{"id":116963,"date":"2024-06-20T10:13:22","date_gmt":"2024-06-20T08:13:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116963"},"modified":"2024-06-22T14:00:19","modified_gmt":"2024-06-22T12:00:19","slug":"friedensberichterstatter-und-songpoet-tino-eisbrenner-der-frieden-beginnt-dort-wo-das-schiessen-aufhoert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116963","title":{"rendered":"\u201eFriedensberichterstatter\u201c und Songpoet Tino Eisbrenner: \u201eDer Frieden beginnt dort, wo das Schie\u00dfen aufh\u00f6rt.\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&bdquo;Nachdem alle Br&uuml;cken nach Russland abgerissen wurden, bleibt noch eine offen &ndash; die der Kunst.&ldquo; Das sagt der Songpoet <strong>Tino Eisbrenner<\/strong>, der sich selbst als Friedensberichterstatter und Br&uuml;ckenbauer bezeichnet. Der seit 44 Jahren aktive K&uuml;nstler interessiert sich schon seit der fr&uuml;hen Kindheit f&uuml;r die slawische Welt. F&uuml;r ihn ist der Krieg in der Ukraine kein Grund, nicht nach Russland zu fahren. F&uuml;r ihn ist er dagegen Motiv, sich als Mitbegr&uuml;nder der Initiative &bdquo;Musik statt Krieg&ldquo; noch st&auml;rker f&uuml;r Frieden und Verst&auml;ndigung zu engagieren. Als K&uuml;nstler findet er daf&uuml;r kreative Wege &ndash; vorbei an allem, was sich politisch zwischen Deutschland und Russland abspielt. Er scheut auch nicht vor einem Auftritt im Kremlpalast oder vor der Einladung der Russischen Botschaft in Berlin zur&uuml;ck. Woher er dazu den Mut und die Kraft nimmt, was ihn motiviert, dar&uuml;ber hat <strong>&Eacute;va P&eacute;li<\/strong> Mitte Juni mit ihm vor einem Konzert im Berlin gesprochen.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>&Eacute;va P&eacute;li: Herr Eisbrenner, Sie engagieren sich seit Jahrzehnten f&uuml;r ein besseres Verh&auml;ltnis, ja f&uuml;r Frieden und Freundschaft mit Russland. Wo kommt das her? Was gab den Ansto&szlig;?<\/strong><\/p><p><strong>Tino Eisbrenner<\/strong>: Ich habe in meiner Kindheit in Bulgarien gelebt, weil meine Eltern dort gearbeitet haben. Mein Vater war Lehrer, meine Mutter Kinderg&auml;rtnerin im Botschaftskindergarten. Da habe ich die slawische Kultur kennengelernt. Ich bin also einer von denen, die davor keine Angst haben. Ab der dritten Klasse hatte ich dort Russisch, danach ging es in der DDR bis zur zw&ouml;lften weiter. So ist also schon mal der Sprachschl&uuml;ssel.<\/p><p>Durch die Sozialisierung haben wir alle viel &uuml;ber Russland &ndash; damals die Sowjetunion &ndash; erfahren. Wir kennen die russischen beziehungsweise sowjetischen Autoren, wir haben die russischen Filme geguckt, M&auml;rchen, bis hin zu den Filmen &uuml;ber den &bdquo;Gro&szlig;en Vaterl&auml;ndischen Krieg&ldquo;. So nennen sie den Teil des Zweiten Weltkrieges, der die Sowjetunion betraf. Wir haben auch ihre Musik kennengelernt. Als ich dann selbst mit Rockmusik anfing, bin ich auf Tournee gewesen in der Sowjetunion.<\/p><p>Dann kamen die Neunziger, da war ja Frieden, weil Jelzin Russland als Selbstbedienungsladen f&uuml;r den Westen hergab. Als Putin dies zu korrigieren begann, wurde Russland hier wieder zum Feind erkl&auml;rt. Das hat mich motiviert, als K&uuml;nstler dazu beizutragen, dass die Menschen Russland wieder kennenlernen. Dazu habe ich russische Lieder ins Deutsche &uuml;bertragen, und das hat mich dann auch sehr schnell wieder f&uuml;r Konzerttouren nach Russland gebracht.<\/p><p><strong>Sie sind bei Festivals in Russland aufgetreten, auch auf der Krim. 2023 haben Sie an dem Wettbewerb &bdquo;Doroga na Jaltu&ldquo; mit dem Lied &bdquo;Kraniche&ldquo; teilgenommen und den zweiten Platz gewonnen. Dieses Jahr waren Sie in der Jury dieses Wettbewerbs. Wie ist es &uuml;berhaupt dazu gekommen?<\/strong><\/p><p>Zum Festival habe ich mich einfach beworben. Jemand hat mir von dem internationalen Wettbewerb mit Liedern aus dem und &uuml;ber den &bdquo;Gro&szlig;en Vaterl&auml;ndischen Krieg&ldquo; erz&auml;hlt. Die Teilnehmer sollen in ihrer eigenen Sprache ein Lied singen. Mein Vorschlag war: &bdquo;Kraniche&ldquo;. Das ist eins der gr&ouml;&szlig;ten Lieder, die dieses Genre &uuml;berhaupt hat. Sie k&ouml;nnen sich vorstellen, das auf Deutsch zu singen &ndash; in der Sprache des Feindes von damals &ndash;, das hat eine enorme symbolische Kraft. Gerade in der heutigen Zeit, wo Deutschland &uuml;berhaupt gar keine Friedenssignale in Richtung Russland sendet. Und bisher war dieses Lied auch &uuml;berhaupt nicht in einer deutschen Nachdichtung gesungen worden. Als ich dann im Finale im Kremlpalast zusammen mit der russischen Star-S&auml;ngerin Zara auf der B&uuml;hne stand und begonnen habe, auf Deutsch zu singen, erhoben sich 6.000 Leute im Saal, um zu zeigen, &bdquo;Wir verstehen, warum du da bist. Wir verstehen, warum du dieses Lied singst.&rdquo; Und &bdquo;Wir &ouml;ffnen unser Herz&rdquo;.<\/p><p>Aus dieser Kraft heraus, die da entstanden ist, hat sich ergeben, dass ich im Jahr 2024 wieder eingeladen wurde. Da kam die Frage, ob ich in der Jury mitarbeiten w&uuml;rde. Wieder diese Handreichung. Vorbei an allem, was sich politisch zwischen Deutschland und Russland abspielt, die Hand gereicht.<\/p><p><strong>Wie war die Resonanz in Russland und in Deutschland auf das Lied?<\/strong><\/p><p>Dieses Jahr haben mich so viele Russen, manchmal sogar auf der Stra&szlig;e, angesprochen. Die ganze Sendung kam auch im Fernsehen, wurde wiederholt. Immer wieder wurde auch der Ausschnitt von Tino Eisbrenner und Zara gezeigt &ndash; der Deutsche und die Russin. Die &bdquo;Kraniche&ldquo;, auf Russisch &bdquo;&#1046;&#1091;&#1088;&#1072;&#1074;&#1083;&#1080;&ldquo;, ist schon irgendwie mein Lied geworden. Auch mein Buch &uuml;ber meine Reise zum Festival tr&auml;gt diesen Titel, und zwar in beiden Sprachen.<\/p><p>In Deutschland gibt es nat&uuml;rlich Menschen, die &uuml;berhaupt gar kein Verst&auml;ndnis daf&uuml;r haben, dass man jetzt nach Russland reisen kann, die nicht verstehen, dass die Kultur eigentlich die letzte Br&uuml;cke ist, die wir noch haben, um vielleicht aus dieser Eskalation irgendwie herauszufinden. Der Sport ist ausgeschaltet, die Wirtschaft ist ausgeschaltet, die Politik eskaliert in die andere Richtung. Und ich frage: Was ist falsch daran, als K&uuml;nstler eine solche Handreichung &uuml;ber die Gr&auml;ben hinweg zu veranlassen und die Friedensbotschaft &bdquo;Wir wollen, dass die Kultur uns verbindet&rdquo; sowohl dorthin als auch zur&uuml;ck nach Deutschland zu tragen?!<\/p><p>Aber seit &uuml;ber einem Jahr ist nicht ein Tag vergangen, wo nicht auch Leute auf mich zugekommen w&auml;ren, um zu sagen oder zu schreiben: &bdquo;Wir wollten Dir danken, dass du dich so in den Wind stellst, dass du die Argumente bringst. Dass du uns die Geschichte sogar aufgeschrieben hast.&ldquo; Daf&uuml;r bin ich sehr dankbar, weil es immer wieder Kraft gibt.<\/p><p><strong>Sie haben die Initiative &bdquo;Musik statt Krieg&ldquo; gegr&uuml;ndet. Wie ist diese Idee entstanden?<\/strong><\/p><p>Aus einer &auml;hnlichen Situation wie jetzt. 2001 bis 2003 ging es in Deutschland darum, ob wir uns an dem US-amerikanischen Krieg gegen den Irak beteiligen. Viele Menschen haben damals verstanden, dass die sogenannte Achse des B&ouml;sen nur ein Alibi daf&uuml;r ist, im Irak einzufallen und die &Ouml;lquellen zu besetzen.<\/p><p>In Deutschland gab es damals eine sehr starke Friedensbewegung. Da waren die Terrorattacken, und viele Menschen hatten Angst. Ich bin dann in Neubrandenburg, wo ich lebe, in ein Fl&uuml;chtlingsheim reingegangen und hab gesagt, ich suche arabische, gerne irakische Musiker, die mit mir auf Tournee gehen wollen. Und so bin ich mit zwei irakischen Musikern auf Tournee gegangen &ndash; in meiner Band war noch ein Afrikaner und ein Bulgare und die Deutschen &ndash; und habe gesagt: Hier, die &bdquo;Achse des B&ouml;sen&ldquo; zum Anfassen.<\/p><p>Die &Uuml;berschrift &uuml;ber dieser Tour lautete &bdquo;Musik statt Krieg&ldquo;. Das haben wir dann auch mit einem arabischen Schriftzug aufgeschrieben, und so ist unser Logo entstanden. Ich denke, wenn alle davon reden, dass alle da auf der anderen Seite b&ouml;se sind, dann muss man versuchen, diese anderen kennenzulernen. Dasselbe Prinzip habe ich jetzt in Russland angewandt, und ich h&auml;tte es &uuml;brigens auch gerne in der Ukraine getan. Doch wenn man in Russland gespielt hat und zum Beispiel auch auf der Krim war, dann ist es jetzt leider gef&auml;hrlich, in die Ukraine zu reisen. Deswegen kann ich diese Br&uuml;cke nur zwischen Deutschland und Russland bauen und mich hier um Verst&auml;ndigung bem&uuml;hen. Und ich bin &uuml;berzeugt davon, dass solche Bestrebungen den friedliebenden und auf Frieden hoffenden Menschen der Ukraine ebenfalls ein Dienst sein werden &ndash; genau wie allen Friedenssuchern der Welt. Wir haben die Aufgabe und Pflicht, aus der Kriegsspirale hinauszufinden, und das ist nur durch Verst&auml;ndigung zu erreichen.<\/p><p><strong>Nun gibt es seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 Krieg in dem Land. Was bewegt Sie, weiter f&uuml;r Frieden zu singen? Welche Folgen hat das f&uuml;r Ihre k&uuml;nstlerische Arbeit, f&uuml;r Ihr Engagement?<\/strong><\/p><p>Ich gehe mal &uuml;ber den kleinen Fehler in der Frage hinweg, weil ich wei&szlig;, was Sie meinen. Und wir beide wissen, dass es nicht erst seit Februar 2022 Krieg im Land gab. Aber als dann eingetreten war, wovor alle Friedensbewegten die ganze Zeit gewarnt hatten, hat es auch uns im ersten Moment schockiert; weil wir selbst immer in der Hoffnung waren, Russland wird schon nicht &hellip; <\/p><p>Dann ist es aber passiert, aus meiner Sicht auch folgerichtig passiert. Wenn 200.000 Soldaten vor der Grenze stehen und der Pr&auml;sident der Ukraine br&uuml;llte, er hole sich jetzt den Donbass zur&uuml;ck, der nun acht Jahre lang um seine Unabh&auml;ngigkeit gek&auml;mpft und geblutet hat. Oder da ist die Krim, die durch die schnelle Entscheidung 2014, zu Russland zu geh&ouml;ren, eigentlich im Frieden geblieben ist und keineswegs von Kiew &bdquo;befreit&ldquo; werden will. Ich war zweimal dort, viele Leute haben mir versucht, zu erkl&auml;ren, &bdquo;Warum begreift ihr Deutschen nicht? Durch unser Referendum und unsere Entscheidung, zu Russland zu geh&ouml;ren, sind wir noch im Frieden, sonst w&auml;re hier Donbass.&ldquo; Aber &bdquo;die Deutschen&ldquo; wollten es nicht begreifen &hellip;<\/p><p>Und pl&ouml;tzlich standen wir da, die wir immer gesagt hatten &bdquo;Frieden mit Russland&ldquo;, und es hie&szlig; jetzt: &bdquo;Mit denen, die da den Krieg angefangen haben, mit denen wollt ihr Frieden machen?&ldquo;<\/p><p>Sp&auml;testens aber mit der Sprengung von Nordstream 2 haben die meisten Leute angefangen zu denken. Sie sind leider immer noch nicht in der Situation, auf die Stra&szlig;en zu gehen und zu sagen: &bdquo;Jetzt schert euch ab und sucht euch einen Platz, wo ihr verhandeln k&ouml;nnt.&ldquo; Aber sie sind auf jeden Fall in einem anderen Denkprozess als noch 2022, wo praktisch alles blau-gelb get&uuml;ncht wurde. Die Leute sehen jetzt klarer und erkennen, dass da mehr als zwei Farben eine Rolle spielen. Gerade gestern hat Rod Stewart bei seinem Konzert in Leipzig vor einem riesigen Selenskyj-Foto salutiert &ndash; und daf&uuml;r ein tausendfaches Buh- und Pfeifkonzert geerntet.<\/p><p><strong>Sie singen seit vielen Jahren Lieder sowjetischer Songpoeten wie Wladimir Wyssotzki, Bulat Okudschawa und anderen. Warum, was hat Sie dazu gebracht?<\/strong><\/p><p>Da war diesbez&uuml;glich ein gro&szlig;es schwarzes Loch seit den 2000er-Jahren, die Menschen in Deutschland hatten sich in den Neunzigern dem &bdquo;American way of life&ldquo; verschrieben und kaum noch f&uuml;r Russland interessiert. Wir wussten immer weniger &uuml;ber ihre Kultur, die russische Seele und Alltagspoesie. Deswegen habe ich angefangen, nach diesen Liedern zu gucken und sie in unsere Sprache zu holen. Immer Lieder, die auch f&uuml;r uns eine Relevanz haben, damit man einfach erkennen kann, aha, also die denken auch nicht anders, die lieben und leben genauso wie wir, die haben die gleichen Alltagssorgen, die gleichen Tr&auml;ume, sind Menschen. Ich wollte das f&uuml;r unsere Leute in Deutschland machen. Man hat keine Angst voreinander, wenn man sich kennt! Und pl&ouml;tzlich kamen die Einladungen in den russischsprachigen Raum: Russland, Georgien, Belarus, aber sogar auch nach Polen, Tschechien und die Slowakei. &bdquo;Ein Deutscher singt unsere Lieder, und in seinen Konzerten stellt er die russische Seele vor, trotz Konflikt, trotz Sanktionen. Wollen wir den nicht mal zu uns einladen?&ldquo; Auf den Tourneen habe ich viele Menschen kennengelernt. Pl&ouml;tzlich kamen Empfehlungen an Liedern, &bdquo;das w&auml;re auch ein tolles Lied f&uuml;r dich, und das und hier&ldquo;. Nach diesen Jahren dann kam 2023 die Empfehlung, bei dem Festival teilzunehmen, das war wieder eine ganz andere Ebene an Bekanntmachung.<\/p><p><strong>Am 5. Juni sind Sie zusammen mit Tobias Morgenstern in der Russischen Botschaft in Berlin zum 225. Geburtstag des russischen Dichters Alexander Puschkin mit einem Ausschnitt aus Ihrem gemeinsamen Puschkin-Programm aufgetreten. Wie ist es zu diesem Ereignis gekommen?<\/strong><\/p><p>So kommt es, wenn man sich gegenseitig wahrnimmt. Nat&uuml;rlich nimmt die Botschaft einen deutschen Liedermacher wahr, der sich f&uuml;r die Verst&auml;ndigung engagiert. So entstand die Idee, am Vorabend von Puschkins Geburtstag eine offizielle Feierstunde zu planen, bei der wir Ausz&uuml;ge aus unserem Programm &uuml;ber den russischen Nationaldichter Alexander Puschkin vortragen w&uuml;rden. Nun k&ouml;nnen nat&uuml;rlich wieder Leute aufspringen und sagen: &bdquo;In dieser Zeit kann man nicht in der russischen Botschaft singen, das geht nicht.&ldquo; Aber das ist derselbe Unsinn wie &bdquo;Man kann nicht in Moskau singen oder man kann nicht in Sankt Petersburg singen oder in Smolensk&ldquo;. Wir m&uuml;ssen Br&uuml;cken bauen. Mit Tobias Morgenstern war ich da sofort einig. Unser Puschkin-Programm besteht &uuml;brigens nicht nur aus Puschkin. Er dominiert zwar, aber wir lassen auch Puschkins poetische Erben zu Wort kommen, die ich ebenfalls in eigener Nachdichtung und mit russischen Originalzitaten singe. Zum Beispiel Bulat Okudschawa, der &uuml;brigens in diesem Jahr auch ein Jubil&auml;um hat, n&auml;mlich den 100-j&auml;hrigen Geburtstag.<\/p><p>Oft fragen mich Leute: &bdquo;Wie kommst du denn eigentlich &uuml;berhaupt nach Russland? Kann man da &uuml;berhaupt hinfahren oder fliegen?&ldquo; Klar kann man. Es ist blo&szlig; so, dass die deutschen Fluglinien ausscheiden. Aber dann nimmt man andere. Man hat einen Umweg.<\/p><p><strong>In einem Interview haben Sie gesagt: &bdquo;Wir m&uuml;ssen wieder lernen, wie man Frieden schlie&szlig;t.&ldquo; Wie kann das m&ouml;glich sein angesichts der zunehmenden Kriegshysterie in Politik, Medien und Gesellschaft?<\/strong><\/p><p>Wir m&uuml;ssen unsere Politiker, die gerade regieren, daran erinnern, was der Kanzler in seinem Eid geschworen hat, n&auml;mlich &bdquo;Schaden vom deutschen Volk abzuwenden&ldquo;. Der Weg ist auf keinen Fall, dass wir versuchen, innerhalb der n&auml;chsten drei Monate oder drei Jahre oder 30 Jahre Russland zu vernichten. Das wird so nicht funktionieren, weil den Russen l&auml;ngst klar ist, dass es um die Existenz ihres Staates geht, und wenn sie in dieser Frage mit dem R&uuml;cken an die Wand gedr&uuml;ckt werden, dann werden sie entsprechend reagieren.<\/p><p>Im Moment k&ouml;nnen wir alle die Klappe weit aufrei&szlig;en, weil die Russen sehr besonnen reagieren. Nat&uuml;rlich f&uuml;hren sie jetzt einen Krieg, den wir alle nicht wollen, aber sie haben den Krieg nicht angefangen. Insofern stimmt die Vokabel auch nicht: &bdquo;aggressiver Angriffskrieg&ldquo;. Sie haben nicht angegriffen, sie haben ihn nicht begonnen. Der lief, und zwar gegen die russische Kultur und Sprache und jeden, der sich zu deren Verteidigung erhob. Und Russland hat, nachdem sogar das Minsk-II-Abkommen seitens Kiews v&ouml;llig ignoriert wurde, dessen B&uuml;rgen Deutschland, Frankreich und Russland waren und sein sollten, eingegriffen in diesen Krieg. Das ist schon &ouml;fter vorgekommen in der Geschichte, dass in einen Krieg eingegriffen wurde, um ihn zu beenden. Damit ist Russland nicht das erste Land, und Russland ist auch nicht das erste Land, das &uuml;berhaupt einen Krieg f&uuml;hrt. Aber wir schwingen uns auf, um ausgerechnet gegen Russland unsere saubere Moral geltend zu machen. Und wenn man mit der Lupe draufzeigt, merkt man, wir haben gar keine. Wir tun das alles f&uuml;r Geld und f&uuml;r Pfr&uuml;nde, die uns damit er&ouml;ffnet werden k&ouml;nnten, wie wir glauben. Und jeder halbwegs gebildete Deutsche begreift sp&auml;testens seit Nordstream 2, um wessen Interessen es eigentlich geht und nach wessen Pfeife unsere Politik tanzt.<\/p><p><strong>Sie haben auch schon gesagt, Kunst und Kultur h&auml;tten die Aufgabe, immer auch den gesellschaftlichen Diskurs anzuregen. Doch die R&auml;ume daf&uuml;r werden anscheinend immer enger, ganz deutlich seit der Corona-Krise, nun auch durch die Kriegshysterie. Wie k&ouml;nnen da Kunst und Kultur die R&auml;ume offen halten und erweitern?<\/strong><\/p><p>Der Ruf nach den K&uuml;nstlern, die nun zur Flagge greifen sollen, damit alle hinterherlaufen k&ouml;nnen, ist recht oft zu h&ouml;ren. Aber die Aufgabe der Kunst ist, die Dinge zu begleiten und zu spiegeln. Und wenn die Revolution da ist, dann wird sich auch der Barde finden, der die entsprechende Hymne schreibt, weil er Teil der Bewegung und des gesellschaftlichen Ringens ist. Aber es sind nicht die K&uuml;nstler, die vorneweg mit der Fahne marschieren, w&auml;hrend sich hinter ihnen das Volk sammelt. Der Dichter Pablo Neruda, der die kommunistische chilenische Bewegung einst anf&uuml;hrte, hat bei der Gr&uuml;ndung der Unidad Popular die F&uuml;hrung in die H&auml;nde des Politikers Allende gegeben und diesen als K&uuml;nstler und Kulturbotschafter begleitet &ndash; bis in den Tod sogar &hellip;<\/p><p>Aber zur&uuml;ck zu Ihrer Frage. Nat&uuml;rlich war das kein Zufall, dass die Politik in der Corona-Krise zuerst die Kunst ausgeschaltet und damit die R&auml;ume geschlossen hat, in denen Diskurs stattfindet. Man hat ja die Kunst auch viel l&auml;nger im Lockdown gelassen als zum Beispiel den Sport, wo niemand spricht, sondern alle nur br&uuml;llen, ob<strong> <\/strong>das Tor f&auml;llt oder nicht. Dort, wo gesprochen wird, wo Denken und Bildung gef&ouml;rdert werden, n&auml;mlich in den R&auml;umen der Kunst, da hat man als Erstes geschlossen und als Letztes erst wieder aufgemacht, aus Angst, es k&ouml;nnte ein Widerstand entstehen oder mindestens ein Widerspruch.<\/p><p>Politiker verstehen sehr oft die Rolle der Kunst f&uuml;r eine Gesellschaft gar nicht, so wie sie auch sehr oft die Rolle der Politik gar nicht verstehen. Politik soll den Konsens ermitteln und herstellen. Das erreicht man nicht &uuml;ber Stigmatisierung und Ausgrenzung, sondern durch Diplomatie. W&uuml;rde Politik begreifen, was Kunst und Kultur k&ouml;nnen, dass sie n&auml;mlich das markanteste Merkmal sprichw&ouml;rtlicher Menschlichkeit sind und also zu Menschlichkeit f&uuml;hren, wo auch immer man sie gedeihen l&auml;sst, dann g&auml;be es keinen Zweifel daran, wie falsch es ist, russische K&uuml;nstler unseres Landes zu verweisen, russischen Studenten keinen Zugang zu unseren Universit&auml;ten zu gew&auml;hren, russische Filme oder B&uuml;cher zu verbannen oder andersherum deutschen K&uuml;nstlern das Leben schwer zu machen, wenn sie um der Menschlichkeit willen kulturelle Br&uuml;cken nach Russland zu erhalten suchen.<\/p><p>&Uuml;ber die Kunst kann es gelingen, diese und auch andere internationalen Br&uuml;cken wieder zu bauen. Wenn Politiker &ndash; die, die ganze Zeit das Gegenteil behauptet haben &ndash; jetzt sagen w&uuml;rden &bdquo;Okay, Moskau, dann wollen wir jetzt mal sprechen&ldquo;, w&uuml;rde Moskau wahrscheinlich auch erst mal sagen: &bdquo;Wo ist der Haken?&ldquo; Aber Leuten wie mir zum Beispiel, die die ganze Zeit gesagt haben &bdquo;Wir brauchen die Br&uuml;cke&ldquo;, w&uuml;rde man nat&uuml;rlich mehr vertrauen. Insofern kann die Kunst der Politik &ndash; wenn diese sich dessen bewusst wird &ndash; helfen, zu Friedensargumenten zur&uuml;ckzufinden und aus den Kriegsargumenten rauszukommen.<\/p><p><strong>Stichwort Cancel Culture: Sie haben das selbst erlebt, Sie sind wegen Ihrer Haltung sogar von einer Friedensveranstaltung ausgeladen worden. Was ist da passiert, und warum ist so etwas m&ouml;glich, dass jemand wegen seines Engagements f&uuml;r Frieden und Verst&auml;ndigung diffamiert wird?<\/strong><\/p><p>Weil die Menschen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie Frieden zu erreichen ist und was Frieden &uuml;berhaupt bedeutet. F&uuml;r mich ist Frieden nicht nur abstrakt. Ich m&ouml;chte erreichen, dass der Krieg aufh&ouml;rt, und dann ist f&uuml;r mich Frieden. Aber viele Menschen &ndash; vor allen Dingen politisch ambitionierte oder verantwortliche Menschen &ndash; sind eben der Ansicht, wie die, die mich da ausgeladen haben, man muss sich jetzt f&uuml;r die Ukraine entscheiden. Man hilft der Ukraine am besten, indem man den Krieg verl&auml;ngert. Die Ukraine selbst kann ihn nicht verl&auml;ngern. Wir k&ouml;nnen ihn aber verl&auml;ngern, indem wir jetzt Waffen liefern.<\/p><p>Das ist f&uuml;r mich nicht nachzuvollziehen. Ich bin der Meinung, der Frieden beginnt da, wo das Schie&szlig;en aufh&ouml;rt. &bdquo;Ja, aber dann haben die Russen gewonnen&ldquo;, kam das Gegenargument. Und &bdquo;dann haben wir die praktisch machen lassen, was sie wollen&ldquo;. Dabei geht man davon aus, dass die Russen diesen Krieg wollten. Doch das ist nicht der Fall. Sie haben sich &uuml;ber Jahre dagegen gewehrt, Angebote gemacht, selbst nach den ersten paar Wochen nach dem Einmarsch.<\/p><p>Aber Selenskyj durfte ja nicht aufh&ouml;ren, er musste weitermachen. Selbst bei den Friedensverhandlungen, die schon angelaufen waren, kam dann Boris Johnson zur T&uuml;r herein und drohte: &bdquo;Wenn ihr jetzt hier Frieden macht, dann k&ouml;nnen wir euch die Kreditvertr&auml;ge streichen.&ldquo; Von der westlichen Seite ging es immer nur um die Verl&auml;ngerung des Krieges &ndash; weitermachen, weitermachen! Man verdient besser Geld. &bdquo;Vielleicht kriegen wir ja die Russen doch irgendwie in die Knie gezwungen.&ldquo; Und das sind alles keine Friedenspl&auml;ne.<\/p><p><strong>Warum ist heute so wenig zu h&ouml;ren von Musikern und K&uuml;nstlern, wenn es um Frieden geht, bis zu jenen, die Frieden mit Waffen schaffen wollen? Das war fr&uuml;her schon anders.<\/strong><\/p><p>Ich hoffe, dass es jetzt wieder mehr werden. Am 18. August gibt es ein gro&szlig;es Friedenskonzert in Suhl, wo auch K&uuml;nstler auftreten, die sehr unterschiedlich denken &uuml;ber Gut und B&ouml;se, oder auf welche Art der Frieden hergestellt werden muss. Trotzdem haben wir es geschafft, dass wir uns zusammen auf eine B&uuml;hne stellen und f&uuml;r Frieden, f&uuml;r den abstrakten Frieden singen. Aber Ihre Frage er&uuml;brigt sich, wenn man bedenkt, in welcher Art unsere derzeitige Politik auf Menschen reagiert, die sich gegen die Doktrinen unserer Regierung wenden und wie sie sie stigmatisiert, etikettiert, ausgrenzt &ndash; auch gesch&auml;ftlich ruiniert.<\/p><p>Genauso geht es auch den Musikern. In den letzten zwei Jahren habe ich alles erlebt. Veranstalter, die mich nach 30 Jahren Zusammenarbeit pl&ouml;tzlich nicht mehr kennen, oder Veranstalter, die mich sehr wohl noch kennen und mich anrufen und sagen &bdquo;Tino, es ist alles richtig, wir sind ganz und gar deiner Meinung, aber wir kriegen auch Geld vom Senat. Wenn wir dich jetzt auf den Spielplan setzen, so haben wir Angst, dass die uns das Geld vom Senat streichen.&ldquo; Aber es gibt genauso Veranstalter &ndash; und das ist eben die optimistische Seite der Betrachtung &ndash;, die kommen und sagen: &bdquo;Wir kannten dich vorher gar nicht, aber danke f&uuml;r dein Engagement, und kannst du nicht mal bei uns spielen?&ldquo; Oder welche, die sagen: &bdquo;Wir haben schon immer mit dir gearbeitet, und wir halten zu dir. Und wir haben jetzt gerade beschlossen, dass wir kein Geld vom Senat mehr nehmen, keine Antr&auml;ge mehr stellen, damit wir in unserer Entscheidung frei sind, K&uuml;nstler wie dich weiter auf unsere B&uuml;hnen zu stellen.&ldquo;<\/p><p>Es gibt alles. Aber dazu muss jeder einzelne Musiker f&uuml;r sich selbst entscheiden, wie stark die eigene &Uuml;berzeugung ist. Du brauchst dazu wirklich eine sehr starke &Uuml;berzeugung, sonst h&auml;ltst du es nicht aus. Doch die &Uuml;berzeugung und den Mut, der aus ihr erw&auml;chst, haben nicht alle, deswegen &auml;u&szlig;ern sich viele nicht.<\/p><p>Aber es gibt eben auch viele, die wirklich angefangen haben zu denken &uuml;ber die zwei Jahre hinweg. Und ich wiederhole noch einmal: Sp&auml;testens mit der Sprengung von Nordstream 2 sind ganz viele Menschen pl&ouml;tzlich wach geworden und haben gesagt: &bdquo;Was ist denn hier los? W&auml;ren das die Russen gewesen, dann g&auml;be es einen medialen Aufschrei, ein Riesentheater &hellip;&ldquo; Aber man wei&szlig; genau, es waren nicht die Russen. Also spricht keiner dr&uuml;ber. Damit hat sich die Politik so derma&szlig;en entlarvt, dass es zum Beispiel zu solchen Wahlergebnissen f&uuml;hrt, wie wir sie jetzt gerade bekommen haben.<\/p><p><strong>Sie sind seit 44 Jahren als Musiker, Songpoet und Buchautor unterwegs. Wie verorten Sie das, was Sie jetzt machen, auf Ihrer bisherigen k&uuml;nstlerischen Laufbahn?<\/strong><\/p><p>Ich verorte es vor allen Dingen mit einem gewissen Bedauern. Weil es nat&uuml;rlich sch&ouml;ner ist, aus einem freiheitlichen Gef&uuml;hl heraus poetische Gedanken zu entwickeln und die Liebe zu verk&uuml;nden oder zu spiegeln, als sich politisch engagieren zu m&uuml;ssen, weil man merkt, dass alles irgendwie den Bach runtergeht. Ein Gedicht von Bertolt Brecht zitiere ich in letzter Zeit sehr oft: &bdquo;Was sind das f&uuml;r Zeiten, in denen ein Gespr&auml;ch &uuml;ber B&auml;ume fast ein Verbrechen ist, weil es das Schweigen &uuml;ber so viele Untaten einschlie&szlig;t?&ldquo; Und in so einer Situation sind wir jetzt gerade. Es f&auml;llt mir unheimlich schwer, ein Lied oder Gedichte &uuml;ber B&auml;ume zu schreiben; auf Partys zu gehen und so tun, als w&auml;re die Welt in Ordnung &ndash; unglaublich schwer. Und ich suche immer nach dem gr&ouml;&szlig;eren Beitrag, den ich leisten kann, um diese Situation irgendwie zu befrieden, um zu helfen, einen Krieg zu beenden, statt ihn noch auszuweiten. Das beeinflusst nat&uuml;rlich mein k&uuml;nstlerisches Schaffen.<\/p><p>Andererseits befl&uuml;gelt es jenes Schaffen auch. Zu wissen, dass man gebraucht wird &ndash; und nicht blo&szlig; mit irgendeinem Schubidu f&uuml;r die n&auml;chste Party, um zwei Stunden sp&auml;ter schon vergessen zu sein. Ich erlebe ja ganz oft, dass Leute mir sagen, dass sie inzwischen mit meinen Liedern richtig leben, dass die f&uuml;r sie eine Philosophie und eine Hoffnung, also eine Hoffnungsphilosophie darstellen. Und ich bin nat&uuml;rlich nicht der einzige K&uuml;nstler, dem es so geht, auch wenn wir wom&ouml;glich in der Minderheit sind. Das hei&szlig;t, wie Goethe gesagt hat: &bdquo;Zwei Herzen schlagen ach in meiner Brust.&ldquo; Eines in der Sehnsucht danach, einfach &uuml;ber B&auml;ume schreiben zu k&ouml;nnen, &uuml;ber das Rascheln der Bl&auml;tter. Das andere in der Verantwortung vor sich selbst und den Menschen gegen&uuml;ber, f&uuml;r die man singt, und zwar hierzulande genauso wie zum Beispiel in Russland.<strong> <\/strong>Die Verantwortung selbst der Kunst gegen&uuml;ber, als Br&uuml;ckenbauer und, wie ich es auch gern nenne, als Friedensberichterstatter.<\/p><p><small>Titelbild: Gregor Krampitz<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Nachdem alle Br&uuml;cken nach Russland abgerissen wurden, bleibt noch eine offen &ndash; die der Kunst.&ldquo; Das sagt der Songpoet <strong>Tino Eisbrenner<\/strong>, der sich selbst als Friedensberichterstatter und Br&uuml;ckenbauer bezeichnet. Der seit 44 Jahren aktive K&uuml;nstler interessiert sich schon seit der fr&uuml;hen Kindheit f&uuml;r die slawische Welt. F&uuml;r ihn ist der Krieg in der Ukraine kein<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=116963\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":116964,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[170,209,917],"tags":[3293,3041,3240,3475,3260,1120,3254,259,260],"class_list":["post-116963","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-friedenspolitik","category-interviews","category-kultur-und-kulturpolitik","tag-bellizismus","tag-cancel-culture","tag-diplomatische-verhandlungen","tag-eisbrenner-tino","tag-feindbild","tag-friedensbewegung","tag-kunstfreiheit","tag-russland","tag-ukraine"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/DSC2369_Tino-Eisbrenner_Foto_Gregor-Krampitz.jpeg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/116963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=116963"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/116963\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":117101,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/116963\/revisions\/117101"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/116964"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=116963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=116963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=116963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}