder den Missbrauch von Kindern gegen geopolitische Gegner in den Medien und in der Kommunikation gelegt wird, da die Kommunikationsstrategen, die diese Meldungen bewusst zu propagandistischen Zwecken einsetzen, genau wissen, wie stark und emotional die Reaktion darauf ausfallen wird (Stichwort: Gr&auml;uelpropaganda).<\/p><p>Insbesondere, wenn es darum geht, eine Bev&ouml;lkerung zu einem Kriegseintritt oder einer sonstigen kriegerischen Einstellung zu motivieren, wird dieser Aspekt gerne benutzt. Die emotionale Reaktion verst&auml;rkt einerseits die Wirkung, sodass die tats&auml;chliche oder vermeintliche Bedrohung viel Aufmerksamkeit bekommt; zus&auml;tzlich hat sie den &bdquo;Vorteil&ldquo; aus Sicht der Propagandisten, dass durch die starke Emotionalit&auml;t, die ausgel&ouml;st wird, das kritische Denken und die Reflektionsf&auml;higkeit kurzzeitig weitgehend ausgeschaltet wird, sodass diese Informationen nicht kritisch hinterfragt und etwa auf Plausibilit&auml;t abgeklopft werden.<\/p><p>Solche Nachrichten und Bilder f&uuml;hren auch insgesamt zu einer starken Emotionalisierung des Diskurses, die verhindert, dass kritischen Stimmen zugeh&ouml;rt wird, die Vorw&uuml;rfe in Frage stellen k&ouml;nnten. Es wird dadurch ein analytischer Diskurs dar&uuml;ber verhindert, in dem die Glaubw&uuml;rdigkeit dieser Vorw&uuml;rfe gekl&auml;rt werden und bei tats&auml;chlichem Vorliegen dieser Verbrechen effektive und sinnvolle Gegenma&szlig;nahmen getroffen werden k&ouml;nnten.<\/p><p>Wir erinnern uns an die &ndash; im Nachhinein nicht nachweisbaren &ndash; Vorw&uuml;rfe, dass an die Soldaten der libyschen Armee unter Muammar al-Gaddafi Viagra ausgeteilt wurde, um sie auf systematische Vergewaltigungen gegen Oppositionelle (siehe oben unter 1. Absichtlich) vorzubereiten, die eine sehr weite Verbreitung in der insbesondere westlichen Welt&ouml;ffentlichkeit fanden und die eine wichtige Rolle dabei spielten, den Angriffskrieg der USA gegen Libyen im Jahr 2011 moralisch zu rechtfertigen. Oder an die Geschichte &uuml;ber irakische Soldaten, die in Kuwait Babys aus Brutk&auml;sten geschleudert und so get&ouml;tet haben sollen, die ebenfalls einen wichtigen Beitrag dazu leisteten, die Bev&ouml;lkerung in den USA und in Europa zur Zustimmung zu dem Angriffskrieg auf den Irak zu bewegen und die sich im Nachhinein auch als erfunden herausstellte.<\/p><p><strong>3. Unmittelbar bevorstehend<\/strong><\/p><p>Unsere Gehirne sind zus&auml;tzlich besonders darauf ausgerichtet, auf unmittelbar bevorstehende Bedrohungen zu reagieren. Dan Gilbert nennt unser Gehirn daher auch eine &bdquo;get out of the way&rdquo;-Machine (&bdquo;Geh-aus-dem-Weg&ldquo;-Maschine), die es uns erlaubt, in Millisekunden z.B. einem Baseball auszuweichen. Nur ein kleiner Teil unseres Gehirns ist f&uuml;r die Planung und Vorbereitung auf die Zukunft ausgerichtet, aber ein gro&szlig;er und archaischer Teil ist zust&auml;ndig f&uuml;r Gefahren, die uns genau jetzt und unmittelbar bedrohen. Was ein Problem z.B. bei Rente, Vorsorgeuntersuchungen oder dem Klimawandel ist, kann auch wieder f&uuml;r die Propaganda genutzt werden, indem jede Gefahr, die man als besonders bedrohlich darstellen will, als unmittelbar bevorstehend geschildert wird.<\/p><p>Als Beispiel kann die auch von Donald Trump stark angesprochene und gerade wieder sehr aktuelle Angst in den USA vor der &Uuml;berflutung durch Migranten &uuml;ber die Grenze zu Mexiko dienen (wir erinnern uns an seinen Slogan &bdquo;Build the Wall!&ldquo;). Das soll nicht hei&szlig;en, dass es nicht tats&auml;chlich eine Gefahr durch oder einen Kontrollverlust der staatlichen Ordnungskr&auml;fte &uuml;ber das Ausma&szlig; der Einwanderung geben k&ouml;nnte, sondern es geht darum, dass die Menschen, die ein Interesse daran haben, besonders viel Angst zu wecken oder Reaktionen hervorzurufen, die Gefahr, die von diesen Migranten ausgehen soll, als unmittelbar bevorstehend schildern. Sie werden daher nicht sagen, die hohe Zahl der Migranten oder Einwanderer kann langfristig ein Problem f&uuml;r das Sozialsystem werden oder den kulturellen Zusammenhalt des Landes gef&auml;hrden, sondern eine aktuell bedrohliche Situation beschreiben und damit an arachaische &Auml;ngste appellieren: &bdquo;Die Horden stehen vor unseren Mauern und drohen unser Land zu &uuml;berfluten&ldquo;. Dasselbe gilt im Rahmen der Kriegspropaganda oder mit der zum Krieg motivierenden Propaganda mit Drohkulissen &uuml;ber den Feind, der kurz vor einem Angriff oder &Uuml;berfall steht (z.B. &bdquo;der Russe kommt&ldquo;).<\/p><p><strong>4. Augenblicklich<\/strong><\/p><p>Unsere Gehirne reagieren sehr empfindlich auf Ver&auml;nderung. Dabei ist die Geschwindigkeit der Ver&auml;nderung entscheidend. Wenn eine Ver&auml;nderung langsam genug passiert und in kleinen Schritten erfolgt, wird sie von uns kaum wahrgenommen und l&ouml;st selten Handlungsimpulse aus. Wir akzeptieren im Rahmen einer langsamen oder schleichenden Ver&auml;nderung in kleinen Schritten Ver&auml;nderungen, die wir bei einem abrupten Wechsel nie akzeptieren w&uuml;rden.<\/p><p>Dies war in Bezug auf den Klimawandel lange Zeit ein Problem, da die Ver&auml;nderungen so schrittweise und graduell erfolgten, dass die Menschen sich nach und nach daran gew&ouml;hnen konnten (zumindest wir im globalen Norden, wo die Auswirkungen viel weniger deutlich waren und uns weniger hart trafen als im globalen S&uuml;den).<\/p><p>Dies ist aber auch eine wichtige neuropsychologische Erkenntnis, die zur Manipulation der Bev&ouml;lkerung genutzt werden kann. Jede Ver&auml;nderung, von der bekannt ist, dass sie auf gro&szlig;en Widerstand treffen wird, wird daher entweder im Rahmen einer Shock-and-awe-Taktik kurz nach einem emotionalen und traumatischen Schockereignis (siehe meinen&nbsp;<a href=\"https:\/\/story4good.com\/der-primacy-effekt\/\">Artikel &uuml;ber den Primacy-Effekt<\/a>) durchgesetzt, oder aber es wird Schritt f&uuml;r Schritt immer wieder die Grenze des gerade noch gesellschaftlich Akzeptablen ausgereizt, dann abgewartet, bis dieser Schritt als eine &bdquo;neue Normalit&auml;t&ldquo; akzeptiert wird, um dann den n&auml;chsten Schritt zu gehen (Stichwort: Salami-Taktik). Oft werden diese Methoden auch kombiniert, indem unter Ausnutzung eines Schockereignisses der Startschuss f&uuml;r eine gro&szlig;e Ver&auml;nderung gegeben (Stichwort: Zeitenwende) und danach in kleinen Schritten immer weiter vorangegangen wird. Beispiele aktuell sind etwa die Waffenlieferungen an die Ukraine oder der schleichende Machtzuwachs der Europ&auml;ischen Kommission in Bezug auf die Au&szlig;enpolitik.<\/p><p><strong>Fazit<\/strong><\/p><p>Unser Gehirn ist seit Urzeiten unglaublich gut darauf ausgerichtet, uns vor Gefahren zu sch&uuml;tzen, die von Angreifern ausgehen, die uns B&ouml;ses wollen, unseren Zusammenhalt bedrohen und unsere sozialen Regeln verletzen, insbesondere, wenn diese Gefahr unmittelbar bevorsteht und eine massive Ver&auml;nderung bewirkt. Wenn wir mit solchen Bedrohungen konfrontiert sind, reagieren wir genau so, wie es unsere Vorfahren getan h&auml;tten: mit Kampf oder Flucht, mit einer sofortigen Aktivierung all unserer Aufmerksamkeit und Kr&auml;fte. Das ist ein Problem bei Bedrohungen, die diese Eigenschaften nicht haben, uns aber genauso gef&auml;hrlich werden k&ouml;nnen. Dan Gilbert spricht in seinem Vortrag scherzhaft davon, dass wir auf den Klimawandel ganz anders reagieren w&uuml;rden, wenn er eine Bedrohung durch &bdquo;b&ouml;se M&auml;nner mit schlimmen Schnurrb&auml;rten&ldquo; w&auml;re, und zeigt dazu Bilder von Hitler, Stalin und Saddam Hussein.<\/p><p>Es besteht aber auch die Gefahr, dass wir manipulierbar sind, indem diese besondere Aufmerksamkeit unseres Gehirns auf bestimmte Trigger von Kommunikationsstrategen ausgenutzt wird, um uns zu manipulieren und besonders starke Reaktionen hervorzurufen.<\/p><p>Bleiben Sie also wachsam, insbesondere in Zeiten von Krieg und Konflikten oder in Fragen einer Kriegsbeteiligung, wenn diese vier Aspekte besonders stark und wiederholt betont werden, und reagieren Sie nicht sofort emotional, sondern bewahren Sie einen k&uuml;hlen Kopf und erhalten Sie sich Ihr kritisches Denken, um sich die ganze Situation in Ruhe anzuschauen und besonnen reagieren zu k&ouml;nnen.<\/p><p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"Youtube\" data-provider-slug=\"youtube\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Videos werden Daten an Youtube &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von Youtube zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen class=\"external-2click-target \" data-src=\"https:\/\/www.youtube-nocookie.com\/embed\/8FOQyNL34_k?si=xapu8fkNZoKhJ662\"><\/iframe><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"youtube\">Inhalte von Youtube nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><\/p><p><em>Dieser Artikel erschien zuerst unter dem Titel <a href=\"https:\/\/story4good.com\/maenner-mit-schnurrbaerten\/\">&bdquo;M&auml;nner mit Schnurrb&auml;rten&ldquo;<\/a> auf dem Portal <em>Story4good<\/em>.<\/em><\/p><p><small>Titelbild: Shutterstock \/ New Africa<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=113287\">Kriegspropaganda &ndash; Prinzip Nr. 8: &bdquo;Anerkannte Kulturtr&auml;ger und Wissenschaftler unterst&uuml;tzen unser Anliegen&ldquo;<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=110553\">Kriegspropaganda auf einflussreichen Kan&auml;len &ndash; NZZ und Frankfurter Allgemeine<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101288\">Lehrstunde in Kriegspropaganda: Baerbock und Klitschko in Chemnitz<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=85647\">Von Syrien bis zur Ukraine: Dieselben Regeln der Kriegspropaganda<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor mehr als zehn Jahren habe ich einen Vortrag des US-amerikanischen Neurologen Dan Gilbert &uuml;ber neuropsychologische Aspekte der Kommunikation &uuml;ber den Klimawandel gesehen (<a href=\"https:\/\/vimeo.com\/10324258?login=true\">&bdquo;Our brain on climate change&rdquo;<\/a>, im Rahmen der Reihe &bdquo;Harvard Thinks Big&ldquo;) Es lohnt sich, ihn anzusehen, er ist sehr kurzweilig und interessant. 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