{"id":116850,"date":"2024-06-18T12:00:13","date_gmt":"2024-06-18T10:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116850"},"modified":"2024-06-18T14:01:19","modified_gmt":"2024-06-18T12:01:19","slug":"hokuspokus-klimaschutz-45-milliarden-euro-fuer-kein-gramm-weniger-treibhausgas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116850","title":{"rendered":"Hokuspokus Klimaschutz! 4,5 Milliarden Euro f\u00fcr kein Gramm weniger Treibhausgas"},"content":{"rendered":"<p>Um ihre &Ouml;kobilanz aufzum&ouml;beln, f&ouml;rdern &Ouml;lmultis chinesische &bdquo;Vorzeigeprojekte&ldquo; der Sorte H&uuml;hnerstall, die sich nicht vorzeigen lassen, weil es sie gar nicht gibt. Auch deutsche Pr&uuml;fer und Kontrolleure haben sie nicht auf dem Schirm, aber als Phantome der Energiewende erf&uuml;llten sie sechs Jahre lang trotzdem ihren Zweck. Jetzt, da die Sache aufgeflogen ist, f&uuml;hlen sich Beh&ouml;rden und Regierende maximal &uuml;berrumpelt, aber minimal zur Aufkl&auml;rung bem&uuml;&szlig;igt. Den Schaden haben Verbraucher und Autofahrer. F&uuml;r sie gilt: Tankt weiter teuer euer Gewissen rein. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9932\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-116850-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240618-Hokuspokus-Klimaschutz-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240618-Hokuspokus-Klimaschutz-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240618-Hokuspokus-Klimaschutz-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240618-Hokuspokus-Klimaschutz-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=116850-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240618-Hokuspokus-Klimaschutz-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240618-Hokuspokus-Klimaschutz-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Falls Sie ein Auto fahren: Haben Sie gewusst, dass Sie beim Tanken Klimaschutzprojekte im fernen Asien f&ouml;rdern? Vom Preis f&uuml;r jeden Liter Benzin oder Diesel, den man in Deutschland verbraucht, gehen ein paar Cent daf&uuml;r ab, dass weit, weit weg sch&auml;dliche Klimagase eingespart werden. Das erleichtert nicht nur das Girokonto, sondern auch das Gewissen. Man w&auml;scht sich quasi &uuml;ber die deutsche Grenze hinweg von der t&auml;glichen Umwelts&uuml;nde rein. Wobei: Streng genommen geschieht das nur stellvertretend f&uuml;r die gro&szlig;en Mineral&ouml;lkonzerne. Denn eigentlich sind die es, die &uuml;ber die sogenannte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) zu einem &ouml;kologisch weniger verheerenden Wirtschaften bewegt werden sollen. Und die Fossilindustriellen sind es auch, die besagte gr&uuml;ne Unternehmungen im Anderswo bezahlen. Nur sind BP, Exxon Mobil oder TotalEnergies so frei, die Kosten an der Zapfs&auml;ule direkt an Sie weiterzugeben.<\/p><p>Das mag schon ein wenig &auml;rgerlich erscheinen. So richtig &auml;rgerlich wird es aber erst im Wissen darum, dass es viele, vielleicht sogar so gut wie alle dieser sch&ouml;nen Saubermannprojekte gar nicht gibt. Dass also mit Ihrem Geld alles M&ouml;gliche passiert, was sich nur erahnen l&auml;sst, nur nicht die verhie&szlig;ene Senkung der CO2-Emissionen. Der sch&ouml;ne Klimaschutz wird also blo&szlig; vorget&auml;uscht, das Kassemachen damit aber nicht. Wie kann das angehen? Antwort: mit reichlich krimineller Energie, einem gut geschmierten Netzwerk an Profiteuren und, wie so oft, mit Aufsehern und Kontrolleuren, die auf beiden Augen blind sind.<\/p><p><strong>Google Maps? Nie geh&ouml;rt!<\/strong><\/p><p>In diesem Fall gilt das buchst&auml;blich. Um die fraglichen Anlagen mit vermeintlichem Green-Label, von denen sich die allermeisten in China (nicht) befinden, auf ihre Existenz zu checken, gen&uuml;gt es, Google Maps mit den von den Projekttr&auml;gern bei Beantragung vorzulegenden Geodaten zu f&uuml;ttern. Tats&auml;chlich war dies Medienberichten zufolge &uuml;berhaupt so ziemlich das Einzige, was es zur Bewilligung durch das Umweltbundesamt (UBA) brauchte. H&auml;tte die Beh&ouml;rde wenigstens diese d&uuml;rren Infos auf Plausibilit&auml;t gepr&uuml;ft, g&auml;be es jetzt keinen Skandal. Den hatte Ende Mai das <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/politik\/frontal\/betrugsverdacht-bei-klimaschutzprojekten-in-china-mineraloel-konzern-100.html\">ZDF-Magazin <em>Frontal<\/em><\/a> ins Rollen gebracht. Vorortrecherchen ergaben, dass mehrere der Projekte frei erfunden, also schlicht nicht dort sind, wo sie sein sollten. Zum Beispiel findet sich an einem &bdquo;Standort&ldquo;, f&uuml;r den Deutschlands Autofahrer rund 80 Millionen Euro &bdquo;Aufbauhilfe&ldquo; geleistet haben, ein verlassener H&uuml;hnerstall.<\/p><p>Die andere Masche: Vorhandene Anlagen wurden als neu ausgewiesen. Sie standen zum Teil schon sehr lange dort, wo sie planm&auml;&szlig;ig erst Jahre sp&auml;ter aus dem Boden h&auml;tten erwachsen sollen. Im April wandte sich ein chinesischer &Ouml;l- und Gaskonzern an das von Steffi Lemke (Gr&uuml;nen-Partei) gef&uuml;hrte Bundesumweltministerium (BMUV) mit der Ansage, unverschuldet in ein Komplott verstrickt zu sein. Das Unternehmen betreibt nicht weniger als f&uuml;nf Industrieanlagen, die auf dem Papier als Klimaschutzprojekt firmieren, allerdings wohl ohne Kenntnis des Betreibers. Offenbar haben deutsche Pr&uuml;fstellen Daten hinter dessen R&uuml;cken frisiert, um den &Ouml;lf&ouml;rderstellen ein gr&uuml;nes M&auml;ntelchen zu verpassen. Der Appell des Gesch&auml;ftsmanns: <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/wirtschaft\/unternehmen\/shell-rosneft-omv-betrug-verdacht-klimaschutz-100.html\">&bdquo;Wir vermuten, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass Dokumente gef&auml;lscht wurden und wir bitten dringend, dass Ihre Beh&ouml;rde dazu ermittelt.&ldquo;<\/a> <\/p><p><strong>Auf Sand gebaut<\/strong><\/p><p>Was w&auml;re das Neue und Gr&uuml;ne an den Unternehmungen mit der Bezeichnung &bdquo;Upstream Emission Reductions&ldquo;, kurz UER, so es sie denn g&auml;be? Zumeist sollen diese darauf abzielen, den Klimagasaussto&szlig; bei der &Ouml;lf&ouml;rderung zu reduzieren, indem anfallende Begleitgase nicht mehr abgefackelt, sondern anderweitig genutzt werden. Die &Ouml;l- und Gasmultis sind verpflichtet, die von Benzin, Diesel und Heiz&ouml;l verursachten Treibhausgasemissionen sukzessive zu senken. Die THG-Minderungsquoten legt die Bundesregierung fest. Anfangs waren die Vorgaben noch allein durch Beimischung sogenannter Biokraftstoffe (E5 und E10) zu schaffen, heute nicht mehr. <a href=\"https:\/\/www.adac.de\/rund-ums-fahrzeug\/elektromobilitaet\/elektroauto\/thg-quote\/\">2024 betr&auml;gt der Wert 9,25 Prozent<\/a>, 2030 werden es 25 Prozent sein. <\/p><p>Dabei gibt es zwei Wege: Entweder zieht ein Unternehmen selbst ein nagelneues UER hoch oder es erwirbt Zertifikate von ausl&auml;ndischen Projekttr&auml;gern, die eine Klimaschutzinvestition in eine moderne Raffinerie oder F&ouml;rderanlage belegen. Vom Umweltbundesamt und der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHST) wurden ganze 75 dieser Projekte genehmigt &ndash; nahezu alle im Reich der Mitte, obwohl es blo&szlig; f&uuml;r f&uuml;nf Prozent der globalen &Ouml;lproduktion steht. Dabei liegen etliche der fraglichen Objekte ausgerechnet in der uigurischen W&uuml;ste in der Provinz Xinjiang, die Beijing wegen der prek&auml;ren Menschenrechtslage maximal nach au&szlig;en abschottet. Warum hat sich Deutschland f&uuml;r seine Grenzen sprengende Klimaschutzoffensive nicht die &Ouml;lhotspots dieser Erde ausgesucht, sondern das schwer &uuml;berschaubare sowie polit-&ouml;konomisch und kulturell nicht gerade partnerschaftlich verbundene China?<\/p><p><strong>Betr&uuml;gen und betr&uuml;gen lassen <\/strong><\/p><p>Nun ja: Weil sich so offenbar besser betr&uuml;gen l&auml;sst. Laut <em>ZDF-Frontal<\/em> sind m&auml;chtige Fossilkonzerne wie &bdquo;Shell, Rosneft und OMV&ldquo; dabei nicht etwa selbst Opfer, sondern Teil des Komplotts. Stimmte das, h&auml;tten die sich nicht arglos falsche Zertifikate andrehen lassen, sondern w&auml;ren die treibende Kraft hinter den Machenschaften. Das w&auml;re in jeder Hinsicht lohnend. &bdquo;Manipulierte Reduzierungen durch gef&auml;lschte Projekte wie in China sorgen daf&uuml;r, dass THG-Quoten finanziell g&uuml;nstiger erreicht werden k&ouml;nnten, als durch legal erreichte THG-Quoten&ldquo;, befand dazu der Autoclub ADAC. Zu fragen w&auml;re in dem Fall auch, wie viel, wie wenig oder ob &uuml;berhaupt Geld f&uuml;r irgendwelche Zertifikate geflossen ist und nicht stattdessen f&uuml;r die Unterhaltung eines umfassenden &bdquo;Betrugsgeflechts&ldquo;, das inzwischen auch UBA-Pr&auml;sident Dirk Messner ausgemacht hat. Bei einer Anh&ouml;rung im Umweltausschuss des Bundestags auf Antrag der CDU\/CSU-Fraktion am Mittwoch der Vorwoche nannte er es auff&auml;llig, &bdquo;dass es immer dieselben zwei deutschen Gutachterb&uuml;ros waren, die sich die fragw&uuml;rdigen Zertifizierungen stets gegenseitig best&auml;tigten&ldquo;, gab ihn die <em>Welt<\/em> (hinter Bezahlschranke) wieder.<\/p><p>Auff&auml;llig auch: Messners Beh&ouml;rde hatte schon mindestens seit 2023 durch diverse Hinweise Kenntnis von den Vorg&auml;ngen. So steht es in einem Beh&ouml;rdenbericht, wie am vergangenen Freitag die <em>Berliner Zeitung <\/em>(hinter Bezahlschranke) schrieb. Die Opposition und Verb&auml;nde aus dem Bereich Alternativenergien werfen ihm deswegen Tatenlosigkeit vor. Erst vor Kurzem, als die Sache medial Kreise zu ziehen begann, hat die UBA reagiert und Anzeige gegen unbekannt bei der Berliner Staatsanwaltschaft eingereicht. Und die UBA ist nach eigener Darstellung seit Monaten damit befasst, unter Einbeziehung der zust&auml;ndigen chinesischen Stellen die Verdachtsf&auml;lle zu pr&uuml;fen, wovon es Messner zufolge allein 36 geben soll.<\/p><p>&bdquo;<strong>Da stimmt die Chemie&ldquo;<\/strong><\/p><p>Die M&uuml;hlen mahlen extrem langsam. Seit Beginn der Untersuchungen im September habe man <a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/kurzmeldungen-1008030\">von 60 UER-Projekten zwei r&uuml;ckabgewickelt und zwei, die sich noch in der Antragsphase befanden, gestoppt<\/a>, teilte der UBA-Chef mit. In zehn F&auml;llen g&auml;be es nach Pr&uuml;fung von Satellitenbildern gro&szlig;e Zweifel an deren Existenz, bei anderen seien fehlerhafte Angaben wahrscheinlich. Die Option, auf einen Schlag alle Projekte zu annullieren, kommt f&uuml;r ihn trotzdem nicht in Frage &ndash; weil dies ein &bdquo;erhebliches wirtschaftliches Prozessrisiko&ldquo; f&uuml;r das UBA bedeute und m&ouml;gliche &bdquo;Schadenersatzforderungen&ldquo; durch Projekttr&auml;ger provozieren k&ouml;nnte, hei&szlig;t es.<\/p><p>Das klingt absurd. Nach allem, was bisher zum Thema publik geworden ist, muss man f&uuml;r die Projekte in China annehmen, dass sie allesamt ein Fake sind, weil sie eindeutige Z&uuml;ge einer konzertierten Aktion tragen und s&auml;mtlich in die Verantwortung zweier Pr&uuml;finstitute fallen. Das sind die Verico SCE mit Sitz im bayerischen Langenbach und die M&uuml;ller BBM Cert GmbH im nordrhein-westf&auml;lischen Kerpen. Verico hat 41 UER in China gepr&uuml;ft mit einem Marktwert von &uuml;ber einer Milliarde Euro, M&uuml;ller BBM 38 St&uuml;ck, wobei sich beide Unternehmen quasi die B&auml;lle immer wieder zuspielten. <em>Frontal<\/em> lie&szlig; einen Insider zu Wort kommen. &bdquo;Es gibt ein Monopol. Etwa 70 Prozent der chinesischen Projekte kommen aus einer Quelle. Auf der anderen Seite validieren und verifizieren zwei Auditoren von M&uuml;ller BBM Cert und Verico SCE abwechselnd fast alle diese Projekte. Da stimmt die Chemie.&ldquo;<\/p><p><strong>Keiner wusste von nix!?<\/strong><\/p><p>Zu fragen ist bei dieser Ausgangssituation: Wer muss hier ein &bdquo;Prozessrisiko&ldquo; und &bdquo;Schadensersatzforderungen&ldquo; f&uuml;rchten? Doch kaum die Bundesbeh&ouml;rde und das ihr &uuml;berstellte Bundesumweltministerium, die diese gem&auml;&szlig; Beweislage offensichtlich kriminellen Gesch&auml;fte aufkl&auml;ren und eind&auml;mmen wollen. Aber wollen sie das &uuml;berhaupt, und wie tief stecken sie wom&ouml;glich selbst im Schlamassel? Noch einmal: Jeder Hans und Franz h&auml;tte schon 2018, als die UER-Zertifikate auf den Markt kamen, den Bluff per Internetrecherche aufdecken k&ouml;nnen. Und dann hatte erst im zur&uuml;ckliegenden Jahr eine Aff&auml;re um falsch etikettierte Biodieselimporte aus China f&uuml;r Schlagzeilen gesorgt. H&auml;tten die Aufseher und die Bundesregierung nicht sp&auml;testens dann Augen und Ohren aufsperren m&uuml;ssen, damit sich so etwas nicht wiederholt?<\/p><p>Aber man blieb lieber naiv und dumm und lie&szlig; die f&auml;llige Arbeit andere machen. Deutsche Bioenergiefirmen gehen nach Einschaltung von Detekteien in China davon aus, dass dringender Betrugsverdacht in 62 von 75 F&auml;llen gegeben ist. In zw&ouml;lf weiteren F&auml;llen sei die Datenlage noch unklar. Man habe unter allen genehmigten Projekten, die auf die deutsche THG-Quote angerechnet worden seien, &bdquo;nur ein einziges gefunden, das unverd&auml;chtig ist&ldquo; und das sich nicht in China, sondern im Oman befinde, &auml;u&szlig;erte Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtb&uuml;ros Bioenergie, eines B&uuml;ndnisses aus vier Verb&auml;nden. Sie sieht an erster Stelle das BMUV unter der Gr&uuml;nen-F&uuml;hrung in der Pflicht, &bdquo;rasch zu handeln und den Spuk zu beenden&ldquo;. Daf&uuml;r m&uuml;ssten gef&auml;lschte Projekte, die bereits im Umlauf sind, kurzfristig gestoppt werden, sagte sie der <em>Berliner Zeitung<\/em>. Aber sie sagte auch: &bdquo;Hinweisgeber aus der Branche wurden von den Beh&ouml;rden abgewimmelt &ndash; noch vor wenigen Wochen wurden offenkundig gef&auml;lschte Projekte durchgewunken.&ldquo;<\/p><p><strong>Verschmutzen wieder en vogue<\/strong><\/p><p>Der Eklat kommt f&uuml;r die Ampel zur Unzeit. Deren ohnehin stark umstrittene Klimapolitik &ndash; W&auml;rmegesetz, Frackinggas, LNG-Terminals, Bahn-Debakel &ndash; k&ouml;nnte mit dem neuerlichen Aussetzer vollends in Verruf geraten. Man muss sich die Dimensionen klarmachen: Im Raum steht eine Schadenssumme von 4,5 Milliarden Euro, die hiesige Verbraucher f&uuml;r wom&ouml;glich nichts und wieder nichts, also nicht ein Gramm weniger CO2, den &Ouml;lmultis in den Rachen geworfen haben. &bdquo;Um den Beitrag zum Klimaschutz anderweitig zu erreichen, m&uuml;sste man 3,8 Millionen Pkw aus dem Verkehr ziehen&ldquo;, glaubt Rostek.<\/p><p>Der Bundesverband THG-Quote machte auf einen weiteren Punkt aufmerksam. Demnach ist es aufgrund der Fakeprojekte in Fernost zu einem &bdquo;immensen Preissturz&ldquo; bei den alternativen Kompensationsinstrumenten gekommen, etwa der Produktion von Biokraftstoffen. &Uuml;berdies w&uuml;rden Halter von Elektroautos mit geringeren CO2-Pr&auml;mien abgestraft, moniert der Verband. Tats&auml;chlich d&uuml;rfen die das von ihnen eingesparte CO2 &bdquo;weiterverkaufen&ldquo;, wie der Autoclub ADAC <a href=\"https:\/\/www.adac.de\/rund-ums-fahrzeug\/elektromobilitaet\/elektroauto\/thg-quote\/\">hier<\/a> erl&auml;utert. Anfangs lie&szlig;en sich damit pro Jahr 400 Euro gutmachen, heute sind es unter 100 Euro. Ursache sind die China-Mauscheleien, sprich falsch deklarierte Biodieselimporte und die falschen UER-Projekte. Diese &bdquo;hei&szlig;e Luft&ldquo; habe den Kurs f&uuml;r die THG-Quote um 75 Prozent abst&uuml;rzen lassen. Das hemmt den Ausbau der Elektromobilit&auml;t, der Klimaschutz leidet, weil Umweltfreundlichkeit noch teurer wird, und Experten warnen deshalb: <a href=\"https:\/\/thg-experten.de\/blog\/posts\/verdacht-auf-betrug-bei-der-zertifizierung-von-thg-quoten\">&bdquo;Verschmutzen lohnt sich wieder.&ldquo;<\/a><\/p><p><strong>N&auml;chstes Thema, bitte &hellip;<\/strong><\/p><p>Im gr&uuml;nen Umwelt- und Wirtschaftsministerium d&uuml;rfte man bei der Nachrichtenlage nichts zu lachen haben. Wollte man &bdquo;r&uuml;ckhaltlose Aufkl&auml;rung&ldquo;, m&uuml;sste man sich letztlich wohl auch mit den m&auml;chtigen &Ouml;lmultis anlegen und Milliardensummen vor Gericht zur&uuml;ckklagen. Lieber zeigt man mit dem Finger auf andere Buhm&auml;nner. Bei der Bewilligung verlasse sich das UBA auf Zertifizierer vor Ort, bemerkte Messner im Bundestag. Damit das System funktioniere, m&uuml;ssten diese &bdquo;zuverl&auml;ssig und seri&ouml;s&ldquo; arbeiten &ndash; ganz so wie deutsche Beh&ouml;rdenb&uuml;rohengste und Ministeriumsvorsteherinnen. BMUV-Frontfrau Lemke hat jedenfalls, Simsalabim, eine L&ouml;sung aus dem Hut gezaubert. Die M&ouml;glichkeit, UER-Zertifikate auf die THG-Quote anzurechnen, solle Ende des Jahres auslaufen. Damit w&auml;re zwei Jahre fr&uuml;her Schluss als geplant. Und jetzt bittesch&ouml;n zum n&auml;chsten Thema &hellip; <\/p><p><small>Titelbild: Romolo Tavani\/shutterstock.com<\/small><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/69586582c66f4b8da215dcb8149bf6a5\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" widht=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um ihre &Ouml;kobilanz aufzum&ouml;beln, f&ouml;rdern &Ouml;lmultis chinesische &bdquo;Vorzeigeprojekte&ldquo; der Sorte H&uuml;hnerstall, die sich nicht vorzeigen lassen, weil es sie gar nicht gibt. 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