{"id":116796,"date":"2024-06-17T13:30:26","date_gmt":"2024-06-17T11:30:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116796"},"modified":"2024-06-17T14:42:24","modified_gmt":"2024-06-17T12:42:24","slug":"putins-rede-zur-aussenpolitik-im-wortlaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116796","title":{"rendered":"Putins Rede zur Au\u00dfenpolitik im Wortlaut"},"content":{"rendered":"<p>Der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin hat in einer Rede vor der Leitung des russischen Au&szlig;enministeriums ein neues Angebot f&uuml;r eine m&ouml;gliche Friedensl&ouml;sung im Ukrainekrieg unterbreitet. Dieser Vorsto&szlig; wird von vielen Journalisten und Politikern hierzulande entweder ignoriert oder mit teils absurden &bdquo;Argumenten&ldquo; und mit einer unangemessenen Emp&ouml;rungshaltung zur&uuml;ckgewiesen. Gleichzeitig ging in der Schweiz eine &bdquo;Friedenskonferenz&ldquo; &uuml;ber die B&uuml;hne, die wegen der Nichtteilnahme Russlands und Chinas als irrelevant bezeichnet werden muss. Weil &Auml;u&szlig;erungen von nichtwestlichen Politikern oft aus dem Zusammenhang gerissen werden, ist es lohnend, die Originalquellen zu lesen. Um sie zur Diskussion zu stellen, dokumentieren wir hier die ganze Rede Putins auf Deutsch, in einer <a href=\"https:\/\/anti-spiegel.ru\/2024\/putins-komplette-grundsatzrede-zur-russischen-aussenpolitik\/\">&Uuml;bersetzung von Thomas R&ouml;per<\/a>. Von <strong>Redaktion<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Beginn der <a href=\"https:\/\/anti-spiegel.ru\/2024\/putins-komplette-grundsatzrede-zur-russischen-aussenpolitik\/\">&Uuml;bersetzung von Thomas R&ouml;per<\/a>:<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Kollegen, guten Tag!<\/p><p>Ich freue mich, Sie alle begr&uuml;&szlig;en zu d&uuml;rfen, und m&ouml;chte Ihnen zu Beginn unseres Treffens und Gespr&auml;chs f&uuml;r Ihre harte Arbeit im Interesse Russlands und unseres Volkes danken.<\/p><p>Wir haben uns Ende 2021, im November, in so gro&szlig;er Runde getroffen. Seitdem haben sich im Land und in der Welt ohne &Uuml;bertreibung viele entscheidende und folgenschwere Ereignisse ereignet. Daher halte ich es f&uuml;r wichtig, die aktuelle Situation in globalen und regionalen Angelegenheiten zu bewerten und die entsprechenden Aufgaben f&uuml;r das Au&szlig;enministerium festzulegen. Alle diese Aufgaben sind dem Hauptziel untergeordnet: die Bedingungen f&uuml;r eine nachhaltige Entwicklung des Landes zu schaffen, seine Sicherheit zu gew&auml;hrleisten und das Wohlergehen der russischen Familien zu verbessern.<\/p><p>Die Arbeit in diesem Bereich erfordert in der heutigen komplexen und sich schnell ver&auml;ndernden Realit&auml;t von uns allen eine noch st&auml;rkere Konzentration der Anstrengungen, Initiative, Ausdauer und die F&auml;higkeit, nicht nur auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren, sondern auch unsere eigene &ndash; und langfristige &ndash; Agenda zu gestalten, gemeinsam mit unseren Partnern Vorschl&auml;ge zu unterbreiten und in einer offenen und konstruktiven Diskussion L&ouml;sungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r die grundlegenden Fragen zu er&ouml;rtern, die nicht nur uns, sondern die gesamte Weltgemeinschaft betreffen.<\/p><p>Ich wiederhole: Die Welt ver&auml;ndert sich schnell. Sie wird in der globalen Politik, in der Wirtschaft und im technologischen Wettbewerb nicht mehr wie fr&uuml;her sein. Immer mehr Staaten sind bestrebt, ihre Souver&auml;nit&auml;t, ihre Autarkie, ihre nationale und kulturelle Identit&auml;t zu st&auml;rken. Die L&auml;nder des globalen S&uuml;dens und Ostens r&uuml;cken in den Vordergrund und die Rolle Afrikas und Lateinamerikas w&auml;chst. Seit den Zeiten der Sowjetunion haben wir immer von der Bedeutung dieser Regionen der Welt gesprochen, aber heute ist die Dynamik eine ganz andere, und das merkt man. Auch in Eurasien, wo eine Reihe von gro&szlig; angelegten Integrationsprojekten aktiv umgesetzt wird, hat sich das Tempo der Transformation deutlich beschleunigt.<\/p><p>Auf der Grundlage eben dieser neuen politischen und wirtschaftlichen Realit&auml;t bilden sich heute die Konturen einer multipolaren und multilateralen Weltordnung heraus, und das ist ein objektiver Prozess. Er spiegelt die kulturelle und zivilisatorische Vielfalt wider, die dem Menschen trotz aller Versuche einer k&uuml;nstlichen Vereinheitlichung organisch innewohnt.<\/p><p>Diese tiefgreifenden systemischen Ver&auml;nderungen geben zweifellos Anlass zu Optimismus und Hoffnung, denn die Durchsetzung der Grunds&auml;tze der Multipolarit&auml;t und des Multilateralismus in den internationalen Angelegenheiten, einschlie&szlig;lich der Achtung des V&ouml;lkerrechts und einer breiten Repr&auml;sentativit&auml;t, erm&ouml;glicht es, die komplexesten Probleme zum gemeinsamen Nutzen zu l&ouml;sen und im Interesse des Wohlergehens und der Sicherheit der V&ouml;lker Beziehungen und eine Zusammenarbeit zwischen souver&auml;nen Staaten zum gegenseitigen Nutzen aufzubauen.<\/p><p>Diese Vorstellung von der Zukunft entspricht den Bestrebungen der gro&szlig;en Mehrheit der L&auml;nder der Welt. Wir sehen das unter anderem am wachsenden Interesse an der Arbeit einer so universellen Vereinigung wie den BRICS, die auf einer besonderen Kultur des vertrauensvollen Dialogs, der souver&auml;nen Gleichheit der Teilnehmer und des gegenseitigen Respekts beruht. Im Rahmen des russischen Vorsitzes in diesem Jahr werden wir die reibungslose Aufnahme der neuen BRICS-Mitglieder in die Arbeitsstrukturen des Verbandes erleichtern.<\/p><p>Ich fordere die Regierung und das Au&szlig;enministerium auf, die inhaltliche Arbeit und den Dialog mit unseren Partnern fortzusetzen, damit wir auf dem BRICS-Gipfel im Oktober in Kasan eine Reihe von Beschl&uuml;ssen fassen k&ouml;nnen, die die Richtung f&uuml;r unsere Zusammenarbeit in den Bereichen Politik und Sicherheit, Wirtschaft und Finanzen, Wissenschaft, Kultur, Sport und humanit&auml;re Beziehungen vorgeben werden.<\/p><p>Generell glaube ich, dass die BRICS aufgrund ihres Potenzials in der Lage sein werden, zu einer der zentralen Regulierungsinstitutionen der multipolaren Weltordnung zu werden.<\/p><p>In diesem Zusammenhang m&ouml;chte ich darauf hinweisen, dass die internationale Diskussion &uuml;ber die Parameter der Zusammenarbeit zwischen den Staaten in einer multipolaren Welt und &uuml;ber die Demokratisierung des gesamten Systems der internationalen Beziehungen nat&uuml;rlich bereits l&auml;uft. So haben wir mit unseren Kollegen in der Gemeinschaft Unabh&auml;ngiger Staaten ein gemeinsames Dokument &uuml;ber internationale Beziehungen in einer multipolaren Welt vereinbart und verabschiedet. Wir haben unsere Partner eingeladen, &uuml;ber dieses Thema auf anderen internationalen Plattformen zu sprechen, vor allem im Rahmen der Shanghaier Organisation f&uuml;r Zusammenarbeit und der BRICS.<\/p><p>Wir sind daran interessiert, dass dieser Dialog innerhalb der Vereinten Nationen ernsthaft gef&uuml;hrt wird, auch &uuml;ber ein so grundlegendes Thema, das f&uuml;r alle von entscheidender Bedeutung ist, wie die Schaffung eines Systems der unteilbaren Sicherheit. Mit anderen Worten, die Verankerung des Grundsatzes im internationalen Umgang, dass die Sicherheit der einen nicht auf Kosten der Sicherheit der anderen gew&auml;hrleistet werden darf.<\/p><p>Ich m&ouml;chte in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass die Weltgemeinschaft am Ende des 20. Jahrhunderts, nach dem Ende der akuten milit&auml;risch-ideologischen Konfrontation, die einmalige Chance hatte, eine verl&auml;ssliche und gerechte Ordnung im Bereich der Sicherheit zu schaffen. Dazu bedurfte es nicht viel &ndash; lediglich der F&auml;higkeit, die Meinungen aller interessierten Parteien anzuh&ouml;ren, und der gegenseitigen Bereitschaft, sie zu ber&uuml;cksichtigen. Unser Land war entschlossen, genau diese Art von konstruktiver Arbeit zu leisten.<\/p><p>Es herrschte jedoch ein anderer Ansatz vor. Die westlichen M&auml;chte, allen voran die USA, meinten, den Kalten Krieg gewonnen und das Recht zu haben, selbst zu bestimmen, wie die Welt organisiert werden sollte. Praktischer Ausdruck dieser Sichtweise war das Projekt der unbegrenzten r&auml;umlichen und zeitlichen Ausdehnung des nordatlantischen Blocks, obwohl es nat&uuml;rlich auch andere Ideen gab, wie die Sicherheit in Europa gew&auml;hrleistet werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Unsere berechtigten Fragen wurden mit Ausreden in dem Geiste beantwortet, dass niemand Russland angreifen werde und dass die NATO-Erweiterung nicht gegen Russland gerichtet sei. Die Versprechungen, die Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre gegen&uuml;ber der Sowjetunion und dann gegen&uuml;ber Russland gemacht wurden, keine neuen Mitglieder in den Block aufzunehmen, wurden einfach vergessen. Und selbst wenn sie sich daran erinnerten, verwiesen sie h&ouml;hnisch darauf, dass diese Zusicherungen m&uuml;ndlich gegeben wurden und daher nicht bindend waren.<\/p><p>Sowohl in den 1990er Jahren als auch sp&auml;ter haben wir stets auf den von den westlichen Eliten gew&auml;hlten Irrweg hingewiesen; wir haben nicht nur kritisiert und gewarnt, sondern Optionen und konstruktive L&ouml;sungen angeboten und betont, wie wichtig es ist, einen Mechanismus f&uuml;r die Sicherheit in Europa und in der Welt zu entwickeln, der allen &ndash; ich m&ouml;chte das betonen, allen &ndash; gerecht wird. Eine einfache Aufz&auml;hlung der Initiativen, die Russland im Laufe der Jahre vorgebracht hat, w&uuml;rde mehr als einen Absatz erfordern.<\/p><p>Erinnern wir uns zumindest an die Idee des Vertrages &uuml;ber die europ&auml;ische Sicherheit, die wir bereits 2008 vorgeschlagen haben. Die gleichen Themen wurden in dem Memorandum des russischen Au&szlig;enministeriums angesprochen, das den USA und der NATO im Dezember 2021 &uuml;bergeben wurde.<\/p><p>Aber alle unsere Versuche &ndash; und wir haben zahlreiche Versuche unternommen, die ich hier nicht alle aufz&auml;hlen kann -, unsere Gespr&auml;chspartner zur Vernunft zu bringen, Erkl&auml;rungen, Ermahnungen, Warnungen und Bitten unsererseits sind auf keinerlei Resonanz gesto&szlig;en. Die westlichen L&auml;nder, die nicht nur davon &uuml;berzeugt sind, im Recht zu sein, sondern auch von ihrer Macht, von ihrer F&auml;higkeit, dem Rest der Welt alles aufzuzwingen, haben andere Meinungen einfach ignoriert. Bestenfalls haben sie vorgeschlagen, &uuml;ber Nebens&auml;chlichkeiten zu diskutieren, die eigentlich nichts gel&ouml;st h&auml;tten, oder &uuml;ber Themen, die nur f&uuml;r den Westen vorteilhaft waren.<\/p><p>In der Zwischenzeit wurde schnell klar, dass das westliche Schema, das als das einzig richtige zur Gew&auml;hrleistung von Sicherheit und Wohlstand in Europa und der Welt verk&uuml;ndet wurde, nicht wirklich funktionierte. Erinnern wir uns an die Trag&ouml;die auf dem Balkan. Die inneren Probleme, die sich im ehemaligen Jugoslawien angeh&auml;uft hatten, wurden durch die grobe Einmischung von au&szlig;en noch deutlich versch&auml;rft. Schon damals zeigte sich das Hauptprinzip der NATO-Diplomatie, das bei der L&ouml;sung komplexer innerer Konflikte zutiefst fehlerhaft und erfolglos ist, in seiner ganzen Pracht, n&auml;mlich eine der Parteien, die man aus irgendeinem Grund nicht besonders mag, aller S&uuml;nden zu beschuldigen und alle politische, mediale und milit&auml;rische Macht, Wirtschaftssanktionen und Beschr&auml;nkungen auf sie loszulassen.<\/p><p>Wie wir sehr gut wissen, wurden gleichen Methoden danach in verschiedenen Teilen der Welt angewandt: Irak, Syrien, Libyen, Afghanistan und so weiter, und sie brachten nichts anderes als eine Versch&auml;rfung der bestehenden Probleme, gebrochene Schicksale von Millionen von Menschen, die Zerst&ouml;rung ganzer Staaten, die Ausweitung humanit&auml;rer und sozialer Katastrophen und terroristische Enklaven. Im Grunde ist kein Land der Welt davor gefeit, in diese traurige Liste aufgenommen zu werden.<\/p><p>So versucht der Westen nun, sich dreist in die Angelegenheiten des Nahen Ostens einzumischen. Einst hatten sie ein Monopol in dieser Gegend, und das Ergebnis ist heute allen klar und offensichtlich.<\/p><p>Der S&uuml;dkaukasus und Zentralasien: Vor zwei Jahren wurde auf dem NATO-Gipfel in Madrid angek&uuml;ndigt, dass sich das B&uuml;ndnis nun nicht nur mit Sicherheitsfragen im euro-atlantischen, sondern auch im asiatisch-pazifischen Raum befassen wird. Nach dem Motto, auch dort k&ouml;nne man nicht ohne sie auskommen. Dahinter verbirgt sich offensichtlich der Versuch, den Druck auf die L&auml;nder in der Region zu erh&ouml;hen, deren Entwicklung sie eind&auml;mmen wollen. Wie wir wissen, steht unser Land, Russland, auf den oberen Pl&auml;tzen dieser Liste.<\/p><p>Ich erinnere auch daran, dass es Washington war, das die strategische Stabilit&auml;t untergraben hat, indem es sich einseitig aus den Vertr&auml;gen &uuml;ber die Raketenabwehr, &uuml;ber die Abschaffung von Kurz- und Mittelstreckenraketen und &uuml;ber den offenen Himmel zur&uuml;ckgezogen und zusammen mit seinen NATO-Satelliten das jahrzehntelange System der vertrauensbildenden Ma&szlig;nahmen und der R&uuml;stungskontrolle in Europa zerst&ouml;rt hat.<\/p><p>Letztlich haben der Egoismus und die Arroganz der westlichen Staaten zu der heutigen, &auml;u&szlig;erst gef&auml;hrlichen Situation gef&uuml;hrt. Wir sind dem Punkt, an dem es kein Zur&uuml;ck mehr gibt, unannehmbar nahe gekommen. Der Ruf nach einer strategischen Niederlage Russlands, das &uuml;ber die gr&ouml;&szlig;ten Atomwaffenarsenale verf&uuml;gt, zeigt das extreme Abenteurertum der westlichen Politiker. Entweder begreifen sie nicht das Ausma&szlig; der Bedrohung, die sie selbst darstellen, oder sie sind einfach besessen von dem Glauben an ihre eigene Straffreiheit und ihren eigenen Exklusivit&auml;t. Beides kann sich als tragisch erweisen.<\/p><p>Offensichtlich erleben wir gerade den Zusammenbruch des euro-atlantischen Sicherheitssystems. Heute existiert es einfach nicht mehr. Es muss praktisch neu geschaffen werden. All dies erfordert, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern, mit allen interessierten L&auml;ndern &ndash; und das sind viele &ndash; unsere Optionen f&uuml;r die Gew&auml;hrleistung der Sicherheit in Eurasien erarbeiten und sie dann einer breiten internationalen Diskussion vorschlagen.<\/p><p>Dieser Auftrag wurde der in der Rede vor der Bundesversammlung gegeben. Es geht darum, in absehbarer Zeit einen Rahmen f&uuml;r gleiche und unteilbare Sicherheit, f&uuml;r eine f&uuml;r alle Seiten vorteilhafte und gerechte Zusammenarbeit und Entwicklung auf dem eurasischen Kontinent zu formulieren.<\/p><p>Was muss dazu auf welchen Grundlagen getan werden?<\/p><p>Erstens: Es muss ein Dialog mit allen potenziellen Teilnehmern an diesem k&uuml;nftigen Sicherheitssystem aufgenommen werden. Und ich bitte Sie, die notwendigen Fragen zun&auml;chst mit den Staaten auszuarbeiten, die f&uuml;r eine konstruktive Zusammenarbeit mit Russland offen sind.<\/p><p>W&auml;hrend unseres j&uuml;ngsten Besuchs in China haben wir diese Fragen mit Pr&auml;sident Xi Jinping er&ouml;rtert. Wir stellten fest, dass der russische Vorschlag nicht im Widerspruch zu den Grundprinzipien der globalen Sicherheitsinitiative Chinas steht, sondern diese im Gegenteil erg&auml;nzt und mit ihnen voll und ganz in Einklang steht.<\/p><p>Zweitens ist es wichtig, von der Pr&auml;misse auszugehen, dass die k&uuml;nftige Sicherheitsarchitektur allen eurasischen L&auml;ndern offensteht, die sich an ihrem Aufbau beteiligen wollen. Mit &bdquo;f&uuml;r alle&ldquo; sind nat&uuml;rlich auch die europ&auml;ischen und die NATO-L&auml;nder gemeint. Wir leben auf einem Kontinent, egal was passiert, wir k&ouml;nnen die Geographie nicht &auml;ndern, wir werden auf die eine oder andere Weise koexistieren und zusammenarbeiten m&uuml;ssen.<\/p><p>Ja, die Beziehungen Russlands zur EU und zu einer Reihe von europ&auml;ischen L&auml;ndern haben sich verschlechtert, und ich habe das schon oft betont, nicht durch unsere Schuld. Eine antirussische Propagandakampagne, an der sehr hochrangige europ&auml;ische Pers&ouml;nlichkeiten beteiligt sind, wird von Spekulationen begleitet, dass Russland angeblich Europa angreifen wird. Ich habe mich dazu schon oft ge&auml;u&szlig;ert, und es ist nicht n&ouml;tig, das in diesem Saal noch einmal zu wiederholen: Wir alle wissen, dass das absoluter Unsinn ist und nur eine Rechtfertigung f&uuml;r ein Wettr&uuml;sten darstellt.<\/p><p>In diesem Zusammenhang erlaube ich mir eine kleine Abschweifung. Die Gefahr f&uuml;r Europa geht nicht von Russland aus. Die Hauptbedrohung f&uuml;r die Europ&auml;er ist die kritische und st&auml;ndig wachsende, fast totale Abh&auml;ngigkeit von den USA: im milit&auml;rischen, politischen, technologischen, ideologischen und medialen Bereich. Europa wird zunehmend an den Rand der globalen wirtschaftlichen Entwicklung gedr&auml;ngt, in das Chaos der Migration und anderer akuter Probleme gest&uuml;rzt und seiner internationalen Subjektivit&auml;t und kulturellen Identit&auml;t beraubt.<\/p><p>Manchmal hat man den Eindruck, dass die herrschenden europ&auml;ischen Politiker und Vertreter der europ&auml;ischen B&uuml;rokratie mehr Angst haben, in die Ungnade Washingtons zu fallen, als das Vertrauen der eigenen Bev&ouml;lkerung, der eigenen B&uuml;rger, zu verlieren. Das zeigen auch die j&uuml;ngsten Wahlen zum Europ&auml;ischen Parlament. Die europ&auml;ischen Politiker schlucken Dem&uuml;tigungen, Grobheiten und Skandale mit der &Uuml;berwachung der europ&auml;ischen Staats- und Regierungschefs, w&auml;hrend die USA sie einfach f&uuml;r ihre eigenen Interessen benutzen und sie zwingen, ihr teures Gas zu kaufen &ndash; &uuml;brigens ist Gas in Europa drei- oder viermal teurer als in den USA &ndash; oder sie fordern, wie jetzt zum Beispiel, von den europ&auml;ischen L&auml;ndern, die Waffenlieferungen an die Ukraine zu erh&ouml;hen. &Uuml;brigens werden diese Forderungen immer wieder gestellt. Und es werden Sanktionen gegen sie verh&auml;ngt, gegen Wirtschaftsakteure in Europa. Sie verh&auml;ngen sie, ohne sich dessen zu sch&auml;men.<\/p><p>Jetzt zwingen sie sie dazu, die Waffenlieferungen an die Ukraine zu erh&ouml;hen und ihre Kapazit&auml;ten zur Herstellung von Artilleriegranaten zu erweitern. Wer wird diese Granaten brauchen, wenn der Konflikt in der Ukraine vorbei ist? Wie kann das die milit&auml;rische Sicherheit Europas gew&auml;hrleisten? Das ist unklar. Die USA selbst investieren in Milit&auml;rtechnologien, und zwar in die Technologien von morgen: in den Weltraum, in moderne Drohnen, in Angriffssysteme, die auf neuen physikalischen Prinzipien beruhen, also in die Bereiche, die in Zukunft die Art des bewaffneten Kampfes und damit das milit&auml;rische und politische Potenzial der M&auml;chte, ihre Stellung in der Welt bestimmen werden. Und denen wird nun folgende Rolle zugewiesen: Geld dort zu investieren, wo die USA es brauchen. Aber das erh&ouml;ht nicht das europ&auml;ische Potential. Sollen sie es tun, Gott mit ihnen. F&uuml;r uns ist das vielleicht sogar gut, im Grunde ist es so.<\/p><p>Wenn Europa eines der unabh&auml;ngigen Zentren der Entwicklung der Welt und kultureller und zivilisatorischer Pol des Planeten bleiben will, braucht es auf jeden Fall gute und freundliche Beziehungen zu Russland, und das Wichtigste ist, dass dazu bereit sind.<\/p><p>Diese wirklich einfache und offensichtliche Sache haben Politiker von wirklich paneurop&auml;ischem und weltweitem Ma&szlig;stab gut verstanden, Patrioten ihrer L&auml;nder und V&ouml;lker, die in historischen Kategorien dachten, nicht Statisten, die dem Willen und den Einfl&uuml;sterungen anderer folgen. Charles de Gaulle hat in den Nachkriegsjahren viel dar&uuml;ber gesprochen. Ich erinnere mich auch gut daran, wie der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl 1991 in einem Gespr&auml;ch, an dem ich pers&ouml;nlich teilnehmen durfte, die Bedeutung der Partnerschaft zwischen Europa und Russland hervorhob. Ich vertraue darauf, dass sich neue Generationen europ&auml;ischer Politiker fr&uuml;her oder sp&auml;ter auf dieses Erbe besinnen wird.<\/p><p>Was die USA selbst betrifft, so ersch&ouml;pfen die andauernden Versuche der heute dort herrschenden liberal-globalistischen Eliten, ihre Ideologie mit allen Mitteln in der ganzen Welt zu verbreiten, ihren imperialen Status und ihre Vorherrschaft zu bewahren, das Land immer mehr, f&uuml;hren es in den Niedergang und stehen in klarem Widerspruch zu den wahren Interessen des amerikanischen Volkes. Ohne diese Sackgasse, den aggressiven Messianismus, gemischt mit dem Glauben an die eigene Auserw&auml;hltheit und Exklusivit&auml;t, h&auml;tten sich die internationalen Beziehungen l&auml;ngst stabilisiert.<\/p><p>Drittens: Um die Idee eines eurasischen Sicherheitssystems zu f&ouml;rdern, muss der Dialog zwischen den bereits in Eurasien t&auml;tigen multilateralen Organisationen erheblich intensiviert werden. Ich beziehe mich dabei in erster Linie auf den Unionsstaat, die Organisation des Vertrags &uuml;ber kollektive Sicherheit, die Eurasische Wirtschaftsunion, die Gemeinschaft Unabh&auml;ngiger Staaten und die Schanghaier Organisation f&uuml;r Zusammenarbeit.<\/p><p>Wir sehen die M&ouml;glichkeit, dass sich diesen Prozessen in Zukunft weitere einflussreiche eurasische Vereinigungen von S&uuml;dostasien bis zum Nahen Osten anschlie&szlig;en werden.<\/p><p>Viertens: Wir glauben, dass es an der Zeit ist, eine breite Diskussion &uuml;ber ein neues System bilateraler und multilateraler Garantien f&uuml;r die kollektive Sicherheit in Eurasien zu beginnen. Gleichzeitig muss man langfristig die milit&auml;rische Pr&auml;senz externer M&auml;chte in der eurasischen Region schrittweise reduzieren.<\/p><p>Wir verstehen nat&uuml;rlich, dass diese These in der gegenw&auml;rtigen Situation unrealistisch erscheinen mag, aber das ist jetzt. Wenn wir jedoch in Zukunft ein zuverl&auml;ssiges Sicherheitssystem aufbauen, wird die Pr&auml;senz nichtregionaler Milit&auml;rkontingente einfach nicht mehr n&ouml;tig sein. Um ehrlich zu sein, besteht dazu heute keine Notwendigkeit &ndash; es geht nur um Okkupation, mehr nicht.<\/p><p>Letztlich sind wir der Meinung, dass es den Staaten und regionalen Strukturen Eurasiens obliegt, im Bereich der gemeinsamen Sicherheit konkrete Bereiche der Zusammenarbeit zu bestimmen. Auf dieser Grundlage sollten sie auch selbst ein System von funktionierenden Institutionen, Mechanismen und Vereinbarungen aufbauen, das den gemeinsamen Zielen der Stabilit&auml;t und Entwicklung wirklich dient.<\/p><p>In diesem Zusammenhang unterst&uuml;tzen wir die Initiative unserer wei&szlig;russischen Freunde, ein Programmdokument, eine Charta &uuml;ber Multipolarit&auml;t und Vielfalt im 21. Jahrhundert zu entwickeln. Darin k&ouml;nnen nicht nur die Rahmenprinzipien der eurasischen Architektur auf der Grundlage der grundlegenden Normen des V&ouml;lkerrechts formuliert werden, sondern auch, im weiteren Sinne, eine strategische Vision des Wesens und der Natur der Multipolarit&auml;t und des Multilateralismus als neues System der internationalen Beziehungen, das die westlich zentrierte Welt abl&ouml;sen soll. Ich halte das f&uuml;r wichtig und fordere, dass so ein Dokument mit unseren Partnern und allen interessierten Staaten gr&uuml;ndlich ausgearbeitet wird. Ich m&ouml;chte hinzuf&uuml;gen, dass wir bei der Er&ouml;rterung solch komplexer und vielschichtiger Fragen nat&uuml;rlich ein H&ouml;chstma&szlig; an umfassender Vertretung und Ber&uuml;cksichtigung unterschiedlicher Ans&auml;tze und Positionen ben&ouml;tigen.<\/p><p>F&uuml;nftens: Ein wichtiger Teil des eurasischen Sicherheits- und Entwicklungssystems sollten zweifellos wirtschaftliche Fragen, soziales Wohlergehen, Integration und eine f&uuml;r alle Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit sein, die sich mit gemeinsamen Problemen wie der &Uuml;berwindung von Armut, Ungleichheit, dem Klima, der Umwelt, der Entwicklung von Mechanismen zur Reaktion auf die Bedrohung durch Pandemien und Krisen in der Weltwirtschaft befasst &ndash; alles ist wichtig.<\/p><p>Der Westen hat durch sein Handeln nicht nur die milit&auml;rische und politische Stabilit&auml;t in der Welt untergraben, sondern durch Sanktionen und Handelskriege auch die wichtigsten Marktinstitutionen diskreditiert und geschw&auml;cht. Indem er den IWF und die Weltbank benutzt und die Probleme des Klimawandels verdreht hat, hat er die Entwicklung des globalen S&uuml;dens abgew&uuml;rgt. Er verliert im Wettbewerb, selbst nach den Regeln, die der Westen f&uuml;r sich selbst aufgestellt hat, indem er prohibitive Schranken und alle Arten von Protektionismus einsetzt. So haben die USA beispielsweise die Welthandelsorganisation als Regulierungsbeh&ouml;rde f&uuml;r den internationalen Handel aufgegeben. Alles ist blockiert. Und sie &uuml;ben nicht nur Druck auf ihre Konkurrenten aus, sondern auch auf ihre Satelliten. Man braucht sich nur anzusehen, wie sie den europ&auml;ischen Volkswirtschaften, die am Rande der Rezession stehen, &bdquo;aussaugen&ldquo;.<\/p><p>Die westlichen L&auml;nder haben einen Teil der russischen Verm&ouml;genswerte und W&auml;hrungsreserven eingefroren. Jetzt denken sie dar&uuml;ber nach, wie sie eine Rechtsgrundlage f&uuml;r deren endg&uuml;ltige Aneignung schaffen k&ouml;nnen. Doch trotz aller Gaunereien wird Raub zweifellos Raub und nicht ungestraft bleiben.<\/p><p>Das Problem liegt sogar noch tiefer. Indem sie russische Verm&ouml;genswerte stehlen, machen sie einen weiteren Schritt zur Zerst&ouml;rung des Systems, das sie selbst geschaffen haben und das ihnen jahrzehntelang ihren Wohlstand gesichert hat, ihnen erlaubt hat, mehr zu konsumieren, als sie erarbeiten, das durch Schulden und Verbindlichkeiten Geld aus der ganzen Welt angezogen hat. Jetzt wird allen L&auml;ndern, Unternehmen und Staatsfonds klar, dass ihre Verm&ouml;genswerte und Reserven alles andere als sicher sind &ndash; sowohl im rechtlichen als auch wirtschaftlichen Sinne des Wortes. Und jeder k&ouml;nnte der n&auml;chste sein, der von den USA und dem Westen enteignet werden k&ouml;nnte. Es k&ouml;nnten diese ausl&auml;ndischen Staatsfonds sein.<\/p><p>Es gibt schon jetzt ein wachsendes Misstrauen gegen&uuml;ber dem auf westlichen Reservew&auml;hrungen basierenden Finanzsystem. Es gibt einen Abfluss von Geldern aus den Wertpapieren und Schuldverschreibungen westlicher L&auml;nder sowie aus einigen europ&auml;ischen Banken, die noch vor kurzem als absolut zuverl&auml;ssige Orte f&uuml;r die Lagerung von Kapital galten. Jetzt ziehen sie Gold aus diesen Banken ab. Und sie tun das Richtige.<\/p><p>Ich glaube, dass wir die Bildung effektiver und sicherer bilateraler und multilateraler au&szlig;enwirtschaftlicher Mechanismen, die eine Alternative zu den vom Westen kontrollierten sind, ernsthaft intensivieren m&uuml;ssen. Dazu geh&ouml;ren die Ausweitung von Abrechnungen in nationalen W&auml;hrungen, die Schaffung unabh&auml;ngiger Zahlungssysteme und der Aufbau von Lieferketten, die die vom Westen blockierten oder kompromittierten Kan&auml;le umgehen.<\/p><p>Nat&uuml;rlich m&uuml;ssen die Bem&uuml;hungen um die Entwicklung internationaler Verkehrskorridore in Eurasien, dem Kontinent, dessen nat&uuml;rlicher geografischer Kern Russland ist, fortgesetzt werden.<\/p><p>Ich weise das Au&szlig;enministerium an, die Entwicklung internationaler Abkommen in all diesen Bereichen bestm&ouml;glich zu unterst&uuml;tzen. Sie sind &auml;u&szlig;erst wichtig f&uuml;r die St&auml;rkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen unserem Land und unseren Partnern. Das sollte auch dem Aufbau einer gro&szlig;en eurasischen Partnerschaft neuen Schwung verleihen, die im Grunde die sozio&ouml;konomische Grundlage f&uuml;r ein neues System der unteilbaren Sicherheit in Europa werden k&ouml;nnte.<\/p><p>Liebe Kollegen, bei unseren Vorschl&auml;gen geht es darum, ein System zu bilden, in dem alle Staaten auf ihre eigene Sicherheit vertrauen k&ouml;nnen. Dann k&ouml;nnen wir &uuml;brigens auch einen anderen, wirklich konstruktiven Ansatz zur L&ouml;sung der zahlreichen Konflikte w&auml;hlen, die es heute gibt. Die Probleme des Defizits an Sicherheit und gegenseitigem Vertrauen gelten nicht nur f&uuml;r den eurasischen Kontinent; &uuml;berall sind wachsende Spannungen zu beobachten. Wir sehen st&auml;ndig, wie vernetzt und voneinander abh&auml;ngig die Welt ist, und ein tragisches Beispiel f&uuml;r uns alle ist die Ukraine-Krise, deren Folgen auf dem ganzen Planeten nachhallen.<\/p><p>Aber ich m&ouml;chte sofort sagen: Die Krise in der Ukraine ist kein Konflikt zwischen zwei Staaten und schon gar nicht zwischen zwei V&ouml;lkern, der durch Probleme zwischen ihnen verursacht wurde. W&auml;re das der Fall, so h&auml;tten Russen und Ukrainer, die eine gemeinsame Geschichte und Kultur, geistige Werte, Millionen von verwandtschaftlichen, famili&auml;ren und menschlichen Bindungen teilen, zweifellos einen Weg gefunden, alle Probleme und Meinungsverschiedenheiten auf faire Weise zu l&ouml;sen.<\/p><p>Doch das ist anders: Die Wurzeln des Konflikts liegen nicht in den bilateralen Beziehungen. Die Ereignisse in der Ukraine sind eine direkte Folge der weltweiten und europ&auml;ischen Entwicklung des sp&auml;ten 20. und fr&uuml;hen 21. Jahrhunderts, der aggressiven, r&uuml;cksichtslosen und absolut abenteuerlichen Politik, die der Westen in all den Jahren verfolgt hat, lange bevor die Milit&auml;roperation begann.<\/p><p>Diese Eliten der westlichen L&auml;nder haben, wie ich heute bereits gesagt habe, nach dem Ende des Kalten Krieges die Weichen f&uuml;r eine weitere geopolitische Umstrukturierung der Welt gestellt, f&uuml;r die Schaffung und Durchsetzung der ber&uuml;chtigten regelbasierten Ordnung, in die starke, souver&auml;ne und autarke Staaten einfach nicht hineinpassen.<\/p><p>Daher kommt die Politik der Eind&auml;mmung unseres Landes. Die Ziele dieser Politik werden von gewissen Pers&ouml;nlichkeiten in den USA und Europa bereits offen ausgesprochen. Heute reden sie von der ber&uuml;chtigten Dekolonialisierung Russlands. Im Grunde ist das der Versuch, eine ideologische Grundlage f&uuml;r die Zerst&uuml;ckelung unseres Vaterlandes nach nationalen Grundlagen zu schaffen. &Uuml;ber die Zerst&uuml;ckelung der Sowjetunion und Russlands ja schon lange gesprochen. Jeder, der in diesem Saal sitzt, wei&szlig; das sehr genau.<\/p><p>Indem sie diese Strategie realisieren, haben die westlichen L&auml;nder eine Linie der Absorption und der milit&auml;rpolitischen Entwicklung der uns nahestehenden Gebiete eingeschlagen. Es gab f&uuml;nf und nun sechs Wellen der NATO-Erweiterung. Sie haben versucht, die Ukraine zu ihrem Br&uuml;ckenkopf zu machen und sie zum &bdquo;Anti-Russland&ldquo; zu machen. Um diese Ziele zu erreichen, haben sie Geld und Ressourcen investiert, Politiker und ganze Parteien gekauft, die Geschichte und Bildungsprogramme umgeschrieben und Gruppen von Neonazis und Radikalen gef&uuml;ttert und kultiviert. Sie haben alles getan, um unsere zwischenstaatlichen Beziehungen zu untergraben, unsere V&ouml;lker zu spalten und gegeneinander auszuspielen.<\/p><p>Der S&uuml;dosten der Ukraine &ndash; Gebiete, die jahrhundertelang Teil des gro&szlig;en historischen Russlands waren &ndash; hinderte sie daran, diese Politik noch dreister und unverfrorener zu betreiben. Dort lebten und leben Menschen, die auch nach der Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung der Ukraine im Jahr 1991 f&uuml;r gute und engste Beziehungen zu unserem Land eintraten. Diese Menschen sind sowohl Russen als auch Ukrainer, Vertreter verschiedener Nationalit&auml;ten, die durch die russische Sprache, Kultur, Traditionen und das historische Ged&auml;chtnis verbunden sind.<\/p><p>Die Position, die Stimmung, die Interessen und die Stimmen dieser Menschen &ndash; Millionen von Menschen, die im S&uuml;dwesten leben &ndash; musste man einfach ber&uuml;cksichtigen, und die damaligen ukrainischen Pr&auml;sidenten und Politiker, die um dieses Amt k&auml;mpften, nutzten die Stimmen dieser W&auml;hler. Aber unter Ausnutzung dieser Stimmen haben sie man&ouml;vriert, viel gelogen, und von der sogenannten europ&auml;ischen Wahl gesprochen. Sie haben sich nicht getraut, einen vollst&auml;ndigen Bruch mit Russland anzustreben, denn im S&uuml;dosten der Ukraine herrschte eine andere Stimmung, die man nicht ignorieren konnte. Diese Doppeldeutigkeit war den ukrainischen Regierungen in all den Jahren nach der Unabh&auml;ngigkeit stets eigen.<\/p><p>Der Westen hat das nat&uuml;rlich gesehen. Er hat die Probleme, die es dort gibt und die gel&ouml;st werden k&ouml;nnen, seit langem gesehen und verstanden, ebenso wie den Abschreckungswert des S&uuml;dost-Faktors und die Tatsache, dass keine noch so gro&szlig;e Propaganda &uuml;ber viele Jahre hinweg die Situation grundlegend &auml;ndern kann. Nat&uuml;rlich wurde viel getan, aber es war schwierig, die Situation grundlegend zu &auml;ndern.<\/p><p>Es ist nicht gelungen, die historische Identit&auml;t und das Bewusstsein der Mehrheit der Menschen im S&uuml;dosten der Ukraine zu verzerren, ihnen, einschlie&szlig;lich der j&uuml;ngeren Generationen, die gute Einstellung zu Russland und das Gef&uuml;hl f&uuml;r unsere historische Gemeinschaft zu nehmen. Deshalb beschlossen sie erneut, Gewalt anzuwenden und die Menschen im S&uuml;dosten der Ukraine einfach zu brechen und ihre Meinung zu ignorieren. Dazu arrangierten, organisierten und finanzierten sie nat&uuml;rlich die Schwierigkeiten und die Komplexit&auml;t der innenpolitischen Verh&auml;ltnisse in der Ukraine, bereiteten aber dennoch konsequent und zielgerichtet einen bewaffneten Staatsstreich vor.<\/p><p>Eine Welle von Pogromen, Gewalt und Morden schwappte &uuml;ber die St&auml;dte der Ukraine. Radikale haben schlie&szlig;lich die Macht in Kiew an sich gerissen und usurpiert. Ihre aggressiven nationalistischen Parolen, einschlie&szlig;lich der Rehabilitierung von Nazi-Schergen, wurden in den Rang einer Staatsideologie erhoben. Sie verk&uuml;ndeten einen Kurs zur Abschaffung der russischen Sprache in Staat und &Ouml;ffentlichkeit, verst&auml;rkten den Druck auf die orthodoxen Gl&auml;ubigen und mischten sich in die Angelegenheiten der Kirche ein, was schlie&szlig;lich zu einer Kirchenspaltung f&uuml;hrte. Niemand scheint diese Einmischung zu bemerken, als ob alles so w&auml;re, wie es sein soll. Versuchen Sie einmal, woanders so etwas zu tun, dann wird so viel gek&uuml;nsteltes Gepfeife zu h&ouml;ren sein, dass Ihnen die Ohren abfallen werden. Aber dort kann man es tun, denn es ist gegen Russland.<\/p><p>Millionen von Einwohnern der Ukraine, vor allem in den &ouml;stlichen Regionen, waren bekanntlich gegen den Putsch. Ihnen wurde mit Repressalien und Terror gedroht. Und vor allem begann die neue Regierung in Kiew, einen Schlag gegen die russischsprachige Krim vorzubereiten, die, wie Sie wissen, 1954 unter Verletzung aller Rechtsnormen und Verfahren, auch der damals in der Sowjetunion geltenden, von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukraine &uuml;bertragen worden war. In dieser Situation konnten wir die Krim-Bewohner und die Einwohner von Sewastopol nat&uuml;rlich nicht im Stich und sie ungesch&uuml;tzt lassen. Sie haben ihre Wahl getroffen, und im M&auml;rz 2014 fand, wie Sie wissen, die historische Wiedervereinigung der Krim und Sewastopols mit Russland statt.<\/p><p>In Charkow, Cherson, Odessa, Saporoschje, Donezk, Lugansk und Mariupol begannen sie, friedliche Demonstrationen gegen den Staatsstreich zu unterdr&uuml;cken, und das Kiewer Regime und nationalistische Gruppen entfesselten Terror. Es ist wohl nicht n&ouml;tig, daran zu erinnern, denn jeder wei&szlig; noch genau, was in diesen Regionen passiert ist.<\/p><p>Im Mai 2014 fanden Referenden &uuml;ber den Status der Volksrepubliken Donezk und Lugansk statt, bei denen sich die absolute Mehrheit der Einwohner f&uuml;r die Unabh&auml;ngigkeit und Souver&auml;nit&auml;t aussprach. Da stellt sich sofort die Frage: Durften die Menschen ihren Willen &uuml;berhaupt auf diese Weise zum Ausdruck bringen, durften sie ihre Unabh&auml;ngigkeit erkl&auml;ren? Diejenigen, die in diesem Saal sitzen, wissen, dass sie das nat&uuml;rlich durften und dass sie jedes Recht und jeden Grund hatten, das zu tun, und zwar im Einklang mit dem V&ouml;lkerrecht, einschlie&szlig;lich des Rechts der V&ouml;lker auf Selbstbestimmung. Ich brauche Sie nicht daran zu erinnern, aber da hier Medien filmen, sage ich trotzdem, dass Artikel 1, Absatz 2 der Charta der Vereinten Nationen dieses Recht gew&auml;hrt.<\/p><p>Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den ber&uuml;chtigten Pr&auml;zedenzfall Kosovo. Wir haben schon oft dar&uuml;ber gesprochen, ich erz&auml;hle es jetzt noch einmal. Der Pr&auml;zedenzfall, den die westlichen L&auml;nder selbst in einer ansolut analogen Situation geschaffen haben, hat die Abspaltung des Kosovo von Serbien, die 2008 stattfand, als rechtm&auml;&szlig;ig anerkannt. Es folgte die ber&uuml;hmte Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs der Vereinten Nationen, der am 22. Juli 2010 auf der Grundlage von Artikel 1 Absatz 2 der Charta der Vereinten Nationen entschied, Zitat: &bdquo;Aus der Praxis des Sicherheitsrats folgt kein allgemeines Verbot einer einseitigen Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung&ldquo;. Und weiter: &bdquo;Das allgemeine V&ouml;lkerrecht enth&auml;lt kein anwendbares Verbot einer Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung&ldquo;. Mehr noch, dort stand auch, dass die Teile eines Landes, welche es auch immer sein m&ouml;gen, die sich f&uuml;r eine Unabh&auml;ngigkeitserkl&auml;rung entschieden haben, nicht verpflichtet sind, sich an die zentralen Organe ihres ehemaligen Staates zu wenden. Das alles stand dort geschrieben, sie haben alles mit eigener Hand schwarz auf wei&szlig; niedergeschrieben.<\/p><p>Hatten diese Republiken &ndash; Donezk und Lugansk &ndash; also das Recht, ihre Unabh&auml;ngigkeit zu erkl&auml;ren? Nat&uuml;rlich hatten sie das. Die Frage kann gar nicht anders betrachtet werden.<\/p><p>Was hat das Regime in Kiew in dieser Situation getan? Es hat die Entscheidung des Volkes v&ouml;llig ignoriert und mit Flugzeugen, Artillerie und Panzern einen umfassenden Krieg gegen die neuen unabh&auml;ngigen Staaten &ndash; die Volksrepubliken des Donbass &ndash; entfesselt. St&auml;dte wurden bombardiert und beschossen, Einsch&uuml;chterungsversuche begannen. Und was geschah dann? Die Bewohner des Donbass griffen zu den Waffen, um ihr Leben, ihre H&auml;user, ihre Rechte und legitimen Interessen zu verteidigen.<\/p><p>Im Westen wird nun immer wieder die These vertreten, dass Russland den Krieg im Rahmen der Milit&auml;roperation begonnen hat, dass es ein Aggressor ist und dass man daher auch sein Territorium, auch unter Einsatz westlicher Waffensysteme, angreifen kann, und dass die Ukraine sich angeblich selbst verteidigt und das auch tun kann.<\/p><p>Ich m&ouml;chte noch einmal betonen: Russland hat den Krieg nicht begonnen, es war das Kiewer Regime, ich wiederhole, nachdem die Bewohner eines Teils der Ukraine im Einklang mit dem V&ouml;lkerrecht ihre Unabh&auml;ngigkeit erkl&auml;rt haben, das die Feindseligkeiten begonnen hat und sie fortsetzt. Es w&auml;re eine Aggression, wenn wir das Recht dieser V&ouml;lker, die in diesen Gebieten leben, ihre Unabh&auml;ngigkeit zu erkl&auml;ren, nicht anerkennen. Wie auch sonst? Was ist das sonst? Es ist eine Aggression. Und diejenigen, die den Milit&auml;rapparat des Kiewer Regimes in all den vergangenen Jahren unterst&uuml;tzt haben, sind Komplizen des Aggressors.<\/p><p>Im Jahr 2014 haben sich die Bewohner des Donbass damit nicht abgefunden. Die Milizen blieben standhaft, schlugen die Strafbataillone zur&uuml;ck und vertrieben sie dann aus Donezk und Lugansk. Wir hofften, dass das diejenigen, die dieses Massaker angerichtet hatten, ern&uuml;chtern w&uuml;rde. Um dem Blutvergie&szlig;en Einhalt zu gebieten, rief Russland wie &uuml;blich zu Verhandlungen auf, und diese begannen unter Beteiligung von Kiew und Vertretern der Donbass-Republiken mit Unterst&uuml;tzung Russlands, Deutschlands und Frankreichs.<\/p><p>Die Verhandlungen waren schwierig, aber dennoch wurde 2015 das Minsker Abkommen geschlossen. Wir haben seine Umsetzung ernst genommen und gehofft, dass wir die Situation im Rahmen des Friedensprozesses und des V&ouml;lkerrechts l&ouml;sen k&ouml;nnen. Wir haben erwartet, dass das zur Ber&uuml;cksichtigung der legitimen Interessen und Forderungen des Donbass und zur Verankerung des Sonderstatus dieser Regionen und der Grundrechte der dort lebenden Menschen in der Verfassung unter Wahrung der territorialen Einheit der Ukraine f&uuml;hren w&uuml;rde. Wir waren dazu bereit, und wir waren bereit, die Menschen, die in diesen Gebieten leben, davon zu &uuml;berzeugen, die Probleme auf diese Weise zu l&ouml;sen, und wir haben bei mehr als einer Gelegenheit verschiedene Kompromisse und L&ouml;sungen vorgeschlagen.<\/p><p>Aber letztlich wurde alles abgelehnt. Kiew hat das Minsker Abkommen einfach in den Papierkorb geworfen. Wie die Vertreter der ukrainischen F&uuml;hrung sp&auml;ter zugaben, waren sie mit keinem der Artikel dieser Dokumente zufrieden, sie haben einfach gelogen und verdreht, so gut sie konnten.<\/p><p>Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin und der ehemalige franz&ouml;sische Pr&auml;sident, die eigentlich Mitverfasser und Garanten des Minsker Abkommens waren, haben sp&auml;ter pl&ouml;tzlich auch direkt zugegeben, dass es keine Pl&auml;ne gab, es umzusetzen; sie wollten die Situation nur ruhig halten, um Zeit zu gewinnen, um ukrainische bewaffnete Formationen aufzubauen und sie mit Waffen und Ausr&uuml;stung vollzupumpen. Sie haben uns wieder einmal einfach &bdquo;ausgetrickst&ldquo;, uns betrogen.<\/p><p>Statt eines echten Friedensprozesses, statt der Politik der Wiedereingliederung und der nationalen Auss&ouml;hnung, von der Kiew so gerne spricht, wird der Donbass seit acht Jahren beschossen. Es wurden Terroranschl&auml;ge und Morde ver&uuml;bt und eine brutale Blockade errichtet. In all diesen Jahren wurden die Bewohner des Donbass &ndash; Frauen, Kinder, alte Menschen &ndash; zu Menschen &bdquo;zweiter Klasse&ldquo;, zu &bdquo;Untermenschen&ldquo; erkl&auml;rt und mit Repressalien bedroht, indem man ihnen sagte, man w&uuml;rden kommen und sich an allen r&auml;chen. Was ist das anderes als ein V&ouml;lkermord im Zentrum Europas im 21. Jahrhundert? Und in Europa und den USA wird so getan, als ob nichts passiert, als ob niemand etwas bemerkt.<\/p><p>Ende 2021 und Anfang 2022 wurde der Minsker Prozess endg&uuml;ltig begraben, und zwar von Kiew und seinen westlichen G&ouml;nnern, und es wurde erneut ein massiver Angriff auf den Donbass geplant. Eine gro&szlig;e Gruppe der ukrainischen Streitkr&auml;fte bereitete eine neue Offensive auf Lugansk und Donezk vor, nat&uuml;rlich mit ethnischen S&auml;uberungen, riesigen Verlusten an Menschenleben und Hunderttausenden von Fl&uuml;chtlingen. Wir waren verpflichtet, diese Katastrophe zu verhindern, die Menschen zu sch&uuml;tzen; wir konnten keine andere Entscheidung treffen.<\/p><p>Russland hat schlie&szlig;lich die Volksrepubliken Donezk und Lugansk anerkannt. Wir haben sie ja acht Jahre lang nicht anerkannt, wir haben immer noch gehofft, eine Einigung zu erzielen. Das Ergebnis ist nun bekannt. Und am 21. Februar 2022 haben wir Vertr&auml;ge &uuml;ber Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand mit diesen von uns anerkannten Republiken geschlossen. Frage: Hatten die Volksrepubliken das Recht, sich an uns um Unterst&uuml;tzung zu wenden, als wir ihre Unabh&auml;ngigkeit anerkannten? Und hatten wir das Recht, ihre Unabh&auml;ngigkeit anzuerkennen, so wie sie das Recht hatten, ihre Souver&auml;nit&auml;t in &Uuml;bereinstimmung mit den von mir genannten Artikeln der UN-Charta und den Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs der Vereinten Nationen zu erkl&auml;ren? Hatten sie das Recht, ihre Unabh&auml;ngigkeit zu erkl&auml;ren? Sie hatten es. Aber wenn sie dieses Recht hatten und davon Gebrauch gemacht haben, dann hatten wir das Recht, mit ihnen einen Vertrag zu schlie&szlig;en. Und wir haben es getan, und ich wiederhole: in voller &Uuml;bereinstimmung mit dem V&ouml;lkerrecht und Artikel 51 der UN-Charta.<\/p><p>Gleichzeitig haben wir an die Regierung in Kiew appelliert, ihre Truppen aus dem Donbass abzuziehen. Ich kann Ihnen sagen, dass wir Kontakte hatten, und wir haben ihnen sofort gesagt: Zieht Eure Truppen von dort ab, und damit wird dort alles enden. Dieser Vorschlag wurde praktisch sofort abgelehnt und einfach ignoriert, obwohl er eine echte Chance bot, das Problem auf friedliche Weise zu l&ouml;sen.<\/p><p>Am 24. Februar 2022 sah sich Russland gezwungen, den Beginn der Milit&auml;roperation anzuk&uuml;ndigen. Vor den B&uuml;rgern Russlands, den Bewohnern der Republiken Donezk und Lugansk und der ukrainischen Gesellschaft habe ich dann die Ziele dieser Operation dargelegt: die Menschen im Donbass zu sch&uuml;tzen, den Frieden wiederherzustellen, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren und damit Bedrohungen von unserem Staat abzuwenden und das Sicherheitsgleichgewicht in Europa wiederherzustellen.<\/p><p>Dabei haben wir es weiterhin als vorrangig angesehen, diese Ziele mit politischen und diplomatischen Mitteln zu erreichen. Ich erinnere daran, dass unser Land bereits in der allerersten Phase der Milit&auml;roperation Verhandlungen mit Vertretern des Kiewer Regimes aufgenommen hat. Sie fanden zun&auml;chst in Wei&szlig;russland und dann in der T&uuml;rkei statt. Wir haben versucht, unsere wichtigste Botschaft zu vermitteln: Respektiert die Entscheidung des Donbass und den Willen der dort lebenden Menschen, zieht Eure Truppen zur&uuml;ck und stellt den Beschuss der St&auml;dte und D&ouml;rfer ein. Mehr ist nicht n&ouml;tig, und wir werden uns in Zukunft mit den &uuml;brigen Fragen befassen. Die Antwort lautete: Nein, wir werden k&auml;mpfen. Es ist offensichtlich, dass dies der Befehl ihrer westlichen Herren war, und ich werde jetzt auch dar&uuml;ber etwas erz&auml;hlen.<\/p><p>Damals, im Februar\/M&auml;rz 2022, n&auml;herten sich unsere Truppen, wie Sie wissen, Kiew. Sowohl in der Ukraine als auch im Westen gab es damals und heute viele Spekulationen dar&uuml;ber.<\/p><p>Was m&ouml;chte ich dazu sagen? Unsere Verb&auml;nde standen in der N&auml;he von Kiew und die Verteidigungs- und der Sicherheitsbeh&ouml;rden hatten verschiedene Vorschl&auml;ge zu Optionen f&uuml;r unser m&ouml;gliches weiteres Vorgehen, aber es gab keine politische Entscheidung, die Stadt mit drei Millionen Einwohnern zu st&uuml;rmen, egal was irgendjemand gesagt oder spekuliert hat.<\/p><p>Im Grunde war es nichts anderes als eine Operation, um das ukrainische Regime zum Frieden zu zwingen. Die Truppen waren da, um die ukrainische Seite zu Verhandlungen zu dr&auml;ngen, um zu versuchen, akzeptable L&ouml;sungen zu finden und damit den Krieg zu beenden, den Kiew 2014 gegen den Donbass entfesselt hatte, um Probleme zu l&ouml;sen, die eine Bedrohung f&uuml;r die Sicherheit unseres Landes, f&uuml;r die Sicherheit Russlands darstellen.<\/p><p>So seltsam es klingen mag, im Ergebnis war es tats&auml;chlich m&ouml;glich, Vereinbarungen zu treffen, die im Prinzip sowohl Moskau als auch Kiew akzeptiert haben. Diese Vereinbarungen wurden zu Papier gebracht und in Istanbul vom Leiter der ukrainischen Verhandlungsdelegation paraphiert. Das bedeutet, dass die Kiewer Regierung diese L&ouml;sung des Problems akzeptiert hat.<\/p><p>Das Dokument trug den Namen &bdquo;Vertrag &uuml;ber die st&auml;ndige Neutralit&auml;t und die Sicherheitsgarantien f&uuml;r die Ukraine&ldquo;. Es hatte Kompromisscharakter, aber seine Kernpunkte entsprachen unseren prinzipiellen Forderungen und l&ouml;sten die Aufgaben, die als die wichtigsten genannt wurden, sogar zu Beginn der Milit&auml;roperation. Dazu geh&ouml;rte, so seltsam es auch klingen mag, die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine. Und auch hier ist es uns gelungen, schwierige L&ouml;sungen zu finden. Sie waren kompliziert, aber sie wurden gefunden. Es ging n&auml;mlich darum, dass ein ukrainisches Gesetz &uuml;ber das Verbot der Nazi-Ideologie, egal in welcher Form, verabschiedet wird. Das alles steht dort geschrieben.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus w&uuml;rde die Ukraine im Gegenzug f&uuml;r internationale Sicherheitsgarantien den Umfang ihrer Streitkr&auml;fte begrenzen, sich verpflichten, keinen Milit&auml;rb&uuml;ndnissen beizutreten, keine ausl&auml;ndischen Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte zuzulassen, keine ausl&auml;ndischen Kontingente zu stationieren und ausl&auml;ndischen keine Milit&auml;r&uuml;bungen auf ihrem Gebiet abhalten lassen. Das alles ist auf dem Papier festgehalten.<\/p><p>Da wir die Sicherheitsbedenken der Ukraine verstehen, haben wir zugestimmt, dass die Ukraine, wenn sie der NATO nicht formell beitritt, &auml;hnliche Garantien erh&auml;lt wie die Mitglieder des B&uuml;ndnisses. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber wir erkannten die Legitimit&auml;t der Forderungen der Ukraine nach Gew&auml;hrleistung ihrer Sicherheit an und hatten im Prinzip keine Einw&auml;nde gegen die von Kiew vorgeschlagenen Formulierungen. Das waren die von Kiew vorgeschlagenen Formulierungen, die wir insgesamt nicht abgelehnt haben, da wir verstanden hatten, dass es das Wichtigste war, das Blutvergie&szlig;en und den Krieg im Donbass zu beenden.<\/p><p>Am 29. M&auml;rz 2022 haben wir unsere Truppen von Kiew abgezogen, weil uns versichert wurde, dass wir die notwendigen Voraussetzungen f&uuml;r den Abschluss des politischen Verhandlungsprozesses schaffen mussten. Und dass es unm&ouml;glich sei, dass eine der Parteien solche Vereinbarungen, wie unsere westlichen Kollegen zu sagen pflegten, mit vorgehaltener Waffe unterzeichnet. Also gut, wir haben dem zugestimmt.<\/p><p>Aber gleich am Tag nach dem Abzug der russischen Truppen von Kiew hat die ukrainische F&uuml;hrung ihre Teilnahme am Verhandlungsprozess mit der bekannten Provokation in Butscha ausgesetzt und die vorbereitete Fassung der Vereinbarungen abgelehnt. Ich denke, heute ist klar, warum diese schmutzige Provokation notwendig war &ndash; um die Ablehnung der in den Verhandlungen erzielten Ergebnisse irgendwie zu erkl&auml;ren. Der Weg zum Frieden wurde erneut verworfen.<\/p><p>Das wurde, wie wir heute wissen, auf Gehei&szlig; der westlichen Strippenzieher getan, einschlie&szlig;lich des ehemaligen britischen Premierministers, bei dessen Besuch in Kiew ausdr&uuml;cklich erkl&auml;rt wurde: keine Abkommen, Russland muss auf dem Schlachtfeld besiegt werden, seine strategische Niederlage muss erreicht werden. Und sie begannen, die Ukraine mit Waffen vollzupumpen und sprachen von der Notwendigkeit, uns eine strategische Niederlage beizubringen, wie ich Ihnen gerade in Erinnerung brachte. Und einige Zeit sp&auml;ter erlie&szlig; der ukrainische Pr&auml;sident, wie jeder wei&szlig;, ein Dekret, mit dem er seinen Vertretern und sogar sich selbst verbot, mit Moskau zu verhandeln. Auch diese Episode mit unserem Versuch, das Problem mit friedlichen Mitteln zu l&ouml;sen, endete im Nichts.<\/p><p>&Uuml;brigens, zum Thema Verhandlungen. Jetzt m&ouml;chte ich vor diesem Publikum eine weitere Episode &ouml;ffentlich machen. Ich habe bisher nicht &ouml;ffentlich dar&uuml;ber gesprochen, aber einige der Anwesenden wissen davon. Nachdem die russische Armee Teile der Regionen Cherson und Saporoschje besetzt hatte, boten viele westliche Politiker ihre Vermittlung f&uuml;r eine friedliche Beendigung des Konflikts an. Einer von ihnen war am 5. M&auml;rz 2022 zu einem Arbeitsbesuch in Moskau. Und wir akzeptierten seine Vermittlungsbem&uuml;hungen, zumal er w&auml;hrend des Gespr&auml;chs darauf verwies, dass er sich der Unterst&uuml;tzung der Staats- und Regierungschefs Deutschlands und Frankreichs sowie hochrangiger Vertreter der USA versichert habe. (<em>Anm. d. &Uuml;bers.: Es ist kein Problem, im Internet herauszufinden, welcher Politiker am 5. M&uuml;rz 2022 in Moskau war, auch wenn Putin seinen Namen nicht genannt hat. Es war der damalige israelische Premierminister Naftali Bennett, der schon <\/em><a href=\"https:\/\/anti-spiegel.ru\/2023\/bennett-der-westen-hat-die-verhandlungen-zwischen-moskau-und-kiew-abgebrochen\/\"><em>im Februar 2023 davon erz&auml;hlt<\/em><\/a><em> hat. Putin best&auml;tigt hier im Grunde nur Bennets &ouml;ffentliche Aussagen<\/em>)<\/p><p>W&auml;hrend des Gespr&auml;chs fragte unser ausl&auml;ndischer Gast, eine kuriose Episode: Wenn Sie dem Donbass helfen, warum sind dann russische Truppen im S&uuml;den der Ukraine, einschlie&szlig;lich der Regionen Cherson und Saporoschje? Die Antwort von unserer Seite war, dass dies die Entscheidung des russischen Generalstabs bei der Planung der Operation war. Und heute m&ouml;chte ich hinzuf&uuml;gen, dass der Plan darin bestand, gewisse der befestigten Gebiete zu umgehen, die die ukrainische Regierung in den acht Jahren im Donbass errichtet hatte, vor zur Befreiung von Mariupol.<\/p><p>Dann stellte der ausl&auml;ndische Kollege &ndash; ein professioneller Mann, das muss ich ihm lassen &ndash; eine Frage: Werden unsere russischen Truppen in den Regionen Cherson und Saporoschje bleiben? Und was wird mit diesen Regionen geschehen, wenn die Ziele der strategischen Verteidigungskr&auml;fte erreicht sind? Ich habe geantwortet, dass ich die Beibehaltung der ukrainischen Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber diese Gebiete nicht generell ausschlie&szlig;e, jedoch unter der Bedingung, dass Russland eine starke Landverbindung zur Krim hat.<\/p><p>Das hei&szlig;t, Kiew sollte das so genannte Servitut garantieren, also ein rechtlich formalisiertes Zugangsrecht f&uuml;r Russland zur Halbinsel Krim &uuml;ber die Regionen Cherson und Saporoschje. Das ist eine wichtige politische Entscheidung. Und nat&uuml;rlich w&uuml;rde sie in ihrer endg&uuml;ltigen Fassung nicht von einer einzelnen Person getroffen werden, sondern erst nach Konsultationen mit dem Sicherheitsrat, mit anderen Strukturen, nat&uuml;rlich nach Diskussion mit den B&uuml;rgern, der &Ouml;ffentlichkeit unseres Landes und vor allem mit den Bewohnern der Regionen Cherson und Saporoschje.<\/p><p>Letztendlich haben wir genau das getan: Wir haben die Meinung der Menschen selbst eingeholt und Referenden durchgef&uuml;hrt. Und wir haben getan, was das Volk beschlossen hat, auch in den Regionen Cherson und Saporoschje sowie in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk.<\/p><p>Zu diesem Zeitpunkt, im M&auml;rz 2022, erkl&auml;rte der Verhandlungspartner, dass er sich dann nach Kiew begeben werde, um die Gespr&auml;che mit seinen Gespr&auml;chspartnern in der ukrainischen Hauptstadt fortzusetzen. Wir begr&uuml;&szlig;ten dies, ebenso wie die Bem&uuml;hungen um eine friedliche L&ouml;sung des Konflikts insgesamt, denn jeder Tag der K&auml;mpfe bedeutete neue Opfer und Verluste. In der Ukraine wurden jedoch, wie wir sp&auml;ter erfuhren, die Dienste des westlichen Vermittlers nicht akzeptiert, und man warf ihm, wie wir erfuhren, im Gegenteil vor, prorussische Positionen zu vertreten &ndash; in einer ziemlich harten Form, muss man sagen, aber das ist bereits ein Detail.<\/p><p>Nun hat sich, wie ich bereits sagte, die Lage grundlegend ge&auml;ndert. Die Bewohner von Cherson und Saporoschje haben sich in Referenden ge&auml;u&szlig;ert, die Regionen Cherson und Saporoschje sowie die Volksrepubliken Donezk und Lugansk sind Teil der Russischen F&ouml;deration geworden. Und es kann keine Rede davon sein, unsere staatliche Einheit zu verletzen. Der Wille des Volkes, zu Russland zu geh&ouml;ren, ist unumst&ouml;&szlig;lich. Die Frage ist f&uuml;r immer abgeschlossen und steht nicht mehr zur Diskussion.<\/p><p>Ich m&ouml;chte noch einmal wiederholen: Es war der Westen, der die Ukraine-Krise vorbereitet und provoziert hat, und jetzt tut er alles, um diese Krise auf unbestimmte Zeit zu verl&auml;ngern, um die Menschen in Russland und der Ukraine zu schw&auml;chen und gegenseitig zu verh&auml;rten.<\/p><p>Er schickt immer wieder neue Munitions- und Waffenlieferungen. Einige europ&auml;ische Politiker haben begonnen, &uuml;ber die M&ouml;glichkeit zu sprechen, ihre regul&auml;ren Truppen in der Ukraine zu stationieren. Gleichzeitig sind es, wie ich bereits festgestellt habe, die derzeitigen wahren Herren der Ukraine &ndash; die leider nicht das ukrainische Volk, sondern die globalistischen Eliten jenseits des Ozeans sind -, die versuchen, der ukrainischen Exekutive Entscheidungen aufzuerlegen, die beim Volk unpopul&auml;r sind, einschlie&szlig;lich der weiteren Herabsetzung des Wehrpflichtalters.<\/p><p>Jetzt sind es, wie Sie wissen, 25 Jahre, die n&auml;chste Etappe k&ouml;nnte 23 sein, dann 20, 18 oder auch sofort 18. Und dann wird man sich nat&uuml;rlich der Figuren entledigen, die unter dem Druck des Westens diese unpopul&auml;ren Entscheidungen treffen, sie wegen Nutzlosigkeit rauswerfen, ihnen die ganze Verantwortung zuschieben und andere Leute an ihre Stelle setzen, die zwar auch vom Westen abh&auml;ngig sind, aber noch nicht so einen angeschlagenen Ruf haben.<\/p><p>Daher vielleicht auch die Idee, die Pr&auml;sidentschaftswahlen in der Ukraine abzusagen. Diejenigen, die jetzt an der Macht sind, werden alles tun, dann werden sie entsorgt und dann wird getan, was sie f&uuml;r n&ouml;tig halten.<\/p><p>In diesem Zusammenhang erinnere ich an das, was Kiew jetzt lieber verschweigt, und auch der Westen zieht es vor, nicht dar&uuml;ber zu sprechen. Worum geht es? Im Mai 2014 entschied das Verfassungsgericht der Ukraine, dass, ich zitiere, &bdquo;der Pr&auml;sident f&uuml;r f&uuml;nf Jahre gew&auml;hlt wird, unabh&auml;ngig davon, ob er in au&szlig;erordentlichen oder regul&auml;ren Wahlen gew&auml;hlt wird&ldquo;. Dar&uuml;ber hinaus stellte das ukrainische Verfassungsgericht fest, dass, ein weiteres Zitat, &bdquo;der verfassungsrechtliche Status des Pr&auml;sidenten keine Normen enth&auml;lt, die eine andere Amtszeit als f&uuml;nf Jahre festlegen w&uuml;rden&ldquo;. Ende des Zitats, Punkt. Die Entscheidung des Gerichts ist endg&uuml;ltig und kann nicht angefochten werden. Das war&rsquo;s.<\/p><p>Was bedeutet das in Bezug auf die heutige Situation? Die Amtszeit des gew&auml;hlten ukrainischen Staatsoberhauptes ist abgelaufen und damit auch seine Legitimit&auml;t, die nicht durch irgendwelche Tricks wiederhergestellt werden kann. Ich werde nicht im Detail auf die Hintergr&uuml;nde der Entscheidung des Verfassungsgerichts der Ukraine &uuml;ber die Amtszeit des Pr&auml;sidenten eingehen. Es ist klar, dass sie mit dem Versuch zusammenh&auml;ngt, den Staatsstreich von 2014 zu legitimieren. Aber dennoch gibt es dieses Urteil und es ist eine rechtliche Tatsache. Es stellt alle Versuche in Zweifel, das heutige Spektakel mit der Annullierung der Wahlen zu rechtfertigen.<\/p><p>Tats&auml;chlich begann die aktuelle tragische Seite der ukrainischen Geschichte mit der gewaltsamen Machtergreifung, wie ich bereits sagte, dem verfassungsfeindlichen Staatsstreich im Jahr 2014. Ich wiederhole: Der Ursprung des derzeitigen Kiewer Regimes ist ein bewaffneter Putsch. Und nun hat sich der Kreis geschlossen, denn die Exekutivgewalt in der Ukraine wird wieder, wie 2014, usurpiert und illegal gehalten, sie ist de facto illegitim.<\/p><p>Ich sage noch mehr: Die Situation mit der Annullierung der Wahlen ist Ausdruck des Wesens, des wirklichen Bauchgef&uuml;hls des derzeitigen Regimes in Kiew, das aus dem bewaffneten Putsch von 2014 hervorgegangen ist, mit ihm verbunden ist und dort seine Wurzeln hat. Und dass sie sich nach der Annullierung der Wahlen weiterhin an die Macht klammern, ist eine Handlung, die durch Artikel 5 der Verfassung der Ukraine ausdr&uuml;cklich verboten ist. Ich zitiere: &bdquo;Das Recht, die verfassungsm&auml;&szlig;ige Ordnung in der Ukraine zu bestimmen und zu &auml;ndern, steht ausschlie&szlig;lich dem Volk zu und kann nicht vom Staat, seinen Organen oder Beamten usurpiert werden.&ldquo; Dar&uuml;ber hinaus fallen solche Handlungen unter Paragraf 109 des ukrainischen Strafgesetzbuchs, der sich genau auf die gewaltsame &Auml;nderung oder den Umsturz der verfassungsm&auml;&szlig;igen Ordnung oder die Ergreifung der Staatsgewalt sowie die Verschw&ouml;rung zu solchen Handlungen bezieht.<\/p><p>Im Jahr 2014 wurde so eine Usurpation im Namen der Revolution gerechtfertigt, und jetzt durch milit&auml;rische Aktionen. Die Bedeutung dieses Begriffs &auml;ndert sich jedoch nicht. Es handelt sich vielmehr um eine geheime Absprache zwischen der Exekutive der ukrainischen Regierung, der F&uuml;hrung der Werchowna Rada und der von ihr kontrollierten Parlamentsmehrheit mit dem Ziel der Usurpation der Staatsgewalt, anders kann man es nicht nennen, die nach ukrainischem Recht eine Straftat darstellt.<\/p><p>Weiter: Die Verfassung der Ukraine sieht keine M&ouml;glichkeit vor, die Wahl des Pr&auml;sidenten des Landes zu annullieren oder zu verschieben, die Fortf&uuml;hrung seiner Befugnisse im Zusammenhang mit dem Kriegsrecht, auf das jetzt Bezug genommen wird. Was steht in der ukrainischen Verfassung? Sie besagt, dass w&auml;hrend des Kriegsrechts die Wahlen zur Werchowna Rada verschoben werden k&ouml;nnen. So steht es in Artikel 83 der Verfassung des Landes.<\/p><p>Die ukrainische Gesetzgebung sieht also eine einzige Ausnahme vor, wenn die Befugnisse eines staatlichen Organs f&uuml;r die Dauer des Kriegsrechts verl&auml;ngert werden und keine Wahlen stattfinden. Und die gilt nur f&uuml;r die Werchowna Rada. Damit ist der Status des ukrainischen Parlaments als st&auml;ndig funktionierendes Organ unter Kriegsrecht festgelegt.<\/p><p>Mit anderen Worten: Die Werchowna Rada ist heute, im Gegensatz zur Exekutive, das legitime Organ. Die Ukraine ist keine Pr&auml;sidialrepublik, sondern eine parlamentarisch-pr&auml;sidiale Republik. Darum geht es.<\/p><p>Dar&uuml;ber hinaus ist der Vorsitzende der Werchowna Rada in seiner Eigenschaft als Pr&auml;sident gem&auml;&szlig; den Artikeln 106 und 112 mit besonderen Befugnissen ausgestattet, unter anderem im Bereich der Verteidigung, der Sicherheit und des Oberbefehls &uuml;ber die Streitkr&auml;fte. Alles ist dort schwarz auf wei&szlig; niedergeschrieben.<\/p><p>&Uuml;brigens hat die Ukraine in der ersten H&auml;lfte dieses Jahres ein Paket von bilateralen Abkommen &uuml;ber die Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit und der langfristigen Unterst&uuml;tzung mit einer Reihe von europ&auml;ischen L&auml;ndern abgeschlossen. Jetzt gibt es ein &auml;hnliches Dokument mit den USA.<\/p><p>Seit dem 21. Mai dieses Jahres stellt sich nat&uuml;rlich die Frage nach den Vollmachten und der Legitimit&auml;t der Vertreter der ukrainischen Seite, die solche Dokumente unterzeichnen. Wie man so sch&ouml;n sagt: Es ist uns egal, sollen sie doch unterschreiben, was sie wollen. Es ist klar, dass es hier eine politische und propagandistische Komponente gibt. Die USA und ihre Satelliten wollen ihre Untergebenen irgendwie unterst&uuml;tzen, ihnen Gewicht und Legitimit&auml;t verleihen.<\/p><p>Aber trotzdem, wenn dieselben USA sp&auml;ter eine ernsthafte juristische Pr&uuml;fung des Abkommens vornehmen &ndash; ich spreche nicht von der Essenz, sondern von der juristischen Komponente -, wird sich jedoch mit Sicherheit die Frage stellen, wer diese Dokumente unterzeichnet hat und mit welcher Befugnis. Und es wird sich zeigen, dass all das ein Bluff und das Abkommen nichtig ist, und das ganze Konstrukt wird nat&uuml;rlich in sich zusammenfallen, wenn man den Wunsch hat, die Situation zu analysieren. Man kann so tun, als sei alles normal, aber es ist nichts normal, ich habe es gelesen. Alles steht in den Dokumenten, alles ist in der Verfassung festgehalten.<\/p><p>Ich erinnere auch daran, dass der Westen nach dem Beginn der Milit&auml;roperation eine energische und sehr grobe Kampagne gestartet hat, um Russland auf der internationalen B&uuml;hne zu isolieren. Heute ist es f&uuml;r jeden klar und offensichtlich, dass dieser Versuch gescheitert ist, aber nat&uuml;rlich hat der Westen seinen Plan nicht aufgegeben, so etwas wie eine internationale antirussische Koalition aufzubauen und Druck auf Russland auszu&uuml;ben. Auch das verstehen wir.<\/p><p>Wie Sie wissen, hat der Westen damit begonnen, aktive die Initiative f&uuml;r die sogenannte hochrangige internationale Friedenskonferenz in der Ukraine in der Schweiz zu f&ouml;rdern. Diese Konferenz soll unmittelbar nach dem Gipfeltreffen der G7 stattfinden, also der Gruppe derer, die den Konflikt in der Ukraine mit ihrer Politik angeheizt haben. Was die Organisatoren des Treffens in der Schweiz vorschlagen, ist nur ein weiterer Trick, um die Aufmerksamkeit aller abzulenken, Ursache und Wirkung der Ukraine-Krise zu vertauschen, die Diskussion in eine falsche Richtung zu lenken und der derzeitigen Exekutive in der Ukraine in gewisser Weise wieder den Anschein von Legitimit&auml;t zu verleihen.<\/p><p>Es ist daher nur nat&uuml;rlich, dass in der Schweiz trotz aller Versuche, die Tagesordnung der Konferenz mehr oder weniger anst&auml;ndig zu gestalten, keine wirklich grundlegenden Fragen diskutiert werden, die den Kern der aktuellen Krise der internationalen Sicherheit und Stabilit&auml;t und die wahren Wurzeln des Ukraine-Konflikts betreffen.<\/p><p>Es ist schon jetzt abzusehen, dass sich alles auf allgemeines demagogisches Gerede und eine neue Reihe von Anschuldigungen gegen Russland reduzieren wird. Die Idee ist leicht zu erkennen: so viele Staaten wie m&ouml;glich mit allen Mitteln einzubinden und so zu tun, als ob die westlichen Rezepte und Regeln von der gesamten internationalen Gemeinschaft geteilt w&uuml;rden, was bedeutet, dass unser Land sie bedingungslos akzeptieren solle.<\/p><p>Wie Sie wissen, wurden wir nat&uuml;rlich nicht zu dem Treffen in der Schweiz eingeladen. Es geht schlie&szlig;lich nicht um Verhandlungen, sondern um den Wunsch einer Gruppe von L&auml;ndern, weiterhin ihre eigene Linie durchzusetzen und Fragen, die unsere Interessen und unsere Sicherheit unmittelbar betreffen, nach eigenem Gutd&uuml;nken zu l&ouml;sen.<\/p><p>Ich m&ouml;chte in diesem Zusammenhang betonen, dass es unm&ouml;glich ist, ohne die Beteiligung Russlands, ohne einen ehrlichen und verantwortungsvollen Dialog mit uns, eine friedliche L&ouml;sung in der Ukraine und f&uuml;r die globale europ&auml;ische Sicherheit insgesamt zu erreichen.<\/p><p>Bislang ignoriert der Westen unsere Interessen, w&auml;hrend er Kiew Verhandlungen verbietet und uns heuchlerisch zu Verhandlungen auffordert. Es sieht einfach idiotisch aus: Einerseits verbietet man ihnen, mit uns zu verhandeln, andererseits ruft man uns zu Verhandlungen auf und unterstellt uns, dass wir uns weigern, zu verhandeln. Das ist Schwachsinn. Aber wir leben ja in einer Art Spiegelwelt.<\/p><p>Erstens m&uuml;ssten sie Kiew den Befehl geben, das Verbot, das selbst auferlegte Verbot von Verhandlungen mit Russland aufzuheben, und zweitens sind wir bereit, uns schon morgen an den Verhandlungstisch zu setzen. Wir verstehen die Besonderheiten der Rechtslage, aber es gibt dort legitime Autorit&auml;ten, auch im Einklang mit der Verfassung, wie ich gerade sagte, und es gibt Menschen, mit denen man verhandeln kann. Bitte, wir sind bereit. Unsere Bedingungen f&uuml;r die Aufnahme solcher Gespr&auml;chs sind einfach und laufen auf Folgendes hinaus.<\/p><p>Wissen Sie, ich werde mir jetzt etwas Zeit nehmen, um die ganze Kette der Ereignisse noch einmal durchzuspielen, damit klar wird, dass das, was ich jetzt sage, f&uuml;r uns nicht die Konjunktur von heute ist, sondern wir haben immer eine bestimmte Position vertreten, wir haben immer den Frieden gesucht.<\/p><p>Diese Bedingungen sind also sehr einfach. Die ukrainischen Truppen m&uuml;ssen vollst&auml;ndig aus den Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie aus den Regionen Cherson und Saporoschje abgezogen werden. Und ich mache Sie darauf aufmerksam, dass es um das gesamte Gebiet dieser Regionen innerhalb ihrer Verwaltungsgrenzen geht, die zum Zeitpunkt ihres Beitritts zur Ukraine bestanden.<\/p><p>Sobald Kiew erkl&auml;rt, dass es zu dieser Entscheidung bereit ist und mit dem tats&auml;chlichen Abzug der Truppen aus diesen Regionen beginnt, sowie offiziell mitteilt, dass es seine Pl&auml;ne, der NATO beizutreten, aufgegeben hat, wird von unserer Seite aus sofort, buchst&auml;blich in derselben Minute, der Befehl zur Einstellung des Feuers und zur Aufnahme von Verhandlungen folgen. Ich wiederhole: Wir werden das sofort tun. Nat&uuml;rlich werden wir gleichzeitig den ungehinderten und sicheren R&uuml;ckzug der ukrainischen Einheiten und Verb&auml;nde garantieren.<\/p><p>Nat&uuml;rlich m&ouml;chten wir darauf z&auml;hlen, dass die Entscheidung &uuml;ber den Truppenabzug, den Status der Blockfreiheit und die Aufnahme des Dialogs mit Russland, von dem die k&uuml;nftige Existenz der Ukraine abh&auml;ngt, in Kiew unabh&auml;ngig getroffen wird, auf der Grundlage der gegenw&auml;rtigen Realit&auml;ten und geleitet von den echten nationalen Interessen des ukrainischen Volkes, und nicht auf Anweisung des Westens, obwohl es daran nat&uuml;rlich gro&szlig;e Zweifel gibt.<\/p><p>Doch was m&ouml;chte ich in diesem Zusammenhang noch einmal sagen, woran will ich erinnern? Ich sagte, dass ich noch einmal die Chronologie der Ereignisse durchgehen m&ouml;chte. Lassen Sie uns etwas Zeit daf&uuml;r aufwenden.<\/p><p>Also, w&auml;hrend der Ereignisse auf dem Maidan in Kiew in den Jahren 2013 und 2014 hat Russland wiederholt seine Hilfe bei einer verfassungsm&auml;&szlig;igen L&ouml;sung der Krise angeboten, die eigentlich von au&szlig;en organisiert wurde. Kehren wir zur Chronologie der Ereignisse Ende Februar 2014 zur&uuml;ck.<\/p><p>Am 18. Februar kam es in Kiew zu bewaffneten Zusammenst&ouml;&szlig;en, die von der Opposition provoziert wurden. Mehrere Geb&auml;ude, darunter das Rathaus und das Gewerkschaftshaus, wurden in Brand gesetzt. Am 20. Februar er&ouml;ffneten unbekannte Scharfsch&uuml;tzen das Feuer auf Demonstranten und Ordnungskr&auml;fte, was bedeutet, dass diejenigen, die den bewaffneten Umsturz vorbereiteten, alles taten, um die Situation weiter in Richtung Gewalt und Radikalisierung zu treiben. Und die Menschen, die damals in Kiew auf der Stra&szlig;e waren und ihre Unzufriedenheit mit der damaligen Regierung zum Ausdruck brachten, wurden bewusst f&uuml;r ihre eigenen egoistischen Zwecke als Kanonenfutter benutzt. Genau dasselbe tun sie heute, sie mobilisieren und schicken Menschen zur Schlachtbank. Und doch gab es damals die M&ouml;glichkeit, einen zivilisierten Ausweg aus der Situation zu finden.<\/p><p>Es ist bekannt, dass am 21. Februar ein Abkommen zur Beilegung der politischen Krise zwischen dem damaligen Pr&auml;sidenten der Ukraine und der Opposition unterzeichnet wurde. Seine Garanten waren bekanntlich offizielle Vertreter Deutschlands, Polens und Frankreichs. Das Abkommen sah die R&uuml;ckkehr zu einer parlamentarisch-pr&auml;sidentiellen Regierungsform, die Abhaltung vorgezogener Pr&auml;sidentschaftswahlen, die Bildung einer Regierung des nationalen Vertrauens sowie den R&uuml;ckzug der Ordnungskr&auml;fte aus dem Kiewer Zentrum und die Abgabe der Waffen durch die Opposition vor.<\/p><p>Ich f&uuml;ge hinzu, dass die Werchowna Rada ein Gesetz verabschiedet hat, das eine strafrechtliche Verfolgung der Demonstranten ausschlie&szlig;t. Es gab eine Vereinbarung, die die Gewalt gestoppt und die Situation in den rechtsstaatlichen Bereich zur&uuml;ckgef&uuml;hrt h&auml;tte. Diese Vereinbarung wurde unterzeichnet, aber sowohl in Kiew als auch im Westen zieht man es vor, sich nicht an sie zu erinnern.<\/p><p>Heute werde ich mehr &uuml;ber eine andere wichtige Tatsache sagen, die bisher noch nicht &ouml;ffentlich bekannt war, n&auml;mlich dass auf Initiative der amerikanischen Seite buchst&auml;blich in denselben Stunden des 21. Februar ein Gespr&auml;ch mit meinem amerikanischen Vis-a-Vis stattfand. Der amerikanische Pr&auml;sident hat die Vereinbarung zwischen der Regierung und der Opposition in Kiew eindeutig unterst&uuml;tzt. Er bezeichnete sie als einen echten Durchbruch, als Chance f&uuml;r das ukrainische Volk, daf&uuml;r zu sorgen, dass die ausgebrochene Gewalt nicht alle denkbaren Grenzen &uuml;berschreitet.<\/p><p>Und weiter, im Laufe unserer Gespr&auml;che haben wir gemeinsam die folgende Formel ausgearbeitet: Russland w&uuml;rde versuchen, den damaligen Pr&auml;sidenten der Ukraine dazu zu bewegen, sich so zur&uuml;ckhaltend wie m&ouml;glich zu verhalten, die Armee und die Ordnungskr&auml;fte nicht gegen die Demonstranten einzusetzen. Und die USA w&uuml;rden dementsprechend, so hie&szlig; es, die Opposition, wie sie genannt wird, zur Ordnung rufen, Verwaltungsgeb&auml;ude r&auml;umen und die Stra&szlig;e beruhigen.<\/p><p>All dies sollte die Voraussetzungen daf&uuml;r schaffen, dass das Leben im Land wieder zur Normalit&auml;t, zum verfassungsm&auml;&szlig;igen und rechtlichen Bereich zur&uuml;ckkehren konnte. Und insgesamt haben wir vereinbart, im Interesse einer stabilen, friedlichen und sich normal entwickelnden Ukraine zusammenzuarbeiten. Wir haben unser Wort in vollem Umfang gehalten. Der damalige ukrainische Pr&auml;sident Janukowitsch, der auch gar nicht vorhatte, die Armee einzusetzen, hat das nicht getan und dar&uuml;ber hinaus sogar zus&auml;tzliche Polizeieinheiten aus Kiew abgezogen.<\/p><p>Und was ist mit den westlichen Kollegen? In der Nacht des 22. Februar und dann w&auml;hrend des gesamten folgenden Tages, als Pr&auml;sident Janukowitsch nach Charkow abreiste, wo ein Kongress von Abgeordneten aus den s&uuml;d&ouml;stlichen Regionen der Ukraine und der Krim stattfinden sollte, &uuml;bernahmen Radikale trotz aller Vereinbarungen und Garantien des Westens &ndash; sowohl Europas als auch, wie gesagt, der USA &ndash; die Kontrolle &uuml;ber das Geb&auml;ude der Rada, die Pr&auml;sidialverwaltung, und &uuml;bernahmen die Regierung mit Gewalt. Und kein einziger Garant all dieser Vereinbarungen &uuml;ber die politische L&ouml;sung &ndash; weder die USA noch die Europ&auml;er &ndash; hat auch nur einen Finger ger&uuml;hrt, um seinen Verpflichtungen nachzukommen und die Opposition aufzufordern, die besetzten Regierungsgeb&auml;ude freizugeben und auf Gewalt zu verzichten. Es ist klar, dass ihnen dieser Verlauf der Ereignisse nicht nur gelegen kam, sondern dass sie offenbar die Urheber dieser Entwicklung waren.<\/p><p>Ebenfalls am 22. Februar 2014 hat die Werchowna Rada unter Versto&szlig; gegen die ukrainische Verfassung die Entschlie&szlig;ung &uuml;ber die sogenannte Selbstenthebung des amtierenden Pr&auml;sidenten Janukowitsch vom Amt des Pr&auml;sidenten angenommen und f&uuml;r den 25. Mai au&szlig;erordentliche Wahlen angesetzt. Mit anderen Worten: Es hat ein bewaffneter Staatsstreich, der von au&szlig;en angezettelt wurde, stattgefunden. Die ukrainischen Radikalen haben mit stillschweigender Zustimmung und direkter Unterst&uuml;tzung des Westens alle Versuche, die Situation friedlich zu l&ouml;sen, vereitelt.<\/p><p>Dann haben wir versucht, Kiew und die westlichen Hauptst&auml;dte dazu zu &uuml;berreden, einen Dialog mit den Menschen im S&uuml;dosten der Ukraine aufzunehmen und ihre Interessen, Rechte und Freiheiten zu respektieren. Aber nein, das Regime, das durch den Staatsstreich an die Macht gekommen ist, hat sich f&uuml;r den Krieg entschieden und im Fr&uuml;hjahr und Sommer 2014 Strafma&szlig;nahmen gegen den Donbass eingeleitet. Russland hat erneut zum Frieden aufgerufen.<\/p><p>Wir haben alles getan, um die akuten Probleme, die im Rahmen des Minsker Abkommens entstanden sind, zu l&ouml;sen, aber der Westen und die Regierung in Kiew haben sich, wie ich bereits betont habe, nicht an dieses Abkommen gehalten, obwohl unsere westlichen Kollegen, einschlie&szlig;lich des US-Pr&auml;sidenten, uns mit Worten versicherten, dass das Minsker Abkommen wichtig sei und dass sie sich f&uuml;r den Prozess seiner Umsetzung einsetzen w&uuml;rden. Dass das ihrer Meinung nach eine L&ouml;sung der Situation in der Ukraine, ihre Stabilisierung und die Ber&uuml;cksichtigung der Interessen der Bewohner des Ostens erm&ouml;glichen w&uuml;rde. Stattdessen organisierten sie in der Praxis eine Blockade des Donbass, wie ich bereits erw&auml;hnt habe. Die ukrainischen Streitkr&auml;fte bereiteten sich konsequent auf eine gro&szlig; angelegte Operation zur Zerst&ouml;rung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk vor.<\/p><p>Das Minsker Abkommen wurde schlie&szlig;lich durch die H&auml;nde des Kiewer Regimes und des Westens begraben. Ich komme noch einmal darauf zur&uuml;ck. Deshalb sah sich Russland 2022 gezwungen, die Milit&auml;roperation einzuleiten, um den Krieg im Donbass zu beenden und die Zivilbev&ouml;lkerung vor einem V&ouml;lkermord zu sch&uuml;tzen.<\/p><p>Gleichzeitig haben wir seit den ersten Tagen wieder Optionen f&uuml;r eine diplomatische L&ouml;sung der Krise vorgelegt; dar&uuml;ber habe ich heute schon gesprochen. Das waren die Verhandlungen in Wei&szlig;russland und in der T&uuml;rkei und der Abzug der Truppen von Kiew, um die Voraussetzungen f&uuml;r die Unterzeichnung der Istanbuler Vereinbarungen zu schaffen, die im Prinzip von allen akzeptiert wurde. Aber auch diese Versuche wurden letztlich wieder abgelehnt. Der Westen und Kiew haben den Kurs eingeschlagen, uns zu besiegen. Aber, wie wir wissen, ist das alles gescheitert.<\/p><p>Heute machen wir einen weiteren konkreten, echten Friedensvorschlag. Wenn Kiew und die westlichen Hauptst&auml;dte ihn wie bisher ablehnen, dann ist es letztlich ihre Sache und ihre politische und moralische Verantwortung f&uuml;r die Fortsetzung des Blutvergie&szlig;ens. Es ist offensichtlich, dass sich die Realit&auml;ten vor Ort und an der Kontaktlinie weiterhin nicht zugunsten des Kiewer Regimes ver&auml;ndern werden. Und die Bedingungen f&uuml;r die Aufnahme von Verhandlungen werden andere sein.<\/p><p>Ich betone das Wichtigste: Der Kern unseres Vorschlags ist nicht eine vor&uuml;bergehende Waffenruhe oder ein Waffenstillstand, wie es der Westen will, um die Verluste wieder auszugleichen, das Kiewer Regime wieder aufzur&uuml;sten und es auf eine neue Offensive vorzubereiten. Ich wiederhole: Es geht nicht um ein Einfrieren des Konflikts, sondern um seine endg&uuml;ltige Beendigung.<\/p><p>Und ich sage noch einmal: Sobald Kiew einem &auml;hnlichen Ablauf wie dem heute vorgeschlagenen zustimmt, einem vollst&auml;ndigen R&uuml;ckzug seiner Truppen aus der DNR und der LNR sowie aus den Regionen Saporoschje und Cherson zustimmt und diesen Prozess tats&auml;chlich einleitet, sind wir bereit, Verhandlungen aufzunehmen, ohne sie zu verz&ouml;gern.<\/p><p>Ich wiederhole, unsere prinzipielle Position ist folgende: der neutrale, blockfreie, nicht-nukleare Status der Ukraine, ihre Entmilitarisierung und Entnazifizierung, zumal diese Parameter bei den Istanbuler Gespr&auml;chen im Jahr 2022 insgesamt vereinbart wurden. In Bezug auf die Entmilitarisierung war dort alles klar, alles wurde genau festgelegt: die Anzahl von diesem, jenem und der Panzer. Es war alles vereinbart.<\/p><p>Nat&uuml;rlich m&uuml;ssen die Rechte, Freiheiten und Interessen der russischsprachigen B&uuml;rger in der Ukraine in vollem Umfang gew&auml;hrleistet werden, und die neuen territorialen Gegebenheiten und der Status der Krim, Sewastopols, der Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie der Regionen Cherson und Saporoschje als Teilgebiete der Russischen F&ouml;deration m&uuml;ssen anerkannt werden. Alle diese grundlegenden und fundamentalen Bestimmungen sollten in Zukunft in Form von grundlegenden internationalen Abkommen festgelegt werden. Das impliziert nat&uuml;rlich auch die Aufhebung aller westlichen Sanktionen gegen Russland.<\/p><p>Ich glaube, dass Russland eine Option vorschl&auml;gt, die es erm&ouml;glichen wird, den Krieg in der Ukraine wirklich zu beenden, das hei&szlig;t, wir rufen dazu auf, die tragische Seite der Geschichte umzuschlagen und, wenn es auch schwierig wird, allm&auml;hlich, Schritt f&uuml;r Schritt, aber allm&auml;hlich die Beziehungen des Vertrauens und der guten Nachbarschaft zwischen Russland und der Ukraine und in Europa insgesamt wiederherzustellen.<\/p><p>Indem wir die ukrainische Krise l&ouml;sen, k&ouml;nnten wir, auch gemeinsam mit unseren Partnern in der OVKS und der Shanghaier Organisation f&uuml;r Zusammenarbeit, die auch heute einen bedeutenden und konstruktiven Beitrag zur Suche nach einer friedlichen L&ouml;sung der ukrainischen Krise leisten, sowie mit den westlichen, einschlie&szlig;lich der europ&auml;ischen Staaten, die zum Dialog bereit sind, mit der grundlegenden Aufgabe beginnen, die ich zu Beginn meiner Erkl&auml;rung erw&auml;hnt habe, n&auml;mlich der Schaffung eines unteilbaren eurasischen Sicherheitssystems, das die Interessen ausnahmslos aller Staaten des Kontinents ber&uuml;cksichtigt.<\/p><p>Nat&uuml;rlich ist es unm&ouml;glich, buchst&auml;blich zu den Sicherheitsvorschl&auml;gen zur&uuml;ckzukehren, die wir vor 25, 15 oder auch nur zwei Jahren vorgelegt haben, denn es ist zu viel passiert und die Umst&auml;nde haben sich ge&auml;ndert. Die Grundprinzipien und vor allem das eigentliche Thema des Dialogs bleiben jedoch unver&auml;ndert. Russland ist sich seiner Verantwortung f&uuml;r die weltweite Stabilit&auml;t bewusst und bekr&auml;ftigt seine Bereitschaft, mit allen L&auml;ndern zu sprechen. Dabei sollte es sich jedoch nicht um die Imitierung eines Friedensprozesses handeln, um den egoistischen Willen eines Landes, die eigenen Interessen zu bedienen, sondern um ein ernsthaftes, gr&uuml;ndliches Gespr&auml;ch &uuml;ber alle Fragen, &uuml;ber das gesamte Spektrum der weltweiten Sicherheitsfragen.<\/p><p>Liebe Kollegen, ich bin &uuml;berzeugt, dass Sie alle wissen, vor welch gro&szlig;en Aufgaben Russland steht und wie viel wir zu tun haben, auch im Bereich der Au&szlig;enpolitik.<\/p><p>Ich w&uuml;nsche Ihnen von Herzen Erfolg bei der schwierigen Arbeit zur Gew&auml;hrleistung der Sicherheit Russlands, unserer nationalen Interessen, zur St&auml;rkung der Position des Landes in der Welt, zur F&ouml;rderung der Integrationsprozesse und der bilateralen Beziehungen zu unseren Partnern.<\/p><p>Die Staatsf&uuml;hrung wird ihrerseits dem diplomatischen Dienst und allen an der Umsetzung der russischen Au&szlig;enpolitik Beteiligten weiterhin die notwendige Unterst&uuml;tzung zukommen lassen.<\/p><p>Ich danke Ihnen nochmals f&uuml;r Ihre Arbeit, ich danke Ihnen f&uuml;r Ihre Geduld und Ihre Aufmerksamkeit f&uuml;r das, was ich gesagt habe. Ich bin sicher, dass wir Erfolg haben werden.<\/p><p>Vielen Dank.<\/p><p><strong>Ende der &Uuml;bersetzung<\/strong><\/p><p><small>Titelbild: Aynur Mammadov \/ Shutterstock<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin hat in einer Rede vor der Leitung des russischen Au&szlig;enministeriums ein neues Angebot f&uuml;r eine m&ouml;gliche Friedensl&ouml;sung im Ukrainekrieg unterbreitet. Dieser Vorsto&szlig; wird von vielen Journalisten und Politikern hierzulande entweder ignoriert oder mit teils absurden &bdquo;Argumenten&ldquo; und mit einer unangemessenen Emp&ouml;rungshaltung zur&uuml;ckgewiesen. 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