{"id":117300,"date":"2024-06-28T09:00:52","date_gmt":"2024-06-28T07:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117300"},"modified":"2024-07-02T08:34:17","modified_gmt":"2024-07-02T06:34:17","slug":"sorgen-fuers-geschaeft-die-bertelsmaenner-stiften-kummer-und-markieren-den-kuemmerer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117300","title":{"rendered":"Sorgen f\u00fcrs Gesch\u00e4ft: Die Bertelsm\u00e4nner stiften Kummer und markieren den K\u00fcmmerer"},"content":{"rendered":"<p>Die Bertelsmann Stiftung tut nur Gutes, behauptet sie, und fast alle nehmen es ihr ab. Sie engagiert sich f&uuml;r Demokratie, Bildung, Gesundheit, Europa, Nachhaltigkeit, kurzum: f&uuml;r die Menschen. Sieht Mensch genauer hin, merkt er, alles Heuchelei, und sp&uuml;rt, das Geld reicht nicht zum Leben und die Rente nicht zum w&uuml;rdevollen Sterben. Die &bdquo;Vordenker&ldquo; aus G&uuml;tersloh st&ouml;rt das nicht, sie haben es so gewollt und den Weg dazu bereitet. Der angeschlossene Konzern dankt es ihnen mit Milliardengewinnen. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_3274\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-117300-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240630_Sorgen_fuers_Geschaeft_Die_Bertelsmaenner_stiften_Kummer_und_markieren_den_Kuemmerer_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240630_Sorgen_fuers_Geschaeft_Die_Bertelsmaenner_stiften_Kummer_und_markieren_den_Kuemmerer_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240630_Sorgen_fuers_Geschaeft_Die_Bertelsmaenner_stiften_Kummer_und_markieren_den_Kuemmerer_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240630_Sorgen_fuers_Geschaeft_Die_Bertelsmaenner_stiften_Kummer_und_markieren_den_Kuemmerer_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=117300-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/240630_Sorgen_fuers_Geschaeft_Die_Bertelsmaenner_stiften_Kummer_und_markieren_den_Kuemmerer_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"240630_Sorgen_fuers_Geschaeft_Die_Bertelsmaenner_stiften_Kummer_und_markieren_den_Kuemmerer_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/startseite\">Bertelsmann Stiftung<\/a> macht sich Sorgen, wie so oft. Diesmal um &bdquo;Alleinerziehende in Deutschland&ldquo;. Am Dienstag ver&ouml;ffentlichte sie dazu ein <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/user_upload\/Factsheet_Alleinerziehende_2024.pdf\">&bdquo;Factsheet&ldquo;<\/a> (Datenblatt) mit allerlei bedr&uuml;ckenden Befunden, etwa dem, dass M&uuml;tter und mit Abstrichen V&auml;ter, die ihren Nachwuchs ohne Partner gro&szlig;ziehen, &bdquo;noch immer das h&ouml;chste Armutsrisiko&ldquo; h&auml;tten. 1,7 Millionen Familien seien davon betroffen und knapp die H&auml;lfte aller Kinder aus Haushalten mit B&uuml;rgergeldbezug lebten mit nur einem Elternteil zusammen.<\/p><p>Was die beiden federf&uuml;hrenden Forscherinnen aus G&uuml;tersloh besonders umtreibt: In der &uuml;berwiegenden Zahl der F&auml;lle &ndash; bei Frauen 71 Prozent, bei M&auml;nnern 87 Prozent &ndash; sind die Leidtragenden erwerbst&auml;tig und damit arm &bdquo;trotz Arbeit&ldquo;. Nicht sch&ouml;n findet das Antje Funcke, Expertin f&uuml;r Familienpolitik und Mitverfasserin der Studie. Wenngleich es einzelne sinnvolle Ma&szlig;nahmen gegeben habe, wie Reformen des Unterhaltsvorschusses und des Kinderzuschlags, <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2024\/juni\/trotz-arbeit-haben-alleinerziehende-noch-immer-das-hoechste-armutsrisiko\">&bdquo;ist es noch immer nicht gelungen, die belastende Situation f&uuml;r viele Alleinerziehende entscheidend zu verbessern&ldquo;<\/a>.<\/p><p><strong>Profit &uuml;ber alles <\/strong><\/p><p>Recht hat sie und recht hat die Stiftung mit vielem, was sie problematisiert. Tats&auml;chlich macht sie sich n&auml;mlich &uuml;ber allerhand Dinge Sorgen, die hierzulande im Argen liegen: Dass es zu wenige Erzieherinnen in den Kitas gibt, zu wenige P&auml;dagogen an den Schulen, zu wenige Pflegerinnen in Heimen und Krankenh&auml;usern, zu wenige &Auml;rzte oder dass Deutschland bei der Digitalisierung hinterherhinkt. Fast im Wochentakt lanciert sie Analysen und Expertisen zu diesem und jenem Thema, beklagt b&ouml;se Missst&auml;nde und liest der Politik die Leviten. Und immer bleibt am Ende die Quintessenz h&auml;ngen, dass der Staat irgendwie seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, was dann prompt medial ganz gro&szlig;e Kreise zieht. Denn was von Bertelsmann kommt, kann ja nicht falsch sein.<\/p><p>Falsch! Was von Bertelsmann kommt, ist nicht objektiv oder gut gemeint, sondern vor allem eines: interessengeleitet. Und das alles &uuml;berragende Interesse ist das an Profit. Wenn sich also die Besorgten aus G&uuml;tersloh f&uuml;r die Not der Menschen interessieren, dann in allererster Linie zu Gesch&auml;ftszwecken und an zweiter Stelle aus Gr&uuml;nden der Imagepflege. Man mimt den K&uuml;mmerer und verschleiert damit, dass man selbst Kummer stiftet. Zum Beispiel unter Alleinerziehern. Was nicht jeder wei&szlig;: Die Bertelsmann Stiftung hat die &bdquo;Agenda 2010&ldquo; ma&szlig;geblich &bdquo;vorgedacht&ldquo; und durch die damals rot-gr&uuml;ne Bundesregierung unter F&uuml;hrung von Gerhard Schr&ouml;der (SPD) ins Werk setzen lassen. Sehr viele der sozialen Verwerfungen von heute haben ihren Ursprung in dieser &bdquo;Zeitenwende&ldquo; von vor &uuml;ber 20 Jahren.<\/p><p><strong>Armut schafft Rendite <\/strong><\/p><p>Insbesondere betrifft das den per Hartz-Reformen geschaffenen Niedriglohnsektor, der in Europa seinesgleichen sucht. In seinem Windschatten gerieten s&auml;mtliche sozialen Sicherungssysteme &ndash; Rente, Gesundheit, Pflege &ndash; unter Druck, weil zahllose Mini- und Ein-Euro-Jobber, Leiharbeiter, Werkvertragsbesch&auml;ftigte und Ich-AGs wenig bis gar keine Sozialversicherungsbeitr&auml;ge mehr ins System einzahlen. Zum Beispiel liegt hier die Hauptursache f&uuml;r die schwindende Einnahmebasis der gesetzlichen Rente. Begleitet durch das Gerede vom &bdquo;demographischen Wandel&ldquo; war dies das Haupteinfallstor f&uuml;r die private Versicherungswirtschaft, die seither mit <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=101545\">windigen Riester- und R&uuml;rup-Vertr&auml;gen<\/a> systematisch ihre Kunden &uuml;ber den Tisch zieht. Selbstredend propagiert die Bertelsmann Stiftung den Ausbau der privaten Altersvorsorge, gut verpackt in ihren regelm&auml;&szlig;ig pr&auml;sentierten Studien zur wachsenden Altersarmut.<\/p><p>Die Verbilligung der Arbeitskraft hat noch mehr bewirkt: Ganze Berufszweige, vor allem solche im &ouml;ffentlichen oder halb&ouml;ffentlichen Bereich, wurden massiv entwertet. Das betrifft zum Beispiel den Pflegesektor mit seinen lausigen L&ouml;hnen und miesen Arbeitsbedingungen. Dass dort heute ein versch&auml;rfter Fachkr&auml;ftemangel herrscht, liegt im Wesentlichen daran, dass sich immer weniger den prek&auml;ren Job zumuten wollen und k&ouml;nnen. &Auml;hnlich &uuml;berfordernde Bedingungen bestehen heute in Kitas und Schulen und auch hier erlebt man einen so nie dagewesenen Personalmangel. Hier arbeiten zwar keine Minijobber oder Leiharbeiter (noch nicht). Die Leute werden nach Tarif bezahlt, aber eben l&auml;ngst nicht mehr den Anforderungen entsprechend.<\/p><p><strong>Schlanker Staat <\/strong><\/p><p>Warum? Weil das Gemeinwesen mit der neoliberalen Wende in Jahrzehnten mittels &bdquo;Steuerreformen&ldquo;, &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; und &bdquo;Schwarzer Null&ldquo; personell und materiell zum &bdquo;schlanken Staat&ldquo; herunter- und kaputtgewirtschaftet wurde. Dadurch sind auch die Verteilungsspielr&auml;ume f&uuml;r staatlich Bedienstete geschrumpft. P&auml;dagogen und Erzieherinnen wurden fr&uuml;her f&uuml;r ihre Arbeit deutlich besser bezahlt. Heute bekommen sie, gemessen an der Kaufkraft, weniger, bei zugleich mehr und belastenderer Arbeit. Denn nat&uuml;rlich m&uuml;ssen Lehrer aus &bdquo;Spargr&uuml;nden&ldquo; mehr Pflichtstunden leisten, vor gr&ouml;&szlig;eren Klassen unterrichten und Erzieherinnen pro Kopf mehr kleine Kinder b&auml;ndigen. Das alles ist nicht gottgegeben, sondern politisch so gewollt.<\/p><p>Und wer pusht den &bdquo;schlanken Staat&ldquo; wie kaum ein anderer Akteur in Deutschland? Die Bertelsmann Stiftung. Das Webportal <a href=\"http:\/\/www.bertelsmannkritik.de\/oekonomisierung.htm#verwaltungsreform\">BertelsmannKritik<\/a> beleuchtet die Ziele und Hintergr&uuml;nde der Strategie. Diese folgt dabei dem Leitbild, praktisch jede Sph&auml;re der Gesellschaft den Methoden von Wettbewerb und freier Marktwirtschaft zu unterwerfen. Insbesondere geh&ouml;rt daf&uuml;r das sozialpolitische Monopol des Staates abgeschafft. An seine Stelle m&uuml;ssten die Eigeninitiative und Selbstverantwortung jedes Einzelnen treten als vermeintlich zeitgem&auml;&szlig;e Formen von Solidarit&auml;t und Menschlichkeit.<\/p><p>Das Projekt, das die Denkfabrik seit den 1990er-Jahren mit besonderem Eifer forciert, ist die &Ouml;konomisierung beziehungsweise Privatisierung der kommunalen Verwaltung nach dem Konzept des New Public Management (NPM). Dabei werden &ouml;ffentliche Einrichtungen und ihre Aufgaben schrittweise nach betriebswirtschaftlichen Vorgaben umstrukturiert, rationalisiert und f&uuml;r private Anbieter ge&ouml;ffnet. Zum Beispiel an die Bertelsmann-Tochter Arvato mit ihrer Parole <a href=\"https:\/\/www.arvato-systems.de\/branchen\/branchen-im-ueberblick\/oeffentlicher-sektor\">&bdquo;Moderne IT-L&ouml;sungen f&uuml;r die &ouml;ffentliche Verwaltung&ldquo;<\/a>. Im Kern geht es darum, den Staat bis an die Grenze der Handlungsunf&auml;higkeit auszuhungern, um danach die Reste am Gerippe gewinnbringend an Konzerne zu verf&uuml;ttern.<\/p><p><strong>K&uuml;belweise Krokodilstr&auml;nen <\/strong><\/p><p>Hier offenbart sich die ganze Heuchelei und Perfidie der selbsternannten <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/fileadmin\/files\/BSt\/Presse\/imported\/downloads\/xcms_bst_dms_21415_21416_2.pdf\">&bdquo;Vordenker des Wandels&ldquo;<\/a>. Sie versch&uuml;tten zu jeder Gelegenheit k&uuml;belweise Krokodilstr&auml;nen und lamentieren &uuml;ber tatenscheue Regierende. Dass aber viele der unsere Gesellschaft pr&auml;genden &Uuml;bel auf ihr Zutun zur&uuml;ckgehen und hierdurch im Speziellen die Bereiche Soziales und Daseinsvorsorge einen massiven Substanzverlust erlitten haben, behalten sie besser f&uuml;r sich. Lieber sagt Stiftungsvorstandsmitglied Brigitte Mohn S&auml;tze wie diesen: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/352245.new-public-management-nachhaltig-bereichern.html?sstr=bertelsmann%7Cstiftung\">&bdquo;Unser Fokus muss dabei auf der Verbesserung der Lebensqualit&auml;t f&uuml;r alle Menschen liegen.&ldquo;<\/a><\/p><p>Alle Menschen? Nimmt man die Alleinerzieherinnen: Gerade sie &uuml;ben h&auml;ufig genau die Berufe aus, die im Zuge der Hartz-Reformen nachhaltig zu Billigjobs degradiert wurden &ndash; im Handel, Gesundheits- und Erziehungswesen oder der Gastronomie. Deshalb landen viele von ihnen in der Armutsfalle. Die Stiftung pr&auml;sentierte am Dienstag einen ganzen Katalog an Ideen, wie sich ihnen helfen lie&szlig;e, durch mehr Kitapl&auml;tze, Ganztagsschulbetreuung, flexiblere Arbeitszeitmodelle sowie eine &bdquo;wirksame finanzielle Unterst&uuml;tzung&ldquo; im Rahmen der geplanten Kindergrundsicherung. Alles richtig. Was sie allerdings nicht vorschl&auml;gt, sind h&ouml;here L&ouml;hne, die ein ausk&ouml;mmliches Leben erm&ouml;glichen. Und dass die Sache mit der Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf nicht immer hinhaut, f&uuml;hrt sie auch nicht auf die im Gefolge ihrer Entstaatlichungskampagne leergefegten Kitas und Schulen zur&uuml;ck.<\/p><p><strong>600 Kliniken sind genug<\/strong><\/p><p>Wissen darf freilich auch keiner, dass es bei all dem um Umverteilung geht, von unten nach oben. Die Stiftung als Konzernanh&auml;ngsel schafft mit ihrer Einflussmacht die politischen und &ouml;konomischen Rahmenbedingungen, auf deren Boden der Konzern maximale Gewinne generieren kann. Dazu geh&ouml;rt auch die Emanzipation der Frau. Vor 30 Jahren war es selbstverst&auml;ndlich, dass ein zumeist m&auml;nnlicher Alleinverdiener Haus und Familie finanzieren konnte. Heute braucht es daf&uuml;r in der Regel zwei Einkommen und die Kindererziehung kommt oft zu kurz. So richtig und wichtig die berufliche Gleichstellung der Frau an sich ist, im Denksystem Bertelsmann war und ist sie zuvorderst ein Programm der Lohndr&uuml;ckerei.<\/p><p>Die Maskerade zeigt sich auf s&auml;mtlichen Handlungsfeldern der Bertelsm&auml;nner. Sie beklagen &Auml;rztemangel, sind aber Wegbereiter der geplanten &bdquo;gro&szlig;en Krankenhausreform&ldquo; der Ampelregierung mit Zielrichtung <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2019\/juli\/eine-bessere-versorgung-ist-nur-mit-halb-so-vielen-kliniken-moeglich\">Standortkahlschlag<\/a>. O-Ton vom Sommer 2019: &bdquo;Eine starke Verringerung der Klinikanzahl von aktuell knapp 1.400 auf deutlich unter 600 H&auml;user w&uuml;rde die Qualit&auml;t der Versorgung f&uuml;r Patienten verbessern und bestehende Engp&auml;sse bei &Auml;rzten und Pflegepersonal mildern.&ldquo; Nur ein Punkt zur Einordnung: Der Bertelsmann-Konzern ist vor sieben Monaten beim Gesundheitsdienstleister Doccla eingestiegen, &bdquo;Europas f&uuml;hrendem Anbieter von virtuellen Krankenhaus-Plattformen f&uuml;r Telemonitoring&ldquo;. Laut <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann.de\/news-und-media\/nachrichten\/bertelsmann-investments-investiert-5-millionen-euro-in-europas-groesstes-digitales-krankenhaus.jsp\">Pressemitteilung<\/a> gestattet die Technologie eine &bdquo;effektive und unkomplizierte medizinische Fern&uuml;berwachung von Patient:innen in ihrem h&auml;uslichen Umfeld&ldquo;.<\/p><p><strong>Tief gesunken, hochdekoriert<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich &bdquo;engagiert&ldquo; sich die Bertelsmann Stiftung f&uuml;r Bildung. Sie tut dies, obwohl der Konzern als Mehrheitseigner bei der RTL-Group mit knallhartem Kommerz-TV der Verbl&ouml;dung und politischen Apathie der Bev&ouml;lkerung Vorschub leistet. Zugleich mischt er auf dem weltweit boomenden Markt privater Aus- und Weiterbildung sowie dem digitaler Bildungsmedien mit und befeuert damit den Ausverkauf und Qualit&auml;tsverlust des &ouml;ffentlichen Bildungssektors. Auch dazu <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/ueber-uns\/wer-wir-sind\/organisation\/vorstand\/bildung-und-next-generation\">ein O-Ton<\/a>: &bdquo;Wir setzen uns ein f&uuml;r einen fairen Zugang zu hochwertiger Bildung. (&hellip;) Dabei nehmen wir neben der Familie auch die fr&uuml;hkindliche und schulische Bildung sowie die Aus- und Weiterbildung in den Blick.&ldquo;<\/p><p>Was das Schmierentheater perfekt macht: Die Stiftung operiert mit dem Label der Gemeinn&uuml;tzigkeit, beziehungsweise unter deren Deckmantel. Kritischen Medien wie den <em>NachDenkSeiten<\/em>, die sich um die Aufkl&auml;rung der Machenschaften verdient machen, wird die Gemeinn&uuml;tzigkeit dagegen entzogen. Wer meint, das f&uuml;hlt sich falsch an, sollte sich erst die Dekorierung von Bertelsmann-Erbin Brigitte Mohn ansehen. Wegen ihres &bdquo;sozialen Engagements&ldquo; erhielt sie 2016 den &bdquo;Ehrenpreis f&uuml;r Entrepreneurship&ldquo; der Beratungsgesellschaft Ernst &amp; Young und schon 2009 den &bdquo;Ethics in Business Award&ldquo; der <a href=\"http:\/\/www.iahv.de\/\">&bdquo;Internationalen Vereinigung f&uuml;r menschliche Werte&ldquo;<\/a> (IAHV). Der Verein f&uuml;hrt wie die Stifterin nur Gutes im Schilde, n&auml;mlich &bdquo;Programme zum Abbau von Stress und zur Entwicklung von F&uuml;hrungskr&auml;ften (&hellip;), damit menschliche Werte in Menschen und Gemeinschaften gedeihen k&ouml;nnen&ldquo;. Schnief &hellip;<\/p><p><small>Titelbild: Khakimullin Aleksandr \/ Shutterstock<\/small><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/d0be43f45e3f4e0e968ae0e86ad09887\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bertelsmann Stiftung tut nur Gutes, behauptet sie, und fast alle nehmen es ihr ab. Sie engagiert sich f&uuml;r Demokratie, Bildung, Gesundheit, Europa, Nachhaltigkeit, kurzum: f&uuml;r die Menschen. Sieht Mensch genauer hin, merkt er, alles Heuchelei, und sp&uuml;rt, das Geld reicht nicht zum Leben und die Rente nicht zum w&uuml;rdevollen Sterben. 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