{"id":11687,"date":"2011-12-22T08:56:38","date_gmt":"2011-12-22T07:56:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11687"},"modified":"2019-07-23T11:26:00","modified_gmt":"2019-07-23T09:26:00","slug":"die-doppelte-spaltung-der-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11687","title":{"rendered":"Die doppelte Spaltung der Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Wirft man einen oberfl&auml;chlichen Blick auf die Entwicklung in Deutschland, so f&auml;llt eines sofort ins Auge. Die Gesellschaft ist seit der Jahrtausendwende erheblich ungleicher geworden. Wies Deutschland im internationalen Vergleich lange Jahrzehnte eine relativ ausgeglichene Einkommensstruktur auf, lag international im unteren Mittelfeld, nahe bei den f&uuml;r ihre geringen Einkommensunterschiede bekannten skandinavischen L&auml;ndern, so hat sich das binnen eines Jahrzehnts dramatisch ver&auml;ndert. Heute liegt Deutschland zwar immer noch im Mittelfeld, jetzt aber am oberen Rand, weit weg von den skandinavischen und relativ nahe an den angels&auml;chsischen Staaten wie Gro&szlig;britannien, Irland oder den USA. Nach OECD-Angaben hat sich im letzten Jahrzehnt nur in zwei europ&auml;ischen L&auml;ndern die Einkommenskluft zwischen dem oberen und dem unteren F&uuml;nftel noch st&auml;rker ge&ouml;ffnet, in Bulgarien und Rum&auml;nien. Von Michael Hartmann<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Die Agenda 2010 und die Steuerpolitik &ndash; Wege zur Spaltung<\/strong><\/p><p>Ausschlaggebend f&uuml;r diese gravierende Verschlechterung sind in erster Linie zwei Ma&szlig;nahmen der rot-gr&uuml;nen Regierung unter Gerhard Schr&ouml;der, die sog. Hartz-Reformen und die Reduzierung der steuerlichen Belastung f&uuml;r hohe Einkommen und Unternehmen. Die steuerlichen Beschl&uuml;sse sorgten f&uuml;r eine Anhebung der Nettoeinkommen bei den oberen zehn Prozent der Bev&ouml;lkerung, die Agenda 2010 f&uuml;r eine Senkung bei der unteren H&auml;lfte. Sie verschlechterte nicht nur die Situation f&uuml;r Arbeitslose (deutliche Verk&uuml;rzung des Bezugszeitraums f&uuml;r Arbeitslosengeld, Abschaffung der Arbeitslosenhilfe), sie &ouml;ffnete, was noch wichtiger ist, au&szlig;erdem den Weg f&uuml;r einen (staatlich subventionierten) Niedriglohnsektor und bewirkte eine starke Lohnzur&uuml;ckhaltung bei den Besch&auml;ftigten. Die Angst, in Hartz IV abzust&uuml;rzen, erh&ouml;hte sowohl deren Bereitschaft, schlecht oder sehr schlecht bezahlte Jobs anzunehmen, als auch die Akzeptanz geringer Nominallohnerh&ouml;hungen, die dann gerade einmal die Verluste durch die Inflation ausgleichen konnten. <\/p><p>Diese Entwicklung wurde durch die starke Zunahme von befristeten und Leiharbeitsverh&auml;ltnissen, die durch gesetzliche Neuerungen erst erm&ouml;glicht wurde, noch weiter verst&auml;rkt. Erstere haben seit 1996 von 4,7 auf 8,9 Prozent zugenommen, letztere von 0,6 auf 2,9 Prozent (Gundert\/Hohendanner 2011: 2). Bei den Realeinkommen ist diese Entwicklung deutlich sp&uuml;rbar. Nur das obere Zehntel der Besch&auml;ftigten hat bei den L&ouml;hnen und Geh&auml;ltern zwischen 2000 und 2010 real zugelegt. Die restlichen neun Zehntel haben verloren, je weiter unten, umso st&auml;rker, insgesamt um 2,5 Prozent. In den untersten drei Zehnteln betrugen die Reallohnverluste sogar zwischen 15,6 und 21,9 Prozent (Angaben des DIW).<\/p><p>Die Bezieher geringer Einkommen und die Arbeitslosen sp&uuml;ren die Folgen der Arbeitsmarktreformen am st&auml;rksten. Sie sind die eindeutigen Verlierer der letzten zehn Jahre. Mittlerweile gilt jeder sechste bis siebte Bundesb&uuml;rger als arm. Eine wachsende Zahl von ihnen, insgesamt f&uuml;nf Prozent der Besch&auml;ftigten, z&auml;hlt zu den &bdquo;working poor&ldquo;. Sie bleiben arm, obwohl sie arbeiten, h&auml;ufig sogar in Vollzeit. Das ist die Konsequenz der massiven Ausweitung des Niedriglohnsektors. In ihm sind mittlerweile fast 22 Prozent der Besch&auml;ftigten t&auml;tig, verglichen mit nur knapp 15 Prozent Mitte der 1990er Jahre. Von den Vollzeit arbeitenden Jugendlichen und Leiharbeitern sind es sogar knapp 50 bzw. 75 Prozent. Die L&ouml;hne liegen im Niedriglohnsektor vielfach unterhalb der Hartz IV S&auml;tze &ndash; zehn Prozent der Besch&auml;ftigten m&uuml;ssen f&uuml;r Bruttostundenl&ouml;hne von weniger als sieben Euro arbeiten &ndash; und m&uuml;ssen deshalb durch staatliche Transferzahlungen erg&auml;nzt werden. <\/p><p>Am anderen Ende der Skala ist genau das Gegenteil zu beobachten, und das gleich aus zwei Gr&uuml;nden. Zum einen profitieren diejenigen, die Aktien oder Unternehmen besitzen, in Form h&ouml;herer Gewinne oder Dividenden von der Lohnzur&uuml;ckhaltung der Besch&auml;ftigten und der Senkung der Lohnnebenkosten. Zum anderen ist die steuerliche Belastung aller h&ouml;heren Einkommen im letzten Jahrzehnt deutlich gesunken. So ist der Spitzensteuersatz zwischen 2000 und 2005 von 53 auf nur noch 42 Prozent gesenkt worden. Dann sorgt die 2008 beschlossene 25prozentige Abgeltungssteuer daf&uuml;r, dass h&ouml;here Einkommen ihre Kapitaleink&uuml;nfte nicht mehr mit dem pers&ouml;nlichen Steuersatz von bis zu 42 Prozent versteuern m&uuml;ssen. Schlie&szlig;lich ist auch die Erbschaftssteuer immer weiter reduziert worden, f&uuml;r Firmenerben unter bestimmten Voraussetzungen sogar auf null Prozent. All diese gesetzlichen Ma&szlig;nahmen beg&uuml;nstigen die Wohlhabenden und, noch st&auml;rker, die Reichen. Die reale steuerliche Belastung der 450 reichsten Deutschen mit einem j&auml;hrlichen Mindesteinkommen von damals neun Mio. Euro hat sich nach Untersuchungen des DIW allein zwischen 1998 und 2002 durch die Steuerreformen der ersten rot-gr&uuml;nen Bundesregierung von 41 auf 34,3 Prozent verringert (Bach u.a. 2008: 17). <\/p><p>F&uuml;r die Einkommensverteilung in Deutschland liegen die Folgen auf der Hand. Die Anteile der oberen wie die unteren Einkommen nehmen auf Kosten der mittleren Einkommen (zwischen 70 und 150 Prozent des Medianeinkommens) zu. Letztere haben von 1999 bis 2009 einen deutlichen R&uuml;ckgang von 64,3 auf 58,7 Prozent erfahren, w&auml;hrend die unteren Einkommen um mehr als ein Viertel von 17,7 auf 22,5 Prozent und die oberen Einkommen leicht von 18 auf 18,8 Prozent zugelegt haben (aktuelle Informationen des DIW). Im gleichen Zeitraum haben aber au&szlig;erdem auch noch die Abst&auml;nde zwischen den Medianeinkommen dieser drei Bev&ouml;lkerungsgruppen zugenommen. Der Mittelwert der unteren Einkommen lag 1999 46,1 Prozent unterhalb des Mittelwerts der mittleren Einkommen. 2009 waren es bereits 48,3 Prozent. Bei den hohen Einkommen ist derselbe Prozess zu beobachten, nur in umgekehrter Richtung und noch ausgepr&auml;gter. Ihr Abstand auf die mittleren Einkommen ist in diesen zehn Jahren von 91,7 auf inzwischen 103,7 Prozent angewachsen (Goebel u.a. 2010: 5). Die Einkommenskluft hat sich gleich in doppelter Hinsicht deutlich vergr&ouml;&szlig;ert.<\/p><p>Die Einkommensunterschiede bei den Nettoeinkommen, also nach Steuern und Sozialabgaben, sind dabei erheblich schneller gestiegen als bei den Bruttoeinkommen (inkl. Rentenzahlungen). Der Anteil der Haushalte mit hohen Einkommen hat zwischen 1998 und 2006 netto mehr als doppelt so stark zugelegt wie brutto, der der Haushalte mit niedrigen Einkommen sogar mehr als dreimal so stark (Goebel\/Krause 2007: 828). Die Umverteilungswirkung des Sozial- und Steuersystems hat also ganz offensichtlich sp&uuml;rbar abgenommen. Das macht sich zusammen mit der massiven Reduzierung der Erbschaftssteuer auch bei der Verm&ouml;gensverteilung deutlich bemerkbar. Auf das oberste Prozent der Bev&ouml;lkerung entfallen mittlerweile 35,8 Prozent des Gesamtverm&ouml;gens, allein auf das oberste Promille 22,5 Prozent (Bach\/Beznoska\/Steiner 2011: 11). Das entspricht fast US-amerikanischen Verh&auml;ltnissen, wo auf das oberste Prozent der Bev&ouml;lkerung ca. 40 Prozent des Verm&ouml;gens entfallen.<\/p><p><strong>Mehr Bildung &ndash; tats&auml;chlich die L&ouml;sung?<\/strong><\/p><p>Die gro&szlig;e Mehrheit der politischen Elite wie auch der anderen Eliten pr&auml;sentiert angesichts dieser Entwicklung immer dieselbe L&ouml;sung: mehr Bildung. Bildung stellt f&uuml;r sie so etwas wie ein Passepartout f&uuml;r die ungel&ouml;sten und an Sch&auml;rfe immer weiter zunehmenden Verteilungsprobleme dar. Dass Bildung ein wichtiger Faktor bei der Vermeidung von Armut und Arbeitslosigkeit ist, soll hier nicht bestritten werden. Wie die hohe Arbeitslosigkeit bei Hochschulabsolventen in den s&uuml;deurop&auml;ischen L&auml;ndern zeigt, darf die Wirkung von Bildung aber auch nicht &uuml;bersch&auml;tzt werden. Au&szlig;erdem ist in Bezug auf Bildungswege und -abschl&uuml;sse in Deutschland dieselbe Entwicklung zu beobachten wie in Hinblick auf die Einkommen. Die Spaltung nimmt bei ihnen ebenfalls deutlich zu. <\/p><p>Viele Beobachter erwarteten nach der &ouml;ffentlichen Diskussion &uuml;ber die PISA-Ergebnisse Anfang des letzten Jahrzehnts, dass sich die politischen Anstrengungen darauf richten w&uuml;rden, die im internationalen Vergleich sehr enge Bindung zwischen Bildungsabschl&uuml;ssen und sozialer Herkunft zumindest zu lockern. Die Entwicklung seither weist aber vielfach eher in die entgegengesetzte Richtung. Am deutlichsten wird das beim &Uuml;bergang zum Gymnasium, der nach wie vor die entscheidende Weichenstellung im Bildungsverlauf markiert. Hier ist eine eindeutige Polarisierung zu konstatieren. Der Gymnasialbesuch ist entgegen dem allgemeinen Trend bei Kindern aus dem unteren Viertel der Bev&ouml;lkerung zwischen 2003 und 2006 nicht gestiegen, sondern weiter gesunken, und zwar von 12,5 auf 11,6 Prozent. Beim oberen Viertel gab es demgegen&uuml;ber eine nochmalige Steigerung von 58,6 auf 59,7 Prozent. Genau umgekehrt verh&auml;lt es sich bei den Hauptschulen, die nur noch von 7,1 Prozent der Kinder aus dem oberen Viertel, aber von 36,8 Prozent der Kinder aus dem unteren Viertel besucht werden. Dieser Trend zur Polarisierung zeigt sich auch bei der mittleren H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung. Hier gibt es sowohl bei den Hauptsch&uuml;lern als auch bei den Gymnasiasten einen Zuwachs, und zwar auf Kosten der Realschule als mittlerem Schultyp (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2008: 247). <\/p><p>Grunds&auml;tzlich gilt: Je k&uuml;rzer die gemeinsame Schulzeit ist, desto st&auml;rker schl&auml;gt die im famili&auml;ren Zusammenhang erworbene oder eben auch nicht erworbene Bildung zu Buche. Kinder aus den &bdquo;bildungsfernen&ldquo; Familien haben dann weniger Zeit, famili&auml;r bedingte Defizite auszugleichen. Arbeiterkinder, besonders die aus Migrantenfamilien, haben daher in der Regel einen Nachteil gegen&uuml;ber Akademikerkindern. F&uuml;r die unterschiedlichen Bildungschancen sind allerdings nicht nur die herkunftsbedingten Leistungsunterschiede verantwortlich, sondern ebenso auch die Tatsache, dass die f&uuml;r den Gymnasialbesuch erforderlichen schulischen Leistungen bei Kindern aus Arbeiterfamilien von den Lehrkr&auml;ften deutlich schlechter bewertet werden als bei Kindern aus Akademikerfamilien. Die Lehrkr&auml;fte an den Grundschulen geben Akademikerkindern fast achtmal so h&auml;ufig eine Gymnasialempfehlung wie Kindern un- und angelernter Arbeiter. Ber&uuml;cksichtigt man die Unterschiede in den kognitiven F&auml;higkeiten und in der Lesekompetenz zwischen diesen Sch&uuml;lergruppen, so verringert sich der Abstand zwar, er bleibt aber immer noch beim Viereinhalbfachen. <\/p><p>Auch hier ist zudem eine starke Polarisierung zu verzeichnen. 2001 reichten f&uuml;r ein Akademikerkind in der Lesekompetenz 551 Punkte f&uuml;r eine Gymnasialempfehlung, w&auml;hrend ein Arbeiterkind es auf gut 600 Punkte bringen musste. Bis 2006 ist der Wert f&uuml;r das Kind eines Arztes oder eines h&ouml;heren Beamten auf 537 Punkte gesunken. F&uuml;r die Empfehlung reichte bei ihm nun eine Leistung aus, die nicht einmal dem Durchschnittswert aller Sch&uuml;ler von 548 Punkten entsprach. Die Kinder un- und angelernter Arbeiter mussten demgegen&uuml;ber mit 614 Punkten deutlich bessere Leistungen als 2001 erbringen, um eine Empfehlung f&uuml;r das Gymnasium zu bekommen. Sie mussten jetzt ungef&auml;hr eine ganze Kompetenzstufe (von insgesamt nur f&uuml;nf) besser sein als Akademikerkinder oder, anders ausgedr&uuml;ckt, ihnen mehr als eineinhalb Schuljahre voraus sein, um von den Lehrkr&auml;ften ebenfalls als geeignet f&uuml;r den Besuch eines Gymnasiums gehalten zu werden. Zur Beg&uuml;nstigung durch die Lehrkr&auml;fte kommt dann noch hinzu, dass Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss ihrem Nachwuchs auch weniger zutrauen als Akademikereltern und deshalb dem Rat der Lehrer und Lehrerinnen folgen, wenn es um die Einsch&auml;tzung der weiteren Schullaufbahn ihrer Kinder geht. Bei Eltern mit Hochschulabschluss oder hoher beruflicher Position sieht das ganz anders aus. So gen&uuml;gten Eltern mit Hochschulabschluss 2006 bereits 498 Punkte (530 Punkte 2001) auf der Skala der Lesekompetenz, um ihre Kinder f&uuml;r geeignet zu halten (Bos et. al. 2007: 19).<\/p><p>Als Konsequenz dieser Entwicklung findet man an den Hauptschulen und Realschulen eine erhebliche Anzahl von Sch&uuml;lern, die die F&auml;higkeit h&auml;tten, eine h&ouml;here Schulform zu besuchen. So erreicht jeder vierte der Haupt- und Realsch&uuml;ler Leistungen oberhalb des Realschul- bzw. Gymnasialdurchschnitts. Jeder vierte Hauptsch&uuml;ler und jeder zweite Realsch&uuml;ler ist sogar besser als das untere Viertel der Gymnasiasten (Uhlig u.a. 2009: 428 ff.). Die fr&uuml;he Verteilung auf unterschiedliche Schultypen beinhaltet nicht nur erhebliche Fehleinsch&auml;tzungen der Leistungen und eine gravierende soziale Schieflage, sie nimmt Kindern auch die M&ouml;glichkeit zu lernen. Bei gleichen intellektuellen Voraussetzungen erreicht man von Klasse 7 bis Klasse 10 in der Mathematik auf dem Gymnasium einen Lernfortschritt von 91 Prozent, auf der Hauptschule dagegen nur einen von 41 Prozent, nicht einmal halb so viel (Veith u.a. 2009: 28). Die Chance, bei einer Leistungssteigerung sp&auml;ter noch einen h&ouml;heren Schulabschluss anzusteuern, ist zudem sehr gering. Die Wechselquote pro Jahr liegt gerade einmal bei drei Prozent. Was aber noch entscheidender ist. Es kommen auf einen, der den Aufstieg von der Realschule auf das Gymnasium schafft, zw&ouml;lf, die den umgekehrten Weg gehen m&uuml;ssen. Wechsel bedeutet also ganz &uuml;berwiegend Bildungsabstieg, nicht Bildungsaufstieg (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2008: 66).<\/p><p>Besonders betroffen von dieser Benachteilung sind die Kinder von hier lebenden Migranten. Nur gut jeder achte besucht ein Gymnasium. Fast die H&auml;lfte eines Jahrgangs bleibt nach dem Ende der Pflichtschulzeit sogar ohne jegliche weitere Ausbildung. Hier schl&auml;gt sich besonders nieder, dass Kinder aus Migrantenfamilien seltener vorschulische Bildungseinrichtungen besuchen und diese f&uuml;r Kinder bis zu drei Jahren auch in v&ouml;llig unzureichendem Ma&szlig;e zur Verf&uuml;gung stehen. Gerade einmal 12 Prozent dieser Altersgruppe k&ouml;nnen in Westdeutschland, wo die &uuml;berwiegende Mehrheit der Migranten wohnt, in eine Kindertageseinrichtung gehen. Deutsche Kinder nehmen das Angebot zudem fast doppelt so h&auml;ufig in Anspruch wie Migrantenkinder. Bei den Kindern zwischen drei und sechs Jahren verbessert sich die Situation zwar erheblich, indem die generelle Besuchsquote auf ungef&auml;hr 90 Prozent steigt und sie bei Kindern aus Migrantenfamilien nur noch etwa ein Viertel niedriger als bei deutschen Kindern liegt. Angesichts der sprachlichen und sozialen Nachteile dieser Bev&ouml;lkerungsgruppe ist das Angebot aber auch in dieser Altersgruppe unzureichend. Dies gilt vor allem f&uuml;r die im Durchschnitt zu kurzen &Ouml;ffnungszeiten. Ganzt&auml;gige Angebote existieren in Westdeutschland gerade einmal f&uuml;r ein Drittel der Kindergartenkinder (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2010: 49 ff.; 235f.) <\/p><p>Generell haben die Kinder und Jugendlichen aus der unteren H&auml;lfte der Bev&ouml;lkerung deutlich schlechtere Bildungschancen. Das setzt sich beim &Uuml;bergang ins Berufsbildungssystem fort. Von den deutschen Hauptschulabsolventen schaffen gerade einmal 48 Prozent den direkten &Uuml;bergang in eine duale Ausbildung. Bei denen, die die Hauptschule ohne Abschluss verlassen, ist es sogar nur ein Viertel. F&uuml;r die Jugendlichen aus Migrantenfamilien sieht es noch schlechter aus. Zwei Drittel der Hauptschulabsolventen und sogar 88 Prozent derjenigen, die keinen Abschluss geschafft haben, landen in staatlichen &Uuml;bergangsma&szlig;nahmen, deren Bildungsangebote unterhalb einer qualifizierten Berufsausbildung liegen und zu keinen anerkannten Ausbildungsabschl&uuml;ssen f&uuml;hren. &Uuml;berraschend und ein Beleg f&uuml;r die begrenzte Wirksamkeit von Bildung ist aber, dass selbst bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die einen Realschulabschluss aufweisen, knapp ein Drittel keinen Ausbildungsplatz bekommt, sondern im &Uuml;bergangssystem endet (ebd.: 99). <\/p><p>Diese Perspektiven schlagen sich dann folgerichtig in der Motivation der Hauptsch&uuml;ler nieder. Das gilt ganz besonders f&uuml;r st&auml;dtische Ballungsgebiete mit hoher Arbeitslosigkeit und hohem Migrantenanteil. Wenn dort aus den gesamten Abschlussklassen der Hauptschulen so gut wie niemand mehr einen Ausbildungsplatz bekommt, dann ist nicht verwunderlich, dass die Sch&uuml;ler sich auch nicht mehr sonderlich anstrengen. Es macht aus ihrer Sicht einfach keinen Sinn. Diese Einsch&auml;tzung wird im Kern zunehmend auch von den Lehrern geteilt. Eine Befragung von Lehrkr&auml;ften in den Jahren 2000 und 2011 zeigt ein drastisches Auseinanderdriften zwischen den Hauptschul- und den Gymnasiallehrkr&auml;ften, was ihre Sicht auf die Zukunftsaussichten der jeweiligen Sch&uuml;lerschaft angeht. War 2000 jeweils ein Viertel der Meinung, die Perspektiven seien f&uuml;r diese besser als fr&uuml;her, und 42 (Gymnasium) bzw. 49 Prozent (Hautschule) hielten sie f&uuml;r schlechter, sieht es elf Jahre sp&auml;ter vollkommen anders aus. Bei den Hauptschullehrern hat sich die Stimmung noch einmal, und zwar dramatisch verschlechtert. 60 Prozent sehen die Zukunft f&uuml;r ihre Sch&uuml;ler d&uuml;sterer und nur noch 18 Prozent positiver. Bei den Gymnasiallehrern ist es genau umgekehrt. Nur noch ein Viertel schaut pessimistisch in die Zukunft, 43 Prozent dagegen optimistisch (Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach 2011: 15). <\/p><p><strong>Gefahren und politische Folgerungen<\/strong><\/p><p>Die geschilderten Tendenzen, sowohl in Hinblick auf Beruf und Einkommen als auch in Bezug auf die Bildungschancen, sind ein Alarmsignal. Deutschland droht dauerhaft eine tiefgreifende Spaltung der Gesellschaft, weil die gesetzlichen &Auml;nderungen bei den Sozialleistungen und die Strukturen des Bildungssystems vielfach Hand in Hand greifen, und das nicht im positiven, sondern im negativen Sinne.<\/p><p>Die Hartz-Reformen haben nicht gehalten, was ihre Bef&uuml;rworter stets versprochen haben. Der Weg aus der Arbeitslosigkeit ist nicht leichter geworden, weder durch die Ma&szlig;nahmen der Arbeitsagenturen unter dem Motto &bdquo;F&ouml;rdern und Fordern&ldquo;, noch durch die massive Ausweitung von befristeten Arbeitsvertr&auml;gen und Leiharbeit. Wie aktuelle Untersuchungen des IAB zeigen, ist es von den Arbeitslosen, die als Leiharbeiter Besch&auml;ftigung fanden, gerade einmal sieben Prozent gelungen, in den n&auml;chsten zwei Jahren ein dauerhaftes Arbeitsverh&auml;ltnis au&szlig;erhalb der Leiharbeit zu finden. Die Masse verblieb in der Leiharbeit oder wurde wieder arbeitslos (Lehmer\/Ziegler 2010: 4). Fast jedes zweite Arbeitsverh&auml;ltnis, das arbeitslose Hartz-IV-Empf&auml;nger antraten, war binnen eines halben Jahres schon wieder beendet und ebenfalls fast jedes zweite musste aufgrund der geringen L&ouml;hne durch Leistungen der Arbeitsagentur aufgestockt werden (Koller\/Rudolph 2011: 3). Au&szlig;erdem hat nur jeder achte Geringverdiener innerhalb der n&auml;chsten sechs Jahre den Ausstieg aus dem Niedriglohnsektor geschafft (Schank u.a. 2008: 5). Ganz generell stellen Fehr und Vorbruba in ihrer Untersuchung der Hartz-Reformen fest: &bdquo;Seit der Hartz-Reform haben sich die Arbeitslosigkeitsepisoden der Sozialtransferbezieher nicht verk&uuml;rzt. Im Gegenteil verweilen Alg-II-Bezieher bei Ber&uuml;cksichtigung soziodemografischer Effekte und der Arbeitsmarktsituation eher l&auml;nger in Arbeitslosigkeit als Sozial- und Arbeitslosenhilfebezieher vor der Einf&uuml;hrung des SGB II.&ldquo; (Fehr\/Vobruba 2011:216)<\/p><p>Im Bildungsbereich sieht es nicht ganz so d&uuml;ster aus. Die Hauptschule als Restschule wird mittlerweile fast &uuml;berall, selbst in der CDU, in Frage gestellt und durch neue integrierte Modelle ersetzt, die sie mit der bisherigen Realschule und der Gesamtschule kombinieren. Allerdings gibt es hier enorme Unterschiede in der l&auml;nderspezifischen Umsetzung. Es gibt Varianten wie in Nordrhein-Westfalen, die nur bis zur 10. Klasse reichen, das Abitur also ausschlie&szlig;en, und Varianten, die wie etwa in Hamburg auch das Abitur erm&ouml;glichen. Was allen gemein ist, das ist allerdings die Bestandsgarantie f&uuml;r das Gymnasium. Eine Zweiteilung wird also in jedem Falle beibehalten. Wie scharf sie ausfallen wird, das muss man abwarten. Au&szlig;erdem besteht die Gefahr, dass die alte Dreigliedrigkeit zumindest teilweise auf dem Weg der Sonderschulen wieder Einzug h&auml;lt. Ein Blick auf die neuen Bundesl&auml;nder, die die Hauptschule nicht kennen, l&auml;sst das Problem erahnen. Dort besuchen mittlerweile fast sieben Prozent der Sch&uuml;ler eine Sonderschule, mit Spitzenwerten von knapp zehn Prozent (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2010: 70). Sie ist damit auf dem besten Weg, die neue Restschule zu werden.<\/p><p>Deutschland geh&ouml;rt international mittlerweile zu den wenigen Industriel&auml;ndern, die sowohl ein sozial stark selektives Bildungssystem als auch eine eher restriktive Handhabung wohlfahrtsstaatlicher Leistungen aufweisen. Dabei zeigt die Analyse, dass die Verkn&uuml;pfung gro&szlig;z&uuml;giger wohlfahrtsstaatlicher Leistungen mit einem durchl&auml;ssigen Bildungssystem die besten Perspektiven f&uuml;r gesellschaftlichen Fortschritt bietet (Allmendinger\/Nikolai 2010: 116f.). Was bei einer Fortsetzung der bisherigen Sozial- und Bildungspolitik dagegen zu erwarten ist, zeigen die bisherigen Ausf&uuml;hrungen. Au&szlig;erdem hat die Spaltung der Gesellschaft auch Konsequenzen f&uuml;r die Beteiligung der B&uuml;rger am politischen Geschehen. Die Wahlbeteiligungen signalisieren das mehr als deutlich. Sie gehen ja nicht einfach ganz allgemein zur&uuml;ck, die Quote h&auml;ngt vielmehr au&szlig;erordentlich stark von der sozialen Lage ab. Wie Wahlanalysen immer wieder best&auml;tigen, ist in den b&uuml;rgerlichen Stadtteilen kaum ein R&uuml;ckgang zu verzeichnen, in den sogenannten &bdquo;sozialen Brennpunkten&ldquo; daf&uuml;r ein umso gr&ouml;&szlig;erer. Lag die Differenz zwischen diesen Wahlbezirken fr&uuml;her bei zehn Prozent, betr&auml;gt sie bei Bundestagswahlen mittlerweile 50 bis 70 Prozent und bei Landtags- und Kommunalwahlen teilweise sogar mehr als 100 Prozent (Sch&auml;fer 2009). W&auml;chst die Kluft zwischen Arm und Reich weiter, ist damit zu rechnen, dass dieser Prozess voranschreitet, dass die Verlierer der Entwicklung sich noch st&auml;rker als bisher politisch abstinent verhalten werden.<\/p><p>Um solche Entwicklungen zu verhindern oder zumindest zu bremsen, m&uuml;sste zun&auml;chst der Konsens durchbrochen werden, der in den letzten zehn Jahren innerhalb der Eliten, nicht zuletzt aufgrund ihrer zunehmenden Homogenisierung, wie auch in gro&szlig;en Teilen der intellektuellen und b&uuml;rgerlichen Kreise zu beobachten war (Hartmann 2010; 2012). Die Verteilungsfrage ist (gerade angesichts der Finanzkrise und ihrer Folgen) im Gegensatz zur dort vorherrschenden Meinung kein Thema von gestern, die Hartz-Reformen sind keine Erfolgsgeschichte und das Gymnasium ist keine sakrosankte Institution. Das w&auml;re ein Anfang f&uuml;r eine produktive Diskussion &uuml;ber gesellschaftlichen Fortschritt. Findet sie nicht statt, kann es sein, dass wir in Deutschland in zehn oder 15 Jahren eine Debatte &uuml;ber Jugendunruhen und ihre Ursachen f&uuml;hren m&uuml;ssen, wie sie aktuell in Gro&szlig;britannien Politik und Medien beherrscht.<\/p><p><strong>Literatur:<\/strong><\/p><ul>\n<li>Allmendinger, Jutta\/ Nikolai, Rita (2010): Bildungs- und Sozialpolitik: <a href=\"http:\/\/www.soziale-welt.nomos.de\/fileadmin\/soziale-welt\/doc\/Aufsatz_SozWelt_10_02.pdf\">Die zwei Seiten des Sozialstaats im internationalen Vergleich, Soziale Welt, Jg. 61, H.1, 105-119 [PDF &ndash; 456 KB]<\/a><\/li>\n<li>Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2008): <a href=\"http:\/\/www.bildungsbericht.de\/daten2008\/bb_2008.pdf\">Bildung in Deutschland 2008. Ein indikatorengest&uuml;tzter Bericht mit einer Analyse zu Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel, Bielefeld [PDF &ndash; 5 MB]<\/a><\/li>\n<li>Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2010): <a href=\"http:\/\/www.bildungsbericht.de\/daten2010\/bb_2010.pdf\">Bildung in Deutschland 2010. Ein indikatorengest&uuml;tzter Bericht mit einer Analyse zu &Uuml;berg&auml;ngen im Anschluss an den Sekundarbereich I, Bielefeld [PDF &ndash; 4.7 MB]<\/a><\/li>\n<li>Bach, Stefan\/Corneo, Giacomo, Steiner, Viktor (2008): <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.79344.de\/dp767.pdf\">Effective taxation of top incomes in Germany, 1992-2002, DIW Discussion Papers 767, 8.2.2008 [PDF &ndash; 182 KB]<\/a><\/li>\n<li>Bach, Stefan\/Beznoska, Martin\/Steiner, Viktor (2011): <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.376053.de\/dp1137.pdf\">A Wealth Tax on the Rich to Bring down Public Debt? SOEPpapers 397, 7.7. 2011 [PDF &ndash; 250 KB]<\/a><\/li>\n<li>Bos, Wilfried\/Hornberg, Sabine\/Arnold, Karl-Heinz\/Faust, Gabriele\/Fried, Lilian\/Lankes, Eva-Maria\/Schwippert, Knut\/Valtin, Renate (2007): <a href=\"http:\/\/www.bmbf.de\/pubRD\/IGLU_zusammenfassung.pdf\">IGLU 2006. Lesekompetenzen von Grundschulkindern im internationalen Vergleich, Zusammenfassung f&uuml;r die Presse [PDF &ndash; 227 KB]<\/a><\/li>\n<li>Fehr, Sonja\/Vobruba, Georg (2011): Die Arbeitslosigkeitsfalle vor und nach der Hartz-IV-Reform, WSI-Mitteilungen, Jg. 63, H. 5, S. 211-217<\/li>\n<li>Goebel, Jan\/Krause, Peter (2007): Gestiegene Einkommensungleichheit in Deutschland, Wirtschaftsdienst, Jg. 87, H. 12, 824-832 Zum <a href=\"http:\/\/www.zbw.eu\/kataloge\/econis_select\/econisselect_docs_2011\/mi_wd_mittelschicht.htm\">Download hier<\/a>.<\/li>\n<li>Goebel, Jan\/ Gornig, Martin\/H&auml;u&szlig;ermann, Hartmut (2010): Polarisierung der Einkommen. Die Mittelschicht verliert, DIW-Wochenbericht, Jg. 77, H. 24, S. 2-8 Zum <a href=\"http:\/\/www.zbw.eu\/kataloge\/econis_select\/econisselect_docs_2011\/mi_wd_mittelschicht.htm\">Download hier<\/a>.<\/li>\n<li>Gundert, Stefanie\/Hohendanner, Christian (2011): <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2011\/kb0411.pdf\">Soziale Teilhabe ist eine Frage von stabilen Jobs, IAB-Kurzbericht 4\/2011 [PDF &ndash; 395 KB]<\/a><\/li>\n<li>Hartmann, Michael (2010): Klassenkampf von oben. Die gezielte soziale Desintegration, in: Heitmeyer, Wilhelm, Deutsche Zust&auml;nde. Folge 9, Frankfurt\/M., S.267-277<\/li>\n<li>Hartmann, Michael (2012): Eliten und F&uuml;hrungsgruppen, in: Mau, Steffen\/Sch&ouml;neck, Nadine M. (Hrsg.), Handw&ouml;rterbuch zur Gesellschaft Deutschlands, Wiesbaden (im Erscheinen)<\/li>\n<li>Institut f&uuml;r Demoskopie Allensbach (2011). <a href=\"http:\/\/www.lehrerpreis.de\/documents\/ALLENSBACH_2011_WEB.pdf\">Schul- und Bildungspolitik in Deutschland 2011 [PDF &ndash; 316 KB]<\/a> (und <a href=\"http:\/\/www.vodafone-stiftung.de\/presseinfomodul\/detail\/118.html\">hier<\/a>)<\/li>\n<li>Koller, Lena\/Rudolph, Helmut (2011): <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2011\/kb1411.pdf\">Viele Jobs von kurzer Dauer, IAB-Kurzbericht 14\/2011 [PDF &ndash; 308 KB]<\/a><\/li>\n<li>Lehmer, Florian\/Ziegler, Kerstin (2010): <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2010\/kb1310.pdf\">Zumindest ein schmaler Steg, IAB-Kurzbericht 13\/2010 [PDF &ndash; 484 KB]<\/a><\/li>\n<li>Sch&auml;fer, Armin (2009): Wahlbeteiligung in Deutschland: Die soziale und r&auml;umliche Kluft w&auml;chst, Manuskript, K&ouml;ln<\/li>\n<li>Schank, Thorsten\/ Schnabel, Claus\/ Stephani, Jens\/ Bender, Stefan (2008): <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/kurzber\/2008\/kb0808.pdf\">Sackgasse oder Chance zum Aufstieg? IAB-Kurzbericht 8\/2008 [PDF &ndash; 640 KB]<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bcg.de\/documents\/file50243.pdf\">Veith, Christian\/Koehler, Martin\/Reiter Monika (2009): Standortfaktor Bildungsintegration, M&uuml;nchen [PDF &ndash; 3.7 MB]<\/a><\/li>\n<li>Uhlig, Johannes\/Solga, Heike\/Schupp, J&uuml;rgen (2009): <a href=\"http:\/\/www.zfs-online.org\/index.php\/zfs\/article\/viewFile\/1311\/848\">Bildungsungleichheiten und blockierte Lernpotentiale, Zeitschrift f&uuml;r Soziologie, Jg. 38, H 5, S. 418-440 [PDF &ndash; 208 KB]<\/a><\/li>\n<\/ul><p><strong>Hinweis: Michael Hartmann<\/strong> ist Professor f&uuml;r Soziologie mit den Schwerpunkten Elitesoziologie, Industrie- und Betriebssoziologie sowie Organisationssoziologie an der Technischen Universit&auml;t Darmstadt.<br>\nEr hat uns diesen Beitrag zur Verf&uuml;gung gestellt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirft man einen oberfl&auml;chlichen Blick auf die Entwicklung in Deutschland, so f&auml;llt eines sofort ins Auge. Die Gesellschaft ist seit der Jahrtausendwende erheblich ungleicher geworden. Wies Deutschland im internationalen Vergleich lange Jahrzehnte eine relativ ausgeglichene Einkommensstruktur auf, lag international im unteren Mittelfeld, nahe bei den f&uuml;r ihre geringen Einkommensunterschiede bekannten skandinavischen L&auml;ndern, so hat sich<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11687\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[140,137,132],"tags":[288,411,291],"class_list":["post-11687","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hartz-gesetze-buergergeld-grundsicherung","category-steuern-und-abgaben","category-ungleichheit-armut-reichtum","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-schroeder-gerhard","tag-verteilungsgerechtigkeit"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11687","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11687"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53592,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11687\/revisions\/53592"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}