{"id":117334,"date":"2024-06-30T12:00:04","date_gmt":"2024-06-30T10:00:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117334"},"modified":"2024-06-30T00:56:55","modified_gmt":"2024-06-29T22:56:55","slug":"guatemala-kampf-fuer-faire-loehne-und-eigenes-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=117334","title":{"rendered":"Guatemala: Kampf f\u00fcr faire L\u00f6hne und eigenes Land"},"content":{"rendered":"<p><strong>Landarbeiterorganisation k&auml;mpft f&uuml;r bessere Arbeitsbedingungen und gegen Gro&szlig;projekte.<\/strong> Im Sitz der Bewegung der Landarbeiter (MTC) in Tejutla im Hochland des Departamentos San Marcos versammelten sich Ende Mai die neu gew&auml;hlten Vorst&auml;nde der Organisation. Rund 30 M&auml;nner und Frauen aus sechs Landkreisen des Departamentos, die zum Altiplano geh&ouml;ren, diskutieren Themen der Organisation und die aktuelle politische Lage. Vor Kurzem hat der Staatspr&auml;sident Bernardo Ar&eacute;valo die neuen Gouverneure ernannt, mehrere sind indigener Herkunft und Aktivisten aus sozialen Bewegungen &ndash; so auch der neue Gouverneur aus San Marcos, Rolando L&oacute;pez. Er hat zugesagt, Programme zur Entwicklung kleinb&auml;uerlicher Landwirtschaft voranzubringen, und will sich monatlich mit indigenen Autorit&auml;ten im Departamento treffen. Auch will er sich des Problems der nicht oder nur unzureichend gezahlten Renten auf den Fincas annehmen und eine Transparenzkommission einrichten. Von <strong>Thorben Austen<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie Delegierten der Landarbeiterbewegung sehen die Versprechen positiv, ohne in Euphorie zu verfallen. &bdquo;Ver&auml;nderungen sind ein langer Prozess&rdquo;,&nbsp;sagte Justo Jim&eacute;nez, Koordinator der MTC f&uuml;r das Hochland. Vieles h&auml;nge nicht nur von der Person des Gouverneurs ab. Allerdings sch&auml;tzt Jim&eacute;nez ein, dass man auch &bdquo;mit vier der sechs B&uuml;rgermeister hier im Hochland reden k&ouml;nne&rdquo; &ndash; auch wenn diese, wie alle im Departamento, den alten Parteien angeh&ouml;ren, die in Guatemala Teil des herrschenden &bdquo;Pakts der Korrupten&rdquo; sind. In den zur Boca Costa geh&ouml;renden Landkreisen sch&auml;tzen Vertreter der MTC die Situation bez&uuml;glich der B&uuml;rgermeister kritischer ein. Einige Ortsvorsteher in der Grenzregion zu Mexiko sollen sogar mit der organisierten Kriminalit&auml;t und den Drogenbanden verbunden sein.<\/p><p>Die Organisation entstand im Jahre 1997 aufrugnd der Arbeitsbedingungen auf den Kaffeefincas im Flachland. Neben den schlechten Arbeitsbedingungen vor Ort habe es immer wieder t&ouml;dliche Unf&auml;lle gegeben, wenn Arbeiter aus dem Hochland in &bdquo;&uuml;berf&uuml;llten Lastwagen ohne Sicherheitsvorkehrungen&rdquo;&nbsp;auf die Fincas gefahren wurden, erz&auml;hlt Jim&eacute;nez.<\/p><p>Heute arbeitet die Organisation in drei Bereichen. &bdquo;Alles um Arbeitsrechte, juristische und politische Beratung ist ein Bereich, daneben haben wir Kurse zum Erlernen eines Handwerkes wie T&ouml;pferei und N&auml;hkurse und eine Kooperative, &uuml;ber die Menschen Kleinkredite erhalten k&ouml;nnen&rdquo;, erkl&auml;rt Jim&eacute;nez. Neben dem Sitz im Hochland verf&uuml;gen sie &uuml;ber ein Zentrum an der Boca Costa, den Sitz der Kooperative und ein zentrales B&uuml;ro in der Departamentoshauptstadt San Marcos.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240628-Guatemala-01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small>N&auml;hkurs an der Boca Costa &ndash; QUELLE: PRIVAT<\/small><\/p><p>Die Infrastruktur ist Schritt f&uuml;r Schritt dazugekommen, erkl&auml;rt Juan Jos&eacute; Monterroso, der der Organisation seit seiner Gr&uuml;ndung angeh&ouml;rt. &bdquo;Das Zentrum im Hochland ist von internationalen Hilfsorganisationen mitfinanziert worden,&nbsp;es wurde 2017 in Betrieb genommen, und das Land haben wir von einem Compa&ntilde;ero g&uuml;nstig gekauft. Das 2014 gegr&uuml;ndete Zentrum an der Boca Costa haben wir mit Geld aus einem gewonnenen Arbeitsprozess finanziert&nbsp;und auch internationale Unterst&uuml;tzung erhalten&rdquo;, erkl&auml;rt er.<\/p><p><strong>Bergbau im Hochland<\/strong><\/p><p>Ein zentrales Thema im Hochland war jahrelang der Konflikt um die Mine Marlin, eine Gold- und Silbermine in den Landkreisen San Miguel Ixtahuac&aacute;n und Sipacapa. Um die Mine hatte es jahrelang&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CADStDtdp7c\">heftige Auseinandersetzungen<\/a> gegeben. Sie wird vom Unternehmen Montana Exploradora de Guatemala S.A.&nbsp;<a href=\"https:\/\/newmont-marlin.com\/institucional\/\">betrieben<\/a>, einer Tochterfirma des kanadischen Bergbauunternehmens Goldcorp mit Sitz in Vancouver. Mehrere Anwohner starben in dem Konflikt, teilweise gingen schwer bewaffnete Soldaten gegen Protestierende vor.<\/p><p>2017 schloss die Mine nach zw&ouml;lf Jahren ihre Tore, die Ressourcen waren ersch&ouml;pft. Allein im Jahre 2014, dem H&ouml;hepunkt der Bergbauaktivit&auml;ten in Guatemala, soll das Unternehmen Gold- und Silbervorkommen im Wert von knapp 5,96 Milliarden Quetzales (etwa 714 Millionen Euro)&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.prensalibre.com\/economia\/tras-12-anos-de-extraccion-y-cinco-de-cierre-una-famosa-empresa-minera-le-dira-adios-a-guatemala\/\">abgesch&ouml;pft<\/a>&nbsp;haben. Die Steuereinnahmen des Staates betrugen ein Prozent, das Unternehmen will nach eigenen Angaben zus&auml;tzliche vier Prozent freiwillig abgef&uuml;hrt haben.<\/p><p><a href=\"https:\/\/prensacomunitaria.org\/2013\/05\/montana-exploradora-mina-marlin-y-sus-devastadores-efectos\/\">Geblieben<\/a>&nbsp;sind starke Umweltsch&auml;den und eine H&auml;ufung von Krebsf&auml;llen und anderen Erkrankungen, die &Auml;rzte und Anwohner auf die Kontamination durch die Mine zur&uuml;ckf&uuml;hren. &bdquo;Leider hatten wir als Organisation nicht die Kraft und Ressourcen, uns hier st&auml;rker einzubringen und vom Unternehmen Entsch&auml;digungen zu fordern&rdquo;,&nbsp;sagt Monterroso. Ein ihm pers&ouml;nlicher bekannter Arbeiter sei vor einigen Jahren an Krebs gestorben, ohne dass Anspr&uuml;che an das Unternehmen gestellt werden konnten.<\/p><p>Auch organisatorisch hatte der Konflikt um die Mine Folgen f&uuml;r die MTC. &bdquo;Unsere Organisation wurde als Teil der Di&ouml;zese der katholischen Kirche hier in San Marcos gegr&uuml;ndet. 2004 erfolgte die organisatorische Trennung von der Di&ouml;zese. Neben internen Umstrukturierungen waren der Hauptgrund die Morddrohungen, die es im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Mine gegen den Bischoff &Aacute;lvaro Ramazzini gegeben hat. Ramazzini ist ein prominenter K&auml;mpfer f&uuml;r die Rechte der armen Bev&ouml;lkerung in Guatemala&rdquo;, erkl&auml;rt Keyla P&eacute;rez, Koordinatorin der MTC f&uuml;r die K&uuml;stenregion.<\/p><p><strong>Kaffeefincas an der K&uuml;ste<\/strong><\/p><p>Der Sitz der Organisation an der Boca Costa, dem &Uuml;bergang vom Hochland zum tropischen Tiefland, liegt im Landkreis El Rodeo. Es ist ein langgezogenes Geb&auml;ude mit B&uuml;ro- und Versammlungsr&auml;umlichkeiten sowie einem Raum, der mit mehreren N&auml;hmaschinen best&uuml;ckt ist und in dem Frauen N&auml;hkurse absolvieren k&ouml;nnen.<\/p><p>Einige Kilometer vom Sitz der Organisation entfernt liegt die Kaffeefinca &bdquo;Las Delicias&rdquo;. Am Rande der Stra&szlig;e liegen die Unterk&uuml;nfte der Arbeiter, es sind einfache Baracken. Gegen&uuml;ber noch einfacheren Holzbaracken, die halb abgerissen im Hintergrund liegen, sind die neuen Unterk&uuml;nfte ein Fortschritt. Vor ein paar Jahren wurden die Unterk&uuml;nfte neu gebaut, erkl&auml;rt P&eacute;rez. Auch die L&ouml;hne wurden f&uuml;r ein gepfl&uuml;cktes Quintal Kaffee (rund 46 Kilogramm) von 40 (circa 4,70 Euro) auf 60 Quetzales (circa 7,10 Euro) erh&ouml;ht. Der Grund daf&uuml;r ist, dass den Gutsbesitzern gerade in der Erntezeit Arbeitskr&auml;fte fehlen. Viele junge Menschen gingen lieber ohne Papiere in die USA, sagt P&eacute;rez, die als junges M&auml;dchen selbst auf einer Kaffeefinca gearbeitet hatte.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240628-Guatemala-02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small>Das fr&uuml;here vom Gutsbesitzer betriebene Gef&auml;ngnis auf der Finca &bdquo;Las Delicias&rdquo; &ndash; QUELLE: PRIVAT<\/small><\/p><p>Am Ende der Barackensiedlung liegt ein fensterloses Steinhaus, laut einem Hinweisschild 1943 errichtet. Dies diente dem Gutsbesitzer als Gef&auml;ngnis, ist aber schon einige Jahrzehnte nicht mehr in Betrieb, sagt P&eacute;rez.<\/p><p>Am Ende der Stra&szlig;e liegt die Gemeinde Nueva Primavera (Neuer Fr&uuml;hling). Ihre Geschichte spielt eine wichtige Rolle in der MTC. 52 Arbeiter der Finca hatten im Jahr 2000 begonnen, nicht gezahlte&nbsp;Mindestl&ouml;hne und Sozialleistungen einzuklagen. Damals wurden M&auml;nnern nur 30 bis 40 Quetzales t&auml;glich gezahlt (damals drei bis vier Euro), Frauen sogar nur 20 bis 30 Quetzales (zwei bis drei Euro), erkl&auml;rt Rechtsanwalt Mario Juarez, der die Arbeiter juristisch vertrat, gegen&uuml;ber <em>amerika21<\/em>. Der gesetzliche Mindestlohn pro Tag habe aber bei 90,16 Quetzales (neun Euro) gelegen. Der Arbeitskampf zog sich fast 20 Jahre hin, der Gutsbesitzer setzte immer wieder auf Verz&ouml;gerungen. Erst im Jahre 2019 konnten sich Arbeiter und Gutsbesitzer in einem au&szlig;ergerichtlichen Mediationsverfahren einigen. Weil der Besitzer nicht zahlen konnte oder wollte, erhielten die Arbeiter Land &ndash; je nach Arbeitsjahren zwischen 0,3 und 0,4 Hektar, manche auch mehr. Arbeiter, die das Rentenalter erreicht hatten, erhielten 0,15 Hektar.<\/p><p>W&auml;hrend des Arbeitskampfes begannen auch Frauen, sich politisch zu engagieren. &bdquo;W&auml;hrend des B&uuml;rgerkrieges (1960 bis 1996) war es f&uuml;r Frauen zumindest hier in der Gegend unvorstellbar, sich politisch zu beteiligen&rdquo;, erkl&auml;rt Benda Yudith Algiular Giron, heute Vorsitzende des Frauenkomitees in Nueva Primavera. Trotz des gewachsenen Bewusstseins wurden in dem Arbeitskampf nur M&auml;nner ber&uuml;cksichtigt und erhielten Land, obwohl viele Frauen auf der Finca gearbeitet hatten. Auch heute, erz&auml;hlen die Frauen des 2020 gegr&uuml;ndeten Komitees, m&uuml;ssten sie immer wieder k&auml;mpfen. Viele M&auml;nner in der Gemeinde &bdquo;sind Sexisten und finden es unm&ouml;glich, wenn Frauen &ouml;ffentlich auftreten oder sich politisch bet&auml;tigen&rdquo;.<\/p><p>Trotz des eigenen Landes m&uuml;ssen immer noch viele Gemeindemitglieder auf den umliegenden Fincas arbeiten. Frauen in der Gemeinde Nueva Primavera klagen &uuml;ber F&auml;lle sexuellen Missbrauchs auf den Fincas, teilweise seien dabei die Verwalter und die Besitzer selbst involviert.<\/p><p>Auch P&eacute;rez best&auml;tigt, dass viele M&auml;dchen und Frauen sexualisierte Gewalt auf den Fincas erleben. Die F&auml;lle, in denen die Besitzer selbst beteiligt waren und ihre wirtschaftliche Macht ausnutzen, seien aber &bdquo;deutlich zur&uuml;ckgegangen&rdquo;, h&auml;ufig gebe es aber &Uuml;bergriffe von den Verwaltern und Vorarbeitern.<\/p><p>Auch das Thema der famili&auml;ren Gewalt sei ein gro&szlig;es Problem, vor allem in Familien, wo die Eltern in die USA gegangen seien und die Kinder und Jugendlichen bei Verwandten zur&uuml;ckgelassen h&auml;tten. Von 2012 bis 2021 konnte die MTC eine professionelle Psychologin bezahlen, die sich um Jugendliche und junge Erwachsene gek&uuml;mmert hatte, die Opfer von Gewalt und Missbrauch geworden waren. Diese Stelle sei heute nicht mehr finanzierbar, es g&auml;be aber drei Compa&ntilde;eras, die sich weiter um entsprechende F&auml;lle k&uuml;mmern.<\/p><p><strong>Der amerikanische Traum<\/strong><\/p><p>Die schlechte wirtschaftliche Lage und die hohe Armuts- und Kriminalit&auml;tsrate bewegen seit Jahrzehnten viele Guatemalteken dazu, das Land zu verlassen. Die meisten gehen in die USA, eine Minderheit auch nach Mexiko, Kanada oder Europa. Das Internetportal <em>No Ficcion<\/em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.no-ficcion.com\/projects\/donde-estan-cuantos-y-quienes-son-los-guatemaltecos-en-ee-uu\">sch&auml;tzt<\/a>, dass 2020 rund 2,9 Millionen Guatemalteken in den USA lebten &ndash; ein Sechstel der damals 17,97 Millionen Einwohner. Die offizielle Volksz&auml;hlung hatte im Jahr zuvor 1,7 Millionen Auswanderer angegeben. Die Remesas genannten R&uuml;ck&uuml;berweisungen von Migranten an Familienangeh&ouml;rige in Guatemala machen seit Jahren den gr&ouml;&szlig;ten Einzelposten im Bruttoinlandsprodukt aus. 2023&nbsp;<a href=\"https:\/\/agn.gt\/guatemala-cierra-el-2023-con-remesas-superiores-a-los-19-millardos-de-dolares\/\">beliefen<\/a>&nbsp;sie sich auf die vorl&auml;ufige Rekordsumme von 19,8 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung von 9,8 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr.<\/p><p>San Marcos z&auml;hlt zu den f&uuml;nf Departamentos mit der h&ouml;chsten Auswanderung. Rund 15 Kilometer &ouml;stlich der Departamentoshauptstadt liegt der kleine Landkreis San Christ&oacute;bal Cucho, etwa 18.000 Menschen leben hier. Der Ort hat sich in den vergangenen Jahrzehnten sehr ver&auml;ndert, Einwohner f&uuml;hren das vor allem auf die Migration zur&uuml;ck.<\/p><div class=\"imagewrap\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/240628-Guatemala-03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/div><p><small>Das Frauenkomitee in Nueva Primavera<\/small><\/p><p>&bdquo;In meiner Kindheit gab es weder Strom noch flie&szlig;endes Wasser&rdquo;,&nbsp;erz&auml;hlt eine &auml;ltere Einwohnerin und f&auml;hrt fort: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Vor 40 Jahren begannen die ersten Einwohner, in die USA zu gehen, heute hat nahezu jede Familie Verwandte dort. Heute gibt es Restaurants, Hotels und Sportanlagen. Noch vor einigen Jahren gab es im Landkreis keinen Arzt. Im &ouml;ffentlichen Gesundheitszentrum arbeitet nur Pflegepersonal. Seit mehr Geld in den Ort kam, haben sich mehrere private &Auml;rzte hier niedergelassen.&rdquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Im Ort leben mehrere Personen, von denen allgemein bekannt ist, dass sie als &bdquo;Coyoten&rdquo; genannte Schlepper ihr Geld verdienen. Sie residieren in luxuri&ouml;sen dreist&ouml;ckigen Villen. Auch mehrere B&uuml;rgermeister aus vergangenen Legislaturperioden sollen in dieses Gesch&auml;ft verwickelt gewesen sein.<\/p><p>F&uuml;r die MTC wirkt sich die hohe Migration auch auf ihre Organisationsf&auml;higkeit aus. Viele leitende Compa&ntilde;eros, geschulte Gemeindeaktivisten verschwinden &uuml;ber Nacht, erz&auml;hlt P&eacute;rez. Die meisten w&uuml;rden ohne Papiere in den USA leben, im Laufe der Jahre gebe es aber auch M&ouml;glichkeiten, den Aufenthaltsstatus zu legalisieren. Manche beantragten auch &bdquo;politisches Asyl, dieses wird aber meist nur f&uuml;r zwei Jahre gew&auml;hrt,&rdquo;&nbsp;sagt P&eacute;rez.<\/p><p>Auch die Frauen in Nueva Primavera diskutieren das Thema Migration. 140.000 Quetzales (circa 17.000 Euro) seien an die &bdquo;Coyoten&rdquo;&nbsp;zu zahlen, 40.000 sofort, der Rest k&ouml;nnte in Raten abgestottert werden. Daf&uuml;r w&uuml;rden die Schlepper eine relativ einfache und sichere Route anbieten, innerhalb Mexikos sogar streckenweise mit dem Flugzeug. Billigere Routen seien sehr gef&auml;hrlich, tagelang in Lastwagen eingepfercht, die Kinder mit Medikamenten ruhiggestellt, erz&auml;hlt eine Aktivistin aus dem Frauenkomitee.<\/p><p>Auch f&uuml;r ihre Kinder ist das Thema Auswanderung sehr pr&auml;sent, sagt sie. Sie stehe dem zwiegespalten gegen&uuml;ber. Einerseits w&uuml;rde sie sich w&uuml;nschen, dass ihre Kinder hierbleiben, &bdquo;hier haben wir jetzt eigenes Land&rdquo;.&nbsp;Sie wisse aber auch, dass dies &bdquo;zum Leben kaum reicht&rdquo;. Und gerade die j&uuml;ngere Generation habe W&uuml;nsche, die das Leben hier nicht erf&uuml;llen k&ouml;nne.<\/p><p><em>Dieser Artikel erschien <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/270003\/guatemalas-arbeitskampf-fincas\">zuerst auf Amerika21.<\/a> <\/em><\/p><p><small>Titelbild: Aktivisten der MTC auf einer Versammlung im Hochland, Quelle: Autor<\/small><\/p><div class=\"moreLikeThis\">\n<strong>Mehr zum Thema:<\/strong>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=115994\">Multipolarer Umbau der Welt: Lateinamerika und der Krieg in Gaza<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=114427\">Die dunkle Seite von Nestl&eacute;: Brennende Kaffees&auml;cke in Chiapas<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=44700\">Die Kinder-K&auml;fige der Homeland Security &ndash; Die USA und die Hintergr&uuml;nde der Migrations-Trag&ouml;die in Zentralamerika<\/a>\n<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><strong>Landarbeiterorganisation k&auml;mpft f&uuml;r bessere Arbeitsbedingungen und gegen Gro&szlig;projekte.<\/strong> Im Sitz der Bewegung der Landarbeiter (MTC) in Tejutla im Hochland des Departamentos San Marcos versammelten sich Ende Mai die neu gew&auml;hlten Vorst&auml;nde der Organisation. 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