{"id":11731,"date":"2012-01-02T08:55:23","date_gmt":"2012-01-02T07:55:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731"},"modified":"2012-01-02T13:44:35","modified_gmt":"2012-01-02T12:44:35","slug":"hinweise-des-tages-1538","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h01\">Reallohnanstieg in Deutschland?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h02\">Niedrigl&ouml;hne<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h03\">Arbeitslosigkeit von &Auml;lteren &ndash; statistisch hui, tats&auml;chlich pfui<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h04\">Europa unter deutscher Fuchtel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h05\">Merkel versucht sich im Neusprech<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h06\">Simon Johnson &ndash; H&ouml;rt auf, die Banken zu schonen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h07\">George Monbiot &ndash; Die Freiheit des Hechtes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h08\">Bundesbank fordert deutlichen Sparkurs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h09\">Die M&auml;r von der Kreditklemme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h10\">Peter Bofinger &ndash; &ldquo;Weiter so&rdquo; k&ouml;nnte die teuerste L&ouml;sung werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h11\">Arbeitsgerichte handeln schwer durchschaubar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h12\">Im Schatten der Wahrheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h13\">Mit zweierlei Ma&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h14\">Ein bisschen &bdquo;wahre Demokratie&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h15\">Hetzblatt &ldquo;Zuerst&rdquo; &ndash; DGB kritisiert Bauer wegen Rechtspostille<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h16\">Investigativ gegen Kostendruck<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h17\">Daniel Cohn-Bendit und Slavoj &#381;i&#382;ek &ndash; Wir Europ&auml;er haben die Ressource der Aufkl&auml;rung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=11731#h18\">Zu guter Letzt: Peter Zudeick &ndash; Der Satirische Jahresr&uuml;ckblick<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=11731&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Reallohnanstieg in Deutschland?<\/strong><br>\nGestern berichtete das Statistische Bundesamt (Destatis) von schwach steigenden Reall&ouml;hnen in Deutschland. In Q3 2011 stieg der Reallohnindex nur um +0,6% zum Vorjahresquartal und damit um die niedrigste Rate seit Q4 2009. Selbst diese maue Rate ist noch eine Besch&ouml;nigung, denn der Reallohnindex basiert auf der viertelj&auml;hrlichen Verdiensterhebung und diese spiegelt nur die Bruttomonatsverdienste einschlie&szlig;lich der Sonderzahlungen nach Abzug des Anstiegs beim Verbraucherpreisindex (VPI) von Vollzeitbesch&auml;ftigten wider. Alle relevanten Problemfelder des Arbeitsmarktes bleiben bei der Verdiensterhebung und damit beim Reallohnindex ausgespart und damit relativiert sich auch die Aussagekraft des Reallohnindex zu einem potemkinschen Dorf.<br>\nDenn nicht einbezogen bei der Verdiensterhebung werden alle Teilzeitbesch&auml;ftigten, geringf&uuml;gig Besch&auml;ftigen, Auszubildende, Praktikanten, Personen, die keinen Verdienst f&uuml;r ihre Leistung erhalten, t&auml;tige Inhaber, Mitinhaber und Familienangeh&ouml;rige ohne Arbeitsvertrag, ausschlie&szlig;lich auf Honorarbasis bezahlte Personen und Personen in so genannten 1-Euro-Jobs. [&hellip;]<br>\nW&auml;hrend die Summe aller Arbeitnehmerentgelte saisonbereinigt nominal um +0,65% zum Vorquartal anstieg, sanken die realen saisonbereinigten Arbeitnehmerentgelte um -0,39% zum Vorquartal. Zieht man die Sozialbeitr&auml;ge der Arbeitgeber ab, erh&auml;lt man die Summe aller Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter und bricht man diese Summe dann auf die Anzahl der Besch&auml;ftigten im 3. Quartal 2011 und je Monat herunter, erh&auml;lt man die durchschnittlichen Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter je Arbeitnehmer und je Monat. Diese betrug dann Brutto (nominal) 2&rsquo;448 Euro und sank zum Vorquartal um -0,37% bzw. um -9 Euro je Arbeitnehmer und je Monat zum Vorquartal. Real (preisbereinigt) sanken die Bruttol&ouml;hne und -geh&auml;lter je Arbeitnehmer und je Monat im 3. Quartal 2011 um -0,82% bzw. um -18,12 Euro!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.querschuesse.de\/reallohnanstieg-in-deutschland\/\">Quersch&uuml;sse<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Niedrigl&ouml;hne<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Arm mit und ohne Arbeit<\/strong><br>\nRund 2,8 Millionen Besch&auml;ftigte verloren in den zur&uuml;ckliegenden zw&ouml;lf Monaten ihren Arbeitsplatz. 737000 davon hatten keinen oder nur geringf&uuml;gigen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Jeder vierte ist einer Studie der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit zufolge unmittelbar auf Leistungen nach &raquo;Hartz IV&laquo; angewiesen. Dies berichtete am Donnerstag die S&uuml;ddeutsche Zeitung, der das Dokument zun&auml;chst exklusiv vorlag. &raquo;Entweder war die Besch&auml;ftigungszeit zu kurz, um Anspr&uuml;che zu erwerben, oder das fr&uuml;her erzielte Lohneinkommen war zu niedrig, um mit dem daraus abgeleiteten Arbeitslosengeld-Anspruch den Bedarf zu decken, und mu&szlig; mit Arbeitslosengeld II aufgestockt werden&laquo;, hei&szlig;t es in dem Papier, das die BA gestern auf Nachfrage zur Verf&uuml;gung stellte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2011\/12-30\/050.php\">Junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wer angesichts solcher Zust&auml;nde wagt, weiter vom deutschen Jobwunder und von positiven Aspekten befristeter, prek&auml;rer Jobs zu fabulieren, geh&ouml;rt, ob nun dumm oder interessengeleitet, nicht unkommentiert in eine seri&ouml;se Berichterstattung, sondern &hellip; Zur obigen Meldung passt eine Mitteilung des Statistischen Bundesamtes, dass Niedrigl&ouml;hne nicht mehr vor allem im Osten, sondern auch im Westen also fl&auml;chendeckend in unsere Arbeitswelt geh&ouml;ren. Und nicht nur gering qualifizierte Besch&auml;ftigte, sondern auch Fachkr&auml;fte verdienen in einigen Branchen wenig. Kein Wunder, wenn dann Lohneinkommen so niedrig ausfallen k&ouml;nnen, dass kein Arbeitslosengeld in Anspruch genommen werden kann &ndash; dabei wurden vom Statistischen Bundesamt nur die tarifgebunden Minil&ouml;hne erfasst. Genaueres zum heutigen Stand werden wir erst durch neue Auswertungen durch das IAQ erfahren. F&uuml;r 2009 meldete das IAQ: Fast 3,6 Mio. Besch&auml;ftigte in Deutschland arbeiteten im Jahr 2009 f&uuml;r weniger als 7 Euro brutto pro Stunde. Dies entspricht gut elf Prozent aller Besch&auml;ftigten. Mehr als 1,2 Mio. bekamen sogar einen Stundenlohn von <a href=\"http:\/\/www.iaq.uni-due.de\/archiv\/presse\/2011\/111115.php\">weniger als 5 Euro<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland verkommt zum Billiglohnland<\/strong><br>\nIn Deutschland ist ein fl&auml;chendeckender Niedriglohnsektor entstanden. Verdienste von unter 6,50 Euro pro Stunde sind l&auml;ngst nicht nur im Osten der Republik zu finden. Auch manche bayerischen Konditoren und schleswig-holsteinischen Friseure verdienen sehr wenig. Und ihre Unternehmen versto&szlig;en damit noch nicht einmal gegen Gesetze, sie erf&uuml;llen geltende Tarifvertr&auml;ge.<br>\nEine Analyse des Statistischen Bundesamtes zeigt, wo in Deutschland die niedrigsten Tarifl&ouml;hne gelten. Die Statistiker haben daf&uuml;r mehr als 600 Fl&auml;chentarifvertr&auml;ge ausgewertet. Die niedrigsten Geh&auml;lter bekommen demnach insbesondere gering qualifizierte Besch&auml;ftigte&hellip;<br>\nUm wie viele Besch&auml;ftigte es bei ihrer Untersuchung geht, sagen die Statistiker nicht. Einen Richtwert lieferte vor einigen Wochen aber eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung: Demnach verdienen f&uuml;nf Millionen Menschen in Deutschland weniger als 8,50 Euro pro Stunde.<br>\nGewerkschafter sehen sich einem Zwiespalt ausgesetzt. &ldquo;Wir stehen in solchen Branchen bei Tarifverhandlungen immer wieder vor der Alternative, niedrigen Tarifen zuzustimmen oder ganz auf eine tarifliche Regulierung der Arbeitsbedingungen zu verzichten&rdquo;, sagte vor kurzem Reinhard Bispinck, der Leiter des Tarifarchivs der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,806175,00.html\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2011\/12\/PD11__488__621.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J&uuml;rgen Karl:<\/strong> Wer, wenn nicht der Spiegel, hat denn durch jahrelange neoliberale Propaganda die ideologische Begleitmusik f&uuml;r diese Entwicklung geliefert? Jetzt kommt pl&ouml;tzlich die Erkenntnis?<br>\nIst die Forderung nach einer forcierten sozialen Polarisierung nicht ein wesentlicher Bestandteil der neoliberalen Ideologie um die entsprechende Lohnflexibilit&auml;t auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen? Weshalb also die Aufregung? Aus neoliberaler Perspektive ist die Lohnentwicklung doch angemessen. Gibt es nun Millionen Niedrigl&ouml;hner so gibt der Arbeitsmarkt eben kein h&ouml;heres Lohnniveau her &ndash; so einfach ist das.<br>\nDazu ein Zitat aus einem Inteview mit Friedrich August von Hayek in der Wirtschaftswoche vom M&auml;rz 1981:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&ldquo;Ungleichheit ist nicht bedauerlich, sondern h&ouml;chst erfreulich. Sie ist einfach n&ouml;tig. Leider Gottes ist das Sozialprodukt nur da, weil Menschen nach ihrer Produktivit&auml;t entlohnt und dorthin gelockt werden, wo sie am meisten leisten. Gerade die Unterschiede in der Entlohnung sind es, die den einzelnen dazu bringen, das zu tun, was das Sozialprodukt entstehen l&auml;sst. Durch Umverteilung l&auml;hmen wir diesen Signalapparat. Und nicht nur das: Wir unterbinden auch die st&auml;ndige Anpassung an sich laufend ver&auml;ndernde Umst&auml;nde, durch die allein die Wirksamkeit unseres Produktionsapparates erhalten werden kann, Umst&auml;nde, von denen der einzelne nichts wei&szlig;, &uuml;ber die er nur durch den Marktmechanismus informiert werden kann.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Arbeitslosigkeit von &Auml;lteren &ndash; statistisch hui, tats&auml;chlich pfui<\/strong><br>\nDie Arbeitslosigkeit &Auml;lterer wird von der Bundesregierung und den Regierungsfraktionen systematisch verharmlost. Mit einem Trick fallen &uuml;ber 58-J&auml;hrige Arbeitsuchende aus der Arbeitslosenstatistik, auch wenn sie keine Arbeit gefunden haben. Von Problembewusstsein kann bei Bundesarbeitsministerin von der Leyen jedoch keine Rede sein. In einer Antwort auf eine Anfrage der Gr&uuml;nen redet sie den Effekt klein. Sie will den sch&ouml;nen Schein wahren, auf Kosten der Betroffenen. Deren Chancen auf Unterst&uuml;tzung und einen neuen Job sinken gem&auml;&szlig; dem Motto &bdquo;Aus der Statistik, aus dem Sinn.&ldquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.pothmer.de\/cms\/default\/dokbin\/400\/400192.brigitte_pothmers_bewertung_zur_antwort.pdf\">Brigitte Pothmer, MdB [PDF &ndash; 12 KB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.pothmer.de\/cms\/default\/dokbin\/400\/400191.antwort_der_bundesregierung_auf_anfrage.pdf\">Die Antwort der Bundesregierung auf die sich die Stellungnahme der Abgeordneten Pothmer bezieht [PDF &ndash; 860 KB]<\/a><br>\nQuelle 3: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/sonderregelung-erlaubt-rechentrick-regierung-schoent-arbeitslosenstatistik-1.1246810\">SZ: Regierung sch&ouml;nt Arbeitslosenstatistik<\/a>\n<p>dazu: <strong>Kreative Statistik: Wie Regierungen mit Arbeitslosenzahlen tricksen<\/strong><br>\nJede Arbeitsministerin, jeder Kanzler stellt sich gern vor die Kameras und feiert den neuesten &ldquo;Erfolg&rdquo; der Regierung. Man sei froh, dass die Zahl der Menschen ohne Job nun unter drei Millionen liege, hei&szlig;t es dann. Oder: Eine so niedrige Quote gab es zuletzt vor der Wiedervereinigung. Doch nun zeigt sich wieder einmal, wie absurd solche Erfolgsmeldungen sind. An diesem Freitag wurde bekannt, dass in der offiziellen Zahl von 2,7 Millionen mehr als 100.000 Arbeitslose fehlen. Das teilte das Arbeitsministerium auf eine Anfrage der Gr&uuml;nen-Fraktion bekannt. Hintergrund ist, dass Menschen &uuml;ber 58 Jahre, die mindestens ein Jahr Hartz IV beziehen und kein Jobangebot bekommen haben, nicht mehr als arbeitslos gez&auml;hlt werden. Obwohl sie es faktisch nat&uuml;rlich sind. Bei Opposition und Sozialverb&auml;nden l&ouml;ste die Meldung Emp&ouml;rung aus. Die &ldquo;verschwundenen&rdquo; 100.000 Arbeitslosen beruhen auf einer Gesetzes&auml;nderung von 2008. Der Kniff ist also nicht der aktuellen schwarz-gelben Regierung eingefallen, sondern der Gro&szlig;en Koalition aus Union und SPD. Ein Blick ins Archiv zeigt zudem: Beim Frisieren der Arbeitslosenstatistik zeigten sich auch die Regierungen Kohl und Schr&ouml;der einfallsreich. Eine Auflistung der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) zeigt, dass in den vergangenen Jahren immerhin 18 Ma&szlig;nahmen die Messung der Arbeitslosigkeit ver&auml;ndert haben. &ndash; Klar ist, dass die etablierte Arbeitslosenzahl an sich in die Irre f&uuml;hrt. Denn auch Ein-Euro-Jobber und Erwerbslose, die sich weiterbilden lassen, tauchen in dieser Statistik nicht auf. Ehrlicher ist die Unterbesch&auml;ftigtenstatistik der BA. In dieser waren im November mehr als 3,8 Millionen Menschen gelistet &ndash; eine Zahl, die die Zust&auml;nde auf dem Arbeitsmarkt ungesch&ouml;nt wiedergibt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,806430,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Recht l&auml;cherlich ist der k&uuml;nstliche Aufschrei der Opposition. Es d&uuml;rfte unseren Politikern kaum entgangen sein, dass die 58er- Regel zum Beiwerk der gesetzlichen Umsetzung der Rente 67 geh&ouml;rt &ndash; passenderweise. Aber auch die Presse gibt kein gutes Bild ab, wenn sie erst eine Anfrage der Gr&uuml;nen ben&ouml;tigt, um auf die von den Regierungen statistisch aufgeh&uuml;bschten Arbeitslosenzahlen  hinzuweisen. Es liegt in der Hand der Zeitungsredaktionen, den von der Regierung gefeierten Arbeitslosenzahlen zumindest die Zahl der Unterbesch&auml;ftigten gegen&uuml;ber zu stellen. Zu Recht verweist Wilhelm Adamy darauf, dass die Statistik der Arbeitsagentur eine hervorragende &Uuml;bersicht anbietet. Aber auch die NachDenkSeiten weisen schon immer auf <a href=\"?p=4485#h01\">Zahl der Unterbesch&auml;ftigten<\/a> bzw. regelm&auml;&szlig;ig auf die Aufarbeitung der BA-Berichterstattung z.B. durch das <a href=\"?p=10259#h01\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt und Jugendberufshilfe<\/a> hin.<br>\nDabei ist die Zahl der Unterbesch&auml;ftigten immer noch kein Abbild der Realit&auml;t, so haben die Nachdenkseiten im November auf eine allen zug&auml;ngliche Pressemitteilung des statistischen Bundesamtes hingewiesen, in der es hei&szlig;t: &ldquo;Im Jahr 2010 w&uuml;nschten sich nach Ergebnissen der Arbeitskr&auml;fteerhebung rund 8,4 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren Arbeit oder mehr Arbeitsstunden. Im Vergleich zum Vorjahr sank ihre Zahl um 324 000 Personen (&ndash; 3,7 %). Trotz der g&uuml;nstigen Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt somit weiterhin ein <a href=\"?p=11273#h09\">erhebliches Potenzial an Arbeitskr&auml;ften ungenutzt<\/a>.&rdquo;<br>\nHinter der bei der StaBu &uuml;blichen &ldquo;neutralen&rdquo; Rede vom &ldquo;ungenutzten Arbeitskr&auml;ftepotenzial&rdquo; verbergen sich Problemsituationen, welche &uuml;ber die einzelnen, prek&auml;ren Schicksale hinaus die ganze Volkswirtschaft gef&auml;hrden, indem z.B. unser Sozialversicherungssystem unterfinanziert wird und in der Folge zusammengestrichen wird. So ist z.B. ein beachtlicher Teil der in Teilzeit Unterbesch&auml;ftigten (2,2 Mio.) auf Arbeitslosengeld II angewiesen und wer heute kein existenzsicherndes Einkommen hat, wird sp&auml;ter auch keine Rente erhalten, die zum Leben reicht &ndash; ganz zu schweigen von der stillen Reserve (1,2 Mio.). Wer sich aus statistischer Sicht mit dem Thema Unterbesch&auml;ftigung n&auml;her befassen m&ouml;chte, sei auf die Artikel <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Content\/Publikationen\/Querschnittsveroeffentlichungen\/WirtschaftStatistik\/Arbeitsmarkt\/Beschaeftigung92009,property=file.pdf\">&ldquo;Unterbesch&auml;ftigung und Teilzeitbesch&auml;ftigung im Jahr 2008&rdquo; [PDF &ndash; 750 KB]<\/a> und <a href=\"http:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/Statischer-Content\/Grundlagen\/Methodenberichte\/Arbeitsmarkt-Arbeitsmarktpolitik\/Generische-Publikationen\/Methodenbericht-Arbeitslosigkeit-Unterbeschaeftigung.pdf\">&ldquo;Umfassende Arbeitsmarktstatistik: Arbeitslosigkeit und Unterbesch&auml;ftigung&rdquo; [PDF &ndash; 360 KB]<\/a> verwiesen. Letzterer arbeitet u.a. die unterschiedlichen Konzepte der Unterbesch&auml;ftigung anderer Institutionen heraus. Das StaBu verwendet das ILO-Konzept, nach dem z.B. bereits eine Stunde Arbeit pro Woche ausreicht, um als erwerbst&auml;tig klassifiziert zu werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Europa unter deutscher Fuchtel<\/strong><br>\nMit den Beschl&uuml;ssen des EU-Gipfels vom 8. und 9. Dezember hat Europa seine Bem&uuml;hungen um die &bdquo;Rettung&ldquo; seiner Kreditw&uuml;rdigkeit fundamental erweitert &ndash; was die britische Regierung prompt zum Ausstieg veranlasste. Beschlossen wurden nicht mehr neue Rettungsschirme, Kredite und Auflagen f&uuml;r angeschlagene Eurol&auml;nder. Im Kern ging es um ein neues Design der europ&auml;ischen Finanzpolitik &ndash; also um die Regeln, nach denen EU-Staaten k&uuml;nftig Geld ausgeben d&uuml;rfen.<br>\nDurchgesetzt &ndash; und zwar auf der ganzen Linie &ndash; hat sich dabei Bundeskanzlerin Angela Merkel. &bdquo;Man kann sagen, es ist der Durchbruch zu einer Stabilit&auml;tsunion&ldquo;, und das &bdquo;ohne faule Kompromisse&ldquo;, verk&uuml;ndete sie.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2012\/januar\/europa-unter-deutscher-fuchtel\">Bl&auml;tter<\/a>\n<p>passend dazu: <strong>Sehnsucht nach Gro&szlig;macht<\/strong><br>\n[&hellip;] W&auml;hrend die deutsche Bev&ouml;lkerung mit der Rolle Deutschlands in der Welt ganz zufrieden ist, verfolgen die gesellschaftlichen Eliten &ndash; und zwar partei&uuml;bergreifend &ndash; unbeirrt das Ziel, Deutschland wieder in den Kreis der Gro&szlig;m&auml;chte zu hieven. Was wesentlich bedeutet, die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs zu revidieren.<br>\nEin Beleg daf&uuml;r ist der bisher erfolglos gebliebene, aber hartn&auml;ckig weiter verfolgte Versuch, Deutschland einen st&auml;ndigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu verschaffen. Ein anderer ist die Eile, mit der die Osterweiterung der EU vorangetrieben wurde, um sich ein politisch und &ouml;konomisch abh&auml;ngiges Hinterland zu sichern. [&hellip;]<br>\nDie deutschen Eliten sehen die USA als unwiderruflich geschw&auml;cht an. Ob diese Analyse nun stimmt oder nicht, ist nicht die Frage. Jedenfalls hat man sich in Deutschland zum Verteidiger eines &ldquo;gesunden&rdquo;, n&auml;mlich auf industrieller Basis fu&szlig;enden Kapitalismus aufgeschwungen, im Gegensatz zum &ldquo;entarteten&rdquo; angels&auml;chsischen Finanzkapitalismus. [&hellip;]<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/!84642\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Merkel versucht sich im Neusprech<\/strong><br>\nDie Kanzlerin deutet den Begriff Fiskalunion gef&auml;hrlich um &ndash; zum Schaden Europas. [&hellip;]<br>\nAuch die deutsche Kanzlerin hat jetzt einen seit Jahren g&auml;ngigen Begriff bis zur Unkenntlichkeit reduziert. Man schaffe eine &ldquo;Fiskalunion&rdquo;, sagte Angela Merkel nach dem letzten Euro-Gipfel. Die Verhandlungen dar&uuml;ber haben schon begonnen. Die deutsche Presse &uuml;bernimmt den Begriff meist unreflektiert. Dabei hat das, worauf sich die Staats- und Regierungschefs verst&auml;ndigt haben, ganz und gar nichts mit der urspr&uuml;nglichen Bedeutung einer Fiskalunion zu tun. Merkel deutet hier einen Begriff um, um den Denkspielraum der &Ouml;ffentlichkeit zu reduzieren.<br>\nWesentliches Merkmal einer richtigen Fiskalunion ist ein Mechanismus, der die Folgen regionaler Konjunkturschwankungen gl&auml;ttet. Rutscht in den USA etwa ein Bundesstaat in die Rezession, zahlen die Bewohner dort weniger Steuern und erhalten Transfers &ndash; er profitiert von den h&ouml;heren Einnahmen in anderen Regionen. Innerhalb Deutschlands st&uuml;tzen strukturst&auml;rkere L&auml;nder wie Bayern und Baden-W&uuml;rttemberg die schw&auml;cheren wie Berlin und Bremen.<br>\nF&uuml;r Europa hie&szlig;e eine echte antizyklisch wirkende Fiskalunion also: Relativ starke L&auml;nder wie Deutschland unterst&uuml;tzten die angeschlagenen Randl&auml;nder. Das h&auml;tte &uuml;brigens auch Zahlungen nach Deutschland bedeutet, als die Bev&ouml;lkerung in den 90er-Jahren schwer unter den hohen Kosten der Wiedervereinigung und den Folgen einer geplatzten Verm&ouml;gensblase litt, vielleicht auch noch Anfang der 2000er-Jahre.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:euro-krise-merkel-versucht-sich-im-neusprech\/60147489.html#utm_source=rss2&amp;utm_medium=rss_feed&amp;utm_campaign=\/meinungshungrige\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Simon Johnson &ndash; H&ouml;rt auf, die Banken zu schonen<\/strong><br>\nIn diesem Jahr ist der finanzielle Druck auf alle Staaten drastisch gewachsen &ndash; dennoch tasten die Politiker die Verantwortlichen f&uuml;r die Krise weiterhin nicht an. [&hellip;]<br>\nGro&szlig;e Banken repr&auml;sentieren die h&ouml;chste Stufe der konzentrierten Wirtschaftsmacht in den heutigen Volkswirtschaften. Sie k&ouml;nnen allen durchgreifenden Reformen widerstehen, die ihre Verg&uuml;tungspl&auml;ne tats&auml;chlich &auml;ndern k&ouml;nnten. Ihre Manager wollen alle Vorteile, keinen wirklichen Nachteil.<br>\nAber Kapitalismus ohne die M&ouml;glichkeit des Scheiterns ist keine wahre Marktwirtschaft. Wir unterhalten eine gro&szlig; angelegte, nicht transparente und gef&auml;hrliche staatliche Subvention, die haupts&auml;chlich einigen wenigen, extrem wohlhabenden Menschen zugutekommt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/:top-oekonomen-simon-johnson-hoert-auf-die-banken-zu-schonen\/60146954.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>George Monbiot &ndash; Die Freiheit des Hechtes<\/strong><br>\nFreiheit: Wer k&ouml;nnte gegen sie etwas einzuwenden haben? Doch wird dieser Begriff heute in der rechten Presse und Blogosph&auml;re, von Thinktanks und Regierungen benutzt, um unz&auml;hlige Formen der Unterdr&uuml;ckung, Ausbeutung und Ungleichheit zu rechtfertigen. Wie konnte die libert&auml;re Bewegung, die einst einzig f&uuml;r einen edlen Impuls stand, zu einem Synonym f&uuml;r Ungerechtigkeit werden? [&hellip;]<br>\nDer moderne Libertarianismus ist der Deckmantel derer, die ohne Beschr&auml;nkung ausbeuten wollen. Er tut so, als w&uuml;rde allein der Staat unsere Freiheiten beschneiden und ignoriert die Rolle von Banken, Unternehmen und der wohlhabenden Bev&ouml;lkerung. Er leugnet die Notwendigkeit eines Staates, um sie zu bremsen und damit die Freiheiten der Schw&auml;cheren zu sch&uuml;tzen. Diese verf&auml;lschte und ein&auml;ugige Philosophie ist ein fauler Trick. Ihre F&uuml;rsprecher versuchen, der Gerechtigkeit ein Schnippchen zu schlagen, indem sie die Freiheit gegen sie in Stellung bringen. Damit haben sie die Freiheit aber zu einem Herrschaftsinstrument gemacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1151-die-freiheit-des-hechtes\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Bundesbank fordert deutlichen Sparkurs<\/strong><br>\nBundesbank-Pr&auml;sident Jens Weidmann dr&auml;ngt die Bundesregierung zu weiteren Einschnitten. Denn vor allem die Euro-Rettung kostet Geld. Experten schlagen die Streichung der Pendlerpauschale und von Steuerverg&uuml;nstigungen f&uuml;r Lohnzuschl&auml;ge vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,806595,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Weidmanns Vorschl&auml;ge sind einfach nur noch grotesk zu nennen. Wer im Angesicht der kommenden Rezession spart, verst&auml;rkt nicht nur die Rezession, sondern sorgt auch daf&uuml;r, dass die Staatseinnahmen im Folgejahr einbrechen. Dadurch wird nicht gespart, die Defizite werden durch solche Torheiten vielmehr erh&ouml;ht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die M&auml;r von der Kreditklemme<\/strong><br>\nFast eine halbe Billion Euro haben sich Europas Banken bei der EZB geliehen &ndash; f&uuml;r drei Jahre, zu einem Zinssatz von einem Prozent. 523 Banken haben die Einladung dankbar angenommen, sich in beliebiger H&ouml;he mit billigem Geld vollzupumpen. Schlie&szlig;lich m&uuml;ssen sie im kommenden Jahr hunderte von Milliarden Euro f&auml;llig werdender Bankanleihen abl&ouml;sen. Der offizielle Grund daf&uuml;r, dass die EZB die Banken jetzt nicht nur f&uuml;r ein Jahr, sondern f&uuml;r drei Jahre mit unbegrenzter Liquidit&auml;t ausstattet, ist die Angst vor einer Kreditklemme. EZB-Pr&auml;sident Mario Draghi ist in den vergangenen Tagen und Wochen nicht m&uuml;de geworden, dieses Problem zu betonen. Doch wie schon 2009\/10 ist die Kreditklemme bisher noch ein Phantom. In Deutschland gibt es bisher zwar viele Warnungen davor, aber nur wenige konkrete Klagen. In L&auml;ndern S&uuml;deuropas, wo das Bankensystem wackelt und die Wirtschaft in eine Rezession abrutscht, mag es Probleme mit der Kreditversorgung geben, vor allem sobald die Konjunktur wieder anzieht, aber in der Euro-Zone als Ganzem geben die Zahlen bisher keinen Anlass, von einer Klemme zu sprechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/meinung\/kommentare\/die-maer-von-der-kreditklemme\/5984090.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die von franz&ouml;sischer Seite offen ausgesprochen Hoffnung, dass die Banken mit dem neu geschaffenen Geld Anleihen peripherer Euro-Staaten erwerben und damit den Kapitalmarkt stabilisieren w&uuml;rden, d&uuml;rfte sich im Falle Griechenlands, Portugals oder auch Spaniens nicht erf&uuml;llen. Die Banken d&uuml;rften sich wie in den vergangenen zwei Jahren eher darum bem&uuml;hen, ihre Exponierung gegen&uuml;ber diesen Staatsschulden abzubauen. Im Falle Italiens zeigen die M&auml;rkte die Tendenz, bei kurzfristigen Anleihen &ndash; bei den sechsmonatige sank die Rendite von 6,50% auf 3,25% &ndash; in das Risiko zu gehen, bei den langfristigen Anleihen, nimmt man die richtungweisenden zehnj&auml;hrigen Titel, sank die Rendite vom Rekordhoch von 7,56% nur auf 6,98%.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Peter Bofinger &ndash; &ldquo;Weiter so&rdquo; k&ouml;nnte die teuerste L&ouml;sung werden<\/strong><br>\nDie falsche Krisenstrategie der Bundesregierung ist die Hauptursache f&uuml;r die zunehmende Instabilit&auml;t des Euroraums. Nun m&uuml;ssen die Probleml&auml;nder vor der Panik der Investoren gesch&uuml;tzt werden &ndash; am besten durch einen Schuldentilgungspakt. Sonst ist auch ein Zusammenbruch nicht ausgeschlossen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/euroserie104.html\">Tagesschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Arbeitsgerichte handeln schwer durchschaubar<\/strong><br>\nF&uuml;r die Mannheimer Arbeitsrichter bestand kein Zweifel: 29 Mitarbeiter der Elektronikkette Pro-Markt hatten gegen ihre Entlassung geklagt &ndash; und alle bekamen recht. Im benachbarten Ludwigshafen zogen 18 Pro-Markt-Besch&auml;ftigte gegen ihre K&uuml;ndigung vor Gericht, erfolgreich waren aber nur zwei. Dabei folgten die K&uuml;ndigungen alle dem gleichen Sozialplan, und der Arbeitgeber lie&szlig; sich von derselben Kanzlei vertreten. Das Beispiel zeigt, wie viel Ermessensspielraum deutsche Arbeitsgerichte haben, wenn es um die Rechtm&auml;&szlig;igkeit einer Entlassung geht. Wovon h&auml;ngt es ab, ob die Richter zugunsten der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber entscheiden? Diese Frage haben die &Ouml;konomen Michael Neugart von der TU Darmstadt und Helge Berger von der FU Berlin in einer empirischen Studie untersucht, die demn&auml;chst in der Fachzeitschrift &bdquo;German Economic Review&ldquo; erscheint.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/oekonomie\/nachrichten\/arbeitsgerichte-handeln-schwer-durchschaubar\/5963466.html\">Handelsblatt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/doku.iab.de\/veranstaltungen\/2011\/ws_flex2011_berger_neugart.pdf\">IAB [PDF &ndash; 75 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Im Schatten der Wahrheit<\/strong><br>\nChristian Wulff unterschrieb das dritte Darlehen f&uuml;r sein Haus erst, als die &Ouml;ffentlichkeit schon von seinem Privatkredit erfahren hatte. [&hellip;]<br>\nWulffs Stellungnahme vom 15. Dezember ist aber noch an einer weiteren Stelle unvollst&auml;ndig. Er teilte damals mit, er habe inzwischen ein &bdquo;langfristiges Bankdarlehen festgeschrieben&ldquo;. Sp&auml;ter wurde bekannt, dass es zu einem effektiven Jahreszins von 3,62 Prozent vereinbart wurde. Unklar blieb aber, was er mit &bdquo;festschreiben&ldquo; meinte und wann es &bdquo;festgeschrieben&ldquo; wurde. Zun&auml;chst teilte sein Anwalt dieser Zeitung mit, der Zinssatz sei &bdquo;Anfang Dezember&ldquo; vereinbart worden. Auf die Frage, ob die Zeitangabe pr&auml;zisiert werden k&ouml;nne, erhielt diese Zeitung am Freitag die Antwort, das sei &bdquo;in den ersten Dezembertagen&ldquo; gewesen. Kurz darauf wurde die Angabe noch einmal korrigiert: Bereits am 25. November 2011 sei der Zinssatz &bdquo;fixiert&ldquo; worden. Die Vertr&auml;ge seien dann Anfang Dezember &bdquo;ausgefertigt&ldquo; worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/affaere-wulff-im-schatten-der-wahrheit-11586639.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Mit zweierlei Ma&szlig;<\/strong><br>\nDie Kritik des Westens am iranischen Atomprogramm ist scheinheilig. Der letzte Bericht der IAEO bietet daf&uuml;r nicht die Grundlage. Eigentlich ist nur eines klar: Zivile und milit&auml;rische Nutzung von Atomenergie lassen sich nicht voneinander trennen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.theeuropean.de\/kate-hudson\/9076-iaeo-bericht-zu-iran#9076\">The European<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ein bisschen &bdquo;wahre Demokratie&ldquo;<\/strong><br>\nDie Zerst&ouml;rungskraft des Kapitalismus hat sich potenziert. Doch im linken Lager gibt es keine Konzepte. Stattdessen wird lediglich Gegen-Macht simuliert. [&hellip;]<br>\nDas allerdings kann man mit guten Gr&uuml;nden als fatal ansehen: Die Destruktionswucht des Kapitalismus hat sich in den vergangenen Jahrzehnten unaufh&ouml;rlich potenziert und in selbstzerst&ouml;rerischem Trieb mehr und mehr gegen die eigenen Voraussetzungen gewandt. Gegenbewegungen sind gewiss seit einigen Monaten erkennbar, auf Konferenzen, Kundgebungen, in Zeltd&ouml;rfern. Doch dort simuliert man derzeit lediglich Gegen-Macht, spielt ein bisschen &bdquo;wahre Demokratie&ldquo;. Um es zweifellos sehr pessimistisch zu formulieren: intellektuell, organisatorisch, personell sind all diese Bewegungen auf den Ausgangspunkt dezidiert antikapitalistischer Str&ouml;mungen irgendwo und irgendwann in den 1840er-Jahren zur&uuml;ckgeworfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/meinung\/gastbeitrag--ein-bisschen--wahre-demokratie-,1472602,11363226.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Walter fischt, wie so oft, im Tr&uuml;ben und kommt in seinem Aufsatz nicht &uuml;ber undifferenzierte Verallgemeinerungen hinaus. Es ist schon interessant anzusehen, wie einer der bekanntesten deutschen Politikwissenschafter krampfhaft versucht, das &bdquo;linke Lager&ldquo; in der Occupy-Bewegung und unter den S-21-Demonstranten zu verorten und sowohl die Linkspartei als auch die Gewerkschaften komplett ignoriert. Ferner ist es interessant, dass Walter dem &bdquo;linken Lager&ldquo; implizit unterstellt, es m&uuml;sse Konzepte entwickeln, die sich au&szlig;erhalb des Grundgesetzes bewegen. Die Konzepte sind da, sie m&uuml;ssen lediglich mehrheitsf&auml;hig werden. Zwischen den Zeilen liest sich Walters Aufsatz eher wie ein Bewerbungsschreiben f&uuml;r die Nachfolge von Jan Fleischhauer beim &bdquo;Schwarzen Kanal&ldquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Hetzblatt &ldquo;Zuerst&rdquo; &ndash; DGB kritisiert Bauer wegen Rechtspostille<\/strong><br>\nIst es in Ordnung, dass die Bauer Media Group ein rechtsradikales Magazin vertreibt? Nein, findet der DGB und fordert in einem offenen Brief dazu auf, die Zeitschrift &ldquo;Zuerst&rdquo; aus dem Sortiment zu werfen. Bei Bauer jedoch sieht man den Vertriebsdeal durch die Meinungsfreiheit gedeckt.<br>\nDie erste Ausgabe im neuen Jahr verhei&szlig;t eine wilde Verschw&ouml;rungstheorie: &ldquo;Bestellter Terror&rdquo; ruft es vom Titelblatt des Magazins &ldquo;Zuerst&rdquo; und die Unterzeile fragt: &ldquo;Wem n&uuml;tzt die &lsquo;rechte Gewalt&rsquo;?&rdquo; Die Redaktion des in Kiel erscheinenden Magazins h&auml;lt die Zwickauer Terrorzelle offensichtlich f&uuml;r ein politisches Konstrukt &ndash; und verspricht &ldquo;ganz andere Hintergr&uuml;nde&rdquo; der Mordserie zu enth&uuml;llen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,806214,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Investigativ gegen Kostendruck<\/strong><br>\nImmer mehr Medienkonzerne gr&uuml;nden eigene Recherche-Teams. Dahinter steckt ein Strategiewechsel: Nach langen Sparzw&auml;ngen soll die Qualit&auml;t gesteigert werden, um nicht noch mehr Leser zu verlieren&hellip;<br>\nBeinahe zwei Drittel der Deutschen sind &uuml;berzeugt, dass sich Journalisten von Interessen der Wirtschaft beeinflussen lassen und nur noch 40 Prozent halten Tageszeitungen f&uuml;r glaubw&uuml;rdig.<br>\nMit dem Investigativ-Ressort will die Zeit gegensteuern, &bdquo;Distanz zur Macht halten&ldquo;, sagt Lebert&hellip;<br>\nJohannes Ludwig ist Medienwissenschaftler und hat ein Buch &uuml;ber investigativen Journalismus geschrieben, er sagt: &bdquo;Die schwindende Glaubw&uuml;rdigkeit der Medien h&auml;ngt eng mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation zusammen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/medien\/mehr-recherche-investigativ-gegen-kostendruck,10809188,11364208.html\">Berliner Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> Die schwierige wirtschaftliche Situation ist aber nur die eine Seite &ndash; die dogmatisch einseitige &ldquo;Auslieferung&rdquo; an eine Ideologie, den &ldquo;Marktradikalismus&rdquo;, der das &ldquo;Denken&rdquo; so einfach macht, weil der Markt ja alles &ldquo;richtig&rdquo; macht mit den heute immer mehr sichtbaren asozialen Folgen,  den so &ldquo;menschenfeindlichen&ldquo;, ist die andere.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Daniel Cohn-Bendit und Slavoj &#381;i&#382;ek &ndash; Wir Europ&auml;er haben die Ressource der Aufkl&auml;rung<\/strong><br>\nWie reagieren wir auf die vielf&auml;ltigen politischen und kulturellen Herausforderungen der Zukunft? Dietmar Dath, Slavoj &#381;i&#382;ek und Daniel Cohn-Bendit stecken die Richtung ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/daniel-cohn-bendit-und-slavoj-i-ek-wir-europaeer-haben-die-ressource-der-aufklaerung-11585572.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Peter Zudeick &ndash; Der Satirische Jahresr&uuml;ckblick<\/strong><br>\nSo viel Neues war selten. 2011 &uuml;berschlugen sich die Ereignisse weltweit: Der arabische Fr&uuml;hling, die Nuklearkatastrophe in Fukushima, das Ende von Osama bin Laden. Und in Deutschland? Zun&auml;chst hielt die EHEC-Epidemie die Bundesb&uuml;rger in Atem und alle Gurken, insbesondere die spanischen, gerieten f&auml;lschlicherweise in Verdacht. Dann wurde ein fr&auml;nkischer Baron als Lichtgestalt gefeiert und anschlie&szlig;end als Schaumschl&auml;ger entlarvt. Die FDP schaffte sich in weiten Teilen ab, der Bundespr&auml;sident pr&auml;sentierte sich aufregender, als viele ihm das zugetraut h&auml;tten. Eine Menge Stoff f&uuml;r Peter Zudeicks Satirischen Jahresr&uuml;ckblick also.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr5.de\/fileadmin\/user_upload\/Sendungen\/satirischer_jahresueberblick\/31122011_rueckblick.mp3\">WDR5 [MP3]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JB:<\/strong> Viel Spa&szlig;!<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;Mehr&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WL\/JB)<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-11731","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11731","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=11731"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11731\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11739,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/11731\/revisions\/11739"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=11731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=11731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=11731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}